Extrinsische Motivation endlich verständlich erklärt

extrinsische Motivation
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„Extrinsische Motivation“, das klingt ja erstmal nach kompliziertem Fachjargon.

Dabei ist das Grundprinzip ganz einfach:

Vor dem Urlaub packst du deine Sachen, selbst wenn das keinen Spaß macht. Denn für den verlockenden Urlaub lohnt es sich auf alle Fälle.

Du quälst dich durch ein aufwändiges Bewerbungsverfahren, um nun Tag für Tag in deinem Traumjob zu arbeiten.

Motivation – damit sind ganz vereinfacht gesagt deine Beweggründe für ein bestimmtes Verhalten gemeint. Nach dem Prinzip:

Ich tue X (Verhalten) wegen Y (Beweggründe/Motivation).

Und bei der Motivation (dem Y) werden zwei Formen unterschieden:

  • die intrinsische und
  • die extrinsische Motivation.

Dabei ist recht einfach erklärt, was „extrinsische Motivation“ ist und was sie von der „intrinsischen Motivation” unterscheidet.

Definition: Was ist extrinsische Motivation?

„Extrinsisch“ bedeutet: von außen her angeregt.

Wenn du eine extrinsische Motivation hast, heißt das also: Dein Verhalten wird durch äußere Reize verursacht.

Im Gegensatz dazu steht die sogenannte intrinsische Motivation.

Wenn du eine intrinsische Motivation hast, bedeutet das: Dein Verhalten wird von innen heraus angeregt.

Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation

Extrinsische Motivation bedeutet also: Ich tue etwas, weil ich damit ein bestimmtes Ziel erreichen möchte.

Und das Ziel ist der äußere Reiz, der dich motiviert.

Im konkreten Beispiel bedeutet das:

  • Ich lerne für die Prüfung (Verhalten), um den Abschluss zu machen (Ziel).
  • Ich mache Überstunden (Verhalten), um die Beförderung zu kriegen (Ziel).
  • Ich lese meinen Kindern abends vor (Verhalten), damit sie gut schlafen können (Ziel).

Du tust also Dinge, die dir nicht unbedingt Spaß machen:

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  • für die Prüfung lernen
  • Überstunden machen
  • vorlesen

Und der Grund dafür sind deine extrinsischen (äußeren) Motivatoren:

  • den Abschluss machen,
  • die Beförderung kriegen,
  • meine Kinder sollen gut schlafen.

Bei der intrinsischen Motivation gibt es nun einen wesentlichen Unterschied.

Wenn du intrinsisch motiviert bist, führst du eine Tätigkeit einfach nur um ihrer selbst willen durch. Weil sie dir Spaß, Freude oder Lust bereitet.

Oder, weil du mit deinem Verhalten deine Werte auslebst.

Dein Verhalten entsteht also einfach aus einer inneren Motivation heraus.

Einfach, weil du Lust zu der Tätigkeit hast.

Oder weil du das, was du gerade tust, für gut und richtig hältst.

Beispiele:

  • Ich esse Mousse au Chocolat (Verhalten), weil es mir unglaublich gut schmeckt (kein Ziel, sondern: Freude, Lust).
  • Ich lese den Roman (Verhalten), weil es mir Spaß macht und mich unterhält (kein Ziel, sondern Spaß).
  • Ich helfe beim Müllsammeln (Verhalten), weil mir Naturschutz sehr wichtig ist (Wert).

Intrinsische und extrinsische Motivation können sich mischen 

Die Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation ist manchmal aber kompliziert.

Weil du in der Realität natürlich nur selten zu 100 % intrinsisch oder zu 100 % extrinsisch motiviert bist.

Häufig ist es eine Mischung aus beidem.

Denn die beiden Motivationsarten schließen sich nicht gegenseitig aus.

Beispiel:

  • Fußball spielen mit deinen Freunden macht dir unglaublich viel Spaß.
  • Dein wöchentlicher Fußball-Termin ist für dich gleichzeitig auch wichtig, um schlank und in Form zu bleiben.

Dein Verhalten (Fußballspielen) ist also einerseits intrinsisch motiviert (du hast Spaß dran), aber gleichzeitig auch extrinsisch motiviert (du willst dadurch schlank und fit bleiben).

Intrinsische Motivation vs. extrinsische Motivation: Was ist besser? 

Das erklärt natürlich auch, warum wir die intrinsische Motivation als die wertvollere wahrnehmen.

Weil intrinsisch motiviert ja heißt: Das macht mir von sich aus Spaß.

Mit intrinsischer Motivation geht dir alles viel leichter von der Hand.

Weil es dir eben Spaß macht und du keine inneren Widerstände dabei hast.

Motivation im Alltag

So schön und gut intrinsische Motivation für uns ist.

Nur die wenigsten von uns können immer nur das tun, was ihnen gerade Spaß macht.

Im echten Leben musst du täglich auch Dinge tun, zu denen du keine Lust hast:

  1. Den Zahnarzttermin machen
  2. Das Fahrrad reparieren
  3. Den Report für deinen Chef fertig schreiben

Und für solche Dinge brauchst du natürlich auch ein gewisses Maß an Motivation.

Extrinsische Motivation.

Weil der Zahnarzttermin halt nicht unbedingt Spaß macht.

Und weil du solche Aufgaben sonst nicht erledigen bzw. sie ständig aufschieben würdest.

Die Kunst besteht darin, dich auf clevere Weise extrinsisch zu motivieren.

Quellen extrinsischer Motivation

Es gibt unterschiedliche Quellen extrinsischer Motivation. Beispielsweise:

  1. Belohnung

Wenn dir eine Belohnung winkt, kann das eine extrinsische Motivation für dich sein.

Die Belohnung kann dabei materiell oder immateriell sein.

Beispiel: Dein Arbeitgeber prämiert innovative Ideen.

Folglich hast du immer einen Blick für bessere Lösungen als die 08/15-Variante.

  1. Anerkennung

Ein weiterer großer extrinsischer Motivator ist die Anerkennung deiner Mitmenschen.

Du möchtest von anderen gern als clever, erfolgreich, schlank etc. angesehen werden.

Und dafür tust du dann so einiges.

  1. Negative Konsequenzen

Negative Konsequenzen sind ja etwas, das du grundsätzlich vermeiden möchtest.

Um die Beispiele von oben wieder aufzugreifen:

  • Du möchtest keine Karies und kein Loch im Zahn, weil das schmerzt und teuer werden kann.
  • Du möchtest die Deadline nicht verpassen, weil das Ärger mit deinem Chef gibt und du damit deine Stellung gefährdest.

3 Tipps, wie du dich extrinsisch motivieren kannst

Nun zur Preisfrage:

Wie kannst du dich selbst extrinsisch motivieren?

So dass du die Aufgaben erledigst, die erledigt werden müssen?

Tipp 1: Belohne dich selbst

Du kannst dich selbst motivieren, indem du dir kleine Belohnungen gönnst.

Wenn du dich selbst also für bestimmtes Verhalten belohnst.

Du musst für dich nur rausfinden: Was wäre eine kleine Belohnung, die dich motiviert?

Beispiel: Du hast heute 3 Stunden an dem Bericht geschrieben.

Heute Abend gönnst du dir dafür mal einen ruhigen Abend auf der Couch.

Tipp 2: Klopf dir selbst auf die Schulter

Anerkennung kannst du nicht nur im Außen bekommen, sondern auch von dir selbst.

Sich selbst zu loben, das fällt nicht jedem leicht.

Aber positive Selbstbestätigung kann dich stark motivieren. Denn sie ruft gute Gefühle in dir hervor.

Und wenn du dich selbst regelmäßig lobst, wenn du etwas gut gemacht hast, kann das für dich zu einer Motivation werden.

Deshalb solltest du es dir zur Gewohnheit machen, dir selbst Anerkennung zu schenken.

Indem du eine positive, bestärkende Geste machst.

Dir z. B. selbst auf die Schulter klopfst.

Oder die „Becker-Faust“ reckst, wenn du etwas geschafft hast.

Oder indem du dir einen positiven, bestärkenden Spruch aufsagst.

Tipp 3: Schaffe dir selbst negative Konsequenzen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie du dir selbst negative Konsequenzen erschaffen kannst:

Möglichkeit 1: Schaff dir sozialen Druck

Wir Menschen sind soziale Tiere. Wenn du Freunden und Bekannten von deinen Vorhaben erzählst, dann schafft das sozialen Druck. Denn du möchtest nicht von deiner Faulheit oder einem Misserfolg berichten. Sondern davon, dass du es geschafft hast.

Den gleichen Zweck erfüllen übrigens auch Coaches und Trainer.

Sie dienen dir als äußere Kontrollinstanz, die dich immer wieder an deine Vorhaben erinnern.

Möglichkeit 2: Setz etwas aufs Spiel

Eine ganz besonders starke negative Konsequenz ist ein Verlust. Denn wir Menschen sind Verlust-Vermeider.

Wie kannst du deine Verlust-Abneigung für deine Motivation einsetzen?

Beispiel: Es geht um Konzertkarten für deinen Lieblingskünstler.

Es gäbe zwei Möglichkeiten für dich, eine negative Konsequenz festzulegen:

  1. Wenn ich X nicht tue, dann kaufe ich mir keine Karten für das Konzert.
  2. Wenn ich X nicht tue, dann verschenke ich meine Konzertkarten.

Was davon wäre unangenehmer?

Richtig, die Numero 2. Denn da hast du die Karten schon und musst sie verschenken.

Und der Verlust schmerzt.

Möglichkeit 3: Schließe eine Wette ab

Eine Wette kann ein sehr großer Motivator für dich sein.

Denn je stärker die negative Konsequenz für dich ist, desto größer die extrinsische Motivation.

Für eine Wette brauchst du einen neutralen Schiedsrichter.

Der Schiedsrichter muss klar und eindeutig überprüfen können, ob du den Gegenstand der Wette erfüllt hast oder nicht. Ob du X getan hast oder nicht.

Damit deine Wette dich motiviert, muss dein Wetteinsatz emotional zugkräftig sein. Und es darf keinen Weg geben, dich wieder rauszureden.

Um einen geeigneten Wetteinsatz zu finden, kannst du dir folgende Fragen stellen:

  1. Was wäre mir unglaublich peinlich?
  2. Was würde ich versuchen, um jeden Preis zu vermeiden?
  3. Was wäre sehr schmerzhaft für mich, wenn ich es abgeben müsste?

Der einfachste Wetteinsatz wäre eine Geldstrafe.

Und zwar ein Betrag, der dir wehtut.

Dafür gibst du dem Schiedsrichter das Geld als „Pfand“.

Wenn du die Wette verlierst, dann muss der Schiedsrichter das Geld verschenken oder spenden. Und zwar am besten an eine Organisation, an die du selbst niemals Geld spenden würdest.

Extrinsische Motivation durch negative Konsequenzen

Man muss ganz klar sagen: Diese Form extrinsischer Motivation empfinden viele Menschen als nicht besonders angenehm.

Druck und Stress können dir zwar hervorragend Beine machen.

Aber das ist nicht gerade die angenehmste Form der Motivation.

Selbstbelohnung und Anerkennung sind weitaus sanftere extrinsische Motivatoren.

Dafür haben sie allerdings nicht unbedingt so eine große Zugkraft.

Also probier selbst aus, welche der Methoden dir persönlich am besten weiterhilft.

Das ist ja auch von Fall zu Fall unterschiedlich.

Du musst sicherlich nicht immer mit dem Holzhammer ran.

Aber vielleicht dann, wenn es wirklich um was geht.

Dann kann dir jede Form der extrinsischen Motivation weiterhelfen.

Mit Motivation zum Erfolg

Motivation ist ein Schlüssel für all die Ziele, die du erreichen möchtest. Ziele, die dich zufrieden machen und dir helfen, dein Leben genau so zu gestalten, wie du es dir wirklich wünschst.

Du hast jetzt ein paar Ansatzpunkte, um dich selbst zu motivieren.

Wozu möchtest du dich motivieren? Und welche Form der Motivation wählst du?

Falls du zum Thema Motivation noch weiterlesen magst

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Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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