Das Leben entrümpeln und frei durchatmen

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Als ich neulich fast geistesabwesend die Werbebroschüre eines großen Möbelhauses durchblätterte, blieb ich auf einer Seite unerwartet hängen: „Weniger ist mehr“, sagten da eine junge, kreative Architektin und ihr Mann. Und: „Trenne dich von Unnötigem!“ Das sah gut aus: viel Licht und Platz, ein idealer Ort zum konzentrierten Leben und Arbeiten. Den beiden ging es darum, mit so wenig Besitz wie möglich – minimalistisch – zu leben. Das, was an Gegenständen im Haus dieser jungen Musterfamilie übrig geblieben war, sah freilich teuer aus und konnte in besagtem Möbelhaus gekauft werden.

Sie haben es vielleicht schon bemerkt: Minimalismus ist ein Trend. Es fing an mit armen Studenten in unseren Großstädten, weitete sich über das Fernsehen aus und ist schließlich in den Marketingabteilungen derer angekommen, die uns eigentlich so viel Zeug wie möglich verkaufen wollen. Etwas widersprüchlich, finden Sie nicht?

Egal wer das Konzept vereinnahmt, dachte ich mir. Ich kann trotzdem mal sehen, ob da nicht was dran ist, was mir weiterhilft. Ich fand heraus, dass es dem Minimalismus nicht hauptsächlich um Besitzverzicht geht, sondern vor allem um Prinzipien wie Ordnung, Konzentration und Bewusstwerdung. Am Ende läuft es darauf hinaus, wie man mit der Hilfe dieser einfachen Prinzipien sein Leben entrümpeln und sich aufs Wesentliche konzentrieren kann.

Bewusstwerdung

Immer dann, wenn es um Persönlichkeitsentwicklung geht, geht es auch darum, sich seiner Situation bzw. seiner Selbst bewusst zu werden. Dabei können Fragen helfen wie z.B.: Wer bin ich? Was ist mir wichtig? Wie kann ich helfen? Um sich minimalistisch aufs Wesentliche zu konzentrieren, kann man sich Fragen stellen wie:

  • Was sind die drei Sachen, die ich in dieser Woche unbedingt erledigen möchte?
  • Welche sind die Dinge, die ich wirklich benötige, um mein Ziel zu erreichen?
  • Was sind die Umstände, die mich oft davon abhalten, die wichtigen Sachen zu machen?

Die Antworten auf diese Fragen können schon ganz konkrete Handlungsanweisungen für das Erreichen meiner Ziele geben. Wenn ich weiß, welche drei Dinge ich erledigen will, kann ich ganz fokussiert ans Werk gehen. Wenn ich weiß, was ich zum Erreichen meiner Ziele benötige, dann spare ich mir den ganzen anderen Kram, der nur Zeit und Geld kostet. Und wenn ich weiß, dass mich das Radio oder die E-Mails und Anrufe immer wieder ablenken, dann kann ich diese Empfangsgeräte ausschalten. Vielleicht entdecke ich aber auch, dass mir die Motivation fehlt, meine drei Dinge zu erledigen. Das wäre auch eine wichtige Erkenntnis, die dann weiteres Nachfragen in Gang setzen muss, z. B.: Muss ich diese Dinge dann wirklich erledigen oder gibt es vielleicht Sachen, die mir wichtiger sind und für die ich deswegen die nötige Motivation aufbringe?

Konzentration

Mich auf das zu konzentrieren, was mir wirklich wichtig ist, kann schon der Durchbruch zu mehr Produktivität und Lebensfreude sein. Denn ich spare mir viel Energie für Unwichtiges und kann diese Energie in Enthusiasmus für das umwandeln, was wirklich zählt. Es hilft mir, wenn ich nur eine Sache mache, die aber ganz konzentriert. Es bringt einfach mehr Freude, wenn man sich ganz einer Sache widmet, ohne sich ablenken zu lassen. Ich schließe Facebook, Twitter und mein E-Mail-Fenster, wenn ich einen Artikel oder einen Projektbericht fertigstellen möchte. Ich schalte Radio und Fernseher aus, wenn ich mit Freude und Gewinn lesen möchte. Bei allem, was ich tue, richte ich mich nach folgenden drei Punkten:

  1. Was ich jetzt mache, ist das, was ich wirklich machen möchte, weil es mir wichtig ist.
  2. Das, was ich jetzt tue, hat meine ungeteilte Aufmerksamkeit.
  3. Wenn ich 1. oder 2. nicht garantieren kann, überlege ich, worauf ich mich jetzt stattdessen konzentrieren sollte.

Probieren Sie es: Konzentrieren Sie sich auf das im Moment Wesentliche und vielleicht werden Sie entdecken, wie viel mehr Freude es macht, wie viel schneller Sie ans Ziel kommen und wie viel besser die Resultate sein werden.

Ordnung

Kreatives Chaos? Warum nicht! Aber wenn ich klare Gedanken fassen möchte, dann muss mein Schreibtisch übersichtlich sein. Es sollten keine Zeitschriften, überflüssige Zettel oder Briefe rumliegen. Das lenkt mich alles ab. Natürlich brauche ich meine Notizen und vielleicht auch visuell inspirierende Hilfen. Kreative Ordnung sozusagen. Wenn ich handwerklich an etwas arbeite, möchte ich wissen, wo meine Werkzeuge liegen, wo die fertigen Teile hinkommen und wo die Abfälle bleiben.

Zur Ordnung kann auch gehören, alle Dinge, die so rumliegen, einmal kritisch in Augenschein zu nehmen und mich zu fragen:

  • Wann habe ich das das letzte Mal benutzt?
  • Habe ich es in den letzten Wochen vermisst?
  • Benötige ich es wirklich noch für irgendetwas?

Wenn meine Antwort ist: „Nein, aber das kann ich sicher noch mal irgendwann gebrauchen“, dann überwinde ich mich und gebe die Sachen weg. Bücher in die Bibliothek, Kleider an bedürftige Freunde oder Fremde, Krimskrams in den Müll. Probieren Sie es einmal aus, erst mit kleinen Dingen, die wirklich nichts wert sind. Wenn Sie daran Gefallen finden, dann nehmen Sie die größeren Dinge in Angriff. Sie werden sehen, wie befreit Sie sich fühlen werden.

 

Die kleine Armut

„Wer wenig besitzt, wird umso weniger besessen: Gelobt sei die kleine Armut!“ Dieser Satz Friedrich Nietzsches umreißt, worum es geht: Die kleine Armut ist die Armut an Dingen, an Besitz. Die große Armut ist, sich an den materiellen Besitz so zu klammern, dass man das, was im Leben wirklich zählt – sei es Familie, Hobby, Freunde oder sonstige Leidenschaften –, nicht mehr genügend würdigt. Die, die es ernst meinen mit dem Minimalismus, gehen weit über meine hier gemachten Vorschläge hinaus. Da gibt es beinahe Wettbewerbe: Wer lebt mit weniger als hundert Dingen? Wer hat gar nur sieben Sachen? Manche Minimalisten verringern auch bewusst ihren Freundeskreis, sodass nur die übrig bleiben, auf die es ankommt. Minimalisten nutzen lieber kein Facebook und lesen keine Zeitschriften, weil das nur Zerstreuung bietet. Einige ziehen auch völlig ungebunden als Nomaden nur mit einem Laptop durch die Gegend.

In der Essenz geht es aber allen darum, das Leben unkomplizierter zu machen, indem man durch die Unabhängigkeit von Schnickschnack mehr Freiheit gewinnt und sich mit Leidenschaft um die wenigen Sachen kümmert, die einem wirklich wichtig sind. Das können wir alle im Kleinen oder im Großen machen. Ein guter Anfang ist gemacht, wenn man die drei genannten Gesichtspunkte Bewusstwerdung, Konzentration und Ordnung dort in seinem Leben berücksichtigt, wo man sie gebrauchen kann. Unsere Zeit und Energie sind beschränkt, es kommt also darauf an, dass wir sie bewusst nutzen. Aber Achtung: Das Genießen und die Lebensfreude sollten wir dabei nicht vergessen.

Über Gilbert Dietrich

Gilbert Dietrich ist ausgebildeter Coach und arbeitet als Personalleiter im Internet-Business. Seine Leidenschaften sind das Schreiben, der Sport und all die schönen Dinge eines intensiven Lebens. Auf seinem Blog Geist und Gegenwart wird der Suche nach dem Lebensglück aus der Perspektive von Coaching, philosophischer Praxis und Psychologie nachgegangen. Apropos: Wer mehr lesen will zum Minimalismus und wie er uns im Leben helfen kann, der findet auf Geist und Gegenwart eine kleine Linkliste zu weiterführenden Texten.

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Kommentare

  • Mir ist aufgefallen dass, wenn ich Schränke leer räume alles wieder von hinten nach zu wachsen scheint. Ein unglaubliches Phänomen und nervig. Heisst wohl…war alles viel, viel zu viel Zeugs. Schluss damit… jetzt…

  • Hallo zusammen.
    Es gibt so viele Möglichkeiten,nicht mehr benötigte Dinge sinnvoll weiterzuleiten,z.B.Diakonieläden,öffentliche Bücherschränke,Give-Boxes,über Ebay verkaufen,spenden,und,und,und…alles viel nachhaltiger als Wegwerfen.

  • Hallo
    Wir sind vor drei Monaten umgezogen, und ich bin gerade auch kräftig am ausmisten. Aber an manchen Dingen hänge ich sehr, obwohl sie mir dann andererseits garnicht wichtig sind.
    Zum Beispiel habe ich noch einen verpackten Schlafanzug von 2010 gefunden, den ich noch nie anhatte. Aber ich finde es dann immer so schade die Dinge wegzuwerfen/wegzugeben.
    Und es ist mir auch schon oft passiert, das ich Dinge weggeworfen habe, wo ich es hinterher bereut habe…
    Was soll ich tun?

    Alles Liebe

    Katharina

  • Stimmt schon, wir sind gerade zum 11. Mal in 11 Jahren umgezogen und jedes Mal sortieren wir aus, irgendwie aber doch nie genug. Der Keller ist auch im neuen Haus schon wieder bis oben hin voll.

  • Seit ich nach zig Arbeitsjahren kurz vor der Rente in Hartz IV kam, lernte ich den Minimalismus in seiner ganzer Tragweite kennen. Und es fühlte sich prima an. Ich habe alles verprasst was ich mir in den letzten Jahren angeschafft habe. Der Staat stand mir dabei hilfreich zur Seite. Ich ärgere mich nur, dass ich für diesen ganzen “Plunder” so lange und so hart arbeiten musste. Werft alles weg was nicht niet- und nagelfest ist. Ich kann es nur empfehlen.

    • Gilbert

      Hier spricht die Lebenserfahrung! Vielen Dank für diese Sätze, Gabriela! Das ermutigt.

      Viele Grüße,

      Gilbert

  • Hallo,
    ich bin vor Jahren einmal den Jakobsweg gegangen (gut 800km in 4 1/2 Wochen). Alles was ich in dieser Zeit brauchte, habe ich auf dem Rücken getragen und da kommst du dann ganz alleine drauf, dich auf die Dinge zu beschränken, die für dich wirklich wichtig sind. Dies war vielleicht die größte und nachhaltigste Erfahrung, die mitgenommen habe. Auch wenn ich jetzt bestimmt Dinge habe, die unnütz und nicht wirklich wichtig sind: Ich weiß, wenn es darauf ankommt, kann ich mich beschränken.

    Liebe Grüße,
    Manni

    • Gilbert

      Hallo Manni,

      das ist so ähnlich, wie ich auf diesen Trichter gekommen bin. Ich habe darüber auf meiner Seite den Artikel “Mein unfreiwilliger Minimalismus” geschrieben. Erst als ich musste, merkte ich, wie frei mich die Besitzlosigkeit machte.

      Hut ab vor der Leistung auf dem Jakobsweg!

      Viele Grüße,

      Gilbert

  • Sehr geehrter Herr Dietrich,

    vielen Dank für Ihren Artikel. Wie schon bei meinen Vor(rednern) schlägt der Gedankengang auch bei mir voll an. Da ich beruflich selber Architekt bin, ist mir das Konzept des minimalistischen Einrichtens nicht fremd.

    Sehr interessant ist für mich die Verknüpfung zwischen der “gestalterischen” Idee, die Anzahl der Besitztümer zu minimieren und damit gleichzeitig die Komplexität des eigenen Lebens zu reduzieren. Den für zu viele Dinge in meinem Leben, brauche ich zu viel Zeit. Und Dinge, die mir wirklich wichtig sind, bleiben dann liegen. Teilweise geht dann an manchen Tagen garnichts mehr, da die Motivation fehlt, wenn das Leben nur noch Instandhaltung ist.

    Danke für den Satz: “Wenn meine Antwort ist: Nein, aber das kann ich sicher noch mal irgendwann gebrauchen, dann überwinde ich mich und gebe die Sachen weg.”

    Ich glaube, an diesem Punkt bin ich in der Vergangenheit schon oft gestolpert.

    Herzliche Grüße,
    Frank

    p.s.: Ob ich die Entrümpelung meines Lebens jetzt besser in den Griff bekomme, muss ich erst noch ausprobieren, aber auf alle Fälle bin ich mit den neuen Gedanken auch neu motiviert.

    • Gilbert

      Hallo Herr Deike,

      die Verbindungen zur Architektur sind wirklich interessant. Mich fasziniert auch hier das spartanische und lichte. Auf der anderen Seite haben wir alle immer auch ein Bedürfnis nach “Gemütlichkeit” und Geborgenheit, dass man bei strengem Minimalismus (besonders in der Architektur) nur schwer erfüllen kann. Insgesamt denke ich immer, dass man zu sich selbst auch nicht zu hart sein sollte. Wenn man dem Grundgedanken treu bleibt und die Komplexität minimiert, dann kann man sicher auch das eine oder andere Souvenir aufheben, ohne als Messie den Überblick über sein Leben zu verlieren.

      Viel Spaß beim Entrümpeln!

      Viele Grüße,

      Gilbert

  • “Überprüfe, ob das, was du gerade tust, noch das ist, was du tun will.” Ruth. C. Cohn
    Ein Satz der mich immer wieder begleitet, mich zum Nachdenken bringt….
    Bin seit Tagen am Aufräumen, Entrümpeln – in meinem Arbeitszimmer. Versuche das Chaos zu bewältigen, schmeiße gnadenlos weg… und es tut zeitweise richtig gut. Dann aber komme ich auch oft ins Grübeln und hadere mit mir: “Warum hast du es soweit kommen lassen?” “Wie schaffen andere das nur, alles in Ordnung zu halten?” “Was tust du da eigentlich – du schmeißt deine Arbeit einfach so weg, das ist doch alles Lebenszeit/Energie/Gedanken, die du da wegwirfst!?!” (Wobei ich genau weiß, dass ich es nie wieder benutzen, verwerten werde, dann lieber neu entwerfen. Muss dazu sagen, dass ich Lehrerin bin :-))
    Tja, und dann habe ich heute diesen Artikel bekommen, sehr passend. Denn Ordnung zu halten ist ja ein ewiges Thema!!
    Liebe Grüße
    Birgit

    • Enno

      Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, diese vielen Gedanken über Ideenbörsen wie teachers4you oder http://vs-material.wegerer.at/ (Lehrmaterial für LehrerInnen) auch anderen zugänglich zu machen?

      Das artet natürlich wieder in Arbeit aus, aber Sie hätten dann wenigstens das gute Gefühl, daß Ihre Lebenszeit und Energie nun anderen zunutze kommen…

    • Gilbert

      Hallo Birgit,

      ich glaube, ich kann dir nur die Daumen drücken! Halte durch, schmeiß weg! Dein Impuls ist der richtige – wozu, wenn es doch nie wieder benutzt wird! Es kostet nur Energie, wenn du es immer wieder zur Seite schieben musst, um die eigentlich wichtigen Sachen zu greifen.

      Als Lehrerin ist das zwar besonders schwer – das kenn eich aus meiner Zeit als Deutschlehrer. Da dachte ich auch immer: Wer weiß, wann ich die Übung noch mal einsetzen kann. Aber machen wir uns nix vor. Das zeug veraltet.

      Liebe Grüße,

      Gilbert

  • Hallo,

    ich nenne das ANTIKEA. Statt neue Regale für immer mehr Dinge zu kaufen, trenne ich mich von alten und schaffe so Platz.

    • Gilbert

      Haha, gutes Wortspiel! Die Werbebroschüre, die ich las, war leider nicht von anti- sondern PROKEA.

  • Es ist schon seltsam, wie uns die Außenwelt bedient mit absichtsvoller Fülle, sodass wir gezwungen sind ganz bewusst uns von den Dingen zu scheiden.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mich geradezu verfolgt, dieses Mehr, je weniger ich wollte und zeitweilig hatte, um so mehr kam auf mich zu.
    Es ist wie die verhindernde Kraft, meine Seele stärker zur Geltung kommen zu lassen. Und es funktioniert, solange ich dem gedankenlos nachgebe und folge.
    Ich muss mich also ganz bewusst und immer neu auf das Wesentliche hin konzentrieren und alles andere so gut als möglich vermeiden.
    Wir bekommen alles was wir zur Erfüllung unserer Lebensaufgabe benötigen, wir müssen es nicht besitzen.
    Die Dinge benutzen, die uns vorgelegt sind um das Beste damit zu wirken. So können wir uns auch zu jederzeit wieder von ihnen trennen und hängen nicht an ihnen.
    Danke für den schönen Beitrag und die treffenden Kommentare.wm

    • Gilbert

      Hallo Wolfgang,

      das mit dem Bewusstsein ist ungeheuer wichtig. Es ist so einfach, “sich gehen zu lassen”, in die alten Muster zu fallen und damit leider auch wieder einiges an Konzentration und Fokus einzubüßen. Natürlich ist das auch nur menschlich und kein großes Problem. Wenn man den Weg zurück kennt, kann man ihn jederzeit wieder beschreiten.

      Danke fürs Lesen und Kommentieren!

      Viele Grüße,

      Gilbert

  • Hallo,

    kurz , knapp, präzise auf den Punkt gebracht, das sind Texte mit denen ich was anfangen kann. Gerade wenn etwas zum Trend mutiert, gerät die Grundidee oft in den Hintergrund. Deshalb Danke Herr Dietrich für diese klare Abbildung.
    Hochachtungsvoll
    F.Boita
    P.s. Ich werde Ihre Zeit und Geist Seite weiter verfolgen.

  • Ich kann mich Johanna nur anschließen, die Gedanken treffen auch meinen Nerv.

    Nachdem ich mich viel mit Systemtheorie beschäftige, habe ich mir erst vor kurzem überlegt, dass Minimalismus auch etwas mit Komplexitätsreduktion zu tun hat. Das muss jedes System – auch der Mensch – tun, um mit der Kontingenz, d.h. der sich aus der Komplexität ergebenden vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten in dieser Welt, fertig zu werden. Nachdem unsere Welt auch noch die Tendenz hat, immer komplexer zu werden, müssen wir permanent Entscheidungen treffen: “hinterherhechten” und sich weiter in Kontingenz verlieren oder selektieren:

    – Was brauche ich wirklich,
    – was bin ich mir wert (bin ich es mir wert, jeden Blödsinn mitzumachen/Zeit zu vertun??) und
    – was kann ich nutzen, ohne anderen zu schaden (Stichwort eco & fair)

    Es ist nicht anstrengender, solche Entscheidungen zu treffen, als es nicht zu tun, und: Es macht zufriedener :-)

    • Gilbert Dietrich

      Hallo,

      Sie treffen es auf den Punkt, würde ich sagen. In der Glücksforschung ist Komplexitätsreduzierung ein großes Thema. Die unendlichen Wahlmöglichkeiten bezahlen wir oft mit Unzufriedenheit (http://goo.gl/A2e4l). Reduktion kann glücklich machen.

      Viele Grüße,

      Gilbert

  • Oh ja! Sie treffen gerade genau einen “aktuellen Nerv” bei mir. Ich stimme Ihnen völlig zu und möchte gern meine Gedanken hinzufügen. Zum einen hat ‘sich auf das Wesentliche zu konzentrieren’ für mich mit der Idee von Nachhaltigkeit zu tun.

    Was brauche ich zum Leben und was ist mir wirklich
    wichtig?

    Wenn ich mich vom Rest befreie, erhöhe ich gleichzeitig die Chance, daß andere (diese und kommende Generationen) sich diese Bedürfnisse auch erfüllen können.

    Und zum andern gehört für mich zur Be-Frei-ung, daß man von all dem Rest Abschied nimmt, sich trennt. Dies ist eine Kunst, die nach dem Konzentrieren auch ersteinmal gelernt werden will. Folgendes hilft mir dabei, denn ich habe echte Probleme, Dinge, die anderen vielleicht noch wichtig sein könnten, einfach in den Müll zu werfen.

    Das eine ist “freecycle”, ein Verschenkernetzwerk, das über regionale E-Mailnewsletter funktioniert. Hier bin ich schon Dinge losgeworden über die andere sich sehr gefreut haben.

    Dann gibt es in vielen Orten Umsonstläden, in denen man seine Dinge abgeben kann.

    Und für Kleidung sind öffentliche oder private Kleidertauschbörsen toll.

    Und, ja – ich genieße jedes weniger, jede (materielle) Reduktion, denn sie bedeuten für mich mehr Unabhängigkeit, mehr Freiheit.

    • Gilbert

      Hallo Johanna,

      danke für ihre Gedanken und vor allem die praktischen Tipps! Nachhaltigkeit ist ein super Stichwort, nicht nur für unsere Wirtschaft und Umwelt, sondern auch für unseren individuellen Energiehaushalt.

      Viele Grüße,

      Gilbert

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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