Die Orientierung im Leben zurückgewinnen – 3 Schritte, die du dazu gehen solltest

Wenn du ein Ziel vor Augen hast, aber nicht weißt, wie du es erreichen kannst … → Hier gehts lang

Autsch. Es ist wirklich beinahe körperlich schmerzhaft, wenn du im Leben deine Perspektive verloren hast. Wenn dir die Orientierung fehlt. Wenn dein Kompass sich nur wild um sich selbst dreht und du nicht weißt, wie es jetzt weitergeht.

Keine Orientierung zu haben, verunsichert tief im Inneren. Es macht uns einfach Angst.

Wenn wir dagegen eine solide Klarheit, Orientierung und Perspektive für uns und unser Leben haben. Das gibt uns Hoffnung, Sicherheit und die Energie zu handeln. Das gibt uns die Kraft, unser Leben aus vollem Herzen zu leben.

Was ist Orientierung eigentlich genau?

Ja, Orientierung.

Das bedeutet, dass du weißt, wo es mit dir hingehen soll.

Dass du klar vor dir siehst, was du willst und was du brauchst. Und dass du auch einen ungefähren Plan für den Weg dahin im Kopf hast.

Die Landkarte liegt also vor dir.

Du hast an deinem Ziel eine Stecknadel eingepinnt.

Und du hast mit einem roten Stift den Weg markiert, den du zu deinem Ziel gehen möchtest.

Der typische Weg auf der Landkarte

Für die meisten von uns sieht der Weg auf der Landkarte ungefähr so aus:

Das Ziel besteht darin, einigermaßen gesund alt zu werden. Das ist die Stecknadel in der Landkarte. Da soll es mal hingehen.

Und auf der Reiseroute liegen solche Dinge wie:

  • ein Partner, den ich liebe und der mich liebt
  • vielleicht ein paar Kinder
  • Freunde, mit denen ich Spaß haben und Unterstützung teilen kann
  • eine einigermaßen gute Art, meinen Lebensunterhalt zu verdienen
  • vielleicht auch ein paar Reisen oder Abenteuer, die ich erleben will
  • bei höheren Ambitionen: der beste Koch in Deutschland zu werden. Oder das beste umweltfreundliche Auto zu erfinden

Das ist so die geplante Reiseroute der meisten Menschen.

Es gibt auch Umwege, manchmal schmerzlich

Wobei wir auch manchmal ein paar Umwege gehen müssen.

Vielleicht weil es mit dem ersten Partner nicht geklappt hat.

Wenn wir unsere Arbeitsstelle verlieren.

Oder wenn uns eine Krankheit aus der Bahn schmeißt.

Manchmal im Leben geraten wir auch von innen heraus ins große Zweifeln. Dann schauen wir auf unsere Landkarte und fragen uns, ob der Weg noch der richtige ist, den wir einmal auf unserer Karte eingezeichnet hatten.

Und das sind die Momente, die uns aus dem Gleichgewicht bringen können. Diese Momente der Verunsicherung. Wo wir den Weg nicht mehr klar vor uns sehen.

Und diese Momente, diese Wendepunkte im Leben, die sind ganz wunderbar und ganz gefährlich gleichermaßen.

Chance und Gefahr zugleich

Sie sind wunderbar, weil wir hier die Chance haben, unser Leben zu unserem eigenen Besten neu zu definieren.

Diese Momente sind aber auch gefährlich, weil dieses Gefühl der Orientierungslosigkeit und der Verunsicherung so unangenehm ist. So unangenehm, dass viele Menschen dann nicht den für sie richtigen und besten neuen Weg wählen. Sondern den einfachsten und schnellsten Weg. Einfach nur, damit der Schmerz und die Verunsicherung aufhören.

Und deswegen ist es so wichtig, sich in diesen Momenten der Orientierungslosigkeit ausreichend Zeit zu nehmen. Nichts zu überstürzen. Nicht den schnellen Ausweg zu nehmen.

Lass dir Zeit

Also mich nicht mit dem nächstbesten Partner einlassen, nur weil ich die Einsamkeit nicht mehr spüren will.

Und nicht den nächstbesten Job anzunehmen, der mich vielleicht wieder krank macht, wie der letzte.

An diesen Punkten der Orientierungslosigkeit gilt es also, tief durchzuatmen und den Schmerz der Planlosigkeit für eine Weile auszuhalten.

Hier gilt es, sich selbst Zeit zu geben. Zeit dafür, die notwendigen Fragen zu stellen. Und Zeit, ein paar gute, solide Antworten zu finden.

