Dem Leben vertrauen

„Ein geplanter Weg ist wie eine Mauer vor perfekten Momenten“

– aus einem Gedicht von Hans Kruppa

Mein guter Freund Till studiert Logistik und ist vor einiger Zeit durch eine wichtige Prüfung gerasselt, die ihm dann ein zusätzliches Semester bescherte. Das war natürlich erst einmal eine riesige Katastrophe für ihn. Dann aber hat er sich ein bisschen umgehört und von einer Kommilitonin ein tolles Angebot bekommen: ein 9-monatiges Praktikum bei Walt Disney in München. Niemals wäre er ohne diesen Stolperstein darauf gekommen, sich bei Walt Disney zu bewerben.

Jetzt ist das Praktikum vorüber. Eine tolle Erfahrung, die ihm auch neue Kontakte beschert hat. Und diese Kontakte wiederum hat er jetzt genutzt, um sich bei einem großen Logistikunternehmen zu bewerben, bei dem er seinen Bachelor-Abschluss machen möchte. Die Chancen stehen mit einem Praktikum bei Walt Disney sehr gut, aber was daraus wird, ist noch unklar. „Das ist auch egal“, hat Till erst gestern zu mir gesagt, „weißt du, Judith, ich plane jetzt einfach nichts mehr. Das lohnt sich nicht. Irgendwie kommt es dann ja doch anders … und meistens sogar besser.“

Das passt genau zu dem schönen Gedicht, das ich letztens von Hans Kruppa entdeckt habe. Der letzte Satz daraus lautet: „Ein geplanter Weg ist wie eine Mauer vor perfekten Momenten.“ Ein schöner, weiser Satz ist das, finde ich. Eine Empfehlung, sich besser dem Fluss des Lebens zu ergeben, statt die genaue Strecke durchs Leben zu planen.

Was wäre wohl, wenn wir immer nur das machen würden, was wir selbst so geplant haben? Hätten wir uns dann nicht vielleicht in dem einen oder anderen perfekten Moment selbst im Wege gestanden?

Ich denke zum Beispiel daran, wie ich kurzerhand eingespannt wurde, um bei einem Geburtstag beim Kellnern auszuhelfen. Dazu hatte ich überhaupt keine Lust und eigentlich hatte ich für meinen Samstagabend selbstverständlich auch schon bessere Pläne. Aber es war ein toller Abend und ich habe viele nette Menschen kennengelernt, mit denen ich heute gerne meine Samstagabende teile.

Und mir fallen spontan auch so kleinere Katastrophen ein, die ich auf dem Weg in einen Kurzurlaub mal erlebt habe. Das war natürlich in dem Moment selbst ziemlich nervig. Und dass ich Diesel statt Benzin getankt habe, war auch absolut nicht so geplant. Aber genau diese kleinen Katastrophen machen den ansonsten doch eigentlich unbedeutenden Kurzurlaub unvergessen.

Und wenn wir eine ganz große Ebene weiterdenken, dann fällt mir spontan das Buch „Meine schönste Krise“ ein, das ich diese Woche auch besprochen habe. In diesem Buch haben insgesamt 25 Menschen von ihren Schicksalsschlägen berichtet und davon, was daraus Schönes entstanden ist. Bestimmt haben Sie auch schon von diesen starken Menschen gehört, die sich mit ihrem Schicksal versöhnt haben und so etwas sagen wie z. B.: „Heute, nach dieser schweren Krankheit, weiß ich das Leben viel mehr zu schätzen. Ich weiß jetzt, was wirklich wichtig ist, und jetzt lebe ich zum ersten Mal richtig.“

Verstehen Sie mich nicht falsch: Natürlich ist ein Schicksalsschlag nicht schön, nicht erstrebenswert und natürlich niemals geplant. Und sicherlich gäbe es auch viele perfekte Momente ohne diese Schicksalsschläge. Aber letztlich müssen wir auch akzeptieren, dass es Dinge gibt, die wir nicht beeinflussen können. Und das Einzige, was wir dann machen können, ist, unsere Sichtweise darauf zu ändern. Dann gilt es, zu akzeptieren, dass wir nicht alles planen können oder dass ein Plan gescheitert ist. Und statt unseren Lebensplan als gescheitert anzusehen und aufzugeben, ist es vielleicht doch besser, das Gegebene anzunehmen und offenzubleiben für die schönen Momente, die unser Leben uns bietet.

