Ehrlichkeit, Erfolg, Freundlichkeit – 3, die dein Selbstvertrauen stärken

Viele Menschen wünschen sich mehr Selbstvertrauen. Denn es ist schmerzlich, wenn man ständig an den eigenen Fähigkeiten zweifelt und sich selbst nichts zutraut.

Für alle, die nach einem besseren Selbstvertrauen streben, habe ich eine neue Idee. Hier kommt sie:

Wenn du mehr Selbstvertrauen gewinnen willst, dann musst du dich vielleicht einfach so verhalten, dass du dir selbst vertrauen kannst.

Denn Vertrauen anderer Menschen muss man sich ja auch erst mal verdienen. Oder man muss es wieder herstellen, wenn man es einmal verloren hat. Warum soll es beim Vertrauen sich selbst gegenüber anders sein?

Lass uns also mal schauen, wann genau wir anderen Menschen vertrauen.

Ich persönlich vertraue Menschen,

  • die ehrlich zu mir sind und die ihre Versprechen halten,
  • die wissen, was sie tun, die also fähig und erfolgreich auf ihrem Gebiet sind,
  • von denen ich weiß, dass sie mir gegenüber wohlgesonnen und dass sie fair sind.

Nach meiner Erfahrung wächst mein Selbstvertrauen, wenn ich diese 3 Dinge auf mich selbst anwende. Wenn ich also:

  • ehrlich zu mir selbst bin,
  • wenn ich meine Fähigkeiten und Stärken bewusst verbessere und als Mensch wachse
  • und wenn ich mich selbst freundlich und fair behandele.

Unser Selbstvertrauen wächst, wenn wir ehrlich zu uns sind

Ehrlich zu sich zu sein, das bedeutet, sich selbst keine Versprechen mehr zu geben, die man nicht halten kann oder will.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Das fängt bei den Kleinigkeiten an. Zum Beispiel, wenn man eine Aufgabe aufschiebt und sich erzählt, dass man sie morgen erledigt. Und dass, obwohl man eigentlich genau weiß, dass man sich selbst morgen wieder die gleiche Geschichte erzählen wird. Hier schwindelt man sich selbst an. Und das beschädigt unser Selbstvertrauen. Denn einem Schwindler vertrauen wir nicht. Das gilt für andere, aber auch für uns selbst.

Vorsätze sind auch so ein beliebtes Thema. Stefan, 32, mopplig, nimmt sich zum 5. Mal fest vor, sich endlich besser zu ernähren. Er gibt sich selbst das Versprechen: “Ab jetzt nur noch Gemüse und Schluss mit Schokolade und Chips. Diesmal bin ich stark und halte es durch. Diesmal wird alles gut.”

Aber es wird natürlich nicht gut. Er hat schon 5 Mal erlebt, dass er das Thema Ernährung mit Selbstdisziplin nicht in den Griff bekommt. Warum sollte es beim 6. Mal anders sein? Er hat sich selbst wieder bewiesen, dass seine Versprechen nichts wert sind. Wie will Stefan sich da selbst vertrauen?

Wer sein Selbstvertrauen stärken will, könnte anfangen, ehrlicher mit sich selbst zu sein. Dazu gehört, Versprechen zu halten, die man sich selbst gegeben hat. Dazu gehören auch umgesetzte Vorsätze. Hier ist es besser, lieber nichts mehr zu versprechen. Oder nur noch kleine, bewältigbare Versprechen zu geben. Oder wirklich entschlossen alles Notwendige zu tun, um ein Versprechen wirklich einzuhalten.

Wenn du merkst, dass du dich auf dein eigenes Wort verlassen kannst, dann wächst auch dein Vertrauen in dich selbst. Dann glaubst du wieder an dich. Und das berechtigterweise.

Unser Selbstvertrauen wächst, wenn wir Erfolg haben

Nehmen wir an, du machst eine nicht ganz ungefährliche Bergtour und du hast die Wahl zwischen 2 Bergführern: Da ist zum einen der erfahrene, ruhige 45-jährige Alois, der schon sein ganzes Leben lang Menschen durch die Berge führt. Und da haben wir Kevin, 22, groß, blond, sehr cool, sehr große Worte.

Wen wählst du als Bergführer? Zu wem hast du in dieser Situation mehr Vertrauen?

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich wähle den Alois. Ihm traue ich es eher zu, dass er mich sicher wieder zurückbringt.

Wir vertrauen eher Menschen, wenn wir sie für kompetent, fähig und erfolgreich auf ihrem Gebiet halten. Das Gleiche gilt auch für uns selbst. Wenn wir uns selbst für fähig halten, zeigt sich das auch in unserem Selbstvertrauen.

Und das Gefühl, erfolgreich zu sein, lässt sich gezielt stärken, indem man sich kleine, machbare Ziele setzt, diese verfolgt und erreicht und sich dann selbst auf die Schulter klopft, wenn man sie erreicht hat. Und wenn man mal scheitert, muss man eben wieder aufstehen und es noch einmal versuchen. Mit der Zeit kann man den Schwierigkeitsgrad der Ziele steigern und so die Grenzen des für einen machbaren Schritt für Schritt vergrößern. Und dabei immer schön die eigenen Erfolge bewusst machen, vielleicht sogar mit einem Erfolgstagebuch, in dem man seine Erfolge täglich protokolliert. Dadurch wächst dann unsere Kompetenz. Wir werden fähiger, erfolgreicher und wir bekommen immer mehr Dinge auf die Reihe.

Und dadurch wächst unser Selbstvertrauen.

Unser Selbstvertrauen wächst, wenn wir uns selbst wohlgesonnen sind

Es gibt Menschen, bei denen spüren wir instinktiv, dass sie es gut mit uns meinen. Diese Menschen wollen nur das Beste für uns. Diese Menschen schauen mit Güte auf unsere kleinen und großen Fehler und sie lieben uns trotzdem. Viele Mütter empfinden so ihren Kindern gegenüber. Und gute Freunde. Aber es gibt auch Lehrer, die so ein Verhältnis zu ihren Schülern haben. Wir wissen: Diesen Menschen kann man vertrauen. Sie sind für einen da, wenn man sie braucht.

Da ist es doch manchmal ein ziemliches Kontrastprogramm, wie wir uns oft selbst behandeln: Wir kritisieren uns ständig. Ein Teil von uns ist die ganze Zeit wachsam und auf der Suche nach den Dingen, die wir falsch gemacht haben. Damit wir uns selbst dann stundenlang Salz in die Wunde reiben können. Wir sind uns nie genug. Immer gibt es etwas an uns auszusetzen.

Jetzt ehrlich: Wie willst du dir selbst vertrauen, wenn du ständig in Habachtstellung bist, weil du dir jederzeit selbst einen Schlag ins Genick verpassen könntest?

Willst du also lernen, dir selbst zu vertrauen, dann gehört dazu auch, fairer, milder und freundlicher mit dir selbst zu werden.

Dazu kannst du:

  • deinem inneren Kritiker mal sagen: “Danke, dass du da bist, aber du machst mein Leben nicht besser. Ich bitte dich, mich mal öfter so sein zu lassen, wie ich bin”;
  • anerkennen, dass du ein unperfekter Mensch bist und Fehler hast, wie jeder andere auch und dass das absolut in Ordnung ist;
  • eher auf deine Erfolge, Stärken und Vorzüge schaust als auf deine Fehler;
  • Fairness dir selbst gegenüber entwickeln und nur noch Dinge von sich verlangen, die auch realistisch und machbar sind;
  • anfangen, dich selbst zu fordern und zu fördern – fordern, indem du dich als Mensch weiterentwickelst, dazulernst, deine Kompetenzen erweiterst und dich auch mal selbst überwindest und förderst, indem du dich freundlich lobst, motivierst und indem du dich immer wieder auf deine Erfolge hinweist.

Also weniger Nackenschläge und dafür mehr Streicheleinheiten für dich selbst. Damit du merkst, dass du dir selbst wohlgesonnen bist. Damit du dir selbst vertrauen kannst.

Selbstvertrauen entsteht durch unser tägliches Tun. Es entsteht, wenn wir uns jeden Tag beweisen, dass wir uns selbst vertrauen können. Und zwar, indem wir:

  • uns selbst gegenüber ehrlich sind und unsere Versprechen halten,
  • indem wir uns selbst beweisen, dass wir fähig sind und
  • indem wir mit einem wohlwollenden Auge auf uns selbst schauen.

So verdient man sich das eigene Vertrauen – Selbstvertrauen.

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Kommentare

  • Hervorragender Artikel, Ralf. Nichts überflüssiges, alles Wichtige präzise auf den Punkt gebracht. Herzlichen Glückwunsch.

  • Hallo Ralf,

    du hast absolut recht damit,das Thema Selbstvertrauen und Selbstwert, das damit unmittelbar zusammenhängt anzusprechen.

    Mit niemandem gehen viele von uns so lieblos, fast grausam, um wie mit sich selbst. Da wird kritisiert und sich selbst niedergemacht, was das Zeug hält. Dahinter liegen alte Muster und Glaubenssätze, die bewusst und sehr oft unbewusst das Leben schwer machen.

    Positives Denken ist schon mal ein Anfang, aber reicht nicht. Spfort wird Widerspruch wach.Die Ursache, warum ein Mensch z.B. immer wieder Pech im Leben hat, muss gefunden werden.

    Auch wenn es sich noch nicht endgültig herumgesprochen hat, wir kreieren uns unsere Realität selbst. Mit unseren Gedanken, die sehr machtvoll sind. Wenn ich von mir denke, ich bin ein armer Mensch oder ein Trottel, dann bin ich zu bedauern oder ein Trottel. Ich frage meine Klientinnen immer, wer der wichtigste Mensch in ihrem Leben ist. Da kommen alle anderen…

    Aber ich bin der einzige Mensch, der es bis zum Schluss dieses Lebens mit mir aushalten muss. Schon deshalb sollte ich gut von mir denken und liebevoll mit mir umgehen. Und gute Gedanken ziehen Gutes ins Leben, das ist Gesetz.

    Das, was man allerdings bei dieser Denkweise auch in Kauf nehmen muss ist, dass man die Verantwortung für das eigene Leben nicht mehr abschieben kann. Jeder ist für sein Leben und sein Glück selbst verantwortlich und niemand anderes.

    Wenn wir damit beginnen, genau hinzuhören, was wir so denken und wie wir reden ist schon ein ganz großer Schritt in Richtung Veränderung gemacht.

  • Klasse, der Beitrag. So habe ich das noch nicht gesehen und ich finde es absolut logisch. Vielen Dank.

  • Lieber Ralf,

    das tut wieder einmal richtig gut!
    Sich selbst vertrauen, ja, das ist es. Schön, wie Sie das auf den Punkt gebracht haben. Natürlich sind WIR es immer selbst. Wer bitteschön, sollte auch die Arbeit für uns machen?

    Vielen herzlichen Dank für diese weisen Hinweise.
    Christine

  • Vielen Dank,
    das waren Gedanken, die ich konkret umsetzen kann, hoffe ich. Aber es liegt ja daran, wie groß man den Berg macht, nicht wahr?
    Den wichstigsten Absatz (Zusammenfassung) habe ich mir auf ein Blatt kopiert und werde dieses zur täglichen Erinnerung an den Kühlschrank hängen.

  • hallo ralf,
    wieder ein treffender kommentar zum selbstvertrauen.

    der entscheid. punkt dabei ist für mich, das persönl. erfolgserleben, das ich entscheidend steigern kann, wenn ich in meinem leben verstärkt auf meine täglichen, auch kleinen erfolge achte, und sie mir bewußt mache.

    eine praktisch erfolgreiche hilfe dabei ist, das führen eines persönlichen erfolgstagebuchs. ich habe damit beste erfahrungen gemacht.

    gruß an alle.
    dieter.

  • Manchmal erreichen einen Zeilen genau im richtigen Moment.
    Vielen Dank, Ralf!

    Ulli

  • einfach wunderbar – aus diesem blickwinkel habe ich den begrifff selbstvetrauen noch nie gesehen aber ihre darstellung ist sehr überzeugend – viellciht könnten sie auch mal was ähnliches zum thema selbstliebe schreiben?

  • Danke, für die anregenden Zeilen !

    Für mich zeigen sich so viele verschiedenen Seiten in den Beiträgen.

    Ein Satz der mir in den gelesenen Zeilen in diesem Thread einfiel:” Es ist nie zu spät eine glückliche Kindheit gehabt zu haben !”
    (Das ist auch ein Aussteigen aus dem Opfer..und ab in die Kraft)

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass wir wenn wir wollen sehr viel Heilungs-Möglichkeiten(zb. Familienaufstell.etc) haben um uns auszusöhnen und doch noch die Kraft zu spüren , die uns als Kind fehlte.Sie gibt uns auch dann wieder Vertrauen und Selbstvertrauen zu uns zu finden.
    Das ist natürlich nicht für jeden machbar oder sein richtiger Weg, jedoch es gibt so viele Wege, wenn man einmal den Gedanken gefasst hat…werden wir schon geführt…zu den Menschen die uns helfen und uns unterstützen.

    Menschen im Opfersein zu unterstützen finde ich für mich sehr bedenklich.
    Sie anzuregen,zu unterstützen,zu fördern, …ihres sehen zu lassen…das nenne ich, sie in ihre Kraft zu begleiten.

    Und genau das, darf ich mir selbst auch immer wieder schenken…egal was im Aussen ist…..Selbstvertrauen…Vertrauen in mein Selbst !
    Wie auch immer jeder für sich selbst das auslegen mag.

    eine friedliche Woche
    sam

  • Hallo zusammen,

    denke mal das jeder Mensch ein gewisses Selbstvertrauen hat.
    Der eine hat halt manchmal ein bischen zu wenig davon.

    Ob man sich selbst so manipulieren kann das es einem wirklch so gut gehen kann, weiss ich auch nicht so wirklich.
    Kommt ja teilweise auf die Tagesform an.
    Da man sich ja nie immer gleich fühlt, schwierig.

    So wie Du,Ralf, es beschreibst, ist ein wunderbarer Gedanke, nur ob es wirklich so funktionieren könnte?

    Meiner Meinung nach hat das auch viel damit zutun wie man sich,wirklich sieht.Nicht wie man sich haben möchte.
    Dann die Tatsache, die vielen Altlasten die jeder so mit sich rumschleppt, möchte man ja gar nicht wirklich so wahr haben.So ging es mir bis zu meinem 45 ten Lebensjahr.

    Von da an wurde mir klar das meine Leben, was hinter mir lag, nicht meins war.
    Klar hätte ich schon vorher etwas ändern können, nur was?
    Bis dato kannte ich es nur so.
    Und wie ich im grunde Leben wollte wusste ich auch nicht.Was ich wusste das dieses Leben, nicht meins war.

    Ganz langsam kam ich mir immer näher, somit wuchs auch mein Selbstvertrauen.

    Es soll nicht heissen das ich vorher eine Memme war, im gegenteil, meine Freunde und Bekannte hielten mich für Stark und mit beiden Beinen im Leben stehend.
    Vielleicht hätte ich ja doch Schauspieler werden sollen.Die Rolle die ich 45 Jahre spielte war wohl sehr überzeugend.

    Das ich meine Schwächen und wie ich mich nicht mochte so annehmen konnte, hat mir sehr geholfen.
    Es war zwar ein schmerzhafter Weg gewesen, nur mir hat er wirklich geholfen.

    Vor ca.5 Jahren ist meine Moni und ich zusammen gekommen.Letztes Jahr hatten wir geheiratet.Wir kannten uns da schon 6 Jahre, waren Nachbarn.

    Seit ich mit ihr zusammen sein darf, geht es mir mehr wie richtig gut.
    Durch sie habe ich für mich erkannt wer ich wirklich bin und was ich wirklich möchte.

    Bei ihr erlebe ich mich immer wieder neu.Sie ist einfach sie selbst und dadurch erfahre ich sehr viel über mich.Denke viel drüber nach weshalb das so ist und weshalb mein Vertrauen und Selbstwertgefühl sich so stabelisiert hat?
    Weil diese Frau so authentisch ist und mich so sein lässt wie ich bin und nicht wie sie mich haben möchte.

    Glaube wirklich das ich es so nicht hinbekommen hätte.

    Schön das dieser wunderbare Menschen in mein Leben gekommen ist.

    Euch allen noch eine schöne Zeit…..

    Mit besten Grüßen …Ulli

  • Ihr Lieben alle,
    seit ein paar Jahren kämpfe ich mit den erwähnten Methoden um mein Selbstwertgefühl. Es klappt auch ganz gut, nur sind die Schicksalsschläge häufiger gekomen, als das ich so schnell genügend Kraft sammeln könnte, wieder einen Vorrat für den nächsten Schlag anzuhäufen. Nett sein, auch zu sich Selbst, braucht Kraft und wenn man doch ehrlich zu sich sein soll um sich zu vertrauen, aber selbst nicht mehr an sich glaubt, wie soll man sich dann selber loben um wieder wachsendes Selbstvertrauen zu bekommen? Konkret: beruflich wurde mir mehrfach ohne Ankündigung und Begründung gekündigt, ich versuche zu lernen, zu verstehen, einen neuen Weg zu finden. Ich traue mir nichts mehr zu, traue mich nicht mich irgendwo vorzustellen und Nachfragen zu meinem Lebenslauf auszuhalten, privat ist auch mehrfach alles weggebrochen und nun??? Ja, Selbstvertrauen kommt von Erfolg- das kann ich aber nicht wettmachen, das ich mir sage, tadellos Kochen zu können etc., es fehlt die gesellschafftliche Anerkennung und die bekomme ich hierzulande vor allem durch beruflichen Erfolg. Hat jemand noch eine Idee für mich? mit bestem Gruß Sabine

  • Sehr geehrter Herr Senftleben,

    vielen Dank für den Newsletter!

    Ich vermisse allerdings in Ihren Ausführungen zum Selbstvertrauen die wesentliche Unterscheidung in “Selbstwert” und “Selbstwirksamkeit”. Demnach kann man sich als sehr fähige Person wahrnehmen (Selbstwirksamkeit) und sich trotzdem selbst nicht leiden können (Selbstwert). Beides nicht zu differieren und als “Selbstvertrauen” gleichzusetzen (“Unser Selbstvertrauen wächst, wenn wir Erfolg haben und “Unser Selbstvertrauen wächst, wenn wir uns selbst wohlgesonnen sind”) ist m.E. nicht korrekt. Wenn sich jemand für fähig hält, eine bestimmte Aufgabe zu lösen, so hat er dem Sinn nach Selbstvertrauen und “braucht” nicht noch die Wohlgesonnenheit zu sich selbst, um die Aufgabe zu bewältigen. Das zeigt die Praxis, wenn außerordentlich erfolgreiche und demnach selbstbewußte Personen dennoch an ihrem Selbstwert zweifeln. Diese Nicht-Unterscheidung ist sogar gefährlich, da man die Ausführungen dahingehend mißverstehen könnte, dass der Selbstwert erst dann bestehen kann, wenn die Person erfolgreich ist. Dabei ist der Selbstwert aber eine eher situationsunabhängige typische (Selbst-) Einschätzung, während die Selbstwirksamkeit (Erwartung des eigenen Erfolgs) sich auf aufgabenspezifische Fähigkeiten bezieht und daher eher situationsabhängig ist. Folglich führen auch nur unterschiedliche Wege zur Verbesserung der beiden Faktoren. Wird beides miteinander vermischt und gleichgesetzt, verbessert man weder das eine noch das andere.

    Herzliche Grüße

  • Selbstwertgefühl von aussen erwarten ist eigentlich so nicht möglich, weil es ja immer wieder zu Situationen kommen kann oder immer wieder Personen im Leben auftauchen, die einen nicht mögen oder gar dissen.Wer seinen Selbstwert von aussen bestätigt haben will, fühlt sich zwangsläufig oft ausgegrenzt, nicht geliebt, wertlos.
    Andersherum wenn man sich selbst schon nicht liebt,nicht für gut befindet, nicht als wertvoll sieht, wie will man dann erwarten, dass andere es gefälligst tun mögen??? Und was bringt es mir, in der Vergangenheit, der Kindheit wo auch immer nach Ursachen zu suchen warum ich nun so wie ich bin, nicht wertvoll sein soll?
    Ein Mensch ist nicht sein Konto, sein Auto , sein Beruf, sein was-auch-immer, jeder ist wertvoll und von vielen , die sich selbst als ausgestossen, ausgegrenzt oder wertlos bezeichnen, könnte man ganz viel lernen- wenn sie sich nicht selbst so klein und wertlos sehen würden. Wie aussen so innen- nein, wie INNEN so aussen!
    Der wunderbare bemerkenswerte Neale Donald Walsh war auch ganz unten, suchte in Mülltonnen nach Essen und wohnte im Zelt-bis er erkannte, dass er selbst sein Leben gestaltet, wundervoll nachlesbar in “Gespräche mit Gott “oder auch als Film ein Erlebnis.
    Jeder hat irgendwas zu geben, und wenn es nur ein Lächeln ist, ein aufmunterndes Wort, ein liebevolles Zuhören… und danach fühlt sich sowohl der Geber so wie auch der Beschenkte ein wenig besser.Ist jetzt natürlich nicht die Million die mancher haben will, aber wie viele Millionäre sind denn wiederum wirklich glücklich?
    Solange wie sich aber jeder selbst und andere nur als wertvoll sehen will, wenn er aussergewöhnlich viel hat, ist oder tut, solange fühlen sich viele einfach nur als Versager. Traurig aber wahr oder eben nicht wahr! aber als wahr empfunden.

  • Danke für diesen tollen Beitrag,
    den ich zur Zeit sehr gut für mich nutzen kann!!!!Selbstvertrauen zu behalten nach Verlassen der Komfortzone ist für mich zur Zeit schwierig.Arbeite daran und habe auch schon kleine Erfolge .

  • Oh ja, ich stimme Barbara mit ihrem Beitrag zu 100% zu. Ich gehöre zu denen, die nicht erwünscht waren. Und das zieht sich durch mein ganzes bisheriges Leben.

    Selbstwert zu entwickeln ist ein fast hoffnungsloses Unterfangen ohne positives Feedback von aussen.

    Ich bezweifle inzwischen, dass man Selbstwertgefühl entwickeln kann, wenn das Umfeld nicht förderlich ist.

    Ich erlebe gerade, wie mein Selbstwert auf null schrumpft. Mein Chef hat meinen Arbeitsvertrag nicht verlängert und auf meine Frage nach dem warum, geschwiegen. So etwas muß ich persönlich nehmen, weil meine Arbeit gut war laut Feedback von Kunden und Kollegen.

    Jemand der nicht weiß, wie sich gutes Selbstwertgefühl anfühlt, kann aus meiner Sicht auch nicht gut für sich sorgen.

    Schönen Sonntag noch

  • @ edeltraut

    meine haltung ist keineswegs negativ. sondern nur realistisch. ich arbeite mit psychisch kranken, intellektuell beeinträchtigten und alten abgebauten menschen. die haben zum teil sehr wenigs selbstwertgefühl, was aufgrund ihrer geschichte und vergangenheit auch verständlich ist.
    und denen hilft es wie gesagt nicht viel, wenn ich ihnen erkläre, dass sie nur ihre haltung sich selbst gegenüber verändern müssen und schon flutscht das leben so dahin.

    und wenn du aufgrund deiner beeinträchtigung/armut etc. vom leben ausgeschlossen wirst, dann reicht es halt nicht zu sagen: ey, ich bin liebenswert und super und stark.
    das wäre in höchstem maße unprofessionell. und gelogen.

    da braucht es hilfe. professionelle hilfe, oft jahrelang, um aus alten mustern auszubrechen. oft braucht es einfach geld. man kann den kopf nicht so einfach hoch tragen, wenn man in mistkübeln nach essen suchen muss. da braucht es nicht nur anerkennung von innen, sondern auch von außen.

    das alles haben wir, die wir hier schreiben, wahrscheinlich, uns geht es halt hin und wieder nicht ganz so gut und wir zweifeln. aber es gibt genug menschen, die haben nicht einmal das notwendigste. da braucht es nicht ein paar freundliche worte, sondern gesellschaftliche veränderungen.

  • Mir fiel dazu mal vor ein paar Jahren ein “Zweizeiler” ein, dass ich mich traue hier zu veröffentlichen.

    “Ich selber such nach bess’rem Ich und finde es bei andern. Ach warum nur, lässt der Mensch mit sich nur so unbeweglich wandern?”

    Selbstvertrauen bekommen wir zu uns dann, wenn uns das gelingt, was wir uns so vorstellen, in welcher Richtung unseres Leben auch immer es sein mag. Vertrauen, welches uns entgegen gebracht wird, empfinde ich als Bestätigung meiner Person, erst recht dann, wenn es von einem Menschen kommt, den ich selbst sehr schätze.

    Aber ich frage mich auch, welches Selbstvertrauen ich hätte, wenn mir alles was ich will gelingen würde? Auch da liegt wie bei so vielen Fragen des Lebens die Wahrheit ein wenig zwischen den Zeilen und ließt sich als Schlussbild in der Quersumme.

    Man darf sich eben nicht gleich aufgeben, wenn einem etwas nicht so gelingt. Und für mich, als bekennender Christ: Ich lege ganz bewußt mein Leben in Gottes Hände, und da bin ich am besten aufgehoben, erst Recht dann, wenn ich mit mir am Ende bin. Selbstvertrauen ist wichtig – keine Frage – aber sie ist nicht das A und O, denn ich weiß, dass ich viel zu wenig weiß, um in Allem SOO selbstsicher zu sein.

    LG Stefan

  • Hallo alle zusammen,

    sich selbst vertrauen, SELBSTVERTRAUEN,ist unterschwellig schnell dahingesagt oder dahingeschrieben.
    SICH SELBST , das heißt also ICH, meinem eigenen Denken, Fühlen und Handeln vertrauen,meiner Individualität vertrauen.
    Darin eingeschlossen ist meines Erachtens das Ich-Erleben, mein Ich-Bild und auch mein Ich- Zweifel.
    Doch so gesehen kann ich mir erst selbst vertrauen, wenn ich in der Lage dazu bin, mein Selbst zu kennen.
    Wer setzt sich aktiv mit seinem Selbst auseinander?
    Die Struktur meiner Person ist abhängig von vielen Faktoren.Ich funktioniere doch nicht nur in einem autonomen Raum, sondern bin von Geburt auf an in gewisser Anhängigkeit,; fremde Einflüsse, fremder Wille formen mich bis zu einem gewissen Grad. Ob es mir lieb ist oder nicht.
    Dazu kommt, welche Regeln und Normen existieren im Zusammenleben, an die ich mich halten muss, die mich mitsteuern. Meines Selbst bewusst werden, heißt doch nicht gleich Fähigkeiten( in welcher Hinsicht) und Stärken ( in welchem Zusammenhang)verbessern und wachsen( in welcher Hinsicht?)
    Freue mich, mich damit auseinderzusetzen!Danke Ralf für den Anstoß!
    Schönen Sonntag allen zusammen

  • Hallo, liebe Leute!
    ein wunderbarer Beitrag, der von vorn bis hinten einfach nur wahr ist. Danke dafür, er hat mir heute morgen besonders gut getan und mich erfreut!

    @ barbara a. lehner

    Was Menschen, die in einer sehr schwierigen persönlichen Lage sind, mit Sicherheit nicht brauchen, ist eine so negative Haltung, wie du sie in deinem Beitrag an den Tag legst. Und es nützt in der Tat, sich ehrlich die eigenen Gedanken über sich selbst bewusst zu machen, gerade dann, wenn es Gedanken sind, die einem nicht gut tun. Wie sonst sollte man zu der Erkenntnis gelangen können, dass diese nicht zutreffen? Oder zu der Erkenntnis, dass der eigene Wert nicht abhängig ist von unseren Eigenschaften und Äußerlichkeiten. Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, für jeden Menschen gibt es nur einen einzigen Menschen auf der Welt, der ihn glücklich machen kann – und das ist man selbst. Nichts hilft meines Erachtens mehr, als dieses Bewusstsein zu berühren, zu erwecken und zu schulen. Es ist der einzige Weg, der aus der Opferfalle herausführt, in der viele stecken.

    Sicher, wir haben alle Dinge über uns gelernt, die sich nicht gut anfühlen, wie dass wir nicht liebenswert sind, dass wir unfähig sind usw. Und wer sollte uns davon abhalten, jetzt etwas anderes zu lernen? Niemand außer uns selbst. Und wer kann uns etwas anderes tatsächlich beibringen? Niemand außer uns selbst.

    Es ist eine ganz persönliche Entscheidung, ob ich mich mich liebenswert fühle oder nicht – mit all dem, was man als “Schwächen” oder “Fehler” bezeichnet. :-) Ich liebe mich einfach. und liebe auch meine Schwächen!

    Auch von mir an alle einen wunderbaren sonnigen Herbstsonntag und die schönste Freude am Leben – was auch immer es gerade anbietet!

    Edeltraut

  • Danke für diese differenzierten Gedanken! Ich finde sie sehr nachvollziehbar und sie machen das vage Konzept von Selbstvertrauen fassbar.

  • Ja, nett. Nett für Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl, das manchmal flöten geht. Dann schafft man das (manchmal), sich selbst am Schopf zu packen und aus dem Sumpf aus Selbstmitleid, in dem man sich suhlt, zu ziehen.

    Ich fürchte aber, jemandem, der eben nicht das Glück hatte, mit so einem Selbstwert ausgestattet zu sein, werden die guten Ratschläge nicht helfen. Da klingt das so ein wenig wie die Lebens- und Sozialberater, die einem depressiven Sozialhilfeempfänger empfehlen, doch ein Schaumbad mit Rosen und Champagner zu nehmen und das Leben positiv zu sehen.

    Nicht alle von uns (ich zum Glück schon) hatten eben liebende, einfühlsame und tröstende Eltern, sondern welche, die uns – wenn wir mit einem “gut” von der Schule nach Hause gekommen sind – gefragt haben, warum wir keinen Einser haben. Die uns eben nicht so bedingungslos geliebt haben, sondern uns mitgegeben haben, dass wir wertlos, dick hässlich und unfähig sind. Da nützt es dann auch nichts, wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, weil wir uns ja tatsächlich irgendwann auch so fühlen.

    Da braucht es mehr als ein paar gute Ratschläge, dass wir ehrlich sein sollen und sehen, was wir leisten und so…
    Aber sonst… wie gesagt… nett.

  • Meine Gedanken:
    Sei dir selbst dein bester Freund.
    Liebe dich so, wie Du bist.
    Pack an, was dir Schwierigkeiten bereitet.

    Aber: Der WERT eines Menschen hängt NICHT vom äußeren Erfolg ab.
    Sich nur an diesen zu orientieren,wie Sie das beschreiben…ließe einen Großteil der Menschen durchfallen.

  • Manchmal fallen Sterne genau dann vom Himmel, wenn sie am dringendsten gebraucht werden :-). Danke für diesen wundervollen Input! Ich entwickle oft die schönsten Projekte und Ideen in meinem Kopf, nehme mir dies und das vor, setze sie aber nicht um. Da gibt es immer wieder den Sabateur in mir, der mir einredet, “es doch nicht zu schaffen, was ich zu geben habe, ist nicht wichtig, es interessiert doch keinen,…” Und leider gebe ich ihm oft noch die Macht über mich. Kein Wunder, dass mein “Mir-selbst-nicht-Vertrauen” geschrumpft ist. Aber jeder Moment ist eine neue Möglichkeit, damit anzufangen, in kleinen Schritten. So will ich diesen heutigen Newsletter als sehr unterstützende Motivation dafür nehmen, heute damit zu beginnen. Besten Dank!

  • Guten Morgen Zusammen,

    sehr guter Beitrag, einfach dargestellt und total nachvollziehbar. Danke!

    Schönen Sonntag

    Stefanie

  • Hallo zusammen,
    eine sehr konzentrierte Zusammenfassung von dem, wo ich seit zwei Jahren bewusst dran arbeite. Es hört sich einfach an und das ist es auch, wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, Dinge an sich zu ändern. Ich bin ein Kopfmensch und habe mich sehr schwer getan damit. Aber die gute Nachricht an alle: wenn Ihr wirklich wollt, dann funktioniert es auch. Für mich war der Newsletter Bestätigung und Motivation. Danke dafür.

  • Mein Lieblingsspruch:
    “Nobody is perfect – und mein Name ist nicht Nobody, also muss ich nicht perfekt sein.”

  • Auweia, hab ich doch grad realisiert, dass ich diese Prinzipien bei meinen Hunden anwende (insbesondere Motivation durch Streicheleinheiten und Lob statt Genickschläge), jedoch noch viel lernen könnte über wohlwollenden Umgang mit mir selbst…
    Und unter dem Stichwort “Ehrlichkeit mit mir selber” werde ich heute abend mal meine ellenlange Pendenzenliste durchsehen…

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