Denkfallen: Ergebnisorientierung

Ein Coaching ist dir zu teuer? Dann sei clever und hilf dir selbst!

“Verlieren Sie 20 kg in 3 Wochen!”

“20% Rendite, bei 0% Risiko!”

“Falten weg in nur 7 Tagen!”

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, was an solchen Versprechen wirklich dran ist?

Auch, wenn unser Verstand eine gesunde Skepsis dagegen verspürt … Der Gedanke, etwas ohne große Anstrengung zu erreichen, übt einen sehr großen Reiz auf uns aus. Vielleicht sind Sie ja auch schon einmal schwach geworden und haben es einfach mal ausprobiert. Fast jeder ist wohl irgendwann schon mal auf so eine falsche Versprechung reingefallen. Denn unsere Sehnsucht nach magischen Abkürzungen ist einfach sehr groß. Doch warum ist das so?

Falschgold

Vor kurzem habe ich ein altes Sufi-Sprichwort gelesen, das es für mich sehr gut auf den Punkt bringt:

„Falschgold existiert aus drei Gründen:

Die Gier der Menschen ist sehr groß.

Ihre Fähigkeit, zu unterscheiden, ist sehr klein.

Echtes Gold existiert tatsächlich.“

Und irgendwie trifft es das. Wir sind vielleicht nicht mehr gierig nach Gold. Aber im übertragenen Sinne nach vielen anderen Dingen. Wir sind gierig nach schnellen Ergebnissen. Nach Zeitersparnis. Nach „dem Besten“. Nach Abkürzungen zum Glück.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Autopilot auf Ergebnis

In einer Welt des Leistungsprinzips, in der alles und jeder miteinander verglichen wird, zählen am Ende hauptsächlich Ergebnisse. Das ist uns so eingeimpft. Und das hat ja durchaus auch seine Vorteile. Denn Ergebnisse sind im Vergleich einfach der objektivste Maßstab. Wenn wir uns am Ergebnis orientieren, brauchen wir keine anderen Informationen mehr, wir sparen also wertvolle Zeit.

So zu denken und zu handeln birgt allerdings auch Gefahren. Denn wenn wir uns nur an Ergebnissen orientieren, wird unser Denken eindimensional und oberflächlich. Wir betrachten die Informationen dahinter nicht mehr genau. Das ist gewissermaßen wie ein Denk-Autopilot: „Stimmt das Ergebnis, ja oder nein?“ Und das kann schnell zu einem Schwachpunkt werden, da Ergebnisse sich teilweise sehr leicht beeinflussen lassen. Wir lassen uns deshalb viel leichter täuschen, wenn wir die Dinge nur noch aus dieser einen Warte betrachten. Wenn wir uns also nur nach Ergebnissen richten, laufen wir große Gefahr, „Falschgold“ hinterherzulaufen.

Wenn wir uns dieses Denken angewöhnen, birgt das außerdem die Gefahr, dass Ergebnisse schnell zu unserem einzigen Maßstab werden. Und leider nicht nur zu unserem Maßstab bei Finanzprodukten, Antifaltencremes oder Diäten, sondern eben auch zum Maßstab für andere Menschen oder für uns selbst.

Wir wollen immer mehr Gold

Die Orientierung an Ergebnissen geht nicht ganz spurlos an uns als Menschen vorbei. Wir vergleichen uns selbst ständig. Wir messen uns selbst an Ergebnissen. Die Ansprüche an jeden Einzelnen von uns werden dadurch sehr viel höher. Jeder möchte am liebsten erfolgreich, dünn, reich und sexy sein. Es entsteht ein Gefühl, immer mehr in immer kürzerer Zeit erreichen zu müssen. Und das macht solche Versprechen wie oben dann für uns einfach sehr attraktiv. Mal eben die Creme gegen Cellulite draufschmieren, statt langfristig Sport zu machen. Mal eben die Vitamintablette nehmen, statt täglich Obst und Gemüse zu essen.

So, hoffen wir, können wir dem Anspruch an uns selbst vielleicht doch noch genügen. Deshalb wollen wir solche Abkürzungen.

Die Fähigkeit, zu unterscheiden

Wenn die Faltencreme wirklich helfen würde, wäre es ja unsinnig, sie nicht zu nutzen. Wenn Sie wirklich 20 kg in 3 Wochen verlieren könnten, ohne dabei Ihrer Gesundheit zu schaden, warum nicht?

Aber leider gibt es solche Abkürzung in der Realität eben nicht oder nur sehr, sehr selten. Viele solcher Versprechungen haben eben noch eine Kehrseite. Einzig unser starker Wunsch danach, es möge funktionieren, lässt uns daran glauben. Der uralte Wunsch des Menschen nach einem „Stein der Weisen“, der unedles Metall zu Gold verwandeln kann, lässt uns da manchmal sehr irrational handeln. In den meisten Fällen wird man dann enttäuscht und ist frustriert, weil der schöne Traum von der Abkürzung nicht funktioniert hat.

Deshalb sollten Sie sich selbst regelmäßig hinterfragen:

  • In welchem Bereich würden Sie selbst immer am liebsten eine Abkürzung nehmen? Bei welchem Thema sind Sie dafür besonders anfällig?
  • Wo schauen Sie eigentlich immer nur auf die Ergebnisse?
  • Wo sollten Sie vielleicht auch öfter mal hinter die Kulissen schauen?
  • Wo laufen Sie eventuell „Falschgold“ hinterher?

Trauen Sie Ergebnissen nicht blind. Denn davon lassen wir uns locken und leicht täuschen. Gucken Sie öfter auch mal hinter die Kulisse, denn so erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit keinem Falschgold hinterherzujagen.

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Kommentare

  • So etwas Ähnliches habe ich letzte Woche in meinem Blog veröffentlicht unter dem Thema “wollen Sie abnehmen oder schlank sein”?

    Das Problem von vielen ist der Punkt, dass sie nicht die notwendige Arbeit sehen oder in Kauf nehmen möchten, um zum Ergebnis zu gelangen. Auch im Bereich (Unternehmens-)Führung ist dies immer wieder festzustellen.

  • Ich finde es wichtig, dass man das was man tut “mit vollem Herzen tut” und voller Überzeugung. Auch wenn man nicht weiß ob es im Nachhinein die “richtige Entscheidung” war (falls es die gibt). Dazu gehört natürlich immer und immer wieder die Prüfung von dem was uns Mitmenschen, Medien, Werbung etc. vermitteln wollen.

  • Es gibt für jedes Ziel einen Preis, den man zahlen muss. Meistens ist man nicht bereit, diesen Preis (Verzicht auf etwas, eigene Bequemlichkeit,…) zu zahlen und möchte gleich das Ergebnis haben.

    Doch so funktioniert das einfach nicht!

    Ich gebe meinen Kunden folgende zwei Sprüche mit auf dem Weg:
    1. das eine, was man will, das andere, was man dafür tun muss.
    2. entweder du willst es oder du willst es nicht.

    Das hilft in der Anfangszeit, wenn man sich neue Verhaltensweisen angewöhnt.

    Viele Gruß
    Christoph Teege – Sparringspartner für außergewöhnliche Ziele

  • Ich glaube bei der Thematik ist weniger die Frage entscheidend, ob ich ergebnisorientiert denke und handle sondern (wie so oft im Leben) welches Ergebnis ich anstrebe. Ist es das Ergebnis, das ich mir eigenständig zum Ziel gesetzt habe? Im Allgemeinen laufen wir doch den Ergebnissen hinterher, die uns als erstrebenswert vermittelt werden. Es ist also (so sehe ich das) immer positiv, ein Ziel zu haben und dieses mit möglicherweise einfachen Mitteln erreichen zu wollen. Entscheidend ist aber, was ist denn wirklich mein Ziel? Konkret: Will ich 5 kg abnehmen, keine Falten oder viel Geld oder will ich in Wahrheit dazugehören und anerkannt sein?

    Sehr grundsätzliches Problem unserer Gesellschaft.

  • Hallo Mathias,
    vielen Dank für diesen sehr geuten Beitrag, dem ich nur zustimmen kann.
    Ich habe neulich meiner 22 jährigen Tochter gesagt, daß alles was uns die Werbung oder Menschen (z.B. Politiker, Verkäufer oder Finanzberater) versprechen, einen Preis bzw. eine Konsiquenz hat, die sie gerne verschweigen und es sich lohnt, danach zu fragen. Es gibt im Leben wenig “umsonst oder ohne Risiko”. Die schlichte Gier oder der Reiz des schnellen Erfolges vernebelt uns oft den Blick auf die wahren Hintergründe. Gerade weil ich selbst Unternehmer bin, finde ich es wichtig, genau an diesem Punkt für Klarheit zu sorgen und bei der Entscheidung “kaufe ich jemanden etwas ab” sehr genau hinzuschauen. Es lohnt sich also wirklich die Frage ” was habe ich wirklich davon” und vor allem “was kostet es mich”?
    Gruß Andreas

    • mani

      Guten Morgen Andreas

      Ich gehe mit Dir einig es geht doch heute nur darum den Jungen das Geld so schnell als möglich abzunehmen und mit Werbung zu beeinflussen. Der Preis wird erst am Schluss erwähnt wen der Kunde genug ” bearbeitet ” ist. Meine Tochter ist auch 20Jahre und ist noch in der Ausbildung. Sie hat auch immer Ebbe im Geldbeutel.

      Gruss Mani

  • Hallo Mathias

    Vielen Dank für die sonntägliche Anregung :-)

    Interessantes Thema, das uns wohl alle mehr oder weniger betrifft. Wenn das Selbstwertgefühl nur von der eigenen Leistung abhängt, ist das ein ödes Leben. Genauso öde wäre es, sich keiner Herausforderung zu stellen und nicht an unseren Aufgaben zu wachsen.

    Die Thematik erinnert mich an die Flow-Geschichte von Csikszentmihalyi, wo es diesen fliessenden Zustand gibt, wenn Herausforderung und Können eine gesunde Balance bildet.

    Klar, dürfen wir stolz auf uns sein, wenn wir etwas erreicht haben und sich das Ergebnis sehen lassen kann. Wir können jedoch auch stolz auf sein, wenn wir auf dem Weg und uns intensiv in eine Aufgabe vertiefen.

  • Guter Beitrag, weil er unsere Leistungsgesellschaft und vor allem die eigenen Ego-Fallen gut beleuchtet! Sicher zeigt uns der Zustand im Außen immer auch auf ob ich tatsächlich etwas im Leben in diesem Bereich für mich verändert habe oder nicht (das Außen spiegelt meine inneren Einstellungen und Emotionen ja wider). Das heißt jedoch nicht, dass deswegen der Kurs, auf dem ich mich befinde, komplett falsch ist, nur weil das Ergebnis noch nicht stimmig ist.

    Es kann z.B. das “ungeliebte Ergebnis” auch aufzeigen, dass es noch etwas gibt, möglicherweise im Unbewussten, dass meinen Erfolg im Außen blockiert. Oft wird dann versucht im Außen noch mehr zu tun, noch mehr zu arbeiten etc.. Obwohl hier viel mehr das Innere gefragt ist, also meine “innere Ausrichtung (Blick)” auf meine Herausforderung. Also wie blicke ich mit welcher Einstellung, mit welchen Ängsten etc. auf das, was noch nicht erfolgreich ist? Und wie kann ich hier zu z.B. von Ängsten (wovor genau?) zu einer vertrauensvollen Einstellung kommen?

    Und das ist meiner Meinung nach ein Beispiel, was ich im Artikel unter “hinter die Kulissen sehen” verstehe. In Gesprächen, sei es mit Klienten oder privat, empfinde ich persönlich den Austausch dazu als besonders hilfreich und bereichernd. Solange ich selbst emotional auf mein “ungeliebtes Ergebnis” blicke, bleiben mögliche Lösungsansätze oft in der begrenzten Sichtweise verborgen. Nicht umsonst heißt es ja: “Der Weg ist das Ziel…” Vielleicht war der bisherige Weg genau der, den es gebraucht hat, um jetzt zu erkennen, dass es mehr der weg nach Innen ist statt im Außen.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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