3 Gedanken, um mitfühlender mit anderen Menschen umzugehen

Was uns verbindet
Du kannst deine Probleme lösen. Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut.
Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Ich habe in der Vergangenheit eine lustige Erfahrung gemacht. Je weniger ich andere Menschen bewerte und verurteile, desto mehr mag ich mich selbst leiden.

Umgekehrt funktioniert es genauso: Wenn ich mich dabei erwische, wie ich schlecht über jemanden denke, dann ist das oft ein Zeichen dafür, dass ich irgendwie aus der Balance geraten bin. Und dann werde ich auch ungeduldig und hart mit mir selbst.

Wie ich andere Menschen behandele und wie ich mich selbst behandele, steht offensichtlich in einem direkten Zusammenhang.

Die Schlussfolgerung daraus wäre: Ich behandele andere einfach immer supernett, dann bin ich automatisch auch nett zu mir selbst. Aber so einfach ist es natürlich nicht.

Es scheint in uns Menschen eingebaut zu sein, andere zu kritisieren, zu bewerten oder zu verurteilen. Das liegt uns irgendwie im Blut. Aber wenn ich andere Menschen verurteile, dann hat das leider oft mehr mit mir selbst zu tun als mit den anderen Menschen. Vielleicht weil das Objekt meiner Bewertung irgendeinen wunden Punkt bei mir berührt hat. Oder weil diese Person mich an jemanden erinnert, mit dem ich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Oder vielleicht auch, weil dieser Mensch etwas tut, was ich selbst mich nicht zu tun traue. Oder diese Person lebt etwas, was ich mir insgeheim zu leben wünsche, mir aber selbst nicht erlaube.

Es ist offensichtlich ganz menschlich, über andere Menschen zu urteilen. Jeder macht es manchmal. Ich persönlich auch; oft sogar, ohne es zu merken. Und wir können so vielleicht kurzfristig Druck ablassen. Aber langfristig schaden wir uns dadurch selbst, weil wir mit jeder Wertung und jedem Urteil auch immer uns selbst indirekt im Inneren abstrafen.

Was kann man tun, wenn man damit aufhören möchte? Eine Lösung wäre: Trainieren Sie Ihr Mitgefühl und Ihr Verständnis mit anderen Menschen.

Es ist schwer, gleichzeitig Mitgefühl zu haben und jemanden zu verurteilen oder zu bewerten. Und je öfter Sie verständnisvoll durch die Welt laufen, desto weniger Raum geben Sie dem Teil in Ihnen, der andere Menschen hart und wertend betrachtet.

Trainieren Sie Ihr Mitgefühl. Nicht unbedingt, damit Sie sagen können: „Ich bin ein guter Mensch.“ Tun Sie es lieber aus gesundem Selbstinteresse. Denn je mehr Mitgefühl Sie mit anderen haben, desto besser behandeln Sie sich selbst damit indirekt. Denn je netter Sie auf andere Menschen schauen, desto freundlicher schauen Sie auch auf sich selbst.

Aber wie kann man Mitgefühl trainieren? Vielleicht wäre es ein guter Start, wenn Sie die folgenden drei Gedanken verinnerlichen würden:

Schauen Sie auf die Gemeinsamkeiten

Wir wollen doch alle eigentlich nur das Gleiche: Liebe, Respekt, Sicherheit, Glück, Zufriedenheit, Erfüllung und inneren Frieden spüren.

Machen Sie sich bitte klar, dass nahezu alle Menschen die gleichen Dinge wollen: Wir wollen uns gut fühlen. Wir wollen alle Freude erleben und Schmerz vermeiden.

Der Vorstandsvorsitzende des Weltkonzerns, die Rentnerin von nebenan, der Lehrer, die Kassiererin, der 15-jährige Schüler: Alle wollen sich auf irgendeine Art gut fühlen.

Wir wollen alle das Gleiche. Nur unsere Wege zum Glück sind unterschiedlich. Der eine muss es allen anderen zeigen, damit er sich gut fühlen kann. Ein anderer braucht viel Liebe. Wieder ein anderer will eigentlich nur seine Ruhe. Jeder hat einen anderen Weg zum Glück. Und über diese verschiedenen Wege streiten wir uns dann. Und darüber vergessen wir, dass wir eigentlich alle das Gleiche wollen: Glücklich sein und inneren Frieden erleben.

Je mehr wir auf diese Gemeinsamkeit zwischen uns Menschen schauen, desto besser geht es uns. Und desto eher schaffen wir es, dass wir uns auf unserem Weg zum Glück nicht gegenseitig auch noch das Leben schwer machen. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Was wissen wir schon

Ich weiß eigentlich nichts über andere Menschen.

