Das Brain-Gym

Das Brain-Gym® ist eine sehr effektive Methode, mit der Sie Ihre Lern-, Konzentrations- und Gehirnleistungen aktivieren und verbessern können.

Im Grunde ist das Brain-Gym® nicht anderes als Gymnastik für das Gehirn. Anders als beim sogenannten Gehirnjogging geht es hier aber nicht um Denksportaufgaben, sondern tatsächlich um körperliche Bewegung. Das Brain-Gym® besteht aus einer Reihe verschiedener Übungen, durch die Sie besser und einfacher lernen können. Wir gehen hier kurz auf die theoretischen Hintergründe des Brain-Gym® ein und stellen Ihnen dann einzelne Übungen vor.

Siehe auch

Die theoretischen Grundlagen in diesem Text stammen aus dem Buch  Bewegung – das Tor zum Lernen

Das Lernen ist ein ganzheitlicher Prozess

Das Lernen ist ein sehr viel vielschichtigerer Prozess, als oft angenommen. Lernen findet nicht nur im Kopf statt. Vielmehr ist unser gesamter Organismus daran beteiligt. Die Neurophysiologin und Pädagogin Carla Hannaford hat sich seit 20 Jahren der Thematik des Lernens gewidmet. Sie spricht in Ihrem Buch "Bewegung – das Tor zum Lernen" in diesem Zusammenhang vom Geist-Körper-System.

Die Bedeutung der Bewegung für das Lernen

Carla Hannaford fand heraus, dass Bewegung eine ganz wesentliche Rolle beim Lernen spielt. Ohne Bewegung bleibt das Lernen unvollständig und uneffektiv. Wir lernen, indem wir durch unseren Körper mit der Welt interagieren. Wir nehmen sensorische Reize über unsere fünf Sinne und über unseren sogenannten "Vestibularapparat" auf. Der Vestibularapparat  ist ein System aus verschiedenen Körperteilen und Organen und ist für die Koordination unserer Bewegungen und für unser Gleichgewicht zuständig. Durch unseren Vestibularapparat  können wir uns aufrecht bewegen und im Raum orientieren. Und beim Lernen ist dieser Vestibularapparat immer mit beteiligt. Alle Bewegungen, die wir bewusst oder unbewusst während des Lernens machen, beeinflussen den Lernprozess nachhaltig und ermöglichen ihn erst.

Für eine optimale Entwicklung des Lernapparats ist Bewegung nötig

Indem ein Säugling sich zu bewegen beginnt und lernt, die Bewegungen nach und nach zu koordinieren, indem er dann zu krabbeln lernt und sich später den aufrechten Gang aneignet, werden immer wieder zentrale Teile des Gehirns stimuliert und weiterentwickelt. Die Orientierung im Raum, das Gleichgewicht und das Einstellen auf die Schwerkraft aktivieren immer wieder den Vestibularapparat des Kindes und machen neues Lernen möglich. Fehlen diese Stimulationen, kann sich das Gehirn nur eingeschränkt entwickeln.

 

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Wer lernen will, muss sich bewegen

Wir müssen uns also immer bewegen, um etwas geistig verarbeiten zu können. So wird z.B. das Lesen nur dadurch möglich, dass sich unsere Augen ständig minimal bewegen. Beim Hören bewegen wir den Kopf in Richtung Tonquelle. Denken Sie z.B. auch daran, dass Sie beim Aufschreiben von Informationen Ihren Körper benutzen oder dass Sie sich durch bestimmte Gesten an etwas erinnern können. Am besten und eindringlichsten erforschen wir unsere Umgebung, indem wir sie über unseren Körper sinnlich erfahren und verstehen. Das ist der Grund, warum Kinder sehr oft körperlich nachspielen, was ihnen erzählt wurde. Bewegungen sind immer Teil des Programms, wenn Menschen lernen oder Informationen verarbeiten.

Die Bedeutung von Berührungen

Neben Bewegungen sind auch Berührungen wesentlich für das Lernen. Es ist inzwischen bekannt, dass Säuglinge seelisch und geistig verkümmern, ja sogar sterben können, wenn sie keine körperlichen Berührungen erfahren. Und auch in den weiteren Jahren spielen Berührungen und körperliche Nähe eine große Rolle: Kinder lernen die Welt durch Anfassen, Riechen und Schmecken kennen. Und auch Erwachsene lernen durch aktives Tun und Nachmachen nachweisbar effektiver.

Von Natur aus lernen wir alle gut

Wir alle werden mit außerordentlichen Lernfähigkeiten geboren und verfügen von Geburt an über alle Voraussetzungen, die wir brauchen, um effektiv und gut zu lernen. Im Laufe der Jahre lösen bei vielen Menschen jedoch unterschiedlichste Faktoren Lernblockaden aus. Und so kommt es zu sogenannten Lernstörungen.

Das Brain-Gym® als Hilfe bei Lernstörungen

Das Brain-Gym® wurde von Dr. Paul Dennison in den siebziger Jahren in Kalifornien entwickelt. Die positiven Wirkungen der verschiedenen Übungen basieren genau auf der Tatsache, dass Lernen nur durch Bewegung möglich ist. Durch die einfachen und unkompliziert durchzuführenden Brain-Gym®-Übungen wird das gesamte Körper-Geist-System mobilisiert. Durch die integrativen Bewegungen werden die verschiedenen Bereiche des Körpers zusammen aktiviert. Bei Tests mit Kindern konnten enorme Verbesserung der Lernleistungen festgestellt werden, nachdem Brain-Gym®-Übungen durchgeführt wurden. Sogar bei der Behandlung von Schock und Phobien konnten Erfolge durch die Übungen erreicht werden.

 

Hier stellen wir Ihnen eine kleine Auswahl an Brain-Gym®-Übungen vor. Das  Brain-Gym® besteht aus einer ganzen Reihe von Übungen, aber Sie können auch mit einzelnen Übungen schon die positiven Wirkungen erfahren.

Finden Sie Ihre persönlichen Übungen

Unser Artikel über das Brain-Gym® kann Ihnen natürlich nur einen kleinen Einblick geben. Wir möchten Sie deshalb ermutigen, sich mit diesem Thema intensiver auseinanderzusetzen, vor allem wenn Sie selbst Kinder haben, die zur Schule gehen oder wenn Sie selbst viel lernen müssen. Das Brain-Gym® kann mit viel Spaß von der ganzen Familie gemeinsam durchgeführt werden. Hierzu ist z.B. ein sehr kindgerechtes Buch erschienen: "Brain-Gym® von Paul E. und Gail E. Dennison.

Weitere Übungen finden Sie z.B. in dem Buch "Brain-Gym® im Büro". Für alle, die sich genauer mit dem Brain-Gym® befassen wollen, sind die entsprechenden Bücher zu empfehlen (alle erschienen im VAK-Verlag), da dort die verschiedenen Übungen anhand von Zeichnungen oder Fotografien anschaulich vermittelt werden.

Übung: Überkreuzbewegung

Die Überkreuzbewegung ist eine sehr einfach Übung: Gehen Sie einfach auf der Stelle, ziehen Sie jeweils das eine Knie hoch und bringen Sie das Bein mit dem Ellenbogen des angewinkelten Arms der anderen Seite zusammen: also das linke Bein mit dem rechten Ellenbogen und umgekehrt. Versuchen Sie diese Bewegung möglichst langsam und bewusst auszuführen.

Wirkung der Übung – Mit dieser Übung stimulieren Sie die Funktionen Ihres gesamten Gehirns und der Stirnlappen.  Das hat umfassende positive Auswirkungen auf sowohl geistige als auch körperliche Aktivitäten.

Übung: Elefant

Sie stehen aufrecht mit entspannten Knien. Legen Sie das linke Ohr auf Ihre linke Schulter. Sie sollten das Ohr so dicht an die Schulter bringen, dass Sie so ein Stück Papier festhalten könnten. Ihr Arm ist gestreckt. Nun malen Sie mit ausgestreckten Zeigefinger vor sich eine große liegende Acht in den Raum, indem Sie Ihren Oberkörper von der Taille an dazu einsetzen. Beginnen Sie vom Körper aus mit der Bewegung nach links oben. Verfolgen Sie über die gesamte Acht hinweg Ihre Fingerspitze mit den Augen. Machen Sie diese Übung 3 bis fünfmal mit jeder Seite.

Wirkung der Übung – Mit der Übung werden alle Bereiche Ihre Geist-Körper-Systems aktiviert. Außerdem lösen Sie damit Verspannungen im Nackenbereich.

Übung: Schwerkraftgleiter

Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl. Strecken Sie die Beine nach vorne aus so dass die Füße noch den Boden berühren, legen Sie ein Fußgelenk auf das andere und beugen Sie dann die Knie leicht. Atmen Sie nun langsam aus und beugen Sie sich dabei nach vorne unten in Richtung Ihrer überkreuzten Füße. Ihre Arme lassen Sie gestreckt und parallel zu den Beinen. Beugen Sie sich nur so weit nach vorne, wie es Ihnen angenehm ist. Beim Einatmen richten Sie sich wieder in Ihre ursprüngliche Sitzposition auf. Wiederholen Sie diese Übung so oft Sie mögen, mindestens aber drei mal. Dann überkreuzen Sie Ihre Füße anders herum und machen die Übung noch einmal.

Wirkung der Übung – Sowohl langes Sitzen als auch Stress verursachen Verspannungen im Beckenbereich. Mit dieser Übung können Sie diesen Bereich entspannen und er wird besser durchblutet. Durch eine Entspannung erreichen Sie eine bessere Körperkoordination und eine besseres Gleichgewichtsgefühl. Außerdem wird die Auffassungsfähigkeit gesteigert.

Übung: Alphabet-Acht

Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und beginnen Sie nun in der Mitte des Papiers damit, liegende Achten übereinander zu zeichnen. Setzen Sie dabei den Stift nicht ab.

Zeichnen Sie nun drei solche Achten mit der rechten Hand und dann drei mit der linken Hand und zum Schluss drei Achten mit beiden Händen gleichzeitig. Ihr Blick sollte auf die Spitze des Stifts gerichtet bleiben (wenn Sie mit beiden Händen zeichnen, fixieren Sie immer eine Spitze).

Zeichnen Sie nun drei Achten mit der Hand, mit der Sie normalerweise schreiben und dann schreiben Sie ohne den Stift abzusetzen ein kleines "a" auf der linken Seite der liegenden Acht. Ohne den Stift abzusetzen, malen Sie dann weitere 3 liegende Achten und dann ein "b" auf rechten Seite. Lassen Sie dann drei liegende Achten folgen, um dann ein "c" rechts zu malen und nach zwei weiteren Achten  ein "d" links. Enden Sie mit drei liegenden Achten.

Wirkung der Übung – Diese schriftlichen Liegende-Acht-Übungen lösen Schreibblockaden auf und integrieren die beiden Gehirnhälften. Das setzt Ihre Kreativität frei.

Übung: Double-Doodle (Simultanzeichnen)

Nehmen Sie sich ein großes Blatt Papier und in jede Hand einen Stift. Nun beginnen Sie mit beiden Händen gleichzeitig spiegelbildlich Figuren, Kringel und Kreise zu zeichnen. Am besten fangen Sie mit einfachen Formen an. Falls Ihnen diese Übung schwerfällt, können Sie beim Zeichnen laut "auf" oder "ab" sagen, um die gemeinsamen Handbewegungen zu koordinieren.

Wirkung der Übung – Mit dieser Übung fördern Sie die Koordination Ihrer Augen und unterstützen die Augen-Hand-Abstimmung für eine bessere Schreibfertigkeit.

Zusatztipp für Profis: Versuchen Sie einmal mit beiden Händen gleichzeitig Ihren Namen zu schreiben – mit der rechten Hand normal und links spiegelbildlich.

Literatur zum Thema:

 

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