Dem Leben vertrauen

„Ein geplanter Weg ist wie eine Mauer vor perfekten Momenten“

– aus einem Gedicht von Hans Kruppa

Mein guter Freund Till studiert Logistik und ist vor einiger Zeit durch eine wichtige Prüfung gerasselt, die ihm dann ein zusätzliches Semester bescherte. Das war natürlich erst einmal eine riesige Katastrophe für ihn. Dann aber hat er sich ein bisschen umgehört und von einer Kommilitonin ein tolles Angebot bekommen: ein 9-monatiges Praktikum bei Walt Disney in München. Niemals wäre er ohne diesen Stolperstein darauf gekommen, sich bei Walt Disney zu bewerben.

Jetzt ist das Praktikum vorüber. Eine tolle Erfahrung, die ihm auch neue Kontakte beschert hat. Und diese Kontakte wiederum hat er jetzt genutzt, um sich bei einem großen Logistikunternehmen zu bewerben, bei dem er seinen Bachelor-Abschluss machen möchte. Die Chancen stehen mit einem Praktikum bei Walt Disney sehr gut, aber was daraus wird, ist noch unklar. „Das ist auch egal“, hat Till erst gestern zu mir gesagt, „weißt du, Judith, ich plane jetzt einfach nichts mehr. Das lohnt sich nicht. Irgendwie kommt es dann ja doch anders … und meistens sogar besser.“

Das passt genau zu dem schönen Gedicht, das ich letztens von Hans Kruppa entdeckt habe. Der letzte Satz daraus lautet: „Ein geplanter Weg ist wie eine Mauer vor perfekten Momenten.“ Ein schöner, weiser Satz ist das, finde ich. Eine Empfehlung, sich besser dem Fluss des Lebens zu ergeben, statt die genaue Strecke durchs Leben zu planen.

Was wäre wohl, wenn wir immer nur das machen würden, was wir selbst so geplant haben? Hätten wir uns dann nicht vielleicht in dem einen oder anderen perfekten Moment selbst im Wege gestanden?

Ich denke zum Beispiel daran, wie ich kurzerhand eingespannt wurde, um bei einem Geburtstag beim Kellnern auszuhelfen. Dazu hatte ich überhaupt keine Lust und eigentlich hatte ich für meinen Samstagabend selbstverständlich auch schon bessere Pläne. Aber es war ein toller Abend und ich habe viele nette Menschen kennengelernt, mit denen ich heute gerne meine Samstagabende teile.

Und mir fallen spontan auch so kleinere Katastrophen ein, die ich auf dem Weg in einen Kurzurlaub mal erlebt habe. Das war natürlich in dem Moment selbst ziemlich nervig. Und dass ich Diesel statt Benzin getankt habe, war auch absolut nicht so geplant. Aber genau diese kleinen Katastrophen machen den ansonsten doch eigentlich unbedeutenden Kurzurlaub unvergessen.

Und wenn wir eine ganz große Ebene weiterdenken, dann fällt mir spontan das Buch „Meine schönste Krise“ ein, das ich diese Woche auch besprochen habe. In diesem Buch haben insgesamt 25 Menschen von ihren Schicksalsschlägen berichtet und davon, was daraus Schönes entstanden ist. Bestimmt haben Sie auch schon von diesen starken Menschen gehört, die sich mit ihrem Schicksal versöhnt haben und so etwas sagen wie z. B.: „Heute, nach dieser schweren Krankheit, weiß ich das Leben viel mehr zu schätzen. Ich weiß jetzt, was wirklich wichtig ist, und jetzt lebe ich zum ersten Mal richtig.“

Verstehen Sie mich nicht falsch: Natürlich ist ein Schicksalsschlag nicht schön, nicht erstrebenswert und natürlich niemals geplant. Und sicherlich gäbe es auch viele perfekte Momente ohne diese Schicksalsschläge. Aber letztlich müssen wir auch akzeptieren, dass es Dinge gibt, die wir nicht beeinflussen können. Und das Einzige, was wir dann machen können, ist, unsere Sichtweise darauf zu ändern. Dann gilt es, zu akzeptieren, dass wir nicht alles planen können oder dass ein Plan gescheitert ist. Und statt unseren Lebensplan als gescheitert anzusehen und aufzugeben, ist es vielleicht doch besser, das Gegebene anzunehmen und offenzubleiben für die schönen Momente, die unser Leben uns bietet.

Vielleicht kann das Zitat von Hans Kruppa Sie ja motivieren, heute einmal über folgende Fragen nachzudenken oder folgende Überlegungen anzustellen:

  • Welche wunderbaren Momente hätte ich in meinem Leben verpasst, wenn ich nicht von meinen Plänen abgekommen wäre?
  • In welchen Bereichen in meinem Leben verschließe ich mich zu sehr dem Leben?
  • An welcher Stelle könnte ich in Zukunft etwas spontaner mit den Dingen, die auf mich zukommen, umgehen?
  • Womit könnte das Leben mich belohnen, wenn ich ein bisschen mehr Zuversicht und Vertrauen in das Leben selbst hätte?

Tipp:

Wollen Sie Ihr Vertrauen ins Leben ein bisschen mehr stärken? Dann könnten Ihnen unsere Suggestionsformeln: Intuition dabei weiterhelfen.

Ich glaube, es lohnt sich, dem Fluss des Lebens ein bisschen mehr zu vertrauen. Das bedeutet, ein bisschen spontaner durch die Welt zu gehen. Und anzunehmen, was das Leben uns anbietet und was wir sowieso nicht ändern können. Manchmal ist das etwas sehr Schönes und manchmal ist das erst einmal etwas sehr Schlimmes. Aber immer bringt es uns irgendwie als Mensch weiter.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Oder, um es mit einem Zitat auszudrücken, das mein Freund Till mir gestern noch mitgegeben hat:

 „Wer nicht von Weg abkommt, bleibt auf der Strecke.“

– Flo Mega

Oder was meinen Sie dazu?

Wie viele Sterne bekommt der Beitrag von dir?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3)
Loading...
 

Teilen macht Freude und Freunde:

 

Wenn deinem Leben gerade etwas fehlt ...

Kostenlos mitmachen. Eine außergewöhnliche, unterhaltsame und inspirierende Email-Serie. Rund um die Liebe, den Lebenserfolg, Geld und die Kunst, sich selbst nicht im Weg zu stehen.