Halt. Stopp. Wenn das Glück dir im Alltag begegnet.

Vor einiger Zeit bin ich an einem schönen Sommerabend mit dem Fahrrad im Dunklen nach Hause gefahren. Als ich um eine Ecke bog, sah ich schräg oben vor mir zwischen zwei besonders schönen Häusergiebeln den Mond stehen: voll und rund … majestätisch. Einige wenige sehr zarte, durchscheinende Wolkenfetzen zogen vor dem Mond her und verschönerten das Bild noch mehr.

Innehalten

Eigentlich wollte ich schnell nach Hause, die Ampel, die gerade grün wurde, noch mitnehmen. Aber dann fiel mir ganz plötzlich ein Zitat ein, das ich vor kurzem gelesen hatte:

Am Regenbogen muss man nicht Wäsche aufhängen wollen. 

– Friedrich Hebbel

Ja, genau das ist es. Ich wusste noch genau, was ich beim Lesen des Zitats gedacht hatte. Ein Regenbogen ist etwas Wunderschönes, für mich immer noch ein kleines Wunder, auch wenn ich mittlerweile weiß, wie er entsteht. Und wenn ich dieses kleine Wunder in meinem Alltag untergehen lasse oder noch etwas Nützliches daraus machen möchte, sprich, die Wäsche daran aufhänge, dann geht das Wunder an mir vorbei. Und ich nehme mir selbst einen Moment der Verzauberung und des Glücks.

Als ich also den Mond am Himmel sah, wie er sich groß und eindrucksvoll vor dem dunklen Hintergrund abzeichnete, dachte ich: Wenn Du jetzt weiterfährst, dann versäumst du diesen wunderschönen Moment. Du kommst vielleicht schnell nach Hause, aber es war nur eine Fahrt nach Hause. Wenn du jetzt stehen bleibst, wird der Abend etwas Besonderes sein.

Ich hielt an, stellte mich auf den Bürgersteig und gab mich dem Bild hin. Ich tat nichts, außer dieses wunderschöne Bild in mich aufzunehmen. Es verzauberte mich. Und machte mich in diesem Moment unwahrscheinlich glücklich. Es war merkwürdig. Nach einer Weile kamen keine Wolken mehr. Ansonsten schien der Himmel auch wolkenlos zu sein. Als hätte ich den Mond genau in dem Moment erblickt, in dem er am schönsten zu sein schien.

Nach einer Weile stieg ich auf mein Fahrrad und fuhr voller Glück und Dankbarkeit nach Hause. Am nächsten Tag dachte ich weiter über dieses Erlebnis nach. Was war der Zauber gewesen?

Was war der Zauber?

Ich hatte mich ergreifen lassen. Hatte nicht versucht, irgendwelche Pläne zu verfolgen, Nützliches zu denken oder den Film, den ich zuvor im Kino gesehen hatte, zu analysieren. Ich war einfach stehen geblieben und hatte mich dem Moment hingegeben.

Um auf das Zitat zurückzukommen. Ich hatte eben nicht versucht, Wäsche am Regenbogen aufzuhängen. So konnte ich einen sehr wertvollen Augenblick erleben. Und auch jetzt noch, nach einigen Wochen, sehe ich das Bild von dem Mond vor mir. Auch jetzt noch erfüllt es mich mit Zufriedenheit und Freude. Einfach weil ich meinen Regenbogen-Moment, wie ich diese Augenblicke seitdem nenne, erlebt habe.

Als ich weiter über diese Regenbogen-Momente nachdachte, fielen mir noch weitere Augenblicke ein, die einen – wenn auch nicht so intensiven – dennoch ganz ähnlichen Zauber hatten.

  • Auf einem Waldspaziergang, die erste Kastanie dieses Jahres zu finden und in der Hand zu rollen.
  • Ein leuchtend gelbe Chrysantheme einzupflanzen. Die Erde zu spüren und ihren Duft einzuatmen.
  • Mit einem bislang unbekannten Menschen auf einer Party ein intensives und tief berührendes Gespräch zu führen.
  • Ein Foto, das schon ewig dort steht, wieder neu wahrzunehmen und sich an einen ganz besonders schönen Augenblick zu erinnern.
  • Auf dem Balkon in der Spätsommersonne zu sitzen und die Augen zu schließen. Die Wärme zu spüren.

Und das alles konnte ich nur so genießen, weil es eben keine Hintergedanken gab, keine Pläne, keine Anforderungen an den Moment.

Regenbogen-Momente überall?

Vielleicht fallen dir ja ganz spontan auch ein paar Regenbogen-Momente ein?

  • Welches Erlebnis hat dich tief berührt?
  • Welche Begegnung war überraschend schön?
  • Wobei hattest du das Gefühl, dass die Zeit einen Moment stehen bleibt?
  • Bei welchem Ereignis hattest du den Eindruck, dass du dich auf einmal um ein Vielfaches stärker und energiegeladener fühltest?

Wenn du dir diese Momente ein wenig bewusst machst, kannst du sie womöglich in Zukunft leichter erkennen und dann noch häufiger solche oder ähnliche Momente erleben. Außerdem kannst du dich immer mal zwischendurch daran erinnern und sie so für dich ein wenig wiederholen.

Seit meiner Erfahrung mit dem Mond und meinen Gedanken über das Zitat mit dem Regenbogen bin ich noch etwas achtsamer geworden. Wenn ich ganz bewusst versuche, mir meine Regenbogen-Momente nicht selbst zu zerstören, indem ich z. B. weiterhetze oder an irgendwas zu Erledigendes denke, erkenne ich sie viel häufiger. Und das sind dann viele kleine Regenbogen, die in meinem Alltag aufscheinen können.

Halte doch in den nächsten Tagen auch ein wenig Ausschau nach deinen persönlichen Regenbogen-Momenten. Und lasse dich ab und zu überraschend etwas verzaubern.

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