Wir sehen jemanden. Wir erleben jemanden in einer einzigen Situation. Und schon glauben wir, wir würden ihn oder sie kennen. Wir Menschen neigen dazu, uns unsere Meinung in Sekundenbruchteilen zu bilden und denjenigen in eine unserer Schubladen einzusortieren.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Und wenn jemand in unserer Schublade ist, kommt er da so schnell nicht wieder raus, denn leider hat unser Wahrnehmungsapparat die Tendenz, Eindrücke wegzufiltern, die unserer bestehenden Meinung zuwiderlaufen. Und gleichzeitig nehmen wir Informationen eher wahr, die unser bestehendes Bild von jemandem bestätigen.

Einmal in der Schublade, braucht es schon einen richtig heftigen Gegenbeweis, damit man wieder aus der Lade herausgenommen wird.

Machen Sie sich deswegen bitte immer wieder klar: Was Sie über einen anderen Menschen zu wissen glauben, ist nur ein kleiner Bruchteil dessen, was diesen Menschen ausmacht.

Vielleicht ist er in einem anderen Umfeld ganz anders. Vielleicht tut sie ganz viel Gutes, ohne dass sie darüber spricht. Vielleicht ist dieser Mensch tatsächlich ganz anders, als Sie ihn wahrnehmen, weil Sie mit einem Tunnelblick nur auf den einen Aspekt bei diesem Menschen starren, der Sie gerade wahnsinnig macht.

Machen Sie sich klar, dass Sie mächtige Wahrnehmungsfilter haben, die verhindern, dass Sie die Welt und auch die Menschen darin in ihrer Vollständigkeit wahrnehmen.

Wir sehen andere Menschen oft tatsächlich nicht so, wie sie sind, wir sehen sie vielmehr so, wie WIR SELBST sind.

Machen Sie sich deswegen bitte oft klar: Sie wissen eigentlich nicht viel über den anderen. Insbesondere dann, wenn Sie glauben, dass Sie jemanden kennen.

Ich bin alles, nur nicht perfekt

Niemand von uns ist perfekt – die anderen nicht – und ich auch nicht.

Es ist ein beliebtes Spiel unter uns, mit dem Finger auf die Schwächen anderer Menschen zu zeigen.

Nicht selten tun wir das, um uns selbst zu beweisen, dass da jemand noch schlechter, noch fauler oder noch weniger liebenswert ist als wir selbst. Wir suchen oft nach den Schwächen von Menschen, um uns selbst aufzuwerten.

Oft tun wir es auch, um ein Gefühl von Gemeinsamkeit mit anderen herzustellen, denn was verbindet mehr, als zusammen über jemanden herzuziehen, der gerade nicht im Raum ist und sich nicht wehren kann.

Dabei vergessen wir aber, dass wir uns selbst jedes Mal abwerten, wenn wir schlecht über jemanden reden oder wenn wir auch nur schlecht über jemanden denken. Denn irgendwo tief in uns selbst wissen wir, dass wir selbst auch nicht perfekt sind und unsere Schwächen haben. Oft sogar die gleichen Schwächen, die wir an anderen kritisieren oder über die wir uns bei anderen lustig machen.

Unbewusst reiben wir uns selbst Salz in unsere eigenen Wunden, wenn wir über andere lästern, selbst wenn wir an der Oberfläche Spaß an der Lästerei haben.

Deswegen wäre meine Empfehlung: Schauen Sie lieber öfter auf die positiven Seiten anderer Menschen. Und machen Sie nicht mehr mit, wenn gelästert wird. Sprechen Sie lieber über sich, darüber, was Ihnen wichtig ist, was Sie fühlen, über das Gute in der Welt oder darüber, was Sie gerade Schönes erlebt haben.

Oder suchen Sie gezielt nach den Vorzügen anderer Menschen. Schauen Sie auf die guten Seiten, statt auf das, was man kritisieren oder belächeln kann.

  • Was kann dieser Mensch wirklich gut?
  • Was mag ich an diesem Menschen?
  • Was mögen andere an diesem Menschen?
  • Wann hat er oder sie etwas Gutes getan?

Schauen Sie auf die positiven Seiten anderer Menschen und Sie schaffen es dadurch vielleicht auch öfter, Ihre eigenen Stärken zu sehen. Und Sie verzeihen sich dann vielleicht auch öfter Ihre eigenen Unzulänglichkeiten.

Denn schließlich ist niemand von uns perfekt: ich nicht – Sie nicht – und alle anderen auch nicht.

Wenn Sie diese drei Gedanken öfter im Kopf bewegen, könnte sich über die Zeit auch Ihre Einstellung zu sich selbst verändern.

  • „Wir wollen doch alle eigentlich nur das Gleiche: Liebe, Respekt, Sicherheit, Glück, Zufriedenheit, Erfüllung und inneren Frieden spüren.“
  • „Ich weiß eigentlich nichts über andere Menschen.“
  • „Niemand von uns ist perfekt – die anderen nicht – und ich auch nicht.“

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Kommentare

  • Hallo zusammen:)

    ja e liegt schon viel wahrheit darin..mag ich mich selber nicht leiden an einem tag–sieht man viele Dinge mit andren augen,da ärgern dich situationen wo ma sonst drüber steht.und wenn man überlegt,es ist alles ein spiegel unserer selbst.begegnen mir grantige unausstehliche personen,wird immer ein teil von mir dieses gefühl erzeugt haben,in einem punkt bin ich mir selber nicht gefühlsmässig nahe.Gedanken formen unser leben,wenn ich mir eine situation ausmale,davor ängste tritt diese bestimmt ein.
    wie bestellt!!sehe ich es gelassener,fügt es sich auch nur immer zu dem besten für jedem.
    also carpe diem!!

  • alles richtig, alles gut.

    nur an einer formulierung stieß ich mich. der letzte satz:
    „Niemand von uns ist perfekt – die anderen nicht – UND ICH NOCH WENIGER.”

    ?? und ich noch weniger ??

    über diese formulierung würde ich allerdings nochmal nachdenken!

    herzliche frühlingsgrüße!
    nadine

  • Nachdem ich die vielen Beiträge zu diesem offenbar spannenden Thema gelesen habe, fühlte ich mich zu einigen, auch kontroversen, hingezogen, wobei der von Sara meinem Empfinden am meisten nahe kommt.
    Ich habe mir daraufhin die Mühe gemacht, einmal zu recherchieren, was dazu Kluges seitens der Literaten von sich gegeben wurde.
    Man möge mir die Aneinanderreihung der ebenfalls höchst unterschiedlichen Aussagen der nachfolgenden Zitate verzeihen, aber in jedem spiegelt sich etwas davon wieder, was ich nicht besser ausdrücken könnte. Auch hier sind teilweise völlig gegensätzliche Aussagen getroffen worden, was mich darin bestätigt, dass es hierzu, wie so oft, keine definitive Wahrheit gibt.

    Wahre Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen und trotzdem zu uns halten.

    Manches muss man aussprechen, um es hinter sich lassen zu können.
    Menzel

    Wer unter Menschen nur einen Engel sucht,
    der findet kaum Menschen.
    Wer aber unter Menschen nur Menschen sucht,
    der findet gewiss einen Engel.
    Gottlieb Moritz Saphir

    Die meisten Fehler sind verzeihlicher als die Mittel, die wir anwenden, um sie zu verbergen.
    Francois de La Rochefoucauld

    Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
    Sören Aabye Kierkegaard

    Es hört doch ein jeder nur, was er versteht.
    Goethe

    Sei immer gut, doch nicht zu gütig,
    die Wölfe werden sonst übermütig.
    Sprichwort

    Glaube unbedingt an
    das Gute im Menschen,
    und rechne mit
    dem Schlechten in ihm.
    Friedrich Dürrenmatt

    Sprich nie Böses von einem Menschen, wenn du es nicht gewiss weißt.
    Und wenn du es weißt, so frage dich, warum erzähle ich es!

    Von daher rühren auch die meisten Streitigkeiten, indem die Menschen ihre Gedanken nicht richtig darstellen oder die Gedanken des andern falsch deuten.
    Baruch de Spinoza (Benedictus)

    Wenn alle einen Menschen verabscheuen, würde ich auf jeden Fall prüfen, was daran ist.
    Wenn alle von einem Menschen eingenommen sind, würde ich auf jeden Fall prüfen, was daran ist.
    Konfuzius

    Wer sich selbst kennt, kann sehr bald alle anderen Menschen kennen lernen; es ist alles Zurückstrahlung.
    Georg Christoph Lichtenberg

    Wir entdecken in uns selbst, was die anderen uns verbergen, und erkennen in anderen, was wir vor uns selbst verbergen.
    Luc de Clapiers Vauvenargues

    Zwei Wölfe

    Ein alter Indianer saß mit seinem Enkelsohn am Lagerfeuer.
    Es war schon dunkel geworden und das Feuer knackte,
    während die Flammen in den Himmel züngelten.
    Der Alte sagte nach einer Weile
    des Schweigens:
    “Weißt du, wie ich mich manchmal fühle?
    Es ist, als ob da zwei Wölfe
    in meinem Herzen
    miteinander kämpfen würden.
    Einer der beiden ist rachsüchtig,
    aggressiv und grausam.
    Der andere hingegen ist
    liebevoll, sanft und mitfühlend.”
    “Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?”
    fragte der Junge
    “Der Wolf, den ich füttere.”
    antwortete der Alte.
    Indianer-Weisheit

    Viel Freude beim Lesen und eine gute Woche mit Herz

  • Das ist wirklich unglaublich. Dass Sie wirklich immer zu den richtigen Momenten im Leben genau den passenden Newsletter verschicken!!! Ich weiss nicht, wie vielen anderen Menschen es noch so geht aber bei mir ist es gewiss so. Und damit helfen Sie mir so sehr weiter. Ich danke Ihnen von Herzen dafür. Es macht immer so Spass von Ihnen dazu zu lernen.

    Liebe Grüße aus dem Orient,
    tuna*

    • Anne

      Hallo Ralf,
      ALLES passt. Mir ist am Freitag gesagt, worden, wie wenig ich wert bin, was ich tun sollte und was ich besser lassen sollte. Zuerst war ich in der Rechtfertigungsebene, danach in der Abwehrhaltung und zum Schluss, aber erst heute morgen um 5.00 Uhr in der Haltung die ganz viel Mitgefühl hatte mit der Person, die so mit mir umgegangen ist…und dann dieser Text!!! Alles passt, auf den Punkt. Wie so oft besonders anregend und hilfreich für den eigenen Prozesse, als auch für die innere Haltung zur anderen Person.Ich möchte mich den Worten von tuna anschließen. Ein dickes Danke Schön von Anne

  • Vielen Dank für diesen Artikel! Ich bin ja keine Christin, nur ein wenig “bibelbelesen”. Und Ihr Beitrag, lieber Ralf, erinnert mich in vielerlei Hinsicht an so manches aus dem Neuen Testament. Nein, bitte nicht falsch verstehen. Nicht etwa, dass ich es abgetippt fände, ganz im Gegenteil – Ich fühle, dass Ihr Artikel vom Herzen kommt und es ganz sicher keine nachgebeteten Floskeln sind.

    Auch ich bin nur ein Mensch. Nicht gefeit vor Schubladendenken. Am meisten habe ich ein Problem mit Menschen, die Geld unr Ruhm aus dem Ruin anderer beziehen. Spekulanten etwa, die auf den wirtschaftlichen Niedergang eines Landes “wetten”. Die in der Position sind, diesen Niedergang mit Halbwahrheiten in den Wirtschaftsmedien herbeizuführen. Ja, ihr Motiv ist mir klar. Und ich habe auch “Mitleid” mit ihnen, wenn ich sie mir alle als kleine Jungs oder Mädls vorstelle, die nichts anderes wollen, als Anderkennung (Liebe). Und keinen anderen Weg wissen, als über Leichen zu gehen. Aber ich habe dafür kein Verständnis. Will ich auch nicht. Und ich denke, das ist gut so.

    Deshalb bin ich wahrscheinlich (noch) keine Christin. Mitgefühl ja. Allens entschuldigen nein. Irgendwann sind wir erwachsen. Das “innere Kind” hegen und pflegen finde ich richtig und wichtig. Den skrupellosen, egoistischen (weil selbstzentrierten) Wünschen des Egos nachzugeben und etliche Existenzen zu zerstören, verdient weder Mitgefühl, noch Verständis. An dieser Stelle rutsche ich ins Alte Testament. Und an eben dieser Stelle verabschiede ich mich auch. Aug um Aug, Zahn um Zahn ist auch nicht die Art und Weise, wie ich solche Verbrechen “richtig” bestraft sehe.

    Wie auch immer, ich freue mich jedes Mal über Ihren Newsletter!
    Liebe Grüße

  • “Urteile niemals über einen Menschen, bevor du nicht tausend Meilen in seinen Mokassins gelaufen bist.”
    Sich über Menschen aufregen kann ich auch, aber die Dinge hinterfragen sollte immer dazugehören. Dampf muss auch mal abgelassen werden, Kritik sollte erlaubt sein, aber immer konstruktiv! Mir geht es natürlich besser, wenn ich andere Menschen schlecht darstelle. Denn ich will beweisen, dass ICH niemals so bin ;-) Dass ICH es besser kann und weiß. Aber fair ist was anderes!!
    Viele Grüße!

  • Ich verfolge diesen Newsletter schon ca. 1,5 Jahr lang und konnte für mich eigentlich jeden Sonntag etwas aus den Artikeln mitnehmen. Weiterhin arbeite ich als psychologische Psychotherapeutin und habe immer wieder auch Patienten die Artikel empfohlen und teilweise mit ihnen durchgearbeitet. Nur heute bin ich recht unzufrieden.

    Vieles, das Sie geschrieben, stimmt meiner Meinung nach auf jeden Fall. Es ist wichtig, Mitgefühl für andere zu entwickeln. Ich glaube auch, dass es, wenn man völlig grundlos andere abwertet oder übermäßig ärgerlich etc. reagiert, ein Zeichen dafür ist, dass man aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ich finde es, wie Sie auch, wichtig, nach Stärken von anderen Menschen zu schauen.

    Andererseits schätze ich, dass mind. 90 % der Leser dieser Seite Menschen sind, die eher zu viel an sich selbst zweifeln, als zu wenig. Deshalb habe ich mich auch sehr an dem Satz “Niemand von uns ist perfekt – die anderen nicht – und ich noch weniger” gestört. Geht es nicht eigentlich darum, sich so gut zu finden, wie man ist und nicht, sich immer wieder klar zu machen, dass man nicht perfekt ist und auch noch WENIGER perfekt als andere??

    Oder auch der Satz “Es ist ein beliebtes Spiel unter uns, mit dem Finger auf die Schwächen anderer Menschen zu zeigen” – das ist absolut nicht meine Erfahrung; eher werten sich die meisten im Vergleich zu anderen ab und zeigen auf ihre eigenen Schwächen.

    Ich glaube, dass es für die Psychohygiene komplett ungesund und fast schon gefährlich ist, zwanghaft zu versuchen, andere Menschen nicht auch mal “abzuwerten” oder sich über sie auszulassen oder zu lästern. Natürlich sollte es sich in einem gewissen Rahmen bewegen, ich spreche hier nicht von öffentlicher Beleidigung, Mobbing oder anderen Geschichten.

    Es gibt doch auf der Welt einfach Menschen, die einem nicht gut tun, die einen immer wieder verletzen und bei denen man gut daran täte, den Mut zu fassen, sich von Ihnen ein Stück oder gänzlich zu distanzieren. Würde ich aber Ihre Empfehlung auf eine solche Situation anwenden, bin ich noch mehr verunsichert und traue meiner eigenen Intuition nicht; bleibe in der Situation und sage mir: “ich bin noch weniger perfekt als der und der, das ist so ein toller Mensch, weil er diese und diese Stärke hat.”

    Weiterhin bin ich der Meinung, dass der Prozess des Bewertens und des Beurteilens in jeder sozialen Situation stattfindet und das dies an sich nichts Negatives bedeutet. Es ist quasi unmöglich, nicht zu bewerten.
    Natürlich sollte man sich immer fragen: Werte ich den Menschen gerade ab, weil ich neidisch bin? Weil ich gestresst bin? Weil ich unzufrieden bin?

    Aber SELBST WENN man mal über jemand lästert oder sich aufregt oder sonst irgendetwas, sollte man sich meiner Meinung nach nicht dafür moralisch “kasteien”…. dafür sind wir ja Menschen – und in der Tat nicht perfekt. Aber NICHT WENIGER als andere!

    • Ghabhinanda

      Sehr gute neue Perspsektive. Ich fand den Artikel an sich sehr gut , denn er beschreibt ja lediglich die Haltung sozusagen die Grundhaltung. Zu dieser Haltung kommt man aber nicht über den Kopf, sondern duch Erfahrung. Dazu gehört auch, dass ich mich selber so annehme wie ich bin und mir auch zugestehen darf, bspw wütend zu sein, auch auf einen anderen Menschen. Der Schritt danach wäre, zu hinterfragen,, was diese Wut mit mir zu tun hat.
      Aber ihr halt auch eine Berechtigung zu geben. Zu sagen, es ist OK. Selbstliebe – so: die Frage ist, was kommt zuerst. Die Haltung nicht zu bewerten oder die Selbstliebe…
      Sonst mutiert man doch zu pseudospirituellem Auftreten, was nicht authentisch ist, Im tiefen Mitgefühl ist ein Mensch erst in Momenten der Erleuchtung.

  • Also grundsätzlich mag das ja alles sein,
    aber ich finde es gibt auch gewisse Grenzen!
    Ich kann nicht immer nur schön Wetter machen oder nett und freundlich zu jemandem sein der mich mies behandelt,
    man sollte schon seinen Stolz nicht verlieren,
    oder “Ja und Amen Sager” werden.

    Ich kann nicht jeden leiden und mich kann nicht jeder leiden,
    dann aber einfach aus dem Weg gehen und keine Spielchen o.ä. treiben,
    aber auch das tun manche Leute gerne.

    Leben und leben lassen ist mein Motto,
    leider haben viele Menschen ein Problem damit !

  • Hallo Ralf
    Wow, was für ein gelungener Artikel !
    Hat mich total angesprochen. Der Satz “Wie ich andere Menschen behandle und wie ich mich selbst behandle, steht
    offensichtlich in einem direkten Zusammenhang”, hat mich
    zu intensivem nachdenken angeregt.
    Herzlichen Dank für diesen schönen Beitrag, denn das
    Beschriebene kann die Lebensfreude -und Balance enorm steigern.
    Viele Grüße

  • “Es ist offensichtlich ganz menschlich, über andere Menschen zu urteilen.”
    Hierzu wollte ich nur kurz anmerken, dass ich das für einen Irrtum halte. Sie schreiben ja auch selbst an anderer Stelle:
    “Es scheint in uns Menschen eingebaut zu sein, andere zu kritisieren, zu bewerten oder zu verurteilen.”
    Meiner Meinung nach ist urteilen nicht menschlich, sondern “göttlich”. Diese Haltung wurde uns tatsächlich eingebaut und man findet sie überall dort, wo es auch ein bestimmtes Gottesbild gibt. Welches das ist und wo man es findet, brauche ich vermutlich nicht zu erklären.
    Bei den Wahrnehmungsfiltern stimme ich Ihnen absolut zu.
    “Wir sehen andere Menschen oft tatsächlich nicht so, wie sie sind, wir sehen sie vielmehr so, wie WIR SELBST sind.” Das bezweifle ich, denn wir sehen uns eben auch nicht so, wie wir selbst sind, sondern wie wir selbst glauben zu sein. In anderen das Gute zu sehen ist nur ein anderer Wahrnehmungsfilter, aber die Krankheit ist nicht, negative Wahrnehmungsfilter zu haben sondern überhaupt welche, oder nicht?

  • Lieber Ralf, vielen Dank für diesen Artikel. Das ist auch ein Thema, dass mich momentan sehr beschäftigt. Ich finde es eigenartig, wie ich an manchen Tagen mehr “in meiner Mitte” bin und mit anderen nicht so hart ins Gericht gehe, an anderen Tagen kann ich aber ziemlich ungerecht sein und ziehe über andere her.

    Mir ist bewusst geworden, dass ich zu Zeiten, wo ich andere verurteile und auch ausgiebig über andere lästere, ich gerade selber nicht so glücklich mit mir oder meinem Leben bin. Gerade wenn ich Stress oder Kummer habe, fange ich an über andere herzuziehen. Mich macht das dann wiederum traurig, weil ich merke, dass ich mich nicht mehr auf Augenhöhe mit anderen befinde und zwischen mir und meinen Mitmenschen eine Mauer entsteht. Ich fühle mich dann sehr isoliert.
    Jemand sagte mir mal: Wenn Du mit dem Finger auf andere zeigst zeigen 3 Finger Deiner Hand auch auf Dich. Und ich merke, dass ich dann schnell Urteile über andere fälle, die ich oft gar nicht kenne.

    Ich glaube aber, dass es einfacher gelingt das abzustellen, wenn ich versuche in mich hineinzuhorchen, wenn ich mit anderen hart ins Gericht gehe. Rege ich mich z.B. maßlos darüber auf, wenn mir jemand im Strassenverkehr die Vorfahrt nimmt und wünsche demjenigen alles mögliche an den Hals, dann kann ich nicht ganz in meiner Mitte sein. Es hilft mir dann einige Fragen zu stellen:

    Was läuft gerade schief in meinem Leben?
    Was bereitet mir gerade Kummer und Sorgen?
    Bekomme ich genug Schlaf/achte ich auf regelmäßige Mahlzeiten?
    Wenn ich eine stressige Zeit erlebe: Habe ich einen Ausgleich? Wie sieht dieser aus?
    Was könnte ich mir heute Gutes tun? Was würde mir jetzt Freude bereiten?

    Wenn ich merke, dass manches aus dem Ruder läuft, kann ich versuchen gegenzusteuern, indem ich dann besonders liebevoll mit mir selbst umgehe. Ich habe gemerkt, dass ich dann auch besser mit meinen Mitmenschen umgehe und anderen mehr Mitgefühl entgegenbringe.

    Nicht zuletzt merke ich auch, dass ich mit Menschen, die mit mir gut umgehen, auch weniger oder gar nicht das Bedürfnis habe zu lästern. Wenn man mit Menschen zusammen ist, die in ihrer Mitte sind, findet man so viele schöne Themen über die man reden kann, als nur über andere herzuziehen.

  • Hallo zusammen,

    schöne Sätze die mehr zum, teilweise aufregen, wie zum
    nach denken, sich lesen lassen.

    So wie Du, Ralf, darauf eingehst, hast Du es schon sehr häufig in früheren Beiträgen beschrieben.

    Es ist sicherlich erstrebenswert, andere Menschen so zu lieben oder zu nehmen, wie man sich selbst liebt oder aktzeptiert. Nur was ist denn wenn man sich selbst nicht leiden kann, oder gar sich hasst?

    Mal eine gute Frage.

    Wenn es mir mal nicht so gut geht, aus was für Gründen auch immer, wo finde ich dann den Schalter, der alles wieder gut werden lässt?

    Wie verhalte ich mich wenn ich mal, nach meiner Meinung,falsch kritisiert worden bin?

    Wie entgegne ich jemanden der mich zu unrecht, für was auch immer, beschuldigt hat?

    Wie kann ich mit einer seelisch Verletzung, durch meinen Partner, umgehen, die mich in eine Grube stürzen lässt,ohne zurück zu verletzen?

    Kann man dann wirklich so denken oder mit empfinden ohne schlechte Gedanken an sein Gegenüber zu haben?

    Meiner Meinung nach, nein. Denke mal, das man sich noch so anstrengen kann wie man will, wenn man verletzt oder richtig sauer ist, klappt das nicht so wirklich.

    Hier glaube ich eher daran, wenn es einem gut geht, klappt das bestimmt sehr gut, nur wenn ich sauer bin……?

    In diesem Sinne aus dem gut gelaunten Köln…..Ulli

    • R. W.

      In einem kurzen Beitrag alles gesagt, vielen Dank!

