Älter wird man von allein. Erwachsen nicht immer

Wenn du ein Ziel vor Augen hast, aber nicht weißt, wie du es erreichen kannst … → Hier gehts lang

In der Einleitung dieses Portals wird die Frage beantwortet: Worum geht es hier bei „Zeit zu leben“ eigentlich? Es geht darum, „Das Leben in die Hand zu nehmen“. Definiert wird das folgendermaßen:

Das Leben in die Hand zu nehmen bedeutet für uns, dass man:

  • als Mensch wächst,
  • ein Werte-orientiertes und sinnvolles Leben führt,
  • sich selbst immer weiter und besser kennenlernt,
  • die Opferrolle hinter sich lässt,
  • Verantwortung für sich und seine Umwelt übernimmt,
  • eine gewisse psychologische Flexibilität entwickelt
  • und vor allem: dass man aktiv wird und handelt.

Ich habe eine Weile darüber nachgedacht, was eigentlich das Gemeinsame dieser Punkte ist. Und kam darauf, dass diese sieben Beschreibungen das umfassen, was ich in meiner Arbeit mit dem Begriff „Erwachsen-Werden“ meine.

Wenn ich Zeitung lese oder fernsehe, fällt mir immer wieder auf, dass Erwachsensein keine leichte Sache zu sein scheint. Ich lese von einem Mann, der lügt und betrügt, bei öffentlichen Gelegenheiten unverschämte Äußerungen macht, mit mehreren jungen Mädchen rummacht. Bei dieser Beschreibung würde ich an einen schlecht erzogenen oder schwererziehbaren Jugendlichen denken. Doch der Betreffende ist 74 Jahre alt und italienischer Ministerpräsident.

Drei andere Beispiele:

Ein Großteil der Männer geht nicht zur Vorsorge. Ganz im Gegenteil zur Mehrheit der Frauen. Sind Männer gesünder? Natürlich nicht. Haben sie Angst davor? Natürlich nicht (sagen sie). Auf der anderen Seite bringen dieselben Männer ihr Auto auf den Monat genau zur Inspektion.

Bei einem Meeting kann man beobachten, dass die Mehrheit der Teilnehmer zur vereinbarten Uhrzeit anwesend ist. Aber es gibt immer ein paar, die zu spät kommen. Einige immer zwei, drei Minuten. Andere eine Viertelstunde. Zwei sitzen auch schon zehn Minuten vorher da. Fragt man die, die zu spät kommen, haben die immer gute Gründe. Das Interessante dabei ist, es sind immer dieselben, die um die gleiche Zeitspanne zu spät oder zu früh kommen. Die Leute sind also pünktlich unpünktlich.

Beim Essen in einer Gruppe in einem Restaurant passiert es immer wieder, dass dem einen oder anderen etwas am Essen nicht schmeckt. Untereinander wird ausgetauscht, dass am Salat zu viel Essig ist. Dass das Gemüse zerkocht ist. Oder das Schnitzel ziemlich zäh. Fast nie traut sich jemand, den Ober zu rufen und das Beanstandete zu melden. Ganz im Gegenteil. Fragt die Bedienung bei der Rechnung, ob alles recht gewesen sei, nicken die meisten freundlich. Auch die, die eine halbe Stunde vorher präzise sagen konnten, was ihnen nicht geschmeckt hat.

Warum ist es manchmal so schwer, erwachsen zu handeln?

Mit dem Verstand ist ja klar, dass in allen drei Beispielen die Sache ganz leicht zu ändern wäre. Je früher Sie von Ihrem zu hohen Blutdruck oder Cholesterinspiegel wissen, umso eher können Sie etwas dagegen tun. Was also steckt dahinter, wenn „erwachsene“ Männer wegen der Gesundheit ins Fitnessstudio gehen – aber den Weg zum Urologen scheuen?

Die Vereinbarung einer festen Uhrzeit für ein privates oder berufliches Treffen ist schlicht praktisch. Deswegen halten sich ja auch die meisten daran. Was also steckt dahinter, wenn „erwachsene“ Frauen und Männer drei oder fünfzehn Minuten Verspätung brauchen? Zumal diese andererseits ihr Flugzeug immer pünktlich erreichen.

Den Ober über die Qualität des Essens zu informieren, damit dieser es an die Küche weitergibt, ist eine kluge Sache. Wie sonst sollte sich die Qualität der Speisen verbessern? Im Internet geben ja mittlerweile auch viele Menschen ihr Feedback über Bücher, CDs usw. ab. Was steckt also dahinter, wenn dieselben Menschen, wenn sie sogar nach ihrer Meinung gefragt werden, diese unterdrücken und sogar das Gegenteil bekunden?

Meine Antwort: weil wir in diesen Momenten nicht wirklich erwachsen sind. Sondern unbewusst an eine unangenehme Erfahrung aus unserem Leben erinnert werden. Und unser Heil in genau diesen Verhaltensweisen suchen, die ich beschrieben habe. Die Angst vor dem Arztbesuch abspalten, uns nicht eingestehen und stattdessen in Optimismus machen. Zu spät kommen – aber eine gute Ausrede parat haben. Lieber zum Ober freundlich „Ja, hat geschmeckt“ sagen und hinterher zehn Freunden erzählen, wie schlecht das Essen in dem neu eröffneten Restaurant ist.

Unser Verhalten ist immer das beste – im Rahmen unserer Möglichkeiten

Dieser Grundsatz aus dem NLP hilft, wenn wir etwas verändern wollen. Denn wenn man etwas verändern will, muss man erst einmal herausfinden, warum man sich gerade so verhält. Die meisten wissen darauf keine Antwort. Oder werten sich gnadenlos ab oder halten einen langen Vortrag über die menschliche Natur und ihre Bedingtheit.

Doch die Kapitelüberschrift weist in eine vielversprechende Richtung. Denn sie besagt, dass jedes gezeigte Verhalten für uns das beste ist – weil uns andere Optionen nicht zur Verfügung stehen. Natürlich nicht das beste Verhalten, das man sich vorstellen kann. Zumindest theoretisch nicht. Aber im Leben zählt nur die Praxis.

Der perfektionistische Kundenbetreuer weiß genau, dass er das Angebot schon dreimal durchgelesen hat und es keinen Fehler enthält. Aber er schickt es dennoch nicht ab. Weil er es nochmal durchlesen will. Die nette Kollegin weiß vor lauter Arbeit nicht, wo ihr der Kopf steht. Als sie gefragt wird, ob sie noch diese Zusatzaufgabe übernehmen könnte, hat sie das „Nein“ schon auf der Zunge. Heraus kommt aber: „Klar, mach ich gern. Kein Problem.“

Warum verhalten wir uns manchmal so seltsam?

*****************

Kurz nachgefragt: Du weißt, was du willst, aber nicht, wie du es auch bekommst? Hier findest du eine Methode, die Zielerreichen leicht macht.
*****************

Bei der Verhaltensänderung gibt es zwei Arten von Problemen

Bei der ersten Art von Problemen besorgen Sie sich die notwendigen Informationen und fangen an, diese anzuwenden. Also angenommen, Sie wollen Klavier spielen können. Oder mal nach Südafrika fahren. Oder einen Halbmarathon laufen.

Die Vorgehensweise ist die gleiche. Informationen besorgen – und entsprechend handeln.

Bei der zweiten Art von Problemen funktioniert dieses Vorgehen nicht. Als Perfektionist lesen Sie etwas von der 80/20-Regel, finden die vernünftig – aber Sie können sie nicht anwenden. Sie merken, dass Sie schon sechs Stunden über einer PowerPoint-Präsentation von drei Minuten sitzen – und immer noch nicht zufrieden sind.

