Die Methode des 6-Hut-Denkens

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Hilfreich, wenn du deine Probleme aus eigener Kraft lösen möchtest.

Ob beruflich oder privat – wir stehen immer wieder vor komplexen Problem- oder Fragestellungen, die wir nur dann effektiv und kreativ lösen können, wenn wir in der Lage sind, das Problem auf verschiedene Arten anzugehen. Das 6-Hut-Denken ist ein Instrument, das es Ihnen ermöglicht, systematisch unterschiedliche Positionen zu einer Frage einzunehmen und so verschiedene Denkansätze durchzuspielen. Auf diese Weise erhalten Sie sehr viel mehr Problemlösungen oder Ideen, als wenn Sie nur auf einem Standpunkt beharren. Die Methode kann von einer Person allein oder innerhalb von Gruppen eingesetzt werden. Sie ist schnell zu erlernen und ohne materiellen oder organisatorischen Aufwand durchzuführen.

Verschiedene Sichtweisen führen zu unterschiedlichen Lösungsansätzen

Probleme und Fragestellungen können sehr komplex sein. Um diese Komplexität zu erfassen, müssen wir das Problem von möglichst vielen Seiten beleuchten. Oft fällt es uns aber schwer, eine Sichtweise oder eine einmal eingenommene Position loszulassen. Dann halten wir zu sehr an dem Vertrauten fest und stehen uns damit selbst im Weg.

Die Fähigkeit zu einem schnellen, flexiblen Umdenken und das Vermögen verschiedene Standpunkte sehen zu können, sind in Diskussionen, Problemlösungs- oder auch Entscheidungsprozessen sehr hilfreich. Eine solche Denkweise wird der Komplexität von Prozessen oder Problemen gerecht und eröffnet uns vollkommen neue Lösungswege und damit Möglichkeiten.

Das 6-Hut-Denken fördert das flexible Umdenken

Das flexible Umdenken ist eine Fähigkeit, die wir erlernen und trainieren können. Was uns anfangs noch so schwer erscheint, wird dann immer mehr zur Gewohnheit. Das 6-Hut-Denken ist hierbei sehr hilfreich.

Das Grundprinzip des 6-Hut-Denkens

Die Methode beruht auf folgendem Modell: Jedem von uns stehen verschiedene “Hüte” zur Verfügung, die symbolhaft für eine bestimmte Denkrichtung stehen (z.B. kritisch, kreativ, neutral, usw). Diese Hüte können wir nach Belieben und Bedarf aufsetzen und somit unsere jeweilige Denk- und Sichtweise verändern.

Die Hüte haben verschiedene Farben

Jeder Hut hat eine andere Farbe. Die Farben symbolisieren die jeweilige Einstellung, die man mit dem entsprechenden Hut bekommt. Insgesamt stehen sechs verschiedene Hüte zur Verfügung. Damit ist die Zahl der verschiedenen Möglichkeiten übersichtlich und trotzdem vielseitig genug. Wenn Sie sich nun einem Problem oder einer Fragestellung gegenübersehen, können Sie systematisch alle sechs Hüte aufsetzen und Ihre Erkenntnisse zu der jeweiligen Denkrichtung aufschreiben. Dann erhalten Sie ein sehr umfassendes Bild von dem Problem.

Mein Selbstcoaching-Tipp:

Tagebuch zu schreiben kann viel mehr sein als eine Aufzeichnung deiner Aktivitäten. Ein Tagebuch kann dich wirklich voranbringen. Es kann dir helfen, deinen Zielen näher zu kommen, deine Probleme zu lösen, belastende Gefühle loszulassen, Klarheit zu bekommen … Wie geht das?

Das 6-Hut-Denken beruht auf dem Prinzip, sich nacheinander symbolisch unterschiedliche

Hüte aufzusetzen und damit verschiedene Standpunkte einzunehmen. Nach E.

de Bono sind dabei folgende sechs Hüte vorgesehen:

Der weiße Hut: Objektivität und Neutralität

.Der weiße Hut steht dafür, Informationen zu sammeln, ohne sie zu werten. Wer den weißen Hut aufsetzt, ist einem Computer ähnlich: nun zählen nur die nackten Fakten und Zahlen. Versuchen Sie, mit dem weißen Hut auf dem Kopf, sich konsequent freizumachen von allen Emotionen oder Urteilen – keine Angst, Sie müssen Ihre Gefühle ja nicht für immer wegschieben, denn mit einem anderen Hut können Sie alle Ihre Gefühle rauslassen! Der Träger des weißen Huts verschafft sich einen objektiven Überblick über alle verfügbaren Daten und Informationen – vollkommen unabhängig von der persönlichen Meinung. Dieser Hut wird häufig zu Beginn einer Diskussion oder eines Prozesses aufgesetzt, um einen ersten Überblick zu erhalten.

Der rote Hut: das ganz subjektive Empfinden, die persönliche Meinung

.Ganz im Gegensatz zum weißen Hut steht der rote Hut nun für Emotionen. Lassen Sie alle Gefühle zu, die in Ihnen sind. Gemeint sind sowohl positive als auch negative Gefühle, wie z.B. Ängste, Freude, Zweifel, Hoffnungen, Frustration oder was auch immer. Zusätzlich geht es hier aber auch um “allgemeinere” Ansätze, wie z.B. Intuition. Lassen Sie mit dem roten Hut immer Ihren Bauch sprechen, nicht den Kopf. Als Träger des roten Hutes können Sie alles äußern, was Sie in sich fühlen, unabhängig davon, wie klar Sie es artikulieren können oder ob die anderen in der Gruppe etwas damit anfangen können. Alles Diffuse, alles Gefühlsmäßige kann mit dem roten Hut ausgesprochen werden, ohne dass Sie sich rechtfertigen müssen.

Der schwarze Hut: objektiv negative Aspekte

. Beim schwarzen Hut geht es darum, die objektiv negativen Aspekte des Problems oder der Fragestellung zu finden. Dazu gehören Bedenken, Zweifel, Risiken, u.ä. – also alle sachlichen Argumente, die gegen ein Projekt bzw. eine Entscheidung sprechen oder die eine Fragestellung verneinen. Wer den schwarzen Hut aufsetzt, strebt an, objektiv (!) alle negativen Aspekte eines Themas herauszufinden, z.B.: “Gegen dieses Projekt spricht…”, “Die objektiv erkennbaren Gefahren unseres Vorhabens sind…” usw. Bringen Sie hier aber bitte wirklich nur objektive Bedenken an und nicht Ihre persönlichen negativen Gefühle – diese werden mit dem  roten Hut geäußert.

Der gelbe Hut: objektiv positive Aspekte

.

Der gelbe Hut steht für das Gegenteil des schwarzen Huts: Hier geht es darum, das objektiv Positive zu entdecken. Wer den gelben Hut aufsetzt, hat die Aufgabe, Chancen oder Pluspunkte zu finden, aber auch realistische  Hoffnungen und erstrebenswerte Ziele zu formulieren. Auch hier geht es wieder darum, die positiven Aspekte aus einer möglichst objektiven Sicht zu erkennen und nicht aus einer Gefühlsstimmung heraus (so gehört z.B. Euphorie zum roten Hut). Hier geht es auch noch nicht darum, Ideen zu entwickeln (grüner Hut), sondern um das Erkennen aller Aspekte, die für ein Projekt, eine Entscheidung oder eine Idee sprechen.

Der grüne Hut: hin zu neuen Ideen

.Dieser Hut steht für die Kreativität, für Wachstum und für neue Ideen. Wer diesen Hut trägt, begibt sich auf die Suche nach Alternativen. Der grüne Hut befähigt, über das hinauszudenken, was bereits getan wird oder angedacht ist. Mit dem grünen Hut können Sie Kreativitätstechniken einsetzen oder auch das Mittel der Provokation nutzen,  um andere zum Widerspruch zu reizen. Träger des grünen Huts dürfen alles formulieren, was zu neuen Ideen und Ansätzen führt, unabhängig davon, wie verrückt oder unrealistisch die Ideen sind. Mit dem grünen Hut auf dem Kopf sind kritische Bemerkungen untersagt (dafür steht der schwarze Hut).

Der blaue Hut: Dirigent sein

.Der blaue Hut steht für Kontrolle und für die Organisation des gesamten Denkprozesses. Wer den blauen Hut trägt, begibt sich auf die sogenannte Meta-Ebene, blickt also von einem übergeordneten Punkt auf den gesamten Prozess und erlangt so einen Überblick. Die Aufgaben des Trägers des blauen Hut bestehen z.B. daraus, die Ergebnisse zusammenzufassen oder Entscheidungen darüber treffen, welche Hüte im weiteren Prozess überhaupt oder noch einmal aufgesetzt werden müssen. Oft wird dieser Hut am Ende einer Sitzung aufgesetzt. Es bietet sich aber auch an, dass eine Person den blauen Hut über den ganzen Prozess hinweg aufbehält und somit Moderator in der Besprechung, Diskussion oder Problemlösung ist.

In Ihrer Firma wird überlegt, ob flexible Arbeitszeitregelungen eingeführt werden sollen. Die Meinungen dazu sind sehr konträr und in zahlreichen Arbeitstreffen konnte bisher keine Einigung erzielt werden. Hier könnten Sie das 6-Hut-Denken anwenden:

Ein Team wird zusammengestellt

Für das nächste Treffen wird ein Team von fünf bis sechs Personen zusammengestellt, dessen Mitglieder aus möglichst unterschiedlichen Bereichen Ihres Unternehmens kommen sollten. Die übergeordnete Fragestellung für das Meeting lautet: “Sollen wir in unserem Unternehmen eine flexible Arbeitszeitregelung einführen?”

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Erster Schritt: Alle setzen gemeinsam die verschiedenen Hüte nacheinander auf

Beginnen Sie das Meeting damit, dass alle Beteiligten nacheinander die verschiedenen Hüte aufsetzen und jeder dann laut äußert, was er unter dem jeweiligen Hut zur Fragestellung zu sagen hat. Die Äußerungen werden schriftlich – am besten für alle sichtbar auf Pinnwänden – gesammelt. Im Prozess kann es notwendig sein, die Aufzeichnung der jeweils anderen Hüte zu verdecken, damit diese Aussagen nicht zu sehr beeinflussen.

Beispiele für die Äußerungen der sechs verschiedenen Sichtweisen

Äußerungen des weißen Huts – Fakten zum Thema:

  • Bei uns herrscht zur Zeit eine Arbeitszeit von 8.00Uhr- 17.00Uhr, mit einer Mittagspause von 13-14.00 Uhr.
  • Die Mitarbeiter/innen sind zu 80% pünktlich.
  • 75 % unserer Angestellten haben Kinder zu Hause.
  • usw.

Äußerungen des roten Huts – Emotionen:

  • Zuviel Freiheit der Mitarbeiter/innen finde ich nicht gut, das macht mir Angst.
  • Ich hasse es, früh aufzustehen.
  • Ich würde es Klasse finden, wenn ich mittags nach Hause gehen könnte.
  • Also mich nervt das, wenn ich mir vorstelle, dass hier ein einziges Kommen und Gehen ist.
  • usw.

Äußerungen des schwarzen Huts – objektive negative Aspekte der Idee:

  • Es könnte ein Problem werden, die tatsächliche Arbeitszeit der einzelnen Mitarbeiter/innen zu kontrollieren.
  • Die Mitarbeiter/innen sind möglicherweise genau dann nicht im Haus, wenn man sie gerade braucht.
  • Vielleicht lässt die Arbeitsmoral nach.
  • usw.

Äußerungen des gelben Huts – objektive positive Aspekte der Idee:

  • Die Motivation der einzelnen Mitarbeiter/innen kann sich dadurch erheblich steigern.
  • Die Mitarbeiter/innen leisten möglicherweise viel mehr, wenn Sie die Arbeitszeit mehr nach Ihren Bedürfnissen ausrichten können.
  • Dieses Projekt könnte uns bekannt machen, wenn wir damit an die Presse gehen.
  • usw.

Äußerungen des grünen Huts – neue Ideen:

  • Wir könnten ja einfach mal jeden kommen lassen, wann er will, das probieren wir eine Woche lang und gucken, was passiert.
  • Wir könnten ja eine Kernzeit vereinbaren, in der jeder auf jeden Fall hier zu sein hat.
  • Jede/e muss immer ein Handy bei sich haben, um erreichbar zu sein.
  • usw.

Äußerungen des blauen Huts – Zusammenfassung, Organisation:

  • Wir wissen nun, dass 70% unserer Mitarbeiter/innen eine flexiblere Arbeitszeit begrüßen würden.
  • Das Thema ist zum Teil mit starken Emotionen, wie Ängsten, aber auch Euphorie belastet, die uns nicht weiterführen.
  • Es besteht der Bedarf nach Kontrolle über die tatsächliche Arbeitszeit.
  • Hierzu schlage ich vor, noch einmal die Vor- und Nachteile einer verstärkten Kontrolle zu diskutieren.

Die weitere Vorgehensweise

In einer weiteren Phase können die Hüte dann auch ganz gezielt aufgesetzt werden. Zum Beispiel setzen alle den grünen Hut auf, damit zunächst so viele Ideen wie möglich gesammelt werden. Die Ideen können dann mit dem gelben und schwarzen Hut “geprüft” werden. Der blaue Hut würde dann eingesetzt werden, um aus den Ideen konkrete Ziele und Maßnahmen festzulegen.

Jetzt haben Sie einen guten Eindruck davon, wie Sie das 6-Hut-Denken anwenden können, um ein Thema systematisch durchzudenken.

Sie können das 6-Hut-Denken in allen möglichen Bereichen einsetzen, in denen es darum geht, die beste Lösung zu finden:

  • Problemlösungsprozesse
  • Entscheidungen
  • Projekte
  • Vorhaben
  • Besprechungen
  • Meetings
  • Diskussionen
  • usw.

Die Methode ist sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich einsetzbar. Sie können Sie allein oder mit anderen zusammen anwenden. Im Team können Sie die Hüte auf die verschiedenen Leute aufteilen oder alle setzen nacheinander die Hüte auf und notieren ihre Erkenntnisse.

Das 6-Hut-Denken in Ihrer Partnerschaft

Sie können das 6-Hut-Denken auch sehr gewinnbringend in Ihrer Partnerschaft einsetzen. Auseinandersetzungen in Beziehungen oder Ehen zeichnen sich ja oft dadurch aus, dass die Standpunkte festgefahren sind und die Beteiligten sich eigentlich immer wieder um dasselbe streiten. Probieren Sie doch das 6-Hut-Denken einmal in einem solchen Fall aus. Wenn Sie sich beide darauf einlassen und konsequent nach der Methode vorgehen, können Sie sicher einige Teufelskreise durchbrechen.

Die Vorteile der Methode

Tipp

Bereiten Sie sich doch ein kleines Formular vor, auf dem Sie in einer Tabelle oben die sechs Farben aufschreiben. So können Sie Ihre Ideen schnell notieren und haben bereits das Wesentliche schriftlich zusammengefasst.

Es wird schnell deutlich, wo die Vorteile der Methode liegen: Jeder hat die Möglichkeit alles loszuwerden. Allen Beteiligten ist es außerdem möglich, sich durch die symbolischen Hüte immer nur auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dabei hat der blaue Hut eine entscheidende Funktion. Das Gesagte muss immer wieder zusammengefasst und der Denkprozess muss organisiert werden. Deshalb ist es sehr sinnvoll, eine Person als Moderator für den Prozess zu bestimmen.

Die besonderen Vorteile des 6-Hut-Denkens bei der Teamarbeit

Tipp

Wenn Sie dieses Instrument präsentieren oder in eine Gruppenarbeit einführen wollen, dann verwenden Sie ruhig “reale Hüte” zur Demonstration. Das prägt sich ein, macht Spaß und unterstreicht das Verfahren. Sie können solche Hüte z.B. einfach aus farbigen Papier basteln.

Hat sich die Methode in einem Team erst einmal etabliert, bietet sie auch eine ausgezeichnete Kommunikations- Brücke. So können Sie zu Ihrem ewig pessimistischen Kollegen einfach sagen “Setz doch mal den gelben Hut auf!”, ohne ihm zu nahe zu treten. Vor allem in angespannten Diskussionen ist das 6-Hut-Denken eine Möglichkeit, etwas Spaß und Lockerheit in ein Gespräch zu bringen und festgefahrene Argumentationsketten aufzulösen.

Erweitern Sie bei Bedarf die Hüte!

Bei Bedarf können Sie der jeweiligen Situation entsprechend auch noch weitere Hüte “kreieren”. So könnte z.B. in einem Team die Zusammenarbeit von Männern und Frauen ein Thema sein, mit dem alle bewusster umgehen wollen. So könnte ein Frauenhut und ein Männerhut entworfen werden, mit denen jeweils ein geschlechtsspezifischer Blick möglich ist. Denken Sie jedoch daran, dass die Anzahl der Hüte nicht zu groß werden darf, damit der Prozess und die Durchführung nicht zu kompliziert werden.

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Kommentare

  • Ich habe den Kurs 1996 besucht und seit dessen im Einsatz.
    Im Laufe der Jahre habe ich aber ein paar Sachen anders:
    Hintergrund ist ein “Fehler” des griechischen “Diskurs”. Diskussion als ein Gegenüber/Gegeneinander. Das hat vor allem den Nachteil, dass bei hitzigen Debatten die ruhigen Teilnehmer und somit auch ihre Meinungen/Beiträge etc. untergehen. Oft ist die “Lösung” dann einfach überhört oder überbrüllt. Ich habe das “Six thinking Hats” Konzept als Alternative dazu verstanden. Ein durchwegs gemeinsames Vorgehen, alle haben immer den selben Hut auf. ◦Deshalb sind Formen wie ein Pinnwände für mich nicht besonders geeignet, bzw. enthebt sich damit des grössten Vorteils.
    ◦Bei mir wird laufend in einer Worddatei welche alle auf der Leinwand oder so sehen aufgenommen was die Leute sagen. Im Switch zu anderen Apps wird sortiert und Organisiert.

    •Der blaue Hut hat meiner Ansicht nach NICHTS mit dem Thema und der Umsetzung damit zu tun. Er dient einzig als Zwischenstopp und als Organisation des Meetings selbst; wie man jetzt weiter vorgeht (also ist ein weisser Hut notwendig, weil jemand zusätzliche Infos hat, ist der rote Hut mal angebracht um die Stimmung zu messen und vor allem welches Elemente der Liste des grünen Hutes sollen wir uns jetzt vornehmen) ◦Beschlüsse werden als Ideen aufgenommen. So wird es nochmals unter die Lupe genommen (gelb/schwarz/rot) und dann allenfalls so direkt verabschiedet.
    ◦Die Beschlüsse des Beispiels unter blau sind bei mir nirgends einsortiert. Für mich sind das Punkte die unter gelb/schwarz aufzuführen sind und es deutet für mich auf ein kleines Missverstehen der Methode oder etwas falsch gewähltes Beispiel.

    •Es fehlt mir auch ein Grundprinzip: Nämlich, dass bei einem gemeinsamen Bewerten einer Idee (aus der grünen Liste)zuerst immer gemeinsam positiv gewertet werden muss bevor negativ – damit die Idee nicht einfach erschlagen wird. ◦Ein weiteres Grundprinzip ist, dass sofort nach gelb schwarz folgen muss, dass die Kritiker die auf Kohlen sitzen zum Zuge kommen.
    ◦Was ich fordere von den Teilnehmern, dass jeder der gelb was zu sagen hat auch schwarz was äussert und umgekehrt.

    •Mir fehlt auch die Beschreibung/Beispiele wie man die Hüte als Toolset verwenden kann und wie man diese allenfalls ohne das Vorwissen der Teilnehmer einsetzt.
    •Anstelle des grünen Huts, kann auch ein klassisches Brainstorming verwendet werden.
    •Den Start würde ich nicht wie im Beispiel machen (Pinnwand). Je nach Thema. Ich beginne mit weiss(ich selbst) und oft auch mit rot und dann meistens mit grün. ◦Wenn schon vorbelastet, werden die bekannten Variationen unter grün im vornherein aufgelistet. Mit dem blauen wird die erste Idee aus der Liste ausgesucht, welche dann als erstes den gelben und daraufhin sofort den schwarzen Hut.

    •Es fehlt noch die Liste der Bilder: ◦Weiss = weisses Blatt mit Infos
    ◦Grün = Grün wuchern die Ideen wie Gras
    ◦Gelb = Die Sonne strahlt
    ◦Schwarz = synonym des Negativen, Nacht/dunkel
    ◦Rot = Herzangelegenheit
    ◦Blau = Wasser fliesst wohin?

    •Blauer Hut: Die Teilnehmer wissen oft selber weiter. Also die Idee zur Idee, wie man ein negativen Punkt bei einer sonst guten Idee verbessern könnte (Vorschlag wird neu aufgenommen oder so) Dieses Wirkung des blauen Huts den alle Aufhaben würde sonst fehlen und damit das Instrument um ein wichtiges Detail gekürzt (also wäre die Organisation des Meetings nicht unter dem gemeinsamen(!) blauen Hut würde das die Gruppendynamik sehr beeinträchtigen).

    Wie gesagt ich habe den Kurs 1996 besucht. Ich kann da einiges selbst verändert haben.

  • Auch wenn man sich einen Hut aufsetzt, “objektiv positiv” und “objektiv negativ” gibt es auch dann nicht – Wertungen sind nun mal immer vom eigenen Ich geprägt und damit subjektiv. Was für den einen “objektiv negativ” ist, empfindet der andere als durchaus hinnehmbar. Das mit dieser Methode erwünschte Trennen von Emotionen und Fakten gelingt uns allen in der Regel nicht oder nur sehr bedingt – das zu Akzeptieren hilft ungemein weiter.

    • Ismir Übel

      In einer Amazon Kundenrezension zu dem Buch “Six Thinking Hats” lese ich gerade: De Bono makes … comments about how all this leads to decisions: “In the end, all decisions are really red hat.” — das sehe ich ganz genauso

  • Interessanterweise passt der Artikel genau auf die erste Sitzung beim Tiefenpsychologen, die mein Mann und ich letzte Woche hatten.
    Wir haben dort auch verschiedenfarbige Kissen benutzt, als jeweilige Anteile des ICH´s. Es gab auch einen Kreis ( ICH ) und ein
    Außen ( die anderen ).
    Gelb war die Zuversicht, etwas zu können und sich zuzutrauen, grün raunte uns zu, das wäre ganz unmöglich…
    Es lag auch eine Art versteckte Aggression mit drin ( orange ).
    Ebenso ein guter Freund ( außen ) und die hilflose Mutter ( außen ).
    Ich will damit nur sagen, dass ich bislang noch nie selbst an solch eine Methode gedacht habe und nun bekomme ich gleich zweimal unabhängig einen Hinweis darauf.
    Vielen Dank dafür, das öffnet mir gerade einige imaginäre Türen, die ich bislang nicht registriert hatte = sehr spannend.

  • Setze ich seit Jahren bei fast allen Seminaren ein. Die Teilnehmer sind immer wieder überrascht, welch “tolle” Ideen sie selbst entwickelt haben. Bei einer Jahrestagung der GFA kamen z.B. beim Thema “Haben über 50-Jährige auf dem Arbeitsmarkt noch eine Chance?” erfahrenen Personalern Ideen, auf die sie im Alltag nie gekommen wären. Die 3 Stunden, die man schon einplanen sollte, sind gut investierte Zeit.

  • Eine nützliche Übung, von der es auch noch ähnliche Varianten gibt. Es ist wichtig Dinge von mehreren Standpunkten aus zu betrachten. Ich sehe z.B. wie festgefahren ich bin, wenn ich Schachrätsel löse. Da prüfe ich stundenlang komplizierte Lösungswege und komme nicht weiter, um dann festzustellen dass es kinderleichte Züge gibt die das Problem lösen. Ich kann oftmals die Lösung nicht finden weil sie so einfach ist, und nicht in meinem Denkschema vorhanden ist.

  • Das 6-Hüte Denken ist mir seit dem Intensiv Kurs Gehirn mit Tania im Jahr 2003, in Fleisch und Blut übergegangen. Im Beruf konnte ich jeweils meinen Mitarbeitern die unterschiedlichen Sichtweisen und Interessen der verschiedenen Unternehmensteile vor Augen führen. Im laufe der Jahre habe ich gelernt, dass es keine Wahrheit gibt. Sondern Deine meine, jeder hat eine Andere. Jeder Mensch tickt anders, und das muss man erkennen und auch akzeptieren.
    Das bringt mich auch heute als Pensionierter jeden Tag weiter mit meiner Frau, den erwachsenen Kindern und den Enkeln.
    Ich glaube, dass diese Denkweise eine der besten Ansätze ist, vernünftig und erfolgreich durchs Leben zu kommen.
    Herzlichen Dank ans Team und die besten Wünsche vom Bodensee.

  • ich kenne diese Methode aus der Huterschen Antlitzdiagnose –
    hier geht es dann um die “Hüte” der entsprechenden naturelle : Bewegung ,Ernährung und Empfindung…. mit den dahinterstehenden Bedeutungen
    danke für den Impuls

  • Sehr interessant.
    Da man erkennt dass man wesentlich mehr Möglichkeiten hat als nur in einem Dekprojekt zu verharren.
    Ebenso fällt einem der innere Beobachter auf, der die Dinge nicht persönlich nimmt und sich nicht mit Aussagen zu identifizieren braucht.
    Wenn man dann fremden, Glaubenssätzen auf die Spur kommt hat man die Chance neue Geschichten zu schreiben, Projektionen anzunehmen
    und sich neu zu definieren.

  • Ich arbeite seit Jahren mit De Bonos Hüten.
    Es geht auch für andere Anwendungen wie Lerngruppen, Mediation oder bei systemischen Ansätze.

  • Interessantes Thema , hatten wir gerade in Weiterbildung Management durchgesprochen , vielen Dank

  • Sehr schöner Artikel. Danke für die Infos. Die 6-Hut-Methode kannte ich noch nicht. Ein bißchen erinnert wurde ich beim Lesen an die Disney Strategie, bei der man ja auch in verschiedene “Rollen” eintritt. Natürlich ist die Disney Strategie für andere Zwecke gedacht.

    Auf jeden Fall Danke!
    Sonnige Grüße,
    Bernd

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier