Die Helden meiner Kindheit

Vor einiger Zeit war ich auf einer ziemlich coolen Mottoparty. Das Motto war: „Helden deiner Kindheit“. Die Party war der Knüller, alle haben sich richtig in Schale geworfen und wir haben uns köstlich über die ausgefallenen Kostüme amüsiert.

Aber das eigentlich Spannende für mich war, sich Gedanken über die Frage nach den eigenen „Helden“ zu machen. Denn irgendwie sagen die eigenen Helden ja auch etwas über die eigene Persönlichkeit aus. Also sollte mein Kostüm dann auch einigermaßen zu mir passen. Als wer oder was sollte ich also gehen?

Die Frage nach meinen Helden war für mich auf Anhieb gar nicht so leicht zu beantworten. Und als ich mich im Nachhinein mit anderen Partygästen darüber unterhalten habe, wurde mir klar, dass es da ganz vielen so wie mir ging. Viele erinnerten sich zwar an prägende Figuren aus der Kindheit. Aber Helden …? Das war schwer.

Ich hatte zu dieser Frage irgendwie nicht so recht Zugang. Anfänglich habe ich darüber nämlich zu sehr aus meiner heutigen Warte als Erwachsener nachgedacht. Als ich dann aber anfing in Gegenständen aus meiner Kindheit zu stöbern, wurden in mir die Erinnerungen wach … Ich konnte mich gut zurückversetzen und schnell wurde mir wieder klar, dass ich als Kind auch so richtige Helden hatte.

Was sagen Helden eigentlich über uns selbst aus?

Für mich begann eine spannende Entdeckungsreise in meine Kindheit und Jugendzeit. Denn ich habe mich gefragt: Warum war eigentlich ausgerechnet diese Person/Figur für mich ein Held? Und was sagt das eigentlich über mich aus?

Die meisten Helden verkörpern ja besondere Eigenschaften. Eigenschaften, die wir vielleicht selbst auch in uns tragen und die uns dann mit dem Helden irgendwie verbinden. Oder Eigenschaften, die man vielleicht selbst besonders gerne hätte. Helden sind für uns oftmals so etwas wie Identifikationsfiguren.

Meine Helden aus der Kindheit hatten oft etwas mit physischer Stärke, Improvisationstalent oder Abenteuerlust zu tun. Zu meiner Zeit waren das z. B. Superman, MacGyver oder Indiana Jones. Also eigentlich nichts Untypisches für Jungs in dem Alter.

Aber die Helden, die mich ganz besonders gereizt haben, das waren die Kämpfer. Diejenigen, die auch in aussichtslosen Situationen nicht den Glauben an sich verloren haben und nie aufgegeben haben. Diese Eigenschaft fand ich irgendwie ganz besonders toll. Und von solchen Geschichten gibt es im wahren Leben ja sehr viele, besonders im Sport. Meine größten Helden waren deshalb hauptsächlich Sportler mit solchen Kämpferherzen. Ayrton Senna zum Beispiel. Und Muhammad Ali.

Helden als Vorbilder

Je mehr ich mich mit meinen Helden und ihren Eigenschaften beschäftigt habe, desto mehr wurde mir rückblickend klar, dass sie mir in manchen Situationen auch als ein gedankliches Vorbild gedient haben.

Helden werden im Laufe ihrer Entwicklung immer vor schwere Prüfungen gestellt. Und im Grunde ergeht es uns in unserem Leben ja ganz genauso. Als Kind bzw. Jugendlicher ganz besonders. In dem Alter ist man sehr oft Prüfungen ausgesetzt, ganz einfach, weil sehr viele Erfahrungen für uns in dieser Zeit noch ganz neu sind. Heldengeschichten können in solchen Situationen als Hilfestellung dienen. Und sie zeigen uns, dass man mit seinen Problemen und Zweifeln nicht allein ist und dass andere Menschen auch schon vor solchen Herausforderungen standen.

Als kleiner Junge war es für mich z. B. total cool, so zu entscheiden, wie Indiana Jones es vermutlich auch getan hätte. Und im Zweifel dadurch manchmal mutiger zu sein, als ich es sonst wohl gewesen wäre.

Die Kämpfertypen waren für mich ein besonderes Vorbild darin, es noch mal zu versuchen und noch mal und noch mal. Nicht aufzugeben und Dinge so lange zu probieren, bis ich endlich den Dreh raushabe. Das war rückblickend sehr wichtig für mein Selbstvertrauen und ganz konkret auch für die schulische Laufbahn.

Bei all dem Nachdenken über meine Helden ist mir dann klar geworden, wie wichtig sie für mich damals als Vorbilder waren. Und dass meine Helden mich in meinem Leben vielleicht doch mehr geprägt haben, als mir je bewusst war.

Welche Bedeutung haben Helden für dich?

„Helden deiner Kindheit“. Ich hätte nie gedacht, dass ein Partymotto solch einen Stein bei mir ins Rollen bringen könnte … Je mehr ich mich in die Perspektive des Kindes und Jugendlichen zurückversetzt habe, desto klarer wurde mir, in welcher Weise mich meine Helden geprägt haben.

Und auch heute als Erwachsener tun sie es noch. Ich denke darüber zwar nicht so bewusst nach, aber Geschichten von Kämpfertypen berühren mich immer noch sehr, wenn ich mal davon lese oder höre.

Ich weiß nicht, welche Rolle Helden und Vorbilder für dich in deinem Leben gespielt haben. Aber ich möchte dich gerne dazu einladen, dir darüber auch mal Gedanken zu machen:

  • Als wer oder was würdest du wohl auf diese Party gehen?
  • Warum ausgerechnet diese Person oder Figur? Was könnte das über dich aussagen?
  • Haben deine Helden und Vorbilder dich rückblickend in deinem Leben irgendwie beeinflusst? Wenn ja, wie?

… Und für alle Neugierigen unter uns: Ich bin dann übrigens als Indiana Jones gegangen ;-)

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