Der Stuhl

Du siehst diesen Stuhl da. Sag mir, wer dir zum ersten Mal gesagt hat, dies sei ein Stuhl.

Ich kann es nur vermuten. Meine Eltern.

Weißt du, wo der Baum stand, der für diesen Stuhl sein Holz lieferte?

Ich weiß es nicht.

Wer den Baum anpflanzte?

Ich weiß es nicht.

Wie lange der Baum brauchte, damit daraus Nutzholz werden konnte?

Ich weiß es nicht.

Wer den Baum fällte?

Ich weiß es nicht.

Wer den Baum zum Stuhl verarbeitete?

Ich weiß es nicht.

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Wer den Stuhl hierher lieferte, wo er jetzt steht?

Ich weiß es nicht.

Wenn man diesen Stuhl nun in seine Teile zerlegt, ist es schon schwieriger, ihn gleich als solchen wiederzuerkennen. Wenn daraus dann Sägespäne entstehen und man das immer weiter betreibt, bis aus der Materie Atome werden. Was weißt du dann noch von dem Stuhl, was sein Ganzes ausmacht?

Eigentlich nichts.

Und was lernst du daraus?

Dass ich vom Ganzen, was das Wesentliche ausmacht, nichts weiß.

Gut. In diesem Wissen begegne dir selbst und allem Anderen …………..

Von Manfred Fischer

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Kommentare

  • Schön und wahr, das ist der Kern der Empathie und des respektvollen Umgangs mit anderen.

  • Das Ganze… ja wie groß und umfangreich kann das sein!

    Muss man denn immer jede kleine Einzelheit wissen und auseinanderpflücken? Man kann doch auch das Ganze als Ganzes betrachten und annehmen.

    Was bedeutet schon 1 Stern am Himmel? Erst die Gesamtheit macht es doch zu dem was wir gerne anschauen und bewundern.

    Immer auf der Suche nach dem Detail hinter dem Detail lässt uns die Schönheit und die Sinnhaftigkeit des Ganzen verlieren.

  • Ich lebe und agierte zumindest teilweise in diesem Wissen.
    Ich würde es als Demut vor der Schöpfung bezeichnen.
    Nur es macht auch teilweise unsicher im Auftreten, vor allem bei Personen, die so tun als hätten sie den ganz großen Überblick.

  • Der Artikel über die Herkunft des Stuhles im Zusammenspiel mit dem “Großen Ganzen” hat mir sehr gefallen – zumal ich Stuhl-Designerin bin.
    Ich werde meine Arbeit von nun an unter Berücksichtigung dieses Aspektes betrachten (und achten!)
    Danke für die Anregung
    Brigitte

  • Es ist Nacht. Ich gehe den Weg entlang und schau in den Himmel. Das Gefunkel der Sterne zeigt mir ein Stückchen vom Ganzen, und ich denke, dazu gehöre ja auch ich.Und ich freue mich, dass ich es sehen kann. Mit diesem Wissen bin ich zufrieden.

    • Andreas Spörl schreibt am 19. September 2011

      Ich auch :-)

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