Das Problem Mobbing

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Mobbing ist ein weitverbreitetes Phänomen, unter dem immer mehr Menschen leiden. Im schlimmsten Fall kann Mobbing sogar Auslöser für akute und chronische Krankheiten sein. Durch Mobbing kommt es in Organisationen zu:

  • Ausfall- und Fehlzeiten,
  • reduzierter Leistungsfähigkeit und -bereitschaft,
  • Reibungsprozessen und
  • aufgrund der schlechten Stimmung oft  zu einer reduzierten
  • Motivation bei allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Letztlich kostet Mobbing Kraft, Energie und Geld – und zwar die Betroffenen, den Unternehmen und auch dem Staat.  Mobbing schadet also auf ganzer Linie.

Das Wort Mobbing

Das Wort “Mobbing” kommt vom englischen “to mob” und bedeutet, dass Menschen über etwas herfallen oder sich auf etwas stürzen. Aber auch im Deutschen verwenden wir den Begriff bereits sei langer Zeit: ein Mob ist eine Horde von Menschen mit schlechtem Benehmen und kriminellem Verhalten. Seit einigen Jahren wird die Bezeichnung “Mobbing” im Zusammenhang mit unkollegialem Verhalten, Intrigen und Schikanen unter Kollegen benutzt. Mobbing ist inzwischen in aller Munde. Handelt es sich beim Mobbing um ein neues Phänomen oder nur um einen neuen Namen?

Wo wird gemobbt?

Wenn heute über Mobbing gesprochen wird, sind damit bewusste Intrigen oder Schikanen gegen Kollegen gemeint. Mobbing findet aber durchaus nicht nur in der Arbeitswelt statt. Sehr viele Menschen dürften es persönlich aus ihrer eigenen Schulzeit gut kennen: In jeder Schulklasse gibt es wohl Außenseiter, die von allen gehänselt und geärgert werden. Das ist im Grunde nichts anderes als das Mobbing im Unternehmen. Mobbing kann überall dort stattfinden, wo Menschen dauerhaft aufeinander treffen und sich durch die äußeren Umstände nicht aus dem Weg gehen können (gemeinsamer Arbeitsplatz, ein Verein oder eben dieselbe Klasse).

Wie wird gemobbt?

Der Forscher Heinz Leymann hat sich intensiv mit dem Mobbing-Problem befasst. Er unterscheidet zwischen 45 verschiedenen Mobbing-Handlungen, die sich in fünf Kategorien einteilen lassen:

  • Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen, z.B. durch ständige Kritik oder Beschimpfungen, lächerlich machen o.ä.
  • Angriffe auf die sozialen Beziehungen, z.B. durch Nichtbeachtung, “schneiden” oder Ignoranz.
  • Angriffe auf das soziale Ansehen, durch Klatsch und Tratsch, falsche Gerüchte und Beleidigungen.
  • Angriffe auf die Qualität der Arbeit, z.B. durch Informationszurückhaltung oder dadurch, dass Aufgaben zugeteilt werden, die von der Person nicht zu bewältigen sind.
  • Angriffe auf die Gesundheit, worunter z.B. auch Gewaltandrohungen oder  sexuelle Belästigungen zu zählen sind.

Schlimm ist vor allem, dass in einer Mobbing-Situation meistens mehrere Kollegen mitmachen und das Opfer zu schikanieren beginnen, wenn erst einmal einer damit begonnen hat. Im schlimmsten Fall verbünden sich alle gegen einen Kollegen oder eine Kollegin.

Es gibt wohl nie nur einen Grund, der für eine Mobbing-Situation verantwortlich ist. In der Regel spielen verschiedene Ursachen zusammen. Dabei  ist wichtig zu beachten, dass jeder der Beteiligten, also der Mobbende und der Gemobbte ihren Beitrag zu der einer Mobbing-Situation leisten, zum einen mit dem, was sie tun – und auch mit dem, was sie nicht tun.

Unternehmensklima und äußere Einflussfaktoren

Die Stimmung in einem Unternehmen ist oft ein ganz entscheidender Faktor für eine Mobbing-Situation. In einem Klima, das von Ellenbogendenken und ehrgeizigem Karrierestreben geprägt ist, wird es viel schneller zum Mobbing kommen, als in einer offenen und angstfreien Atmosphäre. Wo kein Teamgeist herrscht und Gemeinschaft ein Fremdwort ist, kämpft oft jeder gegen jeden. Auch schlechte Arbeitsbedingungen, angstauslösende Unternehmens-Entscheidungen oder Ignoranz der Führungspersonen gegenüber den Bedürfnissen ihrer Untergebenen können den Nährboden für das Mobbing bilden. Um hier Abhilfe zu schaffen oder vorbeugend zu wirken,  ist vor allem die Führung des Unternehmens gefragt.

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Ursachen beim Mobber

Zum Mobber können die verschiedensten Personen werden – Kollegen und auch Vorgesetzte. Die Ursachen liegen in der Person, können aber durch äußere Einflüsse verstärkt bzw. begünstigt werden. In der Regel sind Mobber selbst frustriert und unzufrieden. Oft ist auch ein übersteigerter Ehrgeiz oder die Angst vor dem Jobverlust der Grund für das Mobben anderer.

Ursachen auf der Seite des Gemobbten

Es scheint immer ein bisschen unfair zu sein, auf der Opferseite nach Ursachen für die Situation zu suchen – schließlich leiden diese Menschen sehr unter ihrer Situation. Es ist aber sehr interessant einmal hinzuschauen, warum z.B. meist nur ganz bestimmte Leute gemobbt werden, während andere nie Opfer solcher Angriffe oder Intrigen sind. Es liegt nahe, dass bestimmte Verhaltensweisen, Einstellungen und auch Glaubenssätze Menschen immer wieder in eine Opfersituation bringen.

Sehr oft werden auch eine Reihe von äußerlich erkennbaren Merkmalen genannt, die andere Menschen zum Mobben zu provozieren scheinen, z.B. Auffälligkeiten in Kleidung oder Frisur, mangelnde Körperpflege oder auch Behinderungen. Daneben können auch Nichtraucher in einer Gruppe von Rauchern oder umgekehrt schnell Mobbing-Opfer werden. Gute Leistungen und öffentliche Anerkennung “von oben” sind oft auch ein Auslöser für Mobbing-Attacken.

Gemeinsamer Faktor ist hier die Andersartigkeit eines Menschen. Wer in irgendeiner Hinsicht anders ist, als die Menschen, die ihn umgeben, ist ein potentielles Mobbing-Opfer, was deutlich macht, wie ernst jede Mobbing-Situation zu bewerten ist. Es geht hier um Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen, die, in welcher Form auch immer, aus der Masse herausstechen, und zeigt uns einmal mehr, wie wichtig es ist, gemeinsam für mehr Toleranz, Offenheit und ein menschliches Miteinander zu sorgen.

Und hier erfahren Sie, was Sie in einer Mobbing-Situation konkret tun können.

In vielen Mobbing-Situationen fühlen sich alle Beteiligten hilflos und manchmal überfordert. Dabei wäre schon viel geholfen, wenn wir nicht wegschauen, sondern – wie auch immer – aktiv werden. Meistens wissen wir aber nicht so recht, was wir in einer solchen Situation tun können und wir bleiben dann oft aus Angst oder Unsicherheit passiv. So erhält sich das System selbst und es kommt nie zu einem Ende des Mobbings.

Jeder kann etwas tun…

Tatsächlich kann aber jeder etwas tun. Es gibt grundsätzlich vier verschiedene Personengruppen, die aktiv werden können:

Wir sagen nicht, dass es leicht ist, aber dennoch gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, aktiv zu werden. Im Folgenden finden Sie dazu unsere Tipps .

Viele Mobbing-Opfer fühlen sich der Situation hilflos ausgeliefert. Selten genug finden sie Unterstützung bei ihren Vorgesetzen und müssen deshalb oft allein mit dem Problem klarkommen. Hier finden Sie eine Reihe von Tipps , mit denen Sie aktiv werden können – Ihre Ohnmacht macht die Situation nämlich nur schlimmer.

Eins vorweg: Sie können etwas tun!

Es wirkt schnell hart und unfair, bei einem Mobbing-Opfer an die Eigenverantwortlichkeit zu appellieren. Aber es gibt für Sie im Grunde keinen anderen Weg, um Ihre Situation zu verbessern. Jammern und Leiden hilft Ihnen leider nicht viel weiter. Sie können auch nicht erwarten, dass sich jemand anders Ihres Problems annimmt. Sie selbst müssen aktiv werden. Machen Sie sich klar, dass nur Sie selbst Ihre Situation verändern können.

Agieren, statt nur zu reagieren

Tipp

Reagieren Sie nicht nur, sondern tun Sie etwas.  Ergreifen Sie die Initiative. Dieser erste Schritt ist sehr wichtig.

Finden Sie heraus, wie es zu der Situation gekommen ist und was Sie selbst tun können, um aus der Situation herauszukommen. Dieser Weg ist nicht immer leicht, aber nur so können Sie aus Ihrer Leidensposition herauskommen.

Ich brauche einen neuen Job!

Aber welchen? Was kann ich? Was will ich? Welcher Job passt wirklich zu mir? Wo finde ich die guten Jobs? Fragen über Fragen. Antworten findest du hier: Projekt: Traumjob.

Über Ihren Anteil an der Situation

Auch wenn es Ihnen vielleicht ungerecht erscheint, so sollten Sie sich einmal ehrlich die Frage beantworten, was Sie selbst zu dieser Situation beitragen. Nicht immer ist das etwas, das Ihnen bewusst sein muss . So senden wir alle z.B. unbewusst Botschaften aus, inform von Gestik, Mimik, Körpersprache, unseren Worten und unserem Verhalten. Diese Botschaften kommen z.T. tief aus unseren inneren Überzeugungen und Werten. Auch wenn Sie sich z.B. vom Kopf her vornehmen, selbstsicher aufzutreten, kann es gut sein, dass Sie statt dessen unsicher wirken. Es ist sehr nützlich sich einmal klarzumachen, wie wir auf andere Menschen wirken.

Haben Sie eine “Opfer-Ausstrahlung”?

Tipp

Es ist schwer, die eigene Ausstrahlung einzuschätzen. Vielleicht fragen Sie einmal einen guten Freund, wie Sie auf andere Menschen wirken.

Es scheint eine Art von Ausstrahlung zu geben, die anderen signalisiert “Mit mir könnt Ihr es machen – ich bin das geborene Opfer.” Vielleicht senden Sie selbst solche Signale aus oder Sie begünstigen eine Mobbing-Situation, indem Sie sich nicht wehren, sondern stumm leiden? Darüber hinaus sollten Sie einmal selbstkritisch überprüfen, ob Sie vielleicht tatsächlich etwas an sich haben, was andere provoziert. Vielleicht wirken Sie arrogant? Gerade unsichere Menschen verstecken sich oft hinter einer Fassade aus Arroganz. Vielleicht wollen Sie auch zu sehr, dass andere Sie mögen, so dass es so wirkt, als biedern Sie sich an? Dieses sogenannte “Schleimen” wirkt sehr negativ auf andere und wird Ihnen keine Freunde machen. Vielleicht leiden Sie unter Körpergeruch und haben es selbst noch nicht gemerkt?

