Alles Mist?

Jede/r kennt es: schlechte Tage oder auch schlechte Phasen. Manchmal sind es eher viele kleine Nickeligkeiten, die uns kontinuierlich die Laune vermiesen, manchmal sind es auch eine Reihe von mittleren oder größeren Nackenschlägen, die uns das Leben schwer machen.

Es gibt keine Tricks gegen solche Phasen, sie gehören zum Leben dazu. Aber es gibt etwas, mit dem wir uns solche Zeiten deutlich schwerer machen als sie es eh schon sind. Und das ist unser Fokus.

Unser Fokus entscheidet ganz wesentlich darüber, wie wir uns fühlen. Je mehr wir auf alles "Schlimme" im Leben schauen, desto schlechter und mutloser fühlen wir uns. Gelingt es uns, auch etwas Positives wahrzunehmen, können wir neue Kraft schöpfen und fühlen uns besser.

Nun ist das leichter gesagt als getan, denn gerade, wenn etwas schief läuft, neigen die meisten Menschen dazu, erst recht nur noch das Negative wahrzunehmen.

Ich kenne das jedenfalls gut von mir selbst: So lange einige, wenige Dinge schief laufen, kann ich meinen Fokus relativ leicht auf das richten, was gut ist. Aber einem bestimmten Punkt kippt die Sache und dann habe ich mein Augenmerk nur noch auf den Sachen, die negativ sind oder die mir Sorgen machen. Mir fallen dann der graue Himmel und der Regen viel mehr auf als zuvor, an solchen Tagen nehme ich Meldungen über eine Öl-Pest oder eine Katastrophe viel bewusster war und an solchen Tagen scheint mir auch mein Konto leerer als sonst usw. usw.

Wirklich interessant ist daran nun Folgendes: Meine Wahrnehmung hat nur sehr bedingt etwas mit der Realität zu tun. Oder anders gesagt: In den wenigsten Fällen ist das Verhältnis von guten und schlechten Dingen in meinem Leben wirklich so, dass es mehr Schlechtes als Gutes gibt!

In der Rückschau wird mir immer wieder deutlich, dass selbst in den übelsten Phasen es immer noch ganz viel Positives in meinem Leben gab – aber das habe ich weder gesehen, noch konnte ich es fühlen. Das, woraus ich Kraft hätte ziehen können, war komplett überlagert mich all den negativen Sachen, die mich so fertig machten und mit denen, die ich mir noch zusätzlich durch meinen ungünstigen Fokus suchte.

Wie viel besser hätte es mir gehen können, wenn ich in der Lage gewesen wäre, einen Schritt zur Seite zu machen, um das größere Bild zu sehen und nicht nur die Herausforderungen im Blick zu haben, die mir das Leben gerade gestellt hatte!

Noch habe ich selbst nicht ganz verstanden, warum es oft so viel schwieriger ist, sich auch mal die positiven Aspekte bewusst zu machen, als immer stärker aufs Negative zu schauen. Das ist eines dieser seltsamen Programme in uns, die uns manches schwerer als nötig machen. Bewusstwerdung ist hier für mich ein erster Schritt und ich bin selbst dabei, konsequent zu trainieren, gerade in den "Alles ist Mist"-Phasen ganz bewusst auf das Positive zu schauen. Denn ich weiß inzwischen wie gut es mir tut, wenn mir das gelingt – und sei es nur für kurze Momente.

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Kommentare

  • Danke für diese wieder mal auf den Punkt gebrachten Gedanken.
    Hätten wir nur Sonnentage, wäre es langweilig.
    “Tiefs” müssen wohl zum Leben dazugehören, damit wir die “Hochs” als das Besonders wahrnehmen können. Ich bin viel gelassener geworden, seit ich dies akzeptiere. Bin ich in einer Tiefphase, dann schaue ich nach vorne und weiß: es wird auch wieder ein Hoch geben. Bereits Kleinigkeiten werte ich dann als “Hoch” und es geht mir besser. Gelassenheit und viel Vertrauen (“vielleicht ist das jetzige Problem für irgend etwas gut”) helfen. Bei schwierigen, scheinbar ausweglosen Problemen hilft mir die Erkenntnis, dass seit Menschengenerationen jeder (wirklich jeder!!) sein Päckchen zu tragen hat. Da hat manch einer ganz andere Probleme zu bewältigen, dann werde ich es doch auch schaffen.
    Und noch etwas: Probleme als Herausforderung anzunehmen und eine Lösung zu versuchen, kann auch stärkend sein.

  • In solchen mistigen Situationen versuche ich mich BEWUSST an etwas zu erfreuen, was am selben Tag noch passiert.

    Und wenn es noch so banale Dinge sind, wie auf ein Bierchen am Abend, oder einfach nur dass ich nach der Arbeit meine Frau wiedersehe (mit der ich sehr viel lachen und Spaß haben kann).

    Dass ist meine Motivation!!!

  • Hallo zusammen,

    hallo @Dela,
    Deine Zeilen zu diesem Thema kenne ich zu genüge.
    Irgendwann mag man nicht mehr,trotz guter Vorsätze,es will einfach nicht gelingen.Man könnte vor lauter Wut Bäume ausreissen wo gar keine sind.Oh ha das kenne ich nur zu gut.

    Vor ein paar Jahren, glaube sogar es wurde hier geschrieben, das man am besten seinen Schwächen entgegen wirken kann …in dem man diese zulässt.
    Heisst, wenn man etwas partou nicht möchte, nur die Gier danach ist so gross, so zwangmässig, nach geben, zulassen…und dann ist erstmal Ruhe im Karton.
    Danach kann man sich damit in Ruhe beschäftigen, weshalb es wieder so gelaufen ist…in Ruhe natürlich.Wärend dessen geht das, glaube ich , nicht so wirklich.
    So oder so ähnlich mache ich das mit vielen Dingen des Lebens…klappt nicht immer….aber…..
    In Ruhe mit sich in Reine zu kommen fällt dann sehr viel leichter.
    Und mal so unter uns…Schwächen und Fehler zu haben macht uns doch sehr sympatisch und Menschlich…..

    Noch eine gute Zeit…..Ulli

  • Für mich ist es eine Gewissheit, dass alles was mir passiert für mich gerade in diesem Augenblick gerade “richtig” ist. Und diese Gewissheit gibt mir die Kraft in solchen Situationen auf mich und meine Situation zu schauen und mich zu fragen, was das alles für mich bedeuten soll.Dadurch gibt sich für mich nicht immer (sofort) eine Lösung. Und ich denke mir, dass auch das Aushalten dieses Zustandes für mich dann wohl gerade “richtig” ist.

  • Für mich ist es eine Gewissheit, dass alles was mir passiert für mich gerade in diesem Augenblick gerade “richtig” ist. Und diese Gewissheit gibt mir die Kraft in solchen Situationen auf mich und meine Situation zu schauen und mich zu fragen, was das alles für mich bedeuten soll.Dadurch gibt sich für mich nicht immer (sofort) eine Lösung. Und ich denke mir, dass auch das Aushalten dieses Zustandes für mich dann wohl gerade “richtig” ist.

  • Ja es gibt sie diese “alles ist Mist-Tage”. Auch ich weiß kein Patentrezept dagegen (oder dafür). Aber die Gedanken einiger LeserInnen gefallen mir sehr gut. Wie z.B. “die negativen Gedanken in einem bestimmten Zeitraum austoben lassen”, “spazieren gehen”. Bei mir gibt es auch solche Phasen (die dank ZZL aber immer weniger werden). Dann versuche ich mich abzulenken. Okay, es gelingt mir nicht immer, aber immer öfter. Ablenken heißt etwas tun wozu man sich vielleicht in der Situation “zwingen” muss. Aber nachher geht es mir meistens besser und ich sehe wieder klarer und erkenne das “doch nicht alles Mist ist”.

    Liebe Grüße an alle.
    Günter

  • @Dela
    Sieh Dir einfach Deinen Gedanken “ist ja alles Mist” von der Seite an und erkenne, es ist ja nur ein Gedanke.
    Wenn Du ihn willst, dann arbeite damit ansonsten schicke ihn einfach wieder weg (kurz angesehen, aber kein Interesse dran).

    Wir können doch selbst entscheiden: wollen wir dies oder wollen wir dies (so) nicht.
    Sicher ist dies ein etwas anderer Ansatz, aber er hilft.
    Einfach ´mal von anderer Warte aus schauen und ansonsten, gutes Gelingen auf allen Wegen und die richtigen Vorhaben, die Spass machen und Freude.
    Und gerade beim Ausritt am frühen Morgen oder am späten Nachmittag lacht doch die Seele… und nicht direkt wieder an ansschliessende Striegeln denken ;-))

    Netter Gruss
    von Horst R.

  • Wenn ich vor einer unerwartet negativen Situation stehe sage ich mir:” Auch das ist zu bewältigen und weiterer Baustein in eine tolle Zukuft.
    Wenn es mich emotional mal so richtig runterzieht gebe ich den negativen Gefühlen eine feste Zeitvorgabe, sich auszutoben. Ich lasse dann die negativen Gefühle zu, aber eben nur eine begrenzte Zeit.

  • Eiskalt erwischt!
    Ich bin gerade in einer Alles Mist Phase, die ich auch mit ins Reiten nehme :/ Ich kann mich an keinem noch so kleinen Fortschritt freuen, geschweige denn, dass ich ihn sehe.
    Gestern hab ich versucht mir Mut zu machen. Im Grunde ist alles gut! Es ist nicht alles Mist. Ich möchte gerne aus diesem Tief herauskommen, aber es ist nicht leicht :/

  • Ein nützlicher und gleichzeitig unterhaltsamer Lesetipp: Rezepte für Keiner-liebt-mich-Tage
    von Barbara Forster, Kösel Verlag

  • Kurz innegehalten an Sch…tagen und mir gesagt, was alles gut ist und die Wichtigkeit der Widrigkeiten bewertet, das ist das was mir hilft. Ich frage mich aber trotzdem, warum ich immer wieder negative Gedanken habe. Das Leben ist doch viel zu schön, als das ich mich um alles sorgen muß.

  • Klar, diese mistigen Phasen gibt es immer wieder. Heute lasse ich mich da nicht mehr so herunterziehen bzw. weiss ich, dass es wieder besser werden wird.
    Beste Gegenmaßnahme, wenn ich richtig belastet bin: ich laufe alleine zwei Stunden durch den Wald, das nenne ich immer “Probleme weglaufen”. Dabei kann ich wunderbar nachdenken und bleibe nicht in Grübeleien stecken. Ich glaube, die Bewegung regt mein Denkvermögen an.

  • ich habe mir angewöhnt mich zu fragen: ist es wirklich wahr, daß dieser Tag sooooooooooo sch…ist? Es kommen immer einige positive Dinge zusammen:-)
    Warum ich an solchen Tagen dazu neige, wirklich alles sch…zu finden ist: das, was schmerzt, mag ich nicht und da wende ich entweder die Fragen aus dem Selbstcoaching an, oder ich wende andere Selbsterkenntnismethoden an, z.B. The Work, Spiegelgesetzmethode, Hoppen. Habe ich einmal meinen Knackpunkt gefunden, dann bin ich wieder schön friedlich:-)))

  • @ Bianca, da kann ich nur beipflichten, denn ich sehe oft viel Egoismus und Selbstverwirklichung um jeden Preis.
    Früher habe ich das auch getan, mir mein Wltbild zurechtgerückt um jeden Preis. Dann war alles gut, aber nicht immer und auf Dauer

    Leider kann ich nicht jedem schlechten etwas gutes abringen und es ist auch oft nur ein Wunsch das Gute darin zu sehen.

    @ Katja, eine bewundernswerte Einstellung,wenn sie den Weitblick hat.

    LG der Bär

  • Wenn es mir richtig mies geht und ich alles negativ sehe mache ich entweder einen langen Spaziergang in ein Gartencenter und versuche mich an den Blumen zu erfreuen.
    Oder ich bastle Glückwunschkarten, bzw. tue irgendetwas damit ich mich freuen kann, daß es endlich erledigt ist.

  • Behauptung:
    Das Leben ist ein Spiel und Probleme sind Punkte, die man bekommt, um das nächste Level zu erreichen.

    Wenn ich mir selbst keine spannenden Probleme kreiere, muss ich mich mit langweiligen (weil immer wiederkehrend) und kleinen (keine Herausforderung) befassen.

    Das ist natürlich nicht die Wahrheit und für mich eine inspirierende Möglichkeit:
    Welche Probleme sind meines Lebens würdig?

  • ein SPRUCH dazu.
    Der Mond ist oft nur halb zu sehen und trotzdem rund und schön.

    vielleicht ist es mit dem Leben manchesmal auch so !

  • Nein, es ist niemals alles Mist! Ich wurde schon vor vielen Jahren auf meine Einstellung hin angesprochen, dass ich stets lösungsorientiert fokussiere, denke umd handele. Das “Problem” (die Aufgabe) ist halt da, wie auch immer es ausschaut! Die Lösung liegt in mir selbst, nur ich kann entscheiden, wie, wann, wo und womit ich mich besser fühle. Keine anderer lebt das Leben eines anderen, jeder ist individuell! Die Tendenz ist, im eigenen Tempo das Problem zu erkennen, zu eruieren wo mein Schmerz herkommt und es dann zu lösen. Alles ist möglich, wenn es der eigenen Wahrheit entspricht! Dann ist gar nichts nur “ALLES MIST”.

  • @ Ulli

    WER WEISS WOFÜR ES GUT IST, ist auch meine momentane Einstellung.

  • Hallo zusammen,

    ist es wirklich so das da etwas SCHLECHT in unserem Leben ist?
    Oder ist es einfach, das da etwas ist und wir es nur aus einer anderen Perpektive sehn.Sei es durch Prägung der Eltern oder weil wir so gestrickt sind.

    Wir in Köln sind da sowieso etwas merkwürdig, bei Ereignissen die andere umhauen sagt der Kölner des öfteren…upps määt nix, äet kütt, wie et kütt!(macht nichts es kommt wie es kommt)
    oder…et hät noch immer jot jejange( es ist immer noch gut gegangen).

    Hilft nicht immer aber immer öfter.

    Für mich persönlich hat sich mir so einen Satz eingebrannt egal was auch passiert ist…WER WEISS WOFÜR ES GUT IST.

    Es sind mir schon einige Dinge passiert die hatten mich in meinem frühreen Leben schon sehr oft umgehauen und Schachmatt gesetzt…weil ich halt sehr häufig eingeschränkt darüber gedacht hatte.
    ÄRGER, WUT, OHNMACHTSLOSIGKEIT, waren dann meine Begleiter gewesen…bis ich diesen Zustand nicht mehr haben wollte.

    Von da an hatte sich alles geändert…nicht sofort , halt in kleinen Schritten…öfter auch mal wieder Rückschläge eingesteckt, nur mit der Zeit hab ich es ziemlich gut hinbekommen….Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut …..nicht war.

    Und nun erlebe ich eine Zeit, klar ärgere ich mich auch noch über viele Dinge wo ich keinen Einfluss habe, nur dieser Satz: Wer weiss wofür es gut ist…beruhigt mich sehr schnell und lässt ich hoffen.
    Und in den meisten Fällen hat sich im Nachhinein immer eine POSITIVE Geschichte daraus ergeben.Ohne das ich es wusste oder mir gewünscht hatte.
    ICH VERTRAUTE MIR UND MEINEN GEFÜHLEN…ohne zu wissen was kommt…

    in diesem Sinne…noch eine GUTE ZEIT aus Köln…Ulli

  • Wie wahr!

    Und das schlimmste ist: geht es mir dann wirklich schlecht, muss ich in einer denkbar schwierigen Situation dann trotzdem lernen, den Blick auch auf das Positive zu lenken – einfach um zu überleben. Und wundere mich, wie sehr ich mich früher von den doch eher kleineren Widrigkeiten habe in Beschlag nehmen lassen.
    Das Positive dabei ist: man lernt es so oder so irgendwann, den Blick auch auf das Positive zu lenken :-)

    Susanne

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