    • Bianka Günther

      Hallo Ulli, vielleicht kann ich Dir mit dieser Buchempfehlung ein wenig helfen: Mit dem herzen hört man besser (eine Einladung zur gewaltfreien Kommunikation) von Klaus-Dieter Genz. Lass Dich nicht vom Titel irritieren. Einfach aufschlagen und lesen und Du wirst sehen, dass deine probleme auch mit Deinen eigenen Bedürfnissen zusammen hängen. Bianka

  • ganz, ganz toller artikel !
    besten dank,b.b.

  • Ich werde mir diesen Beitrag mal wieder gaaaaaanz tief reinziehen. Wie schön ist es doch, mit anderen mitzulästern nur um anerkannt zu werden. Allerdings ist es auf Dauer sicher sinnvoller einen anderen Weg zu beschreiten. Wie oft schluckt man seine Meinung herunter, obwohl es im endeffekt sinnvoller wäre anders zu handeln. Dazu gehört jede Menge Mut.
    Doch das Resultg liegt auf der Hand: Der bequemere Weg ist nicht immer der bessere.
    In diesem Sinne wünsche ich allen und mir ein wunderbares Osterfest und die Auflösung aller Bewertung und (Ver)urteilung. Und einen liebevollen Blick auf den Nächsten und somit sich selbst. ;)

  • “Trainieren Sie Ihr Mitgefühl und Ihr Verständnis mit anderen Menschen.” Eine m. E.schöne Übersetzung der Bibel ins berufliche Umfeld. “Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst”. Stimmt. Aber einfach isses nicht. Danke für die Erinnerung.

  • Hört sich eher an wie eine Sonntagspredigt in der Kirche. A.G.

    • Jonas Weiß

      Und was wäre schlimm dran?
      Immerhin ist das Thema “Liebe” eines der Kernthemen des Christentums. Wenn ich Herrn Specht richtig verstanden habe, meint er auch nicht bedingunsglose Selbstliebe, sondern die Resonanz mit der bedingungslosen Liebe außerhalb meiner Person. Dann wäre das schon eine predigt. Aber nicht die schlechteste.

  • Unvoreingenommen sein in Bezug auf unsere Mitmenschen ist keine leichte Aufgabe. Sie beschreiben in Ihrem Artikel sehr schön, wie schnell wir ins Fahrwasser von Beurteilen und/oder “mit den Wölfen heulen” geraten. Ich glaube, dass wir alle der Fähigkeit, vorurteilslos unvoreingenommen auf andere zuzugehen, in jungen Jahren regelrecht beraubt wurden. Sicher ein ganz normaler Prozess? Oder vielleicht eine Strömung unserer heutigen Gesellschaft? Alles wird ja irgendwie bewertet, beurteilt, verurteilt… Jedenfalls arbeite ich seit Jahren daran, mir die Unvoreingenommenheit zurückzuerobern – mit Erfolg. Das Schöne daran ist, dass sich der Blick auf andere wieder enorm weitet und das Nette, Liebenswerte und Sympathische AUCH gesehen wird.

    Herzliche Grüße
    Angelika Fleckenstein

  • Lieber Ralf!

    Ersetze Mitgefühl durch bedingungslose Liebe. Dann kann ich Dir weitgehend zustimmen.

    Bedingungslose Liebe zunächst zu MIR SELBST!!!

    Wenn ich mich SELBST LIEBE, erst dann kann ich auch alles andere lieben. Wenn ich mit der bedingungslosen Liebe in Resonanz bin, sind viele Eigenschaften ausgeschlossen:

    Angst
    Ärger
    Wut
    Neid
    Vorurteile
    und
    so weiter
    und
    so
    fort!

    Ich wünsche ALLEN einen gesegneten Sonntag!

    Volker Specht

    • Gabriele fraisl

      Lieber Volker,
      ich muss hier ein wenig dagegensetzen, denn ich bin der Meinung, BEDINGUNGSLOSE Selbstliebe kann es nicht geben. Wir sind Menschen und daher nicht 100% perfekt. Somit wird es immer Punkte geben, wo wir mit uns selbst und auch mit anderen unzufrieden sind. Und zu dem würde es doch Stillstand bedeuten, wenn alles und jeder perfekt wäre. Was wäre dann noch ein Antrieb für Veränderungen oder Fortkommen im Leben?
      Jeder liebt sich selbst und die anderen, alles wäre somit im Einklang. Woran können wir dann noch arbeiten, welche Ziele wären dann noch erstrebenswert?
      Ich bin gerne Mensch. Ständiges Vorwärtskommen, Ziele erreichen und auch Fehler zu haben und diese zur richtigen Zeit zu überdenken, das bedeutet doch auch Spaß am Leben haben. Ich möchte nicht perfekt sein. Denn dann würde ich mich selbst absolut verlieren. Ich bin so geworden, weil ich so bin wie ich bin, mit all meinen Fehlern und Eigenschaften, von denen ich manche liebe und manche nicht so gerne mag. Das macht mich aus – ich bin Mensch und ich liebe es, wenn es in meiner Umgebung ebenfalls “menschelt”.
      In diesem Sinne ein abwechslungsreiches Leben mit Zielen, die es sinnvoll machen sie auch zu erreichen.
      Gabriele Fraisl

  • Hallo, ich finde den Beitrag sehr gut.

    Ich mache oft folgende Erfahrung:

    An manchen Tagen habe ich das Gefühl, dass alle (Passanten, Verkäufer,…) unfreundlich zu mir sind und über mich lästern. Wiederrum an anderen Tagen, spüre ich dass mir zugelächelt wird oder jemand besonders freundlich zu mir ist. Wenn ich dann genauer über diese Situationen nachdenke, merke ich dass ich mich selbst nicht leiden mochte wenn andere unfreundlich waren. Waren alle anderen freundlich, dann war auch ich fröhlich und zufrieden mit mir selbst.

    Es passt zwar nicht ganz zum Thema, aber es geht jeweils darum dass die eigene Einstellung darüber entscheidet wie wir die Umwelt wahrnehmen.

    Victor E. Frankl nennt das die geistige Dimension, in welcher der Mensch die volle Entscheidungsfreiheit hat wie er auf seine körperlichen und psychischen “Anlagen” und auf seine Umwelt reagiert…

    Alles Liebe & einen schönen Sonntag

  • ad) „Niemand von uns ist perfekt – die anderen nicht – und ich noch weniger.”

    Ich halte es da mehr mit Dr. Frank Kinslow: “Ihre Welt und die ganze Schöpfung sind vollkommen, so, wie sie sind.”

  • Ich habe schon selbst an mir beobachtet, dass ich nur an anderen Menschen rummäkel, wenn es mir selber nicht gut geht. An manchen Tagen finde ich an jedem Menschen etwas, dass mir nicht passt. Das führt nach einer bestimmten Zeit dazu, dass ich Angst bekomme. Mir hat der Beitrag geholfen, zu bestätigen, was ich schon vorher vemutet habe und nun kann ich weiter an mir arbeiten.

  • Interessanter und schön zu lesender Text, den Sie da verfasst haben! Tut gut.
    Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag.

  • Andere beurteilen kann ja manchmal auch sehr befreiend sein… ;-) Ich sag nur: Psychohygiene. Allerdings sollte man sich auch bewusst machen, weshalb man das Bedürfnis hat, andere zu kritisieren – und genau so, wie Gabi sagt, manche Gefühle und Gewohnheiten auch einfach rechtzeitig loslassen. Denn wird das Nörgeln zur Grundeinstellung, macht man sich hundertprozentig keine Freunde mehr.

  • all diese Dinge sollten schon zum Lehrstoff der Schulen gehören, denn leider vermitteln es eben die Eltern nicht all zu oft,da sie ja in eben diesem Dilemmer stecken, nur den erhobenen Zeigefinger ….oder oder…Danke– ich lese und lerne immer wieder gerne dazu;) wEITER SO

  • Ja genau diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Mittlerweile wird es mir gleich bewußt, wenn ich über andere urteile und ich überlege mir, welchen Teil meiner selbst dies spiegelt und ob ich diesen Teil noch benötige oder loslassen kann.
    Das ist eine gute Übung und man wird dabei tatsächlich liebevoller im Umgang mit sich selbst und natürlich auch mit seinen Mitmenschen!

    • dieter v.tobien

      hallo ralf,

      wieder ein toller beitrag zum richtigen, erfolgreichen behandeln unserer mitmenschen.
      wenn das gelingt, ist ein wesentlicher grundstein des eigenen, persönlichen erfolgs gelegt.

      um andere anständig zu behandeln, muss ich mich erstmal selbst anständig behandeln,ich muss ein persönliches positives selbstbild von mir für mich schaffen.

      als bereits mehrfach erwähntes trainingsinstrument habe schon oft auf das führen eines persönlichen erfolgstagebuchs verwiesen.

      durch das regelmäßige, tägliche notieren meiner persönlichen, auch kleinsten erfolge, meiner pos.eigenschaften, meiner erlebten freuden usw….., verändert sich meine sicht auf mich im pos.sinn, das selbstvertrauen steigt.

      jetzt ist die voraussetzung da, dass ich mich auch bei anderen menschen auf deren pos. eigenschaften , auf deren erfolge usw. konzentrieren kann, und ihnen das auch mitteile, was ich wieder bei ihnen pos. entdeckt habe, warum ich mich über sie gefreut habe , usw., usw.

      dadurch wird das zusammenleben mit anderen und die kommunikation entscheidend verbessert, das leben wird leichter, die persönlichen erfolge nehmen zu.

      probiert doch einfach mal das führen eines persönlichen erfolgstagebuchs aus.

      herzlichen gruss,
      dieter.

 

Ralf Senftleben

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Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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