Die Kunst sich selbst auszuhalten (Michael Bordt)

„Die Kunst sich selbst auszuhalten. Ein Weg zur inneren Freiheit“ – von Michael Bordt SJ – München: Verlag Zabert Sandmann, 5. Auflage, 2014 – 96 S. – ISBN: 978-3-89883-388-2 – 8,95 €

„Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu.“ 


Dieses Zitat von Ödön von Horváth steht am Anfang dieses kleinen Buches. Ich habe dabei sofort einen Song von Udo Lindenberg im Ohr. Beide Zeilen, von Horváth und Lindenberg, lassen mich fragen: „Ja, wer bin ich denn eigentlich?“ Eine tiefgehende und sehr existenzielle Frage, die sehr gut zu diesem inspirierenden und auch nützlichen Büchlein passt.

Der Titel „Die Kunst sich selbst auszuhalten“ hat mich sofort angesprochen. Ich finde es nämlich manchmal gar nicht so leicht, mich selbst auszuhalten. Und der Untertitel „Ein Weg zur inneren Freiheit“ weckte meine Neugier: Welchen Weg zeigt der Autor auf? Was meint er überhaupt mit „sich selbst aushalten“?

Der Autor, Michael Bordt, ist Theologe und Philosoph. Den Theologen habe ich, außer in einigen Beispielen, an kaum einer Stelle wahrgenommen. Den Philosophen sehr wohl. So werden immer wieder inspirierende Zitate namhafter Philosophen eingestreut, die das Beschriebene sehr schön illustrieren und verdeutlichen. Zudem hat das Buch grundsätzlich etwas Philosophisch-Nachdenkliches, das mir sehr gut gefallen hat.

Am Anfang des Weges zur inneren Freiheit sieht Bordt das Vertrautwerden mit sich selbst. Vertrautwerden bedeutet, sich selbst besser kennen zu lernen, sich auf sein Inneres einzulassen. Und auch, mit sich selbst alleine sein zu können. Der Weg führt weiter über den Umgang mit den eigenen Gefühlen. Dazu bietet der Autor zwei hilfreiche Möglichkeiten an: Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung.

  • Der Weg der Selbstreflexion besteht darin, „sich des eigenen Innenlebens bewusst zu werden und die Spannungen und Emotionen verstehen zu lernen“.
  • Der Weg der Selbstwahrnehmung besteht darin, sich „durch die bloße Wahrnehmung unseres Innenlebens einen Abstand zu verschaffen“.

Für beide Wege gilt: Sie führen zur inneren Freiheit. Weil Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung helfen, bei sich zu bleiben. So ist man weniger beeinflussbar, z. B. von plötzlich auftretenden Handlungsimpulsen, den Erwartungen anderer Menschen oder auch von vermeintlichen Sachzwängen. Wie beide Wege genau aussehen können, beschreibt Michael Bordt anhand verständlicher Beispiele aus dem ganz normalen Alltag.

Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung sind keine neuen Konzepte und im Ganzen gibt es viel Bekanntes zu entdecken. Das Besondere an diesem Buch ist eher die Art und Weise, wie der Autor durch das Buch führt. Er entwickelt seine Gedanken nachvollziehbar und bedächtig und nimmt den Leser auf eine ruhige Weise mit auf seinem Weg zur inneren Freiheit. Die ruhige und bedächtige Tonalität hat mir an diesem Buch besonders gut gefallen.

Für den weiteren Weg zur inneren Freiheit regt Michael Bordt dazu an, neben den eigenen Gefühlen auch die großen Fragen des Lebens zu ergründen. Fragen nach Sinn, Einsamkeit und erfülltem Leben zu stellen und Antworten zu finden. Darüber hinaus ist das Buch aber auch sehr konkret und nützlich. Es kann helfen, mit den eigenen Gefühlen anders umzugehen. Sich selbst besser auszuhalten und innerlich freier zu werden. So gibt es z. B. eine dreischrittige Anleitung, mit deren Hilfe man den eigenen Gefühlen stärker auf die Spur kommen kann.

„Die Kunst sich selbst auszuhalten“ ist vor allem Inspiration, über sich und das Leben nachzudenken. Dabei kann das Buch aufgrund seines handlichen Formats ein guter Begleiter sein. Ein Büchlein, das in jede Tasche passt. Ein Begleiter, in dem man immer wieder lesen kann. Sich inspirieren lässt. Ein Buch, das auf dem Nachttisch liegt, für ein paar letzte Minuten vor dem Einschlafen am Abend. Oder in der U-Bahn dabei ist, um sich für einige Stationen ein paar gute und tiefer gehende Gedanken zu machen.

„Die Kunst sich selbst auszuhalten“ ist ein Buch für alle, die gerne nachdenken, ihrem Leben auf den Grund gehen möchten und den Mut haben, sich einige wesentliche Lebensfragen zu stellen.

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

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Kommentare

  • Ich lese das Buch “Die Kunst sich selbst auszuhalten” von Michael Bordt immer wieder von vorne wenn ich damit fertig bin denn dieses Buch ist wie die Bibel und mit der Bibel wird man im Leben nicht fertig. Gruß von Michael Bock aus Hamburg

  • Sich selbst “auszuhalten”: was für ein wunderbarer Titel eines Buches. Für mich war das so lange ich denken kann, eine DER Lebensfragen. Je mehr Menschen mit außergewöhnlichen Ereignissen und “schwerem” Schicksal in ihrem Leben zu “kämpfen” haben, umso eher werden sie mit sich konfrontiert. Auch wenn es dann so scheint, als ob sie verdrängten oder vllt. an sich vorbei lebten. Es ist so sehr existenziell, mit sich in Kontakt zu sein, SEIN zu KÖNNEN. Wenn ich dann auf “Dinge” in mir stoßen, die sich nicht so leicht annehmen oder integrieren lassen, stehe ich genau da. Immer wieder. Mit dieser LEBENSfrage – und ein weiter, “großer” Weg mit sich. Mein Lebenswillen wurde schon als Kind verletzt und damit im Grunde angesprochen. Es ist nicht leicht, mit Introjekten klarzukommen, die wüten und das Selbst im Inneren angreifen und demontieren. Da ist Stärke gefragt im Sinn des Sich-selbst-annehmens und -aushaltens. Das Buch kenne ich leider nicht und kann von daher an dieser Stelle nicht sagen, welche Wege dort aufgezeigt werden. Doch der Titel trifft einen ganz entscheidenden Punkt: ohne mich selbst, wird aus dem eigenen Leben schon etwas werden, doch wie viel hat das dann mit mir zu tun? Durch Verluste werden wir auf uns aufmerksam gemacht: ich wollte immer leben und an dem großen Kuchen des “ganzen Lebens” teilhaben und teilnehmen. Vom Rand in die Mitte – immer wieder. Jeder Schritt lohnt sich in Verbundenheit mit sich selbst gegangen zu werden.
    Ich wünsche einen schönen Sonntag – und freue mich über diese Erinnerung AN MICH!!! Danke!!
    LG Nele

  • Du stellst den Author u.a. als Theologen vor und gibst an, dass auch die Frage nach dem Sinn des Lebens bzw. der eigenen Existenz behandelt wird. Da interessiert mich als nicht besonders religiösen Menschen natürlich schon, inwieweit die Antwort, so er sie denn selbst gibt, christlich geprägt ist (Stichwort “Judgement Day” und Leben nach dem Tod)? Diese Information wäre für mich sehr wichtig und ich denke auch für andere Agnostiker und Atheisten.

    • Nicole Alps schreibt am 21. Juli 2015

      Ich finde das Buch auf alle Fälle auch für Atheisten und dem christlichen Glauben fernstehende Menschen interessant.

      “Antworten” auf die Sinnfrage gibt der Autor nicht direkt. Er zeigt vielmehr Möglichkeiten auf, seinen eigenen Weg in der Auseinandersetzung mit sich selbst zu finden. Dabei sind die Fragestellungen und Ideen des Autors nicht ausdrücklich christlich geprägt.

      Noch zur Info: Die Sinn-Frage ist kein Schwerpunkt dieses Buches. Und es geht auch nicht um direkte Beantwortung dieser Frage.

      Ergänzend vielleicht noch: Der Autor ist Jesuit. Daher spielen in einer Reihe von Beispielen das Ordensleben bzw. Ordensleute eine Rolle. Diese Beispiele können aber auf vollkommen weltliche Gruppensituationen und Erfahrungen übertragen werden.

    • Ismir Übel schreibt am 21. Juli 2015

      Danke, Nicole

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