Die Multitasking-Falle (Devora Zack)

Du kannst deine Probleme lösen. Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut.
Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

„Die Multitasking-Falle: Warum wir nicht alles gleichzeitig können“ – Devora Zack – Offenbach: Gabal, 2015 – 160 S. – ISBN: 978-3-869-36663-0 – 24,90 €

Multitasking, also der Versuch mehrere Aufgaben zur gleichen Zeit zu bewältigen, ist ja bekanntermaßen ein Problem für viele Menschen. Viele haben das Gefühl, mit dem wachsenden Stapel an täglichen Herausforderungen gar nicht mehr anders zurechtzukommen, als möglichst viel gleichzeitig zu erledigen.

Neurowissenschaften und Untersuchungen beweisen aber: Das ständige Hin-und-her-Wechseln zwischen verschiedenen Aufgaben senkt Ihre Produktivität. Es verringert Ihre Konzentration. Doch nicht nur das, es senkt auch Ihre Lebensqualität. Wie das? Menschen, die viel Multitasking betreiben, berichten z. B. durchgängig davon, ständig beschäftigt zu sein, aber das Gefühl zu haben, nichts geschafft zu haben. Sie tragen also ein Gefühl ständiger Unzufriedenheit mit sich. Und das sind nur zwei von weitaus mehr Argumenten, die deutlich gegen das Multitasking sprechen.

Devora Zack, die Autorin dieses Buches, ist Managementberaterin, erfolgreiche Autorin, Gastdozentin an einer amerikanischen Privatuni sowie Mutter dreier Kinder. Also definitiv eine Frau mit einer Vielzahl an Aufgaben und Anforderungen der unterschiedlichsten Art. Wie in ihrem Buch deutlich wird, schreibt sie hier über ein Problem, das sie selbst zu genüge kennt. Und Ratgeberbücher von Autoren, die an einem Thema selbst lernen und wachsen mussten, gefallen mir immer mit am besten. Weil man eben an vielen Stellen merkt, dass sich ein Autor tiefgehend mit dem Problem befasst hat und es wirklich in all seinen Facetten kennt.

Das Buch ist in 3 Abschnitte gegliedert.

Im ersten Abschnitt wird erklärt, warum Multitasking ein Problem für uns darstellt und weshalb Singletasking dafür die Lösung ist. Dazu gibt es vielerlei Beispiele, in denen man sich als Multitasker sehr gut wiederfindet.

Im zweiten Abschnitt geht es um Techniken, wie man das Singletasking genau umsetzen kann. Dabei werden unterschiedliche Ebenen angegangen: Neben den klassischen Techniken, wie man seinen Arbeitsplatz bzw. die Arbeitsbedingungen besser gestalten kann, geht es auch um Bereiche wie gedankliche Veränderungen sowie Beziehungen.

Im dritten Abschnitt geht es darum, wie man das Singletasking-Prinzip nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch im Privatleben anwendet und dadurch die Vorteile des Singletaskings nutzt, um seine Lebensqualität allgemein zu verbessern.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Was mir inhaltlich besonders gut gefällt, ist, dass Devora Zack nicht nur in der Arbeitswelt bleibt, sondern die Idee des Singletaskings auch auf das Private überträgt und dabei den Nutzen für das Privatleben sehr deutlich macht.

Außerdem gefällt mir sehr gut, dass Devora Zack nicht auf einer „technischen Ebene“ bleibt und nur strukturelle Lösungsmöglichkeiten bietet, also z. B. „Handy auf lautlos stellen, um Störung zu vermeiden“. Sondern sie hinterfragt zielgerichtet die Glaubenssätze, die uns immer wieder zum Multitasking verlocken, und bringt diese ins Wanken. Am Anfang eines jeden Kapitels wird ein solcher Glaubenssatz thematisiert in Form einer Gegenüberstellung von „Mythos“ und „Wirklichkeit“. Ein Beispiel aus dem 4. Kapitel: „Mythos: Multitasking beweist Kompetenz – Wirklichkeit: Singletasking beweist Disziplin und Fokus“. Darauf wird dann im jeweiligen Kapitel immer gezielt eingegangen.

Ein weiterer großer inhaltlicher Pluspunkt ist die Beschäftigung mit dem Thema „Umgang mit anderen Menschen“. Also wie man konkret seinen Fokus wahren kann, wenn man z. B. während einer wichtigen Aufgabe vom Chef oder vom Arbeitskollegen angesprochen wird. Das ist ja ein klassisches Beispiel für eine „Störung“, die im Alltag auftreten kann und uns aus der Konzentration reißt. Wie man damit konstruktiv umgeht, führt Devora Zack an vielen tollen, realitätsnahen und lehrreichen Beispielen vor.

Ansonsten gibt es in dem Buch einige hilfreiche Selbsttests, mit deren Hilfe man selbst einschätzen kann, wo man genau steht. Also z. B. wie gut/schlecht Sie im Singletasking sind oder auch wie oft Sie Multitasking im Privatleben betreiben.

Das Buch bietet aber auch viel Altbekanntes. Allerdings gut auf den Punkt gebracht und auf das Nötigste heruntergedampft.

Mit der „Multitasking-Falle“ legt Devora Zack ein Buch vor, das sehr gut strukturiert ist, visuell wie inhaltlich, und das sich daher sehr gut und schnell lesen lässt. Man merkt, dass es so gestaltet wurde, dass man mit der Aufmerksamkeit gut dabei bleiben kann.

Wer noch nichts zum Thema Multitasking gelesen hat, dem bietet dieses Buch einen allumfassenden Einstieg ins Thema.

Bewertung: PunktPunktPunkt PunktPunkt

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Kommentare

  • Multitasking ist eine Täuschung. Denn auch ein noch so schneller Rechner arbeitet seine Aufgaben immer nacheinander ab, aber eben so schnell, dass für uns Menschen der Eindruck der Gleichzeitigkeit entsteht. Warum schauen wir also nicht hinter die Kulissen und lassen uns stattdessen eine Welt vorgaukeln, die es in dieser Form gar nicht gibt? Wir sollten besser versuchen, die Mechanismen zu erkennen, die dieser Projektion zugrunde liegen. Diese können in einem selbst begründet liegen, z.B. in Gestalt von Glaubenssätzen, die uns prägen oder behindern, aber auch außerhalb unseres Selbst, z.B. in der Berufswelt, wo der Glaube vorherrscht, dass sich alles so rasend schnell verändere, dass man untergehen werde, wenn man sich nicht schnell genug selbst verändere oder anpasse. Was uns vor Urzeiten als überlebenswichtiges Programm mitgegeben wurde (Reaktion auf Stress = Flucht oder Angriff – über beides musste sehr schnell entschieden werden) und heute noch wirksam ist, kann bei den aktuellen Herausforderungen in einer interdependenten Welt nicht mehr fehlerlos funktionieren. Multitasking verführt zur Oberflächlichkeit. Wichtige Entscheidungen mit Langzeitwirkungen müssen aber wohlüberlegt werden, mögliche Konsequenzen gegeneinander abgewägt werden. Sie müssen also rechtzeitig getroffen werden, was nicht gleichbedeutend mit einer schnellen Entscheidung ist. Und das geht eben nur mit Singletasking. Denn auch wenn die unterschiedlichen Prozesse in unserem Gehirn bisher (noch) nicht durch Hochleistungsrechner annähernd realistisch simuliert werden können, unser Gehirn also technischen Erfindungen des Menschen überlegen zu sein scheint, so arbeitet unser Gehirn beim Abarbeiten von vordefinierten Algorithmen eben einfach anders und langsamer als ein Computer. Deshalb sollten wir uns auch nicht mit diesem technischen Gerät bei der Bearbeitung von Aufgaben zu messen, indem wir versuchen, das (scheinbare) Multitasking zu imitieren. In diesem Zusammenhang empfehle ich das Buch von Daniel Kahneman: Schnelles Denken, langsames Denken.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

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