Der Stress bringt mich gerade um

Stress

„Ich habe gerade so einen Stress. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte. Die Sache bringt mich um.“

Das ist etwas, was du vielleicht öfter von Freunden oder Kollegen hörst. Denn wir leben irgendwie in stressigen Zeiten. Es gibt so viel zu tun, zu erleben, zu erledigen. Im Arbeitsleben. Aber auch im Privatleben. Stichwort: Freizeitstress.

Ich persönlich mag ein bisschen Stress manchmal ganz gerne. Das fokussiert meine Gedanken und Schaffenskraft. Ich schaffe dann 4-mal so viel wie an Tagen, wo ich nur ganz entspannt vor mich hinarbeiten kann. Aber auf Dauer könnte ich das nicht aushalten. Denn Dauerstress macht ja bekanntlich krank. Mir ist ein guter und gesunder Wechsel zwischen Stress und Erholungsphasen wesentlich lieber.

Nun weiß ich nicht, wie es dir geht. Wie gestresst du bist.

Aber wenn du schon seit langer Zeit Stress hast, dann ist es vielleicht an der Zeit, mal in die entspannendere Phase zu wechseln.

Aber natürlich weiß ich auch, dass das ein gut gemeinter, aber eher unnützer Rat ist. Denn es ist bekanntlich schwer, den Absprung zu finden, wenn man in so einer Stressphase drin ist. Sei es, weil der Stress von außen kommt. Oder weil man Verpflichtungen eingegangen ist, die man letztlich nicht so einfach abgeben kann.

Auf der anderen Seite geht es natürlich sehr wohl, von einem Tag auf den anderen alles stehen und liegen zu lassen, weil etwas anderes wichtiger ist.

Wenn wir zum Beispiel krank werden.

Oder wenn einer unserer Lieben richtig krank wird.

Oder wenn sonst eine Krise von unserem Leben Besitz ergreift.

Dann schaffen wir es sehr wohl, unser Leben umzuorganisieren.

Es ist also meistens nicht so, dass es nicht geht. Uns fehlt nur ein passender Grund, eine Entschuldigung sozusagen, eine Ausrede, die jeder versteht.

Wenn ich sage: „Ich kann das nicht weitermachen, weil es mir zu stressig ist.“

Dann sagen die anderen: „Oh. Der steht nicht zu seinem Wort.“

Oder: „Oh, die ist nicht belastbar.“

Aber wenn wir krank werden, sagt jeder: „Ne, verstehe ich, dass dein Wohlergehen jetzt vorgeht. Gesundheit ist wichtiger.“ Deswegen sagen ja auch viele im Nachhinein, dass sie froh sind, dass sie in eine Krise geraten sind. Weil diese Krise sie gezwungen hat, etwas zu ändern. Was sie von alleine nicht geschafft hätten.

Deswegen finde ich die folgende Fragen hilfreich:

„Was würde ich ändern, wenn ich morgen richtig krank werden würde? Womit würde ich aufhören? Was würde ich anfangen?“

Diese Fragen helfen einem, vielleicht vorher die richtige Richtung einzuschlagen, bevor es richtig schlimm wird. Nur so eine Idee.

Ich wünsche dir wenig Krisen und viele gute, zukunftsgerichtete Entscheidungen.

Ralf

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Kommentare

  • Ich bin seit zwei Jahren selbständig und im Vergleich zum früheren Stress als Angestellte, der permanent und für mich oft “firmen-gemacht” daherkam, setzte ich mir jetzt selbst kleinere Zielvorgaben, die mich zwar schon unter Druck bringen, aber eben auch motiviern zu Top Leistungen. Danach gönne ich mir wieder eine ruhigere Phase, dadurch ist Stress für mich derzeit kein unangenhemes Thema. Danke für den Beitrag!

  • Was mir zu diesem Beitrag einfällt? Daß zu einer Änderung im Berufsleben immer zwei gehören: der Arbeitende und der Chef. Der muß ja zustimmen. Wie lange hab ich versucht, meine Arbeitszeit zu verkürzen. Immer hieß es: Nein, das geht in Ihrem Bereich nicht. Dann brachte ich die Diagnose Erschöpfungsdepression. Auf einmal ging es und zwar sehr zeitnah. Es liegt also beileibe nicht immer an uns, ob wir etwas ändern. Und dann erst die armen Hund die nicht im öffentlichen Dienst arbeiten wie ich. Da geht sowas ja gleich garnicht. Die haben oft nur die Alternative, alles hinzuschmeißen. Da gibts dann Streß vom Amt, der ist nicht besser als der in der Arbeit, nur mit viel weniger Geld. Man braucht schon einen sehr starken Glauben und idealerweise Eltern mit genug Geld, um in dieser materiellen Welt überleben zu können. Vor allem in München, wo ein Job alleine schon lang nicht mehr ausreicht.

  • Hallo Ralf,
    dieser Text spricht mir aus der Seele! Ich stecke genau in so einem Dilemma. In meiner Abteilung trifft es immer mich. Wir sind zu fünft, zwei haben Urlaub und zwei werden in der Zeit krank, vertreten muss ich und zwar alle. Sicher kann ich das nicht im vollen Umfang, aber genug um vollkommen erschöpft meinen Feierabend anzutreten, was mich frustriert. Die Chefs interessiert das nicht. Mich hat es dieses Jahr bereits 19 mal getroffen (davon 2x je eine komplette Woche) alleine die Abteilung zu vertreten auf höchstem Arbeitslevel. Ich versuche nicht alles perfekt zu machen, mache Pausen und kaum Überstunden um mich nicht zu überfordern. Aber es hilft nichts. Ich habe schon Albträume wieder hängen gelassen zu werden. Im Prinzip bleibt mir nur die Kündigung, obwohl ich das nicht wirklich möchte. Aber bevor ich meiner Gesundheit schade, bleibt mir nur die Flucht. Oder ich schließe mich der schlechten Arbeitsmoral meiner Kollegen an, aber das bin nicht ich. Die Fragen lasse ich mir die Tage mal durch den Kopf gehen. Danke für den Denkanstoß und liebe Grüße Jeleka

  • Hallo Ralf, vielen Dank für deinen Artikel. Du hast recht, der Spruch “Gesundheit geht vor” zieht eigentlich immer. Wenn man “nur” die Wahrheit sagt, nämlich, dass man einfach nur gestresst ist und deswegen nicht kann, wird das meist nicht verstanden oder man wird in eine negative Schublade gesteckt. Das finde ich sehr schade. Trotzdem sollte man unbedingt auf sich schauen und erkennen, wenn die eigene Stressbelastung zu hoch ist. Die Fragen, die du vorgeschlagen hast, helfen dabei. Das Handeln und Verändern der Lebensumstände ist dann der nächste Schritt in ein deutlich entspannteres Leben… LG Nicole

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