Dein inneres Orchester

So ein Orchester ist toll.

Alle Musiker spielen gleichzeitig. Die Geigen. Die Pauke. Die Trompete. Und das Klavier.

Alle spielen das gleiche Stück. Alles passt zusammen. Die Töne ergänzen und untermalen sich gegenseitig. So dass eine schöne, harmonische, gefällige Einheit entsteht.

Ach … wunderschön.

Jeder von uns ist auch irgendwie wie ein ganzes Orchester.

Denn in uns gibt es ja auch nicht nur eine Stimme.

Ne.

In uns gibt es viele verschiedene Stimmen, Strömungen, Wünsche, Ziele und Bedürfnisse.

Aber anders als in einem guten Orchester arbeiten diese Stimmen oft nicht so gut zusammen.

Noch schlimmer: Oft arbeiten die Musiker in mir gegeneinander.

Nicht selten will ein Teil von mir die eine Sache und der andere Teil will genau das Gegenteil.

Ein Teil von mir will Sicherheit und ein anderer Teil Abenteuer.

Ein Teil in mir will Freiheit und der andere tiefe Verbundenheit mit anderen Menschen.

Herzlichen Glückwunsch.

Viele tiefe Lebensprobleme entstehen aus innerer Zerrissenheit.

Wenn dein Leben ein ewiges Hin und Her ist, dann kann das an deiner inneren Ambivalenz liegen.

Deswegen kann es viel Sinn machen, der eigenen inneren Vielschichtigkeit auf die Spur zu kommen.

Wer sitzt da also alles in deinem inneren Orchester?

Es sind meistens keine Musiker.

Oft sind es eher Richter, Rennfahrer, faule Sofakartoffeln, strenge Väter, Türsteher, einsame Cowboys, anhängliche Plaudertaschen, Rächer, niedliche Mädchen, coole Sonnenbrillenträger und viele, viele mehr.

Die Vielfalt an inneren Personen ist unerschöpflich.

Und all diese Leute wohnen vielleicht in dir drin.

Ein bisschen gruselig, oder?

Aber es ist so. Wir sind nicht nur eine Person, sondern viele.

Diese Einsicht kann deine Selbsterkenntnis auf eine neue Ebene hieven.

Ein Hoch auf die Vielschichtigkeit.

Ralf

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Kommentare

  • Das erinnert mich an das “Seitenmodell” von Gunther Schmidt, welches auch Friedemann Schulz von Thun in seinem 3. Band “Miteinander Reden” sehr detailliert darstellt.
    Herzliche Grüsse, Andreas

  • Ein schöner, wenn auch recht kurzer Beitrag.

    In meinem Studium habe ich sehr viel kennengelernt, das dazu passt. Ich nenne mal ein paar Stichworte… Inneres Team (Schulz von Thun), Ego-State Therapie (Watkins), Internale Familiensystem-Therapie (Schwartz / Earley), PSI-Theorie (Kuhl), …

    Mit Hilfe der letzten Theorie kann man die menschliche Persönlichkeit in vier Systeme einteilen. Dann gibt es sozusagen vier Teams (die inneren Kritiker, Denker, Macher und Helfer). Während Thuns Team-Prozess einen superguten Ablauf ermöglicht, wie man sein inneres Chaos ordnen kann (Band 3), ist die große Stärke von Kuhl wiederum, so ziemlich alle Behauptungen über Persönlichkeit wissenschaftlich zu belegen. Mit Hilfe dieser vier Teams kann man z.B. erklären, warum Menschen immer wieder etwas aufschieben (sie können sich noch nicht so gut selbst motivieren durch positive Gefühle) oder ständig angespannt sind (sie können sich schlecht selbst beruhigen durch Gelassenheit und innere Hilfs-Kompetenzen). Da kann man so viel dazu sagen…

    Kurz: Die Innenwelt ist ein faszinierendes Themengebiet. :)

  • Bei mir ist es ein Chor mit Sängern, die manchmal ein schön harmonisches Lied vom Leben zum Besten geben. Aber manchmal singen alle durcheinander. Die einen leise, die anderen laut, dominante Vaterbässe, zirpende Angststimmchen, konstante Mantrasänger, vorlaute Solisten und welche, die ihren Refrain ständig wiederholen. Ist immer gut, mal zu lauschen, wer da gerade zu Gehör kommt.

  • Hallo!
    Bei Konflikten / Blockaden den diversen “inneren” Teilnehmern eine Person zuteilen, einen Namen und eine Stimme geben; das ist echt cool, produktiv, findet man viel über sich raus!
    Schönen Sonntag noch

  • Ich kenne dieses “Theater” und ich würde es gerne mal auf die Bühne bringen! Auf die Bretter, die angeblich die Welt bedeuten.
    Bei mir ist es kein Orchester, sondern eher ein Familienclan, oder eine Regierung…

    • Sonja schreibt am 25. Juni 2017

      Interessant, lieber Helmut,
      bist Du Theaterfan oder vielleicht sogar “vom Fach” ?
      Dein Kommentar spricht mich an, weil ich gerade im Begriff bin, mit anderen Interessenten, die noch zu finden sind, eine kleine Laientheatergruppe zu gründen.
      Und ja, das innere Theater, der Familienclan oder auch die Regierung, bieten alle mehr als Stoff.
      Hättest Du Interesse am niederschreiben Deiner Gedanken ?
      Herzliche Grüße

      natürlich auch an das Team von Zeit zu leben.

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