Bei dieser Art von Problemen kommt Ihnen etwas in die Quere. Sie wissen nur bis jetzt nicht, was das eigentlich ist. Zumal Sie sehen, dass die meisten Kollegen mit ihrem 80/20-Verhalten prima durchkommen. Es muss also etwas mit Ihnen zu tun haben. Was Ihnen in die Quere kommt, ist ein unbewusster Konflikt.

Ihr Problem ist die Lösung

Dieser seltsam klingende Satz bedeutet: „Ihr problematisches Verhalten ist deshalb so schwer zu ändern – weil es die Lösung ist.“ Natürlich nicht eine Lösung für die aktuelle Situation, sondern für einen inneren Konflikt.

Verstandesmäßig wissen Sie, wann Sie Ihren Schreibtisch verlassen müssen, um pünktlich im Meetingraum zu sein. Doch fünf Minuten davor öffnen Sie seltsamerweise noch mal Ihr Outlook, lesen ein paar Mails – und schwups! Kommen Sie drei Minuten zu spät.

Und das soll eine Lösung sein? Ja genau! Nicht für Ihr pünktliches Erscheinen zu der Besprechung. Da ernten Sie höchstens kritische Blicke oder müssen etwas in die Kaffeekasse zahlen. Ihr Zuspätkommen löst einen inneren Konflikt. Das Gemeine daran: Sie kennen den Konflikt gar nicht, um den es geht. Dass es da so etwas gibt, spüren Sie nur an Ihrem unguten Gefühl, wenn – nach Ihrer Einschätzung – die Präsentation nicht perfekt ist. Oder Sie Kaltakquise machen wollen und nach zwei Stunden feststellen, dass Sie keinen einzigen Anruf getätigt haben, weil Sie im Internet rumsurften.

Die meisten Menschen wissen nicht, dass sie unbewältigte Konflikte aus ihrer Kindheit und Jugend mit sich herumtragen. Und lehnen das auch vehement ab. Meist mit dem Argument „Etwas, was zwanzig oder vierzig Jahre her ist, kann doch unmöglich noch heute einen Einfluss auf mich haben“.

Trotzdem ist es so. In meinen Persönlichkeitsseminaren arbeite ich mit einer Methode, mit der man solchen unbewussten Konflikten auf die Spur kommen kann. Sie können es hier gleich mal ausprobieren. Sie brauchen dazu nur zweierlei: eine besondere Form der Aufmerksamkeit – und einen entsprechenden Satz.

Die besondere Form der Aufmerksamkeit ist der Zustand der Achtsamkeit. Denn im Alltagsbewusstsein, wo die Aufmerksamkeit nach außen gerichtet und mehr mit dem Denken verbunden ist, funktioniert das nicht.

Achtsamkeit geht ganz einfach. Sie setzen sich an einen ruhigen Platz und schließen die Augen. Dann richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Körper, auf Ihre Gefühle und auf Ihre Gedanken. Wichtig dabei ist, dass Sie einfach alles nur wahrnehmen. Sie brauchen nichts zu verändern, nichts zu erklären, nichts zu bewerten.

Also, Sie bemerken vielleicht einen Druck im Kopf, fühlen sich ein bisschen nervös, haben einen Gedanken bezüglich der Arbeit … Sie nehmen all das einfach wahr. Nach einer Weile werden Sie vermutlich etwas ruhiger.

Und jetzt kommt die Sache mit dem Satz. Damit können Sie innere Konflikte zu bestimmten Themen bei sich identifizieren. Die Sätze sind immer positiv formuliert. Was nicht heißt, dass Sie sie auch positiv erleben. Es geht folgendermaßen:

  • Sie lesen den Satz, schließen dann Ihre Augen und sagen dann den Satz laut vor sich hin.
  • Dabei achten Sie bitte auf Ihre inneren Reaktionen. Sie sollen also nicht über den Satz nachdenken, sondern ganz passiv dasitzen und abwarten, welche inneren Reaktionen Sie wahrnehmen können.
  • Vielleicht etwas im Körper: Irgendwo spannt sich was an oder entspannt sich. Oder Sie nehmen ein Gefühl wahr, eine Freude, etwas Ärger, oder Traurigkeit oder Leere. Oder Sie beobachten einen zustimmenden Gedanken oder einen ablehnenden oder skeptischen Gedanken.
  • Es gibt keine richtige oder falsche Reaktion. Jede Reaktion ist willkommen. Und mit Reaktion ist das gemeint, was Sie in den ersten fünf, sechs Sekunden wahrnehmen, nachdem Sie den Satz gesagt haben.

Jetzt können Sie das Ganze mal ausprobieren. Hier sind ein paar Sätze, von denen die meisten Reaktionen bei Menschen auslösen.

  • Ich bin liebenswert so, wie ich bin.
  • Alle meine Gefühle sind in Ordnung.
  • Ich darf auch mal Fehler machen.
  • Ich muss es nicht allen recht machen.
  • Ich muss nichts mehr beweisen.
  • Ich darf nein sagen.
  • Mein Leben gehört mir.

Haben Sie Reaktionen wahrgenommen? Eine Anspannung oder Erleichterung? Eine zustimmende oder skeptische Stimme? Ein Gefühl? Was bedeuten diese Reaktionen?

Wenn Sie achtsam waren und eine neutrale Reaktion erlebten, heißt das vermutlich, dass Sie zu diesem Thema keinen inneren Konflikt haben. Doch bei dem einen oder anderen Satz werden Sie entweder eine starke positive Reaktion oder auch eine ablehnende, unangenehme Empfindung erlebt haben. Dann sind Sie vermutlich einem inneren Konflikt auf der Spur.

Denn die Sätze sind ja sehr allgemein gehalten und sie sind positiv. Und Sie sagen sie ja zu sich selbst. Wenn Sie dann einen Widerstand in sich spüren, ist deutlich, dass dies was mit Ihnen zu tun haben muss. Vermutlich haben Sie eine andere „Landkarte“ zu diesem Thema gespeichert. Denn ein Großteil unseres Erlebens ist über Erlebnisse und Beziehungserfahrungen in uns gespeichert.

Und was hat das alles mit Erwachsensein zu tun?

Zusätzlich zu den Punkten zu Beginn dieses Artikels finde ich, dass Erwachsensein sich auch dadurch zeigt, dass man seine größten „Knackpunkte“ kennt. Also jene inneren Knöpfe, die andere Menschen bei uns drücken können.

Manche Menschen reagieren beispielsweise auf Kritik unangemessen heftig. Sie streiten alles ab, sind tief gekränkt, schlagen verbal zurück oder entschuldigen sich unterwürfig. Auch hier kann man annehmen, dass hinter dem jeweiligen Reaktionsverhalten, das der andere ja als deplatziert erlebt, ein innerer Konflikt steckt.

Das Problemverhalten (abstreiten, gekränkt sein, zurückschlagen usw.) ist die Lösung. Natürlich nicht für die aktuelle Situation. Sondern für denjenigen, der es emotional nicht zulassen kann, dass er einen Fehler gemacht hat.

Probiert derjenige nun einen positiven Satz aus nach dem Muster …

„Ich bin nicht vollkommen.“

„Ich brauche nicht perfekt zu sein.“

„Ich darf Fehler zugeben.“

… dann wird er in der Achtsamkeit voraussichtlich keine neutrale Reaktion erleben, sondern einen Widerstand. Will man solche inneren Konflikte genauer kennenlernen und bearbeiten, hilft einem wieder die Achtsamkeit. Ohne angestrengt nachzudenken, kann man innerlich schauen, was einem dazu einfällt.

Oft ist es eine Erinnerung aus der Kindheit oder Jugend, die dazu passt. Und in der man erfahren hat, dass Fehler oder Nicht-perfekt-Sein unangenehme Folgen hatte und in der man „beschlossen“ hat, sich nie wieder eine Blöße zu geben.

Ach, zu dem Artikelthema passend können Sie ja noch ausprobieren, ob Sie erwachsen sind. Sie wissen ja jetzt, wie es geht. Experimentieren Sie mal mit den folgenden Sätzen:

  • „Ich bin erwachsen.“
  • „Ich bin ein erwachsener Mann/eine erwachsene Frau.“
  • „Mein Leben gehört mir.“

Woran erkennen Sie wirklich, ob Sie erwachsen sind?

Ich will hier keine allgemeingültige Definition bringen, denn es gibt viele Anzeichen. Ein paar fand ich in einem Forum ;-)

Sieben Anzeichen, dass Sie wirklich erwachsen sind:

1. All Ihre Hauspflanzen leben und Sie rauchen keine davon.

2. Sie stehen um 06:00 Uhr auf anstatt ins Bett zu gehen.

3. Sie hören regelmäßig den Wetterbericht.

4. Sie wissen nicht, wann McDonald’s zumacht.

5. Sie füttern Ihre Katze mit richtigem Katzenfutter.

6. Eine Flasche Wein für 4 EUR ist kein „ziemlich gutes Zeug“ mehr.

7. Neunzig Prozent Ihrer Zeit, die Sie vor dem Computer verbringen, ist für Ihren Beruf.

Oder woran merken Sie, dass Sie erwachsen sind?

Falls Sie zu dem Beitrag eine Frage haben, schreiben Sie sie hier als Kommentar. Ich antworte Ihnen gern.

Über Roland Kopp-Wichmann

Ich wusste lange nicht, was ich beruflich machen wollte. Begann als Bankkaufmann, probierte mich als EDV-Operator und als Werbetexter aus. Zum Schluss verkaufte ich Versicherungen. Alles ganz erfolgreich aber es befriedigte mich nicht.

Dann wollte ich studieren, musste dazu aber erst das Abitur nachholen. Zweieinhalb Jahre mühevolle Jahre noch mal Gallischen Krieg übersetzen und Infinitesimalkram.

Weil der Notenschnitt für mein Wunschfach nicht reichte, ging ich zum Warten ein Jahr nach Israel in den Kibbuz. Grapefruits pflücken, Hühner schlachten und Fahrräder reparieren. 



Mittlerweile bin ich 62 Jahre alt, arbeite seit über dreißig Jahren als Trainer und Coach mit Menschen. In den letzten Jahren habe ich noch das Schreiben entdeckt.
Daraus sind mittlerweile ein Persönlichkeits-Blog und die zwei Bücher "Frauen wollen erwachsene Männer" und
"Ich kann auch anders: Psychofallen im Beruf erkennen" entstanden.

Ich mache also endlich das, was ich am liebsten mache – und was ich wohl auch am besten kann.

Auch interessant?

Wie viele Sterne bekommt der Beitrag von dir?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (38)
Loading...
 

Teilen macht Freude und Freunde:

 

Das eigene Leben besser machen

Deine Anmerkung zu diesem Beitrag?

Kommentare

  • Vielen lieben Dank,

    in Ihrem Worten sehe ich mich wieder. War immer eine graue Maus. Hab nie gelernt mich zu akzeptieren, wie ich bin. Da ich ein sehr negativ eingestellter Mensch bin und mir auch das Selbstvertrauen fehlt,komm ich ganz schnell an meine Grenzen. Ich mache immer wieder die gleichen Fehler. Aber nun weiß ich, das ich auch das Recht dazu hab Fehler zu machen.

    Über mehr gute Ratschläge bin ich sehr dankbar

  • Wow!
    Bei “Ich darf auch mal Fehler machen” habe ich bitterlich zu schluchzen angefangen. Mir war sofort klar, dass ich auf etwas sehr Großes gestoßen bin. Es ist befreiend das so deutlich zu spüren und zu sehen.
    Ich bin in einem Hygiene-Ordnungs-Wahn-Gefängnis aufgewachsen und musste mich an ganz viele sehr bestimmte Regeln halten.
    Für mich war das “normal” obwohl ich mich gewehrt hab und wusste, dass es das nicht ist.
    Ein grausames Spiel in dem man fast immer etwas FALSCH macht.
    Dazu noch von einer narzistische Persönlichkeit, die einem ohnehin immer die Schuld zuweist.

    Ich habe also fast mein Leben lang das Gefühl, dass alles was ich mache falsch ist und wenn es nicht perfekt ist, es nicht relevant ist.
    Ich bin mittlerweile 31 Jahre alt und habe keine meiner begonnenen Ausbildungen fertig gemacht, kann mich nur schwer konzentrieren, bin unruhig, ungeduldig und es ist schwierig nicht nervös zu werden bei dem Gedanken eine weitere Entscheidung zu treffen.
    Ich lebe unter der Armutsgrenze, bin ganz alleine und traue mich kaum etwas Neues zu beginnen, weil die Gefahr droht erneut zu versagen.
    Ich bin ein geschickter, wiffer, schnell begreifender, lieber Mensch der alles gut machen will und ich kann es nicht um- und einsetzen. Das ist so frustrierend.

    Ich wusste das vorher schon, aber es war mir nicht so bewusst. Durch diesen Satz und das Erfühlen und meine Reaktion darauf ist es richtig klar geworden.
    Hat mir gerade sehr geholfen.
    Vielen Dank! :)

    Natürlich freue ich mich auch über eine Antwort und vielleicht ein, zwei Tipps für Menschen die bei diesem Satz eine so starke Reaktion zeigen.

    Mäxi

  • Sätze wie “ich bin liebenswert” bringen mich von der einen auf die andere Sekunde zum heulen wie ein Schlosshund und ich bin tot traurig. Ich verstehe nur nicht wieso, obwohl ich schon lange davon weiß.

  • Erwachsen sein bedeutet auch sich dem infantilen Familienclan zu entziehen und dessen Trotzreaktionen mit einem herben Männer-Furz zu quittieren.

    Und in einer Gesellschaft die Erwachsen sein über Status und Leistung definiert, da bin ich gerne Kind. Überhaupt soll der Mann in der BRD der Esel sein und die Bedürfnisse der Frauen, Minderheiten, Regierungen, Weltretter-Aktionen mit seinen Steuern bezahlen. Als Dank bekommt er eine gehässige und niederträchtige Scheidungsindustrie an den Hals gebunden, eine respektlose Frau und eine männerfeindliche Medienlandschaft geboten.

    Da bin ich erwachsen, habe das frühzeitig durchschaut und lebe lieber als zu arbeiten ohne Vater zu werden und mit wechselnden Frauen die in hohem Bogen fliegen sobald die Pflaume zwischen den Beinen vertrocknet oder die Birne da oben Migräne bekommt.

    Lachen ist gesund und ich werde auch noch mit 50 darüber lachen meine preisverdächtigen braunen Würste zum Schock des Nächsten, einfach so in der Schüssel liegen lassen. Auf so eine narzisstische Gesellschaft ist nämlich geschissen.

    2 Tage die Woche arbeiten reicht aus und den Rest der Zeit verbringe ich mit was mir Spaß macht. Und das mich es nicht interessiert ob das andere für kindisch halten mag ich an mir.

    Ich mag mich.

    :-)

  • Hallo, was ist denn, wenn man einige seiner Konflikte gelöst hat und sich gut fühlt und aus irgendeinem Grund passiert etwas Unvorhergesehenes und man vergisst das alles wieder. Muss man dann von ganz vorn anfangen? Was würden Sie raten? Vielen Dank.

