Konzentriere dich lieber auf deine Stärken

Die 11 wirkungsvollsten Selbstcoaching-Methoden: Das Selbstcoaching-Programm

“Die meisten Menschen würden ihre Stärken nicht erkennen, selbst wenn diese kommen und einem die Hand schütteln würden.” — Richard Bolles

Auch wenn unsere Stärken nicht immer einfach zu finden sind, ist doch jeder von uns mit ganz einmaligen Fähigkeiten und Begabungen ausgestattet.

Der eine hat ein Händchen für alle handwerklichen Dinge, während jemand anderem alles leicht fällt, was mit Sprache und Worten zu tun hat. Wieder ein anderer kommt ausgesprochen gut mit Menschen zurecht und ein Vierter ist glücklich, wenn er mit Zahlen umgehen darf.

Neben unseren Begabungen haben wir alle natürlich jede Menge Dinge, die wir nicht so gut können oder wo wir einfach schlecht sind.

Was ist jetzt der vielversprechendere Ansatz für unser persönliches Wachstum und unsere Weiterentwicklung?

Sollen wir in erster Linie versuchen unsere Schwächen zu bekämpfen und auszugleichen?

Oder macht es vielleicht mehr Sinn, wenn wir uns eher auf unsere Stärken konzentrieren und versuchen, es hier zu wahrer Meisterschaft zu bringen und wenn wir uns dann einen Platz im Leben suchen, wo wir diese Stärken optimal einsetzen können?

Es gibt natürlich Schwächen und fehlende Fähigkeiten, die unser Leben massiv einschränken. Wenn ich z.B. so schüchtern bin, dass ich vereinsame, dann macht es bestimmt Sinn, an der eigenen Schüchternheit zu arbeiten.

Die 11 wirkungsvollsten Selbstcoaching-Methoden

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Aber wenn ich als eher menschenscheuer Typ versuche, der beste Verkäufer der Welt zu werden, dann ist es wohl verlorene Liebesmühe.

Wenn wir den Weg gehen, zuerst an unseren Schwächen zu arbeiten, dann werden wir in den meisten Fällen in diesem Bereich besser werden. Wir können z.B. einen Rhetorik-Kurs besuchen und hinterher haben wir unsere rednerischen Fähigkeiten vielleicht ein bisschen verbessert.

Aber werden wir hier richtig gut werden, so wie jemand, der ein wirkliches Talent zum Reden hat? Wahrscheinlich eher nicht.

Wir werden doch wahrscheinlicher im Mittelfeld bleiben. Macht es Sinn Arbeit zu investieren, nur um mittelmäßig zu sein?

Was würde passieren, wenn wir aufhören würden, uns auf unsere Schwächen zu konzentrieren? Was, wenn wir einfach sagen würden:

“Meine so genannten Schwächen sind ok, wie sie sind und können so bleiben … ich konzentriere mich lieber auf das, was ich gut kann und werde hier so richtig gut.”

Schau doch einmal die Menschen an, die in deinem Leben wirklich etwas bewegt haben, die Außergewöhnliches erreicht oder geschaffen haben. Diese Menschen sind normalerweise dafür bekannt, dass sie wenige Sachen außergewöhnlich gut können und nicht dafür, dass sie auf allen Gebieten nicht schlecht sind.

Wie sieht das bei dir aus? Worauf konzentrierst du dich? Auf das, was du nicht gut kannst und darauf, wie du das ein bisschen ausbügeln kannst?

Oder konzentrierst du dich auf deine Stärken und wie du diese noch ausbauen kannst?

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich glaube an Folgendes: Wer sich hauptsächlich auf die eigenen Schwächen konzentriert, wird in den meisten Fällen immer im Mittelfeld bleiben, austauschbar und ohne Profil.

Wenn du dich aber auf deine Stärken konzentrierst und diese konsequent und systematisch ausbaust, dann hast du es wesentlich einfacher, in deinem ganz persönlichen Sinne erfolgreich zu sein.

Trau dich, deine Schwächen einfach Schwächen sein zu lassen und dich auf das zu konzentrieren, was du wirklich gut kannst. Und suche dir einen Platz im Leben, wo du deine Stärken ausspielen kannst.

Für diesen Weg brauchen wir zwar mehr Mut, weil er allem widerspricht, was wir in der Schule lernen und was in Unternehmen praktiziert wird.

Aber dieser Weg ist letztlich viel einfacher, weil wir nicht an uns rumdoktern müssen, sondern einfach so sein können, wie wir wirklich sind.

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Kommentare

  • Warum sollte es primär um Wachstum bzw. Weiterentwicklung gehen? Damit wird implizit eine Aussage über den Istzustand gemacht, nämlich dass dieser so nicht bleiben sollte. Weiterentwicklung ist aber kein Selbstzweck.

    Stärken und Schwächen sind relativ bezogen auf eine Baseline. Dieses “normal” ausgeprägte Talent bzw. Grundvermögen ergibt sich also aus der Betrachtung vieler Menschen bzw. dem Vergleich mit anderen. Die Frage “Worin bin ich besonders gut?” lautet also eigentlich “Worin bin ich besser als Andere?”. Das Wort Stärke ist für die meisten Menschen positiv besetzt, Schwäche negativ. Hier ist also schon eine Wertung enthalten und kommt ja mit dem Wort gut auch so zum Ausdruck. Diese immanente Bewertung stört mich persönlich ebenfalls.

    Drittens ist es nach meiner Beobachtung (an mir selbst, aber auch an anderen) durchaus so, dass man in etwas gut sein kann, es einem aber trotzdem keinen Spaß macht. Man hat halt einfach “das Pech” etwas besser zu können als andere Menschen, und wird einfach deshalb immer wieder bevorzugt dazu auserkoren, es zu machen.

    Damit habe ich dann auch das Stichwort geliefert: Man macht, wenn dem nicht andere Anforderungen entgegenstehen, von sich aus primär nicht mehr davon, was man gut kann, sondern was einem selbst mehr Spaß macht. Das führt wiederum nicht unbedingt zu Anerkennung durch andere Menschen. Wenn jemand beispielsweise gerne Blockflöte übt, es aber nicht kann, geht er seinen Nachbarn u.U. einfach nur gewaltig auf den Keks.

    Es kann also letztlich nur das wirklich zu einem besseren Einklang führen, was einem selber Spaß macht UND woran man nach Ansicht Dritter(!) gut ist.

  • Ich erlebe es in der Arbeit mit Menschen in Coaching und Therapie täglich, dass eine Anleitung zur Entdeckung eigener Stärken und Ressourcen (fast) wahre Wunder wirkt.

    Grüße!

    Peter Reitz

  • Der Königsweg liegt wahrscheinlich wie so oft in der Mitte – wenn ich mich nur auf meine Schwächen konzentriere, arbeite ich mich ab und fühle mich defizitär. Aber: wenn ich mich nur auf meine Stärken konzentriere – wie soll ich dann neue Stärken entdecken?

    Meine große Schwäche war früher, dass es mir nicht lag, mich vor Menschen zu präsentieren. Beinahe hätte ich mein Studium nicht begonnen, weil es hieß, dass man als Leistungsnachweis mindestens ein Referat halten muss. Wie sich herausstellte war das nur ein Gerücht – und ich habe das Referat dann doch gehalten, einfach weil das Thema es hergab. Im weiteren Verlauf bin ich immer wieder “irgendwie” in Situationen geraten, in denen ich Präsentationen halten musste – und habe erst beim (widerwilligen) Tun gemerkt, dass es sich hierbei um eine große Stärke von mir handelt.

    Mittlerweile ist das Präsentieren einer der Hauptbestandteile meiner beruflichen Tätigkeit und es ist genau das, was mir am meisten liegt. Hätte ich mich damals nur auf meine Stärken konzentriert, hätte ich diese Seite in mir gar nicht entdecken können und ich wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Zu der Frage also, ob man sich lieber auf die Stärken oder auf die Schwächen konzentriert würde ich also sagen: beides ist richtig und wichtig.

  • Auf den ersten Blick hört es sich toll an: Ich muss nur herausfinden, wo meine(e) Talent(e) liegen, kann diese dann stärken und früher oder später bin ich in irgend etwas perfekt. Das sagen Menschen, die es “geschafft haben”. Damit setzen sie aber andere Menschen, die kein solches Talent in sich entdecken, unter Leistungsdruck.

    Ich glaube, dass auch beim Thema “Talent” das Pareto-Prizig seine Gültigkeit hat: 20% aller Menschen sind in irgend etwas so toll, dass sie damit Karriere machen und es nach ganz oben bringen. Die anderen 80% haben solch ein Talent eben nicht.

    Ich finde das aber gar nicht schlimm – vorausgesetzt, niemand redet mir ein, ich müsse nur nach dem einen Talent suchen, mit dem ich mein ganzes Leben retten kann.

    War nicht sogar auf eurer Seite mal ein Link zum Thema “Scannerpersönlichkeiten”? Es gibt Menschen (und ich glaube, es sind nicht wenige), die machen gerne von allem etwas. Mal vertiefen sie sich in das eine Thema, und ein anderes Mal in etwas ganz anderes. Sie werden nie richtig gut in irgend etwas, haben aber trotzdem an all dem, was sie machen, eine Zeit lang ihren Spaß. Und wenn das Thema langweilig oder uninteressant wird, kommt eben etwas anderes. Das liegt nicht daran, dass sie zu blöd sind oder sich zu wenig mit sich selbst zu beschäftigen, um das eine Talent zu entdecken. Sondern ihr Talent ist es eben, wenn man so will, vielfältig zu bleiben, mit allem, was in einem drin steckt, zu jonglieren und es in Balance zu bringen, und genau daran seinen Spaß zu haben.

    In unserer Berufswelt ist das nicht anders. In meinem Job werde ich alle paar Monate mit ganz neuen Aufgaben konfrontiert und mit neuen Kollegen zusammen gemischt. Das macht nicht immer Spaß, aber nach einer Weile, wenn ich mich “durchgebissen” habe, vielleicht doch wieder. Da kommt es mir zugute, dass ich von allem etwas kann – auch, wenn ich nichts davon “perfekt” beherrsche. Dafür behalte ich aber auch in chaotischen Situationen den Überblick und (halbwegs) die Ruhe. Ich gerate nicht in Panik, weil mich jemand aus meinem Spezialgebiet herausschubst und plötzlich etwas von mir verlangt, was auch vor lauter Talent vernachlässigt habe.

    Und das leidige Thema Selbständigkeit. Natürlich ist es toll, wenn sich jemand selbständig verwirklichen kann. Aber nicht jeder möchte das. Und auch die Selbständigkeit bietet ist ja keine Garantie, dass man immer das, was man gerne macht, sein Leben lang machen kann.

    Bei allem, was ich im Laufe meines Lebens ausprobiert habe und wovon ich eine Weile glaubte, DAS ist es jetzt, bin ich irgendwann an einen Punkt gekommen, wo es nicht weiterging. Wo die Zeit und Energie, um ein Stückchen weiter zu kommen, zu groß geworden wäre. Es würde mir den Spaß nehmen, wenn dann jedesmal jemand sagen würde, hör auf damit, such dein wahres Talent. Auch im Beruf.

    Alles, was ich möchte, ist eine Balance zu finden zwischen dem, was getan werden muss (meinen Lebensunterhalt zu sichern) und dem, was ich gerne mache (und das ist eben immer wieder mal was anderes). Ich brauche keine bewunderenden Blicke oder viel Geld für diverse Prestigeprojekte. Ich brauche einach nur meine kleinen Inseln des Glücks und dass man mich so sein lässt, wie ich eben bin. Auch wenn das in den Augen anderer “Mittelmaß” ist.

    • Angelika

      Hallo Gisela,
      ich kann Deine meinung gut nachvollziehen. Natürlich sind wir bei den Tätigkeiten, die mit dem Verdienen unseres Lebensunterhalts zusammenhängen, oft mit Arbeiten oder Menschen konfrontiert, bei denen wir an unsere Grenzen gelangen, bei denen uns unsere Schwächen mal wieder vor Augen geführt werden. Und bis zu einem bestimmten Grad müssen wir dann daran arbeiten, diese Schwächenabzubauen. Das Betonen der Stärken, so habe ich Ralf verstanden, liegt auch mehr im persönlichen Bereich, kann sich jedoch positiv auf unsere Arbeit auswirken. Ich z.B. habe schnell bemerkt, obwohl mir der Beruf immer auch Freude gemacht hat, konnte ich nur mittelmäßig sein, weil ich genauso aufmerksam sein musste für die Familie und meine eigene geistige Weiterentwicklung. Und ich war damals sogar froh, dass ich im Beruf nicht alles geben musste. Es war so schon oft genug ein Spagat, was die Zeit betrifft und das Einbringen meiner Stärken. Du schreibst, Du bräuchtest keine bewundernden Blicke etc. Das kann ich gut verstehen, zumal ich mehrere Menschen kenne, die aus eben dem Grunde immer wieder neue Hobbys anfangen. Und wenn sie dann merken, dass schon jemand anderes besser darin ist und sie z.B. in einer Gruppe nicht den Ton angeben können, lassen sie das Hobby fallen und sind dann eben nur bis zur Mittelmäßigkeit gekommen. Das ist m.E. Verschwenden von Zeit und Kraft. Andererseits muss ja jeder selbst glücklich werden. Fazit, mir hat der Beitrag gefallen und Denkanstöße gegeben und das ist immer das Wichtigste.

  • Hallo zusammen, ein Buchtipp für die Runde: “Nutzen Sie Ihre Stärken jetzt” von Markus Buckingham. Ich bin gerade dabei, das zu lesen, passt gut zu diesem Post. Sonnige Grüße

  • Mein Problem liegt hier in der Implikation des jeweiligen Wortes. Das Wort Stärke erinnert sofort an Schwäche. Das Wort Schwäche sofort an Stärke. Daher hilft es mir nicht “nur” an Stärken zu denken.

    Denke nicht an blaue Elefanten. Oder waren es rote? ;-)

    Ich gehöre auch zu den Menschen, deren Leistungsfähigkeiten stark schwanken können. Das heißt aber nicht, dass ich etwas nicht gut kann. Es heißt, dass ich manchmal so sehr gestresst bin, dass ich es nicht mehr abrufen/ausführen kann. Das ist einfach so und lässt sich durch – Meditation, Entspannungsübungen, dauerndes Ausschlafen, gutes und regelmäßiges Essen, regelmäßige Bewegung, Haltungs- bzw. Statusveränderungen, etc. – lediglich verbessern, aber nicht ändern.

    Ein Beispiel sind anerkannte Intelligenztests. Meine Schwankungen liegen zwischen 109 und 131. Das dürfte gar nicht sein – angeblich. Dennoch ist es so. Also liegt es an mir – bin ich zu doof? Sind die Tests doof? Oder ist es jeweils andersherum?

    Fakt bleibt: Es ist so. Meine Leistungsfähigkeit schwankt enorm.

    Daher weiß ich inzwischen, dass ich an manchen Tagen meine Talente auf Halde legen muss. Mein Problem bestand lange darin zu erkennen und zu akzeptieren, wenn bzw. dass dies der Fall ist.

    @Ralf Senftleben: Nur weil etwas bei dir stabil ist, heißt das nicht, dass dies bei allen Menschen so ist. Du kennst sicher die Bedeutung des Wortes “Self-hugging” in der Psychologie.

  • Warum wird nur immer von der Verwertbarkeit der Stärken im Job gesprochen? Geht es wirklich nur darum, mehr Geld zu machen?
    Wir könnten doch auch auch als Gesellschaft vorankommen.
    Aber das ist im Kapitalismus wohl nicht gewünscht.
    Da könnte man in die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen einsteigen.
    Jeder Mensch könnte unabhängig von seinem ÜBERLEBEN überlegen, was sie/er denn tun möchte (wo ihre/seine Stärken liegen).

  • Den Rat, sich nur auf die Stärken zu konzentrieren, habe ich schon oft gehört. Die Sache ist für mich etwas komplexer. Wenn ich meine Stärken optimal nutzen möchte, dann komme ich leider nicht an meinen Schwächen vorbei; jedenfalls einigen davon. Deswegen arbeite ich an meinem Selbstbewusstsein, meiner Durchsetzungsfähigkeit und meiner Überzeugungskraft. Ich habe für mich erkannt, dass ich bestimmte Hemmungen, meine Bescheidenheit und Zurückhaltung überwinden muss, um beruflich wirklich erfolgreich zu sein.

  • Wie sich Dinge manchmal fügen… Ich beschäftige mich gerade genau mit diesem Thema und lese dazu das Buch “Erfolgreiche Führung gegen alle Regeln”. Einiges was weiter oben geschrieben wurde, erinnert mich sehr daran…
    In dem Buch werden die Ergebnisse einer der größten Studien des Gallup-Instituts beschrieben, in der untersucht wurde, was gute von sehr guten Führungskräften unterscheidet. Und dabei geht es genau darum, daß sehr gute Führungskräfte Mitarbeiter nicht nur nach ihren Fähigkeiten auswählen, sondern auch nach ihren Begabungen und Talenten und diese dann gezielt unterstützen und fördern. Eine Grundannahme dabei ist, daß man Fertigkeiten und Wissen aktiv erlangen kann, Begabungen für bestimmte Dinge aber da sind oder eben nicht. Folglich nützt es auch nicht viel, auf Schwächen (oder eben einer “Nicht-Begabung”) herumzureiten und zu versuchen, sie durch Schulungen usw. “auszumerzen”. Mir geht mit fast jeder Seite, die ich in diesem Buch lese, ein Licht auf und ich begebe mich gerade aktiv auf die Suche nach dem, was ich ohnehin irgendwie schon immer gerne tue (und was mir zu einem Großteil ganz “normal” und selbstverständlich vorkommt) und versuche zu filtern, was davon eine Stärke/Begabung/Talent von mir ist, die mich von anderen unterscheidet. Und ich muß sagen, diese Veränderung meines Blickwinkels gibt mir sehr viel Kraft und gleichzeitig ein ungeheures Gefühl von Entspannung, denn auf einmal ist es total okay, daß ich das tue, was ich gerne tue und ich nicht ewig etwas hinterherlaufe, was ich können sollen tun und wie ich sein müsste…
    Für mich hat sich auch ein großer Glaubenssatz massiv verändert: nämlich die Annahme, daß jeder alles lernen kann, die einem ja landauf landab sehr oft begegnet. Geht man davon aus, daß jeder Mensch (entsprechend seiner ganz individuellen Geschichte) einzigartig ist und damit ganz verschiedene Begabungen hat, macht diese Annahme wenig Sinn, denn das würde ja heißen, wir wären die sogenannte “tabula rasa”, die nur mit den “richtigen” Dingen beschrieben werden muß. Schlimmer noch: oft beinhaltet die Annahme auch noch eine furchtbare negative Botschaft. Nämlich die, daß jeder auch selbst schuld ist, wenn er etwas nicht kann. Dann hat er sich nämlich einfach nur nicht genug angestrengt. In wievielen Firmen wird das den Mitarbeitern vermittelt bzw. werden sie danach beurteilt! Schlimm!
    Obwohl das Buch sich im Titel an Führungskräfte wendet kann ich es auch jedem empfehlen, der sich einmal mit seinen Stärken und Schwächen und dem Umgang damit befassen will – und Mitarbeiter ist ja jeder auch irgendwie irgendwo.
    Viele gestärkte Grüße!

    P.S. zu oben genannter Studie gibt es auch ein Nachfolgebuch mit dem Titel “Entdecken Sie Ihre Stärken jetzt!”, was sich eher an Mitarbeiter auf der Suche wendet.

  • hallo hubert,

    danke für den tipp, kenne ich noch nicht.

    sonnige grüße doris

  • Hallo Max,
    vielleicht sind diese Menschen zu beneiden, denen es so geht.
    Allerdings: Ich arbeite nicht im Supermarkt, bin aber auch nicht unglücklich darüber.

  • Hallo Hubert,
    ich könnte verstehen, wenn sie sagen:
    Sagen Sie das jemandem, der nichts zu essen hat, kein Dach überm Kopf und keine Möglichkeit in Sicht, das zu ändern.
    An der Arbeit im Supermarkt ist nicht wirklich was Schlimmes. Wer sie gut macht, kann sich auch hier über Erfolge freuen, nette Menschen kennen lernen und Freude an der Arbeit haben. Im übrigen weiß ich, wovon ich spreche. Habe diese Arbeiten nämlich selber schon gemacht.
    In einer Gaststätte in Paris lernte ich einen Chinesen kennen, der für die Abfallbeseitigung und das Reinigen der Tische zuständig war. So liebevoll wie er diese Arbeit erledigte, glaubte ich zuerst, er sei der Besitzer der Gaststätte. Und ich denke,das ist genau der Unterschied zwischen Glück und Unglück.
    Herzliche Grüße,
    Max.

  • @Doris
    vielleicht interessiert die das Buch Haben oder Sein von Erich Fromm, wenn Du es nicht schon kennst

  • Hallo,
    ja – das stimmt wohl. Ich schaue auch viel zu oft auf meine Schwächen, aber was noch schlimmer ist … ich mache meine Talente ziemlich klein, weil ich immer denke, “He – das geht noch besser!” Wenn man sich auf die Stärken mehr konzentriert ist es schon gut, aber es fördert dann eben auch den Perfektionismus, denn wenn ich sage, das ist mein Talent, dann will ich darin auch richtig gut sein, oder!? Naja und manchmal frag ich mich dann aber auch, was so schlimm daran ist, einfach mal nur im Mittelfeld zu liegen. Gut zu sein, anstatt sehr gut … und warum muss man sich immer gegenseitig so vergleichen???
    Lieben Gruß
    Jessica

  • hallööchen,

    mir sind hier spontan einige aussagen und empfehlungen aufgefallen, bei denen mein herz/bauch ein leises “autsch” signalisiert hat.

    mein leben lang (bis vor etwa 7 jahren) habe ich menschen um rat und nach ihrer meinung gefragt, und auch sehr oft auf die meistens liebevollen meinungen anderer mitmenschen gehört.

    einer meiner “lebenslehrer” hat einmal den gedanken losgelassen ! wenn du anderen menschen gestattest, dein leben (mit) zu gestalten, kannst du von grossem glück sagen, wenn dein leben nicht allzu sehr verunstaltet wird!

    im laufe der daruaffolgenden jahre habe ich langsam verstanden, was gemeint war… niemand anders weiss ganz genau was für jemand anderen richtig und wichtig ist.

    herausfinden was andere menschen über uns denken, kann interessante kommunikation sein, es ist jedoch empfehlenswert, zumindest nicht alles zu glauben, was den gefragten so alles aus dem mund purzelt…

    ein weiteres ist mir aufgefallen:

    es geht sehr viel ums TUN!

    wie sieht es aus mit dem SEIN?

    wie leben die meisten menschen die reihenfolge unseres DASEINS? (ich zählte auch dazu)

    …wenn ich erst mal habe, dann kann ich das und das tun, und dann bin ich das und das…

    die meisten leben ein DAHABEN!

    die reihenfolge ist jedoch ganz bestimmt “SEIN TUN HABEN”

    wenn ich also wissen will, wer ich wirklich bin, wie mein leben idealerweise aussehen soll, kann ich die antwort nur an einem ort finden: tief in mir drin! ICH MUSS MEIN HERZ FRAGEN!!! WAS MACHT MIR FREUDE? WAS MACHT MICH GLÜCKLICH? WAS ERFÜLLT MICH MIT ENERGIE? WAS WÜRDE ICH AM LIEBSTEN TUN AUCH WENN ICH DAFÜR NICHT BEZAHLT WÜRDE? u.s.w.

    niemand anderes ausserhalb von mir, weiss die antworten auf meine fragen..

    und das gilt für jeden menschen.

    ich habe lernen dürfen auf mich zu hören. seitdem geht es mir selber viel besser und auch meine zwischenmenschlichen beziehungen sind liebevoll geprägt, weil ich gleichzeitig auch lernen durfte, wie man im bewusstsein der “GOLDENEN REGEL” lebt.

    das leben ist wunderbar. in diesem sinne

    sonnige grüsse an alle, doris

  • … das sagen Sie mal jemanden, der im Supermarkt an der Kasse sitzt oder die Regale einräumt!

  • Hallo miteinander,
    wenn ihr eure Stärken finden wollt, dann hört auf danach zu suchen. Die einzige Stärke die wir brauchen ist die, unsere täglichen Aufgaben zu lösen.Und zwar so gut wie möglich. Am besten gelingt das, wenn man einfach anfängt und nicht lange über das Warum nachdenkt. Wenn ihr dann am Abend ins Bett geht, werdet ihr ganz bestimmt das Gefühl haben, heute eure Stärken ausgelebt zu haben. Jeder Mensch sucht sich ganz automatisch die Aufgaben, die seinen Fähigkeiten am besten entsprechen und diese weiterentwickeln. Je weniger man darüber nachdenkt, umso besser gelingt das.
    Einen schönen Tag noch und viel Erfolg
    Max.

  • @Lockenkopf: In diesem Fall würde ich anfangen noch ein paar weitere Fragen zu stellen. Z.B.

    * Ist es wirklich das Anwenden meines Talents, dass mich unglücklich macht oder vielleicht doch eher das Umfeld in dem ich mich bewege oder die Vorgaben, die ich für die Anwendung bekomme?

    * Gäbe es vielleicht ein anderes Umfeld / ein anderer Arbeitsplatz / ein anderes Setting an dem ich mehr Spaß daran hätte, mein Talent zu nutzen?

    * Welche anderen Arbeitsgebiete gibt es für Menschen, die das gut können, was ich gut kann?

    Ich möchte bei dieser ganzen Stärken/Talent-Geschichte auch noch mal die Begriffe defineren, damit wir alle über die gleichen Dinge sprechen.

    Unsere Stärken/Talente sind Muster von automatischen und mühelosen Denk- und Verhaltensweisen. Das sind also die Dinge, die in uns eingebaut sind und zu uns als Persönlichkeit gehören. Es ist eine Stärke, wenn ich ein besonders disziplinierter Mensch bin oder wenn ich Freude daran habe, mit Zahlen umzugehen oder besonders gut mit Menschen umgehen und mich in sie hineinfühlen kann (Empathie).

    Und dann gibt es noch Fähigkeiten (z.B. ein Software-Programm schreiben oder Mitarbeiter führen) und Wissen.

    Wenn ich gut darin bin Software-Programme zu schreiben, dann ist das keine Stärke, sondern eine Fähigkeit, die auf meinen Stärken/Talenten aufbaut (z.B. logisches Denken, Freude an Strukturen und Wiederholbarkeit)

    Es gibt für jede Stärke auch viele, viele Fähigkeiten, die darauf aufbauen und dementsprechend auch viele, viele mögliche Arbeitsfelder.

    Und ich könnte mir vorstellen, dass dich eher die Tätigkeit unglücklich macht und nicht die Stärke dahinter.

    Viele Grüße,
    Ralf

  • Ich habe eine Frage an Euch: Was, wenn man feststellt, dass die Stärke, die man hat, einem zwar eine recht gute Arbeit verschafft, aber diese Arbeit uns nicht glücklich macht? Ich befinde mich in genau dieser Situation und weiß nicht weiter! Soll ich mich etwas widmen, wo ich weiß, das dies keine Stärke von mir ist, aber wo ich denke, es würde mich glücklich machen?
    Danke, für eure Antworten!

  • Brita, die Tipps stehen eigentlich in den Zeilen über dir:

    1. Andere Menschen Fragen, was diese denken, was man für Stärken hätte und gut kann (und hier nicht nur eine Person sondern so viele wie möglich)

    2. Neues ausprobieren und mit möglichst vielen neuen Tätigkeitsfeldern in Kontakt kommen.

    Oft braucht man/frau einfach etwas Abstand vom Alltag um die eigenen Stärken zu erkennen. Oder man versucht mal über sich selbst und sein soziales(und/oder kreatives etc.) Verhalten
    zu meditieren.

    Schöne Woche,
    Niko

  • Hallo zusammen,
    ich finde das ein spannendes Thema, bin schon länger auf der Suche nach meinen Stärken :-) um nicht nur Mittelmaß zu sein.
    Habt Ihr vielleicht einen Tipp für mich, wie ich sie enttarnen kann?

    Viele Grüße

    Brita

  • Yeah, ich möchte Ralf hier mal wieder recht geben.

    Oft braucht man/frau einfach etwas Abstand vom Alltag um die eigenen Stärken zu erkennen. Oder man versucht mal über sich selbst und sein soziales Verhalten zu meditieren.

    Mir wurden mal die “Gespräche mit Gott” auf CD geschenkt; einer der wenigen Sätze, die ich mir nach dem ersten Mal anhören notiert hatte: “Mache jeden Tag etwas Neues”.

    So kommt man aus dem Trott, und entdeckt neue Möglichkeiten im Leben.

  • Spezialisten sind Leute, die nur eine Saite auf der Fiedel haben. (Henry Miller)

  • Das ist sooo wahr! Sowohl für einen selbst als auch für die Menschen, mit denen man zu tun hat. Die Konzentration auf die Stärken schafft eine Großzügigkeit, die Wachstum ermöglicht und Kleinkariertheit verdrängt. Danke für den Artikel.

  • @Milagro: Hehe, dem möchte ich stärkstens widersprechen.

    Klar gibt es so etwas wie eine Tagesform und es gibt Faktoren, die selbst unsere Talente/Stärken einschränken können.

    Aber daraus würde ich nicht den Schluss ziehen wollen, dass wir keine Stärken und Talente haben.

    Nach meiner Beobachtung schreibt z.B. ein talentierter Autor an einem schlechten Tag noch deutlich bessere Texte, als jemand, der seine Stärken woanders hat, an einem guten Tag.

    Ich persönlich kann viele Dinge durchgängig und stabil gut. Das machen ja gerade unsere Talente und Stärken aus. Stärken und Talente sind meistens die Dinge, die eng mit unserer Persönlichkeit verwoben sind und die wir deswegen ganz automatisch tun. Also die Dinge, die wir mühelos und von ganz alleine tun, ohne dass wir uns anstrengen müssen. Also wenn wir einfach sind, wie wir eben sind.

    Sonst wäre so etwas wie Meisterschaft gar nicht möglich, wenn wir etwas heute gut können würden und morgen wieder nicht.

    Es in meinen Augen auch wichtig, Stärken/Talente (= eingebaut und schwer änderbar) nicht mit Fähigkeiten (lernbar) und Wissen (lernbar) zu verwechseln.

    Ich wünsche mir, dass in Unternehmen noch viel mehr Rücksicht auf Stärken und Talente genommen wird und dass mehr Menschen an einem Platz arbeiten können, der Ihren Stärken und ihrer Persönlichkeit entspricht.

    Denn das ist für mich ein Schlüssel für ein zufriedenes Leben: Sich einen Platz in der (Arbeits-)Welt zu suchen, der zur eigenen Persönlichkeit passt und an dem man gut aufgehoben ist.

    Viele Grüße,
    Ralf

  • @Dani: Das höre ich relativ oft, dass jemand von sich behauptet, er hätte keine Talente. Ich habe in meinen Kursen allerdings die Erfahrung gemacht, dass nahezu jeder ein Talent für bestimmte Dinge hat.

    Finden wir es nicht, liegt es daran, dass wir unsere Talente zu selbstverständlich nehmen, so dass sie uns gar nicht als Talente auffallen. Oder wir sind noch nie in einer Situation gewesen, wo wir unsere Talente ausspielen konnten.

    Deswegen mein Rat:

    1. Andere Menschen Fragen, was diese denken, was man für Stärken hätte und gut kann (und hier nicht nur eine Person sondern so viele wie möglich)

    2. Neues ausprobieren und mit möglichst vielen neuen Tätigkeitsfeldern in Kontakt kommen.

    Viele Grüße,
    Ralf

  • Stärken und Schwächen.
    Viele Jahre habe ich daran geglaubt, daß ich bestimmte Stärken und Schwächen habe. Seit einiger Zeit gelange ich immer mehr zur Einsicht, daß Stärken-/Schwächenprofile Schwarz-Wei8-Malereien sind. Bei mir kommt es immer auf die jeweilige Situation an. Ich weiß aus Erfahrung, daß ich bei ein und derselben Tätigkeit einen Tag sehr gut bin, am zweiten Tag schlecht (es geht einfach nicht) am dritten Tag mittelmäßig (akzetabel). Zum Beispiel habe ich für diese Tätigkeit eine Ausbildung. Ich habe es also gelernt und weiß, was zu tun ist. Nachdem ich es gelent habe, gehe ich einmal davon aus, daß es eine Vorliebe von mir war/ist – also eine Stärke. Und trotzdem gibt es Tage, Situationen, da will ich absolut nichts davon hören und sehen, da mißlingt ein Vorhaben schon in den Ansätzen. An solchen Tagen würde ich sagen, daß sind Schwächen, weil ich nicht einmal die Zusammenhänge der Aufgabe erkennen kann. Dann gibt es Tage, da geht die gleiche Aufgabe wie am Schnürchen und ich freue mich über den Zeitgewinn für mich selbst.
    Ich hoffe, daß Personalisten dieses Spielchen mit Stärken und Schwächen bald aufgeben, denn sonst verlieren sie den Anspruch, ernstgenommen zu werden.
    Eine schönen, leicht verregneten Sonntag.
    Milagro

  • Ok, das habe ich schon öfter gehört, aber was macht man denn, wenn man nichts besonders gut kann und die Dinge, die man gerne macht auch nur mittelmäßig kann, weil man eben kein besonderes Talent hat?

    • Mori

      Hallo Dani,

      ich kann mir diese Fragestellung sehr gut vorstellen. Ich hatte Stärken, bis zu einem Unfall mit körperlichen und psychischen Folgen. Nun, viele Jahre später und erwerbsunfähig, ist alles mittelmäßig geworden.

      Ich glaube, dass ich nach einer “neuen” Stärke suchen muss, auch um wieder ein besseres Selbstwertgefühl zu bekommen. Es ist aber nicht so leicht, weil es u. U. unbequem ist, konsequent ein Pflänzchen zu einer starken Pflanze werden zu lassen.

      Mein zartes Pflänzchen ist eine gewisse Grundfähigkeit, anderen, besonders kranken oder sonst wie behinderten Menschen zu helfen (ehrenamtlich). Das bedeutet aber einen massiven Eingriff in meine bisherigen Tagesabläufe. Und so schiebe ich das Thema bis heute vor mir her.

      Ich will Dir sagen, dass in Dir bestimmt auch ein kleines zartes Pflänzchen einer Fähigkeit ist, das man ein wenig hegen und dann mit Entschlossenheit aufbauen muss. So stelle ich mir das jedenfalls vor. Von außen wird Dir eher niemand helfen.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier