Wieso du besser nicht allen gefallen und es allen recht machen solltest

Ich steh zu mir
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Willst du anderen Menschen gefallen? Oder ist es dir vollkommen egal, was andere von dir denken?

Für die meisten von uns wird es irgendetwas dazwischen sein.

Denn grundsätzlich ist es ja schon nicht ganz unwichtig, was andere Menschen von uns denken. Besonders bei den Menschen, mit denen wir oft zu tun haben, wie unserer Familie, unseren Kollegen oder Nachbarn.

Kein Mensch ist eine Insel

Wir können nur durch Kooperation und Arbeitsteilung existieren. Oder versuch doch mal, deine eigenen Schuhe herzustellen oder deinen eigenen Wein anzubauen. Nebenbei ist das Leben gemeinsam auch einfach netter. Wir Menschen sind von Natur aus keine Einzelgänger, sondern auf das Miteinander und auf Gemeinschaft gepolt.

Vor 10.000 Jahren zum Beispiel hatte man keine Chance, alleine zu überleben. Da war man nur sicher, wenn man Teil eines Stamms war, mit dem man gemeinsam den Schwierigkeiten des Steinzeitlebens trotzen konnte. Da war es extrem wichtig, was die anderen von einem dachten, damit man nicht verstoßen wurde. Denn aus dem Stamm verstoßen zu werden, bedeutete den Tod.

Heute gelten natürlich andere Regeln als vor 10.000 Jahren. Wir Menschen sind unabhängiger voneinander geworden. Wir sterben nicht gleich, wenn uns jemand nicht leiden kann und doof findet. Trotzdem fühlt sich das für manch einen ein bisschen so an. Viele von uns erleben es als extrem bedrohlich und unangenehm, wenn sie das Gefühl haben, dass sie jemand doof findet, nicht mag oder ablehnt.

Und deswegen tun wir normalerweise einiges dafür, damit andere nicht schlecht von uns denken.

  • Wir sind freundlich.
  • Wir sind hilfsbereit.
  • Wir sind höflich und ertragen kleine Unbequemlichkeiten, um anderen einen Gefallen zu tun, oft auch ohne eine direkte Gegenleistung zu verlangen.
  • Und wir sind tolerant und schlucken auch mal eine Kröte.

Das ist auch alles grundsätzlich gut so. Denn durch dieses Verhalten funktioniert das Miteinander. Dieses Verhalten ist kein Problem, solange man es nicht übertreibt.

Tipp: Wie du lernst, dich selbst wichtig zu nehmen, Vertrauen in deine Fähigkeiten zu gewinnen und die Widrigkeiten des Lebens kraftvoll zu meistern … Wie geht das?

Freundlich sein ist gut, aber …

Problematisch wird das Ganze erst, wenn es zwanghaft wird, anderen gefallen zu wollen.

Wenn zum Beispiel jemand meine Werte mit Füßen tritt und ich die Klappe halte, nur damit der andere nicht schlecht von mir denkt.

Oder wenn ich mich nicht traue, mich zu zeigen, wie ich bin, aus Angst, abgelehnt zu werden.

Oder wenn ich meine Bedürfnisse immer hintenanstelle,

  • damit mich niemand für egoistisch hält,
  • nur damit ich gut dastehe,
  • damit niemand schlecht über mich denkt,
  • damit ich kein Missfallen errege oder
  • damit ich nicht streiten muss.

Ein bisschen darauf zu achten, was andere von mir denken, das ist gut. Aber wenn ich zu sehr versuche, anderen zu gefallen – oder nicht zu missfallen –, dann hat das eine ganze Reihe von unangenehmen Konsequenzen:

  • Ich werde dann abhängig und unfrei, das heißt, ich nehme dann nicht mehr meine eigenen Werte und Bedürfnisse als Richtschnur meines Handelns. Anstelle dessen tue ich nur noch Dinge, weil ich glaube, dass andere sie von mir erwarten.
  • Ich sage dann „Ja“, wenn ich eigentlich „Nein“ sagen sollte. Das heißt, ich missachte mich selbst und meine Wünsche. Dann bestimmen andere über mein Leben.
  • Ich sende mir selbst und der Welt wieder und wieder die Botschaft, dass andere Menschen mehr wert sind und mehr zählen, als ich selbst.

Wir versuchen oft, unsere Welt dadurch zu kontrollieren, indem wir anderen gefallen wollen. Aber in Wirklichkeit ist es umgekehrt. Wir werden von unseren Umständen und der Welt da draußen kontrolliert und gesteuert, wenn wir zu sehr versuchen, es den anderen recht zu machen. Wir machen uns damit selbst zum Sklaven unserer Angst vor Kritik, Missfallen und vor Konflikten.

Ein seltsames Paradox

Im Grunde wünschen wir uns doch alle (offen oder unbewusst) Liebe, Bewunderung und Respekt anderer Menschen. Wir wollen, dass andere zu uns sagen:

  • du bist o. k., wie du bist,
  • du bist ein liebenswerter und toller Mensch,
  • du hast es drauf,
  • du bist eine gute Mutter oder ein guter Vater.

Und hier beobachte ich häufig ein erstaunliches Paradox, das vielen Menschen so gar nicht bewusst ist.

Wer sind denn eigentlich die Menschen, die wir am meisten bewundern? Wer sind die Menschen, die den größten Respekt von allen bekommen?

Das sind doch eher die Menschen, die ihr eigenes Ding machen. Das sind die Menschen, die kein Blatt vor den Mund nehmen und klar sagen, was Sache ist. Das sind die Menschen, die für das einstehen, was ihnen wichtig ist, auch auf das Risiko hin, dass andere sie mal doof finden.

Die Menschen, die dagegen immer allen gefallen wollen, die übersieht man oft. Oder man hält sie für Ja-Sager oder Schleimer. Oft sind es auch die Menschen, die am ehesten ausgenutzt werden oder die man als Erstes übergeht.

Das ist für mich das Paradox: Jemand versucht, es allen recht zu machen, um Respekt und Liebe zu bekommen. Und er erreicht damit eher das Gegenteil. Er wird respektlos behandelt.

Und jemand, der sein eigenes Ding macht und dem es nicht ganz so wichtig ist, was andere denken, der bekommt oft die Anerkennung, die Liebe und den Respekt seiner Umgebung.

Das ist ja irgendwie auch so ein Lebensprinzip: Wenn du etwas zu sehr willst, dann gleitet es dir aus den Händen. Und wenn du etwas, was du willst, auch loslassen kannst, kommt es von alleine zu dir.

Wenn du dir also Respekt und Liebe wünscht, dann hör vielleicht besser auf, direkt danach zu streben. Denn Qualitäten wie Respekt und Liebe bekommt man eher über Umwege. Man bekommt Respekt und Liebe aber nicht dadurch, dass man anderen zu sehr gefallen will.

Es geht gar nicht, es allen recht zu machen

Dazu kommt noch etwas anderes: Ich kann mich noch so anstrengen, es wird immer jemanden geben, der mich doof findet. Vielleicht weil ich so rede, wie sein Vater, der ihn immer geschlagen hat. Oder weil ich ihn an den Typen aus seiner Klasse erinnere, der ihn immer gehänselt hat. Oder weil ich etwas tue, was derjenige sich nicht zu tun erlaubt, und deswegen bin ich dann ein rotes Tuch für denjenigen.

Jeder von uns hat ein sogenanntes psychologisches Gegenüber, also jemanden, der in seinen Charakterzügen gegensätzlich zu ihm ist. Und an diesem Menschen werde ich mich immer reiben, einfach dadurch, dass ich bin, wie ich bin, und er ist, wie er ist.

Wir Menschen sind auch immer eine Projektionsfläche für andere Menschen, d. h., andere Menschen sehen in uns Dinge, die gar nichts mit uns zu tun haben. Und das können wir gar nicht steuern.

Worauf ich hinauswill: Egal wie sehr du dich anstrengst, es wird immer Menschen geben, denen du nicht gefällst und die dich nicht mögen. Dagegen kannst du nichts machen. Da kannst du noch so gefällig sein und alle deine Ecken und Kanten abschleifen.

Irgendjemand wird dich immer doof finden.

Deswegen wird der Versuch, allen anderen zu gefallen, immer scheitern.

