Ich will alles unter einen Hut bekommen! Was tun?

Ein Punkt, der mir persönlich die Gestaltung des Lebens manchmal ziemlich schwer macht, ist die Tatsache, dass ich mich ständig entscheiden muss. Und zwar muss ich mich nicht nur für etwas entscheiden, sondern im gleichen Zug muss ich mich immer auch gegen ganz viel anderes entscheiden.

Du kennst das sicher selbst: Es gibt so viel Wichtiges und dazu noch so viel Spannendes, dass man das Gefühl hat, viel zu wenig Zeit für all die Sachen zu haben, die man machen muss und gerne machen will.

Sich zu entscheiden fällt schwer, denn jedem von uns ist klar, dass die Entscheidung für etwas, immer auch eine Abwahl anderer Dinge bedeutet. Und viele dieser Dinge erscheinen uns aber eben auch sehr attraktiv und wir wollen uns nur ungern von ihnen verabschieden.

Nun erlebe ich immer wieder, dass dieses Dilemma viele Menschen in eine Art Lähmung versetzt. Vor lauter Angst, sich nicht für das Richtige zu entscheiden bzw. vor lauter Frust, nicht alle schönen Sachen gleichzeitig machen zu können, entscheiden sie sich gar nicht. Sie fangen dann nichts von all den neuen Projekten an, die locken und engagieren sich auch manchmal nicht mal mehr richtig in den schon bestehenden.

Und dann sitzt man am Abend eben vor dem Fernseher, statt ein neues Hobby zu beginnen und man bewirbt sich nicht auf die neue Stelle, weil die wahrscheinlich eh nur anstrengend ist.

Oder man tut tatsächlich eine Sache, hadert innerlich aber die ganze Zeit mit der Entscheidung und überlegt, ob es nicht doch besser gewesen wäre, etwas anderes zu machen.

Dieses Verhalten ist menschlich, aber natürlich vollkommen kontraproduktiv! Du bestrafst dich damit gleichsam selbst. Du versagst dir auf diese Weise nicht nur die Dinge, die aus Zeit- und Kraftgründen nicht gehen, sondern sie bremsen dich gleichzeitig auch konsequent aus bzw. nimmst dir selbst den Spaß an der gewählten Sache. Und damit entscheidest du dich für das Schlechteste aus allen Welten. Viel besser ist es, wenn du deine Entscheidungsangst überwinden kannst.

Denn, unsere Ressourcen sind begrenzt und wir müssen uns entscheiden.

Wenn ich z.B. gerne male und gerne stricke, dann muss ich mich entscheiden, was mir davon wichtiger ist. Ich kann mich jeden Tag neu entscheiden, ob ich lieber das Strickzeug in die Hand nehmen will oder einen Pinsel. Und wenn ich mich für eines der beiden Sachen entscheide, brauche ich nicht der anderen nachzutrauern – ich kann mich morgen neu entscheiden. Aber für den Moment brauche ich eine klare Entscheidung und ich muss mich einlassen können auf das, für das ich mich entschieden habe.

Ohne die Entscheidung komme ich nicht ins Tun und wenn ich mich nicht einlasse, werde ich es nicht genießen können.

Die Formel ist also:

  • Schritt 1: Entscheidung treffen und dann diese Entscheidung genießen.
  • Schritt 2: Entscheidung neu (oder auch wiederholt) treffen und diese Entscheidung genießen.

Das gilt im Großen wie im Kleinen, ob nun im Beruf oder in der Freizeit.

Es ist nicht schlimm vieles auszuprobieren! Ganz im Gegenteil. Aber es ist wichtig, klare Entscheidungen zu treffen und diese solange zu genießen, bis man sich wieder neu entscheidet.

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