Das psychologische Gegenüber – unser ungeliebter Lehrmeister

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Ich habe einen Kollegen, der mich extrem nervt. Wenn er das Wort ergreift, dann holt er weit aus und kommt vom Hundertsten ins Tausendste. Jedes Detail scheint ihm wichtig. Er lässt sich dabei Zeit und redet betont langsam. Wenn ich ihn etwas frage, dauert es stets eine Weile, bis er antwortet. Wenn ich ihn um etwas bitte, möchte er zuerst weitere Informationen. Wenn er in mein Büro kommt, kann ich mich auf einen längeren Vortrag gefasst machen. Die Zusammenarbeit mit ihm fällt mir schwer. Ich bin ungeduldiger, als es für mich normal ist, und vermeide unnötige Begegnungen …

Wohl jeder Mensch macht in seinem Umfeld ähnliche Erfahrungen. Wir ärgern uns über den dominanten Chef, die exzentrische Kollegin, die reservierte Lehrerin unseres Kindes und über den ungeduldigen Arzt. Manche dieser Menschen begleiten uns viele Jahre. Mit anderen haben wir nur kurze, aber oft unerfreuliche Begegnungen.

Was, wenn Ihnen jemand sagen würde, dass gerade diese Menschen Ihre größten Lehrmeister sind!? Viel Zustimmung würde er wohl eher nicht ernten. Und doch ist es wahr: Gerade Menschen, die wir nicht verstehen und die ganz anders ticken als wir, können uns viel zeigen. Oft sind diese Menschen unsere psychologischen Gegenüber.

Psychologische Gegenüber sind Menschen, deren Persönlichkeitspräferenzen genau entgegengesetzt sind. Eines der bekanntesten und gut belegten Persönlichkeitsmodelle, die Big Five oder das Fünf-Faktoren-Modell von Costa und McCrae, unterscheidet die Dimensionen

  • Neurotizismus (Umgang mit negativen Emotionen),
  • Extraversion (Nach-außen-gerichtet-Sein),
  • Offenheit für Erfahrungen,
  • Verträglichkeit (soziales Verhalten wie Mitgefühl oder Wettbewerbsorientierung) und
  • Gewissenhaftigkeit.

Diese Präferenzen kann man sich gut als eine Folge von miteinander verwandten Reaktions- und Verhaltensweisen vorstellen, deren Pole sich allerdings fundamental voneinander unterscheiden. Menschen mit hoher Extraversion sind gesellig, aktiv, gesprächig, optimistisch und heiter. Solche Menschen ziehen Energie aus sozialen Kontakten. Menschen mit niedriger Extraversion sind zurückhaltend und beobachtend. Diese Menschen laden ihre Energiereserven eher auf, wenn sie allein sind.

Psychologische Gegenüber sind Menschen, die in allen Präferenzen entgegengesetzt sind. Schauen wir uns dazu ein anderes Persönlichkeitsmodell an: Die englische Firma Lumina Learning unterscheidet vier Präferenzpaare, die auf dem Big-Five-Konzept aufbauen:

  • introvertiert und extravertiert (Big Five: Extraversion)
  • menschenorientiert und ergebnisorientiert (Big Five: Verträglichkeit)
  • disziplingesteuert und inspirationsgesteuert (Big Five: Gewissenhaftigkeit)
  • realitätsfokussiert und ideenfokussiert (Big Five: Offenheit für Erfahrungen)
Das psychologische Gegenüber - Lumina Spark Modell Das psychologische Gegenüber - Lumina Spark Modell
Bild 1 Bild 2

Lumina Spark Modell – Gegenpole, Quelle: www.luminalearning.com

Angenommen, Sie sind eher zurückhaltend, dazu sozial eingestellt und auf Harmonie bedacht, vorwiegend diszipliniert und gewissenhaft und gehen neue Aufgaben eher vorsichtig und erst nach Kenntnis aller Fakten an (Bild 1). Dann wäre Ihr psychologisches Gegenüber ein geselliger, auf Ergebnisse konzentrierter, Konkurrenz und Wettbewerb suchender, leidenschaftlicher und ideenreicher Mensch (Bild 2).

Üben Sie einmal selbst:

  • Wählen Sie eines der genannten vier Präferenzpaare und stellen Sie sich dazu passende Fragen: Wie leicht fällt es mir, öffentlich zu reden? Wie wichtig ist mir Harmonie? Wie zielstrebig gehe ich neue Aufgaben an? Bin ich eher vorsichtig? … Welche Präferenzen erkennen Sie? Wie würde Ihr Gegenüber auf diese Fragen antworten?

Bei dieser Übung werden Sie vielleicht feststellen, dass es Ihnen leichtfällt, die eigenen Präferenzen und das dazu passende Gegenüber zu benennen. Oder Sie bemerken, dass es bei manchen Präferenzen kein eindeutiges Entweder-oder gibt, weil Sie beispielsweise gern mit anderen Menschen zusammen sind, aber auch mal allein die Seele baumeln lassen. Beide Erfahrungen sind normal. Unsere Persönlichkeit ist zwar sehr stabil, aber nicht unbedingt auf ein festes Muster eindeutiger Zustände festgelegt. Präferenzen können sehr variabel sein. Menschen, deren Präferenzen eine größere Spannbreite aufweisen, werden es leichter finden, mit ihrem psychologischen Gegenüber auszukommen. Wenn Sie zwar überwiegend nach Harmonie streben, aber auch Konflikte nicht scheuen, wird auch Ihr Gegenüber hier Präferenzen haben, die sich von Ihren nicht sehr unterscheiden.

Dennoch bleibt es dabei: Das psychologische Gegenüber ist der fremde Gegenpol, dem wir eher misstrauisch begegnen. Zurückhaltende Menschen nehmen gesellige Zeitgenossen oft als laut und zudringlich wahr. Umgekehrt beurteilen extravertierte Menschen introvertierte oft als zugeknöpft und unnahbar. Wenn Gegenüber zusammentreffen, ist das für sie wie die Aufforderung der Mutter an ihr Kind, den Spinat endlich aufzuessen. Je stärker der Druck, desto mehr wächst auch die Abwehr dagegen. Ein introvertierter Mensch spürt in geselliger Runde viel stärker, wie introvertiert er ist, und umgekehrt. Diese Dynamik scheint zunächst nicht förderlich für das Lernen voneinander.

Wie kommen wir dennoch dazu, von unseren psychologischen Gegenübern zu lernen? Indem wir uns bewusst machen, was wir lernen können:

  • Das psychologische Gegenüber zeigt uns unseren Platz in der Welt. Indem wir es erkennen, können wir auch uns selbst erkennen. Das ist immer dann hilfreich, wenn unser Selbstbild unklar ist. Das Gegenüber gibt uns jedes Mal einen besonders kräftigen Impuls an Selbsterkenntnis: Wenn mein nerviger Kollege wieder einmal damit beginnt, in Details zu schwelgen, spüre ich Ärger, der mir sagt, dass ich mich für Details definitiv nicht interessiere, sondern eher für die Draufsicht und das große Ganze. Negative Gefühle mögen nicht schön sein. Aber deutlicher kann uns unser Körper nicht zeigen, was wir nicht mögen und was wir demzufolge bevorzugen.
  • Das psychologische Gegenüber gewährt uns einen Blick über uns hinaus. An ihm erkennen wir die Präferenzen, die wir nicht haben und (noch) nicht zeigen. Wer sehr auf Konsens bedacht ist und alle Bedenken zu einem Thema ausräumen möchte, wird vielleicht feststellen, dass er manchmal den Fokus auf die Ergebnisse verliert. An seinem ergebnisorientierten Gegenüber könnte er beobachten, wie Aufgaben termingerecht abgeschlossen werden. Der Ergebnismensch, der feststellt, dass ihm nicht gefolgt wird, kann umgekehrt lernen, wie Motivation durch Anerkennung und Mitgefühl entsteht.
  • Sie und Ihr Gegenüber sind ein unschlagbares Team, wenn Sie Ihre Stärken vereinen. Gemeinsam können Sie in jeder Situation angemessen handeln. Und es wird nur sehr wenige Probleme geben, die Sie nicht lösen können. Wenn Sie sich Ihrer Lernfelder bewusst sind und gut miteinander kommunizieren, können Sie eine sehr effektive Arbeitsbeziehung aufbauen. Im kreativen Prozess ist die Kombination von Ideen- und Realitätsfokus ideal. In der Suchphase spannt der Kreative durch seine Ideen den Möglichkeitsraum weit auf. In der sich anschließenden Bewertungsphase sortiert der Realist die nicht machbaren Ideen aus.

Nun ist es an Ihnen, Ihren Gegenpol zu finden und mit ihm/ihr zu arbeiten:

  • Überlegen Sie zunächst, an welchen Menschen in Ihrer Umgebung Sie sich reiben. Beobachten Sie diese Menschen von nun an genauer.
  • Denken Sie an Situationen, in denen es zu Missverständnissen gekommen ist oder in denen Sie über das Verhalten der/des Anderen irritiert waren. Was sagt das über die Präferenzen Ihres Gegenpols, was über Ihre Präferenzen?
  • Was meinen Sie: In welchen weiteren Präferenzen unterscheiden Sie sich?
  • In welchen Situationen könnten die Präferenzen Ihres Gegenpols auch für Sie nützlich sein? Was genau tut und sagt Ihr Gegenpol dann? Was wäre möglich, wenn Sie sich auch nur annähernd so verhalten könnten?

Beginnen Sie mit einer Person, mit der Sie häufiger in Kontakt sind, und arbeiten Sie mit diesen Fragen zunächst eine Woche lang. Ziehen Sie nach dieser Woche ein Fazit: Wie sehe ich sie/ihn jetzt? Was habe ich über mich gelernt? Welches Verhalten meines Gegenübers hat mich angeregt bzw. habe ich selbst erprobt? Mit welchen Ergebnissen?

Der positive Nebeneffekt bei der Arbeit mit Ihrem Gegenüber: Ganz viel Ärger verschwindet aus Ihrem Leben und macht Platz für positive Energie. Ich bin seitdem viel gelassener gegenüber meinem Kollegen. Und habe gelernt, seine Genauigkeit zu schätzen. Immer dann, wenn ich ein Thema bearbeite, frage ich ihn nach Belegen, um meine Argumente zu bekräftigen. Die langen Reden hält er allerdings immer noch. Nun muss ich ihm nur noch beibringen, dass auch ich sein psychologisches Gegenüber bin …

Über Stefan Pinter

Ich coache Führungskräfte in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und Privatpersonen (www.einfachcoaching.com). Ich unterstütze meine Klienten dabei, Klarheit über ihre Ziele zu gewinnen und diese konsequent zu verfolgen. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich leidenschaftlich damit, was zu einem Leben "im Fluss" beiträgt. Auf diese Weise ist auch die Xing-Gruppe "Leben im Rhythmus" mit über 1.000 Mitgliedern entstanden.

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Kommentare

  • Da stimme ich vollkommen zu, dass gegensätzliche Typen immer auch eine Ergänzung zueinander sind.

    Die von einigen (Frauen) erwähnten “Selbstdarstellerinnen und aufmerksamkeitsgeilen Frauen” gehen mir auch ziemlich auf den Zeiger. Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, muss ich mir eingestehen, dass ich wirklich gerne mehr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen hätte. Also sehe ich es als meine eigene Aufgabe, diese Eigenschaft stärker zu entwickeln bzw. wieder zu entdecken anstatt sie bei anderen zu kritisieren.

    Und für’s Private finde ich Gerdas Kommentar super: Lieber aufhören rauszufinden, wer denn Recht hat und den Anderen so sein lassen, wie er ist.

    • Charlotte Bott

      Gegensätze ziehen sich an – oder stossen sich ab.
      Da ich nach dem Grundsatz lebe “Das Leben liebt mich und findet seinen Ausdruck durch mich” suche ich in all den Ereignissen, die mir begegnen, die Geschenke. Sie sind überall zu finden, manchmal sind sie gut versteckt. Hilfreich sind mir dabei die 4 Fragen von Byron Katie / The work. Hierbei besonders die Umkehrung: Was sollte der andere tun oder lassen? in: Was sollte ich tun oder lassen. Das zeigt mir dann immer meine Erwartungen / Handlungen / Haltungen.
      Die nächste Frage, die mir beim Lesen der Kommentare auftauchte: Was ist Harmonie? Ist es Balance oder Friede Freude Eierkuchen? Leben ist m.E. Bewegung und ohne sie ist Tod. Wohlwollende Betrachtung der Werte – ohne die zu bewerten lässt auch einer weiteren Perspektive Raum. Das Wissen, dass jeder Mensch das Beste, was er tun kann, tut, lässt die Absicht erkennen, vielleicht auch einen verborgenen Schmerz ahnen.
      Nach meiner Erfahrung ist es nicht zwingend notwendig, dass sich beide Partner in einer Beziehung ändern und aktiv bewegen. Durch die eigenen Wandlung wandelt sich die Grundstimmung. Wenn ich meinen Partner achte und wertschätze, wie er ist und ich ihn nicht verändern will – braucht er seine Krallen nicht mehr auszufahren und sich verteidigen. Dann kann er sich nach und nach selbst wandeln, ohne dass er daran “arbeiten” muss.
      Nach und nach können alte Wunden heilen – und damit auch ich. Und das bis zum letzten Atemzug. Es ist nie zu spät, neu anzufangen.

  • Grundsätzlich halte ich den Artikel für sehr interessant. Bin mit dem Denken durchaus auch übereinstimmend, dass gegensätzliche Typen sich ergänzen können. Allerdings erlebe ich es mit zwei Kollegen so, dass es einfach nicht möglich scheint, den Nutzen zu erkennen.

    Interessanterweise war ich mit beiden (einer davon ist mein Chef) auch schon mal aus der nervigen Ebene zu einer kooperierenden gekommen. Das ging ein Jahr ganz gut. Danach wieder der totale Einbruch. Und seit mehr als einem Jahr geht man sich nur noch auf den Geist, was sehr zermürbend ist. Ich kann mich der abschließenden Frage von Alexandra anschließen….

    Also ich denke, es funktioniert der positive Nutzen nur dann, wenn beide Seiten diesen auch erkennen und nutzen wollen.

    Im Privatleben allerdings gelingt mir das viel besser und macht sogar Spaß, sich “zusammenzuraufen”.

  • Ich bin seit einigen Jahren mit diesem Denkansatz vertraut und versuche immer wieder mir vor Augen zu halten, dass alles, das ich am anderen ablehne schließlich meine ungelebten Anteile sind. Mit Erfolg…
    Wobei ich immer noch hänge: Inwieweit muss ich zur Selbstdarstellerin und aufmerksamkeitsgeilen Frau werden damit ich meine Kollegin aushalte???

    • Gerda

      Habe gerade auf die Ehe bezogen gelernt, wenn man aufgibt, herausfinden zu wollen, wer Recht hat, klappt es mit der Ergänzung ganz gut.

      Recht haben ist eh oft subjektiv und kann schlecht ausdiskutiert werden. Wer die besten Argument hat, hat recht, stimmt leider nicht.

      Finde es schade, wenn aus lauter Verletztheit keine feste Beziehung mehr eingegangen wird.
      Ich kann mich doch bis zum letzten Atemzug verändern!!! Wenn ich es kann, dann ihr doch sicher auch? Oder?

    • Julia

      Schön zu erkennen, dass es noch andere Menschen gibt, die die erwähnten “Selbstdarstellerinnen und aufmerksamkeitsgeilen Frauen” als ihr “psychologisches Gegenüber” haben… :)
      Gibt es denn vielleicht hier schon Lösungswege die erfolgreich beschritten wurden? Mir fehlt nämlich auch noch der Ansatz..

  • Der Artikel ist zu diesem Zeitpunkt interessant… Ich beschäftige mich seit einigen Wochen mit dem Thema. Seit kurzem arbeite ich mit einer Freundin, die ich sonst selten gesehen habe, zusammen.
    Durch ihre direkte Art wird mir oft der Spiegel vorgehalten und ich überlege jedes Mal von Neuem, ob ich die Kritik annehme oder unter ‘Gegensätzlichkeit’ und ich-bin-ich abhake. Die Freundschaft erhält neue Facetten und ist nicht immer einfach. Bei der Arbeit sind wir allerdings ein super Team.

  • Ja, das ist auch meine Erfahrung.
    Da ich aber ein Mensch bin, dessen Leidensfähigkeit begrenzt ist, habe ich nach 20 Jahren um die Scheidung gebeten.
    Jetzt lebe ich seit über 10 Jahren alleine. Neue Versuche, eine Partnerschaft aufzubauen sind nach kurzer Zeit gescheitert. Mit zunehmendem Alter kann man sich nicht mehr ” einfach ändern”. Das Leben hat Spuren hinterlassen, die man nicht wegdiskutieren kann.

    • Hexe

      Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass gegensätzliche Menschen ein Super-Team bilden können – auch in einer Beziehung – aber wirklich nur dann, wenn BEIDE bereit sind, daran zu arbeiten und sich zu entwickeln – und zwar gemeinsam! Hier krankt es nur oft, weil einer allein nichts anrichten kann, wenn der Andere das nicht will.

      Und wir alle habe Spuren vom Leben und trotzdem – oder gerade deswegen – bin ich jederzeit bereit und auch dabei, mich weiterzuentwickeln. Unabdingbar ist dabei jedoch der feste Willen, es wirklich zu wollen und vor allem die Konsequenz, das Vorhaben zu verwirklichen und den Weg immer weiterzugehen. Die fehlt jedoch leider vielen Menschen, wie ich häufig feststelle.

      Auch Beziehungsarbeit ist nunmal Arbeit und viel Rumgeblubber allein ohne folgende Taten hat noch selten zum Ziel gebracht. Daran kranken womöglich grosse Teile unserer Gesellschaft.

      Deshalb: Wir können und sollten uns immer ändern, egal wie alt wir sind. Aber: ändern kann Jeder NUR sich selbst, niemals den Anderen, wenn der das nicht will! Und wenn er das nicht will, tja, c’est la vie! Das Leben hat noch mehr auf Lager, dann ist es manchmal besser, einfach weiterzuziehen… ;-)

  • Wie ist das in der Ehe? -Theoretisch genauso: Beide Gegensätze zusammen wären ein unschlagbares Team. Nur fällt es hier durch die größere Nähe schwerer, den Anderen zu akzeptieren. Es gibt weniger Rückzugsräume als im Berufsalltag. Die Reibungsflächen sind größer und damit auch die Intensität des Leidens an der Andersartigkeit des Partners.
    Eine harmonische Ehe wird das wohl nie werden. Zumindest arbeiten wir seit 25 Jahren daran.

  • Auch ich erlebe solche Spiegelungen sehr oft, ob im Beruf oder im Privaten. Beruflich kann ich mittlerweile das Genervtsein auch mal beiseite schieben. Im Privaten, gerade in meiner letzten Beziehung hat das leider nicht funktioniert. Ich denke, dass beide Partner bereit sein müssen “am Ganzen” zu arbeiten, wenn nur einer bereit ist, dann gerät alles in eine extreme Schieflage und die ist auf Dauer nicht zu kitten.

  • Ein sehr interessanter Artikel, der mich zum Nachdenken bringt. Was kann ich von den Menschen lernen, die mich am meisten nerven?
    Es ist mir schon passiert, dass ich mit den Menschen, die mich am Anfang am meisten genervt haben, nach längerer Zeit ein sehr gutes Verhältnis habe. Ich habe mich auf sie eingelassen, habe versucht sie zu verstehen und mein “Genervtsein” mal für eine Weile vergessen.
    Das gelingt nicht immer, aber es waren sehr wertvolle Erfahrungen. Während ich den Artikel gelesen habe, sind mir die Personen wieder eingefallen.

    • Simon

      Das ist jetzt alles auf die Arbeitswelt bezogen, aber wie ist es in der Ehe.
      ich ( wir) habe (n) es nicht geschafft diese absoluten Gegensätzlichkeiten zu einem Ganzen zu vereinen und daraus zu lernen.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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