Der Versuch ist nicht realistisch, sondern unsinnig.

Was kann man tun?

Wenn du auch manchmal das Gefühl hast, dass du dir selbst im Weg stehst, weil du zu sehr gefallen willst, dann versuch doch mal Folgendes:

1. Fang an, genauer hinzuschauen. Richte deinen Fokus einmal auf Situationen, in denen du dich anders verhältst, als du es eigentlich willst, weil du anderen gefallen oder nicht missfallen willst. Beobachte dich dabei, aber ohne dich selbst dabei zu verurteilen oder zu bewerten. Schau neugierig und verständnisvoll auf dich selbst und versuch zu verstehen, wie du tickst.

Vielleicht führst du sogar ein Tagebuch und notierst Zeiten und Situationen, in denen du anderen zu sehr gefallen willst. Oft ändern sich ungünstige Verhaltensweisen schon dadurch, dass man sich wertfrei und neugierig beobachtet.

2. Wenn wir anderen zu sehr gefallen wollen, dann hängt das oft mit Unklarheit zusammen. Mit Unklarheit darüber,

  • was dir wichtig ist,
  • was deine Bedürfnisse sind
  • und wohin du im Leben willst.

Wenn man nicht weiß, wohin man will, dann richtet man sich oft automatisch danach aus, was andere wollen. Um das zu ändern, könntest du dich damit beschäftigen, was du gerne willst. Und wenn du das weißt und klar vor Augen hast, dann kannst du öfter dein eigenes Ding machen.

3. Mach dir klar, dass die Welt nicht untergeht, wenn dich jemand nicht mag oder nicht leiden kann.

Viele Menschen leben wunderbar damit, wenn andere sie nicht leiden können. Und das sind nicht alles fiese, stumpfe und böse Menschen. Das sind oft einfach Menschen, die gelernt haben, dass sie es nicht allen recht machen können, und die deswegen eine gesunde Gelassenheit entwickelt haben.

Jemand findet dich vielleicht doof?

Dann lerne, damit zu leben.

Lerne, diese negativen Gefühle auszuhalten. Und beobachte, was es für reale, messbare Konsequenzen in deinem Leben hat, wenn dich jemand nicht mag. Und du wirst erstaunt sein, wie wenig tatsächliche Konsequenzen es oft gibt.

Es ist ein unsinniges, undankbares, schmerzhaftes und vor allem unerreichbares Ziel, allen Menschen gefallen zu wollen. Wer das begriffen hat, lebt einfacher und entspannter.

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Kommentare

  • Das ist momentan genau mein Thema…..vielen Dank!
    Grundsätzlich weiß ich vieles Gesagte schon, aber wie immer im Leben klafft da zwischen Theorie und Praxis ein großes Loch! Es ist wichtig, bewusst solche Situationen wahrzunehmen u dann seine eigenen u vielleicht neuen u veränderten Handlungsweisen daraus abzuleiten und sich im Kleinen auszuprobieren. Das bricht dann erstmal das Eis und zeigt, dass Veränderungen möglich und sogar erforderlich sind! Ich freue mich auf diese-meine neuen Herausforderungen, um es vor allem mir recht zu machen!
    Macht weiter so u Danke für die vielen schönen Anregungen

  • Das ist mir jetzt zu vereinfacht dargestellt. Spontan fielen mir dazu zwei Personen ein. Eine, die viel für andere macht und respektiert wird. Ausgenutzt- ich weiß nicht – Es kommt wohl auch auf das Gegenüber oder das Umfeld an. Ich respektiere sie jedenfalls und schaue eher, also höre genauer hin, ob ihr etwas vielleicht zuviel ist. Es erhöht also meine Aufmerksamkeit, könnte man sagen.
    Dagegen eine andere Person, die eher mal über die Grenzen der anderen hinweg geht. Das kann ich nicht respektieren. Und vielleicht werde ich da auch eher unaufmerksam oder es verstärkt meine Seite, über die Grenzen dieser Person zu gehen sogar.

  • beonders weil es nicht möglich ist, es allen recht zu machen – darum ist ein solches Verhalten schon von Anfang an zum scheitern verurteilt

  • …lustigerweise stören uns an anderen gerade die Eigenschaften, die wir an uns selbst nicht mögen. Weil sie unbewusst ein Spiegel sind.

    Die Crux an dem ‘bei anderen gut dastehen wollen’ ist, dass der andere auch die ‘gut dastehen’ Maske auf hat und ich mich an der konstruierten Außendarstellung orientiere und gar nicht wissen kann, was dem Gegenüber wirklich gefallen würde, wie er wirklich tickt. Wie zwei Schauspieler spielen wir Friede Freude Eierkuchen und gehen uns vielleicht gegenseitig auf den Keks. Wenn schon anecken (was unvermeidlich ist), dann da wo es wirklich passt.

  • . . . stimmt, uns geht es ja auch so, dass wir manche Menschen einfach nicht leiden können, obwohl die uns nichts getan haben. Wichtig ist: Leben und Leben lassen, nichts verurteilen, und sein “eigenes Ding machen”, natürlich schon im Hinblick, dass ich anderen nicht damit schade.

  • Einen wunderschönen Tag an alle.Für mich sind die wöchentlichen Mailnachrichten von Herrn Senftleben schon so wichtig geworden, dass ich beim Aufmachen meiner Mailnachrichten nach dem ” Zeit zum Leben ” suche. Die Inspirations-Kärtchen habe ich mir ausgedruckt und ich brauche diese oft. Mir geben diese Zeilen wieder die Kraft, zu wissen,dass es gut ist, wie ich bin. Aber am meisten beeindruckt mich, dass genau Themen zu diesem Zeitpunkt kommen, welche ich derzeit brauche und so vielen Menschen geht es genau so wie mir. Danke, danke an Herrn Senftleben und an sein Team. Christine

  • Lieber Herr Senftleben, sehr treffend erkannt und formuliert. Danke!

    Ein sehr guter Denkanstoss & eine treffende Beschreibung die mir heute beim lesen und nachdenken aufgezeigt hat – dass das auch mir immer wieder passiert. Jedem Gefallen zu wollen ! Jetzt habe ich einen Ansatz wo ich weiter an mir arbeiten kann.

  • Gerade habe ich den Artikel gelesen… wie wahr, wie wahr das alles ist.

    Täglich sind wir damit konfrontiert: bleibe ich bei mir und meinen Gefühlen oder stelle ich mich und meine Gedanken hinten an, lächle und mache es dem anderen Recht, höre zu, obwohl ich selbst gern reden würde, sage ja, obwohl mir fünf Aber einfallen, gebe nach, weil ich versuche diplomatisch zu handeln (der Klügere usw)…

    Ich habe dies über mehrere Wochen in einer beruflichen Kooperation getan: gelächelt, höflich geblieben und Dinge, bei denen ich anderer Meinung war, zwar angesprochen, aber auf sehr diplomatische Art und Weise – doch bei dieser “leisen” freundliche Art spürte mein Gegenüber nicht die Dringlichkeit, die bei mir dahinter steckte. Nach ein paar Wochen brodelte es bereits in mir. Letzte Woche fiel schließlich das Tröpfchen, das mein Faß zum Überlaufen brachte und ich hatte den längst überfalligen (Wut-)Ausbruch, bei dem ich kein Blatt mehr vor den Mund genommen habe. Über mein eigenes energisches Auftreten erschrocken, zitterte ich geradezu. Doch ich nahm nichts von meinem Gesagten zurück. Die Minuten danach zu ertragen war nicht leicht für mich, da meine Kollegin, eine sonst laute und dominante Person, nur da stand, nichts sagte und mich aus Augenwinkeln beobachtete.

    Heute, eine Woche später, fühlt es sich sehr gut an. Ich habe in einem späteren ehrlichen Gespräch mit meiner Kooperationspartnerin alle Mißverständnisse geklärt, sie versteht nun mich und mein Empfinden viel besser und umgekehrt. Wir konnten beide einen Schritt aufeinander zu gehen und ich bin mir sicher dass wir nicht weniger Achtung voreinander haben.

    Ich denke mir immer wieder, wie wichtig die richtige Komunikation ist: Ich-Botschaften senden, bei sich bleiben und äußern, was man selbst möchte und was nicht, ohne den anderen dabei anzugreifen, dabei versuchen nicht gleich zu werten, dann kann eigentlich kaum was schief gehen. Einfach ist es trotzdem nicht!!

    Doch ich denke, dass uns jeder neue Tag die Chance gibt, es besser zu machen, als wir es am Tag zuvor getan haben und dazu zu lernen, egal ob ich 25, 45 oder 75 bin.
    Daran will ich glauben.
    Daran glaube ich.

    Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag.

    Vielleicht ist ja heute der Tag für ein mutiges “Nein”?
    Oder auch ein gewagtes “Ja”?

    :)

  • Liebe Barbara,
    auch Du schaffst es. Es ist tatsächlich – wie Du es schreibst – ein “Anfang Deines Lebens”. Mach’ Dich frei von den Meinungen anderer, es wird immer Menschen geben, die Dich nicht mögen, egal wie Du Dich verhältst.
    Außerdem haben wir alle Vorlieben, mögen manche Menschen lieber als andere – alle haben dieses Recht.
    Ich habe bei mir festgestellt, daß ich gar nicht an dem Menschen interessiert bin, die mich nicht mögen und dies oft nur unterschwellig zeigen. Wenn ich ehrlich bin, würde ich mit diesen Menschen auch keine Freundschaft eingehen wollen, selbst wenn sie wertschätzender mir gegenüber wären. Es ist “nur” die Ablehnung oder die eigene gefühlte Ablehnung, die mich so schmerzt. Ich glaube, das ist eine Erinnerung an alte Gefühle, die mit dem Gegenüber selber nichts zu tun haben.
    Nur wenn ich mich selbst lieben kann, können es auch andere. Du hast alles was Du für ein schöneres Leben brauchst in Dir. Es ist nur verborgen, vergraben und verlernt. Du kannst es wieder lernen. Habe Geduld mit Dir – denn was 46 Jahre (bzw. bei mir 43 Jahre) eingeübt ist, braucht etwas Zeit um umgelernt zu werden.
    Ich fand die Entscheidung wichtig, daß ich es mir gutgehen lassen möchte, sehr, sehr wichtig. Denn hinter einer bewußten Entscheidung steckt Kraft. Ich versuche jeden Tag für sich zu sehen und es jeden Tag wieder zu üben. Manche Tage gelingt es nicht oder nicht so gut, aber wir haben ja noch eine Menge schöner Tage vor uns. Dafür lohnt es sich!
    Lobe Dich für jeden kleinen Schritt, wie Du eine Freundin/einen Freund/ein Kind loben würdest….
    Alles Liebe und viele wundervolle Tage in Deinem neuen Leben
    Tine

  • Lieber Ralf,
    vielen Dank für diese Zeilen. Sie treffen den Nagel auf den Kopf.
    Ich bin auch so ein Mensch, der (seit ich denken kann) sich nach Anerkennung und Liebe von anderen sehnt. Jetzt bin ich 43 Jahre und möchte dies verändern und bin auf einem guten Weg. Am Schwierigsten war der Anfang: das erste unangenehme Gespräch führen, wo Menschen in meiner Umgebung “mich ausnutzen” – mit kleinen Dingen und sicher auch nicht mit böser Absicht. Ich habe mich sehr anstrengen müssen, daß ich vor dem Gespräch ruhig bleibe und sachlich meine Grenze formuliere – denn ich war kurz vorm “Platzen”, weil mal wieder das Gefühl hoch kam, ausgenutzt zu werden. Was soll ich sagen: ich bin im Gespräch ruhig gelieben und habe meine Meinung gesagt. Ich war entschlossen aus dieser “Gemeinschaft” auszusteigen. Und das haben die beiden Anderen gespürt. Auf einmal war es kein Problem mehr, daß sich alle drei gleichermaßen in der Gemeinschaft einbringen. Und ich war stolz wie OSKAR auf mich – und total erschöpft. Aber ich will lernen mich wichtig zu nehmen und mich für mich einsetzen. So wie ich es für jede Freundin/für den Partner und für mein Kind tun würde…. Es ist ein Weg und nach so langer Zeit des “schluckens” eine harte Übung – die sich jedoch lohnt! Ich finde nur der Anfang ist schwer!
    Ich erkenne für mich, daß ich die Bedürfnisse anderer Menschen über meine stelle und mit anderen Menschen sorgsamer umgehe als ich es mit mir tue. So will ich weiter machen und gut in mich hinein spüren, was ich will….
    Liebe Grüße
    Tine

    • Barbara

      Liebe Tine,
      das hört sich sehr gut an – du hast meine Hochachtung. Ich finde es auch schwierig mit sich so gut umzugehen wie mit anderen. Du gibst mir ein Stück Hoffnung, dass es klappen kann.
      Vielen lieben Dank!
      Barbara

  • Es gibt ein schönes Sprichwort, das sagt:
    Wer nach allen Seiten offen sein will,
    der kann nicht ganz dicht sein.

  • Wenn ich mich im Kreis meiner Mitmenschen so entwickeln kann, dass es sich für mich lebendig anfühlt,dann bin ich audentisch

  • DANKE HERZ lich bester Ralf für deine Zeilen!
    es ist ein lebenslanger Prozess zu wachsen und sich zu ent wickeln: mir gefallen zu dem Thema auch diese Worte so gut!

    Die emotionalen Rechte des Menschen;

    1. Ich brauche keine Schuldgefühle zu haben, bloß weil das, was ich tue, sage oder denke, einem anderen nicht gefällt.

    2. Ich darf wütend sein und meine Wut ausdrücken, solange ich dabei nicht mein Augenmaß verliere.

    3. Ich muss nicht die alleinige Verantwortung für Entscheidungen übernehmen, an denen auch andere beteiligt waren.

    4. Ich habe das Recht, ” Ich verstehe das nicht” oder ” Ich weiß es nicht ” zu sagen, ohne mir blöd vorzukommen.

    5. Ich habe das Recht, Nein zu sagen, ohne dabei Schuldgefühle haben zu müssen.
    6. Ich muss mich nicht entschuldigen oder rechtfertigen, wenn ich Nein sage.
    7. Ich habe das Recht, andere um etwas zu bitten.
    8. Ich habe das Recht, Bitten abzuschlagen und zusätzliche Verpflichtungen abzulehnen.

    9. Ich habe das Recht, anderen mitzuteilen, wenn ich das Gefühl habe, dass sie mich ungerecht behandeln oder bevormunden.

    10. Ich habe das Recht, es anderen mitzuteilen, wenn ihr Verhalten mich irritiert.
    11. Ich habe das Recht, Fehler zu machen und für sie die Verantwortung zu tragen. Ich habe das Recht mich zu täuschen.

    12. Ich brauche nicht von allen gemocht, bewundert oder geachtet zu werden für alles, was ich tue.

    Quelle: Virginia Satir

    ich wünsche euch allen sehr viel Selbstliebe!
    in Liebe Monika

    • Bianka

      Vielen Dank an Monika für die “emotionalen Rechte”. Darauf hab ich schon lange gewartet und werde diese an meinen Arbeitsplatz auslegen, damit ich öfters drauf schauen kann.
      Bianka

  • Hallo ich finde das wirklich sehr interessant….ich möchte gerne noch was ergänzen;-)ja das mit dem Urverhalten,als der Stamm noch überlebenswichtig war ist so ne Sache…wir haben dadurch Ur-instinkte die auch heute noch aktiv sind…d.h wenn uns jemand oder etwas als bedrohlich erscheint, wird automatisch dieser Instinkt wach;-)das kann anstrengend sein…ich erlebe es häufig!Was hilft ist sich dessen bewußt zu werden….man brauch diesen Instinkt in der heutigen Zeit nicht mehr…denn wie in dem Artikel gesagt…ich muß keinem gefallen….ich bin der Schöpfer meiner Realität!
    LG Mimi

    • Silvia

      Das mag schon alles so sein – aber mich nervt meine Kollegin gegenüber von mir so mit ihrem Christus- und Freundlichkeitsgetue, dass ich meine Stelle als Sekretärin gekündigt habe, weil ich bloß mehr mies drauf war.

      Vielleicht geht es manchmal auch gar nicht anders, als die Flucht anzutreten, wenn alle Rettungsversuche scheitern und sich der andere keinen Millimeter von seinem Stand aus bewegt und nur allen gefallen will, keine eigene Meinung hat und sich vor Angst, etwas falsch zu machen, in die Hose macht.

      Mir geht es jedefalls besser, wenn ich diese freundliche, hilfsbereite und doch so falsche Schleimer-Dame in 5 Tagen nicht mehr sehen und hören muss.

      So. Psychologisches Gegenüber hin oder her.

  • Danke für diese wohltuenden Sonntagsgedanken. Wir suchen so oft im Anderen oder durch den Anderen etwas, was wir uns selbst nicht geben. Meine Beziehung ist daran leider wohl gescheitert. Es macht mich traurig, denn darunter war oder ist bestimmt eine sehr schöne Liebe versteckt. Warum nur können wir so schlecht in den eigenen Spiegel schaun? Ich allein bin für meine Gefühle verantwortlich, und ich allein darf mich kennenlernen und herausfinden, wer ich denn überhaupt bin. Und dies bevor ich die Liebe der anderen erwarte, damit ich damit meine Löcher fülle ??? In gescheiterten Beziehungen kann ich so oft erkennen, dass genau dies passiert ist. Und dann kommt der oder die Nächste… und oft passiert wieder das Gleiche, außer wir haben daraus gelernt und verändern unser Verhalten und schauen mehr auf uns selbst. Wir geben ab, was eigentlich in unsere eigene Hand gehört und sind dann auch noch sauer, weil der andere sich nicht entsprechend verhält. Und wenn ich dann wieder alleine bin, dann kann ich mich plötzlich wieder um mich kümmern. Dann spüre ich, wie gut es mir tut, mich nicht mehr abmühen zu müssen, damit der andere Gefallen an mir findet. Einfach sein zu dürfen, das ist für mich wahre Liebe… frei von Verstrickungen, frei von Zwang, Anspruch und Bewertung. Ein herrliches Gefühl – und das werde ich heute genießen. Schade nur, dass es in meiner Beziehung nicht funktioniert hat.
    Allen einen herrlichen Sonntag,
    Bernadette

    • christa noack

      hallo bernadette,
      vielen dank für deine zeilen
      -du sprichst mir aus der seele-
      ich mach es jetzt so wie du
      und ich bin mir sicher,dass du mit deiner gesunden einstellung zum leben eine für dich passende begleitung finden wirst.

      Gut Wünsche für dich von christa

  • Ja das passt sehr gut in Beziehungen:

    Mein `Freund´ meint immer zu wissen, wie ich angeblich sei und äußert sich entsprechend bei jeder unpassenden Gelegenheit,

    bis mir gestern der Kragen geplatzt ist und ich kurzerhand Schluss gemacht habe – ICH KANN ES NICHT MEHR HÖREN !

  • Sehr sehr schöne und hilfreiche Zeilen.
    Hier wünsche ich mir zum Satz – beschäftigen, was Sie gerne wollen. – Hinweise was man macht wenn man dies selbst nicht weiß. Wenn man nicht weiß was man machen will weil alles nur noch auf einen einstürzt und man nur noch reagiert.

  • Guten Morgen, ein interessantes Thema, mit dem ich mich jetzt schon eine unsagbare Zeit auseinandersetze und drum herum schleiche. Ich habe da nämlich auch so meine liebe Last mit. Meine Angstattacken haben mich jetzt dazu gebracht mir dieses Thema genauer anzuschauen. Ich finde es sehr schwer zu verändern, weil es ja auch zu einem Muster gehört, das man erlernt hat. Außerdem bin ich dazu erzogen worden. Das schlimmste am ganzen ist eigentlich – nicht zu wissen was man wirklich selber will. Ich war so auf das Außen konzentriert, dass ich meine Bedürfnisse weggedrückt habe und sie nicht wirklich kenne. Durch die Angstattacken, die ich jetzt seit 2 Jahren habe, kommt jetzt alles raus und ich muß lernen (wenn ich möchte, dass es mir besser geht,) was bei mir ist , was ich möchte. Ich bin jetzt 46 Jahre und stehe im Prinzip am Anfang meines Lebens ; )
    um mein ICH zu entdecken. Ich habe mir gestern mal aufgeschrieben was ich bisher durch das immer gefallen wollen erreicht habe und kann nur bestätigen was Ralf Senftleben beschrieben hat. Gar nichts, sondern eher das Gegenteil – das was ich nicht wollte. Den Anfang zu machen ist schwer, denn die Menschen, die sich daran gewöhnt haben, dass man so gut wie nie widerspricht oder seine Meinung äußert, rebellieren jetzt. Das mußte ich erst vorgestern erfahren : (. Das war ganz schön schockierend im ersten Moment – aber es ging mir danach besser.
    Ich wünsche allen viel Erfolg!

    • vivien

      Die eigene Ehrlichkeit von Barbara beeindruckt mich. 2 Jahre Angstattacken sind eine lange Zeit. Es ist sicher auch eine Belastung für Dich. Das sollte ein Ende haben! Dein Satz, dass du das Empfinden hast, mit 46 Jahren am Anfang Deines Lebens zu stehen ist sicher auch eine unbefriedigende Bilanz für Dich. Aber wenn ich Dich trösten darf: Du stehst nicht allein mit diesem Empfinden. Außerdem stimmt das nicht. Du hast schon jede Menge Lebenserfahrung gesammelt, die Dir an irgendeiner Stelle nützlich waren. Jeder reift und entwickelt sich. Und noch ein Hinweis, den Du im Hinterkopf speichern solltest: Egal wie alt Du bist => es ist NIE zu spät.
      Ein dritter Hinweis – versuche soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Ich weiß, dass das schwer ist, wenn man voll berufstätig ist. Aber ich halte das für ungeheuer wichtig. Genauso halte ich für wichtig, sich jeden Tag zu fragen: was habe ich heute schönes erlebt. Man merkt erst wie gut das tut, wenn man es bewußt tut.

      Liebe Grüsse
      Vivien

    • Bianka

      Barbaras Zilen haben mich sehr bewegt, weil es mir ähnlich geht. Vielleicht ein kleiner Tost: ich bin schon über 50 Jahre. Also man lernt nie aus und entwickelt sich stets weiter. Erst jetzt lern ich, meine eigenen Bdürfnisse zu achten und sie schrittweise im Arbeitsleben durchzusetzen, was einige wundert und mitunter nicht gefällt. Es ist wichtig,um nicht ein gesundheitliches Wrack zu werden. Damit nutzen wir niemanden und schon gar nicht uns selbst.
      Allrs Gute; Entschlossenheit und Kraft wünsch ich allen!

  • Mal wieder sehr hilfreiche Zeilen! Danke und eine schöne Zeit wünsche ich Euch!!!

  • Stimmt alles was da geschrieben steht.

    Wo und wie kann ich am besten diese Gedanken weitergeben?
    Es spielt ein Gedanke in mir, dass diese besinnlichen Worte bei einer Abdankung an Stelle des Lebenslaufes sehr gut Platz fänden.

    Wär das was? Ich werde in jedem Fall die Gedanken aufbewahren. (Meine Mutter wünscht, dass bei Ihrer Abdankung kein Lebenslauf verlesen wird. So könnten wir aber ein Korn in die Gesellschaft legen das vielleicht da und dort Früchte tragen wird.)

    Herzlichen Dank.

  • Hey, zur richtigen Zeit die richtigen Zeilen.
    Mein ungutes Bauchgefühl ist wie weggezaubert. Super!

  • Sehr gut in diesen wenigen Zeilen auf den Punkt gebracht!!!!!! HERZlichen DANK :-)

    • Volker Specht

      wollen Sie anderen Menschen gefallen? Oder ist es Ihnen vollkommen egal, was andere von Ihnen denken?

      Weder noch! Wenn ich mit mir selbst in Ordnung bin, brauche ich keine Bestätigung von AUßEN! Beim letzten Tankstopp entdeckte ich im Kassenbereich ein Schild:

      Freundlichkeit ist ein Bumerang. Sie kommt zurück!

      Ich wünsche allen Lesern von Zeit zu leben einen schönen sonnigen Sonntag!

      Volker Specht

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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