Ein Denkmal für meine Erfolge

Was haben Sie 2013 erreicht? Im Tempo des Alltags besteht die Gefahr, Erfolge zu schnell aus den Augen zu verlieren oder überhaupt nicht zu sehen. Beides wäre schade und tut uns nicht gut.

Wenn Sie einen Erfolg nicht genug beachten, den Sie vielleicht mit viel Kraftanstrengung oder Überwindung erreicht haben, machen Sie ihn damit kleiner, als er ist. Und Sie können ihn dann nicht als Schwung für neue Erfolge nutzen.

Sie ließen sich von Absagen auf Ihre Job-Bewerbungen nicht entmutigen und hielten monatelang tapfer durch bis zur Zusage für eine interessante Stelle? Sie haben endlich alle ausstehenden Steuererklärungen verfasst? Sie halfen geduldig einem Freund in schwerer Zeit? Sie bewegen sich mehr an der frischen Luft und lassen sich auch durch schlechtes Wetter nicht abschrecken? Sie haben sich getraut, einem schwierigen Menschen in Ihrer Verwandtschaft Grenzen zu setzen, und nun versinkt dieser Erfolg in Vergessenheit?

Ein Denkmal für den besonderen Erfolg bewahrt vor dem Vergessen.

Diese Erinnerung kann bei der nächsten großen Herausforderung die Chance bieten für einen nächsten Erfolg. Wenn Sie Ihr Denkmal ansehen, visualisiert es für Sie die Herausforderungen von damals und wie Sie diese überwunden haben sowie (!) dass große Erfolge für Sie möglich sind.

Darum lade ich Sie ein, einen ganz besonderen Blick auf Ihr Jahr 2013 zu werfen.

Kleine und große Erfolge hatten Sie 2013, aber vielleicht zweifeln Sie, ob diese ein Denkmal verdienen. Denkmäler gibt es doch nur für Helden!? Kann denn ein Erfolg von jederfrau und jedermann eine Heldentat und eines Denkmals würdig sein?

In unserer heutigen Kultur sind Helden hoffentlich nicht unbedingt mehr (nur) diejenigen, die in Kriegen Schlachten gewinnen. Wenn man den Held als eine Person mit besonderen Fähigkeiten definiert, der damit herausragende Leistungen erreicht, dann ist zum Beispiel eine Lebensretterin sicher eine Heldin.

Wenn Sie aber nun nicht in die Situation geraten, jemandem das Leben zu retten, haben Sie damit keine Gelegenheit zur Heldentat?

Eine Heldentat kann auch der kleine oder große Erfolg sein, als Sie anderen Menschen im Leben helfen konnten oder sogar sich selbst. Und ich bin ganz sicher, eines von beiden haben Sie 2013 geschafft.

Was genau macht eine Heldentat aus? Heldentaten sind Dinge:

  • die Sie für sich, für …, für Ihre Familie, für Ihre Freunde, für einen guten sozialen Zweck, für Ihren Verein, für Ihre Kollegen/Firma etc. getan haben;
  • die eine Überwindung, Mutprobe, Wohltat, Kunststück, Wagnis, Glanzleistung, waren.

Ich habe Freunde und Bekannte nach ihren Heldentaten gefragt, hier zwei Beispiele.

Erich hat sich überwunden, nicht mehr zu rauchen. Er hat diese Heldentat seiner Tochter zu Weihnachten geschenkt und dann auch erreichen können. Gekrönt wurde die Überwindung von einem wunderbaren Sommerurlaub, finanziert aus dem gesparten Zigarettengeld.

Michael ist stolz darauf, den Skywalk, einen extrem schweren Klettersteig an der Dachstein-Südwand, geschafft zu haben. Und das locker. Und zwar nach seinem 65. Geburtstag.

Meine Heldentat war mir selbst gar nicht so bewusst. Da musste mich erst jemand draufbringen . Ich habe eine Freundin ermutigt, ihre Masterarbeit zu schreiben. In allen ihren zweifelnden Momenten habe ich auf vielerlei erfindungsreiche Art versucht, ihr Wege zum Überwinden von Hürden und zum Durchhalten zu zeigen. Das ist ja auch das, wofür Freunde da sind. Ist es neben dem Lebenretten aber nicht auch eine besondere Leistung, jemandem zu helfen, im Leben weiterzukommen?

Ganz nebenbei ist die eigene Heldentat zu finden auch eine Gelegenheit für Selbstliebe. Hier kommt jetzt Ihre Gelegenheit dazu, das, was Sie 2013 gut gemacht haben, auch zu würdigen. Dabei zählt, was es für Sie bedeutet(e), und nicht, wie Heldentaten in den Medien aussehen, denn hier geht es jetzt darum, was für Sie ein Erfolg war.

1. Was ist Ihre Heldentat im Jahr 2013? 

Was haben Sie im vergangenen Jahr getan & erreicht?

Was ist jetzt anders als am 1. Januar 2013? Was hätten Sie sich zu Beginn des Jahres nie zu träumen und zu hoffen gewagt?

Das Jahr 2013 hat 525.600 Minuten. Leider erinnern wir uns nicht an jede dieser Minuten. Wenn Ihnen also nicht sofort Ihre Heldentat einfällt, lassen Sie sich beim Betrachten Ihres Jahres Zeit. Vielleicht hilft Ihnen Ihr Kalender oder Ihr Tagebuch. Fotos oder Erinnerungsstücke aus 2013. Unterhalten Sie sich mit Verwandten, Freunden, Bekannten, Kollegen.

Auf jeden Fall sollten Sie in kreativer Stimmung sein, das macht offener und sehender. Wie kommen Sie in diese Stimmung? Sie sollten etwas Zeit und Ruhe zum Nachdenken haben. Sich nicht unter Druck setzen und die Gedanken und Erinnerungen sich in Ruhe entwickeln lassen. Beobachten Sie sich selbst: Zu welcher Tageszeit, an welchem Ort, bei welcher Musik, welchem Kaffee oder Tee fällt Ihnen besonders viel ein?

Falls Sie in dieser kreativen Stimmung plötzlich bemerken: „Oh, ich war kurz vor einer Heldentat, aber ich habe sie verpasst“, denken Sie dran: 2014 bietet noch viel Raum für einen Neustart.

2. Welches Denkmal steht für Ihre Heldentat? 

Aufgewärmt vom Nachdenken über Heldentaten kommt der nächste Erinnerungsschritt – ein Denkmal entwerfen für Ihre Heldentat –, zuerst einmal im Kopf.

Denkmal heißt nicht ohne Grund denk mal. Ursprünglich kommt das Wort aus der griechischen Sprache. Dort heißt es ,mnemosynon‘ im Lateinischen ,monumentum‘ und steht für Gedächtnishilfe. Lassen Sie sich aber beim Nachdenken über Denkmäler nicht von den typischen grimmig reitenden Männern auf überhohen Sockeln irritieren. Die deutsche Kunstwissenschaftlerin Irene Nierhaus nennt diese Denkmäler „Erziehungsgeräte“, was ich ganz treffend finde.

Ihr eigenes Denkmal soll einfach die passende Gedächtnishilfe für Ihre Heldentat sein.

Ihr Denkmal ist vielleicht der Ort der Erinnerung oder ein Erinnerungsstück, ein Gegenstand oder eine Metapher dafür. Sie können es tatsächlich bauen oder basteln oder in einer Collage visualisieren. Wie Sie es auch „erbauen“: Es sollte auch Sie selbst enthalten, denn das verstärkt den Erinnerungsnutzen für Sie.

Hier möchte ich Ihnen jetzt als Variante ein Foto-Denkmal vorstellen – mit Ihnen mittendrin. Das ist besonders wirkungsvoll, weil Sie dann noch einmal Ihre Heldentat körperlich und mit allen Sinnen spüren. So verankern Sie die Heldentat in Ihren Sinnen und auf den Fotos, wie diese Beispiele von „Heldenfotos“ zeigen:

  • Erich steht vielleicht vor einem Zigarettenautomaten mit Sonnenhut und einer großen Muschel in der Hand.
  • Michael erklimmt ein Tempo100-Verkehrsschild, denn er klettert auch mit 65 noch schnell steil hinauf.
  • Und ich packe gerade einen Erste-Hilfe-Koffer mit vielen ungewöhnlichen Bestandteilen für Masterarbeits-Schreiberinnen aus.

Wenn Sie Ihre Heldentat gefunden haben und auch die Denkmalsidee, ist es Zeit, das Denkmal zu erbauen. Um diese Visualisierung für immer festzuhalten und sogar noch ganz einfach weiterzuentwickeln.

3. Lassen Sie sich ein Denkmal bauen

Bitten Sie jemanden, der Ihnen nahesteht, das Denkmal Ihrer Heldentat zu fotografieren. Sie stellen es dar und sie/er fotografiert sie dabei.

Noch mehr denk mal bekommen Sie, wenn Sie den Menschen, der Sie fotografiert hat, nach den ersten Fotos zu Ihren eigenen Ideen um seine Impulse bitten, wie das Denkmal noch intensiver gestaltet werden kann. Mit dieser wertschätzenden Außensicht bekommen Sie noch einmal „Nahrung“ für Ihre Selbstliebe.

Vielleicht steigt Erich auf seinem Foto dann in einen Linienbus mit bunter großer lockender Reisereklame und Michael wird „auf“ seinem Verkehrsschild nun aus der noch eindrucksvoll schwindelerregenderen Perspektive vom Fuß der Stange aus fotografiert. Ich habe jetzt auch Rotwein in meinem Masterarbeits-Erste-Hilfe-Koffer.

Hängen Sie sich die gelungensten Denkmal-Fotos zu Hause sichtbar auf. Vielleicht regt Sie das auch dazu an, immer mal wieder Aspekte Ihrer Gegenwart in vielerlei Visualisierungsformaten zur Selbstreflexion sichtbar zu machen – für mehr Selbststärkung und mehr Selbstwirksamkeit. Dabei gilt für Fotos und alle anderen Formate:

„Es kommt nicht darauf an, wie sehr ein Photo ein Photo ist oder wie schön oder nicht schön ein Photo ist. Es kommt darauf an, was sich in einem selbst bewegt, wenn man ein Photo betrachtet.“

– Peter Lindbergh über Jim Rakete

Ihre visualisierte Heldentat wird mit solchen Denkmal-Fotos für Sie vor dem Vergessen bewahrt und regt so greifbar an, 2014 sofort mit den Heldentaten weiterzumachen. Denn die Zukunft wächst aus der Gegenwart.

Über Annette Hexelschneider

Annette Hexelschneider unterstützt Menschen mit Know-how, Ideen und Motivation, mehr aus ihrem Fachwissen zu machen, dabei ihre Kreativität zuzulassen und mehr zu leben. Sie entwickelt und leitet dafür mit "knowvis – Wissen visualisieren" Trainings & Workshops (Blog: www.knowvis.com).

Die wissensdurstige deutsche Wahl-Wienerin zieht dabei Inspirationen und Anregungen nicht nur aus ihrem vielfältigen Berufsleben sondern auch aus ihren privaten kreativen Leidenschaften, zum Beispiel aus ihrer Street Photography.

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Kommentare

  • Was für eine wunderschöne Idee, sie hilft, wirklich stolz auf das Erreichte zu sein. Mein 2013 war sehr anstrengend, da der Vater meines 13 jährigen Sohnes an Krebs gestorben ist, gleichzeitig mein Lebensgefährte eine lebensgefährliche Hirnblutung hatte, die ihn jetzt erwerbsunfähig gemacht hat. Wir haben alle zusammen diese unheimlich schwere Zeit gemeistert, ich konnte so gut für alle da sein, so dass mein Sohn auch wieder Fröhlichkeit entwickelt hat und Unbeschwertheit. Der Situation mit meinem Partner können wir so viel Gutes abgewinnen, weil wir nun so viel Zeit zusammen haben.
    Bei all dem habe ich es geschafft, inzwischen wieder Kraft zu haben und viel Zuversicht.
    Darauf bin ich stolz und suche mir gleich ein “Denkmal”
    Immer wieder so hilfreich die Beiträge hier, vielen Dank

    • Annette

      Ich wünsche Ihnen ein besseres 2014 & viel Kaft.

  • Danke für die Anregung, unbewusst habe ich auch schon so ein Denkmalfoto gemacht. Da habe ich meine erste Reise nach Südamerika (Brasilien) gemacht und dort jeden Tag ein Video für meinen Blog aufgenommen.

    An einem Tag haben wir ein Video auf der Insel Florianopolis auf einen richtig hohen Berg (hat 2 Stunden gedauert, ihn zu erklimmen) gedreht und hinterher noch einige Fotos gemacht wie ich vor der traumhaften Kulisse stehe. Werde ich ausdrucken und aufhängen!

    Vielen Dank.

    Tim

    • Annette

      Die Video-Idee finde ich Klasse. Sicher eine feine Erinnerung und vielleicht noch wirksamer als Text oder Foto.

  • Die Idee ist genial.Ich werde sie auf jeden fall für meine Seminare nutzen!
    Ich liebe Zitate und es fällt mir zu diesem Beitrag gleich eines ein.
    “Das schönste Denkmal steht in den Herzen der Mitmenschen”

    • Annette

      Das Zitat kannte ich noch nicht – danke.

  • Denkmal für meine Erfolge – eine sinnvolle Anregung für unseren Alltag, gehen doch viele unserer kleinen, täglichen, persönlichen Erfolge nur allzu oft unter bei den vielen “Heldentaten” der “Großen unserer Zeit”. Machen wir uns unsere Stärken öfter selbst bewusst, finden wir so wieder ein gesundes Selbstvertrauen.
    Mein Wunsch zum Jahreswechsel nach dem Lesen des Beitrags von Annette Hexelschneider: Mehr Zeit für ein Denk-mal – in jeder Beziehung ;-)!!!

    • Annette

      ;-D !!!

  • Eine sehr schöne Anregung…

    und ein paar Erfahrungen/ Gedanken dazu.
    Längere Zeit hab ich für ein Unternehmen ein Seminar gemacht: Selbstsicherheit und Kommunikation.
    Eine Übung war darin, Heldentaten vor der Gruppe zu erzählen.

    Viele taten sich schwer: Heldentaten – ha????
    Meine Übersetzung: Wo hast Du Dein Leben aktiv in die Hand genommen, etwas getan, obwohl unterlassen, nichts-tun, zuschauen, auf andere warten etc…auch möglich gewesen wäre.

    Zweiter Gedanke:
    viele sind dabei hängengeblieben im Stress und in der überwundenen Angst ( vor dem Scheitern, vor dem Schwierigen usw).
    Wichtig war, dass daraus Stolz und Freude entstanden ist, die Aufmerksamkeit auf die folgende Frage(n) zu lenken: ….und welche Fähigkeit hast Du da in Dir zugelassen, ent-deckt, ent-wickelt?
    Und wie kannst Du diese Fähigkeit in Dich als Ressource integrieren?

    Auch mir hilft das selbst immer wieder, um nicht in “Glaube und Hoffnung” bei der nächsten schwierigen Situation hängenzubleiben, sondern in Selbstvertrauen und Zuversicht zu gehen…

    Frohes Neues Jahr – mögen eure Vorhaben gelingen, eure Wünsche und Sehnsüchte sich erfüllen!

    Walter

    • Annette

      Danke. Ihnen auch ein gutes 2014!

  • Ich könnte weinen, ich habe es geschafft!!!! Den Betrieb meiner Eltern aufzulösen! Meine Mutter aus dem tief nach dem tot vom meinem Vater zu holen. Das Haus meiner Eltern Verkauf und leer geräumt, damit sie ein bisschen Rente hat. Da wir den Betrieb aufgegeben haben und ich nun auch keinen Job hatte, musste ich mich bewerben und habe nie daran gezweifelt das ich nicht noch was finde und ich hatte Glück. Habe einen Job und zum Glück und nur noch die Verantwortung für mich selbst und meiner Familie. Meine Mutter ist bei ihrer Schwester untergekommen und ich werde zu meiner großen Freude auch noch Tante Ende des Monats. Was soll ich sagen 2013 bezeichne ich mich wirklich mal als Held und bin froh das ich es geschafft und überstanden habe. Ich bin immer sehr dankbar von euren Newslettern diesen zu lesen und mich inspirieren zu lassen und sehr dankbar. Danke kirsten

    • Annette

      Das ist sehr viel für ein Jahr, Kirsten.
      Alles Gute für ein besseres 2014.

  • Ja das ist eine tolle Idee!
    Ich habe vergangenes Jahr endlich den Mut gefasst,
    mich für eine andere Arbeitsstelle zu bewerben,
    habe einen Vertrag bekommen,
    und habe die langjährige, sichere, aber auch sehr belastende alte Arbeit hinter mir gelassen, und die Entscheidung keine Minute bereut.

    • Annette

      Alles Gute, Nemo!

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