Glücklich sein ist eine Frage guter Gewohnheiten

Wie du als Mensch klarer, stärker und robuster werden kannst:
Projekt Tagebuch

Gewohnheiten haben einen schlechten Ruf, denn von den meisten wollen wir uns eher trennen. Denken Sie z.B. ans Rauchen, an eine ungesunde Ernährung oder an die Gewohnheit, zu viel fernzusehen.

Aber, und das wird oft übersehen, Gewohnheiten können auch extrem nützlich sein. Sie sind dann nützlich, wenn sie für uns, statt gegen uns arbeiten. Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden sich gewohnheitsmäßig gesund ernähren, ohne ständig darüber nachdenken zu müssen. Oder Sie würden aus Gewohnheit jeden Morgen 20 Minuten meditieren. Oder Sie würden aus Gewohnheit jeden Tag eine Seite in Ihrem Tagebuch schreiben, um mehr Klarheit über sich und Ihr Leben zu gewinnen.

Die meisten von uns kennen 1001 Dinge, die uns gut tun und die unser Leben reicher machen würden. Aber wir tun sie nicht, sei es aus Bequemlichkeit oder weil wir es einfach vergessen. Wenn Sie sich nun aber einige dieser guten Dinge fest angewöhnen würden, gäbe es kein Vergessen mehr und auch keinen inneren Kampf, ob ich es jetzt tue oder nicht…

Und das bringt uns zu der Frage: Wie kann ich mir denn eigentlich etwas angewöhnen?

Dazu können Sie wie folgt vorgehen:

1. Treffen Sie die bewusste Entscheidung, dass Sie diese feste Gewohnheit entwickeln wollen. Fixieren Sie diese Entscheidung schriftlich und beschreiben Sie klar und konkret, was genau Sie ab heute wann genau tun wollen. (Z.B. “Ich meditiere jeden Morgen für 15 Minuten, bevor ich in meinen Alltag starte.”)

2. Schreiben Sie auf, warum Sie diese Gewohnheit entwickeln wollen und was die vielen wundervollen Vorteile wären, wenn Sie diese eine Sache gewohnheitsmäßig tun werden. (z.B. “Diese kleine Meditationseinheit dient mir als Ruhepol. Ich kann sie nutzen, um Kräfte zu sammeln, mich zu fokussieren und meinen Kopf frei zu bekommen. Ich lerne durch sie, mich zu entspannen.” Usw.)

3. Entscheiden Sie sich dafür, nicht aufzugeben, nicht nachzulassen und alle Schwierigkeiten auf dem Weg zu überwinden. Erlauben Sie es sich auf dem Weg zu stolpern, aber verpflichten Sie sich selbst, danach wieder aufzustehen und weiterzumachen.

4. Verpflichten Sie sich öffentlich dazu, diese Gewohnheit zu entwickeln. Bitten Sie Freunde, Sie oft darauf anzusprechen und nachzufragen, wie es läuft. Schließen Sie eine Wette ab, dass Sie es schaffen werden. Nutzen Sie Außendruck zu Ihrem eigenen Besten.

5. Schreiben Sie auf, welche Stolpersteine es in den ersten 30-60 Tagen auf dem Weg geben könnte, bis die Gewohnheit fest etabliert ist. Berücksichtigen Sie auch Widerstände von außen, innere Widerstände oder Ihre Bequemlichkeit. Planen Sie jetzt schon ganz konkret, wie Sie diese Stolpersteine überwinden werden. (Z.B.: “Meine Kinder werden mich stören, weil sie mich was fragen werden o.ä. – Ich könnte mich für diese 15 Minuten in einen Raum zurückziehen, den ich abschließen kann und ich könnte ein Schild an die Tür machen, das darum bittet, mich nicht zu stören.”)

6. Erinnern Sie sich täglich an die vielen Vorteile, die Ihre neue Gewohnheit mit sich bringt. Erinnern Sie sich auch täglich daran, dass Aufgeben keine Option für Sie ist und dass Sie weitermachen werden, wenn Sie mit Ihrer neuen Gewohnheit mal einen Tag aus dem Rhythmus kommen.

7. Belohnen Sie sich selbst, wenn Sie eine Woche durchgehalten haben. Wenn Belohnungen bei Ihnen nicht ziehen, dann vereinbaren Sie mit Freunden eine kleine Strafe, falls Sie es nicht schaffen.

Mit diesen Maßnahmen können Sie eine neue Gewohnheit entwickeln, die Ihnen gut tut. Ja, ich weiß, das klingt nach Arbeit. Aber das Schöne an Gewohnheiten ist: Sie investieren einmal Arbeit und profitieren dann für den Rest Ihres Lebens davon.

Die Mühe lohnt sich also.

Meine Theorie ist übrigens: Glückliche Menschen haben einfach die Gewohnheit, täglich die Dinge zu tun und zu denken, die sie glücklich machen. Auch Glück ist also in meinen Augen eine Gewohnheit.

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Kommentare

  • “Jeder Mensch kann sich morgens frei entscheiden einen glücklichen Tag zu verbringen und sich diesen nicht verderben zu lassen.”

    Wenn das so einfach währe:-) Jeden morgen stehe ich als eine andere Person auf die sich in mich hinein geschlichen hat. Wahrscheinlich hasse ich auch nur Gewohnheiten weil sie mir zuwider sind und in der Vergangenheit geschadet haben. Aber trotzdem ist das Glücklichsein immer noch ein rauf und runter und das ist auch gut so! Es ist halt nur die Frage wie hoch wir das Gesamt-Niveau heben. Und jeden morgen um die gleiche Zeit aufzustehen ist doch auch langweilig oder?

  • Ja, Ja, Ja – ich kann es nur bestätigen. Ich mache nun schon 15 Jahre jeden Morgen 15 – 20 Minuten Yoga und es tut mir sehr gut. Ich fühle meinen Körper und bin in Bewegung.In den Ausnahmezeiten – Urlaub (da fehlt mir mein Platz) oder nach einer OP (musste länger pausieren) ist mir die tägliche Übung sehr abgegangen. Es war dann ganz natürlich wieder in meinen Rhythmus zu kommen.

    Liebe Grüße
    Elisabeth B.

  • Bin auch gerade dabei mir “neue Gewohnheiten, die mir gut tun” zu schaffen.
    Die Idee mit den Herzchen oder Blumen im Kalender finde ich toll. Danke – das hilft mir bestimmt.
    Einen schönen Tag wünscht Euch allen
    Rita

  • Hallo,
    zu Punkt 7 kamen mir folgende Gedanken: Strafen sind immer Mittel der “Unterdrückung”…. auch wenn sie oft zum scheinbaren “Erfolg” führen.
    Lob und einfaches Annehmen (bei evtl. Misserfolg) sind die Mittel des “Wachsens und Veränderns”. Als ich mit dem Rauchen* aufgehört habe, kam ein “Herz”-Zeichen hinter den Tag im Kalender, an dem ich es geschafft hatte, (oder war es eine Blume? Egal…) Je mehr Herzchen meinen Kalender in der Küche schmückte, umso wärmer und freudiger wurde es in mir. Ansporn!
    Belohnung war dann nach vielen Herzchen ein Besuch im Bücherladen, denn das Geld (für Zigaretten), das ich ja quasi gespart hatte, erhielt nun eine neue sinnvolle Verwendung.
    Zigaretten sind aus meinem Gesichtskreis verschwunden, der Besuch im Bücherladen ist weiterhin Tradition.
    * Parallel zur Raucherentwöhnung hat mir die Akupunktur geholfen.

  • Hallo Ralf,
    ja, das war wieder ein interessanter Beitrag, danke.
    Ich gwöhne mir gerade an, mehr in diesem Forum zu schreiben, und nicht nur zu lesen. Ich bin seit kurzem auch in einem Erfolgsteam, und ich hab mir vorgenommen jeden Tag mindestens drei Beiträge zu schreiben.
    Mein Ziel, dabei ist, generell lockerer im
    Schreiben zu werden, und weniger Angst vor Fehlern, oder unpassenden Äußerungen oder Kritik zu haben.
    LG Ludwig

  • Schöner Beitrag. Danke für die Erinnerung. Ich bin dabei mir eine neue gute Gewohnheit anzugewöhnen. Habe damit vor zehn Tagen begonnen. Heute habe ich diese neue Gewohnheit noch nicht trainiert. Mache deshalb hier einen Punkt – und wende mich meiner neuen positiven Gewohnheit zu. Ich freue mich schon darauf.

    Herzliche Grüße

    Norbert :-)

  • Jaaaaaaaaaa!!! :-))
    Das sehe ich genau so – glücklich sein kann man lernen – und es wird immer einfacher, je mehr glückliche Sachen man tut… :-)
    Mir hat in dem Beitrag besonders gut gefallen, dass Du die ENTSCHEIDUNG für das Glück so hervorgehoben hast!! :-) Im Englischen gibt es den tollen Begriff “Commitment” für den es leider im Deutschen keine genaue Entsprechung gibt, denn “Verpflichtung” ist bei uns auch sehr negativ besetzt… :-)
    Du hast völlig recht, wenn man an einer Sache einfach dran bleiben kann – auch wenn es Durststrecken gibt – dann stellt sich nach einiger Zeit auch das gewünschte Ergebnis ein – ein glückliches Leben!! :-)
    Glücklich sein ist keine Magie – jeder kann es lernen!! :-) Und was die Gewohnheiten angeht:
    Nach 30 Tagen ist das “Schlimmste” vorbei und das Unterbewußtsein hat die neuen Gewohnheiten akzeptiert.. :-)
    Ich wünsche Euch allen viel viel Spaß beim Entwickeln Eurer neuen positiven Angewohnheiten!! :-)
    Laßt das Sönnchen rein! :-)
    André

  • Es fehlt meiner Ansicht nach die Frage danach, wiso sich Gewohnheiten bei uns etabliert haben.
    Gewohnheiten haben zur Zeit der Entstehung immer einen positiven Nutzen für uns. Das ist der Grund, warum sie zu Gewohnheiten geworden sind. Ändern sollte man sie meiner Ansicht nach nur, wenn sie mittel oder langfristig schädlich für uns sind.
    Sich neue positive Gewohnheiten zuzulegen ist sicherlich ein guter Ansatz. Hoffentlich nicht zu theoretisch. Im Forum von ZZL gibt es beispielsweise einen Lauf- und Sportfaden.
    Da wird schon deutlich, wo der Hase im Pfeffer liegt, oder um im Tierreich zu bleiben diese merkwürdige Mutation Schweinehund sein Unwesen treibt.
    Dennoch sind hier durchaus Erfolge möglich.
    Man darf nur nicht vergessen bei lauter Termine für gute Gewohnheiten auch noch zu leben. Denn das Leben macht ja manchmal erst dann Spass, wenn es mit guten Gewohnheitn nichts aber auch gar nichts zu tun hat.

  • Hallo,

    da stimme ich voll ein: “Glücklichsein” kann man lernen ;-)

    Jeder Mensch kann sich morgens frei entscheiden einen glücklichen Tag zu verbringen und sich diesen nicht verderben zu lassen.

    Nur eines kann ich nicht nachvollziehen; Warum sollte man sich betrafen, wenn man etwas nicht geschafft hat? Verständnis, so denke ich wäre hier sicher auch gut angebracht.

    Die Belohnung kommt von dann allein -> DAS GLÜCKLICHSEIN :-)

    Alles Liebe
    Herzlichst Ursula

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

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