  • Da ist sie wieder die 80/20 Regel. Leider ist es nicht so, dass die Dinge okay sind, wenn wir sie nur zu 80% erledigt haben. Fehlen 20% (zwanzig Prozent, ein Fünftel!) am Ergebnis, geht die Sache so gut wie immer schief. Folgeschäden entstehen, Reklamationen kommen und am Ende hat die Angelegenheit x mal mehr Zeit, Geld und Nerven gekostet, als wenn man sie gleich richtig gemacht hätte. 80/20-arbeiten kann man, wenn man sich als Mitarbeiter irgendwo seine Arbeit schnell vom Hals schaffen will, nach mir die Sintflut, Hauptsache vom Tisch. Als Arbeitgeber ist man gut bedient, bei seinen Mitarbeitern Sorgfalt zu honorieren. Und auch als Selbständiger tut man sich mit einem 100%-Ergebnis in 100% Zeit mehr zu Gefallen als mit 80/20, das am Ende 200% der Zeit erfordert. Man muss ja nicht tausendprozentig sein, aber hundertprozentig muss es doch oft genug sein.

    • Bettina

      Hallo Roland.
      Ich erkenne mich sehr gut wieder, weil ich auch häufig zu spät komme, seien es nur ein paar Minuten, oder eben die viertel Stunde.
      Welche Ansätze könnte ich nutzen um von den offensichtlich unterbewusst geschaltenen Themen über Aufmerksamkeit & Status bzw. Autonomie los zu kommen?
      Mein bisheriger Gedanke belief sich auf: wenn ich 5 min vorher zu einem Termin erscheine, verliere ich 5 min, in denen ich andere Dinge erledigen hätte können.
      Freundliche Grüße
      Bettina

    • Roland Kopp-Wichmann

      Hallo Ulrike,
      das sehe ich anders. Die entscheidende Frage ist, wann ist etwas 100prozentig? Zum Beispiel ein Vortrag, eine Präsentation, ein Konzert, das Angebot an einen Kunden?

      Die Zuhörer in einem Vortrag beispielsweise wissen gar nicht, worüber man alles hätte sprechen können. Welche Quellen man alles zitieren könnte – und in welcher Ausführlichkeit. Das weiß nur die Perfektionistin.

      Eine 80%prozentige Lösung darf auch mal einen Fehler enthalten. Der Pianist darf auch mal einen Patzer machen, wenn die Zuhörer emotional von seinem Spiel berührt werden. Das Emotionale ist aber selten perfekt. Und der Zuhörer, der an das 2-Stunden-Konzert nur den Patzer erinnert, ist vermutlich kein Musik-Liebhaber, sondern ein Perfektionist.

      Woran viele Perfektionisten leiden, ist ja auch, dass sie selbst nie wissen, wann es nun hundertprozentig ist und deshalb es noch zehnmal durchlesen und immer noch was finden …

      Danke für Ihren Kommentar.

    • Roland Kopp-Wichmann

      Hallo Bettina,
      indem Sie sich von dem Zwang frei machen, jede Minute optimal nutzen zu müssen.
      Probieren Sie aus, beim nächsten Meeting fünf Minuten früher da zu sein. Genießen Sie die Wartezeit, stimmen Sie sich einfach auf das Thema und die Besprechung ein.

      Am Ende des Lebens zählt vor allem, dass wir gelebt haben. Nicht, dass wir alle Dinge erledigt haben. Wer so lebt, hat auch auf dem Totenbett noch eine To-do-Liste, die nicht ganz abgearbeitet ist.

      Danke für Ihre Frage.

  • Hallo Andrea,
    zu Ihrer Frage nach dem inneren Konflikt bei Unpünktlichkeit. Da gibt es meiner Erfahrung nach zwei.

    Wer regelmäßig fünfzehn Minuten oder mehr zu spät kommt, hat meist ein Thema mit Aufmerksamkeit und Status. Er würde sich klein und unbedeutend fühlen, wenn er pünktlich da wäre und zwischen all den anderen Normalos sitzen würde.

    Wer pünktlich zwei oder drei Minuten zu spät kommt, hat on der Regel ein Thema mit Autonomie. Er fühlt sich durch einen vereinbarten Termin in seiner Freiheit eingeschränkt und unter Druck gesetzt. Deshalb kann oder will er nicht zum festgesetzten Termin kommen, weil er das als blinden Gehorsam erlebt. Er kommt zu “seiner” oder “ihrer” Zeit. Die zwei Minuten sind dann ein guter Kompromiss zwischen “ich lass mir nichts befehlen” und “ich komm wann ich will.”

    Die Betreffenden lehnen natürlich solche Erklärungen ab. Das ist auch klar, weil der Konflikt eben unbewusst ist. Sie sagen: “Ich will ja pünktlich sein, aber ‘es” passiert.”

  • Hallo Roland,
    hallo Manni,

    @Roland – tja, natürlich nehme ich nur die “Nicht-Wertschätzung” wahr, sonst würde das Spiel ja nur halb so viel Spaß machen :-) Und ja, nach den ganzen Jahren weiß ich (nicht nur) das viel zu persönlich nehme. Und das mit der guten Erklärung kenne ich nur zu gut. Und ich würde auch – wie gesagt – denken, dass ich auf einem guten Weg bin. Und je nach dem klappt das eben besser oder schlechter. Und mein Kopf weiß es schon sehr lange, dass es wenig mit mir zu tun hat, umso mehr mit meiner Interpretation der Situation…Trotzdem würde mich immer noch interessieren, welcher innerer Konflikt der Zuspätkommer hierüber löst?
    @Manni – danke für Deinen Kommentar. Wenn ich die Besprechung selbst leite, mache ich das genauso. Nach ein paar Mal wissen es die Beteiligten und sie richten sich danach oder auch nicht. Aber ich wiederhole eben nicht die halbe Besprechung, weil alle drei Minuten jemand dazukommt. Und wenn ich nur Teilnehmer bin, nehme ich mir für die Wartezeit etwas zu tun mit. Da das aber im Endeffekt nur Ausweichtaktiken sind, versuche ich an guten Tagen nur wahrzunehmen, wie ich die Situation wahrnehme, um mich in Sachen “alles zu persönlich nehmen” auch weiterzuentwickeln.

  • Hallo Roland,

    danke für den guten Artikel. Eine Frage bleibt mir allerdings offen, vielleicht weigere ich mich auch, es zu finden. Es geht um Ihr letztes Beispiel mit der Unpünktlichkeit. Ich gehöre – leider – zur anderen Fraktion. Da mein inneres Kind und ich es noch nicht gelernt haben, uns selbst wertzuschätzen, drückt Unpünktlichkeit bei mir den Knopf “Ich werde nicht gewertschätzt”, keine sehr glückliche Verbindung bei einem alltäglichen, beruflichen Vorgang. So weit bin ich immerhin. Nun würde mich rein neugierigkeitshalber interessieren, welcher innerer Konflikt hinter der Unpünktlichkeit steckt. Ich möchte (hoffentlich) das Pferd nicht von hinten aufzäumen, aber vielleicht verstehe ich die Unpünktlichen dieser Erde besser. Am anderen arbeite ich weiter – versprochen :-).
    Danke und Gruß
    Andrea

    • Roland Kopp-Wichmann

      Hallo Andrea,
      Verhalten an sich ist erst einmal neutral. Es bedeutet nichts per se. Natürlich leben wir Menschen so nicht, sondern interpretieren alles. Das ist auch in Ordnung, wird nur dann problematisch, wenn wir unsere Interpretation für die Wahrheit halten.

      Unpünktlichkeit gibt es nur in einer Kultur, wo Uhren und Zeit für wichtig gehalten werden. Andere Gemeinschaften verabreden sich bei Sonnenuntergang am Fluss. Keiner ist unpünktlich und deren Meeting fängt auch irgendwann an.

      Bei Ihnen löst “Unpünktlich” eines anderen “mangelnde Wertschätzung” aus. Ihre Kollegin denkt vielleicht über denselben Menschen “Typisch, kommt immer zu spät.” Mit anderen Worten, Sie nehmen das Verhalten des Unpünktlichen zu persönlich. Vielleicht ist das sogar von demjenigen so beabsichtigt (Die sollen ruhig warten. Ohne mich fängt’s nicht an.” Ist eine häufige Strategie von Rockstars bei Konzerten.)

      Doch dazu gehören zwei. Den anderen können Sie nur bedingt beeinflussen, aber einen Versuch ist es vielleicht wert, indem Sie äußern, dass Sie das Zuspätkommen stört. Vermutlich kriegen Sie als Antwort aber nur eine gute Erklärung.

      Einen Ausweg deuten Sie ja schon. Sie verlagern in diesem Moment Ihre Wertschätzung beim anderen. Interessanterweise bei dem einen, der zu spät kommt. Und was ist mit all den anderen, die mit Ihnen im Meeting sitzen und pünktlich waren. Fühlen Sie sich von denen wertgeschätzt?

    • Manni

      Hallo Andrea,
      auch wenn ich mich nicht zu sehr ärgere, wenn jemand zu spät kommt, so handle ich nach dem Motto “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben”, will heißen, ich fange eine Besprechung einfach mit den Personen, die da sind, an (ein paar akademische Minuten räume ich aber schon ein). In der Regel gibt es immer Punkte zu besprechen, wo die fehlende Person nicht notwendig ist. Die Tagesordnung muss evtl. angepasst werden. Wenn’s natürlich nur ein Zweiergespräch ist oder die Person SEHR wichtig ist, klappt das natürlich nicht immer.

      Ansonsten glaube ich aber schon, dass jeder Mensch ausreichende Gründe (für sich) hat, die ein Zu-spät-kommen rechtfertigen. Auch wenn ich dies vielleicht nicht verstehe und in seiner Situation auch nicht so handeln würde und es auch nicht für richtig halte.
      Und doch kann ich akzeptieren, dass er anders ist als ich und deshalb auch andere Wertvorstellungen hat.

      Ich kann ihm natürlich trotzdem meine Gefühle spiegeln.

      Schöne Grüße
      Manni

  • Erwachsen sein heißt für mich, dass ich die Verantwortung für mich selber übernehme.
    Dass ich andere Meinungen, Gefühle, Lebensentwürfe etc akzeptiere, ohne missionieren zu wollen. Dass ich toleranter im Umgang mit anderen werde, aber dennoch eigene Grenzen setzen kann, weil ich mich kenne und weiß, was gut für mich ist.
    Erwachsen sein heißt für mich also, mich selber wichtig zu nehmen, gut für mich zu sorgen, mir vertrauen zu können, mir selber Vater und Mutter zu sein, und deshalb ebenso wertschätzend auf andere Menschen zugehen zu können. Ich bin gern erwachsen, Ich genieße es, das tun und lassen zu können, was ich für richtig halte.

    • Roland Kopp-Wichmann

      Hallo,
      hört sich sehr gut an – und erwachsen. Eröffnet ganz viele Möglichkeiten, betont die Verantwortung ohne sie als Last zu erleben. Berücksichtigt den kindlichen Teil ohne ihn zu idealisieren.
      Sehr schön gesagt.

  • Hallo Roland,

    feiner Artikel mit tauglichen Ansätzen zur Selbsterkundung”. Hat einige bekannte, aber verschüttete, Ansätze mal wieder auf die aktuelle To-Do-Liste gesetzt.

    Reingeklickt habe ich aber weil du einen speziellen Trigger ausgelöst hast: Die “Vorsorge-Untersuchungen”.

    Hier halte ich die Vermeidung tatsächlich oft für die echte Lösung.
    Vorsorge ist (bei Männern und Frauen) durchaus umstritten. Eines der Stichworte hierzu ist der NOCEBO-Effekt. Habe ich auf meinem Blog auch schon mehrfach beleuchtet, da ich hier große Risiken für die persönliche Gesundheit sehe. Ich denke es wird, speziell in Deutschland, letztlich viel zu viel “vorgesorgt”. Weniger wäre hier mehr.

    Herzliche Grüße
    Ralf

    P.S.: Erwachsen wirst du wenn:
    1. Du mehr Essen als Bier im Kühlschrank hast
    2. Jeans und ein Pulli dich nicht mehr als “schick angezogen” qualifizieren
    3. Du nicht mehr zu Hause trinkst, bevor du ausgehst, um so Geld zu sparen …

    • Roland Kopp-Wichmann

      Hallo Ralf,
      zum Thema “Vorsorge” zwei Gegenfragen:
      Würden Sie ein Auto ohne Tankanzeige kaufen?
      Bringen Sie Ihr Auto regelmäßig zur Inspektion?

      Ich halte viel vom Placebo- bzw. Nocebo-Effekt. Aber man kann nicht alles dem magischen Denken zuschreiben.

  • Hallo Roland,

    zunächst noch vielen Dank für den interessanten Artikel, in dem auch ich mich an vielen Stellen wiederfinde. Auch ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit der Erforschung meiner Seelenlandschaft und den Ursachen meines Verhaltens. Letzere sind mir in den meisten Fällen mittlerweile absolut klar, nur damit ist es ja nicht getan. Nur weil ich weiß warum ich ticke wie ich ticke, habe ich das Problem ja nocht nicht beseitigt. Diese Verhaltensmuster haben sich ja meist bereits in der Kindheit eingebrannt und laufen vollkommen autark ab.

    Mir fehlt ein praktischer Lösungsansatz, diese Muster zu druchbrechen. Bei Ihrer Antwort auf Danielas Kommentar zeigen Sie einen ersten Lösungsansatz auf, den ich auch bereits praktiziert habe. Ich konnte sogar einigen Verursachern in den letzten Jahren verzeihen. Dennoch laufen die Programme weiter. Ich weiß auch, dass ich “Schöpfer” meines Lebens bin und dass ich mit meinen Gedanken meine Realität erschaffe – und viele meiner Gedanken will ich gar nicht denken, dennoch spuken sie durch meinen Kopf. Vom Verstand her ist mir vollkommen klar, dass diese Gedanken nicht wahr sind – aber wie sag ich das meinen Gefühlen?

    Herzliche Grüße
    Gudrun

    • Roland Kopp-Wichmann

      Hallo Gudrun,
      das rein verstandesmäßige Erkennen reicht nicht. Zu einer Veränderung tief sitzender Überzeugungen braucht es meist eine starke emotionale Beteiligung.

      Das erreicht man entweder dadurch, dass man sich seinen Ängsten stellt. Also genau das tut oder riskiert, vor dem man Angst hat.

      Eine andere Art ist, es in einer vertrauensvollen Beziehung gefühlsmäßig zu bearbeiten. Das kann eine Psychotherapie sein oder ein Persönlichkeitsseminar, wie ich sie leite.

      Vom Verzeihen halte ich übrigens nicht viel. Vor allem, wenn man sich anschickt, den Eltern etwas verzeihen zu wollen. Das halte ich für nicht angemessen. Besser ist es, das zu akzeptieren, was geschehen ist und seinen Frieden damit zu machen. Das klingt jetzt leichter als es ist. Beim Verzeihen stellt man sich über den anderen, aber so löst man sich nicht.

  • Mir will nicht so recht einleuchten, was so unbedingt toll sein soll am erwachsen werden/sein. Nun ja, vielleicht sind es ja einfach auch nur die Begriffe, die unterschiedlich interpretiert werden.
    Mit “erwachsen sein” verbinde ich Berechnung, “Sinn haben”, “vernünftig sein”, “nur etwas mit Grund tun” usw.
    Alles Dinge, die wohl notwendig sind in unserer Welt, die unsere Welt aber auch so machen wie sie ist: eben nicht immer liebevoll.
    Mit “Kind sein” verbinde ich “in sein Spiel ganz aufgehen”, “etwas ganz und gar tun” (ohne nach dem Warum und Wieso zu fragen, mit Liebe), “etwas vollkommen verrücktes zu tun” und und und.

    Und ich bin davon überzeugt, dass unsere Welt lebenswerter wäre, wenn wir uns mehr an unser Kind-sein erinnern würden und entsprechend handeln könnten.

    Das einzige, dass nicht gut am Kind-sein ist, ist, dass die Kinder viel zu oft durch die Erwachsenen manipuliert und verbogen werden.
    Und das wirklich Gute am Erwachsen-sein ist für mich, dass ich dies erkennen und tranzendieren kann und mich von den “Erwachsenen” wirksam abgrenzen kann.

    Schöne Grüße
    Manni

    • Roland Kopp-Wichmann

      Hallo Manni,
      Erwachsen sein und mit dem spielerischen Qualitäten des Kindes verbunden zu sein, ist ja kein Widerspruch. Wichtig ist, ob man die jeweiligen Zustände an die Situation anpassen kann.

      Im Fall Guttenberg , finde ich, kann man sehen, wie jemand eine kindliche Strategie (hab nix gemacht, na vielleicht ein bißchen, also gut – aber schuld haben die anderen, jetzt habe ich doch alles zugegeben…) fährt ohne dies zu merken. Eine erwachsene Haltung wäre gewesen, früh den Fehler zuzugeben, sich zu entschuldigen. Aber die Überschrift meines Artikels beschreibt ja das Dilemma.

  • Für mich ist der wichtigste Satz in ihrem Artikel, der zum Erwachsen werden führt: “Ich darf auch mal Fehler machen”

    An dieser Stelle ist mein innerer Konflikt verborgen an dem ich arbeite und aufgrund dessen ich schon sehr verletzt worden bin und starke auch starke Schuldgefühle entwickelt habe.

    Wir sind meine ich genau zum Gegenteil erzogen: du bist erwachsen, wenn du keine Fehler mehr machst, oder wenn du sie möglichst gut verbirgst oder Bestrafung aushältst statt “dein Leben in die Hand zu nehmen.”

    Damit ist für mich auch der Kern dessen ausgedrückt, was ich als erwachsen empfinde und sehr schmerzlich vermisse:
    Verantwortung für sich und sein Handeln übernehmen.
    Damit ist alles abgedeckt, was Sie in allen Ihren Sätzen ansprechen, finde ich:
    Ich bin verantwortlich für das was ich bin, für das was ich fühle. Ich rechtfertige oder entschuldige mi ch nicht dafür. Ich kann dafür gerade stehen warum ich so fühle und so bin, wie ich bin.
    Ich brauche mich nicht zu verstecken.

    Wenn ich ja sagen, wenn ich nein sage: ich übernehme dafür die Verantwortung für mich selber.

    Und ich übernehme die Verantwortung für mein Leben, das so ist wie es ist und nicht anders. Es ist genau das richtige Leben – sonst wäre es anders.

  • Hallo, habe den schönen Artikel gelesen und auch alle Kommentare.
    Bei drei Sätzen, gab es eine Reaktion aber nicht im Sinne von Blockaden, sondern von Öffnen der Scheunentore.
    Weder sind meine Gefühle in Ordnung, noch darf ich Fehler machen und das Gefühl für das eigene Leben ist auch sehr bedrückt!
    Wie löse ich nun die Konflikte aus ihrer Sicht?!

    Lieben Gruß Daniela

    • Roland Kopp-Wichmann

      Hallo Daniela,
      wenn Sie “negative” Reaktionen auf einen Satz beobachten, ist das ein Hinweis auf einen inneren Konflikt. Bei Ihnen offensichtlich im Bereich “Gefühle in Ordnung”, “keine Fehler machen” und “das Gefühl für das eigene Leben”.

      Hilfreich ist es zu verstehen, dass Ihre jetzigen Reaktionen mit großer Wahrscheinlichkeit Bewältigungsstrategien auf Situationen in Ihrer Kindheit und Jugend sind. Diese Situationen gilt es aufzuspüren. In welcher Situation Sie zum Beispiel hörten oder erlebten, dass Fehler schlimm sind, nicht sein dürfen.

      Diese Situationen gilt es dann “durchzuarbeiten.” Einerseits verstandesmäßig, aber vor allem emotional. Hilfreich ist es manchmal, einen Brief an den betreffenden Elternteil zu schreiben nach dem Motto “Was ich dir schon immer mal sagen wollte.” Den Brief müssen Sie nicht abschicken, er ist vor allem für Sie selbst.

  • @ Susanne
    @ Roland
    vielen Dank für die (erneuten) Anregungen die mich mitten ins Herz trafen.
    Ich bin schon lange in diversen Bereichen unzufrieden aber ich schaffe es einfach nicht MICH für MICH einzusetzen.
    Im beruflichen Umfeld funktioniere ich perfekt aber bei den eigenen Themen kneife ich.
    Ich hatte heute Nachmittag einen Anflug einer Idee mein Leben zu verändern und nun kommt noch der Artikel von Herr Kopp-Wichmann dazu und hilft mir meinen Gedanken weiter zu spinnen.
    Herzlichen Dank dafür.

    Reiner

    (Bevor dann die Fragen kommen: Meine Themen sind eine nicht erfüllende Ehe, die drohende Kündigung und eine chronische Krankheit. Jedes für sich ist kein Problem aber in der o.g. Konstellation ist es für mich schwer auszuhalten und schreit nach MEINEM Tun)

    • Roland Kopp-Wichmann

      Hallo Reiner,
      das hört sich schlimm an, womit Sie da zu kämpfen haben. Vielleicht wäre es gut, sich professionelle Unterstützung zu holen. Das wäre dann schon ein erster Schritt, sich selbst ernster zu nehmen.
      Manche Themen kann man schwer alleine lösen, weil man für die unbewussten Ursachen blind ist.

  • Hallo zusammen,

    habe den Artikel und die vielen Kommentare gelesen. Persönlichkeitsentwicklung, “erwachsen werden” und interdependent agieren sind Themen, die mich seit 10 Jahren begleiten. Trotdem kam mir beim heutige Lesen des Artikels immer wieder eine Frage in den Sinn: Warum soll ich soooo erwachsen sein? Warum soll ich jetzt 10 Std. arbeiten, weil ich eine Stunden meine Mails gelesen habe ;-)?
    Seit ich nicht mehr auf der “Suche” bin – seit ich meine Kindheit und mich so akzeptiere, wie ich war und bin. Seitdem bin ich mit jedem Tag zufrieden.
    Warum soll ich mich mit dem “Idealbild” eines erwachsenen Mannes vergleichen? Macht vergleichen nicht automatisch unglücklich? Ich bin einzigartig – ob erwachsen oder kindlich ist mir da ziemlich egal. Vielleicht müssen wir noch viel mehr von den Kindern lernen….
    Viele Grüße
    Michael

    • Roland Kopp-Wichmann

      Hallo Michael,
      es stimmt, Vergleichen kann schnell unglücklich machen. Aber es geht ja gar nicht um das “Idealbild” eines erwachsenen Mannes.

