Flow! Der Schlüssel zur Motivation

Wenn wir an einem größeren Ziel arbeiten, dann ist es ziemlich nützlich, wenn die Arbeit daran keine Quälerei ist, sondern Spaß macht und einem ein Gefühl der Zufriedenheit vermittelt. Aber wann macht uns etwas Spaß und wann ist es Quälerei? Eine Antwort darauf liefert der amerikanische Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi (gesprochen Tschiksentmiheili).

Mihaly Csikszentmihalyi hat durch Studien herausgefunden, dass uns eine Aufgabe genau dann Spaß macht, wenn sie – vereinfacht gesagt – nicht zu schwierig, aber auch nicht zu einfach für uns ist. Eine Aufgabe darf uns nicht überfordern, aber auch nicht unterfordern.

Wenn uns eine Aufgabe unterfordert, dann langweilen wir uns schnell und wir verlieren die Lust daran. Wenn eine Aufgabe aber zu schwierig für unseren augenblicklichen Wissens- und Könnensstand ist, dann frustriert uns das und auch dann verlieren wir die Lust.

Wenn wir aber an etwas arbeiten, das uns weder unter- noch überfordert, dann entsteht das, was Mihaly Csikszentmihalyi als „Flow“ bezeichnet. Das ist ein Gefühl, bei dem wir die Zeit und alles um uns herum vergessen und ganz in einer Aufgabe versunken sind.

Was ist nun die Schlussfolgerung daraus? Ganz einfach: Wenn dir eine Aufgabe zu einfach und langweilig ist, dann baue dir einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad ein, so dass die Aufgabe wieder anspruchsvoller wird. Oder mache ein Spiel daraus. Versuche sie besonders schnell zu erledigen. Oder versuche deinen „Output“ bei der Aufgabe zu steigern.

Und wenn eine Aufgabe dich überfordert, dann setze deine Ziellatte ein Stück herunter und mache deine Aufgabe einfacher, so dass diese dich nicht mehr überfordert und frustriert. Senke deine Erwartungen. Nimm dir erst mal einen kleinen Teil der Aufgabe vor. Oder erlaube dir, die Aufgabe zuerst noch schlecht zu erledigen.

Dadurch, dass du deine Aufgaben anpasst und veränderst, kannst du auch deine Selbstmotivation verbessern.

Schreibe dir doch mal kurz auf:

  1. Was gibt es bei dir für Arbeiten und Aufgaben, die dich langweilen und zu denen du deswegen so gar keine Lust hast? Und wie könntest du diese anspruchsvoller gestalten? Wie könntest du daraus ein Spiel machen?
  2. Und wie sieht das mit zu schwierigen Aufgaben aus? Gibt es etwas bei dir, wovon du dich im Augenblick überfordert fühlst? Und wie könntest du das Ziel hinter dieser Aufgabe vereinfachen? Wie könntest du verhindern, dass du dich selbst überfordern?

Zu den meisten größeren und längerfristigen Zielen gehören auch mal unangenehme Aufgaben dazu. Und wenn du diese doofen Aufgaben je nach Bedarf einfacher oder schwieriger machst und dadurch deine Motivation erhöhst, dann erreichst du deine größeren Ziele einfacher.

Vielleicht schaffst du ja so die Dinge, die vorher nicht so recht klappen wollten. Einen Versuch ist es wert, oder?

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Kommentare

  • Für mich sind Aufgaben leichter zu bewältigen, wenn ich mit der richtigen Motivation hineingehe. Für mich werden Aufgaben zu anspruchsvoll, wenn ich mit den Gedanken “das kriege ich eh nicht hin” hinein gehe. Wenn ich allerdings mit positiven Gedanken in eine Aufgabe hineingehe, ist es um einiges leichter für mich.

    Oft hilft es schon, einfach mal anzufangen, denn dann ist alles doch nicht so schrecklich, wie man es sich vorher gedacht hat :)

    Grüße Annika

  • Treffende Gedanken in einfach verständliche Worte gefasst. Da kann ich mich gut wiederfinden. Danke auch für das Lächeln (die Klammer mit der richtigen Aussprache) ist ein feines aber sehr sympathisches Detail und hat mir sehr geholfen :-))

    Danke!
    Berit

  • Ich glaube, langfristig kann man mit seinem Leben nur zufrieden sein, wenn man dieses “flow” in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen erlebt, weil wenn einem seine Aufgaben keinen Spaß machen, ist man unzufrieden mit seinem Job und damit auch mit sich selbst und mit seinem Leben.
    Ich finde die Anregungen in diesem Artikel also sehr gut, möchte mich allerdings gerne auf die Leute, die vor mir kommentiert haben, beziehen:
    Joseann schrieb, dass das interessanteste dran wäre, dass man etwas an seinen Aufgaben verändern können sollte und dass es nicht vorstellbar scheint, dass das für Menschen aller Berufe möglich ist.
    Ich muss dazu sagen, das glaube ich schon!
    Wenn man für andere Leute bügelt/den Haushalt macht, etc. dann ist das ja meistens etwas, was einen eher unter- als überfordert. Schließlich gibt es Menschen, die einen Job haben und dann nebenbei noch topp ihren Haushalt hinbekommen. Wenn es jemanden also unterfordert, zu bügeln, kann er sich seine Aufgabe eben dadurch anspruchsvoller machen, dass er, wie Ralf schreibt, beispielsweise in einer bestimmten Zeit mit den Hemden fertig sein will, vielleicht einen kleinen Wettkampf daraus zu machen, seine Zeit immer wieder zu unterbieten, es aber trotzdem ordentlich zu machen. Wem Haushalt machen zu anspruchslos ist, der kann ja nebenbei ein fremdsprachiges Hörbuch hören oder eine Radiosendung über anspruchsvolle, eher philosophische Themen, etc. Also die Aufgabe an sich ändert sich nicht wirklich, eher die Art damit umzugehen und sie zu betrachten, soll geändert werden. Das ist meiner Meinung nach die Anregung, die der Artikel gibt.
    Was Herr Falk Exner schreibt, zum Thema, was ein Ziel ist: Ein Ziel ist etwas, was man unbedingt erreichen möchte.
    – 10kg abnehmen
    – Abiturschnitt von 1,4 schaffen
    – Studium so gut wie möglich abschließen
    – eine Doktorarbeit schreiben
    – Professor an einer Universität werden
    – eine Sprache so lernen, dass man Bücher und Filme in ihr lesen und sehen kann
    Das sind alles Beispiele für Ziele.
    Die einen sind eher kurzfristig und die anderen eher längerfristig zu erreichen. Und auf dem Weg dorthin hat man immer verschiedene Aufgaben zu erledigen, um der Erfüllung der Ziele einen Schritt näher zu kommen.
    Beispielsweise “Abiturschnitt von 1,4 schaffen”, dann hat man auf dem Weg immer wieder Aufgaben, wie “auf …-Klausur lernen”, “…-Referat vorbereiten”, “… fürs Abitur zusammenfassen”, “Schwerpunktthema fürs Colloquium auswählen”, etc. Das ist der Unterschied zwischen Aufgaben und Zielen, das Eine ist Bestandteil des Weges um das Andere zu erreichen.
    Wie gesagt, der Artikel soll vermutlich eine Anregung sein, die Betrachtung und die Art und Weise zu ändern, wie man mit Aufgaben umgeht, die man ja doch tun MUSS. Wenn man schon die Möglichkeit hat, sie so zu modifizieren, dass sie einem Spaß machen, den kick bzw. “flow” geben, warum sich dann davor versperren und sagen “meine Aufgabe kann ich eh nicht änern”?!
    Kann man wirklich nicht, aber die Perspektive und das WIE mans macht! Und das genügt vollkommen, um zufriedener damit zu sein!
    LG
    Julia

    • Ellen schreibt am 15. März 2011

      Hallo Julia,

      dein Beitrag ist spitze.
      Genau so funktionierts!

      Grüße Ellen

  • Aber wann macht uns etwas Spaß und wann ist es Quälerei?
    :)…?
    :C….?

  • Flow ist, was man selbst auch aus den langweiligsten Aufgaben macht ;-)

    Um die Post zu frankieren könnte ich mich ja Anfang des Jahres mit einer Sorte 0,55er Briefmarken eindecken…
    Ich wähle aber bewußt immer verschiedene Motive!
    Je nachdem, ob der Inhalt des Briefumschlages einen Gruß zu einem Jubiläum oder Geburtstag,
    ein sachliches Firmenschreiben oder,
    einen Einladung zu einer Tagung enthält,
    bzw. der Empfänger vielleicht nach langer Pause mal wieder persönlich angeschrieben wird.
    Auch Wohlfahrtsmarken (2011 z. Bsp. Loriot) können dem Empfänger/ der Empfängerin schon beim Anblick ein Lächeln entlocken!
    Schon beim Frankieren freue ich ich dann über dies Lächeln beim Empfänger!

  • Es wird viel über das Wort “Ziel” gesprochen. Ich habe noch nirgends gelesen, was Ziele sind. Für mich ist ein Ziel, wenn ich mir ein neues Auto kaufe. Dann, wenn ich das Nötige zusammen habe. Das ist der Weg dahin.
    Größere Ziele, wird gesagt, ist nicht das Ziel an sich, sondern der Weg mit seinen Hinternissen. Hinternisse, die von dem Weg abbringen wollen, müssen angenommen werden. Sollten nicht dazu führen, das Ziel aufzugeben.
    Dann “nun erst recht”.
    Die Ziele, die ich erreicht habe, waren alle mit Hinternissen verbunden. Mit dem Ziel vor Augen, waren die Hinternisse schnell beseitigt. Ein zu hoch gestecktes oder zu niedrig gestecktes Ziel gab es bei mir nicht.
    Nur, wenn andere über Ziele sprachen, hab ich mich immer gefragt, was sind das für Ziele. z.B.: ein Haus bauen? Ein Studium auf anderen Wegen? Eine Reise ohne Reisebüro? Was sind das für Ziele?
    Liebe Grüße Falk

  • Danke für die Erinnerung. Habe mich für meine Coaching Ausbildung intensiv mit dem “Flow” auseinandergesetzt.

    Nur: die Aussprache des Namens stimmt nicht – daher diese
    Merkhilfe: „Chicks sent me high“ (angeblich von Csíkszentmihályi selbst empfohlen: siehe http://austega.com/education/articles/flow.htm

    Ich habe nämlich lange Zeit in einem Unternehmen unter ungar. Leitung gearbeitet.

    Liebe Grüße Beatrice

  • Am interessantesten war für mich der Gedanke, dass ich tatsächlich etwas an den Aufgaben ändern können sollte? Das ist jedenfalls in meinem Leben meist nicht der Fall und ich habe nicht das Gefühl, dass das Leben darauf Rücksicht nimmt, ob mich etwas langweilt oder überfordert. Vielleicht ist es ja in Amerika anders und vielleicht auch ein Phänomen besser gestellter Gesellschaftschichten. Ich bezweifle, dass sich Leute im “flow” fühlen, wenn Sie für jemanden, der sich um seinen “flow” bemüht, bügeln, Buchhaltung machen oder den Müll wegfahren. Ihnen kommt wahrscheinlich genauso wenig wie mir die Idee, dass es da Spielräume geben könnte und wenn sie ihnen kommt, dann gibt es meist jemanden, der ihnen klarmacht, dass sie wohl träumen. Handelt es sich hier um ein “Luxusproblem”, obere Etage der Maslowschen Pyramide?

  • Lieber Ralf,
    Kompliment für diesen prägnanten und kurzen Beitrag zum Thema “flow”! Mihaly Czikszentmihalyi’s Gedanken habe ich selten so kurz, leicht verständlich und verlockend zum Ausprobieren gelesen!

    Gerade bei schwierigen Aufgaben, die einen stark fordern oder überfordern können, hat mir ein Frage geholfen, die mir eine Kollegin und Freundin vor einiger Zeit gestellt hat.

    “In einem Jahr wirst Du stolz auf die längst funktionierende neue website blicken, denken ‘es war eine schöne Zeit’. Du nimmst Dir die Zeit, zu reflektieren, wie Du dorthin gekommen bist…”

    Das war eine super Anregung, den Weg dorthin mit positiven Gedanken aufzuladen, wertvolle kleine Mosaiksteinchen zum Gelingen gedanklich zusammen zu tragen und erste kleine Schritte zu definieren. Das hat für mich die – wie Du schreibst “doofe Aufgabe einfacher gemacht” und meine “Motivation erhöht”.

    Danke an Petra an dieser Stelle für diese wertvollen Gedanken.

    Mit Frühlingsgrüssen aus der Schweiz,
    Julia Kalenberg

  • Ja, kenne ich auch, dieses FLOW-Gefühl, wenn mir etwas richtig gut tut, mich motiviert, stimmuliert und in eine andere “Welt” katapultiert – meistens eher bei privaten Aktivitäten.

    Wenn ich mir vorstelle, darauf zu achten, wenn etwas zu leicht oder zu schwer ist, dann die Tätigkeit für den Flowzustand anzupassen, stelle ich mir das eher schwierig vor. Aber, vielleicht ist dass das Geheimnis für mehr Zufriedenheit im Leben!?

  • Den Flow-Zustand zu erreichen bzw. darin zu arbeiten ist so toll und fühlt sich so gut an, daß die Aufgabe von mir dann gar nicht mehr als “Arbeit” empfunden wird. Ich vergesse dabei die Zeit und bin traurig wenn ich aufhören bzw. die Aufgabe unterbrechen muss.

    Nicht immer, aber oft gelingt es mir, die Aufgaben die ich nicht selbst übernehmen kann (zu schwer, keine/wenig Kompetenz) durch jemanden ausführen zu lassen, der dabei im Flow ist. Und auch für die Arbeiten die mich langweilen (zu leicht) gibt es Menschen, die im Flow sind, wenn sie bügeln, im Garten arbeiten oder Buchhaltung/Ablage machen dürfen.

    Viel Spaß beim Leben
    Oliver

    • rüssi marietta schreibt am 14. März 2011

      seit jahren versuche ich in meiner freizeit zu “stündelen” was mir natürlich erst jetzt als pensionierte besonders gut gelingt. das wort “stündelen” ist eine erfindung von mir und gemeint ist eigentlich damit, dass ich immer nur so lang eine arbeit oder eine aufgabe erfülle wie ich sie nicht als last empfinde, sondern mit viel phantasie das beste daraus mache, d.h. dass ich sie mit freuden tue. dann brauche ich viel abwechslung und ungefähr so nach ca. einer stunde beginne ich wieder etwas neues, irgend etwas was mich erfüllt und das mir freude macht. das kann also sein, dass ich ein fenster nicht fertig putze, schränke ausräume und mitten drin aufhöre oder beim bügeln einige wäschestücke nicht mehr fertig mache.selbstverständlich sind es nicht immer nur arbeiten, zu meinem stündelen gehört auch lesen, lernen, musik hören, malen, schreiben, meditieren, yoga, spazieren oder gar nichts tun u.a.
      vielseitig werde ich seit jahren für diese art von arbeiten und leben kritisiert, doch das ist mir eigentlich egal, denn es hat dadurch noch nicht viele stunden in meinem leben gegeben wo ich wirklich lange etwas erledigt habe das ich überhaupt nicht gerne mache. natürlich während meinen jahren als angestellte konnte ich nur die freizeit so gestalten.
      eigentlich mache ich dadurch etwas ähnliches wie im obigen text beschrieben, denn ich kann schwierige oder leichtere aufgaben zielgerecht und meinen möglichkeiten und fähigkeiten entsprechend einteilen, verliere nicht die geduld und freude, weil ich mittendrin aufhören kann um es später wieder einmal in angriff zu nehmen, nämlich dann wenn ich wieder lust dazu empfinde eine herausforderung neu anzupacken.
      sicher ist dies nicht eine meinung wie sie von ihnen erwartet wird, eine meinung zu den heutigen ansprüchen im berufsleben, sondern eine einfache lebensform, eine einfache meinung und beschreibung einer einfachen frau von 68 jahren.

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