Die Magie des Laufens

Kennen Sie Menschen, deren liebstes Hobby das Laufen ist? Menschen, bei denen richtig die Augen zu leuchten anfangen, wenn sie nur davon reden? Also, ich kenne einige davon! Und ich selbst bin auch absoluter Lauffan ;-)

Immer wieder bemerke ich, dass das Laufen für viele Nichtläufer ein etwas mystisches Phänomen ist. Außenstehende denken sich: Wie kann jemand bei Wind und Wetter lieber laufen gehen, statt sich einen gemütlichen Feierabend auf der Couch zu gönnen? Und dabei auch noch Spaß empfinden …? Manche Läufer gehen sogar so sehr darin auf, dass sie die Strapazen eines Marathons auf sich nehmen. Vor dem eigentlichen Marathon steht dann regelmäßiges Training über 3–6 Monate auf dem Programm, und das zumeist auch noch im Winterhalbjahr. Spätestens hier hört das Verständnis für dieses „Hobby“ auf. Dabei gibt es sehr viele Gründe, die FÜR das Laufen sprechen! Heute möchte ich mal eine Lanze für das Laufen brechen und Ihnen verraten, was es eigentlich damit auf sich hat.

Warum Menschen laufen gehen

Gerade jetzt im Frühjahr, wenn die Vögel wieder zwitschern und die ersten vorsichtigen Sonnenstrahlen bereits Vorfreude auf die warme Jahreszeit wecken, lockt es scharenweise Menschen zu sportlicher Betätigung nach draußen. Denn der Frühling weckt in uns die Lebensgeister und die hormonellen Umstellungen zwingen uns förmlich dazu, wieder mehr Energie in Bewegung umzusetzen.

Das ist ein natürlicher Drang, denn der Mensch ist ein „Lauftier“. Die Evolution hat uns zu perfekten Läufern gemacht, wir sind körperlich darauf ausgelegt. Ausdauertraining hat deshalb umfassende positive Auswirkungen auf unseren Körper, insbesondere auf das Herz-Kreislauf-System. Die meisten von uns wissen das, aber trotzdem führt das nicht automatisch dazu, dass wir regelmäßig laufen gehen oder dafür eine andere Ausdauersportart betreiben.

Wenn Sie aber langjährige Läufer fragen, weshalb sie laufen gehen, dann gehen viele der Antworten oftmals in eine ähnliche Richtung:

„Ich kann dabei total gut entspannen.“

„Ich fühle mich danach viel besser.“

„Das ist mein Ausgleich.“

„Ich kann dabei einfach super nachdenken.“

„Es macht mir Spaß.“

„Ich brauche das einfach.“

Viele Läufer berichten, dass das Laufen ein ganz wichtiger Wohlfühlfaktor in ihrem Leben geworden ist. Für manche bezieht sich das mehr auf körperliche Faktoren, bei anderen eher auf die mentale Ebene. Diese Kombination aus körperlichen und mentalen Effekten ist vermutlich auch eines der Geheimnisse, warum das Laufen so viele Menschen für sich einnehmen kann. Für viele ist Laufen nicht nur eine Ausdauersportart, sondern ein Lebensgefühl.

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Auswirkungen auf den Körper

Das moderne Leben verlangt von vielen Menschen in ihrem Alltag nur noch ganz wenig bis keine körperliche Anstrengung mehr. Dieser Bewegungsmangel entspricht nicht unserer Natur und zieht langfristig auch eine Reihe von Problemen nach sich.

Wenn man hingegen regelmäßig läuft, ist das anders. Aufgrund des regelmäßigen Stoffwechseltrainings fühlt man sich körperlich super. Alles ist gut durchblutet. Man ist wach und energiegeladen. Man kann besser denken. Wenn man nach gewisser Zeit gut trainiert ist, steht man morgens voller Tatendrang auf und freut sich auf den Tag. Denn die Lungen können mehr Sauerstoff aufnehmen und mehr Sauerstoff gelangt auch ins Blut. Das merkt man wieder im Alltag, weil man insgesamt das Gefühl hat, vitaler, motivierter und leistungsfähiger zu sein. Man gewinnt eine Extraportion Energie. Dieses körperliche Wohlbefinden macht sich dann auch im restlichen Leben bemerkbar.

Auswirkungen auf den Geist

Das Laufen verändert auch den Hormonhaushalt. Viele Studien deuten darauf hin, dass Laufen die Produktion von Serotonin ankurbelt, einem Botenstoff, der bei uns eine Stimmung der Zufriedenheit auslöst. Bereits erwiesen ist, dass Laufen eine Ausschüttung von Endorphinen bewirken kann, welche bei uns Glücksgefühle verursachen und dafür sorgen, dass man sich nach dem Laufen wohlig entspannt fühlt. Neueren medizinischen Studien zufolge ist Lauftraining aufgrund dieser Effekte sogar ein ebenso wirksames Mittel gegen Depressionen wie die medikamentöse Therapie.

Es gibt kaum eine bessere und gesündere Methode, um den Alltag hinter sich zu lassen und einfach nur im Moment zu sein. Sorgen und kleine Ärgernisse sind nach dem Laufen oft wie weggefegt. So führt das Laufen zu mehr Gelassenheit. Laufen eignet sich deshalb auch hervorragend, um Stress und alltägliche Aggressionen wirksam abzubauen. Deshalb wird es von vielen Menschen auch als eine Form des Ausgleichs empfunden, denn es macht „den Kopf frei“. Von vielen Läufern werden diese positiven Wirkungen auch gezielt genutzt, um z. B. Ideen und Gedanken zu verarbeiten, denn Bewegung hilft beim Denken.

Eines der schönsten Dinge am Laufen ist, dass man ganz bei sich ist. Nur mit sich, der Umgebung und in dem jetzigen Moment verhaftet. Viele Läufer nutzen das als eine Form der Meditation und zugleich als eine Form des Achtsamkeitstrainings. Man kann das ganz bewusst herausfordern, indem man sich von Beginn an komplett auf seine Bewegung und besonders auf seine Atmung konzentriert. Wenn man sich bei einem Dauerlauf bewusst nur auf seine Atmung konzentriert, kann man in einen tranceähnlichen Zustand geraten, das  „Runner’s High“ oder „Läuferhoch“. Dieser euphorische Gemütszustand wird gerne auch als „Flow“ umschrieben: ein Zustand, der starke Glücksgefühle auslöst, da man voll und ganz im Hier und Jetzt ist und alle anderen Dinge komplett ausgeblendet werden.

Ein weiterer ganz wichtiger Faktor beim Laufen ist die positive Auswirkung auf das Selbstvertrauen. Laufen ist eine ganz konkrete Form aktiver Lebensgestaltung. Man tut etwas für sich. Für das eigene Wohlbefinden, für die Gesundheit, für das Aussehen und für die Fitness. Klar, dafür muss man sich erstmal immer ein bisschen selbst überwinden. Aber wenn man das regelmäßig schafft, ist das enorm gut für das Selbstbewusstsein. Denn auf diese Weise merkt man ganz konkret: Wenn ich mir etwas vornehme, dann schaffe ich das auch. Man kann mit Hilfe des Laufens seine Disziplin und seinen Willen stärken. So führt Laufen nicht nur körperlich zu einer höheren Widerstandskraft, sondern auch mental.

Das alles hat natürlich auch positive Effekte auf unsere Ausstrahlung und macht uns attraktiver.

Laufen ist also nicht nur körperlich gesund, es erhöht auch noch unser psychisches Wohlbefinden. Es ist mit das Beste, was wir für unser Wohlergehen tun können. Aber nur weil etwas „gut für uns“ ist, bedeutet das ja noch lange nicht, dass wir das auch machen …

Laufen mit Spaß

Wichtig ist beim Laufen an allererster Stelle der Spaß. Und es macht am meisten Spaß, wenn Sie Ihr Wohlbefinden damit steigern und es nicht mindern. Setzen Sie das Laufen beispielsweise gezielt ein, um:

  • dabei zu meditieren
  • Ihren Stress und Ihre Aggressionen körperlich zu verarbeiten
  • über bestimmte Probleme oder Ideen nachzudenken
  • zu entspannen und Gelassenheit zu gewinnen
  • einfach mal wieder in die Natur zu kommen und sie zu genießen
  • Ihr Selbstbewusstsein zu steigern

Oder laufen Sie einfach absichtslos, rein aus Freude an der Bewegung.

Eine ganz wichtige Regel, um den Spaß zu erhalten, lautet: Machen Sie sich keinen Leistungsdruck! Sportliche Leistungsziele und Leistungsdruck führen oftmals dazu, dass Sie den Spaß an der Sache verlieren. Denn Druck führt über kurz oder lang dazu, dass Sie beginnen, mit sich selbst und Ihrem Körper zu kämpfen. Und das verringert eher das Wohlbefinden. Laufen sollte immer auch Spaß machen und am besten der aktiven Erholung dienen. Nehmen Sie sich deshalb beim Laufen eine bewusste Auszeit vom alltäglichen Leistungsdruck.

Anfangen

Mit dem Laufen anzufangen ist vergleichsweise einfach. Es ist eine Sportart mit sehr kleinen Anfangshürden. Außer ein paar guten Laufschuhen und Sportkleidung braucht man dafür nichts. Man kann nahezu immer und überall laufen gehen, egal wo und zu welcher Tageszeit. Man ist gänzlich unabhängig und es kostet nichts :-) Man muss nicht sportlich sein, um mit dem Laufen anzufangen – jeder kann in seinem Tempo beginnen.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Wollen Sie vielleicht auch starten? Dann hier gleich einige praktische Tipps für den Anfang:

  • Wenn Sie sich alleine nicht gut aufraffen können, macht es Sinn, sich einen Trainingspartner zu suchen. Im Optimalfall sollte das jemand sein, mit dem Sie sich gut unterhalten können ;-). Und Ihr Trainingspartner sollte Sie mitreißen können. Dann muss man eigentlich nur noch mitlaufen.
  • Wenn Sie loslaufen, laufen Sie maximal nur halb so schnell, wie Sie normalerweise könnten. Viele Beginner überschätzen sich am Anfang und laufen nahezu in Sprintgeschwindigkeit los. Eine solche Geschwindigkeit halten sie dann zumeist für maximal 5 Minuten durch und müssen dann aufgrund von Seitenstechen aufhören. Und wie Sie sich sicherlich vorstellen können, ist das dann erstmal enttäuschend und eher demotivierend.
  • Passen Sie Ihre Geschwindigkeit im Dauerlauf so an, dass man sich noch problemlos unterhalten kann, ohne dass die Luft wegbleibt. Dies ist zu Beginn genau die richtige Geschwindigkeit für Sie. Und wenn am Anfang doch mal die Luft knapp wird: Machen Sie doch zwischendurch eine Pause, in der Sie gehen, statt zu laufen.
  • Wenn Sie die richtige Geschwindigkeit für sich gefunden haben, können Sie eigentlich auch relativ lange laufen. Aus physiologischer Sicht liegt der Richtwert bei mindestens 30 Minuten. Ab dann setzt nämlich ein körperlicher Trainingseffekt ein. Richten Sie sich aber auch hier lieber nach dem Spaßfaktor und fangen Sie klein an. Wählen Sie die Dauer so aus, dass Sie es auf jeden Fall schaffen.
  • Steigern Sie Ihre Trainingsbelastungen nur langsam. Setzen Sie sich nicht unter Druck. Ein zu hoher Leistungsanspruch und mangelnde Geduld sind der häufigste Grund, weshalb das Training nicht dauerhaft durchgehalten wird.

Bevor Sie loslegen, gibt es aber noch zwei wichtige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  1. Um Ihre Gelenke keinen falschen Belastungen auszusetzen, müssen Sie die richtigen Laufschuhe haben, angepasst an Ihre Füße und Ihren Laufstil. Immerhin wirkt auf die Sprung- und Kniegelenke beim Laufen ein Vielfaches Ihres Gewichts ein. Bereiten Sie sich optimal darauf vor, indem Sie eine Laufanalyse im Fachhandel machen lassen und sich die richtigen Schuhe kaufen. Ihre Gelenke werden es Ihnen danken!
  2. Halten Sie im Zweifel nochmals Rücksprache mit Ihrem Arzt. Dort können Sie sich auch einmal grundsätzlich durchchecken lassen, bevor Sie mit dem Laufen starten.

Vielleicht haben Sie ja jetzt auch Lust bekommen, das Laufen einmal auszuprobieren?

Sie müssen nur noch loslaufen :-)

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Kommentare

  • Ich bin momentan gesundheitlich sehr angeschlagen. Seit einigen Wochen bekomme ich Chemo und bin ca. 14 Tage nach der jeweiligen infusion völlig kaputt.
    Wenns mir dann ein paar Tage “gutgeht” geh ich laufen. Leider ist meine Kondition immer auf dem Nullpunkt, wenn ich wieder für ca. eine Woche zu laufen beginne.
    Meine Familie und meine Freunde meinen auch dass ich nicht laufen soll, weil es mir angeblich nicht gut tut. Eigenartigerweise meinen Andere immer besser zu wissen, was mir gut tut.
    Trotzdem habe ich Freude und Spaß am Laufen, auch wenns immer nur für ein paar Tage ist, weil ich dann ja wieder flachliege, was nicht am laufen liegt!!!!
    Also ab morgen zieh ich wieder die Laufschuhe an und versuch meiner Krankheit und vor allem den Nebenwirkungen davon zu laufen.
    Oder findet Ihr auch, dass ich übertreibe?
    Über ein kurzes Feedback freue ich mich sehr :-)

    • Tamara schreibt am 3. Juni 2012

      Hallo Petra,

      ich finde es gut, dass du trotz deiner Cemo läufst, vor allem da es dir Spaß macht.

      So lange du es nicht übertreibst und du dir hinterher Ruhe gönnst dürfte doch meines Erachtens nichts dagegen sprechen, es sei denn, dein Arzt hat es dir ausdrücklich verboten. Aber davon gehe ich erst mal gar nicht aus.

      Ich wünsche Dir für die Zukunft noch alles Gute.

      Liebe Grüße
      Tamara

  • Hallo Ralf,

    so ist es wenn man “zu schnell” bei der Sache ist. Grosse Teile meiner Antwort zum “Laufposter” hätten hierher gehört. also noch mal von vorne:

    Obwohl ich selbst gelegentlich “Laufen” in mein Fitnesstraining einbaue gefällt mir die exklusive sportliche Ausrichtung auf dieses Thema nicht.

    Laufen ist eine geniale Sache (Rennen übrigens auch), aber für die gesundheitliche Basis des Körpers sind Basisfähigkeiten wie Kraft, Beweglichkeit, Koordination und andere deutlich wichtiger.

    Kraft ist die Basis jeder Bewegung, folglich ist der Kraftaufbau immer die Basis der Leistungsfähigkeit. Laufen genügt beispielsweise nicht um dem üblichen muskulären Abbau ab dem 30. Lebensjahr entgegen zu wirken.

    Viele weitere Kernfähigkeiten wie Schnelligkeit, Reaktion etc. werden durch das üblichweise praktizierte Laufen nur unzureichend gefordert und daher auch nicht verbessert.

    Von den destruktiven Wirkungen des Laufens durch Fehlsteuerungen der Industrie (Dämpfungsschuhe, Stabilisierungsschuhe, “Massaischuhe”, etc.) mag ich lieber gar nicht anfangen. Zum Glück haben hier einige Vorposter bereits ein wenig dazu geschrieben. Allerdings ist auch die Begriffswahl “Vorfuss- oder Ballenlauf” nicht wirklich glücklich!

    Laufen ist von der “Managerkrankheit” zur Epidemie geworden. Laufen steht heute als Sinnbild für Ausdauer, stahlharten Willen und gesunden Sport in der Natur. Laufen steht für Gesundheit schlechthin.

    Leider stimmt das Großteils nicht. Es stimmt genau so wenig wie das viel beschworene “Abschalten” beim Laufen. Für das Laufen ist so wenig Aufmerksamkeit nötig, dass sich das Gedankenkarusell prächtig weiterdrehen kann – von Schritt zu Schritt.

    Welcher Läufer macht denn Lauf-ABC? Die Mehrzahl trottet doch stur im gewohnten Trab vor sich hin. So entsteht nichts Neues. So wird das Gewohnte festgetreten. Auch die Einschränkungen der Beweglichkeit werden genau so wie Fehlhaltungen eingestampft und festgetreten.

    Die positiven Effekte des Laufens, denn die gibt es auch, kommen durch die generelle Kreislaufaktivierung. Das bietet aber jede sportliche Bewegung, da ist Laufen nichts besonderes.

    Mein Fazit: Laufen und seine Effekte für den Menschen werden deutlich überbewertet – leider auch hier. Schön wenn ein Mensch durch das Laufen und Rennen zum Sport kommt – Schade wenn er nur beim Laufen bleibt.

    Herzliche Grüße
    Ralf

  • @ Christian

    vielen Dank für das wertvolle Tipp!! Ich denke, dass so ein strategisch angelegter Laufplan wird mir bestimmt viel Frustration ersparen!

    Wgn. Musik – habe ich dich richtig verstanden, dass du der Meinung bist, dass man sollte sich nicht mit Musik ablenken, sondern sich selbst bewusst einen Raum schaffen, in dem man alleine mit sich und seinen Gedanken ist?

    Nächste Woche geht es bei mir los :)

    • Simone schreibt am 16. April 2012

      @Katti

      Hallo Katti,

      gerade am Anfang besteht beim Laufen mit Musik die Gefahr, dass du zu schnell wirst. Zum einen bist du dann schneller platt, zum anderen wirds da für die Gelenke ungesund. Die Musik hat einen eigenen und meist schnelleren Rhytmus, da ist es schwierig, den eigenen zu finden.

      Ich kenne einige Langstreckenläufer, die mit Hörspielen laufen. Aber auch die kennen ihren Körper gut, so dass sie unterwegs nicht mehr so auf ihn achten müssen (auch achten wollen bei langen Strecken)? Auch hier liegt die Aufmerksamkeit beim Hören, nicht beim Körper.

      Viele Grüße
      Simone

  • Ich habe mir lange überlegt mit Joggen anzufangen, jedoch fand ich immer-wieder eine Ausrede um es weiter in die Zukunft zu verschieben.

    Da mein Ausdauer gleich Null ist, bekomme ich sogar beim Lauf zu Bushaltestelle kaum Luft. Jetzt reicht es mir auch!! ICH FANGE AN :)

    Eine Frage an die Erfahrenen: Wie sieht ihr es – Musik oder Hörbücher beim Joggen anhören?? Wie macht ihr es?

    Lieben Gruß an alle Lebensbegeisterte!!

    • Christian schreibt am 15. April 2012

      @ Katti

      Fange am Besten ganz langsam an. Auch wenn viele mit Musik, etc. Laufen, ist es gerade am Anfang schön seinen Körper in dieser neuen “Umgebung” kennenzulernen. Schenke deinem Körper die nötige Aufmerksamkeit und er wird es dir danken.

      Du kannst dir selbst Zeiten stecken, oder z.B. ein moderates Ziel in xy Wochen 30min am Stück. So, dass es sich für dich gut anfühlt.

      Wenn du dich selbst als wenig ausdauernd einschätzt, gehe am Anfang erstmal bewusst 20 min am Stück, dann etwas schneller und nach 2-3 Wochen dann erst in den Dauerlauf.

      Ich orientiere mich an diesen Plänen, vllt. findest auch du dort die ein oder andere Anregung: http://www.lauftipps.ch/trainingsplaene/aufbau-der-trainingsplaene/

      …und nun viel Spaß!

  • Wieso muß ich den Alltag abschütteln? Ist das Leben so schrecklich, dass ich davonlaufen muß? So schlimm, dass ich ständig einen zusätzlichen Serotoninschub brauche? Da lebe ich doch lieber so, dass auch mein Alltag lebenswert ist.

    Und auch Vielläufer bekommen Burnout…. erlebe ich gerade im Freundeskreis. Davon abgesehen, dass es Burnout nicht gibt. Wieder ein Modewort für Verdrängung, habe ich gelernt.

  • Bärbel Röpke-Stieghorst schreibt am 15. April 2012 Antworten

    Schöner Beitrag! Laufen hält auch das Gehirn in Schwung durch die Überkreuzbewegung und Entstressung während des Laufens. Also beste Burnout-Prophylaxe, wenn es nicht übertrieben wird und auch für richtige körperliche Erholung und Entspannung gesorgt wird.

    Absichtsfrei laufen gefällt mir am besten. Ich laufe seit knapp 25 Jahren. So konnte ich mit meinen 57 Jahren meine Kleidergröße 36 und vor allem reichlich Gesundheit und Beweglichkeit erhalten, nicht nur körperlich! Und wenn es mal richtig ungemütlich ist, dann erlaube ich mir mittlerweile auch ein Päuschen. Oder denke daran, wie schön das Gefühl NACH dem Laufen ist. So habe ich eine positive Beziehung zum inneren Schweinehund.

    Und nun mache ich mein Sonntagsläufchen! Bis denn!
    Schönen Sonntag an alle!

    Bärbel

  • Ja, Klasse geschrieben der Artikel. laufen ist die mit Abstand beste Möglichkeit einfach mal abzuschalten und was für sich zu tun. Das mit der Laufanalyse im Sportgeschäft sehe ich etwas anders denn die Inkompetenz gerade in diesem Bereich ist leider noch sehr hoch. Ich laufe seit 2 Jahren nur noch auf dem Vorfuß. Angefangen mit 1 Kilometer und jetzt 10 km jeden Tag damit geht die gesamte Belastung auf die Wadenmuskulatur und das ganze wird durch meine Barfußschuhe unterstützt. Meine Frau macht das genau so und hat seit dem keinerlei Knieprobleme mehr! Also einfach mal überlegen wie früher unsere Vorfahren vorm Säbelzahntiger geflüchtet sind und dann Fuß und Wadenmuskulatur trainieren und barfuß laufen.

  • Was für ein schöner Beitrag über das Laufen vielen Dank hierfür! Ich lese die Begeisterung aus jeder Zeile, das macht sehr viel Lust, selbst wieder anzufangen.
    Ich hatte vor etwa 1,5 Jahren verletzungsbedingt aufgehört und nicht mehr den Dreh gefunden, wieder anzufangen. Ich denke, für manche Dinge braucht es so etwas wie eine richtige Zeit und ich war noch nicht so weit, der Kopf hat sich beim Läufen oft gelangweilt. Über Yoga hab ich gelernt, mehr den Moment zu genießen. Seit einiger Zeit merke ich, wie bei mir wieder der Wunsch wächst, laufen zu gehen. Dieses Mal nicht, weil ich denke, dass es besser wäre, sondern einfach aus dem Wunsch heraus, es zu tun. Und jetzt finde ich diesen Artikel, wie schön. Es Sit. Wie ein Fingerzeig: Los Fang wieder an, es ist gut! :-)

    • gerhardq schreibt am 15. April 2012

      Ein schöner Beitrag.
      Ich habe Arthrose im linken Knie und in der linken Hüfte. Daher verbietet sich zur Zeit das Laufen. Dafür versuche ich so oft wie möglich Spaziergänge zu machen.

      Was ich letzte Woche für mich entdeckt habe, ist der Ballengang (GoDo nach Dr. Greg). Seit einigen Tagen habe ich zwar immer noch einen starken Muskelkater, aber die Arthroseschmerzen sind stark zurückgegangen. Leider sind die heutigen Schuhe darauf ausgelegt, den Aufprall beim Hackengang zu dämpfen, d.h. der Hacken ist relativ dick.

      Wenn ich aber barfuß oder mit flachen Schuhen ohne Hacken und Dämpfung gehe und dabei mit dem Ballen zuerst auftrete, dann werden die Erschütterungen durch das Auftreten von den Muskeln abgefangen. Beim üblichen Hackengang werden diese von den Gelenken absorbiert. In der Vergangenheit konnte ich keine 30 Minuten ohne starke Schmerzen in Knie und Hüfte gehen. Mit dem Ballengang konnte ich problemlos 1 Stunde gehen, das einzige Problem ist die starke Ermüdung der Muskulatur. Auch die Folgeschmerzen treten jetzt nicht mehr auf.

  • Es muss nicht Joggen sein! Nordic Walking macht ein eben so gutes Gefühl.

  • Jep. Laufen macht Spaß. Habe auch mal bei einem kleinen Marathon teilgenommen. Ich laufe, oder gehe auch einfach längere Strecken, wegen der Ausschüttung der Glücksgefühle :)

  • Ich laufe seit ca. 35 Jahren, mit Ausnahmen während des Hausbaus, 3 mal die Woche. Im Marathontrainig 4 – 6 mal. Zwischendurch auch biken oder mal an den Boxsack.
    Ihr habt das alles toll beschrieben und ich kann das alles nur bestätigen.
    Und das „Runner’s High“.. ich kenne ehrlich gesagt kein erhabeneres Gefühl..
    Glaubt mir: Solange man noch laufen kann, ist laufen ein MUSS!!

  • Wieder mal ein schöner Artikel und ich muss sagen, dass sich dieser Inhalt auch fast 1:1 auf das Rennradfahren übertragen lässt – so geht es mir zumindest :-)
    Und beim Lesen des Artikels habe ich “dieses Gefühl wieder im Bauch” und möchte am liebsten wieder sofort los…

  • Komme gerade vom Joggen und habe euren Artikel entdeckt. Wie passend! ;-)
    Ich kann nur sagen: Ihr habt so Recht! Laufen tut mir so gut! Und hat mein Selbstbewusstsein gesteigert, endlich ein Sport, den ich nur für mich und das mit Spaß und Durchhaltevermögen mache.

    Beste Grüße, Anne

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