Befreiung aus der Seifenblase (mit Poster)

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Ein Erlebnis bringt uns aus dem Tritt. Das kann eine Kleinigkeit sein, wie z. B., dass ein Handwerker uns versetzt, oder auch etwas Existenzielles, wie eine schlimme Krankheit, der Verlust des Arbeitsplatzes oder dass wir von unserem Partner verlassen werden.

Wenn uns etwas passiert, das nicht zu dem passt, was wir uns wünschen oder erwarten, reagieren wir ärgerlich, gefrustet, traurig oder mit irgendwelchen anderen belastenden Gefühlen. Das kennen, glaube ich, die meisten von uns.

Warum ist das so? Und was können wir dagegen tun, dass uns unabänderliche Erlebnisse mehr oder weniger aus der Bahn werfen?

Warum ist das so?

Die Psychologie und auch meine Erfahrungen und die vieler anderer bestätigen Folgendes: Meine Gefühle entstehen durch meine Gedanken. Wenn ich etwas negativ bewerte, fühle ich mich nicht so gut, wie wenn ich etwas positiv bewerte.

Ein Beispiel:

Ein Regentag enttäuscht mich, wenn er mir meinen Fahrradausflug versaut, auf den ich mich vielleicht schon länger gefreut habe.

Über einen Regentag kann ich mich hingegen freuen, wenn ich denke, dass mein Garten nun endlich mal wieder das dringend benötigte Wasser bekommt.

Die Realität ist in jedem Fall die gleiche: ein Regentag.

Wie ich diese Wirklichkeit bewerte, entscheidet darüber, ob ich mich freue oder enttäuscht bin.

Und so ist es ja in ganz vielen Situationen. Man erlebt etwas, das einem nicht passt oder sogar das ganze Leben auf den Kopf stellt, und fühlt sich gestresst, überfordert oder irgendwie anders nicht gut.

Was kann ich dagegen tun? 

In meinem Regentagbeispiel: Ich hole mein Fahrrad aus dem Keller und baue mich vor dem Haus auf. Mit aller Vehemenz brülle ich gen Himmel: „Du blöder Regen, hör sofort auf, ich hab mich so auf meinen Ausflug gefreut und ich will nicht, dass Du mir das jetzt kaputt machst.“

Sicher nicht, oder? Wenn das helfen würde, stünden sicher viel mehr Menschen bei Regen vor ihren Häusern und würden lautstark protestieren.

Meiner Erfahrung nach kann ich am leichtesten mit so einem durchkreuzten Plan umgehen, wenn ich die Realität annehme, wie sie ist, und z. B. sage: „Okay, es regnet. Ich hab mich auf den Ausflug gefreut und bin enttäuscht. Aber an der Realität kann ich nichts ändern.“ Ich kann mir überlegen, was ich nun mache. Zum Beispiel mit Regensachen losfahren. Oder mir etwas anderes Schönes vornehmen. Aber gedanklich gegen die Wirklichkeit anzukämpfen, bringt mich überhaupt nicht weiter.

In so alltäglichen Situationen ist es ja noch relativ einfach, mit der Enttäuschung fertigzuwerden. Bei anderen Gelegenheiten fällt das viel schwerer:

  • Wenn man nicht in den lang ersehnten Urlaub fahren kann, weil ein Beinbruch einem einen Strich durch die Rechnung macht.
  • Wenn der Partner einen verlässt, weil er von nun an mit jemand anderem zusammenleben möchte.
  • Wenn sich herausstellt, dass sich hinter den Bauchschmerzen ein inoperabler Tumor verbirgt.

In solchen Situationen kann sich wohl kaum einer hinstellen und sagen: „Ist halt so. Dann mache ich eben etwas anderes.“

Es erscheint dann unmöglich, nicht gegen die Realität anzugehen. Wie soll man so eine Wirklichkeit auch annehmen?

Ich denke, es versteht jeder, dass man solche und ähnliche Nachrichten erst einmal verdauen muss, bevor man irgendwie weitermachen kann. Dazu kann auch gehören, dass man belastende Gefühle erst einmal zulässt und wahrnimmt. Und sicher ist es dann völlig natürlich zu denken: Warum ich? Oder: Ich will das nicht. Und auch, dass man sich immer wieder in Gedanken gegen das wehrt, was leider furchtbare Realität ist.

Und obwohl ich das sehr gut kenne und auch bei vielen, vielen Menschen beobachte, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es mir nicht unbedingt besser geht, wenn ich mit meinen Gedanken gegen die Wirklichkeit ankämpfe. Es ist dann so, als würde ich in einer riesigen Seifenblase voller Gedanken sitzen und versuchen, die Realität von mir fernzuhalten. Dadurch geht es mir kein bisschen besser. Denn die Realität ist und bleibt Realität.

Die Wirklichkeit annehmen – belastende Gedanken loslassen

Viele Menschen und auch ich haben auch eine andere Erfahrung gemacht. Es hilft in belastenden oder sogar ausweglosen Situationen, sich bewusst zu machen, dass der Kampf gegen die Wirklichkeit einen nicht weiterbringt. Und wenn es einem dann noch gelingt, die Seifenblase mit den vielen Gedanken zum Platzen zu bringen und die Realität an sich heranzulassen, geht es einem schneller wieder besser. Denn man wird dann auch leichter wieder handlungsfähig und kann sich den Dingen widmen, die sich wirklich ändern lassen.

Wir haben ein Poster zu einem Zitat von Byron Katie entworfen, das diesen Gedanken wunderbar darstellt. Wenn Sie Lust haben, drucken Sie es sich doch aus und hängen Sie es dorthin, wo Sie es möglichst mehrfach täglich sehen. Dadurch können Sie sich immer wieder in Erinnerung rufen, dass die Gedankenblase um uns herum nicht die Wirklichkeit ist. Und es einem nicht hilft, mit seinem Denken gegen die Realität anzukämpfen. So kann Ihnen unser Poster helfen, sich ein klein wenig von Ihren belastenden Gedanken zu lösen und sich wieder entspannter und freudvoller zu fühlen.

Über Byron Katie, von der das Zitat auf dem Poster stammt, habe ich an anderer Stelle schon mal geschrieben. Sie hat eine Technik entwickelt, die mir wirklich geholfen hat, auch in sehr schwierigen Situationen die Wirklichkeit anzunehmen. Und mich nicht mehr so traurig und verzweifelt, enttäuscht oder wütend zu fühlen.

Weil diese Methode so großartig funktioniert, arbeiten wir zur Zeit sehr konkret an einem Trainingsprojekt dazu. Wenn Sie Lust haben und vielleicht bei diesem Projekt mit dabei sein möchten, tragen Sie sich doch einfach ganz unverbindlich hier in unseren Verteiler ein. Dann informieren wir Sie über alles Neue, was zu unserem neuen Projekt gibt.

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Kommentare

  • Hallo an alle,
    a) zum Regentag, ist es nicht so, dass es immer gut ist eine “Erstazlösung” zu haben, um eben nicht enttäuscht zu sein, sondern mich um die andere Lösung sofort kümmern kann. Denn das halbe Glas gefüllt ist immer halbvoll NIE halbleer.
    b) zu den Schicksalsschlägen, hier funktioniert die unter a genannte Lösung nicht, weil nicht alles vorhersehbar ( vorherplanbar) ist. Wenn sie aber als Realität angesehen und angenommen werden wird kein “Verrat” begangen. Im Gegenteil sie führt dazu uns weiter zu stärken weil sie uns zwingt um alternative Lösung zu kümmern. Z.B. Ich verhelfe dem anderen z. B. durch tägliche Besuche zu positiven Gefühlen, um Ihm zu signalisieren ich bin, auch in den schwierigsten Situationen für Dich da. Natürlich sollte ich meine Gedanken während dessen nicht um das Negative kreisen lassen, sondern auch, so schlimm es ist, das Positive sehen.
    Einen sonnigen Sonntag weiterhin.

  • Wenn schon die Beispiele nicht funktionieren, wie soll das in der Praxis ablaufen?
    1. Zum Regentag:
    Unternehmungslustiger Radfahrer = Regen störend = Ärger;
    Gartenbesitzer mit trockenem Gemüse = Regen notwendig = Freude
    Es ist die konkrete Auswirkung auf die jeweilige Lebenslage, die hier Ärger oder Freude bewirkt. Die Bewertung ergibt sich dabei zwangsläufig und würde bei 99,9 % der Menschen gleich ausfallen.
    Wenn ein Beispiel irgendwie greifen sollte, müsste man darstellen, wie Menschen in der gleichen Situation diese unterschiedlich bewerten und damit unterschiedliche Gefühle entwickeln. Beispiel: 10 Gartenbesitzer bei andauernder Trockenheit.

    2. Im Zusammenhang mit einem inoperablen Bauchtumor von Enttäuschung zu schreiben, finde ich schon ein wenig gewagt. Überhaupt werden hier 3 grundlegend unterschiedliche Situationen geschildert, die dementsprechend sehr unterschiedlicher Betreuung bedürfen.
    Beinbruch: Nach ca. 6 Wochen wird das Leben so weitergehen wie bisher. Den Urlaub kann ich nachholen. Eine kognitive Umstrukturierung ist hier kaum nötig.
    Partnerschwund: Das Leben wird nie mehr so sein, wie bisher. Ich muss mein Leben umstrukturieren. Je nach Persönlichkeit wird eine Psychotherapie benötigt.
    Bauchtumor: Das Leben wird in Kürze zu Ende sein. Hier braucht man in erster Linie einen guten Palliativmediziner, da eine kognitive Umstrukturierung kaum zu einer anderen Bewertung von Schmerzen und Übelkeit führt.

  • Liebe Nicol,

    “meine Gefühle entstehen durch meine Gedanken…”

    1. ist das wahr, stimmt das ???

    Was spielt überhaupt noch dabei eine Rolle, dass bei uns Menschen, Gefühle entstehen?

    Mit der Plakat kann ich überhaupt nichst anfangen.
    Die Realität/Wirklichkeit “ist” einfach, was soll die Nadel hier?
    Das Männlein in der Seifenblase käpft ja nicht…, distanziert die Arme ineinander gesteckt!!?!!??
    Habt ihr villeicht andere Plakatvorschläge?

  • Bei meinem Mann wurde vor einem Jahr Krebs diagnostiziert. Wir haben die Krankheit angenommen und leben damit, so gut es geht. Wir sind uns noch näher gekommen und haben gelernt, wichtige Dinge von unwichtigen Dingen zu unterscheiden.
    Hin und wieder schleichen sich Ängste vor der Zukunft und vor dem Verlauf der Erkrankung bei mir ein. Es nützt nichts, diese zu verdrängen, ich lasse meine Gefühle zu und das tut mir dann sogar richtig gut.
    Wie hier schon mehrfach erwähnt, bin ich auch der festen Meinung, dass wir uns durch unsere Gedanken unsere Welt erschaffen. Denn durch die Gedanken,mit denen ich mich beschäftige, beeinflusse ich mich selbst. Ich glaube daran, dass unsere Gedanken, eine unglaubliche Kraft haben unser Erleben und Empfinden
    positiv oder negativ zu beeinflussen.

    Waldfee

  • Für Ulla4:
    Die Antwortmöglichkeit fehlt unter deinem Text… :-o Vielleicht, weil du auf einen Kommentar geantwortet hast.

    Ich wünsche dir viel Kraft. Ein guter Osteopath wäre eine Anlaufstelle und auch ein umfassender Blutstatus, um die Entzündungen aus dem Körper zu bekommen. Die Frage, ob der Patient das will.

    Wenn gewünscht, gebe ich dir gerne weitere Kontaktdaten. Der Austausch ist sicher hinzubekommen und wenn es mit der Bitte an die Redaktion geht.

    Alles Gute & liebe Grüße
    Ulli

  • Guten morgen,

    das ist einer der wenigen Artikel, bei dem ich die Meinung der Redaktion so gar nicht teilen kann, obwohl ich sehr viel für Gelassenheitsübungen übrig habe.

    Ich habe es z.B. schon lange hinter mir gelassen, mich über das Wetter zu ärgern: Radfahren kann man auch bei Regen!

    Allerdings habe ich sehr viel dagegen, bei existenziellen Fragen eine Laissez-faire Haltung an den Tag zu legen! Wenn mein Partner mich verlässt oder ich meinen Arbeitsplatz verliere, würden mich die Menschen in meinem Umfeld auch etwas merkwürdig anschauen, wenn dann völlig gelassen bliebe.

    Gefühle machen uns erst zum Menschen! Angst, Wut und Trauer sind wichtige Katalysatoren für unsere Entscheidungen, wie wir mit der Realität umgehen wollen. Versagen wir uns diese Gefühle, entwicklen wir uns nicht weiter und stumpfen ab. Schlimmstensfalls werden wir krank!

    In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und Leserinnen einen gefühlvollen Tag.

    • Ulli

      Ich denke, es geht gar nicht um das, was passiert, sondern um das, was es bei mir auslöst. Zu sagen, ich bin traurig, wütend ect. ist zu wenig. Emotionen, die uns hindern, zu leben, in die Freiheit zu kommen, wollen/müssen gelöst werden. Wie das passiert, wenn wir uns darum nicht kümmern, das ist die andere Seite der Medaille. Dann bekommen wir schon mal einen verbraten. Und die Klatsche wird immer größer. Bis es ‘BING’ macht. Freude und Leid sind nun mal Bestandteil unserer Welt.

      Sich dagegen wehren, hilft wirklich nicht. Vielleicht ist das auch zu wenig erhaltene Aufmerksamkeit. Manch einer jammert wirklich um des Jammerns Willen. Sprich, er oder sie will letztlich keine Heilung. Irgendwo habe ich mal gelesen, ewig jammernde Erwachsene sind bedürftige Kleinkinder.

      Annahme ist wichtig, auch ein oder zwei Ohren zu haben, die mal zuhören. Und wenn kein Mensch da ist, dann gibt es für mich Jesus, der immer da ist. Ich verbinde das mit der Bitte, dass er mir den Weg zeigt, der mir gut tut. Das gelingt mir immer besser und mir geht es immer besser. Vieles bringt mich gar nicht mehr auf die Palme. Ich entscheide dann, ob ich diese Situation wirklich noch brauche oder ob es der berühmte Tritt ist, mich zu bewegen und was zu ändern.

      Alles braucht seine Zeit. Und die sollten wir uns nehmen. Hier geht es auch nicht z. B. um das abkürzen der Trauer, sondern um handlungsfähig zu werden. Das war schon genannt worden.

      Mit unseren Gedanken erschaffen wir uns unsere Welt. Das stimmt. Ich kann in jeder Sekunde meine Gedanken ändern.

      Interessant sind medizinische Forschungen, die mittlerweile belegen, wenn wir nein sagen und uns gegen die Realität sträuben, dass sich unser Milchsäurezyklus umkehrt. Und zwar zu unserem Nachteil. Sagen wir “ja”, geht es uns auch körperlich besser. Mit dem ja ist nicht die Akzeptanz gemeint, das ja akzeptiert den Zustand. Und den Zustand kann ich in jeder Sekunde ändern.

      Zu bedenken ist auch, dass wir gerne in unserem alten Fahrwasser bleiben, da kennen wir uns wenigstens aus. Kopp-Wichmann nennt es den Autopiloten. Den ab und an mal anhalten, ergibt auch neue Denkansätze.

  • Hallo zusammen,

    ich empfinde die komentare auch teilweise als für die Alltagsproblemchen tauglich und mitunter auch etwas vermessen…

    Wenn Anni schreibt, sie mag die Realität nicht, kann man nicht einfach ohne Kenntnis IHRER Realität, ganz allgemein gültig schreiben “dann ändere sie!” Man ändert weder einfach mal so den Tod, eine schwere Krankheit oder Kom,a (was in den Beiträgen gar nicht zur Kenntnis genommen wurde) und evtl. tut man sich auch schwer zu sagen “Na wenn er überlebt, dann hat er bestimmt was Positives für sein Leben gelernt!”.

