Die Angst der Kerze

Angst der Kerze
Kennst du schon unser Selbstcoaching-Programm?
Hilfreich, wenn du deine Probleme aus eigener Kraft lösen möchtest.

Eines Tages kam ein Zündholz zur Kerze und sagte: “Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden.”

“O nein!” erschrak da die Kerze. “Nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt! Niemand mehr wird meine Schönheit bewundern!” Und sie begann zu weinen.

Das Zündholz fragte: “Aber willst du denn dein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne je gelebt zu haben?”

“Aber brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften”, schluchzte die Kerze unsicher und voller Angst.

“Das ist schon wahr.” entgegnete das Zündholz. “Aber das ist doch auch das Geheimnis unserer Berufung: Wir sind berufen, Licht zu sein. Was ich tun kann, ist wenig. Zünde ich dich aber nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, das Feuer zu entfachen. Du bist die Kerze. Du sollst für andere leuchten und Wärme schenken. Alles, was du an Schmerz und Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weitertragen. Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben.”

Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: “Ich bitte dich, zünde mich an.”

Verfasser unbekannt,
Geschichte leicht überarbeitet

Auch interessant?

Wie viele Sterne bekommt der Beitrag von dir?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (100)
Loading...
 

Teilen macht Freude und Freunde:

 

Deine Anmerkung zu diesem Beitrag?

Kommentare

  • .
    Nicht jede Kerze wurde zum Anzünden und Abbrennen geschaffen.

    Es gibt auch Kerzen, die nur dekorativ sein sollen, nur einen Raum schmücken sollen. Die so schön sind, dass es
    schade wäre, sie abzufackeln.

    Ergo: schau hin, was für eine Kerze du bist. Eine, die ihren Job machen und damit kurzfristig Licht zu den Menschen bringen soll, also beliebig austauschbar ist

    oder eine, die über lange Zeit ihren Menschen erfreut, allein durch ihren Anblick und das Einfügen ins Gesamt-Ensemble des Lebensraumes.

  • Ich muss gestehen: manchmal geht es mir, wie der kleinen Kerze. Dann erscheint mir mein Leben so anstrengend, ich fühle mich erschöpft und würde mich am liebsten nur verkriechen. Aber zum Glück ist da auch noch das Zündholz in mir, das mir Mut macht und mich ermuntert die Erwartungen runter zu schrauben und auf das zu vertrauen, was kommt. Auf einmal merke ich, wie ich sowohl Feuer entfachen, als auch brennen kann………ich muss es nur wollen und darf mich nicht klein und schwach fühlen. Diese Erfahrung des Wärme gebens und Wärme empfangens ist so bereichernd, dass ich gestärkt weiter ein Stück meines Weges gehen kann bis die Flamme mal wieder erlischt. Aber auch dann weiß ich ja: das Zündholz um sie wieder zu entfachen liegt in mir. Das gibt mir Zuversicht für mein Leben.

    • Jenny

      Danke liebe Birgit, genauso wie Du es beschreibst geht es mir auch oft.
      Und trotzdem gibt Dein Text mir Zuversicht, denn leider vergesse ich oft, dass das Zündholz ja in mir liegt. Oder ich finde es einfach nicht.
      Danke für’s erinnern an mein Innerstes.
      Ich wünsche Dir eine schöne Weihnachtszeit ohne Dunkelheit.

      Und natürlich danke an Zeit zu Leben für die Geschichte.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier