Das „Trotzdem“ der Gefühle

Trotzdem der Gefuehle
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Vor längerer Zeit habe ich in Bezug auf meine Gefühle ein Wort ganz neu für mich entdeckt. Dieses Wort heißt „trotzdem“.

Es ist ja so, dass wir Menschen in ganz vielen Situationen negative Gefühle erleben. Wenn jemand im Freundeskreis krank ist, man sich Sorgen um seine Arbeit macht oder es vielleicht grad Stress in der Beziehung gibt. Oft reicht ja auch der ganz normale Alltagsstress, damit man sich mal nicht so gut fühlt.

Trotzdem Schönes erleben?

Anlässe für belastende Gefühle gibt es unzählige. Und in vielen Fällen haben wir gute Gründe dafür. Es ist völlig in Ordnung, traurig zu sein, Angst zu haben oder wütend zu sein. Belastende Gefühle gehören zu unserem Menschsein dazu. Und sind wichtig.

Bei meinem „Trotzdem“ der Gefühle geht es darum, dass ich immer wieder merke, wie wichtig es für mich ist, trotz meiner negativen Gefühle auch Schönes zu erleben.

Also zum Beispiel: Auch wenn ich erschüttert von einer Meldung in den Nachrichten bin, freue ich mich trotzdem kurze Zeit später über die Mail einer Freundin, von der ich seit längerer Zeit nichts gehört habe.

Auch wenn ich total genervt von dem Krach in der Nachbarwohnung bin, freue ich mich trotzdem darüber, wieder mal ein wirklich tolles Buch zu lesen.

Auch wenn ich mich erst letzte Woche von meinem Partner getrennt habe, darf ich heute Abend ausgehen und Spaß haben.

Warum ich trotzdem positive Gefühle zulassen darf

Wenn ich trotzdem positive Gefühle zulasse, dann …

Zufriedener werden. Optimistisch in die Zukunft schauen. Mehr Lebendigkeit ins Leben bringen.

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  • versinke ich nicht so tief in meinen negativen Gefühlen.
    Ich finde also aus einer negativen Stimmung leichter wieder heraus. Positive Gefühle helfen mir, meine Scheuklappen abzulegen. Nicht nur auf das Elend in der Welt oder meine persönlichen Sorgen zu blicken, sondern mir eine Offenheit für das Schöne und Wertvolle in meinem Leben zu bewahren.
  • stärke ich eine positive Grundhaltung.
    Wissenschaftler, wie z. B. Barbara Fredrickson, haben herausgefunden, dass man dreimal mehr positive Gefühle als negative Gefühle erleben muss, um eine positive Grundhaltung zu entwickeln. So eine positive Grundhaltung hilft mir z. B. dabei, zuversichtlich meine Ziele zu verwirklichen. Oder mich von Schicksalsschlägen und Krisen weniger aus der Bahn werfen zu lassen. Und im Ganzen zufriedener und glücklicher zu sein. Deswegen ist es so wichtig, neben Belastendem möglichst häufig auch Schönes zu empfinden.

Aber wie schafft man das? Wie gelingt es, sich gut zu fühlen? Momente der Freude, Zufriedenheit oder Zuversicht zu erleben, auch wenn man gerade eigentlich in einem negativen Gefühl steckt? Also z. B. traurig ist oder Angst hat? Wenn es gerade hoch hergeht und einem der Sinn so überhaupt nicht nach Unbeschwertheit und Fröhlichkeit steht?

Erst einmal sind positive Gefühle nicht nur die überschwänglich fröhlichen und euphorischen Empfindungen. Es ist schon etwas viel verlangt, solche Hochgefühle zu spüren, wenn man grad etwas Negatives erlebt hat oder in einer drückenden Stimmung steckt. Das zu erwarten kann schon fast zynisch wirken. Aber zu den guten Gefühlen gehören ja nicht nur Überschwang und Begeisterung. Sondern eben auch  Zufriedenheit, innerer Frieden, das Gefühl mit sich im Einklang zu sein, und die kleine Freude. Zum Beispiel über eine Blume, ein schönes Lied im Radio oder das Foto eines lieben Menschen.

Ich habe hier zwei Tipps für dich, wie du die Voraussetzung für mehr gute und wohltuende Gefühle in deinem Leben schaffst. Diese Tipps helfen dir in Situationen, in denen dir eher zum Heulen zumute ist. Oder in denen du einfach nur in einer schlechten Stimmung feststeckst.

1. Sich erlauben, sich gut zu fühlen

Zunächst muss ich mir erlauben, mich gut zu fühlen. Und das ist gar nicht so einfach. Denn manchmal fühlen wir uns einfach schuldig und denken, wir müssten jetzt die ganze Zeit traurig sein oder Angst haben.

Auch wenn ich um meine Arbeitskollegin trauere, darf ich trotzdem Spaß an meiner Arbeit haben.

Oder: „Ich habe Angst, dass ich meinen Job verliere. Da darf ich doch jetzt nicht diesen Ausflug unbeschwert genießen.“

Dabei ist es genau andersherum: Wenn wir an etwas Spaß haben oder einen Ausflug ganz unbeschwert genießen, helfen wir uns selbst und auch den anderen. Weil wir uns dann nämlich ausgeglichener fühlen, etwas für eine positive Grundhaltung tun und entspannter sind. Und das macht es uns erst möglich, selbst besser mit einer schwierigen Situation zurechtzukommen. Und auch für unsere Mitmenschen besser da zu sein.

So können wir Kraft tanken und auch anderen Trauernden beistehen. Und haben mehr Kraft und Energie, über die drohende Arbeitslosigkeit zu sprechen, sodass sich über den Bekanntenkreis eventuell eine neue Stelle finden lässt.

Merksatz:

Wenn ich trotz belastender Situationen auch die guten Gefühle zulasse, komme ich besser mit schwierigen Situationen und Gefühlen zurecht. 

2. Sich bewusst machen, dass man seine Gefühle beeinflussen kann

Positive Gefühle zu erleben, fällt oftmals so schwer, weil man meint, kaum Einfluss auf seine Gefühle zu haben. Wir spüren intensiv die Trauer oder eine Angst. Vielleicht auch Wut oder Erschöpfung. Dabei vergessen wir, wie viel Einfluss wir auf das haben, was wir fühlen. Denn wir können unser Befinden beeinflussen. Und gezielt etwas dafür tun, dass wir uns freuen, zufrieden sind oder uns wohl fühlen.

Erinner dich mal an Situationen, in denen deine Gefühle neutral sind. In denen du vielleicht sogar etwas gelangweilt bist. Vielleicht liegt ein unberührter Abend vor dir. Und es gibt noch keine Pläne dafür. Für solche Abende fällt uns ja meist auch etwas ein, damit es uns gut geht.

Wir haben also durchaus Einfluss auf unsere Gefühle. Und ganz ähnlich kann man vorgehen, wenn man sich nicht so gut fühlt. Dann tut man am besten eine Sache, von der man weiß, dass man sich dabei gut fühlt. Für den einen kann das ein ausgiebiges Wannenbad sein. Für den anderen bedeutet es, etwas zu nähen oder zu basteln. Und der Nächste geht raus in die Natur.

Merksatz:

Ich kann meine Gefühle beeinflussen und gezielt für die schönen Momente im Leben sorgen.  

Wie ist das bei dir? Hast du auch manchmal das Gefühl, zu sehr im Negativen zu verharren? Dass du dir vielleicht auch öfter mal etwas Schönes und Gutes in deinem Leben wünscht? Trotzdem oder vielleicht auch gerade, weil es in dem ein oder anderen Lebensbereich schwierig ist?

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Dann starte doch jetzt gleich mit einer Kleinigkeit, die du tun kannst, um dich gut zu fühlen. Oder du probierst mit Hilfe der 2 Tipps in den nächsten Tagen aus, wie du mehr positive Gefühle in dein Leben bringen kannst.

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Kommentare

  • Hallo zusammen,
    ich stecke seit 3 Monaten in einer schwierigen Lebensphase und habe mir trotzdem erlaubt, schöne Dinge zu machen, wie Tanzen gehen oder mit Freundinnen was unternehmen. Danach hatte ich aber immer ein schlechtes Gewissen und es hat mich keineswegs in Sachen Lösungsfindung weitergebracht. Auch wenn jmd. im Freundeskreis krank ist, habe ich ein schlechtes Gewissen, mich trotzdem zu vergnügen oder ein wenig Spass zu haben. Habe dann das Gefühl, das ist irgendwie nicht Angemessen.

    Liebe Grüße
    Gabi

  • Liebe Nicole,

    das spricht mir aus dem Herzen und bestätigt die Erfahrungen, die ich in den letzten Monaten, aber auch Jahren gemacht habe. Gute Gefühle zulassen, sich schönen Augenblicken auszusetzen :-) sind so notwendig für eine “Heilung” und Verarbeitung negativer Lebenssituationen. Und besonders schätzen gelernt habe ich das “Phänomen” der guten Gedanken – es funktioniert. Und hilft durch die Gefühlstäler und Situationen, die uns das Leben immer mal wieder so schwer machen.
    In diesem Sinne: immer zusehen, das die Lippe über Wasser bleibt :-), es kommen wieder gute Zeiten.

    Viele Grüße
    K.

  • Ich versuche es immer ein wenig anders. Für mich ist das Zauberwort nicht “trotzdem”, sondern “und”.

    “Trotzdem” impliziert, dass es sich bei diesen verschiedenen Gefühlen um Gegensätze handelt, die eigentlich nicht zusammen passen und die man sich dann “trotzdem” erlaubt.

    Das sehe ich nicht so. Ich kann auf der Arbeit etwas total Blödes erlebt haben UND auf dem Weg nach Hause im Auto bei einem tollen Lied mitsingen und mich freuen. Merken Sie den Unterschied? :) Ich finde das eine tolle Möglichkeit, scheinbare Widersprüche aufzulösen.

    • Katharina

      Wenn ich mich aber schon den ganzen Tag mies und traurig fühle UND dann noch bei Sturm und Regen und Kälte mit dem Hund raus muss, ist mir das dann zu viel mieses UND, deshalb sage ich dann lieber TROTZDEM , denn den inneren Schweinehund in so einer Stimmung zu besiegen gibt Kraft und lässt mich das Stück Kuchen und die Wärme hinterher wieder genießen , und die Traurigkeit ist TROTZ des schäbigen Wetters etwas weggegangen, weil ich es nicht zugelassen habe, dass sie mich völlig runterzieht und lähmt.

      Liebe Grüße
      Katharina

    • Gerlinde

      Ja, ich lebe auch gerne mit dem “UND” :-)) – auch wenn es nicht immer ganz einfach ist!

  • Ich glaube Gefühle mit positiv oder negativ zu bezeichnen,
    kann einwenig irreführend sein.
    Ich spreche lieber von wünschenwerten Gefühlen und von
    Gefühlen aus denen wir etwas lernen können, meistens gilt es wohl die wahre Ursache der Gefühle zu erkennen.
    “Trotzdem” zu denken ist genau so wichtig, wie “als-auch”
    anstelle von “entweder-oder”.
    Herzliche Grüsse – Franz

  • Hallo Ihr Lieben,
    ist es nicht oft die Unausgeglichenheit zwischen den positiven und negativen Gefühlen und Gedanken, und zT die negative Seite überwiegt?
    Oft ist man durch den Alltag so eingenommen, dass man in eine Abwärtsspirale gerät und dann vielleicht erst wach wird, wenn der Körper mit Krankheiten reagiert (zumindest geht es mir oft so).
    Sollte man sich nicht jeden Tag die Zeit nehmen, um sich zu besinnen, was einen umtreibt, egal ob positiv oder negativ und sich fragen, was ich will und was nicht. Der Körper einschließlich Psyche dankt es einem.

  • Interessanter Beitrag. :-) Die negativen Gefühle scheinen wirklich “mächtiger” zu sein als die positiven – wenn man bei Gefühlen von negativ und positiv sprechen darf. Wir haben diese Einteilung so gelernt, und ich glaube, genau deshalb fällt es so schwer, mit den “negativen” Gefühlen umzugehen. Einmal geht es um das “trotzdem”, wie im Bericht beschrieben – und es ist gut, wenn es funktioniert! Und manchmal geht es vielleicht auch darum, das negative Gefühl aufmerksam zu beobachten und dadurch geht es von selbst wieder weg, weil es seine Beachtung erhielt. Schönen Sonntag!

  • Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich bin gerade in einer schwierigen Lebensphase und hatte lange das Gefühl, es ist alles schwierig. Seit ein paar Wochen erlaube ich mir ganz bewusst schöne Dinge zu machen, zu erleben und zu genießen. Meine Probleme sind noch nicht gelöst, aber langsam kommt bei mir wieder das Bewusstsein, ich werde eine Lösung finden, die zu mir passt.
    DANKE!

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

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