    Zitat Es gibt nicht “die” Realitaet, sondern nur unsere eigene, entstanden durch unsere Interpretation dessen was “ist” – das ist eine Ohrfeige für alle die wirklich sehr leidenden Menschen. Die drei Kinder und der Mann einer verstorbenen jungen Frau, werden die Realität sicher nicht so einfach “uminterpretieren” können! Das läuft mir schon wieder sehr in die Richtung “Selbst dran Schuld , wenn du leidest, musst halt nur richtig positiv uminterpretieren!” Es gibt Familien, da passiert ein Unglück nach dem anderen, da ist es nicht so einfach mit “Vertrauen” un “interpretieren” getan!

    …aber wie Sigrun richtig schreibt … wenn wir hier nur über einen Regentag reden…
    Gruß Petra

    • andrea

      liebe petra,
      ich verstehe sehr gut wie du empfindest. so ging es mir früher auch oft, wenn ich derartige beiträge lesen musste. da bin ich aus der haut gegangen.

      du schreibst: die drei Kinder und der Mann einer verstorbenen jungen Frau, werden die Realität sicher nicht so einfach “uminterpretieren” können!

      ja und nein. ich kenne die umstände nicht, daher ist es schwer, was vernünftiges zu schreiben. trotzdem möchte ich es versuchen.

      fakt ist: die mutter ist tod. das ist die unabänderliche realität. aber ob und wielange der mann und seine kinder darunter leiden werden, hängt ganz stark von ihrem blick auf die realität ab.
      fakt ist leider auch: jeder stirbt, irgendwann – und das tut nur und ausschließlich den zurückgebliebenen wirklich weh. der tote ist tot.

      vielleicht können der mann und seine kinder dankbar sein, dass die mami nicht lange leiden musste.
      vielleicht können sie lernen, sich darüber zu freuen, dass sie sich zu viert noch haben.
      vielleicht können sie glauben, dass ihre mutter nicht möchtet, dass sie darunter leiden
      vielleicht ist es ihnen möglich in zukunft zu sagen: wir sind dankbar für die zeit, die wir mit unserer mutter hatten

      vielleicht – viele vielleichts .. weil ich eben nichts weiß von diesem mann und seinen kindern. das kann jeder nur für sich selbst und die eigene situation finden.

      es geht, glaube ich, auch nicht darum, gelassen über allem zu stehen. ich denke, es geht darum nicht unnötig unter der realität zu leiden. und wieder aufzustehen und zu leben.
      liebe grüße – andrea

  • Danke für den nützlichen Beitrag, liebe Nicole.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es sehr schwer ist, sich der genannten Hilfestellungen zum Zeitpunkt eines besonders belastenden Kummers anzunehmen. Da kämpft man tatsächlich noch mit der Realität, muss und will verarbeiten, durchdenken, verstehen. Da wären das positive Denken und damit das “Befreien” sicherlich hilfreich, es könnte aber auch sein, dass die Zeit dafür noch nicht reif ist. Wenn “der Kopf” die Anwendung der Hilfskonstruktion “positives Denken” nur erzwingt, bricht möglicherweise kurz darauf alles wieder zusammen.
    Dennoch: Der Satz “Meine Gefühle entstehen durch meine Gedanken” ist zutreffend. Wenn ich Dinge nicht ändern kann, werde ich lernen müssen, mit der Realität umzugehen, sonst gehe ich daran zugrunde.
    Ich wünsche allen, die derzeit kein “Licht am Ende des Tunnels” sehen, dass sie der Zeit vertrauen, Realitäten annehmen und die Kraft für positive Gedanken finden.

  • Hallo,

    es gibt viele Wirklichkeiten…fällt mir hierzu ein.
    Ich glaube das es mindestens so viele “Wirklichkeiten” gibt wie es Menschen gibt. Da jeder einzigartig und individuell ist, hat auch jeder seine eigene Interpretation von der “Wirklichkeit”. Jeder von uns lebt, so gesehen, in seiner ganz eigenen Welt die mit der anderer mehr oder weniger ähnlich ist. Genau aus diesem Grunde ist es unmöglich sich in einen anderen hinein zu versetzen (1:1 ist das nicht möglich). Wenn wir oft auch meinen, das zu können und es wohl deshalb immer wieder versuchen (aus welchen Gründen auch immer). Tatsächlich aber halte ich unsere gesamte Kommunikation lediglich für eine Art Näherungsverfahren. Viel Gesagtes ist nur Vermutung, Spekulation und hat mit der wahrgenommenen Lebenswirklichkeit des Gegenübers oft nur wenig zu tun. So gesehen vergleichen wir Inhalte, Wortbilder. Das Ergebnis dieses Vergleichs, der Unterschied oder die Ähnlichkeit, wechselt mit jedem Gesprächspartner.

    Meiner Überzeugung nach ist vernünftige und gute Kommunnikation tatsächlich etwas sehr anspruchsvolles.

    Letztlich funktioniert unsere Kommunikation also lediglich über das Vergleichen von Ähnlichkeiten subjektiv interpretierter Wirklichkeiten. Umso größer die Ähnlichkeit, desto größer die Übereinstimmung mit dem Gegenüber und umgekehrt.

    Wenn also zwei Menschen, die mit ihren unvollkommenen Sinnen wahrnahmen, diese Wahrnehmungen anschließend jeweils, mehr oder weniger gut interpretierend, kommunizieren, was erwarten wir dann eigentlich?

    Kommt noch eine weitere Person hinzu…nee, das stelle ich mir jetzt lieber nicht vor. ;-) F.W. Weicht etwas vom Thema ab, wollte es aber trotzdem mitteilen.

    • Kiki

      Annie… welche Realitaet? Deine? Dann aendere sie, indem du sie mit anderen Augen anschaust. Es gibt nicht “die” Realitaet, sondern nur unsere eigene, entstanden durch unsere Interpretation dessen was “ist”

  • Mein Freund sagt oft einen Satz zu mir:

    Ärgere Dich nicht über die Welt, denn es kümmert sie nicht!

    Dieses Zitat hilft mir nur selten wirklich weiter. Aber es trifft oft den Kern!

    Viele Grüße
    Paula

  • Loving what is – Hallo und einen schönen Sonntag!

    Die Realität annehmen ist manchmal eine große Herausforderung. Wenn ich z. B. daran zurückdenke, wie ich lange ich mit der Realität gekämpft habe, als ich mich sehr ungerecht behandelt gefühlt habe und nichts dagegen unternehmen konnte. Egal, was ich versucht hatte, ich drehte mich im Kreis, der zunehmend kleiner und enger wurde. Bewirkt hat das gar nichts – doch, mir ging es immer schlechter damit, weil ich das nicht annehmen konnte und wollte.

    Die Realität war jedoch, dass ich die anderen Personen, die mich zu ihren Sündenbock gemacht hatten, nicht vom Gegenteil überzeugen konnte, denn die waren in keiner Hinsicht bereit bei sich zu gucken. Ein Gefühl der Hilflosigkeit für mich. Und doch glaube ich zutiefst, wenn es mir möglich gewesen wäre, dass als Realität zu nehmen und anzuerkennen, ich mir sehr viel Leid und Schmerz erspart hätte.

    Byron Katie hat vor etlichen Jahren dieses Prinzip erkannt und gelehrt. Sie hat uns an vielen Beispielen gezeigt, wie es sein kann, wenn man in der Lage ist, die Wirklichkeit anzuerkennen.

    Loving wat is . . . Möge die Übung gelingen! :-))

  • Es tut mir leid, aber angesichts eines schlimmen Schicksalsschlages empfinde ich den Artikel als viel zu oberflächlich.

    Aber es ist ok für einen Regentag

    lg Sigrun

  • mit großem interesse und gewinn lese ich den wchtl.ZZL, lernte durch manche hinweise / literatur, die kraft des posit. denkens.

    mein eindruck aber ist, dass das sogen. posit. denken heutzutage oftmals zu sehr in den ansätzen des menschl. denkens verhaftet bleibt und die lebensprobleme letztlich nicht bewältigt werden, sondern mehr oder weniger unter den “teppich” gekehrt werden.

    ich stimme elisabeth lange zu – aus eigenem erleben – dass ich meine probleme nur in der verbindung mit jesus christus “unter die füße” bekomme, weil ich sie IHM hinhalte, den sinn erfrage, nicht mit gewalt eine änderung herbei hole, sondern es kann auch sein, dass gerade die verneinnung des plans zu meinem besten war / ist.

    so wünsche ich uns allen, dass wir unsern lebensweg erkennen, an den “meilensteinen” achtsam aufmerken und unsern lebenssinn finden.
    einen erholsamen, gesegneten sonntag!

    lg monika

  • Hallo Nicole

    Ich bedanke mich herzlich für deinen Artikel.
    Er hat mir sehr gut gefallen und kam gerade zur
    richtigen Zeit. Ich bin in einer Umbruchphase meines
    Lebens und muss mir einen neuen Job suchen, weil ich die
    letzte Arbeitsstelle wegen Mobbing aufgeben musste.

    Da gab es viele Tage, wo ich gegen diese Realität angekämpft habe. Und wie ihr in euren Kommentaren geschrieben habt, gibt es dabei auch ganz viele Emotionen.Das Wegschieben, oder der lockere Umgang fehlte in der Anfangsphase. Doch es ist auch irgendwie wie ein Erwachen- und eben dieses Erwachen mit ” Raus aus der Seifenblase”, ist ein super Beispiel und sehr hilfreich.
    Nochmals ganz herzlichen Dank für den tollen Artikel!

    Allen einen frohen Tag
    Liebe Grüsse
    Ursula

  • Guten Morgen an alle,
    gerade heute bin ich am überlegen gewesen, weshalb ich mich trotz vieler Widrigkeiten oftmals vom Grundsatz “besser” fühle als andre, obwohl auch ich das Gefühl “mal” nicht mehr weitermachen zu können. Irgendwie hat sich bei mir im Kopf, Bauch und Herz immer wieder alles um das bekannte Gebet/Zitat gedreht (und da ich “gläubig” bin auch geholfen):
    Herr, gib mir die Kraft, das zu ändern, was ich ändern
    kann, gib mir die Gelassenheit, das anzunehmen, was ich nicht
    ändern kann, und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu
    unterscheiden.
    Ich wünsche allen das es gelingt…
    Liebe Grüße

  • Hallo Nicole,

    vielen Dank für den tollen Artikel.

    Wir erschaffen durch unserer Interpretationen unsere eigene Realität – ein oft zitierter Satz, den man am Anfang gar nicht so recht verstehen mag. Zumindest ging es mir so ;-)

    Der Umgang mit den eigenen Gefühlen ist etwas sehr aufregendes. Ich habe diesbezüglich viel von Robert Betz gelernt, der in seinen Vorträgen immer wieder wieder betont, wie wichtig es ist, die Gefühle “bejahend zu fühlen”. Und da gebe ich Stella recht: es ist paradox, aber läßt man sich auf drauf ein, lösen sich viele Probleme wie von selbst auf.

    Gruß
    Christoph

  • Ich denke, wenn man beginnt über dieses Thema überhaupt erst einmal nachzudenken, ist man schon einen großen Schritt weiter. Es lohnt sich und ich finde es gut, dass es hier angesprochen wird. Wenn man die Wahrheit nicht annimmt, so, wie sie sich darstellt, ärgert man sich oft. Und Ärger macht bekanntlich krank. Es ist besser, Alternativen zu suchen, sich zu sagen: Tja, lässt sich eben nicht ändern. Es ist zwar ein langer Weg dahin zu kommen. Ich bin dabei, nach diesem Motto zu leben.
    Ilka

  • es ist nicht so leicht aus schweren sitationen heraus zu kommen. auch wenn man nur an positiven gedanken denkt. immer bleiben ungeregelte sachen von denen man nicht weglaufen kann . es dauert lange zeit sich zu befreien und nur positiv denken.

  • Hallo Stella,

    danke für Deinen Hinweis.

    Ich sehe es auch so, dass Gefühle Teil unserer Wirklichkeit sind. Und ich finde es in vielen Fällen auch sinnvoll und wertvoll, die eigenen Gefühle zu spüren, also z. B. auch Enttäuschung, Trauer und Ärger wahrzunehmen. Vielfach ist das auch notwendig, um mit manch einem schwierigen Erlebnis fertig zu werden.

    Bei diesem Gedanken, die Wirklichkeit anzunehmen und so besser mit den Widrigkeiten des Lebens zurecht zu kommen, geht es nicht darum, sich seine Gefühle nicht zu erlauben oder sie wegzuschieben. Sondern es geht dabei darum, dass man, in dem Moment, wo man sich von seinen Gefühlen lösen möchte, eine Möglichkeit hat, z. B. aus einer Negativspirale auszusteigen, handlungsfähig zu werden oder sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Ich denke ideal ist es, beides miteinander zu kombinieren: Gefühle wahrnehmen und die Wirklichkeit annehmen. Denn dann lässt sich einfach flexibler auf alle möglichen Schwierigkeiten reagieren.

    Viele Grüße
    Nicole

    • Stella

      Liebe Nicole, danke für Deine Antwort!
      Genau, beides zu kombinieren (wenn man es schafft) ist vermutlich das Beste. Ich wollte nicht auf ein Entweder-Oder hinaus, falls das so geklungen hat…

    • Ulla4

      Hallo Ihr Lieben,

      ich stehe derzeit genau vor so einer Situation, ein geliebter Mensch ist seit 05.07.12 im Koma durch eine Gehirnhautentzündung. Es ist definitiv lt. Ärzten – dass die rechte Gehirnhälfte zerstört ist und er ein schwerer Pflegefall bleibt bzw. vielleicht nie wieder aus dem Koma erwacht. So, nun stehe ich da und kämpfe an gegen diese Wirklichkeit – meine Emotionen fahren Hochschaubahn, es muss sehr viel erledigt werden, Besachwalterung sowohl medizinische als auch finanzielle, Pflegeheime, Pflegegeld u.s.w. und ich bin handlungsunfähig – da ich absolut nicht damit umgehen kann. Und ich auch nicht in der Lage bin – dies so zu akzeptieren. Man muss doch noch etwas tun können, die Medizin ist schon soweit, man muss einen Spezialisten hinzufügen, Ergo- Logotherapie u.s.w.
      meine Gedankenseifenblase bringe ich einfach nicht zum Zerplatzen.
      Wenn ich jetzt diese Wirklichkeit annehme – heißt das dann nicht auch – das ich aufgegeben habe – für diesen Menschen zu kämpfen?

      glg
      Ulla

  • Gehört aber nicht auch unsere emotionale Reaktion zu der Wirklichkeit, die wir besser erst mal annehmen?
    Ich sehe ein bisschen die Gefahr, sich die Enttäuschung über den verpatzten Radausflug – oder schlimmer, die Todesangst angesichts der Diagnose im Beispiel – nicht zugestehen zu wollen.
    Sich ein Gefühl nicht zu erlauben und möglichst schnell wegzuschieben, ist meiner Erfahrung nach ein sicherer Weg, länger daran zu leiden als notwendig.
    Wenn wir unsere (vor allem unangenehmen oder schmerzhaften) Gefühle annehmen und sie uns zugestehen/erlauben, dann kann es sehr schnell gehen, dass sie sich auflösen und einem ressourcenreicheren Zustand Platz machen. Sie einfach nur schnell loswerden zu wollen hat eher zur Folge dass man sich an ihnen festklammert – so paradox das klingt.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier