Denkmethode: Fragetechnik

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Die Fragetechnik ist eine sehr effektive Strategie, zielgerichtet über die Lösung eines Problems oder über ein Thema nachzudenken.

Das Grundprinzip der Fragetechnik

“Wer nicht fragt, bleibt dumm.” – ist eine goldene Regel für Kinder und auch für Erwachsene. Indem wir Fragen stellen, beschäftigen wir uns mit dem jeweiligen Thema, versuchen Zusammenhänge zu verstehen und uns Wissen anzueignen. Genau das wird bei der Fragetechnik genutzt. Das Grundprinzip der Fragetechnik beruht dabei auf der Erfahrung, dass wir mit den richtigen Fragen zu den Antworten kommen können, die wir brauchen, um ein Problem zu lösen.

Beginnen Sie damit, Fragen zu stellen

Nehmen Sie ein Blatt Papier zu Hand und schreiben Sie Ihr Thema oder die Problemstellung in die Mitte des Papiers. Nun schreiben Sie zunächst so viele Fragen zu Ihrem Thema auf, wie Ihnen einfallen.  Schreiben Sie Ihre Fragen über das ganze Blatt verteilt auf. Vielleicht können Sie schon gleich ähnliche oder themenverwandte Fragen zusammenschreiben.

Beispiele

Hermann Minde ist unzufrieden mit seinem augenblicklichen Leben und will darüber nachdenken, was er wirklich vom Leben erwartet. Dann könnte er sich vielleicht die folgenden Fragen stellen:

  • Was ist mir wichtig in meinem Leben?
  • Was brauche ich alles, um glücklich und zufrieden zu sein?
  • Was bedeutet für mich persönlich Erfolg?
  • Was hat mich bisher glücklich gemacht?
  • Was genau stört mich im Moment?
  • Gibt es etwas, wonach ich mich sehne?
  • Was könnte ich noch alles tun? Worauf hätte ich Lust?
  • usw.

Und nehmen wir an, Birgit Neuberg will sich gerne selbständig machen, hat aber noch keine Geschäftsidee. Sie könnte sich z.B. fragen:

  • Was kann ich gut und wo kenne ich mich gut aus?
  • Was brauchen andere Menschen oder Unternehmen?
  • Was haben Menschen oder Unternehmen für Probleme, die ich für Sie lösen könnte?
  • Was mache ich gerne? Was macht mir Spaß?
  • Womit kann man überhaupt alles Geld verdienen?
  • usw.

In beiden Beispielen sind natürlich noch zahlreiche weitere Fragen denkbar.

Schreiben Sie alle Fragen auf, die Ihnen einfallen

Es ist wichtig, dass Sie in dieser ersten Phase noch keine Fragen streichen, weil sie Ihnen zu dumm vorkommen oder unsinnig erscheinen. Es gibt grundsätzlich keine dummen Fragen! Auch sehr einfache Fragen können sinnvoll sein, wenn sie Ihnen z.B. zu einem anderen Gedankengang verhelfen. Also bitte in dieser Phase noch nicht zensieren.

Achtung: nur wer schon etwas weiß, kann fragen!

Es klingt vielleicht paradox, aber Sie können oft nur dann sinnvolle Fragen stellen, wenn Sie schon etwas über Ihr Problem wissen. Wenn Ihnen also keine oder nur wenig Fragen einfallen, ist es zunächst wichtig, herauszufinden, welche Informationen Sie brauchen. Dann wäre Ihre erste Frage: Was muss ich über mein Problem alles wissen?

Im zweiten Schritt sortieren Sie Ihre Fragen

Erst wenn Ihnen keine weiteren Fragen mehr einfallen, beginnen Sie damit, die Fragen zu sortieren. Dazu schreiben Sie die Fragen, die ähnlich sind zusammen und streichen die doppelten. Sortieren Sie hier nun auch die Fragen aus, von denen Sie glauben, dass sie Ihnen in Ihrem weiteren Vorgehen nichts nutzen werden. Erstellen Sie so eine übersichtliche Liste aller wichtigen Fragen zu Ihrem Thema oder Problem.

Nun gilt es, Antworten zu finden

Wenn Sie alle Ihre Fragen übersichtlich vor sich liegen haben, beginnen Sie damit, Antworten zu finden. Einige Fragen werden Sie sofort beantworten können, bei anderen werden Sie vielleicht ein bisschen länger überlegen müssen. Manchmal müssen Sie vielleicht eine Frage in weitere Unterfragen aufteilen, um weiterzukommen. Und bei wieder anderen Fragen werden Sie alleine keine Antwort finden, sondern Sie werden andere Leute fragen müssen. Schreiben Sie Ihre Antworten in jedem Fall auf – sie enthalten wesentliche Informationen und wertvolle Lösungshinweise.

Die Fragetechnik ist einfach, aber trotzdem wirkungsvoll

Tipp

Sie können diese Methode im täglichen Alltag einsetzen, um zu üben. Wenn Sie z.B. ein Gericht kochen wollen, können Sie einfach die Planung dafür einmal nach der Fragetechnik machen.

Die Fragetechnik ist eine recht einfache Methode, systematisch nachzudenken. Sie führt sehr schnell und effektiv zu einer Fülle von Lösungsansätzen. Je mehr wir uns in dieser Methode üben, desto effektiver können wir sie mit der Zeit einsetzen. Durch diese Technik schweifen Ihre Gedanken nicht mehr so schnell ab, so dass Sie konzentrierter bei Ihrem Thema und Ihrer jeweiligen Fragestellung bleiben.

 

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In der Theorie hören sich viele Methoden gut an, aber in der Praxis tauchen dann immer wieder Probleme auf. Bei der Fragetechnik stellt sich einem manchmal folgende Frage:

Was, wenn Sie nicht weiterkommen?

Es kann sein, dass Sie an einem bestimmten Punkt mit der Fragetechnik nicht weiterkommen. Das kann verschiedene Gründe haben:

Wenn Sie keine Fragen finden – Finden Sie keine Fragen, dann sollten Sie sich zuerst fragen: Wie kann ich mehr über mein Thema erfahren? Was muss ich überhaupt alles wissen? Sie können dazu:

  • einmal überlegen, wo Sie sich gezielt über Ihr Thema informieren können,
  • andere Personen finden, die mehr als Sie wissen und die Ihnen weiterhelfen können,
  • sich einen Ratgeber oder eine Broschüre zu Ihrem jeweiligen Thema besorgen, ein Seminar besuchen o. ä.

Ziel ist es, sich erst einmal so viele Informationen zu beschaffen, wie Sie benötigen, um gezielte Fragen zu Ihrem Thema stellen zu können – wie wollen Sie über etwas nachdenken, über das Sie gar nichts wissen?

Wenn Sie keine Antworten finden – Es kann gut sein, dass Sie auf einige oder vielleicht auch viele Fragen keine Antworten wissen. Dann haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Schreiben Sie zunächst einfach ein Fragezeichen als Antwort auf.
  • Schreiben Sie eine oder mehrere Vermutungen auf.
  • Schreiben Sie auf, wie Sie an die Antwort kommen können, wo Sie recherchieren können und wen Sie fragen könnten.

Verbeißen Sie sich bitte nicht darin, eine Frage unbedingt sofort beantworten zu wollen. Denken Sie an die spielerische Grundhaltung. Oft fällt Ihnen die Antwort auf eine bestimmte Frage auch erst später ganz von alleine ein, z.B. wenn Sie bei einer anderen Frage sind oder etwas völlig anderes tun.

Bestimmte Fragen können Ihnen helfen, sich noch tiefer in ein Thema hineinzudenken

Wenn Sie Antworten auf alle Ihre Fragen aufgeschrieben haben, aber noch nicht mit Ihren Ergebnissen zufrieden sind, dann haben Sie vielleicht nicht genau genug gefragt. Wir neigen beim Nachdenken manchmal dazu, viele Details einfach wegzulassen. Oft können uns aber gerade sehr spezielle Details nützliche Hinweise geben.  Ausgehend von Ihren schon vorhandenen Antworten können Sie dann versuchen, weiter über Ihr Thema nachzudenken, indem Sie sich z.B. die folgenden Detailfragen stellen:

  • Was genau?
  • Wo genau?
  • Wann genau?
  • Mit wem genau?
  • Warum genau?
  • Wie genau?

Beispiel

Nehmen wir einmal an, Ihre Frage war: Was kann ich persönlich ganz besonders gut? Und Ihre Antwort darauf lautet: Ich kann besonders gut organisieren.

Jetzt könnten Sie weiter fragen:

  • Was genau kann ich gut organisieren?
  • Warum kann ich besonders gut organisieren?
  • Wie, also in welchen Situationen, kann ich besonders gut organisieren?
  • usw.

Solche Detailfragen helfen Ihnen, sich noch tiefer in die Materie hineinzudenken. Es ist natürlich nicht sinnvoll diese weiterführenden Fragen auf jede Antwort anzuwenden. Spielen Sie einfach ein bisschen mit den Fragen herum, und Sie werden bald ein Gefühl dafür bekommen, welche Antworten Sie in Zukunft genauer untersuchen müssen und welche nicht.

Überblicksfragen – Betrachten Sie Ihr Thema vielleicht aus einem höheren Blickwinkel

Manchmal kann es Ihnen auch helfen, Ihre Fragen und Antworten aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Wenn Sie gerade über das Thema “Organisation” nachdenken, können Sie die Frage stellen: “Worum geht es bei der Organisation eigentlich?” Mit einer solchen sogenannten Überblicksfrage “Worum geht es bei diesem und jenem eigentlich?” betrachten wir unser Thema automatisch aus einem allgemeineren Blickwinkel. Diese Technik eignet sich besonders, wenn wir mit unseren Gedanken festgefahren sind. Während wir bei den Fragen “Was genau?”, “Wie genau?” usw. über die Details einer Fragestellung nachdenken, gehen wir mit der Frage “Worum geht es dabei eigentlich?” auf eine allgemeinere Überblicksebene und wir setzen unser Thema mit anderen Themen in Beziehung.

Beispiele zu Detail- und Überblicksfragen

Nehmen wir an, wir haben die Fragestellung: “Wie komme ich besser damit zurecht, wenn mein Chef mich anschreit?”

Auf der Detailebene finden wir vielleicht die Fragen:

  • Was genau muss ich tun? Wie soll ich mich verhalten?
  • Was genau darf ich nicht mehr tun?
  • Welche innere Einstellung könnte mir dabei helfen, mit der Situation besser klarzukommen?

Auf der Überblicksebene fragen wir uns, worum es bei diesem Thema eigentlich geht und finden vielleicht die folgenden Antworten:

  • Es geht um Macht, weil mein Chef mich seine Macht spüren lässt.
  • Es geht um fehlendes Durchsetzungsvermögen.
  • Es geht darum, dass mein Chef keinen Respekt vor mir hat.
  • Es geht darum, dass ich mich schlecht fühle, wenn ich angeschrien werde.

Nun können Sie aus diesen Erkenntnissen wieder neue Fragen bilden, die Sie weiterbringen. z.B.: “Warum hat mein Chef keinen Respekt vor mir? Wie kann ich erreichen, dass er mehr Respekt vor mit hat?” usw.

Nutzen Sie immer sowohl Detail- als auch Überblicksfragen

Je nachdem, ob Sie eine Detail- oder eine Überblicksfrage stellen, gehen Sie mit Ihren Gedanken in ganz unterschiedliche Richtungen. Meist sind beide Richtungen wichtig, um ein Thema gründlich zu durchdenken und zu einer guten Lösung zu kommen.

Literatur zum Thema:

F. Birkenbihl: Fragetechnik schnell trainiert

 

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Ralf Senftleben

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Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

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