Eigentlich bräuchte ich drei Leben

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Du kannst deine Probleme lösen. Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut.
Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Kennst du dieses Gefühl auch? Dass du all das, was du gern machen würdest, gar nicht in der einen Lebenszeit unterbringen kannst?

Dass du dafür mehrere Leben bräuchtest?

Vielleicht ist das auch mehr so ein Ding meiner Generation.

Ich bin ja Jahrgang 1983 und in einer Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten aufgewachsen.

Mir ist dieses Gefühl von „eigentlich bräuchte ich drei Leben“ sehr geläufig. Ich beobachte es auch viel in meinem Umfeld.

Ganz egal, wie alt oder jung du bist, vielleicht geht es dir manchmal auch so.

Und ich glaube, dieses Gefühl entsteht zu einem guten Teil dadurch, dass wir heute einfach unendlich viele Optionen haben. Zumindest gefühlt.

Und es ist wie mit allem im Leben: Zu viel des Guten ist nicht immer gut.

( Wie kannst du herausfinden, was du wirklich willst? Wie bekommst du Klarheit und Orientierung? Indem du dir deinen eigenen 'inneren Kompass' erschaffst.)

Freiheit bringt auch Verantwortung mit sich

Natürlich ist die Freiheit, die ich und meine Generation haben, etwas ganz Besonderes.

Aber Freiheit verpflichtet eben auch.

Sie verpflichtet dich, verantwortungsvoll mit ihr umzugehen.

Und so kann Freiheit für manche auch eine Bürde sein.

Die Bürde, sie für „das Richtige“ zu nutzen.

Deine Zeit hier auf Erden nicht zu „verschwenden“.

Deine Freiheit zu nutzen, um das Beste aus dir und deinem Leben zu machen.

Wieso Freiheit manche Menschen überfordert

Dieses allseits vorhandene Überangebot an Optionen führt bei einigen Menschen zu Überforderung. Und dazu, dass man sich am Ende gar nicht mehr entscheiden kann.

Forscher konnten das anhand von Marmeladen in Supermärkten zeigen.

Man gibt den Versuchspersonen die Wahl zwischen 20 Marmeladen. Anderen Versuchspersonen nur zwischen 3.

Das Ergebnis: Menschen kaufen häufiger Marmelade, wenn nur 3 Sorten angeboten werden, als wenn es 20 sind. Weil die Entscheidung für sie viel einfacher ist.

Schon die Marmelade auszusuchen, kann in unserer modernen Welt also zur Herausforderung werden.

Welche ist meine Lieblingssorte? Ist sie bio? Nachhaltig produziert? Was ist besser?

Wie schaut es da erst mit den wichtigen Lebensentscheidungen aus?

Drei Leben brauchst du, damit du wirklich das Beste daraus machen kannst

Freiheit. Unbegrenzte Möglichkeiten. Der Druck, das Beste aus deinem Leben machen zu wollen. Nicht schlechter dastehen wollen als andere. Die Angst, etwas zu verpassen.

Kein Wunder, dass du da glaubst, drei Leben zu brauchen. Wie sollst du sonst all das machen können, was du dir erträumst?

(Klarheit und Orientierung machen das Leben viel einfacher. So erschaffst du dir deinen eigenen ‚inneren Kompass‘.)

Leider ist das Leben aber kein Videospiel.

Dass wir nunmal nicht mehr als ein Leben haben, das wird dir spätestens dann klar, wenn du eine Entscheidung treffen musst, die sehr weitreichende Konsequenzen hat.

Wenn eine Entscheidung für etwas plötzlich eine Entscheidung gegen ganz vieles bedeutet.

Wenn dir bewusst wird: Ich werde womöglich nicht alle meine Wünsche und Vorstellungen ausleben können, die ich mir so erträume.

Das kann schmerzen.

Wie kannst du damit umgehen, wenn dich diese Erkenntnis trifft?

Wenn dir bewusst wird: Buschpilot in Alaska zu sein, das wird höchstwahrscheinlich nix mehr …

Dieses Gefühl „ich muss mich von diesem Traum verabschieden“ zieht dich ja erstmal runter.

Oder vielleicht wirst du ein bisschen wehmütig, weil gefühlt mehr Lebenslust in dir steckt, als du Lebenszeit hast.

Wie kannst du dann mit diesem Gefühl umgehen?

Du kannst es natürlich einfach ignorieren

Eine der häufigsten Strategien, die ich so mitbekomme, ist: Es einfach ignorieren. Sich keine weiteren Gedanken darüber machen und sein Leben einfach weiter vor sich hin leben. Dann muss ich mir nicht den Kopf zerbrechen.

Das birgt aber auch ein Risiko. Das Risiko, eines Tages aufzuwachen und sich selbst zu fragen, was du die letzten Jahre mit deinem Leben eigentlich so gemacht hast.

Für den Moment ist das vielleicht die bequemere Wahl. Aber auf lange Sicht nicht unbedingt die klügste.

Du machst alles, aber halt später

Dann gibt es auch einige, die ihre Träume auf später verschieben. Die sich selbst sagen: „Hey, mit 45 tingel ich mit dem Rucksack durch die Welt, wenn ich 50 bin, ziehe ich aufs Weingut nach Frankreich und mit 60 geh ich nochmal nach Australien. Ist doch kein Problem. Ich mach einfach alles hintereinanderweg.“

Grundsätzlich keine schlechte Idee. In ein Leben passt ja auch sehr viel rein.

Aber die Gefahr besteht natürlich schon, dass du da einer Illusion auf den Leim gehst.

Denn wenn du jetzt nicht den Mut hast, deinen Träumen zu folgen, deinen Rucksack zu packen und durch die Welt zu tingeln … Warum sollte das mit 45, 50 oder 60 plötzlich viel einfacher für dich sein?

Das solltest du dich selbst ehrlich fragen.

Natürlich ist das ein beruhigendes Gefühl, wenn du dir selbst sagen kannst: „Hey, es ist ja noch nicht zu spät dafür. Ich kann das später ja immer noch machen.“

Aber vielleicht benutzt du das auch nur als Ausrede, um dich selbst zu beschwichtigen.

Dann läufst du Gefahr, immer nur ein Träumer zu bleiben, der alles auf später verschiebt. Und am Ende nicht mehr genug Zeit hat, seine Träume umzusetzen.

Das Leben ist kurz – triff bewusste Entscheidungen

Auch wenn es schwer ist … Bei der Marmelade wie bei den wichtigen Lebensentscheidungen.

Bewusst getroffene Entscheidungen sind gewissermaßen ein Garant dafür, dass du sie hinterher niemals bereuen kannst.

Denn wenn du deine Entscheidung ganz bewusst fällst, triffst du auch die zu dem Zeitpunkt bestmögliche Entscheidung. Mit dem Wissen und dem Bauchgefühl, was du zu diesem Zeitpunkt eben hast.

(Sag mal: Weißt du eigentlich, was du dir vom Leben wünschst? Kennst du dein Wünsche, Ziele und deine Richtung im Leben? Finde deinen Kompass)

Deswegen ist eine bewusste Entscheidung wichtig, wenn du hinterher nichts bereuen willst.

So weißt du immer, warum du dich zu dem Zeitpunkt für oder gegen etwas entschieden hast. Und so wird diese Entscheidung auch nie mehr zum Bumerang für dich.

Fokussier dich auf die guten Seiten

Das Problem an einer Entscheidung ist, dass du vielleicht nicht zufrieden mit ihr bist.

Viele Menschen denken ja immerzu an all das, was sie stattdessen tun oder haben könnten. Sie sehen immer nur die grüne Wiese nebenan.

Eine solche Einstellung führt dazu, dass du niemals wirklich etwas genießen kannst.

Ganz egal, was du tust oder wofür du dich entscheidest. Du würdest immer nur das sehen, was du gerade nicht hast.

Das ist der sichere Weg, um unglücklich zu sein.

Dieses Unglück kannst du aber vermeiden.

Fokussier dich auf das Positive in deinem jetzigen Leben, an den Entscheidungen, die du getroffen hast. Ruf dir in Erinnerung, was das Gute daran ist:

  • Warum lebe ich mein Leben eigentlich so, wie ich es gerade tue?
  • Was gefällt mir so sehr daran?
  • Warum habe ich mich dafür entschieden und nicht für einen anderen Weg?

Richte den Fokus auf die guten Gründe, warum du dich so entschieden hast. Behalte das im Kopf. Füll es mit Leben und genieß das, was du gerade erlebst.

Übe dich in einer der wichtigsten Fähigkeiten im Leben

Dich auf die positiven Seiten deiner Entscheidung zu fokussieren, das ist die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite ist dein Umgang mit den Optionen, auf die du verzichtest.

Die schwirren dir ja vielleicht trotzdem ab und an mal im Kopf rum und lassen dich wehmütig werden. Das ist aber nicht unbedingt ein Hinweis darauf, dass du eine falsche Entscheidung getroffen hast.

Sondern das heißt einfach nur, dass du die anderen tollen Möglichkeiten noch nicht losgelassen hast.

Loslassen können, das ist ja eine der wichtigsten Fähigkeiten im Leben.

Denn Leben heißt Abschied nehmen. Jeden Tag. Von Dingen, von Menschen, von Lebensentwürfen. Auch wenn uns das nicht unbedingt immer so bewusst ist. Das ist die Welt, in die wir hineingeboren worden sind. Alles ändert sich, Tag für Tag. So sind die Spielregeln.

Dass du da auch mal wehmütig bist, ist vollkommen normal und Teil des Lebens.

Wie du bestimmte Lebensphasen und auch nicht ausgelebte Lebensentwürfe loslassen und verabschieden kannst, dazu haben wir hier einen ganzen Artikel: Eine schöne Lebensphase positiv verabschieden.

Und falls du gar nicht loslassen möchtest, bleibt dir immer noch der folgende Weg:

Leb deinen Traum, aber in einer kleineren Version

Träume sind etwas sehr Wertvolles. Sie sind ein Ausdruck deiner Lebenslust.

Wenn du ganz und gar auf deinen Traum verzichtest, begräbst du immer auch einen kleinen Teil von dir selbst.

Und damit scheidest du dich immer auch ein wenig von deiner Lebendigkeit ab.

Auch wenn du keine drei Leben hast … Das bedeutet nicht, dass du auf bestimmte Wünsche und Träume ganz und gar verzichten musst.

Es gibt einen Weg, wie du sie manchmal trotzdem ausleben kannst.

Und das ist die Frage:

„Gibt es eine kleinere Version meines Wunsches?“

Vielleicht kannst du in deinem Leben nicht mehr nach Neuseeland auswandern.

Aber du könntest mal für 4 Wochen Urlaub dort machen.

Vielleicht wirst du nicht mehr auf dem Resthof im Grünen leben.

Aber du könntest dir ein Ferienhaus suchen, was diesen Kriterien entspricht, und dich dort für eine Zeit lang einmieten.

Viele deiner Träume kannst du auch in einer kleineren Version ausleben.

Und dabei trotzdem so viel erleben, als hättest du drei Leben gelebt.

Wie machst du das?

Wie gehst du damit um, wenn du das Gefühl hast, „eigentlich bräuchte ich drei Leben“?

Was machst du mit deinen noch nicht ausgelebten Träumen?

Ignorierst du sie einfach?

Schreibst du sie ab?

Oder bewahrst du sie dir für später auf?

Was ist deine Lösung?

Schreib mir gern mal einen Kommentar.

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Kommentare

  • Lieber Mathias, vielen Dank für diesen Beitrag!
    Auch ich bin aus deiner Generation und deine Worte sprechen mir tatsächlich aus der Seele. Es ist über einen Monat her, dass ich diesen Text gelesen habe und ich musste immer wieder darüber nachdenken. Das hat mir mittlerweile wirklich geholfen.
    Ich bereue viele Dinge, die ich gern gemacht hätte oder die ich nicht hätte machen sollen und stehe auch vor vielen Fragen und Entscheidungen über meine Zukunft. Das ständige Gefühl, dass mir zu wenig Zeit bleibt…
    Erstens einmal ist das Loslassen eines meiner derzeitigen Hürden, die ich vor einer Weile in Angriff genommen habe. Und zweitens ist mir klar geworden, dass ich das Leben und dessen Verlauf mit gutem Gewissen so nehmen darf, wie es kommt und wie ich es entscheiden werde. Auch wenn ich nicht alles erleben werde, was ich mir wünschte, ich habe so viele Freiheiten und Möglichkeiten, dass es so oder so ein gutes Leben war/ist/wird.
    Ich werfe einen Blick auf all die vielen positiven Seiten in meinem Leben und bin sehr glücklich, dass ich es hierhin geschafft habe. Natürlich hätte ich einen anderen Weg gehen und mehr erreichen können aber heisst das automatisch, dass es mir dann besser ginge? Es gibt vieles in meinem Leben, das ich wirklich nicht würde missen wollen.
    Ein paar kleinere Träume hebe ich mir für später auf und bin nicht enttäuscht, falls sie nicht in Erfüllung gehen. Die unrealistischen Träume werfe ich gleich über Board oder fantasiere einfach manchmal zum Spass darüber. Ansonsten versuche ich dankbar im hier und jetzt zu leben und das Bestmöglichste heraus zu holen.
    Nun gut, wenn ich den Beitrag nochmal überfliege, ist es eigentlich in etwa das, was du beschreibst. Ich kann nur sagen, es ist voll und ganz bei mir angekommen. Danke und herzliche Grüsse

  • Früher wollte ich immer Mutter von zwei Kindern werden. Mit einem Partner hat es nie geklappt. Ich glaube, Muttersein hätte mich auch nie glücklich gemacht.
    Man glaubt immer, dass man dies oder jenes doch gerne erleben möchte. Vieles sind wahrscheinlich Träume, die von außen kommen. Unsere Lebensaufgabe ist es, zu uns selbst zu finden. Dafür reicht ein Leben aus. Dafür werden wir geführt. Wenn wir alle unsere Lebensaufgaben erfüllen, werden wir ein glückliches und erfülltes Leben am Ende unserer Tage geführt haben.

  • Hallo Ralf, ich bin jetzt 40 Jahre alt und zw 14 und 32 hab ich sehr an Depressionen etc gelitten und dadurch viel Lebenszeit verloren..da ich nin zum Glück sozusagen ins Leben zurück gekehrt bin, kommt eine Art Wehmut in mir hoch…ich würde gern in der Musikbranvche arbeiten statt im Labor ( Musik hat mir mehr als alles andere geholfen in der dunkelsten Zeit meines Lebens ) , ich würde gerne nach London ziehen, weil ich mich dort akzeptiert und zuhause fühle usw…momentan flieg ich so oft es geht nach London und geniesse es mit allen Zügen, gehe auf so viel Konzerte wie möglich, weil es mir neue Energie gibt und wie eine Art Kurzurlaub für mich ist…aber ich werde nie aufhören zu träumen, denn ich fühle mich auch nicht wie 40 . lg und einen schönen Sonntag !! M xxx

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier