Ich will ein Opfer sein!

Ein Coaching ist dir zu teuer? Dann sei clever und hilf dir selbst!

Hier bei Zeit zu leben geht es ja darum, das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Es geht darum, sich zu überlegen, was man will und sich dann aufzumachen, mehr davon zu bekommen. Wobei das natürlich für jeden etwas anderes ist: Der eine will mehr Geld verdienen, die andere sucht inneren Frieden und weniger Gefühlsschwankungen und wieder andere möchten einen Beruf, der für sie Sinn macht und sie ausfüllt.

Wir haben für uns die Erfahrung machen können, dass wir unser Leben gestalten können und dass wir in vielen Punkten Wahlfreiheiten haben, mit denen wir uns ein Leben schaffen können, das wir mögen und das zu uns als Persönlichkeit passt. Und zwar gelingt uns das entweder, indem wir unsere Umstände ändern oder ungeliebten Umständen entfliehen oder indem wir unsere Einstellung zu unserer Situation ändern.

Natürlich muss niemand auch diesen Weg gehen, aber wir sind fest davon überzeugt, dass es ein guter Weg ist – und genau deshalb schreiben wir auch so oft darüber. :-)

Wenn wir nun über diese Grundidee der aktiven Lebensgestaltung schreiben, gibt es auch immer ganz viele, die anzweifeln, dass man sein Leben überhaupt beeinflussen kann und die sagen “Ich kann ja nichts tun. Ich habe keine Macht über mein Leben und meine Situation”. Und nicht nur das, manche reagieren sogar sehr verärgert, wenn wir andeuten, man könne sein Leben zum Positiven hin ändern, indem man für sich selbst und die eigene Situation Verantwortung übernimmt und bereit ist, sich selbst zu ändern und an sich zu arbeiten.

Ich frage mich in letzter Zeit öfters, woran das liegt, dass manche Menschen regelrecht darauf bestehen, Opfer des Systems oder Opfer ihrer Umstände zu sein und dass sie nichts tun und nichts ändern können.

Sind wir beide vielleicht wirklich auf dem falschen Dampfer? Haben tatsächlich viele Menschen wirklich keine Chance, ihr Leben zu ändern? Haben also vielleicht die, die ihr Leben mögen, wirklich nur Glück gehabt?

Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht daran, dass ein schönes und erfülltes Dasein allein eine Sache des Glücks und des Zufalls ist. Ich kenne inzwischen auch einfach zu viele Menschen, deren Situation sich dramatisch verbessert hat, nachdem sie Verantwortung für sich selbst und ihr Leben übernommen haben.

Ich habe eine andere Theorie, warum manche Menschen so grantig werden, wenn man ihnen sagt: “Es ist dein Leben, also musst du etwas ändern, wenn sich etwas ändern soll”: Vielleicht liegt es daran, dass es zu schmerzhaft wäre, sich einzugestehen, dass wir selbst für unsere Situation (Mit)Verantwortung tragen, weil viele das mit Schuld gleichsetzen?

“Ach so,… mir geht es nicht nur schlecht, es ist nicht nur so, dass mir niemand hilft, und es ist nicht nur so, dass die Welt schlecht ist… ich bin also auch noch selbst daran Schuld, weil ich hätte ja etwas anders machen können. Na toll…”

Wenn ich so denke, dann ist es natürlich schmerzhaft, wenn jemand mir sagt: Du kannst dein Leben zum Besseren ändern, wenn du willst. Dann empfinde ich das wahrscheinlich als Hohn, wenn mir jemand durch die Blume sagt, ich wäre eben selbst Schuld.

Aber der entscheidende Punkt ist: Es ist in diesem Zusammenhang absolut nicht nützlich über Schuld nachzudenken. Es ist belanglos und irrelevant, wer “Schuld” an meiner Situation ist. Der Staat schenkt einem nicht plötzlich Geld, nur weil man ihm die Schuld zuweist. Ich kann meine traumatische Kindheit auch nicht ungeschehen machen, indem ich meinen Eltern die Schuld für meine Situation gebe. Und der Wirtschaft und der Politik ist es restlos gleichgültig, ob Sie diesen Systemen die Schuld für Ihre Situation geben oder nicht.

Es nützt nichts. Es hat keinen Sinn. Man ändert damit nichts zum Positiven.

Schuldzuweisungen dienen eigentlich nur einer Sache: Der eigenen Selbstberuhigung. Die anderen sind Schuld, also muss ich ja nichts tun und ich kann so bleiben, wie ich bin.

Falls Sie sich also auch irgendwann mal als Opfer fühlen (und wer tut das nicht von Zeit zu Zeit), dann hilft es vielleicht, wenn Sie sich etwas in der Art sagen, wie:

“Es geht mir im Augenblick nicht gut und ich weiß, dass es absolut nichts bringt, jemand anderen die Schuld dafür zuzuweisen, auch wenn es verführerisch ist. Es gibt nur einen, der etwas an meiner Situation ändern kann und das bin ich. Ich weiß zwar im Augenblick noch nicht wie, aber ich kriege das hin. Ich kann dazulernen, andere um Rat fragen und mir Hilfe holen. Aber es ist meine alleinige Aufgabe und meine Verantwortung dafür zu sorgen, dass es mir besser geht.”

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Das eigene Leben besser machen

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Kommentare

  • Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß man es manchmal einfach alleine nicht schafft, etwas zu verändern. Alte Denk- und Verhaltensmuster können leider sehr hartnäckig sein. Doch eine Therapie, z.B. Verhaltenstherapie, kann wirklich helfen! Nur Mut! Meine eigene Lebensqualität hat sich seitdem sehr verbessert.

  • Diese Menschen sind nicht verärgert, weil sie “selber Schuld” sind. Das wissen sie. Was sie verärgert ist der Umstand, dass sie nicht wissen, was sie ändern müssen. Etwas zu tun, um etwas zu ändern – ist ein orgineller Ratschlag und üblicherweise total Sinnlos, da völlig unpräzise und unnütz.

    • Torsten

      Das war gerade das Outing eines Menschen der Opfer sein will…..;-)

  • Ein wunderbarer beitrag und so wahr! Meine halbe familie will und ich kann nach so vielen jahren wirklich, “will” sagen, opfer sein! Egal was kommt, die anderen sind schuld , sich ja nicht mit sich selbst auseinander setzen muessen! Ich musste leidvoll bei meiner mutter und jetzt bei meiner schwester erfahren, dass man da nicht helfen kann! Man kann nur anstand zu solchen menschen nehmen und seinen eigenen weg gehen!

  • Viele der Kommentare vom Jahre 2008 zeigten, wie unterschiedlich Erfahrungen, Erwartungen, Meinungen zum Thema “eigene Verantwortung und Schuld” sein können.
    Meines Erachtens gibt es konkrete private, berufliche, gesellschaftliche Situationen, in denen wir uns berechtigt als Opfer fühlen, als Täter auftreten bzw. beschuldigt werden können, wo wir als Helfer gefordert werden – doch wir können uns dabei leider auch irren.

    W. Ritter, ein Partnerschaftsberater, schrieb in “Beziehungen zu mir und anderen”, Basel 1996:
    “Kannst Du Dir vorstellen, ganz für Dich verantwortlich zu sein?
    Dann ist es so:
    Niemand lügt Dich an, aber Du lässt Dich anlügen!
    Niemand ärgert Dich wegen Nebensächlichkeiten, aber Du lässt Dich auf Nebensächlichkeiten ein!
    Niemand nützt Dich aus, aber Du lässt Dich ausnützen!
    Niemand erpresst Dich mit Deiner Gutmütigkeit, aber Du lässt Dich erpressen!
    Niemand ist mächtig über Dich, aber Du gibst gewissen Leuten Macht über Dich!
    Kannst Du Dir vorstellen, wirklich ganz für Dich verantwortlich zu sein?
    Willst Du`s versuchen? Immer, immer wieder?
    (Gekürzt)

    Auf solche Versuche, einander unterstützend, sollten wir nicht verzichten?

    Als Kind erlebte ich nach 1945, dass die meisten erwachsenen Deutschen sich damals unschuldig fühlten. Sie versicherten, entweder von Mahnungen vor Hitlers Wahl und von späteren Verbrechen nichts gewusst, aus Furcht vor Nachteilen geschwiegen oder höchstens gezwungenermaßen mitgemacht zu haben. Die Mehrheit habe dem “Führer” vertraut, Warnungen nicht gehört oder ihnen nicht geglaubt. Da er gelogen habe, sei er der Verantwortliche.

    Wie vor 8 Jahren sind 2016 weltweit Leben, Gesundheit, Besitz von Millionen Kindern und Erwachsenen bedroht durch (von Menschen geplante, geführte) Kriege, Terroraktionen, durch Nichtgewähren von versprochenen Menschenrechten..
    Wenn wir zu den Bedrohten und Opfern sagen: “Es ist allein Eure Aufgabe und Eure Verantwortung, dafür zu sorgen, dass es Euch besser geht!”, werden sie uns das glauben?
    Jeder ist und sei sich selbst der Nächste, der zu lieben ist?
    G. Steineckert schrieb mal: “Wie auch immer die Misere ist, in die wir hineingeboren werden ( und allzu glänzende Verhältnisse sind auf andere Weise nichts anderes), man kann immer anderen die Schuld geben. Damit lässt man sie zu nahe an sich heran und räumt ihnen falsche Größe ein.
    Es ist fraglos, dass diese Welt hier ungerecht ist. Dagegen kann einer nur wenig tun, aber eben dies darf er nicht unterlassen.”
    Wie handelt, wer diese Forderung für richtig hält?

  • Lieber Ralf,
    ich möchte Dich und Dein Team bitten Dich nicht von den von Dir genannten Opfern zu distanzieren. Es gibt Menschen, die möchten vielleicht Opfer sein, weil die Angst größer ist, aber dann ist es genau so. Es gibt wahrscheinlich viele Mensch mit einer depressiven Erkrankung, die Deine Seiten aufrufen (dahin geht ja auch dein Ruf), die hängst du ab, wenn Du ihnen unterstellst, dass Sie letztendlich selbst Opfer sein wollen. Es gibt Prädispositionen und Schicksale, da muss man schon ein Held sein UND Glück haben, um nicht unglücklich zu werden und zu bleiben. Das ist traurig und nicht ärgerlich, wenn es jemand nicht mehr schafft. Es gibt Umstände, die es erschweren, und wenn man viel mit alten Menschen im Heim spricht, erlebt man, dass aus kompetenten Mensch Opfer der Umstände werden, deren Griesgrämigkeit mehr als verständlich ist (aber sie hätten auch nicht vorzeitig die Wohnung für die Jungen aufgeben müssen… um jetzt zu jammern…). Gut, aber die Lesen die Senftleben Seiten wohl eher nicht. Trotzdem sollten wir als Gesellschaft Verantwortung für die Möglichkeit des Glücks anderer übernehmen, und das ist es ja auch was Deine Blogs tun. Dazu gehört aber auch die Verantwortung, die (geduldig) mitzutragen, die es eben nicht schaffen. Das ist sehr schwer, v.a. wenn man dafür, wie Du auch noch böse angemalt wird, und absolut nicht gerechtfertigt, aber doch Teil des Jobs, wenn man Hilfen und Unterstützung anbietet. Mancher braucht diesen Deinen Aufruf vielleicht, aber die sich bemühen und es dennoch nicht schaffen, lässt Du damit alleine.
    Ich freue mich sehr über Deine Arbeit und Deine positive Sichtweise und vielleicht muss das öfter geschrieben werden, damit Du genug Kraft hast, die nicht Motivierbaren mitzutragen und die Unverschämten zu ignorieren.
    Viele Grüße
    Sonja

