Die Fähre der Zuversicht

Hier stehe ich nun … fest entschlossen … die Hände meiner Kinder in den meinen … die Koffer sind gepackt und die Entscheidung ist gefallen.

Ich werde gehen und meine Insel verlassen.

Meine Beine sind etwas wackelig und ein wenig schwirrt mir der Kopf. Aber mein Gesicht spiegelt die Entscheidung, die ich getroffen habe. Meine Augen sind klar und mein Blick streift in die Ferne.

Noch nie war die Sehnsucht so groß. Noch nie habe ich so sehr darauf gewartet, dass sie wiederkommt … die Fähre … die alle Jahre wieder an meiner Insel vorbeigefahren ist.

Und sie ist oft gekommen. Aber ich bin nie eingestiegen.

Viele Jahre habe ich auf meiner Insel gelebt … und es war ein gutes Leben.

Ich hatte mein Zuhause im tiefen Inneren harmonisch gemacht. Meine Insel brachte ich zum Blühen und ich fühlte mich sicher.

Selten habe ich das Innere verlassen. Mir war es egal, was es außerhalb gab. Ich baute mir eine Festung und ließ die Wirklichkeit hinter mir.

So lebte ich viele Jahre in meiner Welt. Und auch wenn dann und wann ein Sturm wütete und alles zerstörte … unermüdlich baute ich wieder auf, was kaputtging.

Und merkte kaum, wie nach jedem Sturm meine Kraft schwächer wurde.

So ging es viele Jahre.

Manchmal, wenn ich es dann doch leid war, nach einem schrecklichen Sturm alles wieder aufzubauen, verließ ich das Innere meiner Insel und suchte den Strand auf, um mich etwas auszuruhen.

Schreib dich glücklich…

Es gibt eine bestimmte Art, ein Tagebuch zu schreiben. Eine Art, die dich wirklich voran bringt. Ein Tagebuch, das dich heilen kann. Pure Selbsterkenntnis. Und jede Menge Spaß: Projekt: Tagebuch.

Unbemerkt breitete sich eine tiefe Sehnsucht in mir aus … Sehnsucht nach etwas Neuem.

Ich liebte meine Spaziergänge am Strand. Liebte, wie die Sonne mich wärmte und der Wind mir um die Nase wehte.

So muss sich Freiheit anfühlen …

Eines Tages, ich saß am Strand und blickte in die Ferne … da sah ich sie zum ersten Mal.

Die Fähre.

Sie näherte sich meiner Insel.

Sie war groß … und bunt.

Ich konnte viele Menschen auf ihr entdecken. Menschen jeder Hautfarbe … jung, alt, Männer und Frauen und auch viele Kinder.

Ein lustiges Durcheinander herrschte dort und die Sprache, die sie sprachen, war lebendig … aber fremd.

Als die Fähre ganz nah an meiner Insel vorbeifuhr, sah ich eine Frau, die mir zuwinkte. Sie war üppig und voller Leben. Bunt war ihr Kleid und sie lachte … Sie lachte mir zu und zeigte mir mit ihren Händen an, zu ihr zu kommen und einzusteigen …

Erschrocken wich ich zurück und versteckte mich. Angst ergriff mich … mir war das alles zu fremd … und so ging ich zurück in das Innere meiner Insel, um die Sturmschäden zu beheben, und verdrängte den Gedanken an die vielen bunten Menschen und an die lachende Frau …

So fuhr die Fähre weiter … ohne mich …

Doch die Sehnsucht kam zurück.

Immer öfter ertappte ich mich dabei, dass ich Unbehagen verspürte, im Inneren meiner Insel zu sitzen. Stattdessen wuchs eine Neugier in mir, die mich fortan jeden Tag an den Strand zog.

Wieder genoss ich die Sonne und den Wind und war glücklich mit mir selbst …

Die bunte Fähre mit den vielen fremdsprachigen Menschen sah ich nun immer öfter. Nach einer Zeit versteckte ich mich nicht mehr, sondern winkte zurück. Anfangs zaghaft, später voller Freude. Ich mochte es, diesem bunten Treiben aus der Ferne zuzuschauen … aber eingestiegen bin ich nicht.

Zu sehr hing ich an meiner Insel.

Hier hatte ich so viele Jahre verbracht und kannte nichts anderes. Was sollte ich auch auf einer Fähre mit Menschen, deren Sprache ich nicht spreche?!

Meine Insel bot mir immer Schutz … und bunt machen konnte ich es hier doch auch … Aber … in der Tiefe meiner Seele musste ich mir eingestehen, dass ich dazu keine Kraft mehr hatte … und schon lange nicht mehr wollte!

Ich war es leid … so unendlich leid.

Meine Insel war zerstört und ich wollte sie nicht mehr aufbauen. Es war vorbei. Mein Herz sagte mir „es reicht“.

Meine Seele schrie „geh“.

Und so ging ich.

… hier stehe ich nun … fest entschlossen … die Hände meiner Kinder in den meinen … die Koffer sind gepackt und die Entscheidung ist gefallen.

Ich werde gehen und meine Insel verlassen.

Meine Beine sind etwas wackelig und ein wenig schwirrt mir der Kopf. Aber mein Gesicht spiegelt die Entscheidung, die ich getroffen habe. Meine Augen sind klar und mein Blick streift in die Ferne.

Noch nie war die Sehnsucht so groß. Noch nie habe ich so sehr darauf gewartet, dass sie wiederkommt … die Fähre … die alle Jahre wieder an meiner Insel vorbeigefahren ist.

Und sie ist oft gekommen. Aber ich bin nie eingestiegen.

Doch heute ist alles anders …

Dann … endlich … erblicke ich sie … als kleinen Punkt in der Ferne … der nun immer größer wird …

Nach einer scheinbar endlosen Zeit kann ich die bunten Menschen auf ihr wiedererkennen. Ein lustiges Treiben herrscht dort und ich spüre die Aufregung in mir, weil ich weiß … heute werde ich sie herbeiwinken …

Entschlossen strecke ich beide Hände in die Höhe … und sofort kommt sie näher … als wenn sie nur auf ein Zeichen von mir gewartet hätte in all den Jahren … Komisch … als ich sie betrete, ist es, als täte ich das Normalste der Welt … ich spüre keine Angst … nur Neugier … und eine übermächtige Freude …

Die vielen bunt gekleideten Menschen nehmen uns auf, als wenn sie nie etwas anderes hätten tun wollen.

Meine Kinder entschwinden lachend meinem Blick … sie sprechen die Sprache dieser wundersamen Menschen und Glück macht sich in mir breit … sie werden zurechtkommen.

Als die Fähre ablegt, suche ich mir einen Platz, um mich etwas auszuruhen, und mein Blick schweift über das große Meer.

Jemand reicht mir eine heiße Tasse Tee … und ich erkenne sie wieder …

Ein Lächeln huscht über mein Gesicht, es ist die Frau von damals …

Still sitzen wir eine Zeit nebeneinander und schauen einfach dem bunten Treiben der Menschen zu.

Da schaut mir diese üppige Frau in ihrem bunten Kleid tief in die Augen … und spricht mit mir … etwas hilflos sehe ich sie an … aber sie lächelt und spricht einfach weiter … Und nach einer Zeit ist mir, als könne ich sie verstehen … und ich erkenne die Bedeutung ihrer Worte:

Dies ist die Fähre der Zuversicht.

Wohin sie uns bringt, können wir selbst entscheiden … wichtig ist, dass wir in Bewegung bleiben und neugierig auf alles Neue sind. So können wir unser Leben bunt machen und das Glück und die Liebe in uns selbst finden. So wird es uns auch möglich sein, fremde Sprachen zu sprechen. In uns liegt die Wahrheit, wir müssen es nur zulassen, dass wir sie hören können … denn erst dann lernen wir sie zu verstehen …

von Britta Basler  

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Kommentare

  • Auf der Fähre der Zuversicht eingestiegen und mitgefahren bin ich daraufgekommen, dass sie nicht nur eine Fähre ist, sondern sich in einen ständigen Wohnort verwandeln kann.
    Mit der Erfahrung, das alles was in meinem Leben passiert GUT für mich=MEIN SELBST ist – auch wenn ich das nicht in dem Moment sondern erst später erkannte kann ich heute gelassen mit Zuversicht in die Zukunft blickend sagen.
    ! Dein Wille geschehe !
    Alles Liebe für 2015 und darüber hinaus wünscht euch
    Herbert

  • Es ist eine sehr schöne Geschichte, die auch mich etwas anrührt.
    Aber Geschichten sind Geschichten und Träume sind Träume.
    Es ist nicht gut, sich jeden Traum zu erfüllen. Denn dann habe ich vielleicht keine Träume mehr.

    Das Schiff mit dem bunten Leben an Bord mag vielleicht für viele etwas Schönes sein. Es ist sicherlich auch als Synonym für eine bunte Gesellschaft zu sehen.

    Aber es ist auch eine Modewelle, nur alles Bunte als schön, bereichernd und erstrebenswert anzusehen und Menschen abzulehnen, die es nicht bunt mögen.

    Viele schwarz/weiß Fotografien sind ästhetischer, als die knallbunte, inhaltsleere Reklame.

    iCH MAG DIE BESCHAULICHKEIT. ICH MAG SCHWARZ WEIß. ICH MAG ÄSTHETIK. ICH MAG SO LEBEN, WIE ICH MÖCHTE – NICHT WIE ES DER ZEITGEIST UND VIELE ANHÄNGER DES ZEITGEISTES VON MIR ERWARTEN.

    Und ich möchte auch weiter so leben.

    Ich finde meine Insel kuschelig, gemütlich und beschützend. Die Menge der Menschen auf dem Schiff, ihre Buntheit, ihr Lärm, Ihre Fremdheit ist für mich eher eine Bedrohung. Ich möchte nicht mit vielen Fremden auf einem engen Schiff eingepfercht sein und ihnen nicht aus dem Weg gehen können.

    Ich möchte nicht zu den Menschen auf dem Schiff gehören und ich möchte sie auch nicht auf meiner Insel landen lassen.

    Wenn es jemand als schön empfindet, (ziel- und bindungslos) durch die Welt zu fahren soll er es tun. Aber er möge bedenken, dass nur die vielen Menschen, die solide und zuverlässig auf ihren Inseln arbeiten und alles am Laufen halten, dieses “Reisen” ermöglichen. Diese kleinen dummen und ignoranten Spießbürger.

    Vielleicht sollten die Reisenden auch einmal bedenken, dass sie mit ihrer Haltung die Insulaner ausnutzen. Sie steigen aus einem System aus. Sagen, ihr dummen, unbeweglichen Insulaner könnt ja weitermachen und alles am Laufen halten, bis wir wieder kommen und wieder einsteigen wollen.

    Eine Anmerkung zum Schluss: Es überrascht mich nicht, dass fast alle Beiträge zu dieser Geschichte von Frauen verfasst sind. …. was müssen sie für ein Leben führen, wenn sie so sehnlich auf die FÄHRE warten, anstatt sich ein wohnliches, sicheres gemütliches SCHIFF zu bauen …..

    Aber ein SCHIFF bauen ist mühsam. – Die FÄHRE haben ja andere gebaut.

  • Liebe Britta,
    deine Geschichte tut mir gerade so gut! Die Fähre Zuversicht ist in Sicht, sie kreuzt schon einige Zeit von ost nach west und zurück. Vor lauter Tränen und immer wieder großem Schmerz sah ich sie nach einer grooooßen Enttäuschung nicht wirklich. Die Hoffnung stand immer wieder vor mir. Geduldig sein, denn alles braucht Reifung. Danke dem lieben Menschen der dies geschrieben hat. Nun seh ich die Fähre und winke ihr zu… Bald steig ich ein und nehme mich mit.
    Ich höre das Adventlied “Es kommt ein Schiff geladen, es trägt ein teure Last…”
    Adventliche Grüße von Ines

  • so war ich 18 Jahre gefangen, bis ich meine Insel verlassen habe. Es braucht zu allem Reifung um für sich das Gute zu finden

  • Man könnte auch das Leben (allgemein) als “Wanderschaft” bezeich-nen.

    Wir gehen unseren Weg. Dabei treffen wir die verschiedensten Leute:

    * Leute, die in unserer Biografie zu “Schlüsselfiguren” werden, unse-ren eingeschlagenen Weg in eine neue Bahn “lenken”, uns neue An-sichten “vermitteln”

    * Leute, die uns in Krisen-Situationen als moralische “Stützen” beiste-hen, uns davor bewahren, den Mut zu verlieren, uns vor eventuel-len “Torheiten” (zu impulsiven Handeln, das uns u. U. dazu verleiten mag, anderen, uns eigentlich gut Gesonnenen Unrecht zu tun)

    * “Mahner”: Leute, die uns vor Torheiten bewahren, in dem sie einem beispielshaft von einem Scheitern von Leuten (sei es ihnen selbst oder ihren Bekannten) erzählen und einen das zweifelhafte Vorhaben über-denken/ Plan verwerfen lassen.

    Oder sie bestärken einen etwas (für einen gesundheitlich ÜBERLE-BENSwichtigen Termin) wahrzunehmen. (z. B.: Mein Vater hat immer nur geackert, sich nie irgendwelche Pausen gegönnt. Zum Schluss hat-te er zwei Schlaganfälle und der letzte hat ihm endgültig das Genick gebrochen!)

    *”Motivatoren”: Diese haben unser Scheitern aktiv (durch Beobach-tung) oder passiv (durch “Dritte” zugetragen) mitbekommen und ent-schließen sich, einem (nachhaltig) zu helfen. Das “Scheitern” (an sich) ist für sie kein Argument gegen erneute Versuche.

    Ihre (Lebens-)Philosophie (innere/ moralische) Einstellung) lautet “‘Geht nicht!’ gibt ‘s nicht!”.

    Vielleicht hat man die Sache falsch angegangen, die falschen “Stellen” angelaufen, …

    Sie nehmen einen ENTSCHLOSSEN bei der Hand und beweisen einem: Du bist auf halbem Weg stehen geblieben./ Dein Vorhaben war nicht ganz ausgegoren und nicht insgesamt durchdacht.

    Dem Ängstlichen stärken sie den Rücken – getreu dem Motto: Man kann zwar scheitern, aber man sollte niemals aufgeben/ Aufgeben soll-te/ darf nie eine Option sein!

    Oder um es mit Bertold Brecht auszudrücken: Wer kämpft, kann ver-lieren. Wer nicht mehr kämpft, hat bereits verloren!

    Mit dem Zusatz “…Ab sofort kämpfen wir zusammen!” hatten meine El-tern vor nun bald zehn Jahren unsere Einladung zu unserer Verlobung gestaltet.

    Ebenso trifft man auf seinem Weg Leute, deren (Lebens-)Philosophie man vielleicht nicht zwingend teilt, aber die man toleriert (respektiert).

    Doch grundsätzlich kommt man (meine persönliche Erfahrung) mit ei-ner gewissen (Grund-)Toleranz immer weiter als wenn man der “Welt” seinen “Stempel” (u. U. krude Ansichten) auf Krampf aufzudrücken an-maßt.

    Nur weil sich jemand (Frau – in diesem Fall: meine Nachbarin über mir) prosituiert, ist dieser nicht automatisch ein schlechterer Mensch als ich selbst.

    Vor unserem Rathaus gibt es eine (über lange Jahre) etablierte “Trin-ker”-Szene. Ich heisse zwar übermäßigen Alkoholgenuss nicht gut (zu-mal ich Medikamente nehme und daher ganz konsequent Alkohol mei-de – ausser als Zutat von etwas Essbarem). Aber deshalb sind diese Leute nicht automatisch schlechter als ich!

    Ich habe einen – Ali heisst er -, mit dem ich mich im Vorbeigehen im-mer grüße. So denn es meine Zeit zulässt, nehme ich mir ein paar Mi-nuten für einen unverfänglichen Plausch. Er strahlt bei meinem Vorbei-kommen immer über’s ganze Gesicht.

    Einmal sagte er “Saskia – du bist so freundlich zu mir!”. Sicher – ich ha-be schließlich mit ihm keinen Disput, keinen Grund zur Unfreundlich-keit (ihm gegenüber). Es ist traurig, wenn manche (Zeitgenossen) so sehr ihren Vorurteilen “verhaftet” sind, dass sie sich nicht einmal für wenige Minuten auf diese Leute einlassen können (ein ungezwunge-nes Gespräch erfordert keinen übermäßigen Reichtum!)!

    Ein anderer heisst André. Anfangs haben wir uns ebenfalls im Vorbei-gehen gegrüßt (freundlich grüßend zugenickt) und einen zwanglosen Plausch gehalten.

    Wir waren uns auf Anhieb sympathisch. Irgendwann habe ich ihn
    dann doch mal nach seinem Namen gefragt. Es ist schon sehr kurios, wenn einen eine persönliche (Grund-)Sympathie eine seltsame Ver-
    trautheit mit (einem faktisch) Fremden “verbindet”.

    Seitdem quatschen wir immer, wenn wir uns wo treffen und es unsere Zeit (terminlich) zulässt.

    Mein Lebensgefährte wirkt mit seinen chronischen Vorurteilen bezüg-lich dieser Leute vehement auf mich ein, dass ich (seiner Ansicht nach) mit diesen Leuten gar nicht erst Kontakte knüpfen sollte!

    Nur weil André sich überwiegend bei den Trinkern aufhält, unterstellt er ihm konsequent ebenfalls übermäßigen Alkoholkonsum. Darauf führte er auch zurück, dass er (André) körperlich sehr fertig wirkte.

    Ich habe ihm erklärt, dass er sich durch seinen Umgang nicht zwin-gend deren “Eigenarten” zueigen machen muss und es (die äussere Er-scheinung) mit seinem Job zusammenhängt.

    Als ich ihm dessen Arbeitgeber (“Leben mit Behinderung”) nannte, war ihm klar/ wurde ihm gewusst, dass der Umgang mit dem dortigen (pri-
    mär: schwerbehinderten) “Klientel” dieser Erscheinung geschuldet ist.

    Oder um das ganze abzukürzen:

    Unsere (Lebens-)”Geschichten” werden nur durch die verschiedenen Charaktere, die wir treffen und denen wir den Zutritt in unser “Revier” gewähren, wirklich so richtig interessant!

    Es bedarf einem gewissen (zwischenmenschlichen) Interesse, einer ge-
    wissen (Grund-)Toleranz und Gleichmut (das Bewusstsein, dass es an-
    deren – sei es gesundheitlich, beruflich oder finanziell – oftmals mitun-
    ter schlechter (er)gehen kann als einem selbst!

    Vor allem sollte man sich tunlichst davor hüten, sich sein Umfeld (nach seinen Wünschen/ “Ansichten”) “zurechtbiegen” zu wollen.

    Denn nur die (zwischenmenschlichen) Unterschiede machen unser Leben wirklich “bunter” (interessanter)!

    Da muss ich ihm noch die Vorurteile abgewöhnen!

    Immerhin weiss er inzwischen, dass übermäßiges Übergewicht nicht zwingend von falscher Ernährung/ übermäßigem Essen kommen muss, sondern durchaus auch medikamentös bedingt sein kann (“Risi-
    ken und Nebenwirkungen”).

    Sicher kann man sich sagen “SO breit will ich unter gar keinen Umstän-
    den jemals werden wollen!”. Das ist einem unbenommen!

    Aber man sollte sich tunlichst vor vorschnellen Vorurteilen hüten – zu-
    mal manche dieser Leute (verbal) sehr leicht (schnell) persönlich
    angegriffen fühlen und dann so richtig aggressiv werden können!

    Leute, die souverän mit ihrer Schwerbehinderung umgehen und ei-
    nem freundlich-bestimmt den tatsächlichen Grund ihrer Beleibtheit er-
    klären, sind (leider) eher die Ausnahme!

  • Danke für diese Geschichte, die mich ins Mark getroffen hat. Ich wünsche euch allen da draußen, dass die Fähre der Zuversicht oft bei euch vorbeikommt und ihr vielleicht eines Tages an Bord geht.
    Und eine inspirierende Adventszeit

  • manuelafleischmann@hotmail.com schreibt am 1. Dezember 2014 Antworten

    Hallo alle zusammen,
    ich bin auch zu Tränen gerührt, weil die Geschichte mich auch sehr beschäftigt. Es ist auch momentan ein so sehr aktuelles Thema in meinem Leben, dass ich fast verrückt werde! Meine Insel ist auch sehr komfortabel und sicher – mit Mann, Kind und Firma, die gut läuft. Aber ehrlich – ich halt’s auch nicht mehr aus – schon sehr lang nicht mehr. Die Angst der Veränderung ist aber so groß, dass ich auch jedes vorbei fahrende Schiff leugne und die Augen davor verschließe. Ich hoffe, dass ich den Mut finde auch irgendwann einzusteigen. Liebe Grüße

  • Wow. Ich habe mich hier noch nie geäußert, aber heute ….

    Selten habe ich eine so gehaltvolle und passende Geschichte gelesen.

    Gerade, wo mir gestern jemand eine Tasse Tee gereicht hat …

    Vielen vielen Dank für diese eindrucksvolle und berührende Geschichte.

  • In dieser Geschichte erkenne ich meine eigene Vision. Schön, dass es so viele Menschen gibt die ähnliche Gedanken haben. Meine Fähre wird einen langen Weg vor sich haben und mich auf eine völlig andere Insel bringen, abseits aller bisherigen Gewohnheiten und Sicherheiten.

  • Wow.

    Ich habe mich hier noch nie geäußert, aber jetzt …

    Diese Geschichte ist so gehaltvoll … so treffend … ich habe mich auf meiner Insel gesehen. Ich bin zwar noch nicht am Ziel, aber schon auf der Fähre. Und gerade gestern habe ich auch eine Tasse Tee gereicht bekommen und spreche wieder eine neue Sprache.

    Danke Britta, für diesen so treffenden und eindrucksvollen Text!
    LG

  • Liebe Britta Basler,
    Ihre Geschichte hat mich zu Tränen gerührt. Ich erkenne mich komplett wieder.
    Es ist so schön, keine Angst mehr zu haben, sondern einfach nur neugierig auf das Leben zu sein. Das bin ich. Und es fühlt sich so gut an!
    Vielen Dank für diese Geschichte.
    Liebe Grüße,
    Christina

  • Als die Fähre schon ziemlich vom “unglückliche-Ehe-Ufer” entfernt zu sein schien, habe ich den Absprung gewagt. Deshalb nenne ich meine Fähre “Sprungbrett”. Mein Absprung ist nun 2 Jahre her. Er war riskant und abenteuerlich (2 Schulkinder und ein Säugling dabei!) – im wahrsten Sinn des Wortes eine Nacht- und Nebelaktion. Es fühlte sich an, wie die letzten Momente einer Geburt: Es ist unschaffbar, unmöglich… und wenig später schon spürt ein neues Geschöpf Licht und Wärme dieser Welt, wird von liebevollen Händen aufgenommen und durch die Zeit begleitet, um stetig zu wachsen und sich zu entwickeln. [Danke an meine Freunde!] Heute bin ich froh, daß ich lerne mein “Lebensschiff” wieder selbst zu steuern, mir selbst wieder neu zu begegnen und immer mehr Glück einatmen zu können. Allen, denen es vielleicht ähnlich geht, wünsche ich Mut für die “Reise ins Neue”.

  • Wunderschöne Geschichte. Mir gibt sie das Gefühl, als hätte ich das schon 100 mal gemacht. Ich bin gegangen, habe neu angefangen, hab andere Menschen kennen- und lieben gelernt, hab neue Jobs bekommen, hab ein neues zuhause aufgebaut. Ich bin nicht rastlos, aber immer wenn ich merkte, da stimmt was nicht, hab ich die nächste Fähre genommen, und mein Leben in die für mich und meine Kinder bessere Richtung gebracht. Das ist gar nicht so schwer. Das einzige Dillema ist für mich, das ich mir für mich Beständigkeit wünsche. Der Job ist toll, macht Freude, meine Kinder sind die Besten auf der Welt. Meine Familie hält zu mir. Nur das Liebesglück mit Partner scheint bei mir nicht zu funktionieren. Ich bin trotzdem sehr dankbar. Ich bin gesund und habe alles was ich brauche, und wenn was dazwischen kommt, lenke ich eben in eine neue Richtung.

  • Hallo liebe Leser,

    ich danke euch für die wunderbaren Kommentare !
    Es hat nicht nur viel Mut gebraucht, das alte Leben loszulassen sondern auch diese Geschichte zu schreiben. Und ich freue mich umso mehr, wenn sie auch anderen den Mut gibt an sich zu glauben und etwas zu verändern. Denn nur wir selbst dürfen bestimmen wie wir leben wollen.

    Noch einen schönen 1. Advent
    Eure Britta

  • Das Bild der Fähre ist ein gutes und buntes und fröhliches. Genauso fühlt es sich ja auch an, wenn man seine Insel verlässt. Die Fähre bringt einen immer in ein besseres, anderes Leben, das hoffentlich nicht wieder eine Insel wird! Der Weg von der Fähre in dieses Neue ist leider nicht immer einfach und erfordert Kraft und Geduld. Aber es lohnt sich erfahrungsgemäß. Nicht aufgeben oder (ver)zweifeln!!!!

  • Wunderschöne Geschichte! Und jede/r findet sicher ein eigenes Bild zu einer solchen Insel.
    Meines ist etwas traurig: Ich habe verpasst die Insel rechtzeitig zu verlassen, als ich noch frei die Entscheidung hätte treffen können. Jetzt hat ein Sturm nicht nur die Insel zerstört, sondern auch mich aufs Meer hinaus getragen. Hier schwimme ich nun an einen Ast geklammert und halte Ausschau nach der Fähre. Aber sie lässt auf sich warten.
    Ich werde mit Sicherheit keine Fähre mehr ziehen lassen. Oder zumindest vor jedem Wiederaufbau der Insel kritisch prüfen, ob nicht die Kraft besser in den Neuanfang durch einen Schritt ins Ungewisse investiert werden sollte.

    • Ulli schreibt am 30. November 2014

      Hallo Tina,

      Als ehemaliger Seefahrer weiß ich, das jedem Sturm auch einmal die Puste ausgeht. Gegen einen Sturm zu kämpfen ist sinnlos. Ein Schiff steuert man gegen den Wind, und passt sich den Wellen an. Den Kurs bestimmt der Sturm und die Geschwindigkeit ist so, das man auf den Wellen reitet, also auf und ab. Wenn man über Bord geht, sollte man die Ruhe bewahren und möglichst seine Energie sparen. Wenn der Sturm vorbei ist, dann hast Du klare Sicht, und siehst die Fähre besser. Dann brauchst Du die gesparte Energie um Dich bemerkbar zu machen. Allerdings wird man Dich auch von der Fähre aus, bei klarer Sicht besser sehen.

  • Wunderschön Deine Geschichte,es macht mich nachdenklich das ich auch was zu verändern hätte und das schon lange.Macht Mut,danke dafür und einen schönen 1 Advent

  • Eine mutmachende und bewegende Geschichte, wahrscheinlich für all die, die sich derzeit in einer ähnlichen Situation befinden ganz besonders. Mir hat sie bewusst gemacht, was schon lange lange in meinem Leben Tatsache ist.
    Hoffe, dass ich den Mut finde, zum Strand zu gehen und mir diese Fähre einmal offen und aus näherer Sicht anzusehen. Weiß, dass sie mir auch schon viele Male begegnet ist. Koffer packen und aufzusteigen wäre notwendig und heilsam. Arbeite dran, es zu schaffen.
    Danke für diese Anregung
    Ursula

  • Ich habe zur Zeit auch das Gefühl, das ich auf einer Insel bin. Eine schöne ruhige sichere Insel auf der es mir gut gefällt. Es kommt auch eine Fähre vorbei, aber dort sind nur aggressive oberflächliche Menschen die keine Zeit haben und hektisch und apathisch auf kleinen Geräten tippen. Dort möchte ich nicht einsteigen. Was soll ich tun ?
    Ein Floß bauen ? Und wie sind die Menschen auf dem Festland ?

    • Anita Lehmann schreibt am 30. November 2014

      Ein Floß bauen…….Mut haben…neugierig sein…..jaaaa!
      Natürlich wird man unterwegs solchen und solchen Menschen begegnen…..aber nur in Bewegung wird man überhaupt anderen Menschen, Kulturen, Orten begegnen, kann Visionen verwirkichen, neue Ideen finden. Welche dieser Begegnungen ich in mein Herz lasse, das kann ich selbst entscheiden. Lehrreich sind sie alle.
      Und – ich muss meine Insel nicht dauerhaft verlassen……ich liebe es auf Reisen zu gehen und kehre nach einiger Zeit immer wieder gerne zurück – um bereits neue Visionen für neue Reisen zu haben.
      Aber einfach am Strand sitzen und wehmütig in die Ferne starren…nein, das ist vorbei!

  • Genau diesen Schritt bin ich vor 12 Tagen gegangen. Es hat viele Jahre gedauert – die Fähre ist in regelmäßigen Abständen an meiner Insel vorbei gefahren – und irgendwann stand die Entscheidung fest. Am 18.11. habe ich meine Insel verlassen und es fühlt sich saugut an…

  • Was für ein ZUFALL!! Gerade gestern hab ich den Entschluss gefasst, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen und wieder mit meinem letzten Kind allein zu wohnen ohne meinen Mann. Ein schwerer Entschluss. Aber endlich fühlt es sich richtig an und ich bin so neugierig auf das, was kommen wird. Vor allem auf mich selbst und die Menschen, denen ich jetzt begegnen werde. Und so zuversichtlich, dass wir es schaffen werden. Alles Liebe für Dich, liebe Britta, auf dieser Welt und nur Mut.

  • Es ist eine sehr schöne Geschichte! Habe auch mich beim lesen ertappt dass ich einen rückzug mache von lang ersehnten wenn es soweit ist. Die Geschichte hat mir gezeigt das man nur Mut haben muss um sein lang ersehnten durch zu ziehen, also um zu setzen. Hab vielen lieben Dank.

  • Eine wunderbare Geschichte, die erst mal wirken muss. Sie bietet großes Potential damit (und an sich selbst) zu arbeiten. Danke :)

  • Sehr schöner Beitrag. Hat mir gut gefallen deine Geschichte zu lesen. Sie gibt mir das Gefühl von Ruhe und Geborgenheit. Obwohl deine Geschichte sehr tiefsinning ist, ist sie dennoch einfach nachzuvollziehen und lässt Räume für eigene Interpretationen :)

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