Erwachsen zu sein ist schwer

erwachsen

“Was bedeutet es eigentlich erwachsen zu sein?”

Das fragt mich Tina vor zwei Tagen.

Dazu habe ich natürlich nur meine ganz persönliche Meinung.

Also hier keine Wahrheit erwarten. Ist nur meine Sicht der Dinge.

Also.

Erwachsensein.

Ja.

Für mich bedeutet Erwachsensein erst einmal, dass ich Verantwortung übernehme.

Verantwortung für mich und für mein Verhalten.

Dass ich also für meine Schuld einstehe.

Dass ich mich entschuldigen kann.

Dass ich Unrecht, das ich verbockt habe, wieder gut mache, soweit ich es kann.

Aber als Erwachsener übernehme ich auch Verantwortung für mein Lebensglück.

Dass ich also erkenne, dass niemand anderes für mein Glück verantwortlich ist.

Nicht der Staat, nicht meine Familie, nicht meine Frau oder mein Mann, nicht mein Chef. Nur ich.

Es ist mein Job, dafür zu sorgen, dass es mir gut geht. Ich darf mir natürlich helfen lassen.

Aber es ist dann immer noch mein Job.

Die höchste Stufe des Erwachsenseins ist es, wenn ich Verantwortung für das Wohlergehen anderer Menschen übernehme und diese Rolle fair und gut ausfülle.

Als Vater, Mutter, Vorgesetzter oder Chefin.

Das ist der schwerste Teil.

Erwachsensein bedeutet also, nicht nur zu nehmen sondern auch zu geben.

Meine Pflicht zu erfüllen, wenn ich sie denn einmal übernommen habe.

Das eigene Wohl für das Wohl anderer auch einmal zurückzustellen.

Am besten auch noch, ohne dafür zu viel zu erwarten und ohne sich selbst dabei aufzugeben.

Wie gesagt, das ist die hohe Schule.

Zum Erwachsensein gehört auch, dass ich nicht davon ausgehe, dass mir jemand etwas schuldet.

Dass ich also kein gottgegebenes Recht auf die guten Dinge im Leben habe, ohne etwas dafür tun zu müssen.

Menschen, die alles haben wollen, aber nichts geben wollen, sind für mich wie kleine, unerzogene Kinder.

Erwachsensein hat für mich auch etwas mit Realismus zu tun. Ich sehe die Dinge also so, wie sie sind.

Nicht so, wie ich sie mir wünschen würde.

Als Erwachsener lasse ich also die Naivität des Kindes hinter mir und ich glaube nicht mehr alles.

Ich glaube vor allem nicht mehr an einfache Lösungen.

Oder daran, dass in einem Konflikt nur einer der Schuldige oder der Böse ist.

Ich bin auch mir selbst gegenüber realistisch. Ich erfinde keine Ausreden, um mein eigenes, doofes Verhalten zu rechtfertigen.

Ich erkenne mich, wie ich bin.

Mit meinen Schwächen und Stärken gleichermaßen. Idealerweise mit einer gesunden Portion Selbstannahme und Selbstliebe dabei.

Eine Sache noch, die für mich zum Erwachsensein gehört: Impulskontrolle.

Als Erwachsener schaffe ich es, nicht jedem Impuls zu folgen.

Ich schlage nicht zu, wenn ich sauer bin.

Ich schreie nicht rum, wenn ich ärgerlich werde.

Ich pampe nicht gleich zurück, wenn mich jemand anmeckert, ich kusche dann aber auch nicht gleich.

Ich habe also meine Gefühle mehr im Griff, als dass sie mich im Griff haben.

Du merkst schon, erwachsen zu sein, ist irgendwie eine kniffelige Nummer.

Ist nur etwas für die ganz Harten.

Ich persönlich schaffe es nicht, immer erwachsen zu sein.

Aber ich versuche es.

Weil ich die Idee irgendwie erstrebenswert finde. Weil ich es nett finde, mich selbst für erwachsen zu halten.

Ich wünsch dir das genau richtige Maß an Erwachsensein, dann wenn du es am meisten brauchst. Alles Gute für dich.

Ralf

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