Das Geschenk erkennen

Die 11 wirkungsvollsten Selbstcoaching-Methoden: Das Selbstcoaching-Programm

Wir werden immer wieder gefragt, wie man sich schlechte Angewohnheiten oder unerwünschte Verhaltensweisen abgewöhnen kann.

So verständlich dieser Wunsch ist, so kontraproduktiv ist oft der Ansatz, ungewollte Eigenschaften einfach "weghaben" zu wollen. Denn damit gehen wir in einen Kampf gegen uns selbst. Ein Kampf, den wir in den meisten Fällen nicht gewinnen können.

Es gibt aber auch einen anderen Weg mit so genannten "negativen" Eigenschaften umzugehen. Und zwar, uns selbst erst einmal besser zu verstehen.

Stellen Sie sich vor, Sie würden sich selbst nicht gleich bewerten, kritisieren, fertigmachen. Stellen Sie sich vor, Sie würden eher versuchen, sich liebevoll zu verstehen, so wie wir auch einen guten Freund zu verstehen versuchen würden.

Wenn wir so an die Sache herangehen würden, könnten wir unsere Selbstverteidigungsmechanismen vielleicht eher loslassen und uns uns selbst gegenüber etwas öffnen.

Verstehen löst oft schon ganz viel und wenn wir die Energie, die wir sonst ins Kämpfen investiert haben, dafür nutzen, uns selbst näher zu kommen und anzunehmen, werden sich vollkommen neue Ansätze zur Veränderung zeigen.

Versuchen Sie zum Beispiel einmal zu verstehen, warum Sie etwas tun. Denn wir tun nichts ohne Grund. Alles hat einen – wenn auch oft verborgenen – Sinn.

Was bringt Ihnen also Ihre Wut, Ihre Unpünktlichkeit, Ihr Übergewicht usw.? Welche versteckte Absicht könnte dahinter stecken?

Fragen Sie sich ganz konkret:

"Was würde mir ohne diese Angewohnheit fehlen? Was ist das Geschenk hinter dieser Angewohnheit?"

Könnte gut sein, dass Sie auf diese Weise die Eigenschaft oder Verhaltensweise plötzlich anders sehen und sich damit ganz neue Türen zur Veränderung öffnen.

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Kommentare

  • Liebe Renate Du hast es schon richtig erkannt Übergewicht ist (zumindest für mich) eine schutzschicht vor seelischen Angriffen.
    Irgenwann letzten Herbst habe ich beschlossen, dass ich meine nicht mehr brauche. – Naja ganz so einfach war das dann doch nicht. Ich war schockiert über mich selber – Ich mobbte mich selber… wirklich und zwar richtig. Das hat mich traurig gemacht und weil ich traurig war, war ich wütend.
    Aber ich habe es geschaft mit Freunden (Mein kleiner Bruder glaubt mehr an mich, als ich selber) und Euren Neueslettern.
    DANKE Ralf.

  • Ich habe seit meiner Krankheit vor 7 Jahren mit Übergewicht zu kämpfen, ich habe durch Medikamente 30 kg innerhalb eines halben Jahres zugenommen. Leider habe ich alles heute noch drauf.
    Ich verstehe leider den Sinn nicht. Ich akzeptiere mich so, weil mir nichts anderes übrig bleibt und ich auch nicht die Kraft habe um ans Abnehmen zu denken.
    Ich habe jetzt eine Feuerwehruniform in Gr. 52 bekommen, aber es sieht eigentlich ganz schick aus, ich gefalle mir richtig darin, vorallem ist es figurbetont und ich habe eigentlich gar keine so schlechte Figur, ich verstecke mich immer hinter irgendwelche Säcke und komme noch dicker raus, als ich bin. Aber das gefällt mir.
    Wer kann mir sagen, worin der sinn liegt, dass man zunimmt und dicker ist als andere?
    glg Simone

  • Ich kämpfe schon seit meiner Pubertät mit meinem Übergewicht. (Da fällt mir gerade ein: Vorher hat es mich eigentlich nicht gestört, sondern nur die anderen.) Besonders abends esse ich gerne große Mengen.
    Was ist das Geschenk daran? Ich entspanne mich am Ende des Tages, genieße mein Leben, lass es mir gut gehen. Der Speckmantel beschützt mich vor Kälte, Angriffen auf meine Seele, gibt mir Halt und Sicherheit. Darum ist es auch so schwer, den Speckmantel abzulegen, ihn loszulassen.
    Wenn mir das aber gelingt, wäre ich frei für andere Dinge, die mich schützen, mir Halt geben könnten. Aber natürlich weiß ich noch nicht genau, was das sein wird. Ich versuche es derweil mit einer Zukunftsvision von mir in einer schlanken Version, die ich aufgeschrieben habe und mir täglich durchlese.
    Aber kann ich meinen Speckmantel lieben? Das widerspräche allen (bisherigen) Überzeugungen und gängigen Meinungen von mir und anderen. Vielleicht geht es, wenn ich mich in meine Kindheit zurückversetze und meinen Körper als einen ganz selbstverständlichen Teil von mir nehme.

  • Ich möchte mich an dieser Stelle bei Ralf Senftleben für seinen aus meiner Sicht sehr zutreffenden und hilfreichen Artikel zum Thema “Vorleistung” bedanken. (Kann man die wöchentlichen Leitartikel eigentlich nicht direkt kommentieren?)
    Diese von ihm aufgezeigten Überlegungen – verdeutlicht anhand der Beispiele – können mir eine gute Anleitung zur Überprüfung und Lösungsfindung bei Konflikten oder vor anstehenden Veränderungen sein. Danke!

  • Muss man eigentlich ein Altruist sein, um die Kraft und Energie für jemanden anderen einzusetzen?
    Ich denke, wir sollten versuchen mit Gefühl jeden Tag uns den Herausforderungen zu stellen. Viel zu oft denken wir, dass uns das Glück nur von außen berührt. Wir haben eben die Eigenschaft anerzogen bekommen, die Macht abzugeben. Setze dieses Instrument immer ein! Nicht Macht über sondern Macht um zu! Denke immer, bei jeder Aktion die Du bewusst unternimmst: „DU BIST DIE URSACHE“!
    Dadurch entsteht das Feeling, wo eine gute Erde ist, wo ich meine Leistung investiere (säe).

  • Geschenke können wirklich was schönes sein ;o) Sie machen uns doch einzigartig …

    Ich beleuchte es mal auch aus einer anderen Perspektive: Meine Freunde haben alle irgendwelche “schlechte Angewohnheiten” – ich sage gerne “Unmöglichkeiten”. Und genau dafür liebe ich sie … komisch … oder?

  • Ungewollte Eigenschaften als Geschenk betrachten? Dann bin ich mehr als reichlich beschenkt.

  • Ich glaube Wilhelm Wundt hat das mal so ähnlich gesagt! Willst du deine Neurosen besiegen, dann mußt du deine Neurosen lieben. Das geht in die gleiche Richtung und bedeutet für mich je weniger ich mit meinen Macken kämpfen und je mehr ich sie annehmen kann, umso mehr kann ich sie paradoxer weise loslassen und ablegen und werde frei für Neues. Umgekehrt funktioniert es leider auch so. Je mehr ich mit Ihnen kämpfe, umso mehr verstärke ich sie. Dies wiederspricht unserer Intuition und scheint paradox, weshalb dieses Konzept auch für mich erst schwer zu erfassen war. Denn wer will schon seine Macken lieben? Alle, die das tun, bitte die Hände hoch! ;)

  • Erst kürzlich habe ich gelernt, dass einige vermeintlich negativen Eigenschaften, die ich immer ein wenig versteckt habe, überhaupt nicht schlimm sind. Keiner schert sich drum – außer mir. Seitdem kann ich sie viel besser akzeptieren und einfach sagen: Hey, so bin ich. Ein verdammt gutes Gefühl.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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