Dann gilt es, ein paar Wochen in deinem Leben zu reservieren, um in dich zu gehen. Um dich selbst und deine Möglichkeiten zu erkunden.

Schritt 1: Lerne aus der Vergangenheit

Es gibt Menschen, die machen die gleichen Fehler wieder und wieder und wieder und wieder. Und ich schätze mal, du willst nicht zu diesen Menschen gehören, denn es macht keinen Spaß, in den Endlosschleifen des Lebens festzuhängen.

Eben deswegen ist es wichtig, aus den eigenen Fehlern der Vergangenheit zu lernen.

Frage dich also auf eine ganz nüchterne und analytische Art, wo du in der Vergangenheit Fehler gemacht hast.

Hattest du vielleicht zu romantische und naive Vorstellungen?

Hättest du eher Grenzen setzen sollen? Oder waren deine Grenzen zu eng?

Warst du zu egoistisch? Oder zu altruistisch?

Hast du dich zu sehr von anderen beeinflussen lassen? Oder wolltest du zu oft deinen Kopf durchsetzen?

Hast du nicht genug für dich selbst gesorgt? Oder hast du dich nicht genug gefordert?

Hattest du vielleicht falsche Vorstellungen davon, was dich wirklich glücklich und zufrieden macht?

Oder hast du die Konsequenzen deiner Entscheidungen nicht gut genug durchdacht?

Versuche zu ergründen, warum du in dieser Situation gelandet bist. Frage ruhig auch vertraute Menschen, die dich gut kennen, nach ihren Antworten auf diese Frage.

Und wenn du Antworten gefunden hast, formuliere einen vorsichtigen Plan für die Zukunft, was du von jetzt an anders machen möchtest. Achte hier darauf, nicht von einem Extrem ins andere zu fallen.

Schritt 2: Kläre, wer du bist und was du gerade brauchst

Probleme entstehen im Leben immer dann, wenn du gegen deine Natur handelst. Wenn du nicht genug berücksichtigst, wer du bist und was du brauchst, um in Balance zu sein.

Kläre deswegen für dich selbst, wer du in dieser Lebensphase gerade bist und was du brauchst.

Frage dich, was dir gerade wirklich wichtig ist im Leben. Was es zu verteidigen gilt. Wofür du kämpfen willst. Und was du bewahren oder aufbauen möchtest.

Frage dich, was du als Mensch brauchst, um dich gut zu fühlen und um gut zu funktionieren. Was sind die Dinge, die das Beste in dir fördern? Was sind die Dinge, die dir Kraft geben?

Frage dich nicht zuletzt, was dich als Mensch am meisten ausmacht. Bist du eher ein Kopf- oder ein Gefühlsmensch? Bist du intro- oder extrovertiert? Magst du Menschen ganz allgemein oder sind sie dir nicht so wichtig? Bist du ein gewissenhafter und ordentlicher Mensch oder sind dir die Details egal? Bist du mental robust und entspannt oder eher feinfühlig und nicht so belastbar? Liebst du eher die Abwechslung oder die Routine? Und was kannst du gut? Wo kennst du dich gut aus? Und wo bist du nicht so gut?

Menschen sind unterschiedlich und wenn du einen Weg wählst, der nicht zu dir und deiner Natur passt, dann ist Frustration und Leid vorprogrammiert.

Klingt eigentlich selbstverständlich. Dennoch siegt hier oft unser Wunschdenken. Wenn wir uns wünschen, anders zu sein, als wir sind. Und dann einen Weg wählen, der zu unserem Wunschbild unseres Selbst passt, aber nicht zu unserem wirklichen Ich.

Schritt 3: Finde Möglichkeiten

Du weißt jetzt aus Schritt 1, was du für Fehler gemacht hast. Und aus Schritt 2 weißt du, wer du bist, was dir wichtig ist und was du brauchst.

Jetzt stellst du dir die Frage:

„Welche Möglichkeiten sehe ich? Was könnte ich tun? Wohin könnte ich mich bewegen? Wo könnte es mit mir hingehen? Welche Punkte auf der Landkarte könnte ich anvisieren?“

Dann listest du alle Möglichkeiten auf, die du vor dir siehst. Am besten fragst du auch andere, was sie für Möglichkeiten für dich sehen. Weil wir uns oft selbst in unserem Denken zu sehr beschränken.

Und sobald du alle Möglichkeiten aufgelistet hast, untersuchst du diese.

  • Welche der Möglichkeiten wären eigentlich nur eine Wiederholung von Fehlern der Vergangenheit?
  • Welche der Möglichkeiten passen zu dir und dem, wer du bist? Welche nicht?
  • Welche der Möglichkeiten bietet dir das, was dir wichtig ist? Und das, was du gerade brauchst? Welche nicht?

Die Welt ist voller Möglichkeiten. So viele Punkte, die dir eine Orientierung und eine Perspektive bieten können.

Und wenn du weißt, wer du bist, und wenn du deine Lektionen aus der Vergangenheit gelernt hast, ist es erstaunlich einfach, die für dich guten Möglichkeiten zu entdecken.

Nur jetzt: Die "Wie komme ich ans Ziel?"-Challenge

Hier zeigen wir dir einen Prozess, mit dem du dein Ziel erreichen wirst, wir helfen dir über die wichtigsten Hindernisse, motivieren und unterstützen dich: Mehr Infos

Auch interessant?

Wie viele Sterne bekommt der Beitrag von dir?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (30)
Loading...
 

Teilen macht Freude und Freunde:

 

Das eigene Leben besser machen

Deine Anmerkung zu diesem Beitrag?

Kommentare

  • Guten Morgen! Als ich den Beitrag das erste Mal las, am Freitag oder Samstag, hat er mich überfordert mit den vielen Fragen. Ich habe in den letzten Jahren alles erlebt, was Orientierung raubt. Krankheiten, Trennung, Jobverlust. Ich dachte erst, es ginge hierbei um die Suche nach der Wertematrix. Bei der ich für mein Leben immer so blind bin… Identifiziert habe ich am Wochenende: Freiheit bzw.Freiwilligkeit, Religion/Glaube im weiteren Sinne, Freundschaft/Geselligkeit und Liebe/Verbundenheit. Ich bin gottseidank wieder etwas gefestigt, möchte aber trotzdem mit den Fragen arbeiten. Vielen Dank für deinen Beitrag, Ralf! wobei mir noch einfällt, “die Landkarte ist nicht das Gebiet…” Ich kenne das Buch…lange her und alles aus dem Gedächtnis : O Connor / Seymour NLP Grundlagen erfolgreiche Kommunikation und persönliche Entfaltung.

  • Hallo Vivian,

    anbei kleine Antwort auf deinen Kommentar:

    Doch wieso gibt es neben der Form extravertiert auch die orthografische Variante extrovertiert? Der Grund ist ebenso banal wie offensichtlich: Es handelt sich um eine Angleichung der Schreibweise an introvertiert, die der engen Verwandtschaft der beiden Ausdrücke als Gegensatzpaar Rechnung trägt. Ein ähnliches Phänomen ist beim fast nur in der Fachliteratur zu findenden Gegensatzpaar introspektiv (in eigener innerer Betrachtung, psychologischer Selbsterkenntnis) und extraspektiv (in Fremdbetrachtung) zu beobachten – hier ist sogar nur die an »intro…« angelehnte Form »extrospektiv« im Duden (Das große Fremdwörterbuch, 2007) verzeichnet.

    Ob man nun also »extrovertiert« oder »extravertiert« schreibt, spielt weder aus semantischer noch aus orthografischer Sicht eine Rolle – beide Wörter haben die gleiche Bedeutung, und beide Schreibweisen gelten als richtig. Die an introvertiert angelehnte Form extrovertiert überwiegt mittlerweile bei weitem und wird auch vom Duden empfohlen; die Form extravertiert ist aus etymologischer und wissenschaftlicher Sicht jedoch die ursprünglichere Form, weshalb sie von Sprachkennern oft bevorzugt wird. Auch wir raten der Sprachgenauigkeit zuliebe zu dieser Form.

  • Lieber Ralf, ich bin ein Fan von “Zeit zu leben” und möchte dich bitten, das Wort Extraversion (es kommt ja immer mal wieder vor in deinen Texten) mit a zu schreiben, nicht mit o (Introversion und Extraversion).

    Danke und herzliche Grüsse
    V

  • Hallo Ralf,
    wünsche dir einen wunderschönen guten Morgen. Sehr gelungene Fragen. Wer sich damit intensiv beschäftig, wird bald herausfinden, wo er Umwege gegangen oder mehrfach im Kreis gelaufen ist. Wobei ich überzeugt bin, dass in manchen Umwegen ein tieferer Sinn verborgen liegt.
    Herzliche Grüße aus Berlin
    Helga

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier