5 Tipps für das lösungsorientierte Denken und Handeln

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Es gibt verschiedene Arten, mit Problemen umzugehen:

  1. Manch einer verschließt die Augen und ignoriert Probleme einfach.
  2. Ein anderer jammert und beklagt sich, glaubt aber nicht, irgendetwas ändern zu können.
  3. Wieder andere nehmen die Sache in die Hand und versuchen das Problem zu lösen.

Dass es Personen, die zu der dritten Kategorie gehören, deutlich leichter haben, mit Problemen klarzukommen, dürfte auf der Hand liegen. Erfreulicherweise ist die Zugehörigkeit zu diesen Gruppen nichts, was unveränderlich ist. Wenn Sie also bisher eher zu der ersten oder zweiten Gruppe gehören, können Sie das ändern! Im Folgenden finden Sie hilfreiche Einstellungen und ganz konkrete Handlungsansätze für den konstruktiven und lösungsorientierten Umgang mit Schwierigkeiten aller Art.

Tipp 1: Nicht fragen “Ob…”, sondern “Wie?” und “Was?”

Viele Menschen, die vor einer Herausforderung stehen, fragen sich:

  • Ob ich das wohl schaffen kann?
  • Ob das überhaupt zu schaffen ist?
  • Ob da nicht ganz viel schief gehen kann, wenn ich das versuche?

Diese Gedanken sind verständlich. Je größer eine Aufgabe und je bedrohlicher ein Problem ist, desto stärker werden auch unsere Zweifel. Wir sind uns nicht sicher, ausreichende Fähigkeiten oder Stärken zu haben.

Sich Gedanken über die Grenzen der eigenen Möglichkeiten zu machen, ist grundsätzlich nicht schlecht. Nur als Start für die Bewältigung sind sie eher hemmend. Sie lassen nämlich eine Aufgabe oder ein Problem oft viel größer werden, als es eigentlich ist.

Probieren Sie es mal mit einer anderen Herangehensweise. Mit einer, die Ihnen nicht das Gefühl gibt, vor einer schier unüberwindlichen Mauer zu stehen, sondern die Türen für die verschiedensten Lösungsmöglichkeiten öffnet. Versuchen Sie es einmal mit Fragen wie:

  • Wie könnte das zu schaffen sein?
  • Was würde es möglich machen, das Problem zu lösen?
  • Was brauche ich ganz konkret, um das Problem zu lösen?
  • Wer oder was könnte mir dabei helfen?
  • Was könnte der erste Schritt sein, diese Schwierigkeit zu überwinden?

Fragen dieser Art beschönigen nicht die Tatsache, dass es unter Umständen schwierig werden könnte. Mit diesen Fragen bewegen wir uns aber dennoch direkt in den Raum der möglichen Lösungen und wenn wir mehr über Lösungen als über Grenzen nachdenken, gibt uns das Kraft und wir fühlen uns aktiv haben das Gefühl, unser Leben gestalten zu können.

Wenn Sie konsequent Ihre “Ob wohl …”-Gedanken durch “Wie?”- und “Was?”-Gedanken ersetzen, haben Sie eine gute Ausgangsbasis dafür, Probleme tatkräftig anzugehen.

Es vielleicht endlich angehen. Es ist vielleicht Zeit. Das Richtige zu tun. In kleinen Schritten ist es am einfachsten. Ernährung. Gewicht. Gesundheit. Produktivität. Bewegung. Beweglichkeit. Was es auch ist: Du kannst die Sache in die Hand nehmen und es in unserem Training in kleinen Schritten schmerzfrei angehen. Dein Erfolgserlebnis. (Start: Montag 22.10. – letzte Anmeldemöglichkeit: Mittwoch 24.10.)

Tipp 2: Der Weg ist das Ziel – lernen Sie Ihr Problem zu lieben

Wenn wir ein Problem haben, dann wollen wir es am liebsten von heute auf morgen einfach weghaben und vergessen können. Wir sehen es als lästig an und wünschten, wir könnten es wie unserem Müll einfach entsorgen. Dabei vergessen wir eines: Jedes Problem birgt unendlich viele Möglichkeiten für uns, als Mensch zu wachsen und dazuzulernen.

Dem entsprechend ist ein sehr nützlicher Ansatz für die Lösung von Problemen, Herausforderungen jeder Art als Lernaufgabe wertzuschätzen und auch den Lösungsweg selbst lieben zu lernen. Das ist viel weniger theoretisch, als es vielleicht klingt – denn tatsächlich macht genau das fast jeder Mensch in bestimmten Bereichen.

Wer z.B. eine Sportart oder ein Instrument erlernen will, steht zunächst vor einer großen Herausforderung. Menschen, die nun nur auf das – noch nicht erreichte – Ziel schauen, hadern mit sich und ihren Fähigkeiten. Sie sind unzufrieden damit, noch nicht so gut zu sein und vergeuden viel Energie mit Selbstkritik. Darüber vergeht ihnen schnell der Spaß an der Sache und sie geben auf.

Anders ist es bei denjenigen, die die Sache selbst lieben und für die, die Begeisterung für die Tätigkeit entwickeln. Sie können trotz Frustphasen den Lernprozess genießen und gewinnen so aus ihrer Freude die Kraft  zum Durchhalten.

Was für Lernprozesse gilt, gilt auch für das Problemlösen. Probleme zu lösen, ist nichts anderes, als dazuzulernen – Fähigkeiten, Erkenntnisse, Erfahrungen. Mathematiker z.B. genießen das Lösen schwieriger mathematischer Probleme – sie fühlen sich dadurch herausgefordert. Und wenn Sie vielleicht gerne Rätselraten, dann wenden Sie bereits diesen hilfreichen Grundsatz des lösungsorientierten Denkens ganz praktisch an.

Für anstehende Problemlösungen, bei denen Ihnen das noch nicht so leicht fällt, können Sie die folgenden Denkfragen nutzen:

  • Was könnte gut an diesem Problem sein – für mich und / oder für andere?
  • Was kann ich durch dieses Problem / dieser Herausforderung lernen?
  • Welche Erfahrungen kann ich machen, die ich ohne es hätte nicht machen können?
  • Inwieweit kann dieses Problem bzw. das Lösen desselben meinen Horizont und meine Fähigkeiten erweitern?

Tipp 3: Erfassen Sie das Problem in seiner ganzen Komplexität

“Ein Problem ist halb gelöst, wenn es klar formuliert ist.”
– John Dewey

So banal diese Aussage klingen mag, so wichtig ist sie. Die meisten Menschen neigen dazu, vorschnell davon überzeugt zu sein, ein Problem bereits erkannt und durchschaut zu haben. Auf diese Weise werden sehr häufig Lösungswege eingeschlagen, die vollkommen in die Irre führen, denn sie passen gar nicht zu der tatsächlichen Herausforderung.

Nehmen wir an, Sie haben einen Konflikt mit einer Arbeitskollegin. Sie fragen sich, was eigentlich das Problem ist und kommen zu der Annahme, dass Ihre Kollegin neidisch auf Sie ist, weil Sie mehr Geld für die gleiche Tätigkeit bekommen. Welche Maßnahmen Sie nun auch immer treffen – falls Neid in diesem Fall nicht das Problem ist, werden sie nicht zur Lösung des Konfliktes führen.

Ein Problem wirklich zu erfassen, ist eine in der Regel ziemlich schwierige Sache. Wir vergessen hier nämlich gerne, dass Probleme und Herausforderungen fast immer die Folge mehrerer Ursachen und Faktoren sind. Natürlich würde es die Sache deutlich leichter machen, wenn wir es mit eindeutigen Ursache-Wirkungen zu tun hätten. In der Realität haben wir es aber mit Systemen, also mit einem Geflecht von ganz verschiedenen Faktoren und ganz verschiedenen Wirkungen zu tun.

Behalten Sie bitte deswegen im Hinterkopf, dass die meisten Dinge sehr viel komplexer sind, als sie auf den ersten Blick aussehen. Das ist ein hilfreicher Gedanke, der uns davor bewahrt, uns zu schnell von der am naheliegendsten Lösung verlocken zu lassen.

Widerstehen Sie also der Annahme, Sie wüssten bereits, worum es geht und beginnen Sie bei der Problemlösung immer damit, noch einmal ganz an den Anfang zu gehen. Tun Sie so, als würden Sie noch nie etwas von dem Problem gehört oder gespürt haben. Im Zen spricht man vom “Anfängergeist“. Gemeint ist damit, dass man sich von seinem Vorwissen, von seinen Vorannahmen und Vorurteilen löst, um frischen Geistes an die Sache gehen zu können.

Tipp

Um ein Problem in all seinen Facetten zu analysieren, können Sie z.B. die Methode des  Mind Mappings nutzen.

Versuchen Sie dann das Problem neu zu analysieren:

  • So würde ich das Problem beschreiben:
  • Worum es daneben noch gehen könnte:
  • Und wenn noch intensiver nachdenke, worum es zusätzlich gehen könnte:
  • Wer und was alles an dem Problem beteiligt ist:
  • Was sonst noch Einfluss haben könnte:
  • Was bisher versucht wurde, um das Problem zu lösen und welchen Erfolg das hatte:

Tipp 4: Seien Sie offen für viele Möglichkeiten

Dieser Tipp hängt eng mit Tipp 3 zusammen. Wenn Sie sich für den Gedanken öffnen, dass Probleme komplexer sind, als sie auf den ersten Blick wirken, dann fällt es leichter, sich klarzumachen, dass in der Regel nicht eine einzige Lösung zum Ziel führt – und schon gar nicht die erstbeste, die einem einfällt.

Es vielleicht endlich angehen. Es ist vielleicht Zeit. Das Richtige zu tun. In kleinen Schritten ist es am einfachsten. Ernährung. Gewicht. Gesundheit. Produktivität. Bewegung. Beweglichkeit. Was es auch ist: Du kannst die Sache in die Hand nehmen und es in unserem Training in kleinen Schritten schmerzfrei angehen. Dein Erfolgserlebnis. (Start: Montag 22.10. – letzte Anmeldemöglichkeit: Mittwoch 24.10.)

Die Sehnsucht danach, möglichst schnell eine passende Lösung zu finden, ist verständlich. Sie führt aber genauso schnell dazu, sich auf einen einzigen Lösungsweg zu versteifen – und der kann ins Nichts führen oder das Problem sogar verstärken. Es ist schon vorgekommen, dass Menschen so fixiert auf ihren eingeschlagenen Lösungsweg waren, dass sie nicht einmal gemerkt haben, dass sich das Problem in der Zwischenzeit erledigt hatte…

Es ist deshalb ratsam, über möglichst viele Lösungsansätze nachzudenken. Das klingt zunächst nach Mehrarbeit, hat aber folgende Vorteile:

  • Sie durchdenken ein Problem weitaus intensiver, wenn Sie sich über mehrere Lösungen Gedanken machen.
  • Sie verrennen sich nicht so schnell in eine Richtung, sondern bleiben gedanklich flexibel.
  • Sie haben auch praktisch verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, müssen also nicht verzweifelt sein, wenn ein Weg nicht zum Erfolg geführt hat.

Blockieren Sie sich also nie für andere Lösungswege. Nutzen Sie Kreativmethoden, wie z.B. das Brainstorming, um möglichst viele Ideen zu finden. Notieren Sie alle Ideen, auch die, die verrückt klingen – wer weiß, ob nicht gerade in Ihnen die ersehnte Lösung liegt!

Tipp 5: Mut zum Querdenken

Dieser Tipp steckt schon fast in Tipp 4 drin, ist aber so wichtig, dass er extra genannt werden muss: Üben Sie sich im Querdenken.

Querdenken heißt auf Ideen zu kommen, auf die man üblicherweise nicht kommt. Querdenken heißt um die Ecke zu denken. Den Mut zu haben, auch verrückte und scheinbar abwegige Ideen zu entwickeln.

Querdenken ist nicht von heute auf morgen zu lernen, aber es gibt eine Reihe von Hilfsmitteln, mit denen Sie starten können, wie z.B.:

  • Fragen Sie Personen, die überhaupt keine Ahnung von dem Problem haben nach ihren Ideen. Unbedarfte haben oft geniale Einfälle, auf die wir durch unser Vorwissen nicht kommen, weil wir in unseren Gedanken festgefahren sind.
  • Drehen Sie Ihr Problem einfach einmal um. Fragen Sie also statt “Was kann ich tun, damit meine Beziehung besser wird?” – “Was kann ich tun, damit meine Beziehung schlechter wird?” und am Ende drehen Sie dann die Ideen, die Sie gesammelt haben, erneut um. Das klingt verrückt, aber genau auf diese Weise kommen wir oft auf Ideen, die wir bei der ersten Frage nicht gefunden hätten.
  • Nutzen Sie die Macht der Assoziationen. Formulieren Sie Ihr Problem. Schlagen Sie ein Wörterbuch oder ein Lexikon an einer beliebigen Stelle auf und wählen Sie zufällig einen Begriff. Egal, wie wenig der Begriff etwas mit Ihrem Problem zu tun haben scheint, sammeln Sie nun schriftlich alles, was Ihnen zu diesem Begriff im Zusammenhang mit Ihrem Problem einfällt. Probieren Sie es einmal aus – die Wirkung dieser Methode kann wirklich verblüffend sein!

Bitte beachten Sie: es bedarf ein bisschen Übung, auf wirklich neue Gedanken zu kommen. Erwarten Sie hier nicht gleich zu viel von sich, sondern erforschen Sie offen und neugierig diese Art des Denkens.

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Ralf Senftleben

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Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

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