Grundlagen der Autosuggestion

Die Methode der Autosuggestion ist im Grunde nicht neu: Es geht darum, sich selbst mental auf etwas Erwünschtes zu programmieren.

“Programmieren” ist hier nicht in dem absoluten Sinne eines technischen Vorganges gemeint, sondern als eine Fähigkeit, unser eigenes Verhalten systematischer und zielsicherer zu steuern. Unbewusst tun wir das alle sowieso schon.

Wir übernehmen Botschaften, die wir immer wieder hören

Botschaften, die wir immer und immer wieder hören, übernehmen wir meist als eine wahre Aussage, ohne dass wir sie immer wieder groß überprüfen. Viele von uns kennen das aus der eigenen Geschichte: Oft wird da dem einem Kind kontinuierlich gesagt, wie sportlich es z.B. ist oder wie gut es in Mathematik ist – und tatsächlich wächst das Selbstvertrauen dieses Kindes in diesem Bereich. Dem Kind, dem diese Fähigkeiten von vornherein abgesprochen werden, fällt es meist viel schwerer, hier eine Begabung zu entwickeln.

Dasselbe funktioniert mit unseren persönlichen Botschaften

Das funktioniert auch mit den Botschaften, die wir uns selbst geben. Wenn Sie sich z.B. vor einem Wettbewerb immer wieder sagen, dass Sie niemals gewinnen können, weil Sie viel zu schlecht sind, werden Sie eher verlieren als gewinnen. Viele Hochleistungssportler arbeiten mit positiven Botschaften an sich selbst, feuern sich an und programmieren sich so auf Erfolg.

Eigentlich nichts Unbekanntes

Die meisten Menschen programmieren sich bereits mental – allerdings oft unbewusst und leider nicht immer zum Positiven hin. So reden wir uns z.B. innerlich ein, etwas nicht zu können: “Ich werde das nie lernen, ich bin einfach zu blöd.” Oder wir sprechen uns selbst die Aussicht auf einen bestimmten Erfolg ab: “Ich werde eh’ nicht befördert, die Stelle bekommt ganz sicher die Schuhmann und nicht ich.” In manchen Situationen aber feuern Sie sich selbst innerlich vielleicht an, wenn Sie etwas erreichen wollen, in dem Sie sich sagen: “Los jetzt, Du schaffst das.” Oder Sie machen sich in einer bedrohlichen Situation selbst Mut.

Das alles sind nichts anderes als Formen der Autosuggestion. Nur können wir diese Methode systematischer und erfolgreicher einsetzen, wenn wir wissen, wie.

Mit der Methode der Autosuggestion können Sie Verhaltensweisen und Einstellungen ändern

Durch gezielte Autosuggestion können Sie einige Ihrer unerwünschten Verhaltensweisen und Einstellungen ändern. Oft fühlen wir uns unserem eigenen Verhalten ausgeliefert und denken, dass wir daran nichts ändern können. Allerdings haben wir mehr Möglichkeiten, auf unser eigenes Verhalten und Denken Einfluss zu nehmen, als Sie vielleicht denken. Diese Erkenntnis ist ein wesentlicher Schritt zu einem selbstbestimmten Leben. Sie können beispielsweise die Autosuggestion benutzen, um sich das Rauchen abzugewöhnen oder um ruhiger und gelassener zu werden, um selbstbewusster zu werden oder optimistischer. Hier ist vieles möglich.

Das Unterbewusstsein ist die Quelle Ihrer Verhaltensweisen und Einstellungen

Siehe auch

Unterbewusstsein

Viele Verhaltensweisen und Einstellungen haben Ihren Ursprung in unserem  Unterbewusstsein . Wenn Sie sich ändern wollen, hilft Ihnen deshalb ein rationales Vorgehen über den reinen Willen, sich zu ändern oft nicht viel. Es gilt hier vor allem die Kräfte Ihres Unterbewusstseins zu nutzen. Und dafür eignet sich die Autosuggestion sehr gut, denn durch diese Methode können wir unserem Unterbewusstsein entsprechende Botschaften senden.

Bevor Sie sich mit der Methode der Autosuggestion vertraut machen, ist es sinnvoll, sich zu überlegen, was Sie eigentlich mit der Autosuggestion erreichen wollen. Sie sollten dafür ein möglichst genaues und detailliertes Ziel formulieren.

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

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Einsatzgebiete der Autosuggestion

Autosuggestion lässt sich in sehr vielen Bereichen einsetzen. Sie müssen dabei nur beachten, dass Sie nur sich selbst per Autosuggestion beeinflussen können, nicht aber auch Ihre Mitmenschen. Suchen Sie sich deshalb ein Ziel, das tatsächlich in Ihrem eigenen Wirkungskreis liegt.

Beispiele

  • Verhaltensänderungen – z.B. um mit dem Rauchen aufzuhören, weniger zu essen, gelassener zu reagieren, offener und mutiger zu sein, Launen und Stimmungen zu beeinflussen usw.
  • persönliche Ausstrahlung – z.B. um charismatischer, offener, selbstbewusster zu wirken
  • Einstellungen – z.B. um Ihr eigenes Leben positiver sehen, glücklicher zu sein, zufriedener zu sein, mehr Hoffnung zu haben
  • Gesundheit – z.B. um Ihr Immunsystem zu stärken, Schmerzen zu lindern, Krankheiten zu vermindern u.ä.
  • Kreativität – z.B. um Ihre Kreativität zu steigern, neue Ideen zu finden u.ä.
  • als Entspannungstechnik

Was ist Ihr Ziel?

Als erstes überlegen Sie sich also immer, was Sie mit der Autosuggestion erreichen wollen. Sie können die Beispiele als Orientierung nehmen. Vielleicht möchten Sie die Autosuggestion auch dazu nutzen, um als Elternteil liebevoller zu werden, um eine wichtige Prüfung erfolgreich zu bestehen oder um sich bei der nächsten Gehaltsverhandlung gut präsentieren zu können – Sie bestimmen Ihr Ziel.

Zur Zielformulierung einige Tipps

Tipp

Mehr dazu finden in dem Artikel  Formulierung von Zielen.

  • Formulieren Sie Ihr Ziel positiv. Anstelle von “Ich will nicht mehr wütend werden” schreiben Sie besser “Ich bleibe ruhig und gelassen”.
  • Ihr Ziel sollte nicht zu groß oder unerreichbar sein.
  • Schreiben Sie so viele Details wie möglich zu Ihrem Ziel auf. Je mehr Details, desto mehr Kraft hat Ihre Zielsetzung.
  • Überlegen Sie, warum genau Sie das Ziel erreichen wollen.

Falls Sie Zweifel haben

Viele von uns glauben nicht so recht an die Kraft von Suggestionen. Zu unwahrscheinlich scheint es, Veränderungen durch mentale Techniken zu erreichen. Aber die Kraft des Unterbewusstseins ist tatsächlich erstaunlich. Denken Sie z.B. daran, dass Menschen Kraft ihres Willens eine Krebserkrankung überwinden können oder trotz schwerer Behinderungen Leistungssport betreiben – die Kraft liegt in unserer Einstellung!

Versuchen Sie einfach einmal, Ihre Zweifel beiseite zu schieben und vertrauen Sie auf die Kraft Ihres Unterbewusstseins. Sie haben nichts zu verlieren, sondern nur etwas zu gewinnen.

Suggestionsformeln – auch Affirmationen genannt – sind Schlüsselsätze, die Sie auf der Grundlage Ihrer Zielsetzungen formulieren. Diese Sätze sagen Sie sich dann selbst immer und immer wieder. Dadurch, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit und Konzentration auf diese Sätze – und damit ihre Aussage – richten, bewegen Sie sich fast automatisch in die Richtung.

Beispiel

Sie wollen jeden Tag eine halbe Stunde joggen, können sich aber dazu einfach nicht aufraffen. Einige Suggestionsformeln könnten hier sein:

  • “Ich jogge jeden Morgen eine halbe Stunde und fühle mich dabei wunderbar.”
  • “Meine körperliche Fitness steigert sich von Tag zu Tag.”
  • “Meine Lust zu joggen wird jeden Tag größer und größer.”
  • “Morgens zu joggen ist gut für mich.”
  • “Morgens zu joggen ist für mich das Beste, was es gibt.”

Ihr Unterbewusstsein ist der Schlüssel für den Erfolg Ihrer Affirmationen

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Unterbewusstsein

Ein bisschen vereinfacht könnte man das Ganze einmal so zusammenfassen: Indem Sie sich Ihre Affirmationen immer wieder selbst sagen – laut oder leise – täuschen Sie quasi Ihrem Unterbewusstsein vor, dass Sie bereits daran glauben. Und so wird Ihr Unterbewusstsein dabei helfen, dass Sie sich in diese Richtung bewegen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Affirmationen von Ihrem Unterbewusstsein auch verstanden werden können. Nur wenn die Suggestionsformeln von Ihrem Unterbewusstsein richtig verstanden und aufgenommen werden können, kann Autosuggestion Erfolg haben.

Und so entwickeln Sie erfolgreiche Affirmationen, die Ihr Unterbewusstsein versteht

Im folgenden zeigen wir Ihnen an einem Beispiel, wie Sie nun Ihre Affirmationen erarbeiten. Nehmen wir an, Sie sind jedes Mal, wenn Sie Ihrem Chef gegenüber stehen, sehr unsicher. Sie fühlen sich dabei unwohl, können keinen klaren Gedanken fassen und haben das Gefühl, sich nie richtig gut selbst präsentieren zu können. Demnach weiß Ihr Chef gar nicht, wie Sie wirklich sind und das wurmt Sie. Das wollen Sie nun ändern.

Die Grundformel ist positiv und in der Gegenwartsform

Versuchen Sie als allererstes eine Grundformel zu finden, die Ihr Ziel positiv und in der Gegenwart beschreibt, so als hätten Sie das Ziel schon erreicht. In dem Beispiel könnte die Grundformel lauten: “Ich trete meinem Chef gegenüber souverän und selbstsicher auf.”

Keine Verneinungen

Es ist ratsam, darauf zu achten, dass Sie in Ihren Suggestionsformeln auf Verneinungen verzichten. Viele Mentaltrainer sind der Ansicht, dass unser Unterbewusstsein keine Verneinungen verstehen kann. Wenn Sie sich sagen: “Ich will nicht mehr unsicher sein”, dann versteht Ihr Unterbewusstsein demnach nur “unsicher sein” – und genau darauf wollen Sie sich ja nicht programmieren. Also sagen Sie sich besser: “Ich bin selbstsicher und selbstbewusst .” Da ist die Botschaft an Ihr Unterbewusstsein klar auf Ihr Ziel gerichtet. Beschreiben Sie also besser nie, was Sie nicht wollen, sondern immer was genau Sie anstelle dessen wollen.

Die Affirmationen sollen Sie motivieren

Es geht vor allem darum, Sätze zu finden, die Sie motivieren. Sie sollten möglichst ein Kribbeln im Bauch spüren, wenn Sie Ihre Suggestionsformeln lesen oder sie sich selbst sagen – wie aus Vorfreude, Ihre Ziele zu erreichen. Affirmationen sollen positive Emotionen in Ihnen wachrufen. So motivieren Sie sich mental auf Ihr Ziel.

Verstärken Sie Ihre Emotionen durch Details und Adjektive

Tipp

Schreiben Sie 20 Sätze und Formulierungen auf, die positive Gefühle bei Ihnen hervorrufen.

Verstärken Sie Ihre Affirmationen durch zusätzliche Elemente, die Ihre Emotionen noch stärker anregen. In unserem Beispiel könnte das so aussehen: “Ich fühle mich wunderbar, weil ich meinem Chef gegenüber selbstsicher und ruhig auftrete.” oder “Durch mein selbstbewusstes Auftreten beeindrucke ich meinen Chef. Mein Chef ist stolz und lobt mich. Ich bekomme eine Gehaltserhöhung und werde befördert.”

Spüren Sie für sich selbst, welches die Sätze sind, die Sie emotional motivieren. Suchen Sie ganz gezielt nach Formulierungen und Wörtern, die positive Gefühle bei Ihnen auslösen und bauen Sie sie in Ihre Suggestionsformeln ein.

Verstärken Sie die Wirkung durch Ihren eigenen Namen

Um die emotionale Wirkung noch zu verstärken, können Sie auch Ihren eigenen Namen zu Ihren Affirmationen hinzufügen: “Ich, Stefan Bauer, bin meinem Chef gegenüber selbstbewusst und selbstsicher.”

Sie verstärken damit die Botschaft für Ihr Unterbewusstsein .

Wenn Sie Ihre Basisaffirmation formuliert haben, geht es nun darum, diesen Satz zu variieren und zu erweitern.

Variieren Sie ihre Suggestionsformel

Für die Autosuggestion brauchen Sie nicht nur eine Affirmation zu einem Ziel, sondern mehrere – am besten so viele wie möglich! Variieren Sie deshalb Ihre Suggestionsformel und fügen Sie diese Variationen zu Ihrer Grundformel hinzu. Wie schon gesagt, Sie können nicht zu viele Affirmationen haben – je vielfältiger Sie Ihre Zielbotschaft an Ihr Unterbewusstsein senden, desto stärker wird es aktiviert. Aber Sie sollten auf jeden Fall darauf achten, dass die Botschaft tatsächlich immer dieselbe Aussage enthält.

Wie Sie Ihre Affirmationen variieren können

Verändern Sie einzelne Satzteile – Aus Ihrer Ursprungsformel können Sie weitere Affirmationen entwickeln, bei denen Sie jeweils das persönliche Fürwort, die Ansprache oder die Adjektive verändern, z.B.:

  • “Ich trete meinem Chef gegenüber völlig selbstsicher und selbstbewusst auf.”
  • “Stefan Bauer tritt seinem Chef gegenüber super selbstsicher und ganz selbstbewusst auf.”
  • “Du – Stefan Bauer – strahlst Deinem Chef gegenüber ein großes Selbstbewusstsein aus.”

Verwenden Sie verschiedene Hilfsverben – Sie können auch Wörter wie “darf”, “muss” oder “kann” einfügen:

  • “Ich kann meinem Chef gegenüber jederzeit selbstsicher und ruhig auftreten.”
  • “Ich will meinem Chef gegenüber immer selbstsicher und ruhig auftreten.”
  • “Ich darf meinem Chef gegenüber ohne weiteres selbstsicher und ruhig auftreten.”

Beschreiben Sie Ihre Suggestionsformel als einen Prozess – Formulieren Sie Ihre Suggestionsformeln als einen Vorgang, der immer weiter fortschreitet. So machen Sie Ihrem Unterbewusstsein klar, dass es Zeit hat, immer besser und besser zu werden. Schreiben Sie z.B.: “Ich trete meinem Chef gegenüber immer selbstsicherer auf, jeden Tag mehr und mehr.”

Finden Sie andere unterstützende Affirmationen

Ihre Ziele stehen nicht im luftleeren Raum. Oft hindern uns Einstellungen oder Glaubenssätze daran, unsere Ziele zu erreichen. Deshalb können wir unsere Ziele durch zusätzliche Suggestionsformeln unterstützen. Um solche weiteren Affirmationen zu finden, können Sie fragen:

  • Was muss ein Mensch glauben oder tun, der mein Ziel bereits erreicht hat?
  • Was könnte mich an meinem Ziel hindern und welche Formeln könnten mir dabei nutzen, um dieses Hindernis zu überwinden?
  • Welche Einstellungen wünsche ich mir für mich selbst, die mir gut tun könnten?

Aus den Antworten auf diese Fragen, leiten Sie weitere Suggestionsformeln ab.

Beispiele

Auf die Frage hin, was ein Mensch glauben oder tun muss , der seinem Chef gegenüber selbstsicher und selbstbewusst auftreten kann, lassen sich z.B. folgende Affirmationen entwickeln:

  • Ich bin ein wertvoller Mensch.
  • Ich verdiene es, respektvoll behandelt zu werden.
  • Ich fühle mich überall sicher.
  • Ich kann mir Fehler erlauben. Ich darf Fehler machen.
  • Ich kann jede Situation bewältigen. Ich komme mit allem klar.

Und als Antworten auf die Frage danach, was mich daran hindern könnte, meinem Chef selbstbewusst gegenüber aufzutreten und welche Formeln mir dann helfen könnten, lassen sich z.B. folgende Affirmationen entwickeln:

  • Wenn Sie z.B. wissen, dass Sie Schwierigkeiten haben, Kritik anzunehmen, weil Sie sie immer so persönlich nehmen, können Sie sich sagen: “Ich kann Kritik gelassen annehmen und Kritik hilft mir besser zu werden und zu lernen.”
  • Wenn Ihr Chef Sie immer so nervös macht, dass Sie ganz kribbelig werden, könnten Sie sich sagen: “Ich bin ruhig und gelassen. Ich behalte einen klaren Kopf.”
  • Wenn Sie sich immer verhaspeln oder zu stottern beginnen, wenn Sie mit Ihren Chef reden wollen, dann könnten Sie folgende Formeln wählen: “Ich atme ruhig und kann überlegt und sicher reden, wenn ich meinem Chef gegenüberstehe.”

Auf die Frage hin, welche Einstellungen Sie sich für sich selbst wünschen, könnten Sie z.B. folgende Affirmationen entwickeln:

  • Ich sorge immer gut für mich selbst.
  • Ich nehme mich an.
  • Ich bin ok wie ich bin.

Nutzen Sie auch andere Quellen

Es gibt zahlreiche Bücher, die Affirmationen anbieten. Suchen Sie sich die Suggestionsformeln heraus, die Ihnen gefallen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, sich alle motivierenden Sätze aufzuschreiben, die Sie irgendwo finden. Über die Zeit wächst so Ihr Vorrat an Botschaften, die Sie sich selbst geben können. Ihre Formeln müssen nicht alle ausdrücklich einem Ihrer Ziele dienen. Folgen Sie hier Ihrem Bauchgefühl und Ihrer Intuition und wählen Sie alle Sätze, die Ihnen gut tun. Es gibt kein richtig oder falsch, solange die Sätze für Ihr Unterbewusstsein verständlich sind.

Lassen Sie sich Zeit, um Ihre Suggestionsformeln zu entwickeln – anfangen können Sie auch schon so!

Versuchen Sie nicht, gleich zu Beginn die perfekten Affirmationen entwickeln zu wollen. Suchen Sie sich zunächst Sätze, die bei Ihnen etwas anklingen lassen und die Ihnen intuitiv richtig erscheinen. Beginnen Sie einfach, mit diesen Formeln zu arbeiten. Sie brauchen eine gewisse Zeit, um herauszufinden, welche Suggestionsformeln für Sie wirksam sind. Auch wenn Sie schon mit Ihren Suggestionsformeln arbeiten, können Sie sie immer weiter überarbeiten und verfeinern. Sie können jederzeit Teile herausnehmen und neue hinzufügen, bis Sie die für Sie optimale Sätze gefunden haben, die Ihre jeweilige Absicht wirkungsvoll zu Ihrem Unterbewusstsein trägt.

Nachdem Sie Ihre Suggestionsformeln entwickelt haben, haben Sie vielleicht schon erste positive Veränderungen wahrgenommen. Manchmal reicht es tatsächlich aus, sich mit den eigenen Zielen auf diese Art zu beschäftigen, um Veränderungen zu bewirken. Sie können aber noch bessere Ergebnisse erreichen, wenn Sie gezielt mit Ihren Suggestionsformeln trainieren.

Und so arbeiten Sie mit Ihren Affirmationen

Setzen Sie sich bequem hin und lesen Sie Ihre erste Suggestionsformel leise oder laut. Danach schließen Sie die Augen und wiederholen die Formel 5-10 mal im Geist oder sprechen Sie sie, ohne dass Sie auf das Papier schauen. Wenn Sie sehr viele Affirmationen haben, sagen Sie sich jede Affirmation nur dreimal. Das ganze wiederholen Sie für jede Ihrer Suggestionsformeln. Wenn Sie mit Ihrer letzten Formel fertig sind, fangen Sie einfach wieder von vorne an und das machen Sie insgesamt für eine Dauer von 5-10 Minuten – einmal morgens und einmal abends. Wenn Sie tagsüber die Möglichkeit haben, dann üben Sie für 5 Minuten zwischendurch. Je öfter Sie mit Ihren Affirmationen arbeiten, desto schneller und anhaltender verändern Sie sich. Nach einer Weile brauchen Sie Ihre Suggestionsformeln gar nicht mehr abzulesen, weil Sie sie auswendig können.

Entspannen Sie sich vor Ihrer Übung

Siehe auch

Mental entspannen

Sie können noch bessere Resultate erzielen, wenn Sie sich vorher gezielt mental entspannen, denn Ihr Unterbewusstsein ist im entspannten Zustand aufnahmefähiger.

Üben Sie vor dem Einschlafen

Wenn Sie Ihre Suggestionsformeln bereits auswendig wissen, können Sie sie auch vor dem Einschlafen im Geist sprechen. Ihr Unterbewusstsein ist kurz vor dem Einschlafen besonders empfänglich für Suggestionen.

Veränderungen dauern keine Jahre…

Viele Menschen denken, dass Veränderungen immer langsam und schmerzvoll sind. Die Autosuggestion kann Ihnen dabei helfen, sich schneller und auch leichter zu verändern – manchmal sogar viel schneller als erwartet.

… aber ein bisschen Zeit braucht es meist schon

Der Schlüssel zu Ihrem Erfolg ist die Regelmäßigkeit. Für ein Ziel sollten Sie für einen Zeitraum von 21 Tagen regelmäßig mit Ihren Affirmationen arbeiten. Nach einigen Tagen werden Sie wahrscheinlich bereits erste Veränderungen bemerken. An dieser Stelle ist es wichtig, weiter zu üben, bis die Veränderung wirklich fest in Ihrem Unterbewusstsein installiert ist. Hören Sie nicht zu früh auf, sonst verblassen die neuen Botschaften vielleicht wieder.

Damit Sie das Üben nicht vergessen

Gerade wenn Sie noch nicht an das Arbeiten mit Affirmationen gewöhnt sind, kann es passieren, dass Sie es schlicht vergessen, mit Ihren Affirmationen zu üben. Um das zu verhindern können Sie Ihre Affirmationen z.B. auf die gelben Post-It-Notes schreiben und diese in Ihre Wohnung verteilen. Gute Plätze dafür sind z.B. der Badezimmerspiegel oder der Kühlschrank. Sie können sich auch Lesezeichen mit Ihren Affirmationen machen und werden so immer wieder auf Ihre Sätze schauen, wenn Sie Ihr Buch zur Hand nehmen. Für eine Erinnerung nach einiger Zeit, können Sie sich selbst einen oder mehrere Briefe schreiben und Freunde bitten, diese nach und nach loszuschicken.

Unsicherheit bei der Arbeit mit Affirmationen ist normal

Seien Sie nicht verunsichert, wenn es Ihnen zu Beginn seltsam erscheint, sich selbst Dinge zu sagen, die noch nicht real sind, z.B. “Ich bin schlank” oder “Meine Arbeit füllt mich aus” oder “Ich führe eine harmonische und erfüllte Partnerschaft” Es ist ganz normal, dass Ihnen das am Anfang komisch oder albern vorkommt. Wir sind es einfach nicht gewohnt, uns selbst positive Dinge zu sagen. Viel häufiger senden wir uns statt dessen negative Botschaften. Hier geht es im Grunde nur darum, Ihre alten durch neue Botschaften zu ersetzen. Besonders seltsam wird es Ihnen vielleicht vorkommen, wenn Sie laut Ihren Namen mit einer solchen Affirmation aussprechen. Versuchen Sie es dennoch. Sie gewöhnen sich daran. Lachen Sie ruhig, wenn Ihnen danach ist, aber seien Sie dennoch ernsthaft genug, um konsequent mit Ihren Affirmationen zu arbeiten.

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, um beim Üben die Wirkung Ihrer Affirmationen zu verstärken:

Setzen Sie Ihre Stimme ein

Sie können sich Ihre Affirmationen im Geist sagen oder auch laut. Versuchen Sie einmal, Ihre Stimme zu verändern. Sprechen Sie mit einer leidenschaftlichen und überzeugten Stimme oder schreien Sie Ihre Suggestionsformeln hinaus, wenn Sie dazu die Möglichkeit haben. Versuchen Sie möglichst viel Gefühl in Ihre Stimme zu legen, denn Ihr Unterbewusstsein lernt am besten, wenn Sie starke Gefühle empfinden. Das funktioniert übrigens auch, wenn Sie Ihre Suggestionsformeln im Geist sprechen.

Kraftvolle Gesten

Sie können während Ihrer Übung auch Ihren Körper nutzen und die Botschaften mit entsprechenden Bewegungen und Gesten unterstützen. Ist es z.B. Ihr Ziel, sich besser durchzusetzen, können Sie Ihre Fäuste ballen und mit ihnen in Luft schlagen. Wenn Sie sich selbst annehmen wollen, können Sie zart Ihren Arm streicheln oder Ihre eigene Hand streicheln. Wollen Sie mehr Lebensfreude entwickeln können Sie durch den Raum tanzen. Vielleicht kommen Sie sich anfangs etwas dumm vor – denken Sie dann daran: Unterstützende Gesten erzeugen zusätzliche Energie für Ihre Suggestionsformeln und verstärken ihre Wirkung. Sie können ja auch dafür sorgen, allein zu sein.

Experimentieren Sie

Auch hier können Sie experimentieren, um herauszufinden, was für Sie persönlich am besten funktioniert. Sie können die Suggestionsformeln z.B. auch ganz schnell oder ganz langsam sprechen, so als ob Sie bei einem Plattenspieler am Regler der Geschwindigkeit drehen. Oder denken Sie sich kleine Melodien aus und singen Sie Ihre Affirmationen.

Nehmen Sie sich selbst eine Kassette mit Ihren Suggestionsformeln auf

Vielleicht probieren Sie auch einmal aus, sich Ihre Suggestionsformeln auf eine Kassette aufzusprechen. Anstelle die Formeln immer wieder selbst zu sprechen, können Sie sich Ihre Suggestionsformeln dann anhören. Der Vorteil der Kassettenmethode ist, dass Sie neben dem Üben andere Dinge tun können. Sie müssen dann nicht unbedingt versuchen, genau hinzuhören. Lassen Sie sich einfach von Ihrer Stimme berieseln. Ihr Unterbewusstsein nimmt die Botschaften auch so wahr. Statt die Kassette selbst aufzunehmen, können Sie auch eine gute Freundin oder einen Freund darum bitte, dass sie oder er Ihnen die Kassette bespricht.

Affirmationen schreiben

Tipp

Machen Sie aus dem Schreiben einmal ein kleines Ritual: Schreiben Sie sich Ihre Lieblings- Affirmationen in Ihrer schönsten Schrift auf richtig edles Papier, rahmen Sie es sich und hängen es Sie sich an eine schöne Stelle in Ihrer Wohnung.

Sie können mit Ihren Affirmationen auch arbeiten, indem Sie sie immer wieder konzentriert aufschreiben. Beim Schreiben können Sie sich zusätzlich die Worte selbst sagen. Lesen Sie Ihre Formeln dann durch oder selbst vor und denken Sie über die Worte nach – lassen Sie sie tief in sich wirken.

Üben Sie mit anderen zusammen

Wenn wir unsere Affirmationen öffentlich machen – also Sie z.B. vor anderen Menschen äußern, bekommen sie noch ein größeres Gewicht. Es ist aber nicht immer leicht, sich einer anderen Person so anzuvertrauen. Dies sollten Sie nur dann tun, wenn Sie sich dafür bereit fühlen – zwingen Sie sich dazu bitte nicht. Sie können auch sehr wirkungsvoll allein mit Ihren Formeln arbeiten. Wollen Sie aber unbedingt mit einer anderen Person zusammen üben, dann setzen Sie sich einfach gegenüber, so dass Sie sich gegenseitig in die Augen sehen können. Nun sagen Sie einander abwechselnd Ihre eigenen Affirmationen. Der Andere bestätigt die Affirmation mit einem “Ja” oder “Ja, das stimmt” oder er wiederholt die Sätze in der Du-Form mit Ihrem Namen. So sagen Sie: “Ich bin selbstbewusst .” und Ihr Gegenüber antwortet: “Du, Simone bist selbstbewusst .” Weiterhin können Sie sich auch jeweils gegenseitig die Affirmationen des anderen sagen. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie sich im Alltag gegenseitig mit Affirmationen unterstützen. Das erfolgt dann eben nicht in ausdrücklichen Übungen, sondern eher nebenbei. Sie unterstützen durch Ihre Worte, was der andere sich vorgenommen hat, z.B.: “Du bist zur Zeit sehr ordentlich.”

Es kann passieren, dass sich auch trotz konsequenten Übens keine spürbaren Erfolge einstellen. Dafür gibt es verschiedene Ursachen:

Veränderungen brauchen schon ein bisschen Zeit

Eines vorab: Wenn Sie nach drei oder vier Tagen noch keine Veränderung bemerken, dann ist wirklich noch kein Grund zur Sorge gegeben. Viele Veränderungen brauchen durchaus zwei oder drei Wochen, bis sich die ersten Anzeichen einer Auswirkung in Ihrem Leben zeigen.

Vielleicht sind Sie zu verbissen

Es kann sein, dass Sie Ihr Ziel zu sehr erreichen wollen. Wenn wir etwas zu sehr wollen und wir jede Sekunde darauf lauern, ob wir unser Ziel bereits erreicht haben, setzen wir uns selbst zu stark unter Druck. Lassen Sie in einem solchen Fall Ihr Ziel ein bisschen los und geben Sie Ihren Veränderungen mehr Freiraum. Versuchen Sie darauf zu vertrauen, dass sich die Dinge in Ihrem Sinne entwickeln. Ein solches Vertrauen ist für Veränderungsprozesse sehr wichtig. Machen Sie weiter Ihre Übungen, aber versuchen Sie Ihr Ziel den restlichen Tag über zu “vergessen”. Manche Veränderungen sind wie ein schreckhaftes Tier und kommen nur zum Vorschein, wenn Sie sich unbeobachtet fühlen.

Unterstützen Sie sich darin, eine vertrauensvolle Einstellung zu bekommen

Unterstützen Sie Ihre Übungen z.B. durch folgende Suggestionsformeln:

  • “Ich habe volles Vertrauen darin, dass ich mein Ziel erreiche.”
  • “Meine Übungen bringen mich meinem Ziel täglich näher und näher.”
  • “Ich kann loslassen und vertrauen, dass sich alles zu meinem Besten entwickeln wird.”

Wir tun nichts umsonst – alle Verhaltensweisen haben ihren Sinn

Wenn Sie mit Ihren Suggestionen nicht weiterkommen, kann das auch daran liegen, dass der Zustand, den Sie eigentlich verändern wollen, auf irgendeine Art und Weise doch noch wichtig für Sie ist und Sie ihn deshalb nicht loslassen können. Das kann völlig unbewusst in Ihnen sein. Fast alle unserer Angewohnheiten haben einen Sinn, auch wenn wir Sie vielleicht als störend oder unnütz empfinden. Ein Raucher raucht ja z.B. nicht, weil er seine Gesundheit kaputt machen will, sondern weil er mit dem Rauchen bestimmte Bedürfnisse befriedigt.

Vielleicht will Ihr Unterbewusstsein sich nicht verändern

Wenn Sie sich verändern wollen, kann es passieren, dass Ihr Unterbewusstsein nicht bereit ist, die alte Verhaltensweise aufzugeben. Schließlich erfüllt die Verhaltensweise einen bestimmten Zweck. Dann kann es sehr hilfreich sein, einmal herauszufinden, was Sie unbewusst mit der Veränderung verbinden. Worauf glauben Sie, verzichten zu müssen? Was ist Ihnen so wichtig an dem, was Sie offenbar nicht loslassen wollen? Und machen Sie sich auch die Vorteile dessen klar, was Sie sich als Ziel gesetzt haben.

Nehmen Sie sich mit Ihren inneren Widerständen ernst

Wann immer Sie spüren, dass etwas in Ihnen sich gegen eine geplante Veränderung wehrt, so ist das ein innerer Widerstand. Es macht meist keinen Sinn gegen einen solchen Widerstand mit mehr Härte oder Disziplin anzugehen. Verhandeln Sie statt dessen lieber einmal mit sich selbst. Zeigen Sie sich selbst die Vorteile des angestrebten Zieles. Überlegen Sie sich, wie Sie das Bedürfnis, dass Sie offenbar haben, auf eine andere Art befriedigen können. Gehen Sie dabei behutsam mit sich, Ihren Bedürfnissen und Ängsten um. Oft fürchten wir uns vor Veränderungen, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass wir uns selbst nicht immer nur Gutes antun. Lernen Sie, so gut für sich zu sorgen, dass Sie sich selbst vertrauen können.

Und wenn es trotzdem nichts bringt

Es kann sein, dass Sie trotz allem keinen Erfolg mit der Autosuggestion haben. Dann liegt Ihnen vielleicht einfach diese Methode nicht. Es gibt Menschen, die ungern mit Affirmationen arbeiten oder denen diese Methode nicht viel bringt. Dann sollten Sie nicht einfach weitermachen oder alles andere kategorisch ablehnen. Es stehen Ihnen immer noch andere Mentaltechniken zur Verfügung – probieren Sie aus, was für Sie das Richtige ist.

Literatur zum Thema:

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