Wenn Sie den Ärger nicht mehr loslassen können …

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Sie sind spät dran. Mal wieder war es stressig auf der Arbeit. Mal wieder sind Sie die letzte unter Ihren Kollegen, die noch hier sitzt und arbeitet. Jetzt endlich nach Hause, endlich Feierabend. Ein Abend, auf den Sie sich schon lange freuen. Denn der kleine Max schläft heute mal bei Oma.

Endlich ein Abend zu zweit. Vielleicht ins Kino? Oder doch lieber gemütlich bei Kerzenschein ein leckeres Essen genießen und danach ein bisschen auf dem Sofa kuscheln?

Aber es kommt etwas dazwischen. Es könnte in dieser Geschichte Ihr Chef sein, der Sie noch mit einer ganz dringenden (aber in Ihren Augen am besten noch komplett unwichtigen) Aufgabe belästigt. Quartalszahlen. Ja, es muss sein, ja, bis morgen …

Es könnte auch der Stau auf der Straße sein. Oder die patzige Nachbarin, die sich mal wieder beschwert, dass Sie den Hausflur nicht gründlich genug geputzt haben. Oder meinetwegen auch Ihr Partner, der seinen frühen Feierabend dazu genutzt hat, die Wohnung zu verwüsten, und jetzt genüsslich auf dem Sofa liegt und Sie mit einem „Mensch, wo bleibst du denn, ich bin schon kurz vorm Verhungern“ auf die Palme treibt.

Es geht in dieser Geschichte um die eine Laus, die Ihnen über die Leber läuft. Welche auch immer das ist. Ich bin mir sicher, dass Sie nicht allzu viel Fantasie brauchen, um etwas zu finden, was Sie so richtig wütend machen könnte. Was Sie so richtig aufregt. Und Ihnen so richtig den schönen Abend verderben könnte.

Weil diese Laus Sie verfolgt. Und Sie sich einfach nicht erholen können von diesem Ärger. Weil Ihre Stimmung im Eimer ist. Weil Sie an nichts anderes mehr denken können – oder wollen. Und es für Sie an diesem Abend auch kein anderes Thema mehr gibt als den ollen Chef, der seinen Mist doch bloß alleine machen soll. Oder die spießige Kuh von nebenan, die nichts als meckern kann. Oder dass Ihr Partner ja nie nur irgendetwas im Haushalt macht, sich um nichts kümmert und Sie sich wie seine Mutter fühlen und überhaupt …

Aus der Traum vom schönen Abend.

Oder nicht?

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Ja, vielleicht schon. Vielleicht kommen Sie wohlbehalten zu Hause an, knallen Ihre Tasche in die Ecke und lassen Ihrem Ärger freien Lauf. Wenn Ihr Partner nicht der Auslöser Ihrer Wut ist, dann kann er jetzt doch zumindest der Mülleimer für Ihre Wut werden. Hier können Sie Dampf ablassen und mal so richtig schön herumfluchen.

Und da ist viel Dampf, den Sie ablassen. Mittlerweile ist die ganze Wohnung voll davon. Irgendwie ist Ihr Blickfeld benebelt. Und Sie sehen nur noch Dampf. Nichts anderes mehr zu entdecken als Ihren Ärger. Ja, der Abend ist im Eimer. Schlechte Stimmung. Nur dieses leidige Thema … und als das komplette Adrenalin endlich raus ist, passiert, was passieren musste: Sie fühlen sich ausgelaugt und erschöpft. Und vielleicht auch ein kleines bisschen besser. Aber der Abend ist gelaufen. Zeit, auf dem Sofa einzuschlafen.

Wo Ärger ist, da ist keine Freude 

Jaaa … ich gebe es zu. Diese Geschichte ist etwas überspitzt.

Aber sie veranschaulicht ganz einfach, was ich – und sicherlich auch ganz viele von Ihnen – kenne: dass wir manchmal echt große Schwierigkeiten haben, unsere Gefühle loszulassen. Ein bisschen Abstand dazu zu bekommen. Den Ärger auch wieder ziehen zu lassen. Und uns nicht von ihm einnebeln zu lassen. Um uns nicht Stunden oder ganze Tage damit zu versauen.

Aber ich erzähle Ihnen diese Geschichte natürlich nicht nur, um zu veranschaulichen, wie wir Menschen so ticken. Eigentlich wollte ich Ihnen vor allem von einer ganz kleinen Frage erzählen, die ich mir seit einiger Zeit in solchen Situationen stelle. Und die mir immer wieder hilft, dann wieder runterzukommen.

Für das obige Beispiel würde diese Frage lauten: „Was würde ich jetzt tun, wenn ich mich nicht über meinen Chef aufregen würde?“

Also ganz allgemein formuliert: „Was würde ich jetzt tun, wenn ich das nicht denken würde?“

Oder, noch offener formuliert: „Was wäre, wenn ich das jetzt nicht denken würde?“ 

Diese eine Frage schafft es immer wieder, dass ich meinen Ärger loslasse. Denn mit dieser Frage schaue ich nach vorne. Und erinnere mich daran, dass es wirklich viel bessere Alternativen gibt, statt sich zu ärgern. Und wenn ich mir diese eine Frage stelle, dann komme ich immer wieder zu dem gleichen Ergebnis: Ja, das überzeugt mich. Ich lasse jetzt den Ärger los und wähle stattdessen die Freude. Denn wenn ich meinen Ärger jetzt ziehen lasse, dann könnte ich jetzt in diesem Moment wirklich etwas viel, viel Tolleres mit meiner Zeit anstellen.

Na klar, Sie werden sich weiterhin ärgern. Und Sie dürfen auch weiterhin Dampf ablassen. Aber in dem Moment, in dem Sie so etwas denken wie „Mann ey, jetzt habe ich echt schlechte Laune. Das verhagelt mir echt den ganzen Tag/den Ausflug/die Beziehung/usw.“, in genau diesem Moment könnten Sie sich doch vielleicht nächstes Mal diese eine kleine Frage stellen.

„Was wäre jetzt, wenn ich mich nicht so ärgern würde?“

Und dann könnten Sie sich konsequent an den Traum vom schönen Abend erinnern.

Natürlich werden Sie auch dann zähneknirschend das Büro verlassen. Und über diese schlechte Planung und Ihren Berg an Aufgaben müssen Sie sich wirklich mal mit Ihrem Chef unterhalten. Aber nicht mehr heute. Jetzt ist endlich Feierabend. Vielleicht etwas später als geplant … aber gut, immer noch früh genug, um etwas draus zu machen.

Die olle Nachbarin von nebenan haben Sie schnell vergessen. Es gibt ja auch wirklich keine einfache Lösung, um einen schwierigen Menschen zu ändern.

Und nachdem Sie Ihrem Partner die Meinung gegeigt haben und er das Wohnzimmer wieder in den Normalzustand versetzt hat, beschließen Sie, dass es jetzt reicht mit dem Ärgern.

Denn dann könnten Sie jetzt mal alle Ihre Energie darauf verwenden, bei diesem wunderbaren kleinen Italiener in der Altstadt noch einen Tisch zu bekommen … und den Abend genau so verbringen, wie Sie es sich wünschen …

(Finde deinen Kompass - Wie du herausfindest, wo es für dich langgehen soll im Leben …)

Übrigens: Wenn Sie noch mehr ganz einfache Methoden kennenlernen möchten, mit denen Sie gelassener werden können oder sich insgesamt weniger stressen möchten, dann könnte unser Videokurs “Gelassenheit” vielleicht etwas für Sie sein … Mehr dazu

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Kommentare

  • Ich habe dazu in meiner Zeitschrift einen Spruch gelesen
    Wenn dir eine Laus über die Leber läuft, lade Marienkäfer dazu ein
    Viele Grüße von mir
    Stefanie

  • Hmm, kann eigentlich allem zustimmen, aber ich erlebe oft auch, dass aus Ärger und Wut in mir Aufmerksamkeitsfokus und Handlungsenergie entsteht, und ich dadurch etwas in Bewegung setze, was für mich, aber vielleicht auch andere wichtig sein kann. Und ich später zu mir sage, okay, im ersten Moment waren es negative Gefühle, aber das Ergebnis meines Handelns gibt mir auch wieder positive Gefühle und Probleme werden gelöst, die ich ohne Ärger vermutlich nie angegangen wäre.

  • Sehr guter Vorschlag, ich tappe immer wieder hinein wg. Kommentaren von Nachbarn im Haus oder Ort. Kostet viel Energie. Ich ziehe auch aus. Innerlich residenter dagegen sein ist wichtig und den Fokus auf meine Ziele ist wichtig. Etwas Sport und Bewegung tun dies automatisch.

  • Mir fällt zum Thema “Ärger” der Vergleich mit dem Igel ein: Ärger gleicht einem nach innen eingerolltem Igel, der sich mit seinen Stacheln selbst verletzt.

  • „Was wäre jetzt, wenn ich mich nicht so ärgern würde?“

    Hat mich jetzt ein wenig, an die Methode
    von Byron Katie, “The Work”, erinnert. :-)

  • Wenn ich mich sehr über etwas ärgere, dann überlege ich, welche Relevanz das, was mich so auf die Palme bringt in einem halben Jahr, einem Jahr oder in 5 Jahren auf mein Leben haben wird. Bisher immer keine. Damit relativiert sich vieles….
    Es ist bestimmt kein Allheilmittel für Ärger, aber eine Strategie, mit der ich gut klar komme.

  • Also den Ärger an der Partnerin auslassen wäre ja wohl das allerletzte. Wenn mich wirklich jemand ärgert, dann kläre ich das mit der entsprechenden Person. Wenn mich ein Ereignis ärgert, dann gehe ich dem Ereignis aus dem Weg. Wenn das nicht geht akzeptiere ich dieses. Die meisten Probleme lassen sich lösen. Im Augenblick habe ich ein ziemlich sorgenfreies Leben. Das liegt zum einen daran das ich Problemlösungsorientiert handle und zum andern habe ich mein Leben vereinfacht. Z.B. Linux statt Windoof , weniger konsumieren und die Produktpalette verkleinert, Kein Fernsehen, keine manipulierten Zeitungen. Ich suche Informationen gezielt aus dem Internet. Freie Presse, Youtube und Mediatheken sind meine Quellen. Der meiste Ärger den wir haben kommt von diesen unmenschlichen kapitalistischen System. Deshalb muss man Wege finden um dieses System auszutricksen bzw. zu bekämpfen. Das ist bestimmt nicht immer einfach, aber der einzige Weg.

  • Danke, der richtige Artikel just im richtigen Moment.
    Es tut gut… und weh zugleich… Immer mal wieder daran erinnert zu werden, dass wir uns den Stress und Unbill im Leben häufig selber machen… Und mit ein bisschen Übung auch selber wieder rauskommen.
    Danke

  • Wie heißt es so schön:

    Sich zu ärgern (ohne mit dem richtigen Adressaten zu kommunizieren) ist wie Gift schlucken, in der Hoffnung der Andere würde sterben.

    Bestimmt ein prima Idee, sich an eine Alternative zum Gift schlucken/speien zu erinnern, wenn niemand adressierbar ist…

    • Christian

      Passend dazu ein sinngemäßes Zitat nach Buddha:

      “An seinem Ärger festzuhalten ist genauso wie eine glühende Kohle in die Hand zu nehmen, um sie nach jemandem zu werfen; du bist derjenige, der sich verbrennt.”

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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