      Ich verstehe Erwachsensein vor allem als ein Bewusstmachen und Ablegen von kindlichen Ängsten und pubertären Strategien. Erwachsensein ist ja hoffentlich kein enges Korsett, sondern ein Zuwachs an Möglichkeiten.

  • Hallo,

    sehr schöner Artikel, hat mir gut gefallen. Für mich bedeutet “erwachsen sein”, sich mit der eigenen Persönlichkeit zu beschäftigen, also auch eigene Fehler vor sich selber und ggf vor anderen eingestehen zu können. Und natürlich sich auch selber zu loben, wenn etwas gut gelungen ist. Außerdem glaube ich, dass Frau/Mann erwachsen ist, wenn es einem gelingt, das “innere Kind” zu spüren und sich diesem ab und zu (am besten so oft es geht!);-) zu widmen.

    Viele Grüße,
    Frauke König

    • Roland Kopp-Wichmann

      Hallo Frauke,
      Sie schreiben ganz richtig: “sich mit der eigenen Persönlichkeit zu beschäftigen, also auch eigene Fehler vor sich selber und ggf vor anderen eingestehen zu können.”

      Doch nach der Definition sind viele Menschen, wie z.B. auch etliche unserer Politiker, nicht erwachsen. Oft sind sie identifiziert mit einer Rolle des Erwachsenen. Dazu gehört auch, wie Sie schreiben, ein Kontakt zum “inneren Kind”. Vor allem auch zu den verletzten Teilen des Kindes. Denn daraus sind etliche der “erwachsenen” Strategien entstanden.

  • Meine Meinung dazu ist, dass ein Mensch dann erwachsen ist,
    wenn für sie/ihn folgendes zutrifft:

    1. Sein eigener Gestalter ist ==> proaktiv sein
    2. Vollumfängliche Verantwortung für sein Handeln übernimmt
    (schon am Anfang das Ende im Sinn hat).
    3. Das Wichtigste (nach eigener Definition und
    Prioritätenbildung) zuerst tut – das Unwichtige ganz
    lässt.

    Wer 1. – 3. schafft, ist unabhängig.

    Wer folgendes beherzigt, ist interdependent:

    4. Gewinn/Gewinn denken verinnerlichen und befolgen.
    5. Mit anderen Menschen kooperieren und Synergien nutzen.
    6. Erst verstehen und dann verstanden werden will.

    Wer unabhängig ist (persönlich, emotional, finanziell) hat schon viel erreicht. Allerdings braucht unsere Gesellschaft Menschen, die kooperieren und Herausforderungen zusammen mit anderen meistern.

    Richtig erwachsen, ist man erst, wenn man interdependent agiert.

  • Mit viel Schmunzeln habe ich den Text gelesen und oft genickt, im Sinne von: Ja, so geht es. Und besonders leicht geht es eben mit Humor. Und seit ich meine Katzen nicht mehr zum Zimmerpflanzenrauchen animiere geht es auch denen gut.

    Danke
    Iris

  • Mir geht gerade ein Licht an.:-)
    Danke für den Artikel.
    Ich komme immer gerade noch pünktlich zur Arbeit.
    Seit Monaten ist da eine latente Unzufriedenheit. Ich setze mich ein, arbeite mehr als Andere. Aber ich bekomme keine Anerkennung.
    Ich glaubte, frei von diesem Wunsch zu sein..von Anderen Anerkennung zu brauchen.
    Und bin in meine eigene Falle getappt!

    • Roland Kopp-Wichmann

      Hallo Regina,
      ich glaube, kaum jemand ist frei von dem Wunsch nach Anerkennung. Wozu auch?
      Anerkennung ist die praktische Folge davon, dass wir von anderen Menschen abhängig sind, dass wir verbunden sind. Und dass wir selten etwas “um der Sache wegen” allein tun.

  • Die Heilung des inneren Kindes. Wie sich so alles fügt im Leben. Mit diesem Thema beschäftige ich mit seit einiger Zeit. Dass ich und das Thema jetzt bei ‘Zeit zu leben’ auftauchen… es gibt keine Zufälle :-) Hat hier einer Erfahrung mit den 8 Phasen nach Erikson?

  • Danke, Herr Kopp-Wichmann, für diesen aufschlussreichen Artikel! “Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung”, sagt der Volksmund. Dass das stimmt, kann ich bestätigen aus eigener Erfahrung. Wenn unser Umfeld uns als nicht-erwachsen erlebt, dann weil etwas in unserem Verhalten ebendies signalisiert.
    Sie beschreiben sehr einfach, wie man sich selbst auf die “Schwäche” (nicht Schliche) kommen kann: Aufmerksamkeit für die inneren Vorgänge. Das kann man natürlich provozieren, wie Sie es empfehlen, oder auch tagtäglich trainieren in Alltagssituationen. Letzteres liegt mir persönlich näher. Dazu ist es hilfreich, einfach mal tief Luft holen, bevor man reagiert, um das alte Verhaltensmuster in einer aktuellen Situation zu stoppen und “abzubiegen”.
    Für manch Anderes (Zuspätkommen, Zeit am PC vertrödeln z.B.) braucht es oft “nur” ein bisschen mehr Selbstdisziplin, …was wiederum zum Erwachsensein dazugehört :-).
    Herzliche Grüße
    Angelika Fleckenstein

  • Hallo liebe Leser,
    also ich habe auch mal geschaut und den Glaubenssatz gefunden “erwachsen sein tut weh”
    Bekomme ich jetzt bitte auch ein Bienchen?
    Roland, wann kommst du endlich in meine Radiosendung. Ich moechte mit dir ueber erwachsene Maenner sprechen.
    Viele Gruesse
    Anja Jeffries

  • Es ist die Atmosphäre der Natürlichkeit, die mich berührt und in die ich mich hineingezogen fühle.

    • Roland Kopp-Wichmann

      Freut mich sehr, dass Ihnen mein Beitrag gefällt.
      Was hat Sie besonders angesprochen?

  • Ach so, woran ich merke, dass ich erwachsen bin – ich wusste nicht, dass McDoof an Heilig Abend bereits um 14.00 Uhr zu macht… ;-)

    Spaß bei Seite, ich merke es daran, dass ich mir zum Beispiel selten unnötig Gedanken darum mache, was jemand anders über meine Aktionen denken könnte. Oder ich verfalle in keine Aufräum- und Putzhysterie mehr, wenn sich Besuch von meiner perfekten-Hausfrau-Mutter ankündigt (wäre vor ein paar Jahren undenkbar gewesen). Außerdem habe ich damit aufgehört Vermutungen darüber anzustellen, wer wie was mit welchem Kommentar gemeint haben könnte, sondern frage direkt nach. Ich erwarte nicht umgehend eine Reaktion auf meine sms (es sei denn es ist wirklich dringend). Ich kann ganz oft “nein” sagen UND ich rechtfertige mich nur noch selten.

    Das sind riesen Fortschritte für mein Verhalten im Vergleich zu noch vor einigen Jahren :-)

  • Liebe Susanne,
    schön, von einer erfahrenen Selbsterfahrungsreisenden zu lesen, was es für ein langer Weg sein kann aus dem Status des “inneren Kindes” zum Erwachsenen zu werden (ohne das Kind in sich aufgeben zu müssen.)

    Leider kennen sich die meisten Menschen zu wenig, wissen nicht, was sie treibt und müssen dann meist in irgendeiner Form den Preis zahlen. Kann man gerade an dem tragischen Beispiel von Herrn Guttenberg studieren.

    Dessen Antwort auf den Satz “Ich muss nicht mehr beweisen.” hätte mich interessiert.

  • Erwachsen werden wir manchmal auch erst mit 40……

    Sehr gelungener Artikel, lieber Herr Kopp-Wichmann :-)

    Es ist kaum zu glauben, was wir so Alles im Alltag gestemmt kriegen und wie wir gleichzeitig vom orientierungslosen inneren Kind begleitet werden. Besonders zu merken, finde ich, ist das, wenn Menschen sehr emotional reagieren oder sich in Negativspiralen verheddern. Je größer die Widerstände bei den Menschen sind, wenn die Vermutung aufkommt, es könne innere Konflikte geben, die mit der Kindheit zu tun haben, desto sicherer ist man auf dem Weg der Zielgeraden zum Volltreffer.

    Wenn man ein wenig mit der Frage nachbohrt, woher derjenige oder diejenige das Gefühl/die Emotionen aus der Vergangenheit bereits kennt oder wer sich aus der Herkunftsfamilie genauso verhält/verhalten hat, der wird oft erst stutzig und danach folgt ein erstaunter Wiedererkennunswert des aktuellen Verhaltens. Diese Erkenntnis ist sogar oftmals mit einem Gefühl der Scham gekoppelt. Spätestens an diesem Punkt gelangt das Gegenüber ins Grübeln und man ist dem Konflikt, um den es geht, auch schon auf der Spur.
    Das Schöne daran ist, dass der Betroffene die Chance hat, das Geschehen/Verhalten aus einem völlig neuen Blickwinkel zu betrachten. Diese Perspektive ist ein wichtiger Schritt, um eine Veränderung der eigenen Situation herbeizuführen.

    Ich selbst habe viel eigene Erfahrung mit den angesprochenen Glaubenssätzen gemacht. Vor zwei Jahren war es mir nicht einmal möglich den Satz “Ich muss nichts mehr beweisen” über die Lippen zu bringen. Auf der Reise in die Vergangenheit (so ins Alter zwischen 9 – 16), kam ich gemeinsam mit meinem Coach dem, was dahinter steckte, auf den Grund. Es war definitiv immer noch das Gefühl, ich müsse meiner Mutter etwas beweisen.
    Lange Geschichte, aber die Arbeit mit dem Beweis-Satz und “Ich muss es immer allen Recht machen” (nur mir selbst nicht…) und der darauf folgenden Aufdröselung, um was es wirklich geht, hat mein Leben drastisch verändert.
    So feiere ich Heilig Abend inzwischen so wie ICH es will, nämlich mit meinen beiden Mädels ohne jegliche Verwandtschaft allein bei uns in aller stressfreien Gemütlichkeit bei einem Essen UNSERER Wahl, einem späten Spaziergang um die Häuser in der Stadt (vorzugsweise bei Schnee) und der Einkehr zu einem Glühwein und zwei Tassen heiße Schokolade mit viel Sahne im Lieblingscafé :-)

    Ich finde es entlastend, wenn man die Konflikte erkannt hat, denn das Aufspüren und Verarbeiten steigert die Lebensqualität um ein Vielfaches. Das Schlimmste für mich war z.B. dass ich mich immer getrieben fühlte. Dem lag wiederum ein innerer Konflikt zugrunde und seit einem depressiven Zusammenbruch vor fast drei Jahren, ist das Gefühl endgültig verschwunden.

    Jeder der bereit ist, mehr über sich zu erfahren, sollte sich ei biche Zeit nehmen und mit diesen Sätzen auseinandersetzen – es lohnt sich sicher. Am besten mit der besten Freundin, dem besten Freund oder einem Coach.

    Lohnenswert ist das Buch “Ich kann auch anders” vom Autor dieses Blogs, denn darin findet sich eine kleine Schatzkiste solcher Sätzen und den Hinweisen wie man diese Konflikte für sich lösen kann.

    Beste Grüße
    Susanne

    • Katrin

      Liebe Susanne,

      bei deinem Beitrag musste ich ein wenig schmunzeln. Auch ich feiere Heilig Abend nur noch so, wie ICH das möchte – z.B. bin ich im letzten Jahr mit meinem Sohn in ein gemütliches Ferienhaus an der vereinsamten dänischen Nordsee gereist.

      Ich frage mich allerdings, ab das wirklich schon erwachsen ist, das zu tun, was ICH (mit einem extra groß geschriebenen ICH) möchte – oder nicht einfach nur ein erster Schritt von der Kindheit (ich mache es allen Recht, damit sie mich loben und lieb haben) in die Pubertät (ich grenze mich ab und ziehe mein eigenes Ding durch, meist in Opposition, also ich mache auch noch genau das Gegenteil von dem, was die tun, von denen ich mich abgrenzen will).

      Wäre erwachsenes Verhalten nicht, auf die Familie zuzugehen, sich mit den anderen zusammen zu setzen, ihnen ruhig und liebevoll zu erklären, was mir am Heilig Abend mit ihnen stört, warum mich das stresst, mit ihnen Weihnachten zu feiern, meine Vorstellungen zu beschreiben und dann zu überlegen, wie man das Fest gemeinsam besser gestalten könnte? Bedeutet Erwachsein sein nicht auch, anstatt der Alleingänge das Zusammenleben bewusst und aktiv besser mit zu gestalten und dabei aber auch mit den Vorstellungen und Eigenheiten anderer gelassen umgehen und Kompromisse mit tragen zu können?

  • Hallo Thomas,
    was ist ein “Bienchen”? So was wie der “Daumen hoch” bei Facebook unter Naturfreunden? Bitte darum, aufgeklärt zu werden.

    • Susanne

      In den Grundschulen der DDR wurde Kindern, die besonders artig oder fleißig waren, ein rotes Bienchen ins Heft gestempelt. Ins “Muttiheft”, um konkret zu sein. Den meisten unserer Bürger, die zu DDR Zeiten in dieser zur Schule gingen, ist dieser Stempel bekannt. Nur wenige dürften ihn nicht kennen (z.B. weil sie ihn nie bekommen haben ;-))

  • Hallo Claudia,
    gerade noch rechtzeitig erkannt: es war als Satire gemeint.
    Muss ich wohl nächstes Mal dazu schreiben :-)

  • Guter Artikel, aber mit Verlaub: die “Anzeichen” sind ziemlicher Stuss! :-)

    Dass “Nächte durchmachen” ein Jugendphänomen ist, stimmt noch halbwegs. Allerdings hängt die Uhrzeit des Aufstehens doch auch sehr davon ab, wie man sich den Tag einteilt bzw. in welche Arbeitsrythmen man eingebunden ist.

    Warum der Wetterbericht entscheidend sein soll, vermittelt sich mir auch nicht. Reicht nicht ein Blick aus dem Fenster?

    Und: Was bitte ist “richtiges Katzenfutter”? Man kann eine Katze auch artgerecht mit Frischem ernähren statt mit Dosenfutter – was wäre daran “unerwachsen”?

    Punkt 7 spricht Bände: da trennt jemand Arbeit und Freizeit (was der Realität vieler Netz-Aktiver gar nicht mehr entspricht) – und meint noch dazu, es sei sehr “erwachsen”, 90 Prozent der Zeit für Berufliches aufzuwenden. Warum? Weil der “Erwachsene” neben Geld-verdienen keine anderen Werte haben soll? Weil das Internet “böse” ist?

    Aber vielleicht sollten die “Zeichen” ja eher Satire sein?

    • Claudia

      so erwachsen wie du möchte ich gar nicht sein…

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier