Aus der Gehirnforschung: Mit der Trauer leben

Gehirnforschung: Trauer

Ein naher Mensch ist gestorben. Alles ist auf einmal anders. Unvorstellbar, dass der geliebte Mensch nicht mehr da ist. Die Trauer wiegt schwer. Der Partner wird nie wieder etwas sagen. Das Kind wird nie wieder spielen oder singen. Ob es ein Autounfall war, eine schwere Krankheit oder ob jemand im hohen Alter gestorben ist: Der Tod eines nahen Menschen kann uns in ganz besonderer Weise erschüttern.

Jeder reagiert in so einer Situation anders. Und häufig ist es unwahrscheinlich schwer, mit den vielfältigen Gefühlen und Gedanken umzugehen. Im einen Moment möchte man womöglich nur noch weglaufen, im nächsten ist man wütend auf alles und jeden und dazwischen drehen sich immer wiederkehrende Gedankenspiralen, die zu keinem Ziel zu führen scheinen.

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Vielfach finden wir keine Worte für den Schock, die Trauer und die Erschütterung. Das geht den Trauernden selbst so, aber auch Angehörigen und nahestehenden Menschen. Manchmal hilft es, wenn andere etwas in Worte fassen. Deswegen haben wir hier eine Reihe Zitate für dich, die dich vielleicht trösten und ermutigen können.

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Will man sich selbst in dieser Situation helfen oder einem nahestehenden Trauernden beistehen, hilft es, zu begreifen, was da überhaupt vor sich geht. Was passiert eigentlich, wenn wir dem Tod begegnen? Was geschieht, wenn wir Trauer erleben? Wie kommt es zu so ganz unterschiedlichen Reaktionen? Und am wichtigsten vielleicht: Wie kann man mit dieser Erschütterung auf eine gute Weise umgehen?

Welche Folgen hat der erste Schock?

Die Reaktionen auf einen Todesfall entstehen in unserem Gehirn. Den Tod eines nahen Menschen zu erleben, ist wie ein massiver unwahrscheinlich starker Schock. Er stört die üblicherweise ablaufenden Prozesse. Bestimmte Hirnregionen sind dabei besonders betroffen:

  1. der Hirnstamm und das Kleinhirn, in dem grundlegende Vorgänge wie Essen, Schlafen, Atmen, Kreislauf usw. beeinflusst werden,
  2. das limbische System, das die Emotionen und das bewusste Gedächtnis, wie z. B. Zeit, Orientierung regelt.

Werden diese beiden Hirnareale durch eine schwere Erschütterung, wie den Tod, aus dem Gleichgewicht gebracht, erlebt man meist Folgendes:

Man schläft schlecht, hat keinen Appetit, fühlt sich krank. Vergisst Dinge, die man sonst eigentlich weiß. Kann sich schlecht orientieren. Verfährt sich mit dem Auto auch auf völlig gewohnten Wegstrecken.

Gute Entscheidung = Gutes Leben

Eine gute Entscheidung ist eine Wahl, die du hinterher nicht bereuen musst. Mit Herz und Verstand. Systematisch. Alles Wichtige berücksichtigen. Deine Entscheidung in 7 Tagen.

Außerdem wirkt die Erschütterung durch den Tod wie eine Bedrohung. Unser Hirnstamm, das Kleinhirn und das limbische System reagieren darauf, wie sie es seit Urzeiten gewohnt sind. Nämlich mit:

  • Flucht oder
  • Aggression oder
  • Erstarren

Diese Reaktionen können durchaus auch abwechselnd ablaufen.

Flucht, Aggression, Erstarren – was passiert genau?

Trauernde erleben die Fluchtreaktion, wenn sie sich rastlos fühlen, es zu Hause kaum aushalten können. Manch einer fährt dann ziellos herum oder geht auf Reisen. Es kann helfen, sich auf diese Weise abzulenken und so aus den grübelnden Gedanken auszusteigen. Oder das Unterwegssein hilft, weil man dann in Bewegung ist und das Gefühl bekommt, irgendetwas zu tun. Auch wenn die Erinnerungen und traurigen Gefühle die ganze Zeit da sind. Es hilft, sich zu bewegen und zu entscheiden, wo die nächste Fahrt oder der nächste Weg hingehen kann.

Zu aggressiven Reaktionen kommt es z. B., wenn die wohlgemeinte Fürsorge von Freunden oder Bekannten wütend macht. Ohne, dass es dafür einen wirklich vernünftigen Grund gibt. Oder es packt einen die Wut auf den Verstorbenen, weil dieser einen alleine zurücklässt. Aggression kann bei Trauer also eine ganz natürliche und für den Trauernden durchaus hilfreiche Reaktion sein. Sie richtet sich nicht zwangsläufig gegen jemanden persönlich, sondern ist so etwas wie ein urzeitlicher Verteidigungsmechanismus gegen die Erschütterung. Mit diesem Wissen kann man sich vielleicht ein kleines bisschen besser verstehen. Und auch Außenstehende können mit möglicher Gereiztheit und Aggression besser umgehen, wenn sie wissen, wie sie entsteht.

Erstarrung erleben Trauernde, indem es ihnen z. B. schwerfällt, sich zu ganz alltäglichen Dingen wie Waschen, Essen oder Anziehen aufzuraffen. Oder sie erstarren innerlich. Äußerlich scheinen sie zu funktionieren, aber innerlich spüren sie eine große Leere. Phasenweise kann dies helfen, den Verlust zu bewältigen, weil man so eine Pause von den manchmal kaum zu ertragenden Gefühlen bekommt. Die Gedanken kreisen womöglich noch, aber die Gefühle sind wie abgeschnitten.

Das Gehirn macht sich selbstständig

All diesen Reaktionen ist gemeinsam, dass der trauernde Mensch sich in einem gewissen Sinne hilflos fühlt. Er kann seine Reaktionen kaum bewusst steuern. Das Gehirn macht sich quasi selbstständig. Der Grund hierfür liegt bei einem weiteren Hirnareal, das bei einem erschütternden Todesfall aus dem Gleichgewicht gerät.

Neben dem Hirnstamm, dem Kleinhirn und dem limbischen System wird auch ein drittes Areal beeinflusst: der Neokortex. Dort sind unser Denken und Handeln angesiedelt.

Auch der Neokortex wird gestört, wenn man durch einen Todesfall erschüttert wird. Das hat zur Folge, dass unser Denken und Handeln nicht wie gewohnt funktionieren. Man kann Gefühle und Impulse nicht so gut beeinflussen wie sonst. Und ist den Schockreaktionen dadurch ziemlich hilflos ausgeliefert. Man möchte z. B. gar nicht aggressiv reagieren, schafft es aber nicht, die Wut zurückzuhalten. Oder man würde ja gerne sein Leben wieder im Griff haben, aber auch das gelingt nicht, weil die Erstarrung so stark wirkt.

Hinzu kommt, dass das Denken sich häufig im Kreis dreht. Trauernde kennen das z. B. als Gedankenspiralen. So überlegt man wieder und wieder die nächsten Schritte. Wie soll das Leben weitergehen? Das Haus verkaufen? Woanders hinziehen? Oder lieber in der gewohnten Umgebung bleiben? Wie soll der Alltag jetzt aussehen? Wie Weihnachten feiern? Geburtstage? Wie den Urlaub verbringen? Die Gedanken drehen sich im Kreis. Entscheidungen können kaum getroffen werden, weil sich alles geändert hat.

Oder man kreist um die Vergangenheit. Geht immer wieder in Gedanken seine Erinnerungen durch. Plagt sich womöglich mit Schuldgefühlen, Hätte-ich-doch-Szenarien oder der Frage: Wieso passiert das mir? Wieso musste mein Kind, mein Partner, meine Freundin sterben?

Was hilft?

Die Neurowissenschaften können nicht nur erklären, wieso unser Gehirn diese Reaktionen hervorruft. Sondern sie können auch zeigen, dass bestimmte Dinge einem helfen, besser mit der Situation zurechtzukommen. Drei Punkte sind aus neurowissenschaftlicher Sicht besonders hilfreich.

  1. Sich selbst gegenüber verständnisvoll zu sein
  2. Verständnis von anderen zu bekommen
  3. Symbole, Rituale und persönlich Bedeutsames bewusst einzusetzen

Wieso ist das so?

Verständnis: Das Gehirn hilft mit Dopamin und Serotonin

Mit dem Wissen darüber, was in Hirnstamm, im Kleinhirn, im limbischem System und im Neokortex abläuft, kann man sich selbst als Trauernder ein wenig besser verstehen. Man fühlt sich zwar immer noch hilflos und ausgeliefert, verurteilt sich aber weniger für die eigenen Reaktionen. Auch Freunde und Bekannte verstehen mit diesem Hintergrundwissen besser, was in trauernden Menschen vor sich geht. Und können so eine größere Unterstützung sein.

Dieses Verständnis ist sehr wichtig und hilfreich. Weil nämlich unser Gehirn bestimmte Botenstoffe verstärkt produziert, wenn man sich selbst Verständnis entgegenbringt: Dopamin und Serotonin sorgen dafür, dass man wieder etwas Antrieb hat und sich wohler fühlt. Diese Stoffe werden verstärkt ausgeschüttet, wenn man sich selbst freundlich begegnet und nicht für sein Verhalten verurteilt. Dazu kann auch Akzeptanz und Verständnis durch andere beitragen. Akzeptiert das Umfeld auch ungewöhnliches Verhalten, z. B., dass man sich eine Zeit zurückzieht, schnell gereizt ist und kein Interesse am „normalen“ Leben hat, dann fühlt man sich mit seinen Trauerreaktionen angenommen. Und auch das kann zu einer Verstärkung der Dopamin- und Serotonin-Ausschüttung führen.

Habe Verständnis für dich selbst

Trauerst du selbst um einen anderen Menschen, versuche also möglichst viel Verständnis für dich selbst zu haben. Verständnis für sich selbst zu haben, bedeutet, dass du mit dir auf eine gute Weise umgehst und freundlich und liebevoll zu dir selbst bist. Genau das fällt vielen Menschen oft nicht so leicht. Häufig verurteilen sich Trauernde für ihre Verzweiflung, den Schmerz oder andere Gefühle. Sie meinen dann z. B., man müsste doch besser zurechtkommen.

Wie kann es also gehen, sich selbst gegenüber freundlich zu sein? Vor allem, wenn man bislang nicht besonders gut darin war, mit sich selbst verständnisvoll umzugehen?

Ein ganz wichtiger Schritt ist Annahme. Das, was ist, so anzunehmen, wie es nun mal ist. Und damit meine ich jetzt nicht den Tod des anderen Menschen. Sondern alles, was in einem selbst ist – die eigenen Gedanken, Gefühle und das Verhalten –, zu akzeptieren.

Eine Möglichkeit, um freundlich mit sich selbst umzugehen, besteht darin, sich immer mal zwischendurch zu fragen:

  • Was fühle ich gerade jetzt?
  • Was denke ich gerade jetzt?
  • Was möchte ich gerade jetzt tun?

Und die Antworten auf diese Fragen stehen zu lassen. Ihnen kein „Ja, aber“ hinterherzuschicken. Sondern die Gefühle und Gedanken zuzulassen. Zumindest für eine kleine Weile. Den Schmerz zu spüren, die Verzweiflung oder auch die Hoffnung, dass es dem geliebten Menschen nun besser geht.

Das, was man tun möchte, möglichst auch wirklich zu tun. An einen schönen Ort zu fahren, sich ein Musikstück anzuhören, vielleicht Fotos von dem geliebten Menschen anzuschauen. Oder etwas ganz anderes zu machen. Eben genau das, wonach einem ist. Selbst wenn es etwas Ungewöhnliches ist. Dies kann Teil der Trauer sein.

Auch Verständnis von anderen verstärkt Dopamin und Serotonin

Auch Außenstehenden fällt es nicht immer leicht, Verständnis für die Reaktionen oder das Verhalten von trauernden Freunden oder Bekannten zu haben. Sie machen sich Sorgen oder ärgern sich womöglich, dass der Trauernde sich zurückzieht, gereizt ist oder sich einfach nicht erwartungsgemäß verhält. Trauer kann verstörend und verunsichernd wirken.

Da sind diese Fragen ebenfalls eine gute Möglichkeit, ihr Verständnis zu zeigen.

Vielleicht zu fragen: Was denkst Du gerade?

Oder zu fragen: Was möchtest Du jetzt am liebsten machen?

Richtig hilfreich wird man jedoch nur durch die passende Reaktion. Und die besteht in der Regel darin, nicht besonders viel zu tun. Sondern einfach zuzuhören. Stehen zu lassen, was der andere erzählt. Kein „ja, aber“ oder „meinst du nicht, dass es besser wäre, wenn du …“ an den anderen zu richten.

Wenn der andere etwas unternehmen möchte, vielleicht seine Begleitung anzubieten. Mit zum Friedhof zu fahren, einen Spaziergang zu machen, gemeinsam Fotos anzuschauen.

Dieses Verständnis kann es Trauernden enorm erleichtern, mit dem Tod zurechtzukommen.

Symbole, Rituale und persönlich Bedeutsames bewusst einsetzen

Neben Verständnis gegenüber sich selbst und durch andere, sind Symbole und Rituale enorm hilfreich, um mit der Trauer um den Tod eines nahen Menschen zurechtzukommen. Die Neurowissenschaften können erklären, wieso das so ist.

Im Neokortex ist nämlich noch ein weiterer sehr wichtiger Bereich angesiedelt. Und zwar der orbitofrontale Kortex. Dieses Areal kann zu einer echten Hilfe werden. Dort ist das verankert, was wir schon sehr früh erfahren und gelernt haben.

Zum Beispiel, dass Musik Wohlbefinden erzeugen kann. Oder, dass die Natur, z. B. der Wald, eine beruhigende Wirkung hat.

Alles, was für uns von früher Kindheit an zutiefst bedeutsam ist, kann sich in diesem orbitofrontalen Kortex verankern. Diese tiefen Erfahrungsspuren sind durch Worte kaum fassbar. Es sind vielmehr tiefe Gefühle oder Gewissheiten, die sich durch Symbole ausdrücken. Diese können sehr hilfreich für einen Menschen sein, der von Trauer begleitet wird.

Wenn wir angesichts eines Regenbogens Hoffnung verspüren, kann das mit diesem Hirnareal zusammenhängen. Wenn wir ganz tief zu wissen meinen, dass der Verstorbene uns dennoch nahe ist, kann auch das mit dem orbitofrontalen Kortex zusammenhängen. Symbole und auch Rituale sprechen unsere tiefsten Erfahrungsspuren an. Deswegen können sie uns in der Trauer besonders berühren, beruhigen und auch trösten.

Finde deinen persönlichen Umgang mit Symbolen und Ritualen

Wie konkret solche Symbole und Rituale helfen können, kann sehr unterschiedlich sein. Das können traditionelle Formen, wie z. B. der Besuch am Grab, Gedenkfeiern oder auch das Aufstellen von Fotos sein. Aber auch im Alltag lassen sich Symbole finden, die in der Trauer eine tröstliche und beruhigende Wirkung haben. So z. B., wenn man Dinge benutzt, die der Verstorbene einem geschenkt hat. Oder wenn man sich ganz unvermittelt an gemeinsame Erlebnisse erinnert.

Falls du selbst in der Situation bist, such dir vielleicht bewusst einen Gegenstand, den du mit dem Verstorbenen verbindest. Stell ein Foto auf oder erinnere dich an schöne gemeinsame Erinnerungen. Vielleicht schaffst du dir auch ein eigenes Ritual, mit dem du dich regelmäßig bewusst mit dem verstorbenen Menschen verbunden fühlen kannst. Zum Beispiel sprich abends oder morgens kurz mit deinem geliebten Menschen. Sprich aus, was dich bewegt, und frage dich, was der andere sagen würde. Oder geh ganz bewusst an Orte, die ihr gemeinsam besucht habt.

So schaffst du Momente, in denen du dich mit dem verstorbenen Menschen verbunden fühlst. Das ist oft zugleich schmerzhaft und auch tröstlich. Einerseits fühlt man sich dem anderen nahe, andererseits erlebt man genau dann auch, wie unzulänglich diese Nähe ist. Der andere ist ja nicht mehr da. Versteht man sich selbst mit diesen vielen verwirrenden Gedanken und Gefühlen, hilft einem das Gehirn, den Verlust besser auszuhalten.

Achte auf dich

Wenn du einen nahen Menschen verloren hast, sei also unbedingt gut zu dir, gleichgültig, was du fühlst und denkst. Egal, was du am liebsten tun möchtest. Achte auf dich und versuche dich mit Menschen zu umgeben, die Verständnis für dich haben. Erinnere dich an Symbole, die dir helfen. Und schaffe dir Rituale, durch die du dich mit deinem geliebten Menschen verbunden fühlst. Dadurch wird es nicht leicht oder weniger schmerzhaft, mit dem Verlust zurechtzukommen. Aber so kannst du Schritt für Schritt ein kleines bisschen besser aushalten, was eigentlich unerträglich zu sein scheint.

Quellen:

Onnasch, K./Gast, U. (2012). Trauern mit Leib und Seele. Orientierung bei schmerzlichen Verlusten.  Stuttgart: Klett-Cotta.

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Kommentare

  • Hallo zusammen,

    eure offenen Beiträge haben mich sehr berührt. Auch ich suche ein Art “Gefäss” für meine Trauer. Meine Geschichte ist folgende: Vor drei Jahren kam ich mit meinem Partner zusammen. Wir hatten uns gefunden, waren sehr glücklich miteinander und hatten Pläne für die Zukunft. Vor unserer Beziehung hatte er einen schweren Verkehrsunfall, von dem er sich körperlich wieder erholt hatte. So aber nicht seine Seele. Vor 5 Monaten kam es zu einer Retraumatisierung, die sich in einer Geräuschempfindlichkeit und in Schlafstörungen äusserte. Er wurde medikamentös im Rahmen einer Psychotherapie behandelt. Der Arzt sagte, dass die Todesängste, die er bei dem Unfall gehabt haben muss, aus dem Unterbewusstsein wieder hochgekommen sind und dass diese zu der Psychose geführt haben. Es war sehr schwierig für mein Partner und sein Umfeld diese komplizierte Diagnose zu fassen und damit umzugehen. Er konnte nicht mehr arbeiten und konnte aus Angst vor einem Rückfall auch nicht mehr stark am sozialen Leben teilnehmen. Er war verzweifelt, denn es schien, dass ihm niemand helfen konnte. Diese Wochen waren nicht leicht für mich, ich tat alles, was ich konnte, um ihm zu helfen, ja wollte, dass wir es gemeinsam schaffen. Er entschied sich für einen anderen Weg. Das ist jetzt 2 Monate her und ich durchlebe diese Zeit mit dem Gefühl von unendlichem Schmerz, Trauer, Dankbarkeit, aber auch Wut und Verzweiflung, da ich mein Leben neu sortieren muss. Die gemeinsame Zukunft mit ihm gibt es nicht mehr. Was mir hilft, ist die Auseinandersetzung mit der komplexen Krankheit, aber auch Gespräche mit anderen. Ich frage mich oft, wie ich ihn hätte “retten” können. Manchmal spreche ich auch mit ihm und so habe ich das Gefühl, ihm nahe zu sein. Meine Eltern leben nicht mehr, um sie habe ich getrauert und ich habe das Gefühl, dass sie einen Platz in meinem Herzen gefunden haben, wo ich sie wieder finde. Jetzt, wo ich um meine Liebe trauere, bin ich sehr verunsichert, weil die Umstände es mir viel schwieriger machen, seinen Tod zu akzeptieren. Ich wünsche allen Trauernden und mir, einen Weg zu finden, zum Licht und Leben zurück!

    • jundk schreibt am 12. Oktober 2017

      ich wünsche dir alles Gute und das du es soweit wie möglich verarbeiten kannst. fühl dich gedrückt

  • Hallo , ich heiße Marion bin 54 Jahre alt aus Berlin .Ich habe am 24.12.16 meine Schwester verloren meinen Vater am 29.7.17 und meinen geliebten Partner am 22.9.17. Ich weiß im Moment nicht , wie ich mit allem klar kommen soll , neben meinem schweren Verlust habe ich noch angst , das mir seine Tochter alles nehmen wird.Wir waren nicht verheiratet und ich stehe noch nicht einmal im Mietvertrag. Obwohl ich Familie habe , die alle für mich da sind , fühle ich mich einsam und verlassen .Ein sehr guter Freund von mir , möchte in dieser schweren Zeit für mich da sein , aber ich habe angst , das alle denken könnten , ich tröste mich mit einem anderen Mann .Ich weiß einfach nicht wie ich mich verhalten soll

  • Hallo ich habe auch meine geliebte Mama Verloren sie starb am 2015 ich komme bis heute nicht klar jede erinerung kommen mir in den kopf es zerreisst mich einfach sehr ich vermisse sie so doll sie wird immer in meine herzen bleiben.wie kann mann es verarbeiten habt ihr für mich tipps wie es es verarbeiten kann.

  • Hallo
    Ich habe vor 7 Jahren meinen Mann verloren weil Er durch Arbeitslosigkeit immer mehr zum Alkohol griff dann Zucker bekam,dann verlor Er auch seinen Vater und Mutter im selben Jahr,hinzu kam ein unverschuldeter Unfall in dem Wir verwickelt wurden bevor Wir zur 2.Beerdigung fahren wollten und ein 2 Jähriger Erbschaftsstreit mit seiner Schwester wo Telefonterror von ihr her kam wenn ein Treffen anstand, Ich wollte das Er wegen dem Alkoholproblem eine Therapie anfängt ,3 Versuche machte Er und schmiss jedesmal nach 3 Monaten alles hin Er lehnte jede Hilfe ab. Meine Verwandtschaft/Familie war keine große Hilfe nach seinem Tod!
    Bei mir ratterte es auch im Kopf ,konnte nicht schlafen.Ich hörte dann den Vorwurf von meiner Cousine ich wäre Schuld an seinem Tod sagen und meine Familie griff das auf und sagte das selbe! Meinen Rückzug von meiner Familie wurde wider als Desinteresse ausgelegt, ich sollte funktionieren zu Feiern gehen nach 2-3 Jahren der Trauer aber ich konnte nicht,ich fühlte mich Krank und leer,müde und schlapp,ich wurde bei nicht kommen bei Feiern am Telefon gefragt Warum ich nicht käme Sie ließen nie locker wollten Wissen Warum ich nicht kam bis ich zu Weinen anfing. Meine Nichte fühlte sich von mir beleidigt und angegriffen aber Sie wollte sich nicht mal ein wenig mit meiner Trauer befassen,seit 7 Jahren muß ich mich Rechtfertigen und Kämpfe gegen nicht verstehen an,ich kann bald nicht mehr,mein Sohn wurde nach der Beerdigung auch nie besucht um ihn einfach in den Arm zu nehmen oder mich es sollte alles einfach normal weiter laufen wie wenn es ein normaler Verlußt wäre.Dagegen wollte meine Nichte ihre Familienprobleme in der Zeit bei uns abladen ,was mich sauer machte nur 3 Monate nach der Beerdigung!
    Meine Erklärungen oder Versuch meine Gefühle darzulegen werden nicht verstanden,ich war schon soweit einen Bruch mit der Familie zu machen.Ich habe weil auch meine Vergangenheit hoch kam meine unschöne Kindheit was alles noch mehr verschlimmerte habe ich mir Hilfe gesucht und wurde 1 Jahr Betreut habe eine Therapie angefangen damit ich das etwas Verarbeiten konnte und wider besser schlafen konnte,das war meine einzige wirkliche Hilfe alles besser zu verstehen und zu verarbeiten aber ganz ist die Trauer auch nach 7 Jahren noch nicht weg und ich und mein Sohn sind mehr zusammen gewachsen und helfen uns gegenseitig. Mit fremden Mensch die ebenso einen Verlußt hatten oder auch nicht können Wir besser offener reden als mit meiner Familie das finde Ich traurig.
    Ich versuche nun mit jenen aus der Familie mit Gesprächen einiges zu Klären was Gott sei Dank auch klappte und bei denen die sich sperren einen Waffenstillstand hin zu bekommen da ich mein Leben wider besser im Griff bekommen will,Zuhause läuft es schon viel besser mit den Abläufen und eine innere Ruhe habe ich mir wider aufgebaut.Danke fürs Zuhören
    Gruß Heide

  • Vielen Dank für den Artikel. Die Trauer hört nicht mit der Beerdigung auf. Es ist wichtig, dass wir uns, aber auch anderen die Zeit zum Trauern geben.

  • Hallo Nadine ,Bin Thomas aus Berlin so wie es dir geht ist es bei mir auch meine Mutter Starb 15.05.2017 es könnte von mir geschrieben sein was du geschrieben hast

  • ich bin 50. lebe mit der gewissheit, dass mehr als die hälfte des lebens hinter mir liegt.
    habe meinen grossvater (als ich ein junges mädchen war) verloren, meine mutter (als ich eine junge frau war) verloren und jetzt werde ich meine grossmutter und vater verlieren.
    …den verlust von menschen kann ich, mit der zeite verarbeiten, es tut weh und ich vermisse die menschen, das bleibt. ich habe mir zum lebensmotte gemacht ‘die zeit zu geniessen, die momente kehren nicht mehr zurück…’

    was mich im moment beängstigt, ist die GEWISSHEIT, ‘dass es so kommen wird’ dass es nur eine frage der ZEIT ist und wir das ‘aktzeptieren ‘ müssen was kommt und ich eines tages ‘alleine’ dastehen werde; ohne vater, mutter… sondern wenn, dann mit meiner familie; mann und kinder, das älter werden, es einen rollenwechsel gibt.

  • “Was passiert eigentlich, wenn wir dem Tod begegnen?”
    Hast Du diese Frage ausgiebig und überzeugend beantwortet ?
    Z.B. durch Reinkarnation- ein wirklicher Trost oder spirituell in kurzen Worten durch Tony Parsons: Wirkliche Freiheit…..
    Deine Texte lese ich sehr gerne, aber……. :-) :-)

  • Ich habe meine Mutter verloren, am 25.05.2017 und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an sie denke und mir Vorwürfe mache. Ich war nicht immer eine gute Tochter und wir hatten soviel Streit.
    Jetzt ist sie einfach weg und ich quäle mich mit Vorwürfen.
    Ich fühle mich so alleine —

    Der Artikel ist super, aber ob er mir hilft bzw. geholfen hat, kann ich nicht sagen.
    Ich weiß eh nicht, wie ich mit der Sache umgehen soll.
    Vielleicht kann mir ja jemand sagen, wie ich mir diesem Schmerz umgehen kann?
    An einigen Tagen wäre ich auch am Liebsten Tod..aber ich habe ja selbst einen kleinen Sohn. Es bricht mir alles so das Herz.

    • Hase318 schreibt am 28. Juli 2017

      Meine Mutter starb am 18.05. im Hospitz .. vier Stunden nachdem ich nach Hause ging … und Fremde begleiteten sie in den Tod – das werfe ich mir vor! Ich hätte dort übernachten können. Wollte aber nicht, sagte statt dessen: “Nacht Schatz, wir sehen uns morgen,”

      Am Morgen brannte die Kerze an ihrer Tür, die “verstorben” bedeutete – ich hielt ihre kalte Hand und begreife es bis heute nicht. Noch immer scheint alles, als wäre sie nur mal eben weg und kommt gleich wieder …

      Es gibt keine “gute” oder “schlechte” Tochter; Mütter lieben und vergeben. Egal wie oft ihr Streit hattet, ich bin sicher, sie liebt und vergibt dir alles. Aber sie ist gegangen … und lässt dich zurück.

      Ich kenne das Gefühl, dann auch aufgeben zu wollen, gehen zu dürfen/wollen …

    • Roswitha schreibt am 22. August 2017

      Erstmal mein aufrichtiges Beileid.

      Vor 15 Jahren ist eine gute Freundin freiwillig aus dem Leben geschieden. Sie hinterließ zwei kleine Kinder. Ich war traurig über den Verlust und wütend zugleich, dass sie einfach ging und alles zurück gelassen hat.
      Ich wusste absolut nicht, wie ich damit umgehen soll, um das Gedankenchaos in meinem Kopf zu ordnen.
      Dann hab ich angefangen zu schreiben. Tag für Tag hab ich meine Gedanken so niedergeschrieben, als würde ich ihr Briefe schreiben. Meine ganze Trauer und Wut und Hilflosigkeit, hatte somit einen guten Platz gefunden.
      Wichtig ist, dass man viel Geduld mit sich selber hat. Es geht nicht von heute auf morgen, aber es hilft ungemein, sich diese Gedanken von der Seele zu schreiben oder auch zu reden, sofern man einen geduldigen Zuhörer hat.

      Weiterhin viel Kraft und Energie.

    • Thomas schreibt am 5. September 2017

      Hallo Nadine ,Bin Thomas aus Berlin so wie es dir geht ist es bei mir auch meine Mutter Starb 15.05.2017 es könnte von mir geschrieben sein was du geschrieben hast

    • Heike Hone schreibt am 12. Oktober 2017

      Liebe Nadine,
      quäle Dich nicht mit Vorwürfen. Streit gehört zum Leben, und gerade auch Streit zwischen Mutter und Tochter. “Das erste Trauerjahr” von Eva Terhorst, dieses Buch hat mir sehr geholfen, als mein Vater verstarb. Ich arbeite in einem Hospiz und kann Dir empfehlen, einen geschulten TrauerbegleiterIN zu finden. Diese Menschen sind sehr einfühlsam, können gut zuhören, und geben guten Rat. Eine Freundin von mir war auch schon beim Geistheiler, diese Personen findet man allerdings am besten durch Empfehlungen…
      Ich wünsche Dir, dass Du an Deiner Trauer nicht zerbrichst., und Deine liebe Mutti würde nicht wollen, dass Du dich in der Trauer verzehrst. Alles Liebe und weiterhin viel Kraft. Liebe Grüße Heike

      Eva Terhorst (Autor)

  • Zugegeben, ich habe den Artikel nur halb gelesen, denn ich war eigentlich auf der Suche nach etwas anderem – landete dann aber hier. Zu verstehen, weshalb wir reagieren, wie wir reagieren hat mir zwar in Teilen geholfen, aber je mehr ich laß, desto wütender wurde ich, weil es hier nur um Wissenschaft geht.
    Mein Fall ist folgender: Meine Mutter bekam Anfang des Jahres die tödliche Krebsdiagnose. Ihr Verhältnis zu ihrer Mutter war “bescheiden”, ihre Ehe unbefriedigend (sie ließ sich nicht scheiden, weil sie wusste, ich würde bei meinem Vater bleiben) und unser Verhältnis gestört. Sie machte mich für ihr gesamtes Unglück verantwortlich … in jungen Jahren!
    Später kippte das. Sie war zwar immernoch unglücklich, sah aber zu, wie ich allein Job, Kind und Hausbau bewältigte. Sie sagte bei Familienfeiern laut, dass sie es im nächsten Leben machen würde, wie ihre Tochter (bloß nicht heiraten) … sie nahm aber nicht wahr, wieviel sie mir abnahm. Sie unterstützte mich nach Kräften und überschüttete mich mit Geschenken und hatte trotzdem immer ein schlechtes Gewissen, nicht genug “Wiedergutmachung” geleistet zu haben.
    Nach der Diagnose war ich jeden Tag bei ihr. Wir unternahmen etwas, ich erfüllte ihr Wünsche und sie freute sich so überschwänglich … und immer wieder sagte sie gebetsmühlenartig, dass sie mich lieb habe und ihr alles so leid tue; sie ihre Mutter nicht sehen wolle – sie hat so herzzerreißend geweint.

    Mir gegenüber war sie bis zuletzt selbstlos; bat mich aber, mich um Paps und ihren Vater zu kümmern … quasi ihre Pflichten zu übernehmen.
    Bis zu letzt war ich jeden Tag an ihrem Krankenbett und sie war so glücklich darüber, es schein ihr beinah eine Erlösung zu sein, wenn ich ihr sagte “Ich hab dich lieb,”

    Sie starb vor vier Wochen. Ihre Beerdigung war vor zwei Wochen.

    Ich weiß das, denn ich war bei ihr, 8 Std danach und hielt ihre steife Hand. Was ich nicht verstehe ist, weshalb begreife ich den Verlust noch immer nicht? Ich weiß genau, was passiert ist, träume jede Nacht abstruse Dinge und immer steht sie im Mittelpunkt. Ich bin wie abgeschnitten, funktioniere. Sie wollte, dass ich mich um ihren Vater und ihren Mann kümmere. Letzterer ist derzeit mega aggressiv mir gegenüber, bis ich sagte “ok, wenn du mich nicht hier haben willst – auch gut. Hab dich lieb, ciao” (jetzt ist er sitzsam ob der Tatsache, dass ich ihn nicht brauche und auch am Erbe nicht nage). Opa (89) – ihr Vater – ist dankbar, dass sich nichts ändert. Meine Tochter erzählt nun mir ihre Probleme …
    Hallo! Wieso vermisst sie niemand? Weshalb bin ich hier Ersatz für jemand, den niemand ersetzen kann?!?!?!?
    Ich bin rasend vor Wut und kann es niemandem sagen!
    Meine beste Freundin, die Mutters Ex-Best-Buddy – so vor 20 Jahren – war, aber die letzten 20 Jahre nur mit mir zu tun hatte, dreht plötzlich völlig ab, weil sie ja für sie und nicht für mich da sein müsse – hä? … Mutter wollte aber – nicht nur – zu Ostern nicht mal mit ihr am Telefon sprechen! Gut – für die Freundin von damals bin ich der Arsch … Totales Chaos, während ich versuche, für meine Mutter da zu sein – und nur für sie, denn sie ist die, die stirbt.
    Alle anderen belagern mich, beschimpfen mich, machen mir Vorwürfe, weil ich Mutters Wünsche respektiert habe …. was ich mir anhören durfte war teilweise echt krass!
    Und jetzt ist sie weg. Ich begreife es einfach nicht …. Wissenschaft schön und gut, aber wo bleibt das Gefühl?!?!?
    Weshalb bin ich so abgeschnitten? Weshalb sehe ich meine Mutter seit Wochen täglich in meinen Träumen? Weshalb bin ich wütent auf Angehörige ohne Tränen? Und weshalb berühren mich Beileidsbekundungen von Fremden mehr, als die der Familie? Wie darf ich trauern? Sie hat mir doch Aufgaben erteilt und ich will sie nicht enttäuschen! wieso darf ich sie nicht wiedersehen? Und die wichtigste Frage: wie soll ich weitermachen?

    • Nicole Alps
      Nicole Alps schreibt am 16. Juni 2017

      Lieber Hase318,

      ich höre sehr viel Schmerz und Verzweiflung aus deinen Worten.

      Ja, es geht in dem Artikel um die wissenschaftlichen Ergebnisse zur Trauer. Denn vielen Menschen hilft es, sich selbst besser zu verstehen, wenn sie wissen, was in ihrem Inneren abläuft.

      Es geht aber ja auch um Gefühle und den Umgang mit dem großem Schmerz und der Verzweiflung.

      Eben weiter unten im Artikel. Vielleicht hast du nicht soweit gelesen …

      Es ist wichtig, sich selbst gegenüber verständnisvoll zu sein. Mit sich selbst freundlich umzugehen.

      Sich z. B. immer mal zwischendurch zu fragen:

      Was fühle ich gerade jetzt?
      Was denke ich gerade jetzt?
      Was möchte ich gerade jetzt tun?

      Und die Antworten auf diese Fragen stehen zu lassen. Ihnen kein „Ja, aber“ hinterherzuschicken. Sondern die Gefühle und Gedanken zuzulassen. Zumindest für eine kleine Weile.

      Vielleicht liest du nochmal weiter. Und womöglich hilft es dir ein wenig.

      Und scheu dich nicht, dir Hilfe zu suchen. Denn das ist eine wirklich schwere Situation, in der du bist. Wende dich vielleicht an Trauerbegleiter oder eine Trauergruppe in deiner Nähe. Du bist dann nicht allein mit deinen Gefühlen und findest dort Begleitung und vor allem Verständnis.

  • Ich habe gestern Abend meine Mutter verloren. Es war schrecklich. Am Anfang verlief noch alles normal im Krankenhaus, kleine Hochs und Tiefs. Von Tod war nie die Rede! Dann freuten wir uns, weil es hieß, sie sei schon auf dem Weg der Besserung und könne bald entlassen werden, doch dann ein Rückfall und gestern rief der Arzt plötzlich an, sie liege im Sterben, wir sollen schnell kommen. Ich bin nervlich am Ende, denn ich habe schon vor Jahren meinen Vater verloren und meine Mutter war meine stärkste Bezugsperson. Jetzt habe ich noch meine Schwester und sonst keine Verwandten mehr. Ich bin in der Nacht mit dem Auto wahllos durch die Stadt gefahren, weil ich nicht schlafen konnte. Ich habe ein paar gute Freunde, mit denen ich darüber reden kann. Aber der Schmerz sitzt unendlich tief. Wie lange ich brauchen werde um das verarbeiten zu können, weiß nur Gott. Ich mache mir Vorwürfe und bin am Boden zerstört. War ich ein guter Sohn? Was hätte ich besser machen können? War immer ein wenig das Sorgenkind meiner Mutter. Ich weiß, das Leben muss weitergehen, aber bei mir steht in nächster Zeit selbst ein OP an, es ist alles sehr belastend für mich und so furchtbar traurig.

    • Martin schreibt am 17. Mai 2017

      Ich habe meinen vater verloren und meinen job den ich erst zwei monaten vorher angetreten habe auch. Ich hasste die kollegen und meinen chef ebenfalls. In der woche der beerdigung durfte ich noch berichte als home office schreiben der tod war plötzlich und schrecklich … ich war eh sehr gestresst durch den neuen job den ich hasste und dann das … gekündigt da mein chef meinte ich muss am tag der beerdigung nach holland fliegen … ich war fix und fertig und bin jetzt das 3. Monat arbeitslos und möchte keinen job aber das amt stresst mich oje oje was soll ich tun ??? Ich vermiss meinen vater

    • Julika schreibt am 21. Mai 2017

      Das mit deinen Eltern tut mir echt Leid für dich und deine Schwester. Ich hoffe, deine OP ist soweit gut verlaufen. Ich weiß leider aus eigener Erfahrung, dass vorallem bei ‘größeren’ Ereignissen die Mutter noch mehr an der Seite fehlt. Ich hoffe, du kannst es irgendwann akzeptieren. Ich glaube, man kommt nie darüber hinweg, aber irgendwann kommen die Schmerzen nur noch phasenweise.. Bleibe stark, lenke dich ab, trauer, sprich darüber, rede mit ihr.

    • Anne schreibt am 1. Juni 2017

      Meine Mama ist vor 10 Tagen gestorben. Sie hatte Ende Jänner eine Krebs Diagnose und hat im März mit der Chemo Therapie begonnen… von da an ging es ihr dann immer schlechter. Schlussendlich ist sie aber an einer Lungenentzündung gestorben. Seither quäle ich mich mit schlechtem Gewissen. … Ich habe die Zeichen nicht gesehen, dass es ihr schon so schlecht ging. Ich glaube, sie wußte, dass sie nicht mehr lange zu Leben hat, aber ich wollte es nicht sehen. Ich war so beschäftigt mit meiner 16 Monate alten Tochter, ich bin vor einem Monat erst umgezogen, da meine Beziehung zu dem Vater der Tochter sehr schwierig ist, da er an starken Depressionen leidet und Borderliner ist. Drei Wochen bevor sie gestorben ist habe ich und meine Tochter dann auch noch die Grippe bekommen, wir waren 2 Wochen krank und so wollte ich sie natürlich auch nicht besuchen kommen, da ich Angst hatte sie anzustecken. Am Muttertag habe ich ihr noch ein SMS geschrieben (mein Papa meinte , sie strengt das sprechen gerade so an)… und dieses SMS war mein letzter Kontakt mit ihr, zwei Tage später wurde sie ins künstliche Koma gesetzt und intubiert. Dann hatten wir, meine Schwester, mein Papa und ich noch 4 Tage um uns zu verabschieden. Selbst an den ersten zwei Tagen dachte ich noch, sie packt das… aber das hat sie nicht. Ich bin so traurig, ich mach mir solche Vorwürfe, ich glaube, sie war mit der Gewissheit zu sterben so alleine. Wir alle wollten es nicht sehen. Ich hatte immer eine etwas schwierigere Beziehung zu meiner Mama, aber ich habe sie geliebt und ich wünschte ich hätte ihr das öfter zeigen können. Ich hoffe, sie hat im künstlichen Koma noch unsere Liebe gespürt, dass sie eben nicht mehr alleine ist, und das wir mit ihr sind. Als sie gestorben ist, waren wir alle 3 bei ihr, ich habe ihre Hand gehalten. Ich vermisse sie. Und ich hätte so gerne gehabt, dass sie meine Tochter aufwachend sieht, ich weiß, dass hätte uns auch wieder näher gebracht, dass ich nun auch Mama geworden bin. Ich bin so traurig.

    • Ines schreibt am 2. Juni 2017

      Kann man dir eine email schicken? Mir gehts genau wie dir!

    • Ines schreibt am 2. Juni 2017

      An mark- der erste Kommentar -liest du noch mit? Möchte mit dir emailen weil es mir genauso geht wie dir. Schreib bitte falls du das liest. LG ines

    • Batsi schreibt am 5. Juni 2017

      Hallo,

      Ich habe meine Mama auch unerwartet am 29.3.17 verloren. Wir haben noch mittags telefoniert und waren nachmittags zum Sport verabredet aber sie kam nicht ich bin dann in ihre Wohnung. Sie war einfach eingeschlafen. Seit dem Stelle ich mir auch ständig die selben Fragen wie du. Ich verstehe dich so gut

    • Melanie schreibt am 7. Juli 2017

      Ich habe heute meine Mutter verloren und ich habe habe auch das Gefühl ein wenig ein Sorgenkind gewesen zu sein. Aber ich hatte doch insgesamt eine gute Beziehung zu meiner Mutter, ausser in letzter Zeit, was jetzt etwas an mir nagt.

      Ich möchte versuchen ohne allzu grosse Trauer weiterzuleben… weil sonst ist doch alles irgendwie sinnlos, hoffnungslos… ich frage mich ob das geht.

    • elke h. schreibt am 31. August 2017

      @mark – vielleicht liest du diese zeilen ja noch einmal , obwohl schon einige zeit vergangen ist…
      danke für deine offenheit, danke, dass du uns an deinen gefühlen, ängsten teilhaben lässt – du kannst sicher sein, du warst der sohn, den sie brauchte, du hättest nichts “besser” machen können … ich hoffe deine op ist gut verlaufen

      trauerbraucht ihre zeit – sie geht durch viele gegensätzliche phasen – sie lässt sich nicht einfach abschalten – eigentlich gott sei dank – denn sie würde nur im innern weiter nagen und irgendwann explodieren
      alles gute elke

  • Ich habe gestern Abend meinen über alles geliebten Opa verloren.
    Er war letzte Woche am Donnerstag ins Krankenhaus eingeliefert worden, es stellte sich heraus das er eine Lungenentzündung hatte. Zwei Tage später war auch sein Herz in Mitleidenschaft gezogen. Es war 84 Jahre alt und für sein Alter noch sehr fit.
    Mein Vater leidet sehr, es ist unerträglich und am Schlimmsten ist das ich ihm nicht helfen kann. Ich vermisse meinen Opa auch wahnsinnig fest und kann es nicht begreifen das ich ihn nie wieder sehen werden. Ich verbrachte, bevor ich Arbeiten ging, sehr viel Zeit mit ihm und für jede Minute bin ich ihm dankbar. Es ist alles so schnell gegangen, letzte Woche war er noch so fit, am Donnerstag brach er in der Küche zusammen und kam ins Krankenhaus und gestern haben wir ihn schon verloren.

    Ich vermisse dich Opa!! Wir werden immer an dich denken und dich in unseren Herzen behalten! :( Und irgendwann kommen wir nach <3

    • Frank schreibt am 21. Februar 2017

      Ich denke der Tod ist etwas, der viele Menschen etwas unbehaglich werden lässt. Aber letztenendes geht es nicht ohne. Wer leben will, der muss auch sterben.

      Im Leben bleibt nichts bestehen, daher sollten wir für alle dankbar sein die wir kennen. Niemand weiß wann die nächste Sanduhr abgelaufen ist.

      Und leben tust du nur im hier und jetzt, also hoffe nicht auf ein danach. Klingt hart, aber nur so wirst du die Menschen in deiner Umgebung zu schätzen wissen.

      Halt die Ohren steif :)

    • Anna schreibt am 11. März 2017

      Ich habe am 2. märz meinen sehr alten und kranken Grossvater verloren. Er war, nein, er ist mir und meinem Bruder immer ein Riesen Vorbild und eine große Stütze gewesen. Ich wusste schon lange, dass dieser Moment kommen würde, ich habe mir gesagt, du weißt was kommt. Als dann der Anruf kam war ich traurig und geschockt, habe mich aber in den darauffolgenden Tagen gefragt, ob man zu wenig trauern kann, ich habe die Dinge, die ich erledigen musste in der Uni und beim Nebenjob erledigt, ehe ich einige Tage später mit dem Zug in Richtung Heimat fuhr. Ich hatte bis zur Beerdigung wenig geweint, das Ganze eher rational betrachtet, und mich schon gefragt ob mit mir etwas nicht stimmt. Ich bin, wenn ich auch mit 23 Jahren sehr jung bin, an alles immer zunächst einmal rational herangegangen. Ich habe recherchiert was mit einem Menschen passiert, wenn er tot ist,wann er sich wie verändert, reichlich unschöne Dinge mit denen ich mich beschäftigt habe. Ich hatte etwas Bammel ihn noch einmal aufgebahrt zu sehen, aber am Ende war es ein sehr friedlicher Anblick der mir sehr geholfen hat, auch die Beerdigung an sich war traurig, aber ich empfand es als eine schöne Art des Abschieds, sofern man so etwas als schön bezeichnen kann.
      Nach der Beerdigung ging es los.
      Am vergangenen Mittwoch war die Beerdigung, seitdem geht es mir täglich schlechter, es sickert langsam durch.
      Seine Stimme und der Geruch den ich ständig in der Nase habe, wird irgendwann vergehen. Ich schlafe mittlerweile schlecht, esse nicht mehr (was für mich wirklich sehr untypisch ist) und merke langsam was es bedeutet, Schmerz und Trauer zu empfinden. Ich werde 24 Jahre alt, wir haben in den Jahren viel Zeit miteinander verbracht, ich bin dankbar dafür, aber ab jetzt fehlt einer der größten Teile meines bisherigen Lebens.

      Der Artikel hat mir geholfen zu verstehen, wieso man so seltsam reagiert, es ist bei jedem vrschieden. Es hilft zu verstehen und nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht zu gehen.
      Außerdem schön, dass auch andere Trauernde den Mut hatten eine Nachricht dazulassen.
      Vielen Dank.

  • Hallo Liebe Leute, auch ich musste mit Tränen in den Augen diesen Beitrag und die folgenden Kommentare lesen. Bald ist ist wieder der Geburtstag meines Vaters, das ist nun das 4 Jahr in dem er nicht mehr da ist und ich fühle mich immer noch so hilflos und einsam, ich habe zwar Rückhalt in meiner Partnerschaft und meiner Familie jedoch schaffe ich es trotzdem nicht damit umzugehen, als mein Vater starb war ich 13 Jahre alt, ich hielt bis zum letzten Atemzug seine Hand, 5 Monate später starb mein Opa, ich hatte zu beiden ein total enges Verhältnis, ich war von beginn an als jüngste ihre Prinzessin.. Ich weiss manchmal einfach nicht wohin mit mir und drehe mich quasi nur noch im Kreis..

  • Die Schmerzen sind unerträglich!
    Die Menschen die diese Schicksalschlaege nicht selber erlebt habe verstehen einen nicht.
    Mein Sohn ist letztes Jahr an 18.01.2016 in seinem Thailand Urlaub alleine, mit einem Roller tödlich verunglückt.Mein Daniel ist dort eingaeschert worden….heim kam nur seine Asche und sein Koffer.Finanziell war es mir nicht möglich Leichnahmüberführung.Ich bin alleinerziehend mit noch einem Sohn 15 Jahre.
    Jeden Tag zerbrichst du innerlich an diesen Schmerzen .Jeder Tag ist ein Kampf.
    Nach aussen muss man eine Maske tragen.Innerlich ist alles zerstört.Iergendwie muss man weiterleben.Ja ich habe noch ein Kind was mich braucht.
    Oft breche ich innerlich zusammen wenn ich von der arbeit heim komme.Die Gesellschaft verlangt soviel.Es ist unerträglich.Der Druck ist groß.
    Die Menschen regen sich über überfüssige Dinge auf.So oberflächlich alles.
    Man ist sehr einsam und alleine mit diesen unbeschreiblichen Schmerzen.

    • daniela heinrich schreibt am 24. März 2017

      Hallo. ich bin aus dem Urlaub von Thailand gekommen das war März 2015.meine Tochter jasmin starb am tag meiner Ankunft. Von heute auf morgen.mit 19 Jahren.ich weiss was sie durchmachen und fühlen.

  • Ich habe vor 3 Wochen meinen überalles geliebten Vater verloren er hatte einen Herzinfakt und kam dann auf die Intensivstation es hiess nach ein paar Tagen er könne bald auf normale Station. Da hatte ich mich gefreut. Doch so kam es nicht .ich war im krankenhaus mit meiner mutter. Das telefon klingelte ich wusste es kam von der intensivstation. Sie sagten sie versuchen meinen Vater zu reanimieren …ich konnte es nicht fassen ich rannte zum 3 stock auf intensiv..keiner sagte was ich durfte nicht rein. Ich betete..dann kamen die aerzte und sagten wir haben ihn verloren eine stunde zuvor hatte ich meinem vater gesagt dass ich ihn liebe und ihn so oft geküsst dass der arzt meinte dass waere nicht gut. Ich kann es noch nicht fassen ich wollte mich umbringen doch meine verwandten haben mich ungewollt daran gehindert.

    • Sandra schreibt am 15. Januar 2017

      Hallo Sandra.
      Ich habe mein mann am 12.12.2016 verloren. Er war auch sehr krank gewesen.
      Er hatte copd gehabt und dann haben seine nieren auch versagt. Ich habe ihn auch mit liebe gepflegt. Er war immer dankbar zu mir gewesen. Und dann kam der 12.12.2016 er ist um 7 uhr morgens ganz friedlich eingeschlafen. Ja es tut weh ein geliebten menschen zu verlieren.

    • Annett schreibt am 3. Februar 2017

      Hallo zusammen,
      ich habe auch etwas zu berichten. Am 13.12.2016 ist meine liebe Mutti verstorben. Ich bin immer noch so traurig und finde kaum Worte. Bei ihr wurde Anfang November Krebs festgestellt. Die Diagnose kam am 03.12.2016: Müllersche Mischtumor. 10 Tage später ist sie schon verstorben. Es vergeht kein Tag an dem ich an sie denke. Ich bin noch jung (35 Jahre) und habe 3 kleine Kinder. Das jüngste ist im August 2016 geboren. Sie wird sie nie aufwachsen sehen. Es schmerzt so sehr. Jetzt habe ich auch Angst an Krebs zu erkranken.
      Mein Vater steht jetzt allein da. Es ist so furchtbar und unvorstellbar.
      Wer kann uns helfen? Wer hat auch so etwas durchgemacht?
      Liebe Grüße
      Annett

    • Veronika schreibt am 16. Februar 2017

      Hallo guten Tag,
      ich weis genau was Du jetzt durchmachst. Am 07.02.17 habe ich meinen geliebten Vater ebenfalls verloren. Er starb an Herzversagen im Krankenhaus. er war sehr krank hatte COPD Stufe D. Das Herz hat keine Kraft mehr gehabt, obwohl die Ärzte von der Intensivstation sagten, er kann bald nach Hause. Gestern haben wir ihn beerdigt. Das ist ein Schmerz den man nicht beschreiben kann. Am Montag habe ich mit meinem Vater noch gesprochen und ihn besucht. (Ich war in den 6 Wochen jeden Tag, aber auch jeden Tag bei ihm im Klinikum) Und Dienstag früh ruft das Krankenhaus an und sagt mir es ginge ihm sehr sehr schlecht. Sie werden jetzt reanimieren. Ich kam zu spät zu meinem geliebten Vater. Ich sitze hier wie erstarrt, kann kaum was essen, kann es nicht fassen. Ich weis genau was Du durchmachst. Trotz allem so sehr der Schmerz auch tief sitzt, geht es weiter auch bei Dir. Ich trage meinen Vater für alle zeit in meinem Herzen. ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Liebe Grüße aus Erfurt von Veronika

  • Sehr schöner Beitrag und so schreibe ich auch ein paar Worte dazu…

    ich habe Weihnachten 2013 meinen Vater, meinen Bruder und eine Woche später meine Frau verloren….Die Weihnachtszeit und der Jahresausklang wird nie wieder sein wie er einmal war….

    Das Fest der Liebe hat sich in eine seltsame Mischung aus Trauer, Dankbarkeit und einen schier unüberwindbaren Riss, in der sich jedes Jahr wiederholenden Zeitschleife, entwickelt.

    Vielen Dank für diesen Artikel….schön wenn man mit anderen Menschen hier einfach per Kommentar sich ein wenig Trauer von der Seele schreiben darf und erkennt, dass auch andere Menschen im Leben weiter gegangen sind…

    LG

    • Celia A. schreibt am 5. Dezember 2016

      Ich wünsche Allen Trauernden viel Kraft und jemanden an Eurer Seite, der einfach nur da ist und zuhört . Leider habe ich die Erfahrung machen müssen, dass in einer Trauerphase das Unverständnis von sogenannten Freunden und Verwandtschaft zum eigenen Befinden sehr groß ist. Man will in der ersten Zeit nicht allein sein, wird aber im wahrsten Sinn des Wortes im Stich gelassen, was doppelt weh tut, nicht zuletzt , weil man hyper empfindlich ist. Die Bekannten wollen nicht ständig belästigt werden. Also geht man alleine raus ,weil man es zuhause nicht aushält und unterhält sich mit der Verkäuferin im Shop oder im Café mit der Bedienung. Wenn man Glück hat, lernt man Menschen kennen, die Aehnliches erlebt haben und verstehen, was in Einem vorgeht. Da man diese Menschen aber noch nicht so gut kennt, hält man sich selber zurück mit seinen Gefühlen.Doris Wolf, eine Psychologin, hat ein Buch zum Thema Trauer geschrieben, das ich jedem nur ans Herz legen kann. Es hat mir beim Verarbeiten super geholfen. Die Trauer ist ein langjähriger Prozess, den man durchleben muss, auch wenn’s noch so weh tut.Man kann nicht davor weglaufen. Ich habe am 18.12. vor drei Jahren meine Mama beerdigt, mit der ich zusammengewohnt habe. Ich bin Vollzeit berufstätig und durch die zusätzliche Pflege meiner Mama an meine eigenen Grenzen gegangen.Aber ich bin so froh, es getan zuhaben, auch wenn meine Gesundheit dadurch gelitten hat. Nach ihrem Tod könnte ich lange Zeit nicht allein sein, aber das Unverständnis hierüber war , wie schon gesagt, sehr groß. Niemand hatte Zeit oder ein offenes Ohr. Die Trauer ist mittlerweile leichter geworden, aber Weihnachten wird nie mehr unbeschwert sein. Es tauchen viele Kindheitserinnerungen auf, die echt wehmütig machen.Ein Trost ist dabei allerdings, dass diejenigen die Gleiches erlebt haben, genauso empfinden, d.h.dass die eigenen Gefühle ein Stück weit normal sind.

    • Iris schreibt am 16. Mai 2017

      Lieber Christian,
      deine Worte haben mich tief berührt, Zeitschleife ist das Wort, das ich verstehe und auch Hasse, wie kann es sein, immer und immer wieder, diesen Schmerz fühlen zu müssen, oder auch dürfen. Ich mag mir gar nicht vorstellen wie es ist, mehrere geliebte Menschen so schnell zu verlieren.
      Ich kämpfe Jahr um Jahr, in diesem Monat und fühle mich nur hilflos, Jahr 8…Wahnsinn…und doch so schmerzhaft.
      Auch wird es besser werden, die Tage, auch dies weiß ich….
      Der Mut ist, den Schmerz zu ertragen um wieder fröhlich zu sein!

  • Hallo zusammen !
    Auch ich habe den Beitrag unter vielen Tränen gelesen und mich in fast jedem Satz wiedergefunden und es sehr beruhigend gefunden, dass mein Körper einfach “normal” auf Trauer reagiert und ich nicht anderweitig krank bin.

    Zum Hintergrund: mein Vater ist “schon” vor 10 Jahren gestorben, ich war ein typisches Papakind (einzige Lieblingstochter :-) ) und wir hatten eine sehr enge Beziehung (ähnlich “getickt”, gemeinsame Hobbies, etc.)
    Die letzten 10 Jahre bin ich, jetzt betrachtet, weggelaufen, wie ein Hamster in seinem Rad, was sich irgendwie immer drehen musste. Stillstand wäre mein Tod gewesen.
    Ehrlich gesagt, habe ich öfters dran gedacht, was mich denn jetzt hier eigentlich noch hält, wenn doch mein wichtigster Mensch im Leben (und das war er…, obwohl ich auch gute Partnerschaften hatte) jetzt da oben in den Wolken sitzt und ich hier unten auf der Erde.
    Mein liebster Ort, da bin ich heute noch gerne, sind die Berge, da bin ich ihm immer noch am nähesten.

    Die beschriebenen Trauersymptome, Gedankenkreise, Ruhelosigkeit, Vergessen von eigentlich banalen Dingen, haben bei mir gerade einen großen “aha” effekt ausgelöst und beruhigen mich wirklich sehr, dass man sie auch annehmen darf und soll. Sie beschäftigen mich aktuell schon seit Monaten und ich merke, da sich nun nach 10 Jahren Hausbau, Studium, berufliche Festigung, etc. gerade Ruhe in meinem Leben einstellt und sich diese Symptome gerade extrem nach vorne drängeln.
    In der heutigen hektischen Welt gibt es leider sehr wenig Möglichkeiten und verständnisvolle Menschen, wo man sich mal “fallen” lassen kann oder die Verständnis dafür haben.

    Daher DANKE für diesen sehr einfachen, aber erhellenden Beitrag ! :-)
    Es ist einfach erleichternd !

    Uns Trauernden allen wünsche ich, dass wir uns, wie im Beitrag vorgeschlagen, liebhaben dürfen, so wie wir sind, so wie wir auch trauern.

    Mia

  • Mutti musste gehen .. ich trage schwarz. Ungeachtet des nur noch selten so Gehandhabten. Ein Bestehen auf ein Recht zur Trauertradition, auf ein Recht zur offen ‘zur Schau gestellten’ Trauer. Ungeachtet des vielleicht als Gothik verkannt Werdens. Der Schmerz ist größer als die Angst vor Missverstehen, er ist größer als die Furcht, als “Spinner”, “Versager” oder ähnliches angesehen zu werden. Der Schmerz ist mein Freund. Mein treuer Begleiter der letzten Jahre, in denen ich Abschied nehmen musste von der Frau, die sie vor dem Sturz war. Ein Sturz auch aus Altersgründen, eine schwierige Nicht-Ganz-Genesung ebenfalls aus Altersgründen. Und es folgten weitere Stürze und weitere Nicht-Ganz-Genesungen. Bis keine Genesung mehr möglich war.

    Allen, die einen Nächsten betreuen, möchte ich ans Herz legen, sich lange vor eindeutigen Anzeichen des endgültigen Gehens über die Phasen des Todeskampfes zu informieren .. Hospiz-Schwestern berichten im Netz eindrucksvoll darüber. Und sie berichten darüber, wie man Todgeweihten helfen kann. Ich hatte mich nicht genügend informiert .. war zu gestresst – zu sehr mit der Pflege selbst beschäftigt. Hätte ich nur gewusst, wie wichtig das wird!

    Ich wünsche allen hier viel Kraft. Und möchte uns alle ermutigen, unser Recht auf Trauer(-Traditionen) ohne Scheu zu leben.
    Anita

    • kurt schreibt am 5. August 2016

      Gestern ist meine Mutter verstorben. Was mir etwas hilft ist, dass ich mich in den letzten 2 Monaten intensiv um sie gekümmert habe – von Morgen, bis in die Nacht. Und glaube, mit meinem Tun, so ihr meine ganze Liebe zeigen hab können. Männer tun sich da nicht so leicht. Wir sind uns so nahe gekommen, wie es vielleicht einmal war als ich noch ein Bub war, sehnen nach der Mutterliebe. Ein Trost und Glücksgefühl zugleich – Danke dass es so noch einmal sein konnte.

    • CJP schreibt am 13. Februar 2017

      Danke Anita! Sehr gut zu wissen, dass man nicht alleine ist und dass es noch andere Menschen gibt, die diese Tradition aufrecht erhalten. Meine Mutter ist vor drei Wochen gestorben, ich trage auch schwarz – nur schwarz … jedes Kleidungsstück. Es ist gut so, es hilft mir und ich werde es weiter tragen, bis mir nach was anderem ist. Mein persönliches Ritual … basierend auf alten Traditionen.

  • ich weiß nicht weiter, und habe nach trauerbewältigung gegooglet. bin demnach auf diese seite gestoßen, ich habe mir alles durchgelesen, und muss sagen ich war für einen moment echt abgelenkt. denn mein vater ist vor ein paar tagen verstorben, und es ist erschreckend wenn man selber nicht weiß wie man damit umgehen soll oder wo man mit sich selber hin soll. man ertrinkt quasie in all der traurigkeit, und schwierig ist es auch wenn man mit niemandem darüber reden kann, sich als stark beweisen muss um nicht ständig weinen zu müssen. und nun weiß ich auch das all das normal ist was mit mir passiert. was trotzdem bleibt, sind hunderte von fragen die ich noch an meinem papa habe, und die wird mir nie einer beantworten können…

    dieser beitrag beschreibt so ziemlich alles und jeden, der einen geliebten menschen verloren hat! ruhe in frieden, an all die, die fort sind…

  • Hallo, erst jetzt habe ich mir dir Zeit genommen diesen wunderbaren Artikel und all die Kommentare zu lesen. Mein Mann, mit dem ich 30 Jahre zusammen war, ist vor 17 Monaten plötzlich gestorben. Das Leben geht weiter, ja die Sonne geht auf und sie geht wieder unter. Es gibt Momente, die sind sogar ganz lustig und meine frühere Unbeschwertheit flackert ein wenig wieder auf, aber die Trauer und die Angst melden sich immer schnell zurück. Mir tut es gut eure Kommentare zu lesen und zu merken, ja ich bin ganz “normal”, denn Menschen ohne diese Erfahrung denken, es müsste anders sein … es ist schon so lange her usw.
    Ich bin neidisch auf die Paare, die glücklich ihre Zeit haben, ich entdecke Seiten an mir, die ich noch nicht kannte.
    Ein Satz der mir durch die erste Zeit geholfen hat ist: Ich nehme mein neues Leben an, auch wenn ich es so nicht wollte. – Roland Kachler – Loslassen = Annehmen – es fällt so schwer.
    Und auch ich denke, dass wir wegen uns leiden, wegen dem, was uns passiert ist, unseren lieben Verstorbenen geht es gut, davon bin ich überzeugt, ja sie sind in unserer Nähe und sie antworten, wenn wir sie rufen – aber ich säße lieber auf seinem Schoß …. ich hielte ihn lieber im Arm und lebte unseren Lebensplan weiter. Es wäre alles so schön, wäre er hier.
    Liebe Veronika, ich habe in unserer Stadt eine Selbsthilfegruppe gegründet für “jung verwitwete”. Es gab sofort viele Interessierte, viele die sich so etwas gewünscht hatten und sich sehr über diese Gruppe gefreut haben, wir treffen uns einmal im Monat und sprechen, unternehmen etwas gemeinsam, es haben sich engere Freundschaften gebildet. In unserer Stadt gibt es eine Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen, vllt. ist es ein Weg für dich Menschen kennenzulernen an deinem neuen Wohnort.
    Ich wünsche uns, dass wir es schaffen auf uns zu achten, dass wir es schaffen die schönen Momente zu genießen, damit wir in diesen Kraft sammeln für die Trauer. Ich wünsche uns Freunde und Familie, die uns aushalten können. Licht und Wärme für alle …

    • Steffi Jansen schreibt am 22. Mai 2017

      Liebe Brigitta, hab gerade den Artikel entdeckt. Er spricht mir aus dem Herzen. Mein Mann ist vor einem Jahr plötzlich verstorben, ich kann es immer noch nicht fassen und annehmen. wir kannten uns 31 Jahre und waren über 25 Jahre verheiratet. Auch ich fühle so wie du…es ist bei dir schon länger her, wie geht es dir jetzt.
      Können wir uns per E-Mail austauschen, das wäre sehr schön.
      Danke und viele Grüße
      Steffi/22.5.2017

    • Jasmin schreibt am 17. Juli 2017

      Liebe Brigitta,
      darf ich erfahren, in welcher Stadt du lebst, wegen der Selbsthilfegruppe?
      Ich habe am 07.12.2016 meinen geliebten Lebensgefährten plötzlich verloren. Wir waren 27 Jahre zusammen, haben alles geteilt und auch oft zusammen gearbeitet. Und plötzlich ist alles vorbei.
      Ehrlich gesagt, komme ich nicht wirklich damit zurecht.
      Kinder haben wir keine, und Familie habe ich auch keine mehr.
      Und ganz ehrlich, wenn meine beiden Katzen nicht gewesen wären, und immer noch sind, ich glaube, ich könnte nicht weiter.
      Lieben Gruß Jasmin

  • Hallo Nele,

    ich kann dich insofern verstehen, als dass ich diese Gefühle der Trauer “noch zu Lebzeiten” auch durchlitten habe. Mein “Lebensmann” war 42 und von Diagnosestellung an war klar, er wird den Krebs nicht überleben, max. Überlebenszeit 5 Jahre… 4,5 Jahre hat er sein Bestes gegeben… Oft habe ich ihn von der Seite angesehen und gedacht “Wie lange werde ich dich noch bei mir haben und was soll dann werden?” Die Zeit zu genießen war fast unmöglich. Waren wir doch erst 3,5 Jahre zusammen und er/ wir wollte (n) so gern noch ein langes gemeinsames Leben, jetzt da wir uns gefunden hatten… Jetzt bei meiner Mutter (meinen Vater habe ich schon verloren als ich 23 war), ich pflege sie nach einem Schlaganfall und Herzinfarkt schon 7 Jahre… Sie ist dement und wie ich oben schon schrieb ist vor 2,5 Jahren mein zweiter “Lebensmann” gestorben… Ich kann nur noch einen Tag nach dem anderen leben, schaffen und manchmal fehlt mir die Ruhe, ist mir die Verantwortung und der ständige Termindruck zuviel. Dennoch wird sie mir sehr fehlen, wenn sie irgendwann mal sterben muss. Mein Leben hat mir allerdings gezeigt, dass es müßig ist sich die Zukunft und ihre Schrecken auszumalen… wer weiß schon ob mir oder dir morgen einen Herzinfarkt, Unfall oder sonstige unschöne Dinge widerfahren? Ich weiß, dass man seinem Bauchgefühl kaum befehlen kann, aber eins hilft dankbar und froh die Zeit leben zu können. Sieh dir bewußt alte Menschen und ihr Leben an, denen es deutlich schlechter geht als deinen Eltern. Bei mir stellt sich dann automatisch Dankbarkeit ein, dass es noch so ist wie es ist.
    Viele Grüße an alle….

  • Liebe Trauernde,
    ich schreibe – wahrscheinlich wie viele von Euch – mit Tränen. Auch ich habe, wie Yvonne, meinen Freund im Januar mit 52 Jahren durch Suizid verloren. Wir hatten eine 7-jährige intensive Wochenendbeziehung und wolten spät. im Renenalter zusammen ziehen. Er war die Liebe meines Lebens. Es gab in all den harmonischen Jahren kein böses Wort oder einen gravierenden Streit. Er war vorbelastet – doch ich glaubte meine Liebe sein stark genug. Er ging ohne Abschiedsbrief oder erklärenden Worte für seine Mutter, Sohn oder mich. Mein Umfeld (Familie, Freunde, Kollegen) hat mich sehr unterstützt und Beistand gegeben. Die Gefühle sind ständig gewechselt zwischen Unverständnis, Schmerz, Selbstvorwürfen, dass man den gelieben Menschen nicht retten konnte und später Wut über die Tat. Warum hat er alles hingeschmiessen und unsere geplante Zukunft zertört, denn er hat mich wirklich geliebt. Das weiß ich. Schon kurz nach der Beerdigung hab ich alle Angebote der Zerstreuung angenommen – alle Einladungen zum Essen, Konzerte, Geburtstage und sonstige Veranstaltungen. Ich wollte nicht alleine sein, besonders am Wochenende. Habe mich auch wie verrükt in die Arbeit gestürzt. Mittlerweile weiß ich, dass ich alles nur verdrängt aber nicht wirklich verarbeitet habe. Die liebevolle Umwerbung eines Mannes habe ich ausgeschlagen. Ich wäre mir wie eine Verräterin vorgekommen, wenn ich mir erlaubt hätte, so schnell wieder glücklich zu werden. Obwohl ich natürlich wieder lachen kann, wissen Aussenstehende nicht, wie es wirklich aussieht. Viele meinten: “Du bist eine starke Frau” und wollten mir wohl damit Hoffnung geben. Ich habe dies als zusätzlichen Druck empfungen. Dürfen starke Menschen trauern ? Ich muss mich neu orientieren, denn für mich geht das Leben weiter und ich lebe gerne.
    Gruß an alle Marion

  • Liebe alle,

    habe alle Kommentare gelesen und mitgeweint….Geht es jemanden wie mir, der schon trauert BEVOR der liebe Mensch gegangen ist? Ich habe große Angst vor dem Verlust der Eltern, sie gehen auf die 70 zu und ich sehe, wie sie altern, das drückt mich dermaßen herunter, dass ich die Zeit, die wir jetzt haben, gar nicht mehr richtig genießen kann, weil ich immer denke, wieviele Geburtstage, etc. werden wir wohl noch zusammen feiern?….Ich trauere jetzt schon um sie, weine um sie, obwohl sie noch da sind…. Ich denke, wenn es mir jetzt schon so schwer fällt, wie soll es erst dann sein, wenn sie tatsächlich gestorben sind…..Das macht mir Angst vor mir selbst.
    Liebe Grüße Nele

  • Vielen Dank für diesen Beitrag. Er passt auch sehr gut in diese Zeit -noch eine Woche bis Totensonntag.
    Ich habe im Januar meinen Vater verloren. Obwohl es nun doch schon 40 Wochen her ist schmerzt es immer noch sehr. Viele können das nicht verstehen – er war schon 87. Wenn ich Eure Zeilen hier lese fühle ich mich sehr verstanden. Als Tochter “muss” man sich ja um alles kümmern – obwohl ich selbst das Gefühl hatte – man hätte mir ein Stück aus meinem Herzen gerissen – und niemand sieht die Wunde – immer bemüht zu funktionieren – nur keine Schwäche zeigen.
    Mit der Zeit lässt der Schmerz zwar nach – aber es kommen immer wieder Stunden in denen alles sehr nah ist.
    Ich wünsche allen die hier auch betroffen sind viel Kraft – und nehmt euch die Zeit die ihr braucht – egal was die “Leute” reden.
    Alles Liebe

  • Nicole Alps

    Hallo Ihr lieben Alle,

    so viel Trauer, Schmerz und Verlust. Ich weiß nicht, was ich sagen soll … Und so viel Anteilnahme untereinander und Verständnis füreinander. Es berührt mich Eure Kommentare zu lesen.

    Liebe Grüße
    Nicole

    Hier noch ein sehr besonderer Text, wie ich finde:

    Auf der anderen Seite des Weges

    Der Tod ist nichts,
    ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
    Ich bin ich, ihr seid ihr.
    Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
    Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
    Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
    Gebraucht nicht eine andere Redensweise,
    seid nicht feierlich oder traurig.
    Lacht weiterhin, worüber wir gemeinsam gelacht haben.
    Betet, lacht, denkt an mich, betet für mich.
    Damit mein Name im Hause gesprochen wird,
    so, wie es immer war,
    ohne irgendeine besondere Betonung,
    ohne die Spur eines Schattens.
    Das Leben bedeutet das, was es immer war.
    Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
    nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
    Ich bin nicht weit weg, nur auf der anderen Seite des Weges.

    (Charles Pegúy)

    • Karoline schmidt schreibt am 24. Oktober 2016

      Hallo liebe Nicole
      Ich hab heute diese Seite entdeckt und deinen Text gelesen er gibt so Viel Hoffnung ich habe meinen Mann vor 15 Monaten verloren und es schmerzt jeden Tag beim aufwachen tagsüber und beim einschlafen Ich suche verzweifelt nach Texten was nach dem tod kommt ob er auf mich wartet wenn ich sterbe ob er noch da ist ich kann einfach nicht akzeptieren dass er nicht mehr da ist LG Karoline Schmidt

  • Hallo Darpan,
    deine Situation kann ich besonders gut verstehen, danke auch für den Begriff “Lebensfrau”! Man hört, wie auch hier bereits erwähnt oft Sätze wie “Du musst dir wieder einen “neuen” Mann/ Frau suchen!” (als würde man sich ein neues Meerschweinchen besorgen!) Der Maßstab ob jemand “zurecht” kommt scheint zu sein, ob man wieder eine Beziehung hat. Dann atmet die Gesellschaft auf, man ist ja dann kein rohes Ei mehr, man kann wieder “normal” mit der Person reden und die Trauer ist beendet…Gott sei Dank fünktioniert er/ sie wieder! … so scheint der Glaube. Ich weiß es klingt bitter, aber die Unfähigkeit unserer westlichen Gesellschaft mit Gefühlen oder “anderem Verhalten” umzugehen ist bitter und traurig. Das Nachtreten kenne ich zu gut, im Beruf von Kollegen/innen, die befürchteten man könne als Dauertrauernde zu viele “Vorteile” verzeichnen. Ich habe nach einer beendeten Ehezeit, meinen ersten “Lebensmann” an den Krebs verloren, ihn dreieinhalb Jahre in Gesundheit-viereinhalb Jahre in Krankheit begleitet… Er starb vor 8,5 Jahren. Durch die Trauer lernte unglaublicher Weise meinen zweiten “Lebensmann” kennen. Vier sehr intensive Jahre hatten wir, wollten auch alt miteinander werden… Er starb plötzlich und ohne Vorwarnung vor 2,5 Jahren. Noch heute habe ich das ganze Spektrum an Gefühlen und glaube, dass ich es vielleicht nie verlieren werde. Taubheit, Funktionalität, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Zuversicht dass doch alles stimmt, was wir uns in spirituellen Gesprächen dachten… immer noch lebe ich jeden Tag einzeln. Muss mich motivieren, aufraffen die an mich gestellten Lebensaufgaben anzunehmen und zu leben.

    Eine gute Freundin hat mich IMMER duch alle Täler begleitet – ein unglaublich tapferer und lieber Mensch!

    Langsam macht sich durch bestimmte Fügungen in meinem näherem Umfeld allerdings ein Gefühl breit, dass ich all diese Schmerzen erleben muss und sollte, um für andere Menschen denen es sehr schlecht geht, ein wissendes und emphatisches Gefühl zu entwickeln. Ob ich mir das als Erklärung nur zurecht baue, um einigermaßen leben zu können weiß ich nicht, aber es besänftigt die Wut auf den “Lebensplan” und meine Hilf-und Mutlosigkeit…

    Grüße an alle die sehen wollen und sich Gedanken machen!
    Petra

  • Hallo,
    vielleicht passt meine jetzige Lebenssituation nicht ganz zu dem Tema,
    ich hoffe mir kann trotzdem jemand helfen!
    Mein Mann ist unheilbar krank. Ich komme mit der Situation einfach nicht klar und weiß nicht wie ich akzeptieren lernen kann. Ich habe schon unzähliges gelesen und getan, dass ich andere darin ausbilden könnte. Ich habe von Kindheit an Krankheit erleben müssen, nur leider nicht gelernt damit umgehen zu können. Psychotherapien haben damit geendet, dass Therapeuten mir erklärt haben, ich weiß bereits alles und man kann mir leider nicht weiterhelfen. Ich war bei Hypnose, um mein Unerbewustsein zu stärken und zu verändern.
    Kann mir jemand von Euch sagen wie ich mit der Verzwieflung meines Mannes umgehen kann und akzeptieren geht?

    • Michaela S. schreibt am 11. November 2013

      Halo Geli,
      versuch aus jedem Moment etwas positives zu gewinnen und hebe das hervor. Und halte dich an dem fest. Schreib nieder, was “heute” “in der letzten Stunde” etc. schön/aufregend war… mach ein Tagebuch und lies es dir immer wieder durch… lies es euch vor… schreib aber nur positive Dinge rein. Möchtest du dich über etwas beschweren… schreib es auf ein loses Blatt papier. schreib es so oft wie möglich nieder und dann zerreiss es und wirfs weg, oder verbrenn es. Wie du magst. Bedanke dich für jeden Moment, es könnte ev. der letzte sein.

    • Tina schreibt am 12. November 2013

      Liebe Geli,

      wende dich an einen regionalen ambulanten Hospizdienst. Dort bekommst du Unterstützung von den Menschen, die jeden Tag mit unheilbaren Krankheiten zu tun haben und die Verzweiflung von Angehörigen kennen.
      Trauer ist keine Krankheit sondern ein ganz normaler Prozess.

      Ich wünsche dir Kraft und Zuversicht für diesen schweren Weg, der vor dir liegt.

      Tina

  • Ich möchte mit euch einen der bekanntesten Texte des französischen Priesters Michel Quoist teilen:

    Als ob es die Toten gäbe!
    Herr, es gibt keine Toten,
    es gibt nur Lebende,
    auf unserer Erde und im Jenseits.
    Herr, den Tod gibt es,
    aber er ist nur ein Moment,
    ein Augenblick, eine Sekunde, ein Schritt,
    der Schritt vom Vorläufigen ins Endgültige,
    der Schritt vom Zeitlichen ins Ewige.

  • Hallo zusammen,
    jemanden zu verlieren, … nein danke … und dennoch… passierts.
    ich habe vor zwei Wochen jemanden ganz plötzlich verloren, der mir sehr sehr Nahe stand. Trauer ist angesagt. Problem… ich bin schwanger. Mein Umfeld: “du darfst jetzt nicht traurig sein, du musst an dein Kind denken!” …. *kotzt*
    Ich habe mir einige Rituale einfallen lassen… ein Stofftier ist ein geduldiger Zuhörer, dem erzähle ich alles. Habe sogar eins gefunden, das dem Verstorbenen ein paar markante Punkte abgewinnen kann und habe ihn dementsprechend so getauft. Ich zähle alles auf, was mir an der “Beziehung” gefallen hat und bedanke mich dafür. Kuschle es dann so fest, das dem Stofftier schon wahrlich mal die “Luft ausgehen” kann. :) Das tat schon mal gut, aber irgendwie fehlte immer der “Punkt” an der Sache. Ich war/bin nicht zufrieden damit. Es war nicht vollkommen. Übrigens trocknen Stofftiere herrlich einen die Tränen, immer wieder, sie sind einfach nur da und das ist das Beste. Durch einen Artikel über “Schamaninen” einer Zeitschrift habe ich den “Punkt” gefunden. Ich ahnte es nicht, aber ich war wütend. Wütend, dass er pötzlich nicht mehr da war. Er hat mich nicht um Erlaubnis gefragt, ob er “gehen” darf. ….
    Das Zauberwort einer Schamanin war “vergeben”. Da war es. Ich musste also dem Verstorbenen verzeihen/vergeben, dass er in dem Moment unachtsam war, als er den Unfall hatte. >>vergeben<<. Ich bin immer noch dabei es zu verinnerlichen, aber ich spür, dass es die richtige Richtung ist. Nun folgt noch ein Brief, in dem ich alles aufzähle, was mir einfiel. Was ich schön fand. Was mir fehlen würde. etc. …..
    Der Brief wird enden mit dem Satz: Ich bin zwar sehr traurig, dass du nicht mehr an meiner Seite bist, dafür bin ich dankbar, dass ich Zeit mit dir verbringen durfte. Danke. Du bist nicht gestorben, lediglich fortgezogen, einst sehen wir uns wieder bis dahin vergebe/verzeihe ich dir.
    Meine Lehre daraus: mit jedem den Moment genießen und sich dafür bedanken.
    GLG schlaflose schwangere Michaela
    PS: Baby geht es hervorragend und ist pumperl g'sund.

  • Hallo,
    ich habe am 30.10. meine Mutter verloren. Sie war 90 und hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs. Letztendlich hatten wir nach der Diagnose noch 6 teilweise sehr schöne und intensive Wochen zusammen. Ich war dabei als sie gestorben ist. Ich habe geweint und war verzweifelt. Aber seit dem Todestag funktioniere ich wie eine Maschine. Behördengänge, Beisetzung, Wohnung auflösen etc.. Ich fühle gar nichts mehr. Was nicht stimmt, in dem Moment, wo ich das schreibe, kommen mir die Tränen. Eine Erlösung. Ich kann mich auch Niemandem öffnen. Mein Partner nervt mich eher in seinen Versuchen, mir zu helfen. Freunde und Bekante wissen auch nicht, wie sie mit mir umgehen sollen – wie sollten sie auch, ich weiß ja selbst nicht, was jetzt gut und richtig wäre. Der Job ruft, aber ich habe mich krankschreiben lassen – obwohl ich manchmal denke, es wäre besser, zu schaffen. Es ist die absolte Hilflosigkeit – wie trauert man richtig? im Moment habe ich eher das Gefühl, überhaupt nicht zu trauern sondern nur zu funktionieren und ich funktioniere gut. Ich werde gelobt dafür, dass ich das Alles so gut auf die Reihe bekomme. Und eigentlich müsste ich doch trauern, oder? Bin ich kaltherzig? Totale Verwirrung.
    LG
    Elke

    • Anni schreibt am 11. November 2013

      Liebe Elke,

      ich kann mich gut in Dich einfühlen – so erging es mir vor 3 Jahren auch.

      Nimm Dich auch in dieser Phase des “Funktionierens” an. Der Schmerz ist wohl im Moment einfach zu groß, um ihn zuzulassen. Nimm es Deinem Partner nicht übel, jeder fühlt sich hilflos in einer solchen Situation.

      Was mir damals sehr geholfen hat, war gemeinsames Schweigen bei Kerzenschein und alten Fotos. Dabei konnte ich Tränen zulassen, und weil ich nicht allein war, bin ich nicht totel abgestürzt.

      Ich wünsche Dir alles Gute!

      Anni

  • Mir fiel der Artikel auf, da vor kurzem jemand im Bekanntenkreis gestorben ist. Viele hat es sehr getroffen. Ich war getroffen, hatte aber auch gemischte Gefühle aufgrund eines nicht immer ganz einfachen Verhältnis. Das musste ich erst verabeiten, um einen Umgang zu finden.

    Ich finde es gut, dass es immer wieder ein Thema ist, denn es trifft uns zwangsweise immer wieder. Gut an dem Artikel finde ich, dass er es erleichtert die eigenen Reaktionen von aussen zu betrachten, das hilft meistens um etwas klarer zu sehen und seine Emotionen erst einmal anzunehmen. Letzteres ist extrem wichtig für den Trauerprozess. Danach kann man anfangen etwas zu tun, um sich nicht von der Trauer bestimmen zu lassen.

    Mir hat es ungemein geholfen die Sache erstmal zu betrachten und mir etwas Zeit zu lassen, bevor ich einen Trauerbrief schreiben konnte. Letzterer ist dann sicher viel besser ausgefallen, als wenn ich ihn während der ersten Reaktion geschrieben hätte.

    Was mich immer wieder stört, sind die Versuche Dinge mit der Gehirnchemie zu beschreiben oder zu begründen. Man weiss, wann bestimmte Areale im Gehirn reagieren und aktiv, aber sehr vieles weiss die Forschung einfach nicht (auch wenn das häufig anders dargestellt wird). Welche Funktion die Neurotransmitter wie Dopamin und Serotonin haben, ist bisher nie wirklich nachgewiesen worden. Wenn also einer depressiv ist (wie z.B. in einer Trauersituation), so heisst das nicht, dass wie so oft behauptet ein Serotoninmangel herrscht. Mit diesen Dingen sollte wesentlich vorsichtiger umgegangen werden, auch wenn es für bestimmte Personen eine Erleichterung darstellen könnte, wenn Dinge biologisch erklärt werden. Es gibt viele Theorien in der Hirnforschung, aber kein Mensch kann das lebende Gehirn aufschneiden und die Transmitterkonzentrationen und Reaktionen wirklich nachmessen. Dass es die Forschung gibt ist gut, aber es sollte auch bemerkt sein, dass sie nicht so fortgeschritten ist, wie geglaubt wird.

    Es ist vieles gut beschrieben und ich denke, es wäre überhaupt nicht nötig gewesen, so viel aus der Hirnforschung zu berichten. Es werden die Folgen von Schock wie das Erstarren, Aggressionen etc. beschrieben, hilfreiche Reaktionen wie Verständnis zeigen und die Bedeutung von Symbolen oder Ritualen. Das hätte meiner Meinung nach vollkommen ausgereicht ohne mehr über die Hirnchemie zu schreiben.

  • Mir fiel der Artikel auf, da gerade jemand im Bekanntenkreis gestorben ist. Mich hat es nicht so getroffen, da ich nur noch wenig Kontakt hatte, andere aber umso mehr.
    Ich finde es gut, dass es immer wieder ein Thema ist, denn es trifft uns zwangsweise immer wieder. Gut an dem Artikel finde ich, dass er es erleichtert die eigenen Reaktionen von aussen zu betrachten, das hilft meistens um etwas klarer zu sehen und seine Emotionen erst einmal anzunehmen. Letzteres ist extrem wichtig für den Trauerprozess. Danach kann man anfangen etwas zu tun

    • Matthias schreibt am 10. November 2013

      Hallo,
      Ist doch interessant, man ist zwar nicht ge-troffen aber be-troffen. Warum sonst berührt einen so ein Artikel, nicht wahr.
      Der Tod eines Menschen berührt jeden in seinem Umfeld. Wenn wir nicht ge-troffen sind, können wir viel leichter Mitgefühl zeigen und einfach nur da sein.
      Ich wünsche dir viel Kraft dabei.
      Alles Gute

  • Liebe Stephanie,

    dein Spruch gefällt mir sehr gut. Ich möchte mich bei Nicole Alps für diesen Beitrag bedanken. Ich spürte viel Schmerz als ich diesen Artikel gelesen habe, da mir so viele Erinnerungen hoch kamen. Aber er hat mir auch sehr geholfen und wertvolle Tipps gegeben. Vor allem wie man den Betroffenen helfen kann. Man fühlt sich manchmal so hilflos, weil man nicht weiss wie man mit Trauernden umgehen soll. Vielen Dank. Ich wünsche all den trauernden dort draussen viel Kraft und alles erdenklich Gute.

  • Ich habe alle Beiträge mit großer Anteilnahme gelesen. Nachdem mein Liebster Anfang des Jahres von mir gegangen ist, ist es mir immer Trost und Stärkung, solche Gedanken zu hören.
    Ich bin froh, nicht schwarz tragen zu müssen, damit nicht jeder mich auf beliebige Weise darauf anspricht. Ich suche mir schon aus, mit wem ich jetzt darüber spreche.
    Ich versuche, meinen Weg zu finden und das ist auch das, was ich spüre: dass darin die Chance liegt. So schwer alles manchmal auch ist, es gibt auch eine lichtvolle Seite des ganzen Geschehens.
    In einem Text habe ich über “Schwellenräume” gelesen, segensreiche Lebenszeiten, in denen man vom Vergangenen Abschied nimmt und sich innerlich auf das Neue einstimmt.Und wie wichtig für das eigene Wachsen es ist, diese Schwellenräume auch zu durchschreiten.
    Hier darf man unsicher sein, im Ausnahmezustand, aus den gewohnten Pfaden aussteigen, die Stille suchen, … alles was man braucht.
    Dieses “Dürfen” muss ich mir auch immer wieder vorhalten und ist im täglichen Leben mit Beruf nicht so leicht umzusetzen. Aber man kann kleine Schritte machen. Und dann vielleicht auch große …

  • Ein mitfühlendes Hallo an alle, besonders an Christopher

    wir haben doch (uns mehr oder weniger bewußt) einen “Lebensplan” und zu diesem gehören Menschen, mit denen wir diesen Plan gestalten.
    Stirbt ein Mensch aus diesem Kreis, haben wir es nicht nur mit dem Verlust des Menschen, sondern auch mit einem tiefen Einschnitt in unseren Lebensplan zu tun. So kommt zur Trauer um den Menschen noch die Aufgabe der “Umgestaltung” und je tiefer der Einschnitt, desto schwieriger ist es. Es ist doch legitim, einen “Lebensplan” zu haben, z.B. mit einem Partner bis ins hohe Alter zusammenzuleben oder seine Kinder auf dem Lebensweg zu begleiten. Wenn das zusammenbricht, geht es nicht um “Ersatz”, weil es den nicht gibt, sondern um eine Neugestaltung. Und das braucht (viel) Zeit, Mut und Kraft, es gibt immer wieder Erfolge und Rückschläge. Loslassen lernen war für mich das schwierigste und auch zu lernen, die sicher wohlgemeinten Rat”schläge” meiner Umgebung so aufzunehmen, dass sie nicht zu weiteren Selbstzweifeln etc. führen. Es ist in Ordnung, zu trauern, verzweifelt zu sein, sich zurückzuziehen, wenn man es braucht, um Nähe oder Abstand zu bitten. Und es ist absolut in Ordnung, soviel Zeit dafür in Anspruch zu nehmen, wie man braucht. Ja, man lernt wieder lachen, aber es ist ein anderes, tieferes Lachen.

    Herzliche Grüße – Dagmar

  • DU WEISST

    DU WEISST,
    TIEF IN DIR TRÄGST
    DU EINEN HELLEN KERN.

    TIEF IN DIR, BIST DU REINE,
    UNGEBROCHENE KRAFT,
    IST GRUNDGELEGT,
    WER DU BIST.

    DORTHIN ZU KOMMEN, DORTHIN ZU GEHEN,
    KOSTET OFT ALLEN MUT,
    ALLE VERZWEIFLUNG,
    ALLE SCHAM,
    SCHULD UND ANGST.

    UND DENNOCH – NUR DORT
    FINDEST DU DICH,
    UND DIE LIEBE
    UND DAS LEBEN.

    UNBEKANNT

    Verbunden mit liebevollen Ge – danken.

  • Ein Spruch zum Thema Trauer der mir gefällt.

    Das Sterben eines Menschen,
    ist das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Hallo an alle,
    ich denke, es ist nicht der Schmerz, der “verkehrt” ist, sondern das, was der Schmerz mit einem machen kann. Mein Bruder ist sehr jung im Alter von 23 Jahren gestorben. Das ganze ist schon 35 Jahre her. Ich war gerade 18 und dachte die Welt bricht zusammen. Aber die Welt drehte sich weiter, ich musste meinen Weg gehen. Sein Tod hat mich geprägt. Meine Aufgabe war, das diese Prägung im positiven Sinne verläuft (z.B.Achtsamkeit) Und er fehlt mir heute noch und soll es auch :-)
    Mir ist erst vor Kurzem bewusst geworden, das es Bitterkeit und Hoffnungslosigkeit ist, die bei Schmerz nicht in die Herzen darf. Meine Trauer über den Verlust, der Schmerz, den habe ich akzeptiert und angenommen. Einfach weil er mir auch zeigt, wie wichtig Menschen oder andere Lebewesen sind, die man liebt und das sie in einem weiterleben, egal wie lange es her ist.
    Ich wünsche allen viel Kraft und Mut. Ich für meinen Teil habe gelernt, dass Schmerz nicht den Verlust von Zukunft, Fröhlichkeit und Lachen bedeutet.
    Alles Liebe Evelyn

  • Liebe Alle,
    liebe Veronika!

    Eure Beiträge sind alle sehr einfühlsam und verständnisvoll geschrieben. Dafür bedanke ich mich sehr.

    Ja, es ist tatsächlich so, dass Thema und Tod bei uns leider nach wie vor tabuisiert sind. Hier in Österreich kommt mir vor, noch mehr als anderswo.

    Ich habe im Mai zum zweiten Mal meine Lebensfrau bis zum Tod begleitet.
    Als vor vierzehn Jahren meine erste Frau über die Regenbrogenbrücke gegangen ist, habe ich geglaubt, es geht nicht mehr weiter. Und doch habe ich nach einer Zeit der intensiven Trauerarbeit mit mir selbst und der Hilfe eines guten Therapeuten den Weg ins Leben zurückgefunden.
    Nach vier Jahren lernte ich wider Erwarten meine zweite Lebensfrau kennen.

    Jetzt weiss ich im Moment nicht weiter und verzweifle an mir selbst und auch an der Schöpfung.

    Veronika, ich kann es sehr gut verstehen, wie es ist, in einem Land in dem man sonst kaum soziale Kontakte hat, so allein und einsam zu sein.

    Ich habe noch keinen Weg gefunden, bleibe dennoch zuversichtlich und glaube an das Leben.

    Alles Liebe für Euch!
    Darpan

  • Vielen Dank für den Begriff “Verwundete Zeit”.
    Ich hatte vor zwei Jahren meine Frau verloren – nach 25 Jahren glücklicher Ehe. Im ersten Jahr danach habe ich im Grunde nur funktioniert. Als dann ein Jahr später noch mein Kater starb, brach meine Welt fast zusammen und ich mit ihr.
    Daher weiß ich, daß es sehr wichtig ist, wenn man mit sich selbst achtsam und liebevoll umgeht. Erst als ich anfing, mich wieder zu lieben, ging es mir besser. Leider muß ich sagen, daß die Umwelt weder die Trauer noch den liebevollen Umgang mit sich selbst so ohne weiteres akzeptiert. Vielmehr gibt es wirklich Menschen, die zusätzlich noch auf den Trauernden herumtrampeln. Zu meinem Glück haben mir liebe Freunde zur Seite gestanden, die mich so nahmen wie ich bin und einfach da waren.

    Meine Mantra: “Trotz meiner Trauer liebe ich mich und aktzeptiere mich voll und ganz so wie ich bin.” Inwischen verbinde ich das mit EFT, was bei mir gut funktioniert.

  • Hallo zusammen,

    in meiner Berufung als Coach ist die Trauer immer wieder ein Thema, das mich sehr bewegt. Den Ansatz, dies aus der Gehirnforschung her zu verstehen, finde ich interessant.
    Für mich ist die Trauer ein Wachstumsprozess, der eine gewisse Zeit benötigt und uns auf unsere ureigensten Zweifel, Ängste und unsere Einstellung zum Leben zurückwirft.
    Eine Lösung zeichnet sich dann auf, wenn wir es schaffen, zu akzeptieren, was ist, was war und der Verantwortung unseres Lebens ins Auge zu schauen, sprich die Zukunft zu leben. Wenn wir sehen, welche schönen Erlebnisse wir mit dem zu Betrauernden hatten und wie wir heute noch davon positiv profitieren. Solange unsere Erinnerung lebt, lebt auch diese geliebte Person noch in uns.
    Ich habe das Thema auch mit einem eigenen Lied aufgearbeitet.
    Ich würde mich freuen, wenn ich damit dem Einen oder Anderen damit weiterhelfen kann.
    http://www.youtube.com/watch?v=UxiWJEENXDE

    Lieben Gruß
    Reinhold

  • Verwundete Zeit – ich möchte mich für diesen schönen Begriff bei Petra herzlich bedanken.

    Beim Lesen jetzt kommen mir Tränen. Ich bin immer noch sehr verwundet, in einer großen Starre.

    Mein Mann ist gestorben, während des Umzugs aus dem Ausland nach Deutschland. Dann meine Mutter und Weihnachten letztes Jahr mein Papa. So sind nun meine engsten Bezugspersonen alle tot. Kinder habe ich leider keine.
    Habe alle drei Menschen eng begleitet.

    Dadurch habe ich nie hier Fuß fassen können, und ich fühle mich entsetzlich einsam. Meine Versuche mich wieder in die -Hand- zu bekommen sind leider gescheitert.

    Ich wünsch mir so sehr endlich wieder zu leben, weiterzuleben.

    Viel Liebe allen Trauernden
    Veronika

    • Evelyn schreibt am 10. November 2013

      Liebe Veronika,
      wenn es dir irgendwie hilft, dann biete ich dir gerne den Kontakt an. Manchmal hilft es ja, wenn man trauern kann ohne mit Gewalt daraus gezogen zu werden. Das habe ich mir damals auch immer gewünscht.
      Ganz liebe Grüße Evelyn

    • Gisela schreibt am 4. Dezember 2013

      Liebe Veronika, mich haben alle Berichte berührt , aber Deine ganz besonders. Ich glaube zu wissen wie es in Dir aussieht, denn ich habe auch viele enge Verwandte , Freunde und vor allen Dingen meinen Mann nach 45 Ehejahren verloren. Er war nicht krank, ist einfach nachts neben mir für immer eingeschlafen. Es ist zwar “schon” 2,5 Jahre her , aber ich komme auch noch nicht darüber weg. Auch sind meine 3 Geschwister (das ist zwar schon länger her) , meine Freundin vom 3 Jahren und im vorigen Jahr meine Mutter gestorben. Ich versuche ja auch gegen die innerliche Traurigkeit anzukämpfen – aber manchmal kann man nicht mehr und fühlt sich so entsetzlich allein.
      Solltes Du einen Gesprächspartner brauchen – vielleicht tut es ja gut mit jemanden zu sprechen den man nicht persönlich kennt. Jedenfalls wäre ich für einen Austausch bereit. Du braucht Dich nur zu melden. Alles Liebe an Dich von Gisela

  • Liebe alle,
    Euch allen mein Beileid. Wenn ich die Beiträge lese muss ich an meinen Schmerz denken, den ich mit 20 Jahren erlebt haben als ich meine Eltern verloren habe. ich dachte damals, ich könnte nicht weiterleben, und habe mich wie in einem Loch monatelang gefühlt. Ja, es war schwer jemanden zu finden, der es verstand. Damals schrieb ich auch viel nieder und heute lese ich gerne die Zeilen und denke mir oft, dass ich all dies nie geschrieben hätte, wenn ich nicht in die Situation gekommen wäre.
    So wie ihr alle euren Trauer in Worte packt, könnte das niemand, der dies nicht durchgelebt hat. Ihr erlebt etwas Besonderes, das euch stärkt und verändert und ich hoffe positiv. Ihr erhaltet dadurch die Chance eure Leben umzugestalten und anders zu denken und das Leben mit anderen Augen zu betrachten. Wie wäre doch das Leben, wenn immer alles geebnet, geglättet und vorbestimmt wäre? Wie wäre Ute, wenn sie nicht Fehlgeburten gehabt hätte? Hindernisse und grosse Niederschläge gehören dazu und wenn ein Kind oder ein Partner oder eine nahestehende Person stirbt, sollte nicht an entgangene schöne zukünftige Zeit gedacht werden, sondern an die Zeit, die wir mit Ihnen oder durch sie gehabt haben. Was wäre gewesen, wenn wir sie überhaupt nicht gehabt hätten?
    Den Kindern erklärt man den Tod mit der Natur. Die Pflanze verwelkt auch jeden Herbst und im Frühjahr kommt eine neue. Wir sollten solche Lebensabschnitte dazu nehmen neue Dinge zu “pflanzen” und uns zu erfreuen wenn sie in Zukunft zum blühen anfangen.
    Alles Gute!

  • Einen herzlichen Gruß an Alle.
    Je nach Mentalität geht jeder Mensch mit erlttenem Verlust um. Für mich ist inhaltlich und zeitlich die Trauer am besten zu ertragen und zu überwinden, wenn ich mir klar mache, daß Trauer letztlich SELBSTMITLEID ist.
    Denn tatsächlich bin ich allein der Leidtragende am Verlust des geliebten Menschen. Meine Trauer hilft nicht dem Toten, unabhängig davon, wieviel Liebe nun keine Adresse mehr hat.
    In dem Beitrag wird nicht ohne Grund von m e i n e m Gehirn gesprochen, nicht von dem des Verstorbenen.
    Also helfen mir bei der Trauerarbeit zwei Dinge: 1. Kampf gegen mein Selbstmitleid, 2. die Aktivierung schöner Erinnerungen und 3. die Überzeugung, daß der Verstorbene in mir weiterlebt, den er kann ja bei entsprechender Intensität sogar antworten.

    • Kathrin schreibt am 10. November 2013

      Lieber Uwe
      Ich finde es toll, dass du deine Trauer aktiv angehst. Es stimmt, die Trauer hilft nicht dem Verstorbenen, sondern dem Trauernden. Dennoch hat es mit Selbstmitleid meistens (es kann Ausnahmen geben) wenig zu tun. Man weiss heute, dass die Trauerarbeit sehr viel Zeit braucht, oft spricht man von einem Minimum von 2 Jahren. Wenn der Verlust nicht betrauert wird (das heisst, die Schmerzen, die man empfindet, durchlitten werden, man sich das Weinen erlaubt usw.), besteht die Gefahr, dass er wie ein schwarzer Stein sitzen bleibt. Jede Träne (ob innerlich oder äusserlich) wäscht ein kleines Stückchen Stein weg. Aber im Erleben ist das nicht immer so sichtbar. Normalerweise verläuft Trauer in Phasen, da kann es einem gut gehen und 1 Minute später ist man zutiefst traurig und weint. Das Auszuhalten, also durchzuhalten, die Trauer dann halt auch rauszulassen und diese seelischen Schmerzen einfach mal durchzuleiden, ist nach meiner Erfahrung der einzige Weg, der langfristig heilt. Von Selbstmitleid würde ich dann sprechen, wenn Trauernde ihren Verlust als Vorwand benützen um sich vor Dingen zu drücken oder sich Dinge zu erlauben, die andere verletzen und einfach nicht angebracht sind. Das gibt es leider auch. Zum Glück aber eher selten.

  • Die letzten Kommentare bewegen mich sehr, besonders der Ausdruck “verwundete Zeit”. In unserer modernen Zeit haben wir bewusst abgelegt, was an Trauerritualen traditionell vorhanden war. Früher bestand ein natürlicher Schutz vor unangemessenen Äusserungen gegenüber einem Trauernden. Das Tragen von schwarzer Kleidung, das Einhalten des Trauerjahres, geläufige Regeln, über die man sich heute hinwegsetzt. Ein alter Zopf? Nein! Vielmehr äussere Zeichen einer besonderen Verletzlichkeit, sichtbarer Hinweis auf den Seelenzustand und unausgesprochene Regeln, wie mit diesen Menschen umzugehen ist ( keine Einladungen zum “Verkuppeln” eines Menschen im Trauerjahr z.B.) Das Trauerjahr! ein ganzes Jahr Recht auf seelischen Ausnahmezustand! Ich möchte garnicht die abgelegten Sitten wieder herbeireden, aber ich möchte die Menschen, die trauern dazu ermutigen, sich in ihrer Verletzlichkeit zu offfenbaren, sich ihren Mitmenschen wieder zuzumuten mit ihrer ganzen Not -darüber reden hilft allen Beteiligten. Wir müssen wieder üben, das Thema Sterben und Trauer in den Alltag zu integrieren und dafür angemessene Formen finden. Es betrifft nämlich jeden Menschen.

  • Danke für diesen Beitrag- das Thema Trauer wird für mein Empfinden im Alltag leider viel zu sehr ausgeklammert. Ich habe vor 3 Jahren meinen Mann verloren- er war meine erste und meine große Liebe und wir haben 3 wunderbare Kinder gemeinsam groß gezogen. 30 Jahre waren wir verheiratet und als “junge” Eltern freuten wir uns, mittlerweile Ende 40 , auf einen neuen Lebensabschnitt nachdem die Kinder zum Studium ausgezogen waren- eine plötzliche schwere Krankheit und der Tod meines Mannes haben diesen Traum jäh beendet. Ich versuche nun alleine zu leben und gebe mir auch große Mühe- aber es fällt mir zunehmend auf, dass mein “Anspruch” auf Trauer immer mehr verloren geht. Wenn ich von meinem Mann spreche versucht das Umfeld schnell von “diesem Thema” abzulenken, oder was für mich noch viel schlimmer ist, ich werde gefragt, ob es noch keinen neuen Partner für mich gibt- die ersten Male war ich regelrecht empört über solche Gedanken und ich habe für mich den Eindruck, dass mich keiner in meiner Trauer versteht. Durch einen “Zufall” habe ich einen sehr schönen Roman gelesen ” Das Lavendelzimmer von Nina George”. Darin habe ich u.a. folgendes gefunden:”Liebeskummer ist wie Todestrauer- weil Du stirbst, weil Deine Zukunft stirbt und Du darin auch. Es gibt diese verwundete Zeit- sie dauert furchtbar lange. Weißt Du, dass es zwischen Ende und Neuanfang eine Zwischenwelt gibt? Es ist die verwundete Zeit. Sie ist ein Moor-darin sammeln sich Träume und Sorgen und vergessene Absichten. Deine Schritte werden schwerer in dieser Zeit. Unterschätze diesen Übergang nicht! Zwischen Abschied und Neubeginn. Lass Dir Deine Zeit! Manchmal sind solche Schwellen breiter als man mit einem Schritt gehen kann.”
    Ich wünsche mir mehr Verständnis für meine, diese verwundete Zeit- und deswegen habe ich mich über den Beitrag zur Trauer gefreut!

    • Hermann Schwiebert schreibt am 5. November 2016

      “Die verwundete Zeit”, ja das ist eine sehr schöne Beschreibung. Meine Frau starb ganz plötzlich und unerwartet am 18. September 2016 an Herzversagen. Ich habe meinen Mittelpunkt verloren und weiß nicht, wo ich bin. Ja, ich bin wohl auch in der verwundeten Zeit.

  • Nach mehreren Verlusten naher Angehöriger in den letzten Jahren
    ( 4 Fehlgeburten in 8Jahren, gottseidank aber 1 gesundes Kind- mein Sohn ist heute 12 und hat seitdem er 6 ist beide Großväter, 1 Großmutter, eine Tante und einen Onkel – sowie 2 Haustiere zu betrauern) habe ich die Erfahrung gemacht, dass es nicht selbstverständlich ist, mit sich selbst liebevoll und achtsam umzugehen- weil man zB ja noch “funktionieren” muss…das Kind versorgen, den Nachlass regeln… und womöglich auch noch den Job erledigen… da bleibt nicht unbedingt viel Raum, den es zum heilsamen Trauern bräuchte. Und dass der heilsame Beitrag von den anderen käme, kann ich leider erfahrungsgemäß auch nicht erwarten…. Da es in unserer Gesellschaft nicht gerade klare oder hilfreiche Regeln zum Trauern gibt- oder gar zur Selbstfürsorge gibt, finde ich es schön, hier den Hinweis dazu bekommen zu haben. Nimmt man sich die Zeit nicht, sucht die Trauer sich ihren Weg- z.B. durch Krankheit…

  • Lieber Christopher,

    Mein herzliches Beileid zu deinem schmerzlichen Verlust. Für mich ist es absolut nachvollziehbar, dass Einsamkeit und das Gefühl des Verlassenseins auch nach Monaten noch anhält. Du hast deine Zukunft mit diesem Menschen gesehen, und dies wurde nun mit einer unüberschaubaren Leere ersetzt.
    Erfahrungsgemäß kann die Trauer sogar erst Wochen nach dem schmerzlichen Verlust erst einsetzen, sozusagen etwas zeitversetzt und kommt erst dann, wenn man glaubt “das Leben geht nun weiter”.
    Die Weisheit “die Zeit heilt alle Wunden” ist leider nicht immer richtig. Manchmal kann es passieren, dass die Gefühlswelt im Schmerz verharrt und die Zeit in dieser Welt stehen bleibt. Das ist dann wie bei einem Trauma und kann als solches auch behandelt werden.
    Der Ansatz bei einer Therapie ist, dass der Schmerz dorthin “geschickt wird”, wo er auf der Zeitschiene hingehört, was aber nicht bedeutet, dass man den geliebten Menschen fortan vergießt, geschweige denn die starken Gefühle für ihn verrät. Er bleibt in liebevoller Erinnerung. Wie ein Begleiter, ohne den lähmenden Schmerz allerdings.
    Ich wünsche dir alles erdenkliche Gute!

  • Hallo Regina,

    danke für deinen Beitrag und mein herzliches Beileid für deinen Verlust.

    Dann stimmt ja der Rat, dass die Zeit alle Wunden heilt. Oder nicht ganz: die Zeit lehrt uns, mit unseren Verlusten und Wunden umzugehen.

    Den eigenen Vater zu verlieren, der einen sein ganzes Leben lang begleitet hat, ist sehr schmerzhaft. Grundsätzlich familiäre Verluste.

    In meiner Situation habe ich jemanden verloren, mit dem ich gerne die Zukunft verbracht hätte. Mit dem ich gerne alt geworden wäre. Deshalb ist es so schwer für mich, damit zu leben. Denn egal wieviel Zeit vergeht, immer wieder wird mir schmerzhaft bewusst, dass ich meine Zukunft ohne diesen Menschen verbringen muss…

    • Martina Frey schreibt am 17. November 2013

      Hallo,Christopher und alle,die Verluste erlitten haben!
      Mein Mann starb vor fast genau zwei Jahren und er fehlt mir immer noch jeden Tag.
      Wir waren knapp 35 Jahre verheiratet,haben zwei Töchter groß gezogen,ein Haus gebaut und alle Sorgen miteinander geteilt.Als er die Diagnose erhielt,war Sterben für uns keine Option.So sicher waren wir uns,dass das neue Medikament aus USA ihn heilen würde!
      Wir haben es 6 Jahre mit verschiedenen Medikamenten versucht,die alle nur sein Immunsystem zerstört.Ich habe selbst als er im Koma lag,immer noch an Rettung geglaubt.Und dann klingelt Das Telefon und jemand sagt:”Bringen Sie ihre Töchter mit.”Er war schon tot,als wir endlich im Krankenhaus ankamen.
      Ich weiß heute noch nicht,wie Ich die ersten Wochen unMonate überlebt habe.Jeden Morgen aufzustehen war nur möglich,weil mein Hund versorgt werden musste.
      Letzendlich habe Ich mit Hilfe meiner Familie àlles geschafft zu managen.Meine Seele aber war zerbrochen.Da halfen meine Antidepressiva nicht weiter.
      Bin dann neun Wochen in eine Klinik gegangen und habe
      gelernt zu trauern,es zuzulassen.
      Das hat mir sehr geholfen.Hatte danach noch ambulante Thérapie und bin erst Monate später wieder arbeiten gegangen.
      Trotzdem bleibt der schmerzhafte Druck in der Brust,wenn Ich alte Paare spazieren gehen sehe.Wir wollten gemeinsam alt werden,Enkelkinder haben,reisen.Unser erster Enkel kommt im Februar.Ich hoffe erkann ihn von irgendwo sehen.

  • Hi Christopher,
    damit leben lernt man automatisch. Mein Vater ist vor 10 Jahren gestorben. Hab ihn über alles geliebt und in der ersten Zeit hatte ich das Gefühl vor Schmerz zu ersticken und nie mehr Freude empfinden zu können. Nach und nach relativieren sich diese Gefühle und aktuelle Dinge gewinnen wieder mehr Priorität. Das heisst nicht, dass man den Menschen vergißt. Es gibt immer wieder Situationen in meinem Leben wo der Schmerz so stark ist, dass ich heule wie ein Schloßhund, aber die Abstände werden größer und ich denke oft einfach nur mit Liebe an das was mein Vater war und was er mir bedeutet hat und immer noch bedeutet.
    LG
    Regina

  • Wie sehr mir dieser Artikel hilft … ich bin gerade in einer solchen Phase und mache vieles, wie es hier vorgeschlagen wird, rein instinktiv. Der Verlust ist jedoch schon ein halbes Jahr her und dennoch fühle ich mich einsam und verlassen … ich hätte mir noch gewünscht, dass der Artikel mir beantwortet, wie ich dauerhaft und in Frieden mit dem verlorenen Menschen weiterleben kann … und vor allem, wie ich aufhöre, neue Partnerschaften mit den Eigenschaften und Merkmalen meiner alten langjährigen Partnerschaft ständig zu vergleichen, denn ich komme immer zum gleichen Fazit: wie sehr sie mir fehlt : (

    • Rita schreibt am 10. November 2013

      Hallo Christopher,
      ich kenne Deine Situation gut. Habe auch versucht, nach einem halben Jahr einen neuen Partner zu finden und war bös, wenn Freunde gesagt haben, das funktioniert nicht.
      Heute weiß ich, es funktioniert wirklich nicht.
      Man braucht eine Zeit des Alleinseins, der Stille, solange, bis eigene innere Zufriedenheit einkehrt. Erst dann hast Du wieder die Chance, den neuen Partner zu sehen, als der Mensch, der er ist.
      Vorher hat auch die neue Partnerin keine echte Chance.
      Liebe Grüße und viel Glück

    • Petra richter schreibt am 10. November 2013

      Hallo Christopher,

      mein Verlust ist nun 1 1/2 Jahre her … und ich trauere immer noch … manchmal so intensiv wie damals. Ich gehöre zu den Menschen, die länger knabbern, was kaum jemand nachvollziehen, geschweige denn verstehen kann.

      Auch aufgrund des Unverständnisses meines Umfeldes habe ich mich endlos lange gegen das Trauern und meine Gefühle von u. a. Verzweiflung und Hilflosigkeit gewehrt, bis ich merkte, dass es davon nur noch schlimmer wurde. Da fiel mir wieder ein, dass ich mein ganzes Leben lang noch nie etwas gescheit hinbekommen hatte, wenn ich mich innerlich dagegen gewehrt habe.

      Jetzt akzeptiere ich die Situation (es ist, wie es ist) und mich (ich stecke in einer tiefen emotionalen Krise) so gut es eben geht, hole mich jeden Morgen nach dem Aufwachen dort ab, wo ich stehe und habe eine Scheißangst davor, mich zu sehr zurückzuziehen (was mir allerdings gut tut) und damit das Leben zu verpassen.

      Trotz dieser Angst, vielleicht zu lange und zu oft mit mir alleine sein zu wollen, glaube ich aber in meinem tiefsten Inneren daran, dass auch dieses Mal alles anders und wieder gut wird, so wie es in den letzten 52 Jahren (tatsächlich! und oft!) IMMER der Fall war.

      Ich wünsche Dir und allen, die trauern, Kraft sowie den Glauben und das Vertrauen in sich selbst.

    • Nicole Alps
      Nicole Alps schreibt am 14. November 2013

      Hallo Christopher,

      ich finde nicht, dass Dein Verlust “schon” ein halbes Jahr her ist. Ich denke da eher: “Erst” ein halbes Jahr … ? Dass Du Dich einsam und verlassen fühlst, finde ich sehr verständlich. Es ist so furchtbar schwer …

      Ich finde dieses Buch sehr hilfreich: “Meine Trauer wird dich finden …” Dazu habe ich hier vor einiger Zeit eine Rezension geschrieben: https://www.zeitzuleben.de/24637-meine-trauer-wird-dich-finden-roland-kachler/
      Mir hat so gut gefallen, dass es nicht darum gehen muss, den geliebten Menschen loszulassen und ganz ohne ihn oder sie weiter zu leben. Das Buch hilft, weiterhin mit diesem Menschen verbunden zu sein. Und eine neue Art der Beziehung zu leben. Das finde ich sehr tröstlich.

      Deine Frage: “Wie ich dauerhaft und friedlich mit verlorenen Menschen weiterleben kann?” finde ich sehr wichtig. Und darauf könnte dieses Buch antworten und helfen, einen Weg zu finden.

      Weiter unten kommt gleich noch ein Text, der das für mich wunderbar ausdrückt: “Auf der anderen Seite des Weges”

      Lieben Gruß
      Nicole

    • Heidi schreibt am 22. Dezember 2013

      Hallo Christopher,
      Dein Beitrag hat mich sehr berührt, denn ich bin in einer ähnlichen Situation.
      Mein Verlobter ist vor ein paar Wochen an Krebs gestorben. Ich war bei ihm als er starb. Unsere Beziehung war noch nicht so lang wie deine, aber… wir haben uns einfach GEFUNDEN. Keiner von uns beiden hat sich jemals so glücklich und erfüllt in einer Beziehung gefühlt wie in unserer. Es war traumhaft! Wir wollten unser Leben zusammen verbringen, haben Pläne geschmiedet… und mit ihm an meiner Seite hatte ich vor nichts mehr wirklich Angst, denn ich wusste egal was passiert, wir haben uns. Wir stehen einander zur Seite.
      So stand auch ich ihm zur Seite als er die Diagnose bekam und unter der Chemotherapie litt.
      Aber jetzt ist er fort…

      Ich weiß, dass ich ein Beziehungsmensch bin. Wenn ich mir vorstelle mein ganzes Leben lang alleine zu sein, macht es mich ganz krank. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen mit einem anderen eine Beziehung einzugehen. Ich habe Angst, dass es mir dann so geht wie dir… also dass ich vergleiche…

      Schade, dass ich dir hier keine Persönliche Nachricht schreiben kann… es würde mir (vielleicht?) gut tun mich mit jemandem auszutauschen, der auch seinen Partner in jungen Jahren verloren hat.

      Ich wünsche dir viel Kraft! Wir sollten die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft niemals aufgeben.
      Auch allen anderen hier, die einen Verlust erlitten habe, wünsche ich
      alles Gute! Danke, dass ihr euch so offen mitgeteilt hat. Ich bin zwar in Tränen ausgebrochen, aber es hatte auch etwas Tröstliches…

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