Da versteck ich mich unter dem Sofakissen

Chris hat mich per E-Mail gefragt, ob ich mich mit dem Thema Aufschieben auskenne.

Und ich kann euch sagen: Ich kenne mich damit sowas von aus.

Je mehr du von dir selbst und vom Leben erwartest, desto eher begegnest du deinem inneren Schweinehund. Also dieser Kraft in dir, die zu dir sagt: „Du kannst mich mal, ich mach das jetzt nicht.“

Jeder von uns schiebt mal auf.

Selbst die richtig Disziplinierten unter uns.

Jeder von uns hat irgendein Thema, das er vor sich herschiebt, weil es unangenehm oder unbequem ist.

Ich gehöre nun nicht zu den ganz Disziplinlosen. Ich kann schon Dinge wuppen und auf die Beine stellen. Wenn sie mir wichtig sind. Aber fragt mal meine Frau, wie ich mich verhalte, wenn es um Papierkram geht. Formulare ausfüllen. Steuererklärung. Belege sortieren. Öhh … da verstecke ich mich einsdreifix unter dem Sofakissen. Nö. Diese Dinge tue ich nicht. Nicht weil ich diese Dinge nicht kann. Nee! Weil etwas in mir drin nicht will.

Nun muss ich dazusagen, dass ich auch ein strategischer Aufschieber bin.

Ich schiebe gerne Dinge auf, die sich irgendwann von alleine erledigen. Oder Dinge, deren Nichterledigung keine zu großen negativen Auswirkungen auf mein Leben haben.

Die einen nennen es Aufschieben. Die anderen nennen es „Prioritäten setzen“. Oder „das Leben vereinfachen“.

Ich schiebe nicht auf. Ich habe halt wichtigere Dinge zu tun. Was meistens auch stimmt.

Wenn ich mich also irgendwann dabei erwische, dass ich meine Belege sortiere, dann ist das ein übles Warnsignal dafür, dass mein Leben gerade öd und trist geworden ist.

Aber es gibt natürlich auch Situationen, da schiebe ich wichtige Dinge auf.

Das lass ich mir dann aber meist nicht lange durchgehen.

Dann ist es an der Zeit, ein ernsthaftes Gespräch mit mir selbst zu führen.

Dann stelle ich mir Fragen. Fragen wie beispielsweise:

  • „Ralf, willst du das denn eigentlich wirklich?“
  • „Hey, ist dein Aufschieben vielleicht ein Zeichen, dass du deine Entscheidung überdenken musst?“
  • „Sag mal, warum war das noch mal wichtig, dass du das Thema jetzt mal konkret angehst und anfängst?“
  • „Kumpel, schiebst du vielleicht auf, weil du nicht weißt, wo du anfangen sollst? Oder weil die Aufgabe zu groß und unüberwindbar scheint? Solltest du vielleicht mal einen Plan machen?“

Ich bin ja ein großer Fan eines gepflegten Selbstgesprächs. Und manchmal musst du dich selbst an den Ohren zum nächsten Sessel schleifen und zu dir sagen: „Junge, setz dich hin, wir müssen reden.“

Aufschieben ist normal.

Aufschieben ist manchmal sogar praktisch und klug.

Und Aufschieben ist manchmal auch ein Signal dafür, dass du gepflegt nachdenken solltest über dein Leben.

Ich wünsche dir jedenfalls, dass du an den richtigen Stellen aufschieben kannst.

Und dass du an den anderen Stellen deinen Arsch hochbekommst und tust, was getan werden muss.

Alles Gute für dich.

Ralf

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Kommentare

  • Ha, genau so isses. Danke für die Erinnerung und die aufbauenden Worte;)

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