Vielleicht kann das Zitat von Hans Kruppa Sie ja motivieren, heute einmal über folgende Fragen nachzudenken oder folgende Überlegungen anzustellen:

  • Welche wunderbaren Momente hätte ich in meinem Leben verpasst, wenn ich nicht von meinen Plänen abgekommen wäre?
  • In welchen Bereichen in meinem Leben verschließe ich mich zu sehr dem Leben?
  • An welcher Stelle könnte ich in Zukunft etwas spontaner mit den Dingen, die auf mich zukommen, umgehen?
  • Womit könnte das Leben mich belohnen, wenn ich ein bisschen mehr Zuversicht und Vertrauen in das Leben selbst hätte?

Tipp:

Wollen Sie Ihr Vertrauen ins Leben ein bisschen mehr stärken? Dann könnten Ihnen unsere Suggestionsformeln: Intuition dabei weiterhelfen.

Ich glaube, es lohnt sich, dem Fluss des Lebens ein bisschen mehr zu vertrauen. Das bedeutet, ein bisschen spontaner durch die Welt zu gehen. Und anzunehmen, was das Leben uns anbietet und was wir sowieso nicht ändern können. Manchmal ist das etwas sehr Schönes und manchmal ist das erst einmal etwas sehr Schlimmes. Aber immer bringt es uns irgendwie als Mensch weiter.

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Das herauszufinden ist schwer. Aber machbar. Und wenn du es herausgefunden hast, wirst du den Unterschied merken. Jeden Tag.

Finde Dinge über dich heraus, die du nicht geahnt hast: Mit dem Selbstlernprogramm: Finde deinen Kompass.

Oder, um es mit einem Zitat auszudrücken, das mein Freund Till mir gestern noch mitgegeben hat:

 „Wer nicht von Weg abkommt, bleibt auf der Strecke.“

– Flo Mega

Oder was meinen Sie dazu?

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Kommentare

  • Wenn ich überrascht werden möchte, muss ich für diese Überraschungen auch Platz lassen ;-)

  • Wer zu häufig vom Weg abkommt, verirrt sich. Dann kommt man nicht an, wo man hin will. Zu jedem Weg gehört einZiel oder?
    Das sollte man nicht aus den Augen verlieren und manchmal wird es zuspät um das Ziel zu erreichen. Nicht jeder wird noch mit 69 Vater bzw. kann sich das dann leisten. ich habe den Eindruck wir kommen mehr vom Weg ab, als es uns gut tut.

  • Manchmal denke ich, dass über alles schon geschrieben ist. Doch bei Euch werde ich eines Besseren belehrt. Danke für die grosse Mühe an alle im Team.

  • Ohne die stolpersteine die das Leben so schreibt, wäre es sicher oft auch langweilig weil man sich nicht bewegen muß. Neue Ansichten gewinnt man, wenn man über sich nachdenken und etwas ändern muß, weil das leben eben nicht gradlinig ist. Auch Krisen sind schancen wenn man sie akzetiert.Ohne hätte ich vielleicht nie entdeckt was mir wirklich am herzen liegt, weil ich viel zu sehr allen gefallen wollte.Heute habe ich das Glück in mir und bin dafür sehr dankbar!!!
    lg Anke

  • Weihnachten 2010. Ich wollte vermeiden alleine da zu sitzen und traurig zu sein, weil seit meiner Scheidung 2007 das Thema “Familie” nach anderen Regeln verläuft wie ich es mir je vorgestellt hatte.Also wollte ich einen Plan und frage schon 3 Monate vorher meine Kinder und meinen Freund wie es aussieht mit Weihnachten.Keiner hatte einen Plan, dann äußerte ich meinen Wunsch mit den Kindern zu feiern.Keine konkrete Antwort und so ging das bis kurz vor Weihnachten und plötzlich hatten alle Pläne nur ich nicht.Ich bin in ein Loch gestürzt, war traurig und fühlte mich allein gelassen.Wie ich dann die Opferrolle satt hatte, habe ich mir überlegt, wie ich Weihnachten verbringen könnte.Vielleicht gibt es ja auch andere Menschen, die in der gleichen Situation sind und nach dem Motte “zusammen ist man weniger allein” machte ich mich auf die Suche.Lange Rede kurzer Sinn:ich feierte mit ca. 80 Obdachlosen in einer Pfarre Weihnachten mit einem Team von dem ich niemand kannte.es war spannend, wie ein Abenteuer und ganz ehrlich:”Es war mein schönstes Weihnachten”.In Zukunft müssen meine Kinder und mein Freund sich rechtzeitig melden, wenn sie Weihnachten mit mir feiern wollen,denn sonst habe ich keine Zeit, weil ich neue Weihnachtsabenteuer suche.Es war das erste Mal “ein Fest der Liebe”. :-)
    Herzlichst gilla

  • Danke für die vielen inspirierenden Gedanken. Ein Impuls:
    “Der Umweg ist das Ziel”…

  • Mein Lieblingsspruch in diesem Zusammenhang:

    Willst du Gott zum Lachen bringen,
    dann erzähl ihm deine Pläne.

    Allen eine schöne Woche
    und nochmals Dank an ZZL für die wöchentlichen Newsletter,sie sind immer ein Quell der Inspiration für mich.
    Doris Stothmann

  • Sorry, aber das ist mir alles etwas zu schwarz/weiß. Wer bei den “big five” seiner Persönlichkeit im Bereich “Strukturiertheit” ganz oben und bei “Veränderungsbereitschaft”ganz unten liegt, wird von den Geschichten profitieren können. Andere sollten sich eher die Zeitmanagmentpläne im Downloadbereich näher ansehen. Das geschieht aber eher wenig, weil jeder Mensch zuerst das hört, was er hören will. (Interessanterweise gibt´s das Sprichwort vom “auf der Strecke bleiben” in 2 gegensätzlichen Varianten.)
    Auch das Thema Gehirnforschung erscheint mir etwas oberflächlich bearbeitet.
    Aber bei aller Kritik: Inspirierend sind die Beiträge allemal. ;-)

  • Hallo zusammen,

    ich find die Gsschichte echt klasse. Zeigt sie doch, dass wir einfach mehr dem Fluss des Lebens vertrauen sollten.
    Das heißt für mich, ich mache nur das, was sich für mich gut und richtig anfühlt. Für mich als Kopfmensch war das ein langer Weg mit Höhen und Tiefen bis ich lernte, weniger zu kontrollieren.

    Heute habe ich eine Struktur, in der ich meine Ziele und Träume schriftlich festgehalten habe. Wenn ich ein Ziel erreichen möchte, dann plane ich größere Schritte. Aber im Großen und Ganzen lasse ich mich überraschen, was mir alles auf dem Weg zur Zielerreichung passiert.

    Viele Grüße aus Hildesheim
    Christoph Teege

  • Das Ziel ist der Weg — Konfuzius — und mehr gibt es dazu nicht zu sagen!

  • Liebe Judith,

    vielen Dank für deine Rückantwort.

    Ich wünsche allen eine schöne und angenehme Woche.

    LG Corinna

  • Beim Lesen des Textes wurde ich mir wieder eines grundsätzlichen Problems bewusst, dass ich generell im Leben habe: Welchen Weg schlage ich bloß ein? Ich meine dies nicht nur bezogen auf so große Fragen wie die Berufswahl, sondern auch im Bezug auf z.B. meine Freizeitgestaltung. Mich interessieren eine Fülle an Dingen und es kommt mir so vor als würde ich jedes Mal von Neuem von der Fülle der Möglichkeiten erschlagen. Meiner Meinung nach gibt es da zwei Möglichkeiten heraus: Zum einen der Weg der Planung: Ich mache mir eine Prioritätenliste und lege genau fest, was mir wichtig ist, was aufgeschoben werden kann und was ganz und gar unwichtig ist. Dieser Weg ist natürlich sehr starr und die Spontanität kann auf der Strecke bleiben.
    Oder ich schlage den Weg des sich “Treiben lassens” ein und verfolge das, was mich gerade interessiert. Dieser Weg ist natürlich meinen eigenen Stimmungsschwankungen, denen Interessensschwankungen einher gehen können, viel stärker unterworfen und es besteht die Gefahr, dass ich am Ende vieles angefangen, aber doch nirgendwo herausgekommen bin.
    Es bleibt am Ende meiner Meinung nach (wie so oft im Leben..) ein gesundes Mittelmaß zwischen beiden Wegen zu finden. Wieder komme ich zu der Feststellung, dass das Leben eine Gradwanderung ist – auf der jeder selbst das bewusste Gehen lernen kann. Mir persönlich passiert es, dass ich immer auf einer Seite des Grades herunterfalle. Ich versuche dies jedoch als Teil eines Lernprozesses zu sehen, dies vor allem zu akzeptieren und dann meinen Weg wohlgelaunt weiterzugehen.

    • daktarie schreibt am 29. April 2012

      Hallo Sebastian,

      …das kommt mir sehr bekannt vor: für was entscheiden, wo anfangen etc.? Da ich sehr viele Interessen habe und für fast alles zu begeistern bin, habe ich mich auch sehr schwer getan Entscheidungen zu treffen und ein für mich passendes Lebensmodell zufinden. Ich denke, man kann nur durch ausprobieren und sammeln von Erfahrungen seine Leidenschaften entdecken. Ich entscheide mich jetzt bewusst für etwas und nicht gegen etwas und versuche so den Fokus auf die mir wichtigen Dinge zu bringen. Ein für mich wichtiges Prinzip ist, dass ich alles machen kann, aber alles zu seiner Zeit – und da sind wir schon wieder beim Thema – Planung – ohne die bekomme ich das nicht gemeistert. Planung bedeutet halt, sich für etwas zu entscheiden und damit tut man sich oft schwer. Entscheidungen aufschieben (die Nacht zum überschlafen mal ausgenommen) ist keine wirklich gute Lösung. Ich habe die Erfahrung gemacht, je öfter ich mich bewusst entscheide, desto einfacher fallen mir die Entscheidungen – alles Übungssache:)

      Hallo an alle Plannenden,

      mich würde interessieren wie Ihr plant (schriftlich/ alles im Kopf behalten etc) und was Ihr für Planungtools nutzt?

      LG
      DAKTARIE

    • Sebastian schreibt am 1. Mai 2012

      Liebe Daktarie,
      ja sich zu entscheiden, ist wohl eines meiner großen Probleme. Es heißt ja immer, wichtige Entscheidungen, sollte man aus dem Bauch heraus treffen. Doch was ist, wenn man dieses Gefühl nicht findet? Mehr in sich gehen, zur Ruhe kommen? Oder erst einmal mit einer rationalen Pro und Contra Liste anfangen?
      In meinem Leben gab und gibt es immer wieder starke Momente des Zweifelns. Heute weiß ich, dass dies von einem langjährigen Drang nach Perfektionismus und der Angst, zu versagen herrührt. Dadurch habe ich ein Stück selbst aus den Augen verloren, was ich wirklich möchte und es ist für mich gerade sehr schwierig, dass wieder herauszufinden. Gerade wenn man zudem noch so viele Interessen hat. Was mir momentan des öfteren hilft ist eine Aussage von C.H. Jung, die da lautet: “Entscheiden Sie sich! Es wird immer der Punkt kommen, an dem sie es bereuen werden.”
      Für Leute, die eine starke Verbindung zu ihrem Bauchgefühl haben, mag das nicht stimmen, doch für Menschen, die auf dem Weg sind ihr Bauchgefühl wieder zu finden, halte ich diese Aussage für sehr hilfreich. Denn nur im Handeln nicht im Denken werden wir in letzter Instanz herausfinden, was wir wirklich wollen.

  • Erst kommt das Ziel, dann der Plan. Pläne sind dazu da, dass man weiß, wovon man abweicht (und ggF. nachjustieren kann).
    Wenn Du Dich treiben lässt, weiß auch Dein Unbewusstes nicht wohin es Dich führen soll. Stell Dir vor, Du kommst in den Himmel, maulst ‘rum, dass Du keinen Erfolg auf dieser Tour hattest und Gabriel fragt Dich: ” na , was hattste Dir denn vorgenommen?” Und dann stehst Du da und sagst: “voll kein’ Plan gehabt.” :-)
    Also, mach ruhig Pläne und erschrick halt nicht, wenn Dich das Schicksal links, statt rechts rum führt.

  • „Ein geplanter Weg ist wie eine Mauer vor perfekten Momenten“

    Ich finde sowohl als auch…Es gibt tausende Wege die irgendwo hinführen, aber ohne eine Karte (Planung) weiß ich nie genau wo ich ankommen werde. Sicherlich kann ich auf einem ungeplanten Weg auch schöne Dinge, herliche Momente erleben, aber sind es diejenigen, die meine tiefsten Wünsche und Bedürfnisse erfüllen? Für mich ist eine Planung, die alle Lebensbereiche umfasst unabdingbar, ohne sie fehlt es mir an Energie. Ich brauche Klarheit, denn heutzutage gibt es tausende Möglichkeiten, die mich ohne eine Entscheidung lähmen. Ich halte aber nicht an Dingen bis zum letzten fest, nur weil ich sie geplant habe, sondern bewahre mir die Flexibilät meinen Plan den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Es mag paradox klingen, aber gerade die Planung erlaubt mir Spontanität, da ich eine viel fundiertere Entscheidung zur jeweiligen Situation treffen kann. Für mich ist Lebensplanung essentiell, aber ich weiß auch wo die Grenzen zu setzen sind und lasse mich zu gegebener Zeit gerne treiben. Ich denke jeder sollte den für sich besten Weg finden, auf oder neben der Strecke:)

  • Ich plane gerne die Dinge, die ich vorhabe, aber ich halte nicht unbedingt daran fest. M.E. kommt es darauf an, flexibel zu bleiben, um seine eigene Planung zu bereichnern.
    Wenn Planung einengt und nicht ermöglicht, Unvorhergesehenes einzubeziehen, dann ist sie eine Zwangsjacke.

  • ich gehe ganz mit diesem beitrag konform, erlebte auch in meinem leben, dass man oft ganz anders geführt wird, als vorausgeplant.

    ich sehe mein leben unter gottes führung, möchte auf die impulse an den “meilensteinen” achten und dann auch richtig abbiegen.

    aber manchmal muss man lange “hohlwege” gehen, bis man aus dem dunkel herauskommt, und das durchhaltevermögen auf eine harte geduldsprobe gestellt wird, eine lebensschule, aus der man nicht fortlaufen kann.

  • Völlig ohne Plan durchs Leben zu laufen wäre wie ein Schiff ohne Ruder auf offener See. Davon halte ich persönlich wenig. Zwar lässt sich vieles nicht planen und es wäre klug, genau das im Blick zu haben und zu berücksichtigen, was im Leben unvorhergesehen daherkommt. Dagegen gibt es jedoch vieles, das sich sehr wohl gut überlegen und planen lässt. Das eine Extrem ist genauso schädlich wie das andere. Darum fände ich die goldene Mitte, wie es auch Aristoteles vorschlägt, am sinnvollsten. Sich Gedanken darüber zu machen, was sich im Leben planen lässt und was nicht, ist eine Kunst für sich, schafft aber Sicherheit, die ja genauso wichtig ist, wie die offene Lebenshaltung. Ich finde es stets bedenklich ein Extrem zu heroisieren und das andere dabei außer acht zu lassen…

    • Christian von Kessel schreibt am 29. April 2012

      Der Beitrag ist, wie immer, prima geschrieben, und doch bin auch ich nicht glücklich damit.
      Bei Goethe heisst es: “Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.”
      Hier klingt das eher wie: “Nur wer sich treiben lässt, der findet das wahre Leben.”
      Dass die Dinge sehr oft anders kommen als geplant, heisst für mich nur, dass die Pläne nicht umsichtig, realistisch oder flexibel genug waren. Sich unerwünschte Ergebnisse aber im Nachhinein schön zu reden oder sie sich gar als Verdienst anzurechnen, das halte ich für Versagerromantik.
      Wer im Leben die falsche Abzweigung nimmt und trotzdem “in den Himmel” kommt, der hat einfach Schwein gehabt. Als generelle Lebensregel würde ich das aber niemandem empfehlen.

  • tja, sehr passend, dass ich grad heute erfahren habe, ein guter freund von mir ist plötzlich im alter von 45 gestern gestorben…
    und erst wollte ich den newsletter genervt löschen und nun da ich ihn doch las, enthält er ermutigendes, ja befreiendes in bewegung bringendes,ja ich denke, es war wohl zeit, für ihn zu gehen nicht zuletzt um wege zu offenbaren für alle hinterbliebenen.aber, er fehlt mir, ich bin sehr traurig.

  • “Auf der Strecke” Soulsänger Flo Mega
    Ganz große Klasse !!

  • Liebe Judith, danke für den schönen Beitrag. Ich habe das auch schon öfter erlebt und erst war es die große Krise und im nachhinein stellt sich heraus, das war gut so. Mir hilft es sehr, das schon im Kopf zu haben, wenn ich einen Plan mache, dann entsteht in mir nicht so viel Druck und ich kann dann über die Mauern, die kommen, vielleicht sogar lachen.
    Ich wünsche allen einen schönen Sonntag und liebe Grüße aus Frankfurt, Brigitte Hettenkofer

  • Ob ein Leben insgesamt gelingt, oder ob bestimmte Wege die richtigen oder notwendigen Wege waren, können wir nur sehr eingeschränkt beurteilen. Dafür bräuchten wir ein zweites oder besser noch, mehrere Leben.
    Wir können aber im Grunde nur unser eigenes Leben mit unserem eigenen vergleichen. Wir können wissen, ob es uns jetzt besser oder schlechter geht als vorher, wenn wir einen neuen Weg ausprobieren. Wir können aber nicht zwei oder drei Wege gleichzeitig gehen, wir können immer nur einen gehen und schauen, wie es uns dabei geht.
    Bei Unsicherheiten mögen drei Fragen weiterhelfen:
    Tue ich das, was ich tue gerne?
    Lebe ich dort, wo ich leben möchte?
    Bin ich mit den Menschen zusammen, mit denen ich zusammen sein möchte?

    • Sebastian schreibt am 29. April 2012

      Lieber Hubert,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Er hat mir gerade ein wenig die Augen geöffnet. Mein Problem ist glaube ich oft, dass ich viele Dinge auf einmal machen möchte, viele Sachen dann auch anpacke aber dann schnell unter den ganzen Last zusammenbreche. Gleichzeitig habe ich dann das Gefühl, doch nicht genug zu machen, irgendetwas zu verpassen. Aber kann man überhaupt irgendetwas verpassen? Kann man Zeit vergeuden?
      Letztendlich sammeln wir doch immer Erfahrungen – egal was wir machen. In Krisen sind es vor allem leidvolle Erfahrungen. Manche Leute müssen diese Erfahrungen mehrere Male durchlaufen, andere schaffen es schneller.
      Wobei das alles leichter gesagt als getan ist…

  • Vielen Dank für diese Zeilen.Es gab in meinem Leben viele Kriesen und ich dachte ich bin der geborene Verlierer.Vor einigen Jahren begann ich mich für Slebstcoaching zu interessieren und las unendlich viele Bücher darüber.
    Aber alles, was ich das las, war irgendwie schon immer tief in mir vorhanden, nur ich hatte diese Sichtweisen nie angewendet.

    Heute weiß ich: Es gibt keine “Verlierer” im Leben.Man kann überhaupt nichts verlieren.

    Nach einer schweren Beziehungskriese vor einigen Jahren, schien mein Leben plötzlich am Ende zu sein.Ich verlor alles.
    Keinen Job mehr, keine Wohnung, keine Auto, Beziehung zerbrochen, kein Geld….ich stand auf der Straße.

    Heute, nur 3 Jahre danach, weiß ich dass das meine “schönste Krise” war.
    Ich bin heute auf einem Weg, wovon ich früher nur geträumt hatte.Und ich hatte diesen Weg nicht geplant.
    Dieser Weg hat nichts mit materiellem Erfolg zu tun.Dieser hat sich sozusagen als “Nebenprodukt” von selbst eingestellt.
    Es hat mit einer Vision zu tun, einem Lebenstraum, der sich heute bereits zum Teil verwirklicht hat.

  • Hallo Judith und Hallo zusammen,

    vielen Dank für den heutigen Newsletter.

    Die Überschrift von den heutigen Newsletter (in meiner E-Mail steht dies), lautet ja:
    “Was wir aus der Gehirnforschung lernen können..”.

    Dann folgt die nächste Überschrift – (aus dem Text von Judith) : “Dem Leben vertrauen.”
    Dann der Text,…

    Dann die Zitat(e): “Ein geplanter Weg…..”

    Finde ich alles gut und schön, auch die Kommentare dazu.

    Doch was können und,- oder sollten wir den nun von der Gehirnforschung lernen? Und vorallem – welche Gerhinforschung ist denn damit dann gemeint?
    Die deutsche, französische, engliche, amerikanische, schwedische, die aus Dänemark, die irische, die Gehirnforschung von und oder aus der Universität Dresden, Leipzig, die Berliner, die Stuttgarter, die Tübinger…..u.u.u….

    Dann sind einige Zitate auch anders herum bekannt:

    z. Bsp: “Wer auf der Strecke bleibt (kann und oder ist) von seinem Weg abgekommen sein”.

    “Ein geplanter Weg – kann – auch Methode sein”.

    Und 1 Methode ist ein Instrument um Ziel(e) zu erreichen. (Nur dann wessen Ziele, welche, u.a. für wen…)

    Auch die Gehirnforschung wendet Methode(n) an, doch nicht nur diese alleinig.

    Ich wünsche allen einen schönen Sonntag noch und danke nochmals für den schönen Beitrag.

    • Judith Wischhof
      Judith Wischhof schreibt am 29. April 2012

      Hallo Corinna,

      der Betreff des Newsletters in dieser Woche bezieht sich auf den anderen Beitrag in unserem Newsletter … ;-)

      Liebe Grüße
      Judith

  • Hallo zusammen,

    Krisen zu meistern, ist immer sehr anspruchsvoll. Und dennoch kann ich rückblickend sagen, dass mich Krisen immer mega gut voran gebracht haben. Das Wachstum, was ich über Krisen jeweils erfahren habe, hat mich auf eine ganz andere “Umlaufbahn” gebracht.

    Wenn ich daran denke, wie es wäre, wenn diese Krisen nicht da gewesen wären – möchte ich mir gar nicht ausmalen. Ich würde fast so weit gehen und sagen, dass eine Krise ein “Geschenk” von “oben” ist. Da möchte “jemand”, dass ich ich weiter entwickle und wenn der Zeitpunkt dafür reif ist, bekomme ich eine Krise ins Leben gestellt, an der ich reifen kann.

    Hört sich so easy an, ist aber manchmal ein riesen Paket, was es zu schultern gilt. Es gab Momente, an denen ich dachte,das packe ich wirklich nicht, wie soll das weiter gehen – doch, es ging weiter und zwar ganz anders als gedacht. Hatte ich eine Krise überwunden, konnte ich jedenfalls immer ein positives Fazit ziehen. Danke, für diesen Beitrag!

  • Auch ich habe durch zwei verstorbene Ehemänner ziemlich große Veränderungen meines “Lebensplanes” erfahren. Aber…. Nach jeder geschlossenen Tür hat sich ein breites Tor geöffnet. Nach jedem Lebenseinschnitt bin ich menschlich und beruflich weiter gekommen. Ich habe mich sozialen Aufgaben gewidmet und ganz ganz neuen Themen in meinem Leben Raum gegeben – und ich habe mich entfaltet. Die größte Überraschung dabei ist wohl, dass ich damit guten Erfolg hatte und ich mich sehr wohl fühle. Und wenn mir heute mal was in die Quere kommt, etwas Ungeplantes, dann sehe ich das auch als Chance und lasse mich auf die neue Entwicklung neugierig ein. Trotz meiner 65 Jahre erwarte ich noch einige neue Erfahrungen…

    Helga

  • “Wer weiß, wozu es gut ist?”, das habe ich mich in letzter Zeit auch schön öfters gefragt. Und ich bin gut dabei gefahren.
    Ich plane auch nicht soviel, sondern nehme Dinge öfter einfach so, wie sie kommen. Hatte aber wegen meiner Spontaneität öfters ein schlechtes Gewissen. Nachdem ich deinen Artikel gelesen habe, brauche ich das nicht mehr zu haben.
    Danke!

  • Die Frage nach „wie viel und wie wenig Plan“ beschäftigt mich seit einigen Jahren – nicht nur im Leben, sondern auch in der Arbeit. Auch hier gilt für mich die Antwort: Auf die Mitte kommt es an. Vor allem aber kommt es auf die Sichtweise an: Ich darf nicht die Realität dem Plan anpassen, sondern sollte immer den Plan der Realität anpassen. Ein einfacher Satz – aber wie oft verhalten ich mich genau umgekehrt.

    Wünsche Euch einen “heißen Sonntag” ;-) – wie es kommt, so ist gut

  • Ganz wunderbarer und stimmiger Artikel, ebenso die Kommentare, denen ich nur zustimmen kann und eigentlich nichts mehr hinzufügen. Genauso erlebe ich auch mein Leben.
    Vielen Dank für´s Erinnern.

    Liebe Grüße
    Sylvia

  • Genau so Geschichten habe ich auch schon erlebt und es kam soweit, dass ich nachdem ich die Treppe heruntergefallen bin und mir was gebrochen hatte, fragte: Wer weiß wofür es gut ist?! Und…es war für etwas gut!!
    Man muß einfach öfters den Dingen ihren Lauf lassen.

    Viele Grüße

  • akzeptieren und loslassen ist wohl tatsächlich das einzige Mittel in scheinbaren Kriesen.
    Aus meinem Leben kenne ich es auch so. Im Nachhinein hat sich bei mir immer alles zum guten gewendet. Manchmal hat es länger gedauert. Manchmal habe ich schon nach kurzer Zeit den größeren Kontext erkannt, wieso die Dinge so gelaufen sind, wie sie gelaufen sind.
    Viele Grüße aus Würzburg
    Alexander

  • Ein wirklich guter Beitrag. Und genauso ist es wirklich! Mein Leben passt auch ganz gut in diese Kategorie und deswegen bin ich so glücklich!

    Sonnige Grüße, Anne

  • Hallo Judith, ein schöner Beitrag. Vielen Dank. Mir ist beim Lesen gleich dieses herrliche Zitat von John Lennon eingefallen „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“

    Ich denke, planen ist gut und wichtig, doch eben auch das Offen-bleiben für sich bietende Gelegenheiten. Und flexibel zu bleiben, wenn es – mal wieder – nicht so kommt, wie geplant.

    Eine schöne Woche & herzliche Grüße, Yvonne

  • Herrliche Geschichte. Ich könnte selbst einige Geschichten erzählen, in denen ich mich oft fragte: Muss das sein? Und danach war ich immer froh, dass es genau so gekommen ist, wie es gekommen ist.

    Eigentlich kann ich sagen, wenn ich so zurück blicke, dass alles seinen Platz hat und es genau so richtig war.

    Kannst Du das auch?

    • Udo schreibt am 29. April 2012

      Die Geschichte belegt meiner Ansicht nach nur mit verschiedenen Beispielen, was wir ganz oft machen: Dinge, die nicht so gut laufen, im nachhinein umzuinterpretieren als etwas Gutes – das ist nachvollziehbar, denn das macht das Leben erträglicher. Nach einer Trennung, war es eben der sowieso nicht wirkliche passende Partner, die Absage nach einem Jobinterview: eigentlich wollten wir den Job ja sowieso nicht, Beispiele kennt jeder zuhauf…
      Udo

    • Paul Brühl schreibt am 29. April 2012

      Ausgezeichnet! Zwar denke ich des öfteren über derartige Erkenntnisse nach, doch sie sind hier einfach so TREFFEND formuliert . . . sie haben mich getroffen, betroffen gemacht und überzeugt, dass sie mich und meine Vorgehensweise auch andern gegenüber verändern werden. Keine Predigt kann das so. Danke.

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