Aus der Gehirnforschung: Ihr Arbeitsgedächtnis – wie Sie weniger vergessen

Gehirnforschung: Trauer

Oh Mann, jetzt hab ich das doch vergessen.

Kein Toilettenpapier mehr, den Geburtstag einer Freundin vergessen oder nicht dran gedacht, ein Geschenk für die morgige Hochzeitsfeier zu besorgen. Das kann peinlich werden bzw. ziemlich stressig, weil man sich nun auf die Schnelle doch noch darum kümmern muss.

Häufig ärgert man sich dann über sich selbst und fragt sich, meist ohne wirklich eine Antwort zu erwarten: Wie konnte ich das nur vergessen?

Dieser Beitrag gibt eine Antwort auf die Frage, warum wir Dinge vergessen. Und warum Sie sich nicht über sich selbst zu ärgern brauchen. Gleichzeitig bekommen Sie eine Idee davon, was Sie tun können, dass solche Aussetzer in Zukunft weniger passieren.

Wieso können wir uns erinnern?

Dazu muss man jedoch wissen, was es mit dem Bereich in unserem Gehirn auf sich hat, der für das Erinnern solcher Gedanken zuständig ist. Das ist unser Arbeitsgedächtnis. Diese Region befindet sich in unserem Kopf, im so genannten seitlichen Präfrontalkortex unseres Gehirns. Dieses Hirnareal ist unwahrscheinlich wichtig. Wir brauchen es immer dann, wenn wir mehrere Informationen über einen kürzeren Zeitraum im Gedächtnis behalten wollen. Eben, wenn wir uns daran erinnern möchten, noch etwas einzukaufen oder jemandem zum Geburtstag zu gratulieren.

Meist ist uns gar nicht bewusst, wie häufig wir das Arbeitsgedächtnis benutzen. So z. B. wenn wir einfach nur an einem Gespräch teilnehmen. Ohne unser Arbeitsgedächtnis wüssten wir nicht mehr, was unser Gesprächspartner am Anfang des Satzes gesagt hat. Und könnten dem Gespräch gar nicht folgen.

Das Arbeitsgedächtnis ist also prinzipiell eine ziemlich tolle und nützliche Einrichtung. Leider ist es aber nur begrenzt leistungsfähig. Und genau das merken wir, wenn wir etwas vergessen, woran wir vor kurzem noch gedacht haben. Versteht man, wie das Arbeitsgedächtnis funktioniert, kann man auch besser nachvollziehen, wieso es uns eben auch öfter mal im Stich lässt.

Wie funktioniert dieses Arbeitsgedächtnis nun genau? 

Das Arbeitsgedächtnis funktioniert ähnlich wie ein Federballspiel. Der Reiz, z. B. etwas, das wir hören, oder etwas, das wir sehen, aktiviert bestimmte Neuronen in der Region, die für das Sehen oder Hören zuständig ist. Im Bild des Federballspiels berührt der Federball das Netz des Schlägers. Von dieser Stelle aus wird der Reiz, also das, was wir sehen oder hören, an den Präfrontalkortex weitergeleitet und aktiviert dort das Arbeitsgedächtnis. Der Ball wird also von einem Schläger zum nächsten gespielt und berührt nun das Netz des anderen Schlägers. Von dort aus wird der Reiz aufrechterhalten. Das funktioniert, indem der Reiz immer wieder zwischen Arbeitsgedächtnis und der Stelle, an der der Reiz zuerst aufgenommen wurde, hin- und hergefeuert wird. Wie bei einem gut laufenden Federballspiel wird der Ball immer wieder hin- und hergespielt.

Sieht man beispielsweise ein Buch in einem Schaufenster, dessen Titel man sich merken möchte, wird die Sehrinde im Gehirn durch diesen Reiz angesprochen. Dieser Reiz wird dann wiederum auf das Arbeitsgedächtnis übertragen. Das Arbeitsgedächtnis merkt sich dieses Bild, indem der Reiz nun immer wieder zwischen Sehrinde und Arbeitsgedächtnis hin- und hergefeuert wird.

Solange das passiert, behalten wir das Gesehene oder Gehörte im Gedächtnis. Bricht der Vorgang des Aufrechterhaltens, also dieses Hin- und Herfeuerns, ab, ist auch die Erinnerung weg. Wie in einem Federballspiel, wenn der Ball zu Boden fällt. Zum Beispiel durch einen Windstoß. Bei unserer Erinnerung kann so ein Windstoß etwas Unerwartetes sein, das uns unterbricht. Wenn das Telefon klingelt, jemand uns anspricht, wir etwas anderes sehen oder hören. Das ist dann der Moment, in dem wir das Buch vergessen oder das, was wir einkaufen wollten, oder dass wir noch jemandem zum Geburtstag gratulieren wollten.

Dass wir Sachen vergessen, ist also etwas vollkommen Normales. Sobald das Federballspiel in unserem Gehirn unerwartet unterbrochen wird, ist die Erinnerung normalerweise weg.

Das Arbeitsgedächtnis ist bei den Menschen unterschiedlich. Es gibt Menschen, die können mehr Dinge gleichzeitig behalten als andere. Grundsätzlich ist es aber begrenzt. Im Schnitt können wir ca. 7 Informationseinheiten im Arbeitsgedächtnis behalten. Also z. B. 7 Dinge, die wir einkaufen wollen, 7 Stellen einer Telefonnummer oder 7 Informationen in einem Satz, den wir lesen oder hören. Sehr verschachtelte und lange Sätze bereiten uns deshalb auch Schwierigkeiten, weil wir den Anfang des Satzes schon wieder vergessen haben, bevor wir am Ende angekommen sind.

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Das Arbeitsgedächtnis lässt sich auch trainieren

Die gute Nachricht ist: Das Arbeitsgedächtnis lässt sich trainieren, sodass man mehr Informationen behalten kann. Das hat u. a. der schwedische Wissenschaftler Torkel Klingberg mit seinem Team herausgefunden. Es wurde nachgewiesen, dass Kinder, die vor einem intensiven Arbeitsgedächtnistraining 7 Informationseinheiten behalten konnten, sich nach diesem Training auf das Behalten von 8 Einheiten steigern konnten. Das klingt erst mal nicht nach viel, aber es wurde auf diese Weise bewiesen, dass das Arbeitsgedächtnis nicht so begrenzt ist, wie lange angenommen wurde. Sondern trainierbar ist.

Die weniger gute Nachricht ist, dass dieses Training sehr spezifisch sein muss und auch sehr intensiv. Das bedeutet, dass die Übungen auf das Training des Arbeitsgedächtnisses abgestimmt sein müssen. Dazu müssen sie sehr intensiv sein und bis an die Belastungsgrenze des Gehirns gehen. Außerdem muss man, um wirklich einen Effekt zu erzielen, mindestens fünf Mal die Woche je eine halbe Stunde trainieren.

So ein intensives Training kann ein Weg sein, die Begrenzung unseres Arbeitsgedächtnisses zu umgehen. Ein anderer besteht darin, das Arbeitsgedächtnis auf andere Weise zu erweitern.

Damit meine ich keine Anbauten wie z. B. eine Festplattenerweiterung beim Computer. Wobei das Bild vielleicht gar nicht so verkehrt ist ;-)

Wie Sie Ihr Gehirn aufrüsten

Wir können die Mittel, die uns zur Verfügung stehen, nutzen, um das Arbeitsgedächtnis zu erweitern. Zum Beispiel Stift und Papier, ein Diktiergerät oder die Erinnerungsfunktion unseres Handys.

Wenn wir wissen, dass wir eine Sache nicht sofort erledigen können, wie z. B. den Einkauf oder den Anruf bei der Kollegin, dann notieren wir es uns am besten.

Idealerweise gewöhnt man sich eine Art Kontrollschleife an, wenn man an etwas denken will.

Wenn man sich z. B. bei jeder Sache, an die man sich später erinnern will, fragt:

  • Könnte mir was dazwischenkommen, sodass ich das jetzt vergesse?
  • Kann ich diese Sache nicht sofort erledigen?
  • Brauche ich das, was ich gerade lese oder höre, später noch?

Immer wenn die Antwort „ja“ lautet, können wir ein „externes“ Arbeitsgedächtnis nutzen. Also die Dinge, die ich oben schon genannt hatte: Stift und Papier, die Erinnerungsfunktion des Handys, eine Nachricht, die man sich auf den Anrufbeantworter spricht, ein Diktiergerät.

Eigentlich ein sehr simpler Gedanke. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich denke dennoch oft: Das brauche ich nicht aufzuschreiben. Das merke ich mir so. Und ganz oft ertappe ich mich dabei, dass ich es dann doch wieder vergessen habe. Kein Wunder, denn mein Arbeitsgedächtnis ist ja nur begrenzt ;-)

Nehmen Sie sich selbst den Druck

Nutzen wir häufiger „externe Arbeitsspeicher“, wird das Leben aber einfacher. Wir denken an mehr Sachen, die wir sonst vergessen haben. Wir können wichtige Dinge besser behalten und später wirklich darauf zurückgreifen.

Wenn es Ihnen wie mir und vielen anderen Menschen geht, haben Sie vielleicht einen ziemlich hohen Anspruch an sich selbst. Sie denken vielleicht: Das muss ich mir doch merken können. Ich schreibe mir das nicht auf, die Kleinigkeit behalte ich so.

Dabei ist es in den meisten Fällen sehr unrealistisch, von sich zu erwarten, Dinge, die im Arbeitsgedächtnis gespeichert werden, über einen längeren Zeitraum zu behalten. Einfach, weil das Arbeitsgedächtnis begrenzt und nicht dafür gemacht ist, die Einkaufsliste von morgens bis abends im Kopf zu behalten.

Es ist eben kein Zeichen von Schwäche, wenn man Dinge vergisst. Oder wenn man etwas, das man gelesen hat und in dem Moment wahnsinnig interessant fand, nach einer Weile nicht mehr weiß. Es ist auch kein Zeichen von Unfähigkeit oder Inkompetenz, Dinge zu vergessen. Es ist einfach nur unser Arbeitsgedächtnis, das eben begrenzt ist.

Nimmt man dies als gegebene Tatsache an, kann man leichter aufhören, sich darüber zu ärgern. Und diese Energie lieber in Ideen stecken, wie man gut funktionierende „externe“ Arbeitsspeicher nutzen kann. Das kann eine Eselsbrücke sein, um sich die Einkaufsliste zu merken, ein Mindmap zu einem interessanten und inspirierenden Zeitschriftenartikel, ein schnelles Foto von dem ansprechenden Zitat auf einem Plakat oder einfach nur die Gewohnheit, ein kleines Büchlein mit sich zu tragen, in das man alles einträgt, was einem behaltenswert erscheint.

Vielleicht passiert Ihnen das ja auch immer wieder, dass Sie Dinge vergessen.

Und womöglich haben Sie auch schon kleine Hilfsmittel, um Ihr Arbeitsgedächtnis zu entlasten. Welche sind das bei Ihnen? Schreiben Sie doch hier unten in den Kommentaren, wie Sie Ihr Arbeitsgedächtnis erweitern und sich wichtige Dinge merken. So können wir uns alle gegenseitig auf neue und wirksame Ideen bringen.

Literatur:

Amthor, F. (2013). Das menschliche Gehirn für Dummies. Weinheim: Wiley-VCH Verlag.

Klingberg, T. (2008). Multitasking. Wie man die Informationsflut bewältigt, ohne den Verstand zu verlieren. München: C.H. Beck

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Kommentare

  • Hallo,
    ich fragte mich gerade, ob es nicht auch Kontraproduktiv sein kann, Gedächnisleistung “auszulagern”. Im Artikel war die Rede davon, dass mensch sein Arbeitsgedächtnis trainieren kann, funktioniert das nicht andersrum auch?
    Ich konnte früher alle Telefonnummern aller Leute die ich kannte auswendig. Ich weiß immer noch die Telefonnummern der Elternhäuser meiner Kindergartenfreunde, aber kann mir nicht die Handynummer meiner Freundin merken – weil ich alle Kontakte einfach im Handy habe.

    Das was Heide und Sanny geschrieben haben finde ich interessant, danke für die Kommentare. Werde ich mal versuchen :-)
    VG, Tobi

  • Hallo, danke für den anregenden Artikel! Mir fällt dabei ein, wie oft wir uns selbst ablenken (lassen). Stichwort: Multitasking – das ist dann ja de facto ein Killer für das Arbeitsgedächtnis, wenn man immer zwischendurch die Mails checkt, das Handy abnimmt etc.
    Hier benötige ich selbst auch sehr viel Disziplin, um bei der Sache zu bleiben!

  • Hallo.
    Eine gute Ergaenzung zu diesem Bericht ist das Buch BrainTuning von Dr
    Lehrl/Sturm
    Dieses stellt die Trainingsmoeglichkeiten imf Wirkungspotentiale(und Regelsystem) sehr gut dar
    Gruss

  • Ich gestatte mir, mal was zu vergessen :-)
    Ansonsten haben sich Wiedervorlagesysteme als sehr nützlich erwiesen.

  • Mein Vater spricht bei dem externen “Gedächtnis” immer von sei-nen “Hirnszetteln”. Das habe ich mir von ihm abgeschaut!

    Wenn mehrere Sachen zu erledigen/ bedenken sind, mache ich mir zu-nächst einen “Schlachtplan”.

    Denn ich tendiere oftmals zum Ehrgeiz, ALLES an einem Tag erledigen zu wollen. Entsprechend groß ist die Enttäuschung, wenn ich mein ge-stecktes “Soll” nicht habe voll erreichen können!

    Inzwischen mache ich eine Bestandsaufnahme, was kann ich JETZT OH-NE Hilfe anderer erledigen, WO brauche ich Hilfe (von anderen)?

    Wenn ich mit jemand etwas klären muss, der nur zu bestimmten Zei-ten am (Arbeits-)Platz ist, notiere ich mir Wochentag und Uhrzeit. Doch oftmals kann mir auch schon ein Kollege meine (für mich vordringli-che) Frage beantworten, so dass sich ein neuer Anruf von selbst erüb-rigt.

    Alles Amtliche, was mein Vater für mich erledigt, packe ich seperat.

    Meist rufe ich ihn an. Wenn ich ihm dann das Schreiben vorlese, sagt er mir, ob das Zeit hat, bis ich eh’ zu ihnen komme (meine Eltern woh-nen Iserbrook, bei Blankenese, ich dagegen in Harburg, was für mich eine Tour von 1,5 – 2,0 zufolge hat) oder ob er es so dringend benötigt (wegen Terminsache), dass er es gleich noch am selben Tag haben muss.

    Ansonsten packe ich es in eine Tasche, wo ich all das hineinpacke , was zu meinen Eltern mitmuss.

    Damit erspare ich mir die Enttäuschung um das Wissen, wenn mir ein Schreiben in die Hände fällt, was ich allein nicht bearbeiten kann.

    Somit ist das erstmal von meiner internen “Festplatte”. (Eine mir be-kannte Seniorin auf meiner Wochenblatt-Route spricht auch immer vom “Hirnskasten”!)

    Wenn möglich, versuche ich viele Wege mit einem Mal zu erledigen.

    Doch wenn es ein Tages-Pensum “sprengt”/ zu sprengen droht, versu-che ich es mir in kleine Pensen zu unterteilen.

    Das ist vor allem DANN hilfreich, wenn mehrere Wege “anfallen”.

    Wenn ich zu meinem Fitness-Center zum Yoga/ Line Dance gehe (z. B.), kann ich es gleich mit Besorgungen bei KARSTADT verbinden, da beides EIN Weg ist! Auf dem Rückweg sind Besorgungen wie bei netto, ALDI, Budni oder dm dran.

    Dezimiert sich damit mein Pensum, bleibe ich am ehesten dran!

  • Aber…es gibt doch nicht nur den “Arbeitsspeicher” quasi, es gibt doch auch eine “Festplatte” auf der man doch speichern kann oder nicht? So gibt es doch zb. Geburtstage, die man einfach im Kopf hat und wo man sich durch einen Blick auf den Kalender selbst wieder erinnert.

    Warum funktioniert das nicht mit allem?

    Desweiteren kann ich auch eher in Bildern denken, dass heißt, ich kann mir mehr als eine 7 stellige Telefonnummer merken, einfach weil es für mich ein Bild ist ;o)

    Und, das Unterbewusstsein kann wirklich nicht mit “nicht” umgehen. Wenn man denkt, ich falle nicht die Treppe runter, hat man automatisch ein Bild im Kopf WIE man die Treppe runter fällt. Achtet mal drauf ;o)

    Ausserdem finde ich, man sollte sich mal bewusst machen, wie viele Dinge wir uns schon merken, die so automatisch sind, wo unser Gehirn von voll gestopft ist, einfach weil es die Regeln sind oder weil es anerzogen wurde (Mach morgens dein Bett, Zähne putzen, Frühstücken, noch den Müll runter bringen, unbewusstes sicheres Treppensteigen, hab ich den schlüssel dabei (weil die Konsequenz wäre ja….), Geschwindigkeitsbegrenzungen einhalten, alles überblicken, freundlich sein, pünktlich sein und dann Kaffee kochen nicht zu stark weil XY den sonst nicht verträgt und nicht zu schwach weil xy sonst nicht wach wird und du selbst magst ihn nur so mittel und vor allem der mit milch und der mit zucker…und das alles ca innerhalb einer Stunde.

  • Ich habe noch einen Trick: Wenn ich zum Beispiel den Auftrag bekomme, dass ich beim Schreibwarenhändler eine karierte DinA5-Kladde holen soll, dann stelle ich mir sehr genau vor, wie ich die Straße entlangfahre, den Laden sehe und an die Kladde denke. Dann kann ich den Auftrag erstmal vergessen, er taucht wieder auf, wenn ich mich dem Laden nähere. Klappt aber wohl nur bei sehr konkreten Dingen, so allgemeines wie “Geschenk kaufen” eher nicht. Dann ist aufschreiben besser.

  • Guter Artikel! Ich vermisse aber was, nämlich wie merkt man sich Dinge im laufenden Gespräch, die man in Kürze wieder braucht? Vor allem bei Besprechungen, während der Arbeit, finde ich es wahnsinnig schwierig, sich Informationen oder komplexere Zusammenhänge zu merken. Das Gespräch geht ja ständig weiter. Vieles wird dahingesagt, aber stellt sich vielleicht erst hinterher als wichtig raus. Mir passiert es regelmäßig, daß ich im Moment alles durchschaue, und mich später frage “äh, wie war das jetzt, warum haben wir das und das entschieden”? Dafür reicht kein Zettel und Stift….

  • Sehr hilfreicher Artikel, der die eigenen Gewohnheiten bewusster macht. Über die bisher üblichen Arbeitsmittel, wie Taschenkalender, Zettel in der Wohnung immer am gleichen Platz, To-Do-Listen auf Papier oder in einer digitalen Datei auf dem heimischen PC, nutze ich immer häufiger das Smartphone für Erinnerungsnotizen. Es bietet viel mehr Möglichkeiten, wie die Fotos oder Sprachmemos oder Skizzen als Erinnerungsmedium. Allerdings “verschwinden” die meist ungelesen im Gerät. Ein Zettel oder ein Notizblock, offen an der betreffenden Stelle liegend, erinnert von alleine, ohne Strom zu verbrauchen oder vom Betriebssystemhersteller ausspioniert zu werden ;-). Das spezielle Ideen-Notizbuch ist eine gute Idee. Alle erfolgreichen Künstler hatten immer ein Skizzenbuch dabei. Warum nicht auch für unsere Gedankensplitter ….

  • Für Dinge, in Haushalt und Küche die besorgt werden müssen, weil sie zur Neige gehen benutze ich immer die langen schmalen Kalender, die man am Jahresende in Apotheken etc. geschenkt bekommt. Am Kalender hängt ein Kugelschreiber und jedes Familienmitglied schreibt auf, was fehlt aber von unten nach oben, so dass, wenn ein Einkauf ansteht man den unteren Abschnitt mit der Schere abschneidet – so kommt man sehr weit mit solchen Kalendern:-) und die Einkaufsliste ist so gut wie geschrieben…

    An anderer Tipp wäre, sich die Mühe zu machen eine “Körperliste” anzulegen – erst durchnummerieren: z.B.
    1 = Füße, 2 = Knie je nach dem, ob man 10 oder 20 Gegenstände “ablegen” möchte, so fortfahren bis zu den Haaren und eben diese Gegenstände, die man nicht vergessen möchte dort der Reihe nach sich bildlich vorstellen und der Reihe nach platzieren… z.B. 1 = Mehl, dann stelle ich mir vor, ich stehe mit den Füßen im Mehl – stelle mir auch das Gefühl vor, dann 2 = Eier, dann könnte man sich den Anblick vorstellen, wie ein Ei kaputt ist und über das Knie läuft…und so weiter…mit ein bisschen Übung funktioniert dies ohne Einkaufsliste sehr gut. Die Körperliste aber so beibehalten, damit man nicht jedesmal überlegen muss, wo man die 2, 3, oder 7 findet. Je ausgefallener man die abzulegenden Gegenstände positioniert, umso schneller fallen sie einem wieder ein. (s. Mega-Memory)

  • genial, danke!!!

  • Hallo und vielen Dank für die interessanten und hilfreichen Infos. Ich bin tatsächlich auch ein klassischer “Schussel”, der gerne mal etwas vergisst. Das Toilettenbeispiel finde ich sehr passend, denn dort haben wir immer ein paar Zeitschriften liegen – oft denke ich “Das musst du unbedingt nachgucken / dir merken” und sobald ich den Raum verlasse, ist es weg. Dieser kleine Trick mit dem selbst-erinnern ist aber sehr praktisch: nach dem Prinzip “Wenn ich mich an den Schreibtisch setze, schreibe ich den Gedanken auf bzw. erledige es direkt”. Das klappt meist ganz gut :-)

  • Bester Artikel seit langem!

  • Hallo!

    Hi hi – ich musste gerade echt schmunzeln als ich den Beitrag gelesen habe. Mein erster Gedanke bei der Überschrift war nämlich: “Ich gehe einfach nie ohne Zettel und Stift aus dem Haus.” ;-)
    Und nun bin ich einfach nur froh und erleichtert das das keine Schwäche von mir ist, sondern vielleicht sogar ganz schön schlau! ;-)

    Danke für den Beitrag!!!

  • Da schliesse ich mich Heide an.Da unser Gehirn Verneinungen nicht verarbeiten kann, habe ich den “Auftrag” in meinem Kopf als JA formuliert z.B. der Anruf zum Geburtstag macht meine Freundin glücklich und gibt mir daher ein gutes Gefühl. Das ist für mich ein positives Gefühl und das erinnert mich dann rechtzeitig.So vergesse auch fast nichts mehr,eine Fähigkeit die mein Umfeld (Arbeit,Famiie,Freunde)immer wieder erstaunt.

  • mafimake@googlemail.com schreibt am 17. August 2014 Antworten

    badenweiler 17
    17
    Wir vergessen so vieles, weil wir uns so viel hereinziehen, uns von außen und innen anmachen lassen.
    Um dem zu entgehen, gilt es das Loslassen zu üben für neue Freiräume, in denen wir uns spüren, eins nach dem anderen in Ruhe gestalten….
    Im Buddhismus gibt es dafür einen Begriff – Gleichmut…
    Im Christentum – Zersorgt euch nicht, seht die Vögel am Himmel …..

    Manfred Fischer – Mannheim

  • Ich habe immer meinen Kalender, sowie mein Notizbuch, incl. Kugelschreiber, Bleistift und Marker dabei. In meiner Wohnung habe ich ueberall Stift und Zettel verteilt, sodass ich mir ueberall etwas notieren kann. Denn ich bin leider sehr vergesslich. Sobald mir ein neuer Gedanke in den Sinn kommt, ist der zu aufschreibende Gedanke weg. Da muss ich eben vorsorgen. Manche stoenen zwar, dass ich mir alles aufschreiben muss, sind aber spaeter froh, wenn sie fragen, ob jemand was zum schreiben dabei hat, damit sie sich was aufschreiben koennen :-)

    • Bert schreibt am 20. August 2014

      der zu aufschreibende oder der aufzuschreibende?

  • Da ich gerne handwerklich tätig bin, habe ich mir auf meinem Desktop eine Exel-Datei angelegt. Hier kommt alles rein, was ich noch tun möchte, aber nicht sofort getan werden muss, z.B. Hocker streichen, Hosen umnähen, Pflanzen umtopfen, kleinere Reparaturarbeiten… eben alles, was mir gerade einfällt. Auch Dinge, die ich mir noch so nach und nach kaufen möchte. Wenn ich dann Lust und Zeit habe, schaue ich mir die Liste an und erledige, was mir am wichtigsten ist.

    Für die täglichen Dinge, die aktuell sind, habe ich ein kleines Büchlein. Hier schreibe ich alles auf wie Anrufe, Briefe schreiben, Geschenk besorgen… also alles, was zeitnah erledigt werden soll.
    Außerdem liegt ein Einkaufszettel auf meinem Schreibtisch. Wenn mir etwas einfällt, was ich noch besorgen muss, wird es gleich auf den Zettel geschrieben.
    Das funktioniert alles ganz gut und es macht Spaß, immer wieder etwas von den Listen zu streichen ;-)
    Wünsche allen einen sonnigen Sonntag!

  • Ein sehr interessanter Artikel, danke.
    Auch ich nutze seit Jahren mein Smartphone.
    Im Kalender sind alle Termine mit Erinnerungsfunktion, in den Notizen meine Einkaufsliste, die wichtigsten Öffnungszeiten von Bücherei, Wertstoffhof usw. und die Sprüche meiner Kinder, die ich für die Nachwelt aufheben möchte.
    Im Fotoarchiv sind wichtige Informationen aus Zeitschriften, Bedienungsanleitungen, Geschenkideen, meine Rezeptesammlung, Klassen-Telefon- und Namenslisten.
    Eine wirklich wunderbare Hilfe, immer zur Hand, klein und kompakt.

  • Danke für den Artikel. Ich nutze schon seit jahren den Kalender meines Handys. Dort trage ich sowohl alle Termine als auch Aufgaben ein. Ebenso natürlich neue Kontakte, wenn ich jemanden gerade kennengelernt habe. Hier gibt es auch die Möglichkeit, unter Notizen noch Bemerkungen, die mir im Zusammenhang mit dieser Person wichtig sind, abzuspeichern. Da ich mein Handy eh immer bei mir habe, funktioniert das sehr gut. Sehe ich etwas Interessantes wie eine Geschenkidee oder ein Buch, wird davon ein Foto gemacht. Dies ist mir bereits zur Gewohnheit geworden und entlastet mich ungemein. Besonders, da ich selbstständige Einzelkãmpferin bin. Allerdings ist es für mich dabei sehr wichtig, die Daten meines Handys wöchentlich zu synchronisieren und zu sichern. Ich wünsche allen einen herrlichen Sonntag!

  • Ich trickse mich seit einiger Zeit selbst aus. Ich nehme das Wort “vergessen” nur für Dinge/Themen nehme, die ich auch wirklich vergessen kann oder sogar will. Wenn ich aber etwas nicht vergessen möchte oder sogar nicht vergessen darf, dann benutze ich zum erinnern “ich muss an……denken!” Offensichtlich geht das kleine Wörtchen “nicht” in Verbindung mit vergessen im Unterbewußtsein leicht verloren. Und dann passiert genau das, was man eben gerade nicht wollte, man hat es vergessen.
    Diesen kleinen Trick habe ich mal in einem Artikel über Affirmationen gelesen und er ist wirklich total hilfreich.

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