Die Helden meiner Kindheit

Vor einiger Zeit war ich auf einer ziemlich coolen Mottoparty. Das Motto war: „Helden deiner Kindheit“. Die Party war der Knüller, alle haben sich richtig in Schale geworfen und wir haben uns köstlich über die ausgefallenen Kostüme amüsiert.

Aber das eigentlich Spannende für mich war, sich Gedanken über die Frage nach den eigenen „Helden“ zu machen. Denn irgendwie sagen die eigenen Helden ja auch etwas über die eigene Persönlichkeit aus. Also sollte mein Kostüm dann auch einigermaßen zu mir passen. Als wer oder was sollte ich also gehen?

Die Frage nach meinen Helden war für mich auf Anhieb gar nicht so leicht zu beantworten. Und als ich mich im Nachhinein mit anderen Partygästen darüber unterhalten habe, wurde mir klar, dass es da ganz vielen so wie mir ging. Viele erinnerten sich zwar an prägende Figuren aus der Kindheit. Aber Helden …? Das war schwer.

Ich hatte zu dieser Frage irgendwie nicht so recht Zugang. Anfänglich habe ich darüber nämlich zu sehr aus meiner heutigen Warte als Erwachsener nachgedacht. Als ich dann aber anfing in Gegenständen aus meiner Kindheit zu stöbern, wurden in mir die Erinnerungen wach … Ich konnte mich gut zurückversetzen und schnell wurde mir wieder klar, dass ich als Kind auch so richtige Helden hatte.

Was sagen Helden eigentlich über uns selbst aus?

Für mich begann eine spannende Entdeckungsreise in meine Kindheit und Jugendzeit. Denn ich habe mich gefragt: Warum war eigentlich ausgerechnet diese Person/Figur für mich ein Held? Und was sagt das eigentlich über mich aus?

Die meisten Helden verkörpern ja besondere Eigenschaften. Eigenschaften, die wir vielleicht selbst auch in uns tragen und die uns dann mit dem Helden irgendwie verbinden. Oder Eigenschaften, die man vielleicht selbst besonders gerne hätte. Helden sind für uns oftmals so etwas wie Identifikationsfiguren.

Meine Helden aus der Kindheit hatten oft etwas mit physischer Stärke, Improvisationstalent oder Abenteuerlust zu tun. Zu meiner Zeit waren das z. B. Superman, MacGyver oder Indiana Jones. Also eigentlich nichts Untypisches für Jungs in dem Alter.

Aber die Helden, die mich ganz besonders gereizt haben, das waren die Kämpfer. Diejenigen, die auch in aussichtslosen Situationen nicht den Glauben an sich verloren haben und nie aufgegeben haben. Diese Eigenschaft fand ich irgendwie ganz besonders toll. Und von solchen Geschichten gibt es im wahren Leben ja sehr viele, besonders im Sport. Meine größten Helden waren deshalb hauptsächlich Sportler mit solchen Kämpferherzen. Ayrton Senna zum Beispiel. Und Muhammad Ali.

Helden als Vorbilder

Je mehr ich mich mit meinen Helden und ihren Eigenschaften beschäftigt habe, desto mehr wurde mir rückblickend klar, dass sie mir in manchen Situationen auch als ein gedankliches Vorbild gedient haben.

Helden werden im Laufe ihrer Entwicklung immer vor schwere Prüfungen gestellt. Und im Grunde ergeht es uns in unserem Leben ja ganz genauso. Als Kind bzw. Jugendlicher ganz besonders. In dem Alter ist man sehr oft Prüfungen ausgesetzt, ganz einfach, weil sehr viele Erfahrungen für uns in dieser Zeit noch ganz neu sind. Heldengeschichten können in solchen Situationen als Hilfestellung dienen. Und sie zeigen uns, dass man mit seinen Problemen und Zweifeln nicht allein ist und dass andere Menschen auch schon vor solchen Herausforderungen standen.

Als kleiner Junge war es für mich z. B. total cool, so zu entscheiden, wie Indiana Jones es vermutlich auch getan hätte. Und im Zweifel dadurch manchmal mutiger zu sein, als ich es sonst wohl gewesen wäre.

