Haben Sie Frustrationstoleranz?

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Es gibt eine Fähigkeit, die uns langfristig dabei hilft, ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben zu führen. Es geht um die Frustrationstoleranz, also die Fähigkeit Frust, Probleme und Rückschläge aushalten zu können und konstruktiv damit umzugehen.

Wenn wir etwas im Leben erreichen wollen, das einen bestimmten Einsatz erfordert (z.B. eine Diplom- oder Doktorarbeit schreiben, einen Lehrgang oder Fernstudium abschließen oder sich eine erfolgreiche Selbständigkeit aufbauen) dann werden wir früher oder später auf Schwierigkeiten stoßen, die uns frustrieren und die Stress verursachen.

Jemand mit einer hohen Frustrationstoleranz ist in der Lage, diese Schwierigkeiten auszuhalten und trotzdem weiterzumachen. Auch wenn es auf dem Weg manchmal schwierig wird und Einsatz und Disziplin erfordert, wird er durchhalten.

Jemand mit einer niedrigen Frustrationstoleranz wird angesichts von Problemen normalerweise

  • aufgeben und sich ausdrücklich von seinem Ziel verabschieden,
  • einfach nichts mehr für das Ziel tun oder
  • die notwendigen Handlungen immer weiter aufschieben und
  • sein Ziel aus den Augen verlieren.

Wie sieht das bei Ihnen aus? Wie gehen Sie normalerweise mit den Steinen um, die sich Ihnen in den Weg legen?

Ich beiße mich durch und erreiche letztlich, was ich will.
Ich verabschiede mich bewusst von meinem Ziel.
Ich schiebe die notwendigen Handlungen auf und verliere mein Vorhaben dann aus den Augen.

Um Ihre Frustrationstoleranz zu erhöhen, können Sie sich einmal nach dem Grund dafür fragen, warum Sie überhaupt frustriert sind. Oft haben wir nämlich die irrationale Erwartung, dass die Arbeit an unseren Zielen in jedem Fall leicht sein und Spaß machen muss. Und wenn wir dann eine gegenteilige Erfahrung machen, bringt uns das so aus dem Gleichgewicht, dass wir unser Ziel aufgeben oder aufschieben.

Leute mit einer hohen Frustrationstoleranz wissen: Die Arbeit an meinen Zielen wird manchmal schwierig und manchmal auch unangenehm sein. Aber damit kann ich umgehen. Ich schaffe es trotzdem und beiße mich durch, weil mir mein Ziel wichtig ist.

Der Unterschied liegt also auch in der Erwartung. Versuchen Sie mit möglichst realistischen Augen auf Ihr Vorhaben zu schauen. Wenn Sie ein Ziel erreichen wollen, dann sagen Sie sich selbst im Vorfeld:

  • Jedes Ziel hat seinen Preis – auch mein Ziel.
  • Nirgendwo steht geschrieben, dass es leicht sein muss, mein Ziel umzusetzen, auch wenn ich mir das vielleicht wünsche.
  • Die Arbeit an meinem Ziel kann manchmal unangenehm sein, aber ich tue dann trotzdem, was getan werden muss, weil mir Ziel wichtig ist.

Wenn Sie sich diese Einsichten regelmäßig klarmachen, dann lernen Sie mit der Zeit, auch mit Frustrationen und Schwierigkeiten umzugehen. Und wenn Sie lernen, Frustration auszuhalten, dann werden Sie leichter erreichen, was Sie erreichen wollen.

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Kommentare

  • ZumThema Frustrationstoleranz:
    Wenn man sich ein paar Dinge, die man hinzunehmen hat, mal näher ansieht, wird diese Toleranz schon ziemlich strapaziert: Um ihren Schinken als original italienischen Parmaschinken anbieten zu können, werden dänische Schweine über Stunden nach Italien transportiert und dann dort geschlachtet (eine Quälerei, die man verbieten müsste, was aber nicht erfolgt). Aber, wenn jemand sich z. B. sein Aspirin preiswerter in den USA bestellt, werden unsere Behörden plötzlich aktiv (indem sie die Ware beschlagnahmen und dem, der sie bestellt hat, möglichst noch Kosten und Ärger bereiten).
    Wir dürfen hochprozentigen Alkohol trinken und Tabak rauchen, aber wehe, wir denken nur daran, evtl. einen (vermutlich vergleichsweise harmlosen) Haschischtee zu konsumieren – wo ist da die Logik? Nirgends! Aber wir haben das hinzunehmen bzw. zu schlucken.
    Zum Thema Durchhalten über frustrierende Durststrecken hinweg: Meine Erfahrung ist, dass die Motivation hierfür sehr hoch sein muss (und dass ein derart hohes Motiviertsein sich nicht erzwingen lässt). Wenn ich in Bezug auf irgend eine Sache motiviert war, sind mir die Schritte in Richtung zum Ziel fast immer leicht gefallen und habe ich das Wenige, das vielleicht anfangs schwierig war, dann gern in Kauf genommen. Vermutlich kann Vernunft eine Triebfeder sein, aber ich denke mal, sie kann mit wirklicher Motivation nicht mithalten.

  • Diese Darstellung nebst Lösung erscheint mir ziemlich pauschal. Meine Frustrationstoleranz häng sehr wesentlich davon ab, ob mich eine Aufgabe interessiert oder nicht. Das ist eine wesentliche Eigenschaft von uns Asperger Autisten.

    Ist mir eine Sache wichtig und interessant genug, bin ich durchaus in der Lage, das damit verbundene Ziel hartnäckig zu verfolgen. uninteressante Dinge springen dann locker über die Klinge, bleiben liegen und werden nicht weiter verfolgt.

    Ich habe in den Jahren gelernt, bewußt auch nur die Dinge als Ziel ins Auge zu fassen, die meiner Interessenlage entsprechen und zu den Eigenschaften eines Aspies passen.

  • Ich kann mich selber beeinflussen, meine Reaktionen, meine Vorgehensweisen etc. . Was ich allerdings nicht in der Hand habe (bzw. “kontrollieren” kann, sind die Reaktionen der anderen. Dies zeigt sich in allen Beziehungen. Auch im Job, wenn Entlassungen anstehen, dann habe ich nicht in der Hand, wie über meinen Kopf entschieden wird. Denn wie die Realität zeigt, ist sich selbst jeder der nächste. Und wer eben “oben” in der Entscheidungs-Hierachie ist, wird den “unten” auf die Strasse setzen, damit er selber bleiben kann. Wenn solche Prozesse dann auch noch gesetzlich gestützt sind (Bsp.: Sozialplan, Punkteverfahren), dann kann ich mir noch so einen abstrampeln und es ist zwecklos. Gesetz gilt. DAS sind FRUSTRATIONEN die nicht berechenbar sind, dennoch schwer über ein persönliches Leben entscheiden. Hier hilft der beste Kurs nicht mehr.
    Klar, ich kann dann danach entscheiden, wie es weitergeht, entsprechende Konsequenzen ziehen etc. Jedoch steht man ratz fatz vor einem Scherbenhaufen, den man nicht verschuldet hat. Bzw. doch, man hatte eben das Pech, in der Hierarchie unten zu sein. Selber schuld. …..

  • Beim Lesen ist mir gerade klar geworden, dass ich keine sehr hohe Frustrationstoleranz habe.
    Vieles habe ich schon erreicht, das meiste davon ist mir jedoch relativ leicht gefallen. An der Stelle, an der es dann wirklich Arbeit wird, breche ich ab. Dann finde ich immer wieder Gründe, warum es doch gar nicht so wichtig ist z.B. 5 Kilo abzunehmen, regelmäßig Yoga zu üben oder als Lektorin frei predigen zu können.

    Es ist, als ob ich gegen eine Mauer laufe, wieder aufstehe, es noch ein- oder zweimal probiere und dann feststelle, dass es doch gar nicht so wichtig sei, dies Hindernis zu überwinden.

    Mal sehen, ob es mir zukünftig gelingt, zumindest kleinere Mauern (sprich: Herausforderungen, Aufgaben oder Probleme) dranzubleiben und diese zu überwinden.

  • Frust zeigt doch an, dass wir im Leben in eine
    Situation geraten sind , die wir am liebsten umgehen
    würden. Mit anderen Worten: der Verstand sträubt
    sich die Situation anzunehmen, obwohl diese in diesem
    Augenblick unausweichlich ist.

    In bestimmten Lebensbereichen haben wir Alle
    unsere Schwierigkeiten, denen wir uns nicht
    entziehen können, auch wenn wir z.B. einen Arbeitsplatzwechsel
    vornehmen, dass uralte Problem wird sich auf irgendeiner weise wieder zeigen, weglaufen ist nicht… die Situation
    anzunehmen und zu lernen uns bewußt zu werden dass
    wir nicht weglaufen können.
    ( ein bsp. ich spiele Tischtennis im Verein und
    werde frustig wenn ich im Spiel etwas von mir
    fordere, für das mein Vertrauen nicht ausreicht.
    Hätte ich genug Vertrauen in meine Fähigkeiten,
    würde mein Verstand nicht ständig im Wege stehen.
    Ich habe Erwartungen an mich, die ich nicht erfüllen
    kann, weil mir das Vertrauen fehlt. Im Zustand
    des Vertrauen des Fließen lassen, gelingt eigentlich
    so gut wie Alles. Um diesen Zustand zu erreichen, muss
    ich mich in meiner Haut super wohl fühlen.
    Nach dem Motto : wenn ich mir erlaube schlecht zu sein,
    bin ich gut.

  • Frustrationstoleranz, die habe ich schon, ich möchte ja mal Dipl. Ingenieur werden. Wie heisst das Sprichtwort so schön, einem Ingenieur ist nichts zu schwör…

    Deshalb möchte ich mein Ziel auch durchziehen.
    Heute ist es mir allerdings mal wieder misslungen. Den ganzen Tag im Internet einen Schrott gemacht….

    Scheissdreck, muss die Tage echt wieder besser werden….

  • Lieber Ralf,
    jeder Tag ist für mich eine besonderes Geschenk, den ich persönlich ausfüllen und anreichern kann – ich muß es aber nicht, ich kann und darf! Die Entscheidung liegt nur bei mir – andere vorgeschobene subjektive Beweggründe, etwas so oder so tun zu müssen, führen immer in eine Sackgasse!Um aus einer solchen herauszukommen, benötigt man die doppelte Energie, die viel sinnvoller im Vorfeld hätte investiert werden können; so motiviere ich mich seit einigen Jahren – und hier ist tägliches (!) Training angesagt – stets im worst case, indem ich bei jedem Projekt ( ich rede vom Projekt = nicht vom Problem, da dieser Begriff schon negative Energien wie paralysiert sein, Panik …. beinhalten ! )die schlimmsten Auswirkungen im Vorfeld simuliere, um daraus ableitend ruhig und besonnen Maßnahmen oder Argumentationen zu rekrutieren, damit so etwas erst gar nicht passiert. Jeder Mensch kann dadurch viel entspannter ohne jede Angst oder Phobie jedes Projekt angehen, ob im Privat-/Familien- oder beruflichen Leben! Dafür ist nur eine modifizierte Blickrichtung erforderlich! Es liegt an jedem Menschen selbst …….
    Norbert

    • Susanne

      Mit wird teilweise vorgeworfen, zu viel über ungelegte Eier nachzudenken, aber das Gefühl, auf einen worst case (falls er sich ergeben sollte) vorbereitet zu sein (also, Strategien parat zu haben, falls er eintreten sollte), das ist doch SEHR beruhigend.

  • Für mich ist Frustration ein natürliches Zeichen, möglichst rasch etwas an einem Verhalten, das mit dem Frust einher geht oder an meiner Einstellung zu dem Verhalten zu verändern. Das ist für mich vergleichbar mit dem Griff in eine Kerzenflamme, der mich postwendend dazu auffordert, das so nicht mehr zu tun.

    Frustation zeigt mir, dass ich von der Idealspur im Leben abgewichen bin. Das kann z. B. eine Aufforderung sein, eine bestimmte Arbeit nicht mehr zu tun. Oder sie so wie bisher nicht mehr zu tun, mir helfen zu lassen oder eine andere Einstellung dazu zu finden. Es muss also nicht bedeuten, etwas unabgeschlossenes oder ein Ziel vorzeitig hinzuwerfen.

    Ich kann entweder das Frustrierende durch etwas Neues ersetzen oder es lieben lernen.

    Je früher ich auf die ersten Zeichen von Frust und schlechten Gefühlen reagiere und nach guten Lösungen und besseren Möglichkeiten frage und forsche, desto schadloser komme ich in ein gutes Fahrwasser.

    Ich neige also eher dazu zu sagen: runter mit der Frusttoleranz, dafür erhöhte Achtsamkeit auf die Gefühle und flexible Bereitschaft, die Zeichen richtig zu deuten und alle Verbesserungsmöglichkeiten zu nutzen.

    herzliche Grüße

    Tobias

  • Also ich glaube, dass ich eine recht große Frustrationstoleranz habe. Wichtig ist dabei, dass – wie oben bereits schon einmal erwähnt – das Ziel sinnvoll ist. Dabei habe ich in meiner Arbeit als Sonderschullehrerin besonders im Umgang mit autistischen Schülern schon neben Begeisterung auch viel Geduld aufgebracht.
    Allerdings habe ich mittlerweile auch Frustrationstoleranz in der Hinsicht, dass ich Frustrationen tolerieren kann und auch akzeptieren kann, dass ich unter den jeweiligen Umständen nicht jedes Ziel erreichen kann. Insbesondere in Beziehungen kann ich ja nur Angebote machen. Ob meine Mitmenschen diese annehmen oder nicht unterliegt nicht meinem Einfluss.

  • Das die Arbeit an einer Zielerreichung Spaß machen muss und soll, ist für mich keine irrationale Erwartungshaltung, sondern notwendige Voraussetzung. Von Dingen, die nachhaltig keinen Spaß machen sollte man sich getrost verabschieden.

    Natürlich macht nichts zu 100% Spaß, aber um einmal eine Größenordnung zu nennen: 80 % sollten es schon sein. Ein Studium beispielsweise, das diesen “Spaßfaktor” nicht aufweist sollte ernsthaft überdacht werden. Meiner Ansicht nach gilt das gleiche auch für andere Tätigkeiten.

    Leicht zu erreichen müssen dagegen die gesetzten Ziele nicht sein, erreichbar jedoch schon. Dabei ist in der Tat, ein ausgeprägtes Durchhaltevermögen und auch eine gewisse Frustrationstoleranz unumgänglich.

    Das soll und darf aber keinesfalls zur Quälerei ausarten. Ausgesuchte Projekte oder auch Ziele würde ich eher als eine Art Marathonlauf sehen. Man erreicht das Ziel keinesfalls beim ersten Anlauf, läuft auch nicht jeden Tag die gleiche Zeit, aber man kommt bei andauerndem Training dem Ziel immer näher, nicht ohne Anstrengung und Disziplin, aber bitte nur mit Spaß und Motivation.

  • Ich denke das hängt auch stark vom Selbstwertgefühl eines Menschen ab. Jemand der viel von sich selbst hält, lässt sich nicht so schnell entmutigen, wie jemand der innerlich unsicher ist. Unsichere Menschen lassen sich leichter manipulieren und beeindrucken.

  • Guten Abend.
    Meine Frusttoleranz ist hoch, wenn ich eine Aufgabe erfülle, deren Sinn ich einsehe!

    Leider ist es (insbesondere in meinem Berufsleben) häufig erfoderlich, Aufgaben zu erledigen, die mir von einer vorgesetzten Stelle (Ministerium) aufgegeben werden. So etwas nennt sich dann “Erlass” und dem habe ich als Beamtin Folge zu leisten. Egal wie schwachsinnig das manchmal ist. In diesen Fällen lag meine Frusttoleranz immer sehr niedrig und ich habe mich über jede Kleinigkeit aufregen können. Inzwischen kann ich meine Emotionalität in diesen Fällen abstellen. Die Aufgabe wird erledigt, berührt mich aber nicht mehr.
    Gruß
    Anja

    • Susanne

      Ich glaube, in manchen Fällen (z. B. Vorschriften, die einem absurd erscheinen) bleibt einem wohl nur, sich in der Kunst zu üben, sich emotional davon nicht berühren zu lassen.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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