Die „Bedürfnistöpfe“. Wie du deine eigenen Bedürfnisse kennenlernst und erfüllst

Beduerfnistoepfe
Du kannst deine Probleme lösen. Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut.
Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Für ein zufriedenes Leben sind deine Bedürfnisse existenziell wichtig. Erfüllst du deine Bedürfnisse in einem hohen Maße, bist du glücklich. Du hast Energie und Lust, deine Ziele zu verfolgen. Du bist ausgeruht und entspannt. Du hast den Kopf frei, um dein Leben nach deinen Wünschen zu gestalten.

Deine Bedürfnisse im Blick zu behalten und gut zu erfüllen, gehört auf der Prioritätenliste nach ganz oben. 

Doch wie gelingt es überhaupt, deine Bedürfnisse zu kennen und zu erfüllen?

Um das herauszufinden, kannst du das Konzept der Bedürfnistöpfe nutzen. Denn damit lernst du deine Bedürfnisse besser kennen und kannst immer besser darin werden, sie so zu erfüllen, dass es dir möglichst gut geht.

Das Konzept der Bedürfnistöpfe

In dem Denkmodell der Bedürfnistöpfe stellen wir uns jedes Bedürfnis als einen Topf vor. Je nachdem wie gut du dein Bedürfnis erfüllst, hat dein Bedürfnistopf eine andere Füllhöhe.

Bedürfnis Topf 1

Die Namen deiner Bedürfnistöpfe vergibst nur du

Du kannst deine Bedürfnistöpfe nennen, wie du möchtest. Für den einen heißt er „Gesundheit“, für den nächsten „Wohlbefinden“ und wieder für jemand anderen „körperliche Unversehrtheit“. Wichtig ist, dass die Bezeichnung zu dir passt und dass du weißt, was sich hinter diesem Bedürfnistopf verbirgt. Auf der Bedürfnisliste findest du eine kleine Auswahl von Bedürfnissen.

Die Füllhöhe in den Bedürfnistöpfen ist flexibel

Das heißt:

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  • Dein Bedürfnistopf wird voller, wenn du dein Bedürfnis erfüllst.
  • Dein Bedürfnistopf wird leerer, wenn du dein Bedürfnis nicht erfüllst.
  • Der Stand der Füllhöhe ist abhängig von deinen Erlebnissen und Erfahrungen in deinem Alltag.

Ist die Füllhöhe im Bedürfnistopf „Freude“ hoch, bist du gut damit versorgt. Du erlebst Freude in dem Maße, wie du es dir wünschst.

Gleichzeitig kann dein Bedürfnistopf „Bewegung“ relativ leer sein. Machst du morgen einen langen Spaziergang bei deinem Lieblingswetter, steigt die Füllhöhe im Bedürfnistopf „Bewegung“ sicher an. Und wenn der Spaziergang sehr schön war, wird der Bedürfnistopf „Freude“ ebenfalls auf einem hohen Stand bleiben.

BEDÜRFNIS TOP 2

Bedürfnistöpfe lassen sich kurzfristig und langfristig betrachten

Die Füllhöhe in den Bedürfnistöpfen kann sich langfristig und kurzfristig verändern. An dem Beispiel mit dem Spaziergang siehst du die kurzfristige Betrachtungsweise.

Du kannst deine Bedürfnistöpfe aber auch in längeren Zeitintervallen betrachten. Zum Beispiel, wenn du dich fragst, wie es mit deinem Bedürfnistopf „Freude“ oder „Bewegung“ in den letzten drei Wochen aussah.

Eine kurzfristige Betrachtungsweise hilft dir, deine Bedürfnisse täglich neu in den Blick zu nehmen.

Bedürfnisse langfristig im Blick zu behalten, ist wichtig, um im Großen und Ganzen ein zufriedenes Leben zu führen.

Ist ein Bedürfnistopf ein paar Tage fast leer, ist das in den allermeisten Fällen unproblematisch. Wird dies jedoch zum Dauerzustand, solltest du handeln. Und zwar indem du dir überlegst, woran es liegt und wie du etwas für deine Bedürfnisse tun kannst.

Sind leere Bedürfnistöpfe alarmierend?

Nur unter bestimmten Bedingungen.

Leerer Bedürfnistop

In vielen Situationen ist es unvermeidbar bzw. sogar notwendig, dass Bedürfnistöpfe zeitweise eine niedrige Füllhöhe aufweisen. Wenn du für eine Prüfung lernst, wird der Bedürfnistopf „Spaß und Unterhaltung“ höchstwahrscheinlich öfter mal leer sein. Denn dein Fokus liegt auf einem anderen Bedürfnistopf. Zum Beispiel „Wissensdurst“ oder „Erfolg“.

Wichtig ist, dass du die Bedürfnistöpfe mit einer niedrigen Füllhöhe möglichst auch wieder schnell auffüllst. Dass du dir z. B. in den Prüfungsvorbereitungen immer mal auch Pausen zum Spaßhaben oder Entspannen gönnst.

Laufen Bedürfnistöpfe dauerhaft leer, kann es zu großen Problemen kommen. Du wirst unzufrieden, meistens im Umgang mit anderen schwierig und vielleicht sogar krank. Das belastet dein Wohlbefinden. Deine sozialen Beziehungen können darunter leiden und sogar deine Gesundheit.

Deswegen ist ein guter Umgang mit deinen Bedürfnissen so unglaublich wichtig.

Kann ein Bedürfnistopf übervoll sein? 

Ja und nein. Wird ein Bedürfnis übererfüllt, dann läuft der zugehörige Bedürfnistopf aber in unserem Modell nicht über, sondern wirkt sich auf die Füllhöhe eines anderen Bedürfnistopfes aus. Du merkst eine Überfüllung in einem Topf am ehesten an der Füllhöhe eines anderen Topfes.

Beispiel: Ist dein Bedürfnistopf „Herausforderung im Job“ gut gefüllt, ist alles in Ordnung. Deine Aufgaben sind herausfordernd. Aber so, dass du sie bewältigen kannst. Wird dieser Topf übervoll, steigen die Herausforderungen z. B. so an, dass du sie nicht oder nur unter großer Belastung erfüllen kannst, kommt ein anderer Bedürfnistopf ins Spiel. Zum Beispiel der Bedürfnistopf „Entlastung“. Diesen gilt es nun in den Blick zu nehmen und dort für eine angenehme Füllhöhe zu sorgen.

Eine hohe bzw. niedrige Füllhöhe ist individuell verschieden

Nur du selbst kannst sagen, wie es um die Füllhöhe deiner Bedürfnistöpfe bestellt ist. Ist dein Bedürfnistopf „Herausforderung“ gut gefüllt, kann genau das gleiche Verhalten für jemand anderen bedeuten, dass sein Bedürfnistopf „Herausforderung“ noch längst nicht voll wäre. Deswegen machen Vergleiche an der Stelle auch überhaupt keinen Sinn.

Wichtig ist, dass du deine eigenen Bedürfnisse kennst und sie möglichst gut erfüllen kannst.

Wichtig: Bedürfnistöpfe nehmen wir je nach Füllhöhe unterschiedlich stark wahr

Sind unsere Bedürfnistöpfe gut gefüllt, nehmen wir die Bedürfnisse oft gar nicht wahr. Das kennst du sicher. Alles läuft prima. Du bist gesund und fühlst dich wohl. Dein Bedürfnistopf „Gesundheit“ oder „Wohlbefinden“ ist gut gefüllt. Doch du bist dir dessen gar nicht bewusst.

Wirst du aber plötzlich krank, spürst du sehr klar, dass dein Bedürfnis nach Gesundheit nicht gut erfüllt ist. Der Bedürfnistopf „Gesundheit“ rückt in den Fokus. So sehr, dass du diesen Bedürfnistopf vielleicht auch übermäßig stark wahrnimmst. Andere Bedürfnisse, die vor einer Woche noch wichtig waren, sind auf einmal gar nicht mehr so bedeutsam.

Dieser Punkt ist besonders in Entscheidungssituationen wichtig zu berücksichtigen. Gut gefüllte Bedürfnistöpfe laufen Gefahr, bei unseren Entscheidungen nicht oder zu wenig berücksichtigt zu werden. Denn diese gut erfüllten Bedürfnisse nehmen wir oft gar nicht wahr. Es läuft ja alles gut und damit haben wir sie nicht auf dem Zettel.

Die leeren Bedürfnistöpfe werden hingegen häufig die alleinigen Einflussfaktoren für Entscheidungen. Das kann dazu führen, dass wir aus falschen Gründen eine Entscheidung treffen. Eine Entscheidung, die wir womöglich später bereuen, wenn die Füllhöhen in den Bedürfnistöpfen wieder anders verteilt sind.

Beispiel: In einer langjährigen Beziehung erlebt man den Bedürfnistopf „Abwechslung“ vielleicht als sehr leer. Das kann geschehen, wenn eine Beziehung in vertrauten Bahnen verläuft und das Zusammensein monoton und einförmig geworden ist.

So manch einer hat sich dann getrennt, weil sein Bedürfnistopf „Abwechslung“ leer war. Dabei hat er aber vielleicht außer Acht gelassen, dass der sehr gut gefüllte Bedürfnistopf „Vertrautheit“ ganz schnell leerläuft, wenn er die Beziehung beendet.

Sich vor weitreichenden Entscheidungen einen guten Überblick über alle Bedürfnistöpfe zu verschaffen,

  • schützt vor übereilten Entscheidungen, die später womöglich bereut werden.
  • gibt einem die Chance, Möglichkeiten zu entdecken, die man zuvor vielleicht gar nicht gesehen hat. Zum Beispiel, den Bedürfnistopf „Abwechslung“ innerhalb der Beziehung zu füllen, ohne die ganze Beziehung und damit den wertvollen Bedürfnistopf „Vertrautheit“ aufs Spiel zu setzen.

Konkurrierende Bedürfnisse

Manchmal kannst du einen Bedürfnistopf nicht füllen, ohne einen anderen zu leeren. „Berufliche Sicherheit“ und „berufliche Freiheit“ gehen nur selten miteinander. Oder „sexuelle Freizügigkeit“ und „Aktivität mit unterschiedlichen Partner“ gehen nur schwer mit „Treue“ und „Vertrauen“ in der Beziehung einher. Die Lösung? Musst du dich entscheiden? Nicht unbedingt. Oftmals gibt es eine Lösung jenseits von „Entweder-oder“.

Von konkurrierende Bedürfnisse

Denn häufig findet man doch noch eine Möglichkeit, beide Bedürfnisse zu erfüllen. Also dich z. B. als Beamtin für einen Auslandseinsatz freistellen zu lassen. Oder mit deinem Partner neue Sachen auszuprobieren.

Falls du Ideen jenseits von „Entweder-oder-Lösungen“ brauchst, probier es mit der Kopfstand-Methode, mit dem Drehbuch-Prinzip oder der Satzergänzungsmethode.

Das Modell der Bedürfnistöpfe optimal für dich nutzen

Um deine Bedürfnisse möglichst gut zu erfüllen, hilft es dir, wenn du:

  • weißt, welche Bedürfnistöpfe für dich relevant sind, und die Füllhöhe in den jeweiligen Bedürfnistöpfen gut wahrnehmen kannst – weil du dann weißt, wo alles in Ordnung ist und wo du nachsteuern solltest.
  • die gut gefüllten Bedürfnistöpfe wirklich wahrnimmst und wertschätzt – weil du dann erkennst, wo es richtig gut läuft und was du unbedingt beibehalten solltest.
  • bei den weniger gut gefüllten Bedürfnistöpfen möglichst viele Möglichkeiten hast, die Füllhöhe steigen zu lassen – weil du dann flexibler darin bist, die Bedürfnisse zu erfüllen.
  • bei deinen Entscheidungen die Konsequenzen für alle deine Bedürfnistöpfe berücksichtigst – denn so sorgst du dafür, dass deine Bedürfnistöpfe auch in Zukunft optimal gefüllt sind.

Hier also eine Kurzanleitung, mit der du deine Bedürfnistöpfe optimal nutzt.

Kurzanleitung für den Umgang mit deinen Bedürfnistöpfen

  1. Mach dir eine Liste deiner Bedürfnistöpfe. Nimm diese Liste zu Hilfe, um auch die Bedürfnistöpfe zu erkennen, die grad gut gefüllt sind und die du vielleicht nicht so ohne weiteres erkennst. Erweitere deine Liste kontinuierlich.
  2. Geh immer mal in dich und nimm bewusst die Füllhöhe in deinen Bedürfnistöpfen wahr. Du kannst dazu eine Skala von 1 (leer) bis 10 (voll) verwenden. Oder dir deine Bedürfnistöpfe aufzeichnen und eine Linie einzeichnen, bis wohin sie gefüllt sind. Frag dich zu jedem Topf: „Wie ist der Stand? Welche Bedürfnistöpfe sind optimal gefüllt? Welche nicht?“
  3. Sorg dafür, dass die Füllhöhe in den Bedürfnistöpfen mit einer niedrigen Füllhöhe steigt. Frag dich: „Was brauche ich, damit dieser Bedürfnistopf besser gefüllt ist? Was kann ich dafür ganz konkret tun?“ Falls du bei dem ein oder anderen Bedürfnistopf nicht weißt, wie du etwas ändern kannst, hol dir Unterstützung.
  4. Gewöhn dir an, vor deinen Entscheidungen einen Blick auf deine Bedürfnistöpfe zu werfen. Frag dich, besonders bei wichtigen Entscheidungen: 1. welche Bedürfnistöpfe betroffen sein werden und 2. wie sich deine Entscheidung auf die Füllhöhen in deinen Bedürfnistöpfen auswirkt und 3. was dies für deine Entscheidung bedeutet.

Deine Bedürfnisse spielen eine Hauptrolle, wenn es um deine Kraft, deine Energie und deine Lebenszufriedenheit geht.

Der Schlüssel liegt darin, sich der Bedürfnisse zunächst bewusst zu werden und dann überlegt zu handeln, sodass du sie in einem hohen Maße erfüllst. Du hast es in der Hand. Und mit dem Konzept der Bedürfnistöpfe verfügst du über ein Werkzeug, das dir – geschickt eingesetzt – den optimalen Umgang mit deinen Bedürfnissen leicht macht.

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Kommentare

  • Mein ganzes Leben ist mein Bedürfnis nach Nähe und Tiefe nicht erfüllt. Leider weiß ich auch nicht, wie ich dies Bedürfnis erfüllen kann. Es gibt sicherlich viele Bedürfnisse, die sich nicht so leicht erfüllen lassen – z.B. auch das Bedürfnis nach Gesundheit, wenn man eine schwere Krankheit hat. Hier klingt mir das einfach zu leicht! Wenn es einem im Grunde gut geht, mag dieses Vorgehen mit den “Bedürfnistöpfen” okay sein.

  • Ich finde die Idee mit den Bedürfnisstöpfen auch sehr gut denn ich muss sehr auf mich achten das ich ausgeglichen bin Vielleicht macht es auch Sinn solche Töpfe sich zu bauen und mit irgendwas zu füllen oder dementsprechend zu leeren sodass man immer genau weiß wo man steht und für welches Bedürfnis ich jetzt im Moment etwas tun muß. Auch die Liste finde ich ideal könnte ich sogar erweitern.
    Schönen Sonntag euch allen

  • Hallo,
    das ist eine prima Idee mit den Bedürfnistöpfen zu arbeiten. Ich finde fast sogar wichtiger die Töpfe im Blick zu haben, bei denen es mir gutgeht. Wie Du schon sagtest, an diese denken wir dann oft gar nicht mehr – läuft ja schließlich.
    Womit ich nicht übereinstimme, ist, dass Töpfe nicht zu voll werden können; gut, ich bin nun auch jemand, der sich viel mit TCM beschäftigt und daraus immer häufiger die Erfahrung zieht: ja, sie hatten schon vor zig Tausend Jahren Recht: ein zu viel von x bedeutet ein zu wenig von y. Kurzfristig ok, längerfristig führt es zu Krankheit. Daher halte ich ein maßvolles Leben für erstrebenswert.
    Das Beispiel mit dem arbeitsintensiven Job und dann eben die Entlastung zu erhöhen, halte ich nur für kurzfristig machbar. Wenn ich mir vorstelle, ich bin ein Mensch, der 100% hat, die er auf seine Bedürfnisse verteilt, dann kann ich diese nicht beliebig erhöhen, ohne irgendwo etwas abzuzweigen. Wie gesagt, kurzfristig ja, langfristig halte ich es nicht für gesund.
    Zum Abschluss noch einmal gesagt: toller Artikel mit schöner anschaulicher Idee !

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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