Die Kämpfertypen waren für mich ein besonderes Vorbild darin, es noch mal zu versuchen und noch mal und noch mal. Nicht aufzugeben und Dinge so lange zu probieren, bis ich endlich den Dreh raushabe. Das war rückblickend sehr wichtig für mein Selbstvertrauen und ganz konkret auch für die schulische Laufbahn.

Bei all dem Nachdenken über meine Helden ist mir dann klar geworden, wie wichtig sie für mich damals als Vorbilder waren. Und dass meine Helden mich in meinem Leben vielleicht doch mehr geprägt haben, als mir je bewusst war.

Welche Bedeutung haben Helden für dich?

„Helden deiner Kindheit“. Ich hätte nie gedacht, dass ein Partymotto solch einen Stein bei mir ins Rollen bringen könnte … Je mehr ich mich in die Perspektive des Kindes und Jugendlichen zurückversetzt habe, desto klarer wurde mir, in welcher Weise mich meine Helden geprägt haben.

Und auch heute als Erwachsener tun sie es noch. Ich denke darüber zwar nicht so bewusst nach, aber Geschichten von Kämpfertypen berühren mich immer noch sehr, wenn ich mal davon lese oder höre.

Ich weiß nicht, welche Rolle Helden und Vorbilder für dich in deinem Leben gespielt haben. Aber ich möchte dich gerne dazu einladen, dir darüber auch mal Gedanken zu machen:

  • Als wer oder was würdest du wohl auf diese Party gehen?
  • Warum ausgerechnet diese Person oder Figur? Was könnte das über dich aussagen?
  • Haben deine Helden und Vorbilder dich rückblickend in deinem Leben irgendwie beeinflusst? Wenn ja, wie?

… Und für alle Neugierigen unter uns: Ich bin dann übrigens als Indiana Jones gegangen ;-)

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Kommentare

  • Meine Helden:

    Meine Mutter: Sie hat – selbst in den widrigsten Situationen – immer an mich geglaubt und zu mir gehalten. Entgegen der ursprünglichen Ansa-ge, dass ich (achtung! O-Ton meines Beurteilers) höchstens die Sonder-schule schaffe – mehr aber auch nicht, hat sie mich – auf Anraten vieler ihrer Kollegen vom Schulbesuch zurückgestellt.

    So an sich ist sie ein sehr verträglicher, umgänglicher Mensch. Aber wehe, sie wird ärgerlich!

    Dann aber richtig und dann wird im Amt sogar der sturste Sachbear-beiter verbal so zusammengestaucht, dass er ganz kleinlaut wird und sich keinen weiteren Widerspruch traut!

    Ich erinnere mich einen ganz konkreten Fall, wo sie einen Sacharbei-ter so auf den Pott gesetzt – ich hatte mit dem armen Mann ehrlich Mitleid. Auch wenn er sich die Abreibung mehr als redlich verdient hatte – dennoch wollte ich mit ihm (in jenem Moment) für kein Geld der Welt den Platz tauschen.

    Meine Schwester, die für mich mehr als meine große Schwester ist: Sie ist gleichzeitig meine beste Freundin.

    Selbst wenn ich noch den größten Mist gemacht hatte, war sie immer meine allererste Anlaufstelle (“Zwischeninstanz vor unseren Eltern”).

    Wie innig wir schon damals verbunden waren, zeigt ein Foto von uns – ca. 1977/1978 – geschossen, in dem sie mich von hinten umarmt hält.

    An dieser innigen Verbundenheit hat sich bis heute nichts geändert.

    Unsere Mutter beneidet uns mitunter um unser gutes Verhältnis.

    Denn sie hat einen (13 Jahre) jüngeren Bruder, zu dem der Kontakt al-les andere als innig ist. Vielmehr ist er zu einem echten Mesanthrop verkommen, den man nicht einmal seinen ärgsten Rivalen auf den Hals wünschen würde!

    Mein Vater sagte später mal: Sie hat mich nie verraten – egal, was ich gemacht hatte!

    Mein Paten-/ Lieblingsonkel: Den habe ich damals schon sowas von abgöttisch geliebt!

    Wann immer mein Vater am Telefon “hing”, habe ich zunächst (akustisch) zu reflektieren versucht, wer wohl “d’ran” sein könnte.

    Fielen dabei Begriffe wie “Meerane” (ihre Vaterstadt/ Geburtsort, liegt bei Chemnitz – zu DDR-Zeit: Karl-Marx-Stadt), “Moni” (seine damalige Lebensgefährtin, die er inzwischen geheiratet hat; also: meine Tan-te), “München” (sein damaliger Wohnort) oder “Steuern” (er war als Steuerberater tätig), dann konnte das NUR mein Onkel sein!

    Dann lag ich auf der Lauer. Wenn mein Vater dann etwas ans Telefon holen musste, habe ich die Gunst der Stunde zum Plausch mit ihm genutzt.

    Sagte mein Vater später entschuldigend “Tut mir leid, Bruderherz: Die Suche hat etwas länger gedauert!”, gab mein Onkel zurück – und das Grinsen war buchstäblich herauszuhören – “Macht nichts – ich bin ja nett unterhalten worden!”

    Wenn er bei uns auf Besuch war, bin ich wie eine Klette an ihm gehan-gen. Das hat ihn aber nicht sonderlich gestört. Vielmehr hat er sich ü-ber meine (uneingeschränkte) Sympathie gefreut. Damals war ich acht/ neun Jahre alt.

    Selbst wenn die beiden geredet haben, habe ich mich bei meinem On-kel einfach auf den Schoß “gequetscht”. Was die beiden geredet ha-ben (ging bei denen primär eh’ um Steuern), war mir relativ schnup-pe! Mein Onkel war für mich das Allerwichtigste!

    Meinem Vater passte das meist nicht und er wollte mich weghaben. Doch wenn mein Onkel lachend zurückgab “Lass’ sie doch, wenn sie bei mir sein will! Stört sie dich? Mich stört sie nicht!”, war damit der Drops gelutscht.

    Nur widerwillig hat mein Vater meine Gegenwart geduldet!

    Während meiner KITA-Zeit: “Herr Hahn”. Der Student (Musik auf Lehramt) war der einzige, den wir siezen mussten.

    Doch das tat der kindlichen Sympathie keinen Abbruch. So bald er in die Gruppen kam, bildete sich augenblicklich eine riesige Traube um ihn. Im Gepäck hatte er immer seine Gitarre.

    Im Herbst beim Laternelaufen hatte er immer das Akkordeon dabei.

    Herr Hahn ohne etwas Musizierbaren war so undenkbar wie Hamburg ohne seinen “Michel” (St. Michaelis: unser Wahrzeichen über die Stadt-grenzen hinweg).

    Ich habe den so abgöttisch geliebt, dass ich ihn oft sogar im Konferenz-raum aufgesucht habe. Eigentlich war dieser für uns Kids tabu. Doch angesichts dessen, dass da ein Mensch war, den ich abgöttisch geliebt habe, war dieses “Tabu” für mich kein Hindernis.

    Die Betreuer haben nie was gesagt: Wohl, weil ihnen klar war, dass bei mir Schimpfen nicht viel bringt. Ich habe da schon getan, was ich wollte und für richtig hielt!

    Mein absoluter Renner war “Mein Hut – der hat drei Ecken”. Mit die-sem ist er für mich bis heute eng verbunden!

    Michael Groß: Damals brachte der Offenbacher sportliche Höchstlei-stungen, die mir als Teenie (13/ 14 Jahre) sehr imponiert haben.

    Nils Holgerson: Ich wäre gerne mitgeflogen – daran denke ich auch vor allem dann, wenn ich Gänse in Formation in ihr Winterquartier fliegen sehe. In meiner Vorstellung bin ich immer mitgeflogen.

    Samson (“Sesamstraße”): Den hätte ich (als Kind) gern mal persönlich ganz doll geknuddelt. Vielleicht erklärt das auch, weshalb ich meinen heutigen Lebensgefährten (mit dem ich nun auch bald seit elf Jahren zusammenbin) mit seinen 1,92 Körperhöhe (ich: 1,55) als meinen Rie-sen-Teddy und Knuddelbären ansehe.

    Ronja Räubertochter: Nicht nur der Mut, sondern auch die Offenheit, sich auf Unbekanntes einzulassen und dass sie eine “Brücke” zwi-schen zwei seit Jahrzehnten innig verfeindeten Familien “schlägt”.

    Momo: Sie ist “Botschafterin” des entschleunigten Leben und das Sym-bol des liebevollen, sozialen Miteinanders. Unter anderem bietet sie den “grauen” Herren die Stirn und weigert sich vehement, sich mit un-erträglichen Umständen abzufinden.

    Wo mancher nur resigniert mit den Achseln zucken würde, lehnt sie sich gegen diese auf und steht für ihre Belange und Ansichten ein.

    Hardy/ Laurel (“Dick und Doof”): Über die beiden konnte ich mich im-mer köstlichst amüsieren.

    Charly Chaplin: Der “Tramp” animiert – selbst mit den komischsten Fil-men – mit zum Nachdenken/ Reflektieren, wie man selbst in einer ähn-lichen Situation reagieren/ handeln würde.

    “Der kleine Prinz” (Saint-Exupery): Es steckt sehr viel Wahrheit/ Weis-heit in der Geschichte. Allerdings ist diese nur etwas für Leute, die ihr (aktuelles/ bisheriges) Leben konstant “reflektieren”.

    “Ele/ Bogo/ Minimax” (Elefant/ Bär/ Drache): Das unschlagbare Trio er-lebt/ besteht so manches kuriose Abenteuer.

    Truck Stop: Meine “Leib- und Magen”-Band, mit der sich ein neues Ka-pitel in meiner Biografie aufgetan hat.

    Als ich 1980 nach meiner damaligen Op den Plattenschrank meines Va-ters sichtete, fand ich eine höchst interessante LP: Darauf abgebildet waren sechs Männer in Western Outfit. Meine Mutter hatte sie ihm zum elften Hochzeitstag geschenkt.

    Ich habe die LP aufgelegt. Dass die Titel darauf alle in Englisch waren (was ich mit acht Jahren noch nicht verstehen konnte), tat dem “Virus”, der mich da “erfasste”, keinen Abbruch.

    Leider steht bei denen eine (primär gesundheitsbedingte) Auflösung im Raum. Ich hoffe aber das beste und rechne mit dem Schlimmsten!

    “Unsere Oma” (Ilse Kleeberger, das Buch ist im Xenos Verlag erschie-nen. Ich hatte die Triologie in einem Band! Ob es das Buch noch gibt oder längst vergriffen ist, entzieht sich meiner Kenntnis): Ihres hohen Alters zum Trotz hatte sie für die Belange und Sorgen sowohl ihrer En-kel, als auch der Kinder in ihrer Nachbarschaft immer ein offenes Ohr.

    Sie war sehr patent und fand – immer – selbst in der verfahrensten Situ-ation einen probaten (für den in eine – scheinbar- auswegloses Situati-on geratenen) Weg, mit dem Problem umzugehen.

    “Pippi Langstrumpf”: Sie ist ein Freigeist, der sich nicht von der größ-ten Obrigkeit unterwerfen lässt, hat ein flottes Mundwerk und Bären-kräfte, um die ich sie manches Mal beneidet habe.

    Ausserdem stellt sie sich furchtlos und ohne jeden Selbstzweifel jedem noch so riskanten Abenteuer.

    “Kasimir” (“Hallo Spencer”): Sein Baumhaus mit Fahrstuhl hat mich fasziniert.

    “Nepomuk”: Ein – wie man im Hamburger Platt sagen würde – etwas sehr granteliger Eigenbrödler, mit einem weichen Herzen. Seine Empa-thie war mitunter sehr versteckt und nicht für jeden ad hoc zu erken-nen. Wenn er einem unfletig begegnete, meinte er es aber nie böse!

    Achim Reichel: Vor allem sein Titel “Fliegende Pferde” hat mir sehr gut gefallen. Er hat meine Phantasie angeregt. Ich habe mir immer im Gei-ste bildlich vorgestellt, auf einem dieser fliegenden Pferde zu sitzen.

    Überhaupt regen – zumindest das Gros davon – seine Titel sehr zum Nachdenken an.

    Die (für die meisten Schüler) wohl am meisten verhasste Frage: Was will uns der Autor damit sagen?

    Aber mir gefiel schon damals, wenn Titel nicht so einfach “gestrickt” waren, sondern deren “Botschaft” sich meist erst nach einigem Reflektieren erschloss.

    Vielleicht kann man sich ja darauf verständigen: Manche Helden sind für alle, andere für nur wenige bekannt. Aber alle haben eins gemein:

    Sie prägen uns auf die eine oder andere Weise (nachhaltig) für unser Leben!

    • Alexander schreibt am 19. Mai 2014

      Hallo Saskia,

      einiges von dem was du geschreiben hast ist mir selbst noch bekannt, da ich auch schon sehr früh als werdender Versager abgestempelt wurde. Na ja, da sieht man, wenn auch viele Jahre später, dass sich Erwachsene doch, und das nicht selten, irren können. Besonders die ach so alles wissenden Klosterschwestern. Auch eine weltliche Lehrerin war da nicht gerade zimperlich mit ihren demotivierdenden Aussagen, was nicht nur mich betraf. Möge der Herr sie dafür nicht bestrafen. Und, sie alle trugen nicht dazu bei, dass doch aus mir was wurde. Das haben andere, wirklich gute Menschen aus mir gemacht. Beginnend erst ab meiner Lehrzeit. Und en Betreuern im Lehrlingswohnheim. Übrigens, ich selbst bin ein totaler Fan von Dick und doof. Wie konnte ich da diese beiden vergessen, sie als meine Helden zu nennen. Sie waren es auch, die mich immer zum lachen brachten, was mir über viele unschöne Zeiten hinweg half. Gut das du mich daran erinnert hast, wenn auch unbeabsichtigt.

      Gruß
      Alexander

  • Meine Helden in meiner Kindheiten waren Superman, Batman, Spidermen, und auch Mr. Spock, der sooo cool war. Egal was auch immer geschah, er blieb einfach nur gelassen, und wenn ihn doch mal jemand zu sehr ärgerte, dann gebrauchte er nicht seine Fäuste, sondern seinen Spezialnackengriff, denn ich so sehr bewunderte. Für mich war er also ein Held, besonders auch deshalb, weil die Klosterschwestern im Heim, ihn, Mr. Spock etwas Teuflisches sahen. Kannten sie den Teufel persönlich? Klar durch mich. Mein größter Held war aber Superman, denn der konnte fliegen und war stark. Das wollte ich auch sein, besonders in den unangenehmen Zeiten. Da wäre ich oft schnell und weit weggeflogen. Und stark wollte ich auch sein, denn dann wäre ich nicht so oft das Kitzelopfer von den anderen, meist größeren Jungs gewesen, die sich an mir rächten, weil ich, ja das gebe ich zu, oft ärgerte. Wenn ich also stark gewesen wäre, dann hätte ich den Spieß umgedreht.

    Und plötzlich, Jahre später trat mein absoluter Held in mein Leben. Es war Hein Blöd. Egal was er auch immer anstellte, es ging immer schief. Das störte ihn nicht, denn er nahm es mit kindlicher Unschuld hin, und am Ende war alles gut. Für ihn war das Leben … nur schön. Ich habe eine Hein Blödfigur bei mir zuhause, und eine im Büro, und immer wenn jemand diese Hein Blödfigur sieht, sehe ich, wie sich ein Lachen im Gesicht zeigt, wo vorher nicht mal ein kleines Lächeln zu sehen war. Da Hein Blöd mich zum Lachen bringt, ist er für mich mein größter Held. Und wer jemanden zum lachen bringen kann, der ist ein Held, oder?

    Liebe Grüße
    Alex

  • Nun ja, als “Held” würde ich ihn vielleicht nicht gerade bezeichnen, aber der absolute Liebling meiner Kindheit war Alf, der zottelige Außerirdische vom Planeten Melmac. Immer gut drauf, ziemlich durchgeknallt, aber trotzdem liebenswert, so habe ich Alf in Erinnerung. Was mir am meisten gefiel, war, dass er, obwohl er ständig nur Blödsinn gemacht hat, von dieser Familie, bei der er lebte, bedingungslos geliebt wurde. Was er auch angestellt hat, am Ende haben immer alle zu ihm gehalten. Heute sehe ich Alf daher stellvertretend für ein Kind, dass lernen musste, sich in der Welt der Menschen (vor allem der Erwachsenen) zurechtzufinden. So ein Lernprozess läuft natürlich nicht ohne Schwierigkeiten ab. Da braucht es viel Rückhalt und Verständnis von der Familie – und vielleicht ist es genau das, was ich mir selbst in meiner Kindheit immer gewünscht habe. Obwohl ich weder Garagendächer zerstört, noch Küchen in die Luft gejagt habe… ^^

  • Oh wie schön, danke für den Beitrag! Eine meiner Helden war Ronja Räubertochter: naturverbunden, mutig, fröhlich, liebevoll, zäh, mit ausgeprägtem Sinn für Gerechtigkeit, Freiheit und Menschlichkeit. Sie hat es gewagt, gegen Regeln zu verstoßen, wenn diese unsinnig und menschenunwürdig sind und überzeugt andere, sich auf ihre Seite zu schlagen und ein brutales, dummes Verhalten zu ändern, damit alle zusammen ein besseres Leben haben. – Also: Ich würde meine Haare “wild verwuscheln”, erdige Klamotten anziehen und als Ronja zur Party erscheinen, um den “Frühlingsschrei” auszustoßen :-)! –
    Vieles von ihrem Verhalten, ihre Einstellungen zum Leben insgesamt habe ich mir damals wohl “abgeschaut”, wie ich so überlege – ich übe immer noch und bin sehr froh darum, so einem “Vorbild” damals begegnet sein zu dürfen – danke, Astrid Lindgren, für diese schöne Inspiration!

  • Meine Heldin, da musste ich gar nicht lange nachdenken, ist die “Bezaubernde jeannie”.
    Alles war möglich aber das hat sie nicht (immer) ausgenutzt. Schalkhaft, schüchtern und dennoch führend.
    Hoffe ich hab was von ihr gelernt ;)

  • Mein Held war eindeutig Robon Hood. Als Kind las ich ein dickes Buch mit seinen Abenteuern. Zuerst wußte ich nicht recht, was das für mich bedeutet. Ich finde an dieser Figur gut, dass sie für ihre Überzeugungen
    kämpft. Genau das fehlt mir. Die zweite Eigenschaft, die ich für wichtig halte ist, dass er umgeben war von Freunden, die mit ihm gekämpft aber auch gefeiert, gelebt und gelacht haben.

    Diese beiden Aspekte möchte ich in meinem Leben verwirklichen.

  • Danke für diesen schönen Beitrag, der mich gerade ins Grübeln bringt. Meine Helden aus der Kindheit kenne ich schon, aber warum sie Helden für mich sind und ob es mein Leben beeinflusst hat, ist noch vergraben ;).

  • Die erste Person, die mir sofort in den Sinn kam, war Pippi Langstrumpf. Schon als Kind bin ich mindestens zweimal als Pippi zum Fasching gegangen, und mit meiner Freundin haben wir oft Pippi gespielt. Rote Haare finde ich heute noch toll. Die Titelmusik der Fernsehserie bringt mich in positive Stimmung.
    Ich glaube, Pippi ist so, wie ich gern sein würde. Stark und unabhängig, voller Ideen und Tatendrang und mit einem unerschütterlichen Glauben in sich selbst.

  • Mein erster Held war Donald Duck. Er hat immer was auf die Mütze bekommen, aber aufgeben kam nie in Frage. Er musste sich auch in der eignenen Verwandschaft immer behaupten, was durchaus auch in meinem Leben ein roter Faden ist.

    Mein zweiter, durchaus männlicherer Held war Percy Stuart. Eine Serie die Mittwoch`s in den 70-zigern kam. Ich kenne das Anfangslied heute noch: Wer die Welt und jeden Kontinent und die sieben weiten Meere kennt… (mein Fernweh)
    Er musste jede Woche eine neue schwierige Aufgabe bestehen, um in einen Club aufgenommen zu werden. Interessanterweise leite ich heute ein Kampfsportcenter als Frau und muss mich als Chefin auch immer wieder behaupten.

    Und mein dritter Held war und ist über seinen Tod hinaus Nelson Mandela. Ein absolutes Vorbild in der Jugend, ein Held, der im Gefängnis nicht untergegangen ist, der ein Kämpferherz hatte und der mein Erwachsenwerden immer begleitet hat. Mein Wunsch, ihn frei zu sehen hat mich viel über die Freiheit des Menschen nachdenken lassen. Er hat mir Gegnern zu verzeihen beigebracht und ich versuche heute oft die Welt aus seinen Augen zu betrachten.

    Und jetzt bin ich sehr erstaunt, was mir Euer Beitrag heute morgen für Gedanken auferlegt hat.
    Ich danke Euch und wünsche allen einen schönen Sonntag ! lg

  • Damals wie heute wäre es Captain Future.

    Ein Entscheider, mit einem kleinem allerdings sehr handlungsfähigem Team.
    Er ist kalkulierbare Risiken eingegangen.
    Hatte die Unterstützung anderer, war jedoch eigenständig / selbstständig.
    War angesehen, hatte Macht, flog ein großes modernes Raumschiff und hatte rote Haare.
    (Mit der (deutschen) Titelmelodie kann ich mich “aufladen”.)

    Ich bin selbstständiger Mechatroniker, der mit kleinen Teams international Anlagen und Maschinen aufstellt.
    Als Baustellenleiter habe ich Entscheidungen zu treffen und kalkulierbare Risiken einzugehen.
    Damit es auf den Baustellen klappt, brauche ich die Unterstützung der anderen und die Bevollmächtigung.
    Dafür genieße ich auch das Ansehen der Beteiligten und führe mit Werten.
    Früher habe ich selbst gebaute Liege-Fahrräder gefahren und habe rote Haare.

    Ich denke, es ist was hängen geblieben.

  • 1. Karl May (nicht der Autor selbst, sondern seine erzählende Ich-Figur: Kara Ben Nemsi, Old Shatterhand etc.) – Das war diese Sehnsucht des Autors nach einem besseren Ich, die sich auf mich übertragen hat. Es gab eine Zeit, da habe ich mich innerlich richtig identifiziert mit diesem Übermenschen.)
    2. Perry Rhodan (Trotz großer Schwierigkeiten von allen Seiten hatte dieser “Terraner” schließlich immer Erfolg. Auch wenn es nur eine Fantasiefigur war, sie hatte doch etwas in mir hinterlassen: “Auch wenn die Situation noch so unlösbar scheint, gib nie auf.”)
    3. Niki Lauda (seine schnelle Regeneration nach dem furchtbaren Feuerunfall in Nürnburg und sein Comeback nach jahrelanger Formel-1-Abstinenz – und sofort wieder Weltmeister!!! – Das hat mich begeitstert.)

    Schon als Kind faszinierte mich auch das Leben und Wirken von Franziskus von Assisi, der den Mut hatte, den Status reicher Kaufmannssohn völlig aufzugeben und ganz konsequent völlig gegen den Strom zu schwimmen.

  • Meine Helden: Biene Maya, Miss Marple, Doris Day
    Grund: weil es starke, clevere Frauen sind, die für jedes Problem eine Lösung finden.
    Auswirkung: ich bin auch kreativ und lösungsorientiert. Meistens jedenfalls :-)

  • Meine Helden waren:
    Mac Gyver,
    Colt Seavers,
    Hanibal (A-Team)
    David Haselhof mit Kitt ;-)

    einfach herrlich

  • Ich fang mal an :-)
    – Held: MacGyver
    – Grund: er hatte ein Schweizer Taschenmesser
    – Auswirkung: ich habe heute ein Schweizer Taschenmesser

    PS: Indiana Jones ist auch ne gute Wahl. Nach Colt Seavers wäre der meine lfd. Nr. 3 gewesen.

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