Seien Sie bei solchen Fragen kritisch, aber nicht überkritisch. Es ist wichtig, dass Sie sich nicht nur in Vermutungen begeben, sondern sich ein ehrliches Feedback von guten Freunden oder neutralen Fachleuten holen. Machen Sie sich mit möglichen Erkenntnissen nicht fertig – Sie sind trotzdem ein wundervoller Mensch!

Beenden Sie Ihr “Opferdasein”

Analysieren Sie die Situation – Nehmen Sie sich an einem Wochenende einmal in aller Ruhe Zeit und analysieren Sie systematisch die Situation. Tun Sie das schriftlich und schildern Sie auch Freunden das Problem. Schreiben Sie sich alle Bemerkungen und Hinweise Ihrer Freunde auf und durchdenken Sie sie. Wir haben Ihnen hier einmal eine Reihe von Fragen zusammengestellt, mit denen Sie die Situation gut durchdenken können:

  • Wann hat das Mobbing genau begonnen?
  • Welche Auslöser gab es dafür möglicherweise (z.B. Veränderungen im Unternehmen, Verhaltensveränderungen, neue Besetzungen von Stellen usw.)?
  • Was ist das, was ich in dieser Situation als Mobbing empfinde?
  • Was tut der Mobber ganz konkret? Worunter leide ich besonders?
  • Wer macht alles beim Mobbing mit? Wer beteiligt sich wirklich aktiv dabei, mir das Leben schwerzumachen? Wer schaut nur zu und tut nichts? Bin ich wirklich so allein, wie ich denke?
  • Wie reagiere ich in den Situationen, in denen ich gemobbt werde? Was sage ich? Was fühle ich?
  • Was würde ich am liebsten tun, wenn ich mich in einer Situation befinde, in der mir andere etwas Böses wollen?
  • Wie könnte ich anders reagieren als bisher?

Tipp

Vielleicht können Sie Ihre Ausstrahlung, Ihre Wirkung auf andere durch einen Kommunikations- oder NLP-Kurs verbessern?

Arbeiten Sie an sich und zwar in einem positiven Sinne – Wenn Sie eine Mobbing-Situation beenden wollen, müssen Sie selbst an sich arbeiten. Das ist vielleicht anstrengend, aber es geht hier darum, dass Sie etwas Gutes für sich tun, um in Zukunft glücklicher und zufriedener zu sein. Finden Sie dafür zunächst heraus, welche Fähigkeiten, Einstellungen und Überzeugungen Sie brauchen, um sich aus Ihrer Opferrolle befreien zu können und was Sie daran hindert. Wenn Sie wissen, was Ihre unerwünschte Situation begünstigt, können Sie aktiv etwas tun. Vielleicht hilft eine systematische Beratung von professioneller Seite?

Vielleicht sollten Sie sich zunächst auch einmal eine Auszeit nehmen, um die ganze Sache aus einem Abstand heraus zu durchdenken?  Es gibt sehr viele Möglichkeiten, um konstruktiv an sich zu arbeiten. Ihr Leben wird sich so ganz erheblich ändern und damit auch Ihre Arbeitssituation.

Alternativen finden – Finden Sie sich nicht länger mit der Situation ab, die Sie krank macht. Überlegen Sie sich, welche anderen Möglichkeiten Sie haben. Vielleicht können Sie mit jemandem das Zimmer tauschen, vielleicht die Abteilung wechseln? Vielleicht können Sie sich dem Mobber einmal ganz direkt stellen und einmal in Ruhe über Ihren verdeckten Konflikt reden? Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, sich einen anderen Job zu suchen?

Entscheidend ist, dass Sie selbst aktiv werden, bevor Sie zu sehr unter der Mobbing-Situation leiden. Handeln Sie, solange Sie Kraft dazu haben. Machen Sie mit Freunden ein Ideenbrainstorming zu allen Möglichkeiten, die Sie haben. Denken Sie auch über die herkömmlichen Wege hinaus. Finden Sie heraus, was Sie wollen und setzen Sie sich Ziele. Arbeiten Sie dann konsequent auf Ihre Ziel hin – ob mit oder ohne Mobber. Lassen Sie Ihr Leben nicht von einem Menschen gestalten, der Ihnen nur Böses will.

Das eigene Leben in die Hand nehmen – Abschließend raten wir Ihnen, einmal Ihre Grundeinstellungen zu überprüfen und ggf. zu ändern. Leben Sie eigenverantwortlich, indem Sie Ihr Leben aktiv gestalten und gut für sich selbst sorgen. Oder neigen Sie eher dazu, sich von anderen abhängig zu machen? Können Sie für sich und Ihre Bedürfnisse einstehen? Wenn nicht, dann nehmen Sie sich dieses Recht. Machen Sie sich klar, dass Sie Ihr Leben selbst führen und beeinflussen können. Werden Sie sich Ihrer Kraft und Ihrer Möglichkeiten bewusst.

Dies sind nur einige Tipps, die Ihnen weiterhelfen können. Für weitere Informationen finden Sie z.B. im Buchhandel verschiedene Bücher zum Thema. Schauen Sie doch mal hinein. Viele Organisationen, wie auch z.B. die DAG, bieten spezielle Mobbing-Seminare an. Vielleicht gibt es in Ihrer Nähe auch eine entsprechende Selbsthilfegruppe, die Sie besuchen können?

Oft wird gesagt, dass das Mobbing in erster Linie ein Problem in der Führung ist. Diese Anschuldigung macht es Ihnen als verantwortliche Führungsperson natürlich nicht leicht. Manch einer reagiert darauf damit, alle Vorwürfe von sich zu weisen oder das Problem selbst zu verneinen. Wenn Sie aber erkennen, dass in Ihrem Unternehmen oder Team gemobbt wird, hilft es wenig, wenn Sie den Kopf in den Sand stecken und so tun, als wüssten Sie davon nichts. Genauso wenig nutzt es, wenn Sie sich selbst immer wieder sagen, dass Sie versagt haben. Nehmen Sie das Problem aktiv in die Hand. Hier finden Sie dafür einige Tipps :

Beschäftigen Sie sich mit Kommunikation, Konflikten und Psychologie

Auch wenn Ihre Aufgabengebiete und Kompetenzen wahrscheinlich woanders liegen, sollten Sie sich ein Grundlagen-Knowhow in den Bereichen der menschlichen Psyche und des zwischenmenschlichen Verhaltens aneignen. Und das möglichst nicht nur in theoretischer Form durch Bücher, sondern vor allem auch durch praktische Workshops und Seminare. Lernen Sie möglichst viel über Missverständnisse, Konflikte und Kommunikationsschwierigkeiten und darüber, wie sie zu bewältigen sind.

Lernen Sie Ihre Belegschaft immer wieder neu kennen

Tipp

Vielleicht legen Sie für jeden Ihrer Mitarbeiter ein kleines Dossier an, mit Themen wie: Wünsche, Bedürfnisse, Schwächen, Stärken, usw. Aber Achtung: Nutzen Sie diese Informationen niemals gegen Ihre Mitarbeiter.

Lassen Sie sich darauf ein, Ihre Belegschaft immer wieder neu kennenzulernen. Vielleicht haben Sie ja den einen oder anderen falsch eingeschätzt. Vielleicht haben sich aber auch Ihrer Untergebenen verändert. Befassen Sie sich mit den Menschen, die Sie führen sollen – was ist ihnen wichtig, was wünschen sie sich, was macht sie aus? Seien Sie aufmerksam und nehmen Sie wahr, was zwischen den Personen stattfindet.

Seien Sie Ansprechpartner

Als Vorgesetzte oder Vorgesetzter sollten Sie ein offenes Ohr für die Probleme Ihrer Belegschaft haben. Zugegeben, das ist nicht immer leicht und vor allem nicht jedermanns Sache. Aber Sie sind nun einmal der oder die Vorgesetzte und sollten damit auch für Ihre Untergebenen da sein. Es liegt in Ihrer Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle gut arbeiten können. Wenn jemanden mit Problemen zu Ihnen kommt, sollten Sie möglichst immer zuhören. Falls Sie gerade wirklich keine Zeit haben, können Sie einen Termin für den Nachmittag oder nächsten Tag ausmachen.

Seien Sie Problemlöser

Signalisieren Sie in jedem Fall Ihre Bereitschaft, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen und lassen Sie die Person nicht allein. Selbstverständlich können Sie sich nicht jedes noch so winzig kleinen Problemchens annehmen, aber darum geht es auch nicht. Entscheidend ist, dass Ihre Belegschaft weiß, dass Sie sich auch in heiklen Situationen nicht aus der Verantwortung stehlen, sondern im Rahmen Ihrer Möglichkeiten Hilfestellung anbieten.

Bieten Sie den Betroffenen Hilfe an – dem Gemobbten und dem Mobbenden

Tipp

Ergreifen Sie öffentlich  nicht nur die Partei des Mobbing-Opfers. Wenn Sie das Opfer  zu Ihrem “Liebling” machen, wird das Mobben sicher nur noch schlimmer.

Wenn es bereits einen Mobbing-Fall in Ihrem Unternehmen gibt, sollten Sie schnell handeln: Sprechen Sie den Konflikt offen an. Reden Sie mit den Betroffenen einzeln, ohne Vorwürfe zu machen, sondern mit dem Ziel, eine konstruktive Lösung zu finden.

Fragen Sie das Opfer, ob es Hilfe braucht – da Mobbing sowohl psychisch als auch physisch krank machen kann, geht es hier vielleicht um therapeutische Hilfe aber auch um Möglichkeiten für eine Kur o.ä. Vergessen Sie nie, dass viele Mobbing-Opfer sogar an Selbstmord denken. Und fragen Sie auch den Mobbenden, was Sie tun können, um das Problem aus der Welt zu schaffen.

Für ein gutes Betriebsklima sorgen

Wo Mobbing-Situationen entstehen, stimmt in der Regel mit dem Betriebsklima etwas nicht. Vielleicht herrscht ein zu großer Leistungsdruck oder es gibt zu wenig Anerkennung? Vielleicht sind die Arbeitsbedingungen so schlecht, dass Ihre Belegschaft dadurch aggressiv wird? Vielleicht müssen Kollegen zusammenarbeiten, bei denen Streit vorausprogrammiert ist? Gehen Sie einmal selbstkritisch durch Ihr Unternehmen und fragen Sie sich, was in dieser Hinsicht zu verbessern ist. Gut wäre es, wenn Sie einmal eine neutrale Person von außen durch Ihr Unternehmen gehen lassen, die Ihnen Feedback und Tipps für Verbesserungen geben kann. Sie können auch einmal eine Mitarbeiter/innen- Befragung durchführen. Wenn Sie dabei aber wirklich ehrliche Antworten haben möchten, sollen Sie diese Befragung anonym durchführen. Seien Sie so offen wie möglich für die Äußerungen Ihrer Belegschaft – so erfahren Sie, wo der Wurm drin steckt. Sie können auch einmal unseren Artikel zur Verbesserung des Betriebsklimas lesen.

(Finde deinen Kompass - Wie du herausfindest, wo es für dich langgehen soll im Leben …)

Scheuen Sie sich nicht, Hilfe von außen anzunehmen

Manchmal kann es nötig sein, professionelle Hilfe von außen anzunehmen. Berater und Trainer bieten ihre Dienstleistungen zu vielen Problemstellungen an. Auch ein Mediator kann in Konfliktsituationen hervorragende Arbeit leisten. Nehmen Sie aber nie den Erstbesten oder gar den Preisgünstigsten. Lernen Sie verschiedenen Berater oder Trainer kennen und bilden Sie sich ein Urteil über die Strategien und Arbeitsmethoden. Entscheiden Sie sich nur dann für solche Maßnahmen, wenn Sie der Person 100%-ig zutrauen, die Situation zu meistern.

Auch Sie können bei allem nur lernen

Geben Sie nicht auf und machen Sie sich selbst nicht fertig, wenn Sie es mit einem Mobbing-Problem in Ihrer Abteilung oder Firma zu tun haben. Nicht das Problem selbst ist das Schlimme, sondern wenn Sie weiterhin nichts dagegen tun. Lernen Sie aus Fehlern, seien Sie offen für neue Erkenntnisse und finden Sie den Mut zu Veränderungen.

Wenn Sie miterleben, dass in Ihrer Abteilung gemobbt wird, haben auch Sie eine gewisse Verantwortung. Wenn Sie nämlich so tun, als ob Sie nichts davon wüssten (aus einem sicher verständlichen Bedürfnis danach, nicht auch Probleme zu bekommen), tragen Sie das Mobbing-Geschehen mit.

Finden Sie Ihre eigene Position

Als allererstes müssen Sie selbst Klarheit in dieser Situation bekommen. Je klarer Sie sich selbst über Ihre Gefühle und Einstellung in diesem Konfliktfall sind, desto leichter wird es Ihnen fallen, sich aktiv für eine Konfliktlösung einzusetzen. Vielleicht befürchten Sie, selbst Opfer zu werden oder Sie verspüren auch aggressive Tendenzen in sich und möchten am liebsten mitmachen? Was auch immer in Ihnen vorgeht – Sie sollten sich darüber im Klaren sein und dann in Ihrem Sinne für sich aktiv werden.

Tun Sie etwas

Tipp

Werden Sie sich über die folgenden Fragen klar: Wie sehen Sie den Konflikt? Gibt es realistische Gründe und Ursachen oder stehen sich hier nur noch die Personen gegenüber? Welche Gefühle tauchen in Ihnen auf? Macht Ihnen die Situation Angst? Wenn ja, wovor haben Sie Angst? Solche und ähnliche Fragen helfen Ihnen dabei, sich aktiv mit dem Problem auseinander-zusetzen, und nicht einfach nur den Kopf in den Sand zu stecken.

Wegschauen und Mitmachen sind beides keine besonders guten Reaktionen auf einen Mobbing-Fall. Nehmen Sie das Problem als etwas wahr, das aus Ihrer Abteilung, aus Ihrem Kollegenkreis entstanden ist und überlegen Sie, was Sie vielleicht selbst mit dort hineinbringen – aktiv oder passiv. Vielleicht wissen Sie ja schon seit längerem, dass der eine Kollege genervt ist und immer ungnädiger wird. Vielleicht haben Sie das immer ignoriert? Vielleicht haben Sie auch schon öfter mitbekommen, wie fies die Kollegin zu dem Neuen ist und Sie haben es ihm heimlich sogar gegönnt? Wie auch immer, Sie sollten etwas dafür tun, dass der Konflikt und die Mobbing-Situation gelöst werden kann. Und wenn Sie sich einfach erst einmal ein Buch zu diesem Thema besorgen oder mit Freunden darüber reden.

Ermutigen Sie das Mobbing-Opfer

Es ist oft schon viel geholfen, wenn Sie dem Mobbing-Opfer Ihre Sympathie zeigen und zum Ausdruck bringen, dass Sie das Verhalten des Kollegen oder der Kollegin nicht in Ordnung finden. Hören Sie dem oder der Gemobbten zu, wenn er oder sie einmal ein offenes Ohr braucht. Gehen Sie ganz bewusst mit dem Opfer zur gemeinsamen Mittagspause und laden Sie dazu andere Kollegen ein. Sprechen Sie aus, was Sie denken. Laufen Sie nicht einfach mit.

Zeigen Sie Zivilcourage: Weisen Sie den Mobber in seine Grenzen

Sie können dem Mobber freundlich aber bestimmt zeigen, dass Sie sein oder ihr Verhalten nicht gutheißen. Das erfordert natürlich ein bisschen Mut. Aber Mobber können vor allem dort aktiv werden, wo sich niemand im Kollegium traut, etwas zu sagen. Ziel sollte es sein, dass Sie alle einigermaßen miteinander auskommen – Sie müssen sich ja nicht lieben. Wenn aber jemand durch sein Tun die Stimmung so schlecht macht, sollten sich die anderen Kollegen zusammentun. Und das auch dann, wenn Sie vielleicht selbst Schwierigkeiten mit dem Mobbing-Opfer haben. Es kann gut sein, dass diese Person wirklich etwas an sich hat, was auch Sie und andere Kollegen nervt. Dann sollten Sie das aber möglichst offen und transparent machen und nicht durch “Mitmobben”. Seien Sie fair.

Bitten Sie um Hilfe, wenn Sie allein nicht weiterwissen

Wenn Sie nicht den Mut haben, aktiv zu werden, können Sie andere Kollegen ansprechen und gemeinsam überlegen, was zu tun ist. Oder gehen Sie mit Ihrem Problem zu Ihrem Vorgesetzten, wenn das möglich ist. Suchen Sie dort Rat und Unterstützung. Vielleicht ist auch der Betriebsrat die richtige Adresse. Bleiben Sie auf jeden Fall nicht allein mit Ihrer Furcht und Ihrem Unbehagen – auf Dauer macht das nämlich auch Sie krank.

Vielleicht kennen Sie von sich selbst ja die Tendenz in Stresssituation oder in bedrohlichen Augenblicken, aggressiv oder fies zu werden. Vielleicht mobben Sie selbst und sind es satt, dass immer nur über die “armen Opfer” gesprochen wird? Vielleicht fragen Sie sich, warum niemand sehen kann, dass Sie im Recht sind, weil diese andere Person schlicht unerträglich ist und man mit ihr wirklich kein vernünftiges Wort reden kann? Da Sie diesen Artikel lesen, gehen wir davon aus, dass Sie grundsätzlich bereit sind, selbst etwas zu tun, um Ihre Mobbing-Tendenz in den Griff zu bekommen. Dafür haben wir hier Tipps für Sie.

Gestehen Sie sich Ihre Tendenz ein und erkennen Sie die Gründe für Ihr Verhalten

Wenn Sie selbst zum Mobben neigen oder es bereits tun, ist schon viel getan, wenn Sie sich das einfach eingestehen können, ohne sich schuldig zu fühlen. Sie haben Gründe für Ihr Verhalten. Diese Gründe sollten Sie für sich einmal aufschreiben. Listen Sie alles auf, was Ihnen gegen den Strich geht, was Sie nervt und frustriert. Schreiben Sie dann daneben, wie Sie es sich wünschen würden. Was sollte idealerweise gegeben sein, damit Sie sich wohl fühlen und Ihre Arbeit effektiv ausfüllen könnten? Schauen Sie auch einmal dahin, was Sie an dieser einen Person so sehr nervt. Oft haben die Menschen, die uns aggressiv machen Eigenschaften an sich, die etwas mit uns selbst zu tun haben. Vielleicht erinnert Sie diese Person an jemanden, der Sie einmal sehr verletzt hat? Oder die Person lebt etwas, das Sie selbst bei sich unterdrücken? Sehen Sie die Situation als eine Chance, etwas über sich selbst zu lernen.

Erkennen Sie die negativen Folgen Ihres Verhaltens

Der zweite Schritt ist, dass Sie einmal genau dahin schauen, was Ihr Verhalten bei anderen Menschen auslöst. Stellen Sie sich, so oft es Ihnen möglich ist, praktisch neben sich selbst und beobachten Sie Ihre Abteilung oder Ihren Kollegenkreis. Welche Stimmung herrscht, wenn Sie den Raum betreten? Wie reagieren die anderen auf Sie? Wie reagiert Ihr Opfer? Wenn Sie das tun, können Sie möglicherweise erkennen, dass diese Situationen auch Ihnen nicht gut tut. Vielleicht wünschen Sie sich eigentlich, dass die anderen Sie akzeptieren und Sie haben das Gefühl, dass Sie keiner versteht? Was glauben Sie, wer von Ihren Kollegen Sie mag, so wie Sie sich verhalten? Sind Sie vielleicht einsam unter Ihren Kollegen?

Finden Sie andere Ausdrucksmöglichkeiten für das, was in Ihnen vorgeht

Auch wenn Sie möglicherweise eine gewisse Befriedigung im Mobben empfinden, wissen Sie, dass das, was Sie tun, in einem Unternehmen oder Team nicht tragbar ist. Sie haben aber nun einmal diese Tendenz in sich und es hilft wenig, sie wegzuwünschen oder einfach zu unterdrücken. Stellen Sie sich Ihren aggressiven Tendenzen auf eine konstruktive Weise. Sie können vielleicht ein Selbsterfahrungsseminar besuchen oder sich einmal mit anderen Menschen darüber austauschen. Vielleicht ist auch eine therapeutische Begleitung das Richtige. Tun Sie etwas, um Ihren inneren Frieden zu finden. Erlernen Sie eine wirkungsvolle Entspannungstechnik. Beschäftigen Sie sich mit Kommunikationstechniken, so dass Sie Ihren Ärger in Zukunft angemessener ausdrücken können.  Tun Sie etwas dafür, nicht mehr Mobber zu sein.

Fangen Sie an, Ihr Leben so zu gestalten, wie Sie es sich wünschen

Mobber sind in der Regel unzufriedene Menschen. Wenn Sie eine andere Stellung finden würden, wo Sie nicht mehr mit dieser ganz bestimmten Person zusammenarbeiten müssten oder Ihnen mehr Anerkennung, Respekt oder was auch immer Sie sich wünschen, gezeigt werden würde, hätten Sie wahrscheinlich gar nicht mehr das Bedürfnis, andere Menschen zu mobben. Sie müssen beginnen, eigenverantwortlich Ihr Leben in die Hand zu nehmen, damit Sie Ihren Frust nicht länger an anderen auslassen. Das kann Ihnen niemand abnehmen.

Literatur zum Thema:

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Kommentare

  • Es gibt oft eine Möglichkeit, sich einen anderen Job zu suchen. Das ist nicht das Problem, man muss aber auch einen finden. Ich konnte keinen finden, habe trotzdem gekündigt und bin jetzt bald 5 Jahre arbeitslos.
    Freilich habe ich in dieser Zeit viel erledigt, ich kann es aber keinem Arabergeber in spe erzählen, weil eine Kündigung wegen Burnout für Arbeitgeber ein Grund ist, von einer Einstellung abzusehen.
    Mein Ex-Chef hatte sich von mir bedroht gefühlt, als ich bei einem Jahrsgespräch um weitere Aufgaben gebeten hatte. Er war der Meinung, von mir angegriffen zu werden und hatte mich in der ganzen Firma schlecht gemacht. Selbst die Personalabteilung, bei der ich Hilfe suchen wollte, weil die Kommunikation im Arbeitsalltag unmöglich geworden war, hatte mich abschmettern lassen!
    Was soll man da machen?

  • Ich habe seit Juli eine neue Stelle und mir ist im neuen Team aufgefallen, das die im Team vorgesetzte Fachkraft “Mobbing-Tendenzen” gegenüber einer älteren Kollegin zeigt.
    Anfangs bin ich in die Beobachterrolle gegangen und habe mir erst mal den Konflikt angesehen. Bei einem Gespräch mit dem Vorgesetzten meinte dieser, das ich das ja gut beobachtet hätte und die beiden Kollegen den Auftrag hätten zur Mediation zu gehen. Der Termin soll bald sein – ich bin bis dato auf die (in meinen Augen) gemobbte Kollegin zugegangen und habe ihr zum einen gesagt, das ich ihre Arbeit für ausgezeichnet und wichtig halte und auch signalisiert, das ich das nicht länger mit angucke und auch was sagen werde.
    Davon hat sie mir abgeraten – sie meinte, das ich sonst als nächstes dran sein könnte und der Konflikt mich ja nicht beträfe und sie würde sich nicht gemobbt fühlen.
    Allerdings kann sie nicht mehr offen und friedlich in die Arbeit gehen, ist immer angespannt und hat Angst Fehler zu machen – das passiert dann hin und wieder auch.
    Örks – ich bin mir unsicher, was ich nun tun kann.

  • Hallo zusammen
    und danke für das erneute Verlinken dieses Artikels. Er kam zur rechten Zeit, da ich seit Monaten erhebliche Angst davor habe, noch einmal gemobbt zu werden, nur gemerkt habe ich das so richtig erst heute durch den Artikel.

    Jetzt bin ich traurig, aber auch froh, über diese Erkenntnis und gleichzeitig dankbar für Eure Ideen dazu, was jeder der Beteiligten dagegen tun kann, was auch wichtig ist. Denn ein Konflikt zwischen zwei Personen ist lange nicht so schlimm, als wenn dann andere auf den Zug aufspringen und mitmachen, statt Farbe zu bekennen. Mir war mobben schon immer ein Graus, egal wie ungewöhnlich anders Menschen sind. Aber ich liebe ja auch die Vielfalt und fände es furchtbar, wenn alle gleich ticken würden. Aber genau das erwarten manche Mobber: dass andere sind wie sie.

    In einem Führungskurs vor ein paar Jahren wurde meinem früheren Chef beigebracht, dass jede Gruppe Ihren Sündenbock brauche und dass es der Gruppe gut täte, gegen jemanden zu sein, um Frust abzulassen. Nur zu sehr übertreiben sollte man das nicht und auch nett zu dem Sündenbock sein. Damals konnte ich mich nicht dagegen zur Wehr setzen. Mittlerweile bin ich wehrhafter, trotzdem sorgt der zunehmende Streß dafür, dass ich wieder merke, dass ich schwächer werde, aber es ist nicht mehr die gleiche Situation. Man lernt nie aus und es ist für mich wichtig, nie aufzuhören, anzufangen

    liebe Grüße
    Monika

    • Morganne

      hallo, zum thema Mobbing empfehle ich noch das Buch von Martin Wolmerath “Mobbing”, das das Thema “Sündenbock” sehr ausführlich beschreibt…

      Määäää,määää, määäääää

      Morganne!

      P.S. Lachen ist auch eine sehr gute Anti-Mobbing-Therapie!

  • Morganne, danke für deinen Spruch, ich gehöre auch zu der nicht Schafwerdenden Rasse….:-))

  • ja, auch ich möchte zu diesem Thema etwas schreiben, weil ich Mobbing in meinem Leben oft genug erlebt habe.
    Tania, vielen Dank dafür, dass du es erneut gewaagt hast, dieses Thema aufzugreifen. Aber ehrlich gesagt, ich glaube, ihr könntet jede Woche etwas darüber schreiben, so akut ist es mittlerweile in Deutschland!

    Ich bin selbst am überlegen, ob ich meinen noch Arbeitgeber auf diesen Link aufmerksam machen soll!

    Sich wehren? Ja ist gut, aber wenn die Kollegen über Leichen gehen und lügen, dann stehst du allein da, ohne Beweise ohne Zeugen!

    Und selbst kündigen? Dann hast du die A-KArte, weil du nämlich noch vom Arbeitsamt zusätzlich gesperrt wirst, als wohlverdiente Strafe für dein unartiges Verhalten!

    Nach dem Motto: “Wer anders ist, muss büßen!”

    Viele Grüße am Sonntag wüsncht Euch

    • Morganne

      Ach und noch was! In dem Augenblick paßt Albert Einsteins Spruch wunderbar hin:

      WER EIN TADELLOSES MITGLIED einer SCHAFHERDE SEIN WILL, MUSS SELBST EIN SCHAF SEIN!

      Viele Grüße einer nicht Schafstammenden und nicht Schafwerdenden Frau!

  • Mobbing ist ‘ne harte Sache. Wir sollten alle mithelfen und Unterstützung anbieten wenn wir ein Mobbingopfer kennen oder bei uns in der Arbeit jemand gemoppt wird. Es sind nicht nur die Mobber sondern auch all die die zusehen.
    Ist man Opfer bleibt leider oft wirklich nur die Kündigung. Dies ist je nach Lage natürlich schwierig. Dennoch Mobbing kann bleibenden Schaden hinterlassen. Das Vertrauen leidet sehr und die Persönlichkeit kann derart geschädigt werden das man an der neuen Stelle wieder gemobbt wird.
    Ursacheforschung finde ich nur bedingt sinnvoll. Es sollte klar sein wer Opfer und wer Täter ist denn jeder wirklich jeder kann von Mobbing betroffen werden.
    Eins noch: Wir müssen uns nicht immer alles gefallen lassen,
    ” Wer sich nicht wehrt lebt verkehrt”

  • Hallo,

    ich war und bin aktuell zum Mobbing-“Opfer” geworden. Das schon jahrelang und zwar durch einen Kollegen, der sehr subtil vorgeht, immer zu jedem außerordentlich freundlich und hilfsbereit ist. Ich habe ihn einmal als “Aal” bezeichnet, weil er wirklich sehr schlecht greifbar ist.

    Eines kann ich mir selbst auf die Fahne schreiben, ich hätte schon sehr viel früher für mich sorgen und mich nach etwas Neuem umsehen sollen. Doch war ich mit den weiteren Umständen und meiner Arbeit “eigentlich” zufrieden. Ich habe versucht mich anzupassen, ohne mein Gesicht zu verlieren. Zeitweise ist mir das gelungen.

    Doch unter dem Strich habe ich verloren und habe zu viel, viel zuviel Energie in etwas gesteckt, was es nicht wert war. Oft ist es die Angst, die uns lähmt zu agieren und zwar in jeder Hinsicht. Ich kann nur jedem raten, in einer solchen Situation sich Verstärkung zu holen und rechtzeitig zu gehen. Aber zu gehen und auch bei sich zu schauen, was dazu geführt haben könnte und was ich selbst anders machen sollte.

    Interessant finde ich, und das möchte ich an dieser Stelle noch mal erwähnen, dass andere Menschen ja unsere Spiegel sind…

    • Laura Bach

      Das schon süchtig zu nenende Verhalten des Mobbers hat folgenden Grund :
      er haut auf seinen Spiegel : das Opfer triggert seine Abwehr an/ bedroht deeren Stabilität – die Abwehr seiner eigenen Ohnmachtsgefühle/erfahrungen

      deswegen helfen auch all die gängigen, wenn auch noch so gut gemeinten Interventionen nicht : es ist ihm nicht bewusst!

      Opfer und Täter ( und auch die “Helfer” ) haben das gleiche Thema und alle drei kennen die Erfahrung von großer Hilflosigkeit / Ohnmacht – zumeist aus der Kindheit.
      Alle drei beschließen sehr schnell : daaaaaaas will ich nicht mehr fühlen und verdrängen :
      Das Opfer verdrängt oft mithilfe von besonders freundlich, engagiert, genau

      der Täter beschließt unbewusst ” Nie wieder Opfer ” und geht gern in den Angriff

      der Helfer hilft dem Opfer, um sein eigenes Ohnmachtsgefühl zu verdrängen

      All das unbewusst – deswegen nicht geheilt.

      In Deutschland bringen sich ca. 1000 Erwachsene/ pro Jahr wegen Mobbings um – die Duunkelziffer wird weit höher sein – über Kinder/Jugendliche gibt es überhaupt keine Zahlen!!

      Richtiges Mobbing ( der Begriff wird nicht immer zutreffend verwandt ) ist traumatisch – Kinder, die das erlwebt haben, werden oft später Täter oder wieder Opfer, in Ehe und Familie, Beruf.

      Wenn Eltern ihre Erfahrung nicht heilen, nimmt mindestens ein Kind das Thema wieder auf….

      In einer inneren Arbeit kann das Opfer in der Begegnung mit seinem Täter die Verstrickung lösen, sich seine Macht zurückholen : am nächsten Tag hat der Täter kein Interesse mehr an der Person! Erklärung : s.o.!

      herzlichst ! Laura Bach

  • Ich habe gerade in diesen Tagen von einem Selbstmord erfahren, dessen Auslöser “auch” Mobbing war.

    Und es ist nicht das erste Mal: vor einigen Jahren hat sich ein guter Freund (*) von mir das leben genommen “auch” (in diesem fall vielleicht hauptsächlich!) wegen Mobbing!

    (*) verheiratet, mit zwei kleinen Kindern

  • Ein Freund von mir wird gemobbt mit unzähligen kleinen Gehässigkeiten (mehrmals wird der Urlaub wird aus dem Urlaubsplaner gelöscht; man legt Betriebsfeste zu Terminen zu denen er bekanntermaßen nicht kann; unterstellt ihm er sei unkollegial, dabei muss er allein die Arbeit machen und die anderen Kollegen quatschen miteinander etc. pp) Und sein Vorgesetzter macht das Ganze mit, indem er in Berichte Unwahrheiten hineinschreibt, die er erst nach Hinzunahme des Betriebsrates korrigiert. Er hält das Klima fast nicht mehr aus, weil es so viel Energie kostet und er Angst hat, auch wirklich mal einen große Fehler zu machen. Die Personalabteilung hat ihn auch nicht ernst genommen und er ist ziemlich ratlos.

    Was also tun in einer solchen Situation?

    • Maria

      KÜNDIGEN!

    • Monika

      Ich bin auch für kündigen, denn warum soll man sich das Leben schwer machen lassen??
      Gleichzeitig bin ich für >Arbeit an mir selbstMutterthema< will endlich bearbeitet werden.
      Wie gesagt, hinter Mobbing steckt viel mehr…..
      Es trifft vor allem Menschen, die endlich aufwachen sollten und vor allem, die sich mit sich selbst auseinander setzen sollten. Schönen Sonntag!!!!

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

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