Die Macht der guten Gefühle (Barbara Fredrickson)

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„Die Macht der guten Gefühle. Wie eine positive Haltung Ihr Leben dauerhaft verändert“   – von Barbara Fredrickson – Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2011 – 297 S. – ISBN: 978-3-593-39081-9 – 22,99 €

Vielleicht kennen Sie das Phänomen aus eigener Erfahrung: Negatives scheint schwerer zu wiegen als Positives. Wenn wir Negatives erleben, Stress haben, in einen Konflikt geraten oder uns niedergeschlagen fühlen, ist uns das oftmals viel stärker und länger bewusst als das Schöne, das wir empfinden.

So überrascht mich eine der wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem Buch „Die Macht der guten Gefühle“ von Barbara Fredrickson auch nicht besonders. Nämlich die, dass wir etwa dreimal mehr gute Gefühle als negative erleben müssen, um eine positive Grundhaltung zu haben. Die Professorin nennt diesen Zusammenhang den „positiven Quotienten“. Dreimal mehr positive Gefühle zu haben als negative ist also sinnvoll, weil es unser Leben grundlegend zum Positiven hin verbessern kann.

Mir waren auch vor diesem Buch schon die Folgen einer solchen Grundhaltung bewusst. Wie stark sie sich auf die unterschiedlichsten Bereiche unseres Lebens auswirken kann, hat mich dann aber doch nochmal überrascht. Und sehr erfreut. Weil man solch eine Grundhaltung nämlich nach und nach aufbauen kann. Und so quasi selbst die Macht der guten Gefühle nutzen kann. Um ein erfüllteres, zufriedeneres und freudvolleres Leben zu führen.

So verfügen Menschen mit einer positiven Grundhaltung über mehr psychologische und mentale Stärke, sie sind optimistischer, offener, kreativer, nehmen sich selbst besser an und haben das Gefühl, ein sinnvolles Leben zu führen. Außerdem wirkt sich eine positive Grundhaltung auch auf die sozialen Beziehungen aus. Diese sind tiefer, freudvoller und die Wahrscheinlichkeit einer Trennung ist bei Paaren mit einem positiven Quotienten weitaus geringer. Und dann wirkt eine positive Grundhaltung auch noch auf die körperliche Gesundheit, sodass diese Menschen weniger Stresshormone ausschütten, sich ihr Blutdruck nach Aufregungen leichter wieder beruhigt und die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes oder Schlaganfällen zu leiden, deutlich geringer ist.

Das kann man glauben oder nicht, denken Sie vielleicht. Aber nach diesem Buch geht es nicht mehr darum, zu glauben. Die wissenschaftlich sorgfältig geprüften Ergebnisse sprechen für sich. Barbara Fredrickson ist Universitätsprofessorin und forscht schon lange und sehr intensiv zur Macht der positiven Gefühle.

Ihre eigenen und auch die Studien anderer Wissenschaftler beschreibt sie anschaulich und interessant. Sie belegen eindrucksvoll, wieso es sich auf alle Fälle lohnt, den eigenen positiven Quotienten zu stärken. Also ganz bewusst und dauerhaft dafür zu sorgen, mehr Positives als Negatives zu fühlen.

Wie das konkret aussehen kann, dazu gibt es im zweiten Teil des Buches eine Fülle an Anregungen. Dabei sind für viele Leser sicher altbekannte, aber dennoch ja wirkungsvolle Werkzeuge darunter, wie z. B. ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Aber auch neue Ideen, die Lust machen, sich an die Steigerung der eigenen positiven Grundhaltung zu machen.

Das Buch verweist außerdem auf eine Internetseite von Barbara Fredrickson. Hier gibt es zusätzlich verschiedene Werkzeuge, die einem dabei helfen, den positiven Quotienten zu stärken. Diese sind leider nur auf Englisch verfügbar, aber auch für Menschen wie mich, die nicht besonders eng mit der englischen Sprache verbandelt sind, erscheinen sie durchaus nutzbar.

Ich probiere gerade aus, meinen positiven Quotienten täglich zu messen, um über einen längeren Zeitraum eine mögliche Veränderung beobachten zu können. Gleichzeitig trage ich dazu bei, dass Barbara Fredrickson weitere Forschungsergebnisse erhält. Wissenschaft, die gleichzeitig nützlich ist für ganz normale Menschen wie Sie und mich … eine schöne Sache :-)

Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin sehr viel Wert darauf legt, negative Gefühle eben nicht zu verteufeln oder ins Abseits zu drängen. Ein wunderschönes Bild hat sie dazu gemeinsam mit einem befreundeten Wissenschaftler geschaffen: Der positive Quotient ist ähnlich den Masten eines Segelschiffs. Der Mast ist ca. dreimal so lang, wie ein Kiel sein sollte. Der Kiel symbolisiert die negativen Gefühle, der Mast die positiven. Eine Segelyacht benötigt beides: Kiel und Mast, um segeln zu können. Und so benötigt eine positive Grundhaltung eben auch die negativen Gefühle, die einen erden, helfen, die Richtung zu halten und dem Boot des Lebens Stabilität verleihen. Damit das Segel am Mast der positiven Gefühle einen vorwärtstragen und unbeschwert gleiten lassen kann.

Die „Macht der guten Gefühle“ ist interessant für Menschen, die sich für die wissenschaftlichen Hintergründe der positiven Psychologie interessieren. Es enthält viele gut beschriebene wissenschaftliche Untersuchungen, bei denen der Autorin mühelos der Praxistransfer in den ganz konkreten Alltag realer Menschen gelingt. Zudem enthält der zweite Teil eine Menge praktischer und inspirierender Anregungen, mit denen sich jeder Leser selbst auf den Weg machen kann, sein Leben hin zu einem positiven Quotienten zu verändern.

Bewertung: PunktPunktPunkt Punkt Punkt

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Ralf Senftleben

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Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

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