Ganz gewöhnlich

Die 11 wirkungsvollsten Selbstcoaching-Methoden --> Zeig sie mir!

Kommen Sie sich auch so gewöhnlich vor? Ich denke mir das oft, wenn ich tolle Menschen im Fernsehen sehe oder über sie lese, die mich mit Gedanken, Fähigkeiten, Leistungen oder ehrgeizigen Zielen beeindrucken.

Im Vergleich komme ich mir dann ziemlich gewöhnlich vor. Das meine ich gar nicht negativ oder abwertend. Sondern es ist in diesen Momenten einfach nur eine Feststellung. Und dann denke ich weiter und mir fällt eine ganze Menge damit zusammenhängender Themen ein, etwa:

  • Warum sind manche Menschen solche Meister?
  • Wo kommt Ehrgeiz her?
  • Selbsteinschätzung und „Selbstverständlichkeit“

Spannende Themen, zu denen ich Ihnen einfach einige Leitfragen aufgeschrieben habe, um Sie dazu anzuregen, sich auch mal darüber Gedanken zu machen, wie Sie dazu stehen. Vermutlich sind es ohnehin Fragen, die Sie sich hin und wieder stellen. Aber vielleicht nicht immer umfassend … und möglicherweise auch nur auf negative Weise.

Nehmen Sie sich doch mal ein Stündchen Zeit und setzen Sie sich am Wochenende mal gemütlich bei einer Tasse Kaffee hin und machen Sie sich Gedanken. Oder setzen Sie sich mit einer Freundin oder einem netten Kollegen mal zusammen und tauschen Sie sich aus.

Warum sind manche Menschen solche Meister?

  • Was bewundere ich am Können oder „Sein“ anderer?

Diese erste Frage ist wichtig, weil sie auch den „Ton“ für diese Übung festlegt. Mit Bewundern oder Beeindrucken meine ich nicht nur die großen Dinge: Vielleicht sind Sie total geplättet, weil jemand aus dem Nichts ein Riesenunternehmen auf die Beine gestellt hat. Oder bewundern einen Star, der singen, schauspielern und tanzen kann und mit allem wahnsinnig erfolgreich ist. Aber es sind nicht nur die großen Dinge.

In meinem Fitnessstudio habe ich beispielsweise so eine Meisterin getroffen: eine Trainerin, bei der alles gepasst hat. Sie sah aus wie eine tolle Trainerin (will heißen, man hat ihr schon bei der Begrüßung angesehen, dass sie hervorragend sein würde, und sie war es auch), sie hat eine tolle Ausstrahlung, hervorragende Beziehung zur Gruppe gehabt, gute Musik, spannende Choreographie, diese für alle sehr gut erklärt und sie hat die Bewegungen so exakt und technisch einwandfrei ausgeführt, dass es eine helle Freude war.

Denken Sie also auch an solche ganz normalen tollen Menschen oder Facetten, die diese haben (es ist ja oft auch so, dass man einzelne Eigenschaften oder Fähigkeiten genial findet).

  • Wen aus meinem persönlichen Umfeld sehe ich als so einen „Meister“? Was tut/hat/kann diese Person, das ich bewundere?
  • Von wem habe ich gelesen oder gehört, der mich beeindruckt hat? Was daran bewundere ich?
  • Was macht so tolle Könner oder „Visionsmenschen“ aus? Was treibt sie an? Was haben sie Besonderes an sich?
  • Was davon würde ich mir selbst auch gerne aneignen? Was brauche ich, um es auch so weit zu bringen? Was kann ich mir „direkt abschauen“, die Person also als Vorbild nutzen?
  • In welcher Hinsicht bin ich auch so jemand? Was tue/habe/kann ich, das ich selbst toll finde?
  • Und: Was würde ich als Außenstehender an mir toll finden/bewundern?

Wo kommt Ehrgeiz her?

Als nicht besonders ehrgeiziger Mensch frage ich mich oft, wo der Ehrgeiz wohl herkommt. Und wie es sich anfühlen mag, wenn man total ehrgeizig ist. Sich extra anstrengt, auf ein bestimmtes Ziel hinarbeitet, komme, was da wolle. – Ich weiß das nicht. Ich nehme mir natürlich etwas vor, ich kann mich auch anstrengen oder auch mal etwas wollen. Aber Ehrgeiz würde ich das nicht nennen … dafür fehlt mir der innerliche Drang oder das „hinarbeiten wollen müssen“ oder – je nach Situation – eine Wettkampfmentalität.

Faszinierend, dieser Ehrgeiz, und eine tolle Eigenschaft … auch wenn sie nicht immer vorteilhaft ist, wenn man es zu streng nimmt, sich keine Kurskorrekturen erlaubt o. Ä.

Wie stehen Sie zu Ehrgeiz?

  • Sind Sie ehrgeizig? Inwiefern sind Sie es? Inwiefern sind Sie es nicht?
  • Sind Sie vielleicht zu ehrgeizig und erlauben Sie sich manchmal nicht aufzuhören oder etwas, was Sie sich vorgenommen haben, zu korrigieren – oder sich umzuentscheiden? Wie geht es Ihnen damit? Wann ist das gut, wann nicht?
  • Wären Sie gern ehrgeiziger? In welchen Bereichen? Und wie würde sich das äußern? Wie wären Sie/was würden Sie tun, wenn Sie mehr Ehrgeiz hätten?

Selbsteinschätzung und „Selbstverständlichkeit“

Alles, was man selbst kann und wie man ist, ist meistens keine große Sache für einen selbst. Manchmal bewundern mich Menschen dafür, dass ich Bücher schreibe. Das freut mich, aber bewundernswert finde ich das nicht. Für mich ist das Schreiben ganz normal, es macht mir großen Spaß und es fällt mir leicht.

Umgekehrt finde ich es total klasse, wenn Leute mathematisch begabt sind. Rechnen und Zahlenlogik liegen mir nämlich so gar nicht, und darum falle ich fast um vor Bewunderung, wenn jemand einen simplen Dreisatz checkt. Ich hatte mal einen Freund, der deswegen total verärgert war: Für ihn war es eine Lappalie und natürlich selbstverständlich, nichts Bewundernswertes.

  • Wie sieht es bei Ihnen aus: Kennen Sie Ihre besonderen Stärken und vorteilhaften Eigenschaften? Schätzen Sie diese?
  • Wenn Sie sich mit anderen Menschen vergleichen: Sehen Sie dann immer nur, was Sie nicht können?
  • Halten Sie Eigenschaften und Fähigkeiten, für die andere Sie loben, für selbstverständlich?

Gerade dieses „selbstverständlich“ hat es in sich! Denn wir nehmen dadurch nicht wahr, was wir auf dem Kasten haben. Aber machen Sie doch mal die Gegenprobe bei solchen vermeintlichen Selbstverständlichkeiten: Ist wirklich jeder so redegewandt wie Sie? Sind wirklich alle Menschen in Ihrem Umfeld gute Zuhörer? Sind Ihre Freunde alle so gute Freunde, die von sich aus Kontakt halten, wie Sie das tun? – Na eben!

Über Gitte Härter

Gitte Härter war viele Jahre Coach und Trainerin für Businessthemen bis sie sich mit www.schreibnudel.de ganz auf das Schreiben spezialisiert hat. Am allerliebsten schreibt sie Bücher – und hat bereits über zwei Dutzend Ratgeber veröffentlicht. (Aktuell: „ Peinlich, peinlich: So blamieren Sie sich selbstbewusst“, in dem es um kleine Alltagsblamagen und ernsthafte grobe Klöpse geht.)

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Kommentare

  • während des studiums (informatik) saß neben mir meist ein anderer student und spielte während der vorlesung schach, um mir anschließend die inhalte der – meist ziemlich komplexen) vorträge zu erklären.

    ich war neidisch.

    solange bis ich den ersten text von ihm sah. sein deutsch war … unterm hund. rechtschreibung – reine glücksache. soviel zu meistern.

    jeder mensch ist etwas besonderes – und jeder mensch ist ein ganz gewöhnlicher mensch. mit stärken und schwächen.

  • Ich finde das ist genau das Problem: Man schaut immer nur auf Andere. Aber diese Person ist in dem so erfolgreich, weil es gerade genau für sie passt. Vielleicht war es auch Glück oder Zufall, dass sie das für sie genau Richtige gefunden hat. Und wir alle wissen doch wie ehrgeizig wir sein können, wenn wir das Gefühl haben, dass das was wir gerade tun wertgeschätzt wird, wir damit Erfolg haben. Aber indem wir immer nur auf Andere schauen werden wir nie unser Eigenes finden, das was wir wirklich besonders gut können.

  • Guter Ehrgeiz hat etwas sportliches- eine positive Herausforderung, die man sich selbst gesteckt hat. Je nach Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und abhängig von der Portion Selbstvertrauen liegt diese Herausforderung im leichter zu erreichenden Bereich oder eben in der- gefühlten- Mitte.
    Mir geht es dabei eher um den “Wettbewerb” mit mir selbst. Und- ich bin bereit mich “zu quälen”, ob nun tatsächlich im sportlichen Bereich oder im beruflichen Bereich.Ich kann andere Dinge hintenanstellen, weil ich sie mir quasi “als Belohnung” aufhebe bis ich mein Ziel erreicht habe.Natürlich hat das auch die Schattenseite von “ohne Fleiß, kein Preis”, nämlich: wann ist das Ziel- oder ich- “gut genug”?.
    Das habe ich gelernt, immer mal wieder innezuhalten und das wertzuschätzen, was ich bereits gemeistert habe. Das ist für mich wichtig, damit mein Ehrgeiz, mein Wollen nicht zum “Sklaventreiber” wird.

  • Das Schöne ist, dass auch die Meister ihre Lücken haben, aber eben woanders als ich.

    So können sich zwei Meister gut ergänzen, wenn ihre gegenseitige Bewunderung in anderen Ecken liegt.

    Wichtig ist aber nicht zu erschrecken, wenn man die Lücken beim Meister findet, das zu tolerieren ist dann die wahre Größe.

    Ich finde zu Stärken gehören auch Schwächen, das eine lebt vom anderen, die Balance ist das Entscheidende und die Offenheit damit umzugehen.

  • Spontan fällt mir dazu die Frage ein: Schätze ich mich? Wie viel halte ich von mir und meinem Können? Muss ich mich vergleichen? Und wenn ich mich vergleiche, schaue ich dann nur nach Menschen, die (vermeintlich) etwas “besser” können und die “mehr auf dem Kasten haben”? Wie stark ist mein Selbstvertrauen?

    Aber, ich kenne das alles auch und auch ich vergleiche mich manchmal. Ich versuche, mich dann aber wieder daran zu erinnern, was meine Stärken sind, was ICH gut kann – also, ich versuche meinen Fokus wieder auf mich selbst zu lenken.

  • Was bei anderen Bewunderung hervorruft, sind eigene geheime Sehnsüchte, habe ich mal gelesen.

    Bringen einen also vielleicht auf die richtige ‘Spur’ :-)

    Denn es hat ja alles seinen Sinn, was einem so im Leben passiert und begegnet.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier