Die vertrackte Suche nach dem Sinn

Viele Menschen geraten irgendwann in ihrem Leben in eine Sinnkrise. Oft passiert das zwischen unserem 40. und 50. Lebensjahr. In letzter Zeit stellen sich sogar zunehmend auch jüngere Menschen die Frage nach dem Sinn.

Und wenn wir keine Antwort auf die Frage nach unserem Lebenssinn finden, dann tut das weh. Der Psychologe Victor Frankl nannte das: “Das Leiden am sinnlosen Leben.”

Früher waren wir Menschen noch sehr viel mehr mit dem reinen Überleben und der Fortpflanzung beschäftigt. Aber in einem reichen Land mit einigermaßen funktionierendem Sozialsystem ist das Überleben keine wirkliche Herausforderung mehr für die meisten von uns, zumindest wenn man einigermaßen gesund ist. Und das Fortpflanzen ist auch nicht mehr so attraktiv, wie es früher mal war, wenn man sich die Geburtenstatistiken anschaut.

Was ist also der Sinn? Wozu sind wir auf der Welt?

Wenn man sich mal so anschaut, womit die meisten Menschen ihre Zeit verbringen, könnte man denken, wir sind auf der Welt:

  • um zur Schule zur gehen (als Kinder),
  • um arbeiten zu gehen (als Erwachsene),
  • um Fernsehen zu schauen,
  • um Computerspiele zu spielen,
  • um shoppen zu gehen
  • usw.

Ne, das kann es natürlich nicht sein. Niemand ist auf der Welt, um Fernsehen zu schauen oder zu schoppen. Das ist doch Quatsch. Aber warum verbringen dann die meisten Menschen soviel Zeit damit? Ja… weiß ich auch nicht.

Beliebt bei vielen ist die eher esoterische Definition: Wir sind einfach nur hier, um Erfahrungen zu machen, um einfach nur zu SEIN? Oder: Um unser Karma abzuarbeiten.

Mmmmhhh… eigentlich eine ganz schöne Definition, weil sie irgendwie unwiderlegbar und allumfassend ist. Aber trotzdem finde ich diese Definition unbefriedigend.

Denn wenn ich auf der Suche nach meinem Sinn bin, dann auch, um daraus irgendwann mal konkrete Schritte abzuleiten. Ein Sinn macht nur Sinn, wenn man ihn auch ganz praktisch leben kann.

Wenn mein Sinn ist, ein toller Koch zu sein, gehe ich in die Küche und schwinge den Löffel. Wenn mein Sinn ist, den Hunger in der Welt zu bekämpfen, werde ich meinen Job kündigen und mich bei einer Hilfsorganisation bewerben. Wenn mein Sinn aber einfach nur ist zu SEIN… ja, toll, und was sind dann die nächsten Schritte? Heute BIN ich mal. Morgen auch. Aber dann wird es irgendwie langweilig. Und mein Karma abarbeiten. Ich kann mich dummerweise nicht so richtig erinnern, was in meinen früheren Leben passiert ist. Für Pragmatiker wie mich ist diese SEINS-Geschichte oder das mit Karma also keine richtige Lösung.

Was könnte dann mein Sinn sein?

Etwas beitragen zum großen Ganzen?

Gute Entscheidung = Gutes Leben

Eine gute Entscheidung ist eine Wahl, die du hinterher nicht bereuen musst. Mit Herz und Verstand. Systematisch. Alles Wichtige berücksichtigen. Deine Entscheidung in 7 Tagen.

Ja, aber was ist denn bitte das große Ganze?

Gottgefällig leben. Die Idee ist für Agnostiker wie mich auch wirklich keine Hilfe.

Vielleicht ein guter Mensch zu sein und Gutes zu tun?

Ist schon nicht schlecht. Aber um mal ein Metapher zu benutzen: Wie viele Leute füttern die Enten mit Brot und denken, sie würden etwas Gutes tun? Und dann kippt der Teich wegen der Brotreste um und stinkt oder die Enten werden krank davon…

Vielleicht geht es darum, mein Potenzial auszuschöpfen und meine Talente voll zu nutzen, also das Beste aus mir zu machen?

Ooooh… auch wieder so eine schwammige Definition, die alles und nichts heißen kann. Hilft mir auch nicht richtig weiter.

Ist schon vertrackt. Wir Menschen wünschen uns so sehr, dass unser Leben einen Sinn hat. Nur zu fassen bekommen die meisten ihn nicht, diesen Sinn.

Oder vielleicht machen wir es uns auch alle zu schwer und denken zu kompliziert oder zu außenorientiert?

Vielleicht ist der Sinn meines Lebens einfach eine Entscheidungssache! Jeder kann seinen Sinn frei wählen. Jeder kann sich aussuchen, wozu er auf der Welt sein will.

  • Vielleicht bin ich auf der Welt, um der beste Automechaniker der Welt zu sein.
  • Vielleicht bin ich auf der Welt, um alte Tomatensorten vor dem Aussterben zu retten.
  • Vielleicht bin ich auf der Welt, um meinen Kindern einen Platz der Wärme und Geborgenheit zu geben.
  • Vielleicht bin ich auf der Welt, um möglichst viel fern zu schauen.

Ja, vielleicht ist das, was mein Sinn ist, ja tatsächlich meine Entscheidung. Schlechter als die ganzen anderen Ideen ist das auch nicht. Warum es sich also nicht ganz einfach machen?

Wenn es also Ihre freie Entscheidung wäre, was würde dann Ihr Sinn im Leben sein?

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