    • Claudia

      Danke Sonja, für diese Ergänzung.
      Ich halte es auch für wichtig zu schauen, was hinter der Weigerung zur Verantwortungsübernahme steckt.
      Vielleicht geht es ja sogar um ein “Gesehen werden” als Opfer. Vielleicht waren diese Menschen einmal wirklich welche: Vielleicht als Kinder, die in schrecklichen Familienverhältnissen gelebt haben, vielleicht als Erwachsene als Opfer von Gewalt oder Trauma. Vielleicht war die Situation eigentlich zu groß um alleine damit fertig zu werden und es war keine Hilfe da.
      Auch wenn wir es nicht gerne hören wollen: Es gibt Situationen im Leben von Menschen, denen sie zunächst völlig hilflos gegenüber stehen, in denen sie sich nicht nur als Opfer erleben, sondern wirklich Opfer sind. Und das hinterlässt manchmal Spuren und Einschränkungen, die es schwer oder nahezu unmöglich machen, den Weg aus dem Opferstatus wieder heraus zu finden.
      Ich glaube, dass der Opferstatus und seine Folgen auf das Verhalten, vielleicht sogar die Persönlichkeit zunächst anerkannt werden müssen. Um die Begrenzungen zu verstehen, muss ich sie ja erst einmal erkennen. Und erst dann kann eine Befreiung davon als Möglichkeit wahrgenommen werden.
      Das Dilemma ist, dass eingebaute psychische Schutzmechanismen alles tun, um die Situation zu stabilisieren. Die Konfrontation mit großen inneren Schmerzen soll um jeden Preis vermieden werden. Das Verbleiben im Opferstatus bietet diesen Schutz und solange nicht hinterfragt wird, welcher Preis dafür gezahlt wird, gibt es keine Veranlassung etwas zu ändern.
      Und manchmal schreiben solche Menschen dann böse Mails zur Abwehr. Sie wollen sich schützen, indem sie euch angreifen. Nicht schön und sicher nicht leicht auszuhalten. Und doch: Immerhin lesen sie eure Seite.
      Ihr macht grandiose Arbeit! Danke dafür!

  • ALSO ICH GALUBE AN DIE MACHT DER EIGENEN GEDANKEN UND DIE KANN MAN LENKEN – ICH MACHE WANN IMMER ICH MAL WARTEN DARF ODER EINE SCHÖNE HERAUSFORDERUNG AUF MICH WARTET – POSITIVE GEDANKENMANIFESTATIONEN – ZUM BEISPIEL: GESUNDHEIT, ODER GARTEN, SONNENSCHEIN, SCHMETTERLINGE IM BAUCH…UND WENN MAN DANN NOCH -ICH LIEBE “GESUNDHEIT” DAVOR SETZT HAT DAS EINE LICHTVOLLE KRAFT UND MAN PROGRAMIERT SANFT SEINE INNERE EINSTELLUNG INS POSITIVE UM. DAS UNTERBEWUSSTSEIN BEKOMMT DAN AUCH KEINEN (STRESS) ALS WENN MAN SAGT “ICH BIN GESUND” UND MAN HAT DANN EIN “WEHWEHCHEN” ALSO IMMER NUR POSITIVE SCHÖNE WÖRTER DIE EINEM EBEN SELBER GEFALLEN!
    PROBIER DAS MAL WIRST SEHN IST GANZ EINFACH! EURE SABINE AUS SALZBURG :-)

  • Lieber Hubert, ich denke der Schlüssel um den es hier geht, sind nicht Macht- und Herrschaftsverhältnisse, sondern der Blick, den man auf das Leben hat: Wenn man in Armut lebt, will ich nicht bestreiten, dass dies ein schweres Los ist, jedoch kann man immer auf das schauen was die „Reichen“ haben und sich relativ depriviert fühlen, oder man ist glücklich und zufrieden mit dem was man hat. Natürlich können viele Menschen aufgrund der Systemstruktur nicht viel an ihrer sozialen Lage ändern, aber ihre Einstellung, ihr Blickwinkel ist etwas, dessen Veränderung sehr wohl in ihrer Macht liegt. Und manchmal kann man allein durch einen Perspektivwechsel schon sehr viel mehr Lebensqualität gewinnen. Ich denke, das ist die eigentliche Kernaussage dieses Artikels.

    Lieber Norbert, ich denke es läuft tatsächlich nach der Formel „Love it, change it or leave it.” Jedoch bin ich im Gegensatz zu dir der Meinung, dass so ein “Leave it.” niemals ohne innere Veränderung vonstatten gehen kann. Es geht hierbei nicht um Flucht vor Lebensaufgaben, sondern über die Reflexion darüber, was man ändern kann und was nicht und die Weisheit, das eine vom Anderen zu unterscheiden. Und genau diese bringt uns ein Stück näher zu uns selbst.
    Oder anders: Das „Love it“ meint meiner Ansicht nach nichts anderes, als die schönen Seiten des Lebens, die „sonnige“ Seite der Medaille wieder zu erkennen, ganz im Sinne eines neu gewonnenen Optimismus.
    Es geht also nicht darum, vor sich selbst zu flüchten, sondern zu erkennen was einen unglücklich macht und dieses zu verändern („change it“), vielleicht auch im Sinne einer Neu-/ bzw. Um-Bewertung. Können wir die belastende Situation trotz neu gewonnener Denk- und Handlungsmuster nicht verändern, sollten wir sie verlassen („leave it“) und keine Kraft in ihre Änderung mehr investieren, die wir für uns brauchen.

    Liebe Rita, ich stimme dir zu. Jedoch kann ich aus Erfahrung sagen: Eine Veränderung ist leichter, wenn man noch Kraft hat, deshalb darf man nicht zu lange aushalten, nicht zu lange warten…
    Nur man selbst kann sich glücklich machen, das darf man von niemand anderem erwarten! Und der Weg dorthin ist steinig und schwer, und er dauert manchmal sehr lange, man erlebt immer wieder harte Rückschläge. Aber: Es lohnt sich!
    Ich empfehle an dieser Stelle das ausgezeichnete Buch von Eva-Maria Zurhorst: „Liebe dich selbst und es ist egal wen du heiratest!“

    Lieber Jan, ich selbst habe ähnliche Erfahrungen gemacht und möchte dich daran teilhaben lassen:
    1. Um seine alten „falschen“ Denk-und Handlungsmuster zu erkennen, braucht es eine starke Selbstreflexion, viel Zeit und Mühe
    2. Diese nach der Erkenntnis langfristig zu verändern dauert noch viel länger und erfordert Disziplin, Aufmerksamkeit und eine noch bessere Selbstreflexion, um Gedankenstops und aktives Umdenken zu ermöglichen
    (Diese Zeit habe ich mir allein mit mir genommen, und auf Partnerschaften verzichtet, da sie mich schnell in alte Muster zurückgetrieben haben.)
    3. Es kommt ein Punkt, an dem hat man alles geändert und verfestigt, was man alleine ändern kann. Dann ist die Zeit reif für eine neue Partnerschaft. Diese wühlt dann erneut ganz viele alte Muster auf, an denen man gemeinsam mit einem Partner arbeiten muss, weil sie im Single-Dasein nicht aufkommen.
    Es überfordert viele Menschen – Liebe hin oder her – an allen Mustern gleichzeitig zu arbeiten. Meine Erfahrung hat mir gezeigt: Es ist einfacher, alles, was man allein schaffen kann, auch alleine zu machen. Und nur das, wofür man zwingend einen Partner braucht, in einer Beziehung zu verarbeiten. Denn auch der Partner hat eine Vorgeschichte und sein Päckchen zu tragen…

    Dazu auch der Kommentar von Enrico: Vergebe dir selbst!

    Lieber Jörg,
    ich finde es gut, dass du die Verantwortung für die Förderung deiner Kinder übernehmen willst. Aber bitte bedenke, dass es viele Eltern gibt, die dazu nicht in der Lage sind. Sei es, dass ihnen finanzielle Mittel oder eigene kognitive Möglichkeiten fehlen, ihren Kinder eine angemessene Förderung zu ermöglichen. Ein Kind hat sich seine Eltern nicht ausgesucht, es wird in eine Familie hineingeboren. Es kann nichts dafür, dass seine Eltern nicht wissen, wie man es richtig fördert, oder dass sie ihm nicht die dazu erforderlichen Mittel und Ressourcen bieten können. Im Sinne der Chancengleichheit finde ich es daher sehr wichtig, ein Stück der Verantwortung auch in staatliche Hände zu geben, um eben diesen Kindern ihr Recht auf Bildung nicht zu verwehren. Denn sonst wird das „studierende Arbeiterkind“ in dieser Gesellschaft bald auf der roten Liste stehen…

    Zudem zahlen wir in die Krankenkassen ja auch Beiträge ein und können dafür auch Leistung erwarten! Ich finde es ein Unding, dass Chronisch Kranke, die sich monatlich diversen Kontroll-Untersuchungen müssen, jedes Mal Praxisgebühr zahlen müssen. Es ist ein Unding, dass Studierende, die mit 2-3 Nebenjobs eben so über die Runden kommen, nicht befreit werden… Irgendwie muss Leistung eingefordert werden!
    Zudem sollte man auch den subjektiven Sinn dieser „banalen“ Nachfragen erfragen. Vielleicht handelt es sich um die neuen Schul-Sportschuhe des jugendlichen Sohnes, die sonst nicht gekauft werden können, weil dafür kein Geld übrig ist? Schnell zu urteilen ist immer einfach…

    Zuletzt, wie Claudia es auch schon sagte:
    Als Opfer, das darauf wartet, beachtet, geliebt und anerkannt zu werden, ist man immer in einer passiven Rolle! Man macht sich abhängig von anderen, was impliziert dass diese Erwartungen zu erfüllen haben, die meist zu hoch gesteckt sind und dadurch oft unerfüllt bleiben. Was folgt sind ewige Enttäuschungen!
    Aktiv sein Leben zu gestalten bedeutet dagegen, selber die eigenen Erwartungen erfüllen zu können, wodurch einem viele Enttäuschungen erspart bleiben. Man ist zwar niemals ausschließlich allein „seines Glückes Schmied“, d.h. Schöpfer seiner Umwelt, aber auch niemals ausschließlich Opfer. Die Umwelt hat auf uns immer einen Einfluss, die Frage ist nur, was wir daraus machen, wie wir wiederum Einfluss nehmen auf unsere Umwelt und damit auch auf uns als Teil des Ganzen…

  • Ich habe die Zeilen aus dem Newsletter sehr interessiert gelesen, denn ich bin einer von denen, die die Schuld für meine Situation anderen zuweisen. Ich beginne ganz langsam zu erkennen, daß ich das ändern kann – *aber wie*? Kann mir jemand sagen wie ich meine Einstellung gegenüber meiner verkorksten Erziehung ändern kann?

    • Carmen

      Ich finde diesen Artikel toll. Etwas erschaudert haben mich so einige Kommentare von 2008 mitunter, dass man sich als Opfer fühlt weil man sich dieses Leben nicht ausgesucht hat. Ich habe aufgrund meiner Kindheit und Jugend lange Zeit mit dem Schicksal gehadert und mich gefragt warum ich überhaupt auf der Welt sein soll bzw. bin. Erst als ich mit dem Erwachsensein realisierte, dass ich nun mein eigener Herr bin fing die Abhängigkeit und das Opfer sein an zu bröckeln. Ich hatte vielleicht 20 Jahre meines Lebens viel Leid und Pein erfahren doch nun stand mir die Welt offen. Ich war mein eigener Herr und jetzt nochmal 20 Jahre rückblickend kann ich sagen, ich schaffte es nur aus dem Opfertum weil ich mir selbst in den Hintern trat. Ich wollte ein erfülltes und glückliches Leben und mir war klar nur ich konnte mir das auch geben. Niemand kann seine Vergangenheit ändern. Sie ist passiert und nur wir haben die Macht unsere Zukunft zu unseren Gunsten zu gestalten. Wer jetzt meint das klingt immer so leicht dem kann ich versichern leicht war mein Weg nie dennoch bin ich heute glücklich ihn gegangen zu sein. Und wer nicht weiß wie es weitergehen soll, dem kann ich getrost sagen das wusste ich oft nicht und ich war oft an dem Punkt aufzugeben. Doch dann erinnerte ich mich immer wieder daran, dass Aufgeben keine Option ist und dann heißt es eben Zähne zusammen beißen und weitermachen.

  • Ich glaube ich sehe mich doch als Opfer. Nämlich als Opfer das ich überhaupt geboren wurde. Weil da kann ich nämlich nun überhaupt nichts für. Und ich empfinde die Welt und das Leben nun mal als höchstgradig anstrengend und ungerecht. Ich sage nicht das ALLES nur Schei… ist aber ich empfinde das Leben als Qual. All die guten Tipps die ich bisher gelesen habe und auch viele nachvollziehen kann bleiben an der Oberfläche hängen. Ich bin sowas von enttäuscht von mir selbst, das ich nichts davon umsetze. Mir geht´s grad TOTAL beschissen. Seid Jahren trampele ich auf der Stelle und wende nichts an von dem gehörten und gelesenen. Schei …..

    Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Das trifft es genau. Es sind immer die Politiker (wer hat sie gewählt oder ist nicht zur Wahl gegangen?), die Lehrer (wer hat mal den Mut gehabt sich zu wehren?), die Eltern (jetzt sind wir aber selbst Erwachsene), die Partner (warum sucht man sich dann jemanden der einen schlecht behandelt oder geht nicht?) – kurzum, die “Schuld” liegt immer Außen, weit weg… Nein, wir *haben* die Wahl, vielleicht nicht immer den Mut, vielleicht nicht immer gleich die Möglichkeit sofort alles komplett zu ändern (vom Penner zum Ölmagnat zu werden) aber es gibt immer einen Weg, wenn ich denn bereit bin altes loszulassen und mich auf das Neue auszurichten. Es aber doch sooooo schön Pessimist zu sein, Schuld zuzuweisen, andere nieder zu machen, die einem helfen möchten voran zu kommen und sich damit selbst so wunderbar zu quälen und in der Ohnmacht und Unfähigkeit zu wälzen mit dem Satz: “Aber ich kann doch garnicht weil YXZ…” Es gibt zwei Möglichkeiten:
    1) im alten gewohnten (vielleicht liebgewonnenen)Sumpf bleiben und andere verantwortlich machen und das Unglück als gegeben sehen und so schön daran leiden,
    2) oder das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen, Entscheidungen treffen, altes für neues aufgeben, nach vorne Blicken und sich ent-wickeln, heraus aus den alten Mustern neue Wege gehen.
    Es ist wie eine Seefahrt – spannend, aufregend, mal glatte See, mal brausende Gischt, mal Sturm, mal Sonne. All das sind wunderbare ErLEBnisse. Wer aber lieber an Land zu Hause bleibt, hat kein Recht über das Verlassensein zu hadern und die anderen zu beschimpfen, weil sie ihren eigenen Traum ins Leben brachten.

  • Hallo, Herr Senftleben, hallo, liebe Kommentatoren!

    Noch nicht lange beziehe ich den Newsletter und zum ersten Mal klinke ich mich direkt in eine enorm spannende Diskussion ein, die mir, die viele Jahre mit jungen Menschen zu tun hat, eine enorme Bereicherung ist. Danke an alle “Mitstreiter”. Viele Beiträge unterstreichen meine eigenen Erfahrungen, gerade auch mit Mobbingopfern, die es manchmal sehr schwer haben aufgrund der ihnen zugefügten Leiden, ihren eigenen Anteil am Geschehen zu erkennen und auch zu akzeptieren. Es gibt in unserer deutschen Sprache den Gebrauch der “Leidensform” (das Passiv)im Gegensatz zum Aktiv. Als Beispiel für das Aktiv: Ich lebe, ich benutze, ich bestimme, entscheide.. Passiv: Ich werde gelebt, benutzt, es wird bestimmt, entschieden. Und hier beginnt sich der Weg zu trennen – der eine, der etwas tut, der andere, der es zulässt (auch durch sein Nichtstun) und folglich dessen Leiden. Der aktive Teil der Selbstbestimmung geht vom Täter aus, der sein Leben bestimmt und entscheidet und – verantwortet, der auch seine Wahlmöglichkeiten erkennt, auch seine Niederlagen als Erfahrungswert auf diesem Weg annimmt, der andere wird zum Opfer, beziehungsweise lässt sich zum Opfer machen und verzettelt sich und erstarrt in immer neuen Schuldzuweisungen, auch darin, andere ins Unrecht zu setzen, um , wie hier schon gesagt, Recht zu behalten. Ich habe auch einige Opfer erlebt, die sich in der Form ihrer Anschuldigungen gegenüber denjenigen, in denen sie die Ursache ihres Unglücks vermeintlich sahen, durchaus recht massiv und aggressiv verhalten haben, um sich dann wieder in ihre Opferrolle zurückzuziehen und um sich dadurch jeglicher Verantwortung zu entziehen.
    Es bedurfte von meiner Seite mitunter deutlicher Abgerenzungen. Diese Fähigkeit, insbesondere dann, wenn emotionale Bindungen, zum Beispiel innerhalb der Familie, gegeben sind, musste ich mir hart erkämpfen, um dieser teilweise perfiden Form des Schlechten-Gewissen-Machens entgegen treten zu können.
    Wie hier schon angesprochen, ist Selbstliebe, hierbei vor allem Selbstachtung und -vertrauen, auch gegenüber den eigenen Schwächen und Vergeben, auch der eigenen Fehler und Versäumnisse, die Voraussetzung, dies anderen gegenüber aufbringen zu können. Wenn ich mich nicht annehme und liebe und zu mir sage, ich bin o.k., – wer dann? – Das hat mir geholfen, schon viel besser zu mir zu stehen.

    Allen weiterhin Mut und Kraft auf diesem Weg.

  • Hallo Tanja und Ralf,

    ihr habt absolut Recht – es ist sowas von einfach irgendwem die Schuld an seiner momentanen Lage zu geben. Hab ich auch gemacht. In diesem Jahr hab ich auch darüber sehr viel gelernt.
    Es war ja so einfach allen anderen die Schuld zu geben. Das war ein echt guter Weg – in eine Sackgasse hinein.
    Für mich persönlich war es aber nicht schmerzhaft zu erkennen, dass ich mein Leben selbst verändern kann – es hat mir Angst gemacht. Angst davor, aus der Ohnmacht in die Macht zu treten. Angst vor dieser neuen Möglichkeit.
    Aber hey! ich bin gut dabei mit dieser Angst zusammen mein Leben selbst zum positiven zu beeinflussen. Ist wirklich nicht leicht, aber funktioniert sehr gut.

    Ich denke, dass Angst für viele ein großes Thema ist, was Eigenverantwortung angeht, nur dass man ja in unserer heutigen Zeit keine Angst zeigen darf, weil man dann ja schwach ist und Schwache in unserer momentanen Gesellschaft unbrauchbar sind (so zumindest die grobe Denkweise der heutigen Gesellschaft, denke ich).

    Also Leute, traut euch!

    Liebe Grüße, Antje

  • Liebe Tanja, lieber Ralf,
    ich möchte Euch einfach mal danken für Eure tolle u. stete
    Arbeit am Menschen, Euren guten Gedanken und den
    vielen, vielen Mails. Alles,alles Gute für Euch !

    Gabriele

  • Ich kann Max da nur zustimmen. Ich glaube, es wird in jedem (Sozial)Staat immer Menschen geben, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen (laut Berichten sind das maximal 5%), aber deshalb sollte man doch nicht alle sozialen und oft hart erkämpften Erungenschaften auf null herunterfahren. Damit bringt man so viele Menschen in Not – und das in einem der reichsten Länder der Welt.

  • Bei weitem nicht alle Entscheidungen unserer Politiker finde ich richtig.
    Aber bitte, bitte, bitte, werft nicht alle armen Menschen und Hartz IV – Empfänger in der Topf derer, die nicht in der Lage sind ihr Leben zu organisieren und ihre Kinder zu erziehen.
    Stigmatisierung sehe ich als eines der größten Probleme unserer Gesellschaft. Wichtige Werte gehen bei der permanenten Zuordnung von Menschen zu Gruppen und deren gemeinschaftlicher Verurteilung verloren. Es mag banal klingen, aber Werte wie “in der Bahn aufzustehen, wenn ein Alter Mensch kommt; keinen Müll rumzuwerfen” u.s.w. (Das sind nur Beispiele!)finde ich für eine Gesellschaft viel gesünder. Hier können sich Menschen durch positives Verhalten bewähren und müssen sich nicht schämen irgend einer Familie oder Gruppe anzugehören.

    Und sich dafür einsetzen, dass solche Werte gelebt werden, daran sollte jeder mitarbeiten.

    Ich kenne viele gute Angebote für “sozial benachteiligte” Kinder und Jugendliche. Das Problem ist die Trennung der Jugendlichen in “sozial benachteiligte” und “nicht sozial benachteiligte”. Deshalb nützen die Angebote oft wenig, denn der dringendste Wunsch eines Jugendlichen sind Anerkennung und Integration. “Geoutet” zu werden ist für sie das Schlimmste, was passieren kann und oft der Anfang vom Ende.

    Grüße Max.

  • Sozialstaat, ein Staat, der (gemäß seiner Verfassung) soziale Gerechtigkeit in den gesellschaftlichen Verhältnissen anstrebt. In der deutschen Geschichte wurde ein solches Sozialstaatsprinzip erstmals im GG (Artikel 20, 28) verankert. Es wird als Erweiterung des dem Rechtsstaat immanenten Strebens nach Gerechtigkeit um eine soziale Komponente interpretiert (»sozialer Rechtsstaat«), das heißt, Inhalt und Auslegung der Gesetze sowie Verwaltungstätigkeit und Rechtsprechung sind im Rahmen der rechtsstaatlichen Ordnung auch am sozialstaatlichen Auftrag (Abbau größerer sozialer Unterschiede in der Gesellschaft, Sicherung eines angemessenen Lebensstandards für jede Bevölkerungsgruppe) zu orientieren. Konkrete Ausformung erfährt der Sozialstaat insbesondere in der Sozialpolitik.
    Vielleicht sollten wir uns mal wieder an unser Grundgesetz erinnern!

  • Aber Charly, wie und wo zieht man da die Grenze, wer entscheidet über eigenverantwortliche Eltern?

    Und ist nicht die Diskussion über soziale Gerechtigkeit auch die Diskussion über “Opfer des Systems”?

    Ich bin niemand, der Sozialleistungen generell verurteilt, im Gegenteil. Aber das gejammere über die soziale Ungerechtigkeit geht mir total auf die Nerven. Meine Frau arbeitet bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Sie bekommt täglich Anfragen von gesetzlichen Versicherten nach den unmöglichsten Leistungen. Es gibt sogar Menschen, die erwarten, dass ein Sozialsystem die Laufschuhe bezahlt. Übergewicht ist ja schädlich, also ist die Krankenkasse dafür verantwortlich, dass ich Sport mache… Und da sind wir wieder bei der Opferhaltung.

    In Deutschland ist es wirklich so, dass wir erst einmal viel von der Allgemeinheit, dem Staat usw. erwarten. Gerade bei den gesetzlichen Krankenkassen sieht man das. Es wird erwartet, dass der Staat für meine Gesundheit verantwortlich ist. Funktioniert das System nicht mehr, wird gejammert…

  • Genau das, was Jörg schreibt,habe ich mit menschenverachtend gemeint. Für ihn ist “zu viel staatlicher Eingriff” menschenverachtend. Für jemand, der gerade in einer Notsituation ist, trifft das sicher nicht zu. Die Diskussion hier in Deutschland über soziale Gerechtigkeit ist meiner Meinung nach mehr als überfällig. Wir haben hier mehr und mehr abgebaut, um dieses Geld nach oben zu verteilen. Immer mehr Menschen – gerade übrigens auch aus dem immer weiter abnehmenden sog. Mittelstand – spüren, dass sie immer weniger Geld zur Verfügung haben, weil es z. B. kaum noch Lohnerhöhungen gibt. Auf der anderen Seite gibt es eine Unternehmensteuerreform nach der anderen. Geld ist mehr als genug da, es ist nur eine Frage der Verteilung. Jeder Arbeitnehmer ist heute bereits nach einem Jahr Arbeitslosigkeit gefährdet, nach Hartz IV zu kommen und damit von unserer Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Soziale Ungerechtigkeit führt zu sozialen Unruhen und ich möchte nicht gerne in einem Staat leben, in dem ich nur noch in bewachten Luxuswohnvierteln sicher leben kann.

  • Ja, Jörg, ich möchte auch selbst für meine Kinder verantwortlich sein und nehme auch für Dich und mich in Anspruch, dass wir das leisten können. Viele können es aber eben nicht. Und hier sehe ich den Staat durchaus in der Pflicht. Die Balance zwischen ‘zu viel’ und ‘gerade richtig’ ist dabei sicher ganz schwer zu definieren.

    Vielleicht kennt jemand den Film “Rhythm is it”. Hier geht es um ein Tanzprojekt mit Kindern in Berliner (??) Hauptschulen. Es wird sehr eindrucksvoll gezeigt, mit welch starken Vorurteilen und Glaubenssätzen diese Kinder aufwachsen. Motto: Wir sind eh’ ganz unten und haben nie eine Chance da rauszukommen. Das Projekt weckt in vielen der Kinder und Jugendlichen das Beste, sie lernen, sich etwas zuzutrauen, dass sie es schaffen können und eben nicht nur Opfer sind. In ihren Elternhäusern hätten sie das so niemals erfahren.

  • @W.: ich sehe das anders: menschenverachtend ist für mich zu viel staatlicher eingriff. ich will nicht, dass der Staat meine Kind fördert – ich bin selbst für meine kinder verantwortlich.

    Wir führen hier in Deutschland immer die Diskussion über “soziale Gerechtigkeit”. Diese passt perfekt zu unserem Thema “Opfer sein”. Es gibt nur wenig länder mit einem solch starken Sozialsystem. Die Kosten hierfür sind enorm. Die Politik kann ganz leicht argumentieren, denn das Killer-Argumgen “sozial ungerecht” erzeugt bei unserer Opfer-Gesellschaft immer große Resonanz.

    Es muss eine gerechte Mischung aus Sozialstaat und Leistungsförderung geben. Ohne jetzt zu politisch werden zu wollen, passt dies aber wieder zu unserem Thema: Jemand, der breit ist, etwas zu leisten, fühlt sich nie als Opfer. Jemand, der jammert und mehr vom Staat will, füllt genau diese Opferrolle aus.

  • @ wolfgang
    das ist so eine Sache mit dem Träumen, ich hätte die Befürchtung, das Leben zu verpassen.
    Ich finde es aber auch wichtig, nicht den Schuldner zu suchen, wir können niemanden ändern, sondern letzendlich alles so nehmen wie es kommt.
    Ich kann mir den Weg immer noch selber aussuchen, den ich gehen will.

  • Hallo Frau Konnert, Hallo Herr Senftleben,
    hallo IHR ALLE….,
    meinen Glückwunsch zu diesem wunderbaren Thema.!

    Jetzt habe ich sämtliche Beiträge gelesen, e i n sehr wichtiger Faktor, mir scheint, der allerwichtigste Faktor überhaut – wurde bis jetzt noch nicht erwähnt.

    Wenn ich mich als Opfer fühle, z.B. als das Opfer meines Partners, – oder als das Opfer meines Chefs – oder als das Opfer des Staates usw.usw. dann sage ich demjenigen gleichzeitig damit “Du bist schuld!”
    Dadurch gebe ich m e i n e e i g e n e
    M a c h t in die Hände des/der anderen.

    Und dann kann ich tatsächlich nichts mehr ändern!
    Die anderen wollen nichts ändern – ich dagegen k a n n
    gar nichts mehr ändern, weil ich meine Macht abgegeben habe.

    Jeder von uns hat die Macht, sein eigenes Leben zum Positiven zu ändern. Und das beginnt damit, dass wir für uns selbst und für alles in unserem Leben die Verantwortung übernehmen. SO nehme ich meine Macht wieder in meine eigenen Hände. Wir selbst haben doch alles erschaffen, durch
    unser Denken, Fühlen und Handeln. Vieles unbewusst.
    Auch w e i l wir eben nicht in Achtsamkeit und Bewusstheit gelebt haben.

    Es gibt ein hevorragendes Buch von Robert Betz mit dem Titel
    “Raus aus den alten Schuhen”. Frau Konnert hat dieses Buch im Buchblog kurz erwähnt. Es ist gerade erst erschienen und es vereint die wichtigsten Einsichten und Erkenntnisse des
    Diplom-Psychologen Robert Betz, aus mehreren seiner Live-Vorträge. Der etwas provokante Einstigs-Text dient dazu,
    die Leser wach zu rütteln!
    Wer an seinem Leben wirklich etwas ändern möchte, der sollte sich dieses Buch (mit CD für 17,95) nicht entgehen lassen.
    Es gibt umfassende Antworten auf genau die Fragen, die in diesem Forum immer wieder anklingen und die vor etwa 1 Jahr auch mich noch fast zur Verzweiflung gebracht haben.

    Inzwischen weiß ich, dass das Leben nicht schwer sein muss.
    Und es ist auch keine harte Arbeit, “an sich selbst zu arbeiten”.
    Wer nicht nur den Anfang, sondern wirklich das ganze Buch liest, der erkennt, dass der Autor ein Mann ist, der die Menschen liebt und jedem d o r t begegnet, wo er gerade steht.

    Wir fühlen uns doch nur deshalb als Opfer, weil wir uns selbst am allermeisten verurteilen. Wir selbst ziehen uns doch immer wieder herunter und lassen all die alten Aussagen aus unserer Kindheit ständig unser Leben steuern.
    Laut Bruce Lipton, Zellbiologe und Autor des Buches “Intelligente Zellen – Wie Erfahrungen unsere Gene steuern” beginnt die Programmierung durch unsere Eltern bereits in der Mitte der Schwangerschaft. Bis zu unserem 6. Lebensjahr hat man uns voll programmiert. Das muss man sich einmal vorstellen. Jeder Satz wie: ..das verdienst du nicht!, …das schaffst du nicht!, – das darfst du nicht!
    .. das bist du nicht wert! .. du bist schuld.! usw. usw. sitzt fest in uns – IN unserem Unterbewusstsein.

    Und laut Bruce Lipton hat unser Unterbewusstsein die Aufgabe
    “” aus unseren inneren Programmen Realität zu erschaffen “”
    Er sagt: 95 bis 99 % unseres Tagesablaufes werden aus diesen inneren Programmen gesteuert. das muss man sich einmal vorstellen. Nur wenn wir voll bewusst denken, fühlen und handeln, – bestimmen wir unser Leben selbst.

    DAS ist es, was Robert Betz mit “schlafen, ohne eigenes Leben – nur eine Kopie meint….!” Ich bin sicher, dass er recht hat – und die DVD von Bruce Lipton “Der Geist ist stärker als die Gene” zeigt anschaulich wie unsere Persönlichkeit im Kindesalter geformt wird.
    Und das geschieht nicht, weil uns jemand böses tun will, sondern, weil diejenigen, die das tun, es nicht besser können.

    Wir können aufhören zu lamtieren und zu verurteilen und stattdessen dankbar die Erkenntnisse von z.B. Robert Betz und Bruce Lipton annehmen und für uns umsetzen.
    Wichtig ist, dass wir uns unseren Ängsten stellen, alle negativen Gefühle in uns annehmen und so – nach und nach immer befreiter leben können.

    H. Betz sagt sogar, dass wir nicht mit dem Verurteilen aufhören müssen. Wir sollen uns nur bewusst sein, dass wir verurteilen.
    Wer diesen Weg jetzt noch nicht gehen möchte, der muss ja nicht. Keiner muss irgend etwas.
    Herzliche Grüße
    Claudia

  • ich habe mir abgewöhnt die Schuld anderen zu geben, weil es mir irgendwann zu blöd geworden ist mich als Opfer zu fühlen und darauf zu warten, daß sich jemand ändert. Das wird nie der Fall sein. Stattdessen schaffe ich mir mit meinen Gedanken meine eigene Welt und so wie ich über die Welt denke, so ist sie dann auch. Statt zu jammern, träume ich lieber von Dingen, die ich gerne mache. Ich glaube, daß Veränderung jederzeit möglich ist. Sie beginnt mit kleinen Dingen. Oft tun sich dann Wege auf, an die man zuerst gar nicht gedacht hat.

  • @n @lle:

    Vielen Dank für die positive Resonanz auf mein Anliegen. Eure Anregungen motivieren mich sehr weiterhin an mir zu arbeiten und meine negativen Gedanken genauer zu reflektieren um irgendwann ein glücklicheres und zufriedenes Leben zu führen. Ich habe schon angefangen: meiner Ex-Frau zu vergeben… das hilft…

  • Mir persönlich hat das Buch “Die Entscheidung liegt bei dir” von Herr Sprenger sehr weiter geholfen. Ich kann es jedem empfehler, der seine persönliche Situation zum Positiven verändern möchte.

    J.W. 24.06.08

  • Das, was Jörg da schreibt, ist für mich das Gefährliche an dieser Diskussion, weil es leicht in eine menschenverachtende Sicht abdriften kann. Vielleicht sollte man fragen, warum jemand “unterprivilegiert” ist und ob man daran insgesamt nicht etwas ändern könnte, damit man die Gesellschaft nicht in zwei Klassen unterteilen muss. Warum ist z. B. inzwischen in keinem anderen Land die Herkunft so entscheidend für die Bildung wie in Deutschland? Was wäre eigentlich so schlecht daran, wenn der Staat von Geburt an Babies wirklich fördern würde? Könnte es nicht ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft sein, wenn wir wieder einen höheren Bildungsstand und mehr Wohlstand für mehr Menschen ermöglichten?

  • Zitat: “Der Staat trägt z.B. eine Mitschuld an Ungleichbehandlung, weil er Kinder aus unterpriviligierten Haushalten nicht genug fördert.”

    Dieser Satz sagt schon sehr viel. Der Staat trägt überhaupt keine Mitschuld. Förderung von Kindern fängt schon im Säuglingsalter an und nicht erst in der Schule. Oder sollte der Staat ab Geburt anfangen, Babys zu fördern? Da sind wir bei der Verantwortung der Eltern für das Leben Ihrer Kinder. Unterpriviligierte sind meiner Erfahrung nach besonders gut darin, Verantwortung für das eigene leben abzugeben.

  • liebe Anna ,ganau das ist es was uns zu Opfern machen, bzw. an diesem Punkt lassen wir uns unbewußt zu Opfern machen. Kann es nicht auch sein,das wir uns für diese Person zur verfügung stellen.

    Hallo hier meldet sich eine Meisterin der Opferrolle!
    doch ich durfte über lange Zeit hinweg daran arbeiten!

    WAs bringt uns die Opferrolle?
    Aufmersamkeit? Mitleid?
    Wann haben wir beschlossen so zu sein? Haben wir es schon aus einem anderen Leben mitgebracht? Ist es eine Rolle unserer Ahnen ? Manchmal habe ich das Gefühl all diese Aspekte werden nicht beachtet. Den wenn wir wissen woher etwas kommt, können wir auch leichter damit umgehen, bzw. es transformieren.
    Vergessen wir auch nicht das innere Kind, das früh lernt das Opfer zu sein, wenn es damit beachtung findet. Doch auf einmal sind wir groß nur unsere innerses nd hat die entwicklung übersehen und schmollt in der Ecke also es ist wieder das Opfer:
    Mit lieben Gruß und einem fröhlichen inneren kind verabschidet sich
    anna

  • @jan: Alleine durch die Tatsache, dass Du diese website liest und Dir darüber bewußt bist, dass die Opferrolle Dich nur unglücklich machen kann, bist Du schon sehr weit und definitiv auf dem richtigen Weg. Geh ihn einfach weiter, mach Pausen wenn’s zu anstrengend wird und vergib Dir selbst, wenn’s Rückschläge gibt, Du aber irgendeinen kleinen Fortschritt an Dir feststellst, egal wie klein er ist. Die meisten scheitern an zu hoch gesetzten Zielen. Toi, toi, toi, gib nicht auf!!!

    @enrico: Ja, an der Sache mit der Vergebung, v.a. auch der Selbstvergebung ist in meinen Augen viel Wahres dran!

    Ich freue mich über jeden neuen Newsletter den wir von Ralf und Tanja erhalten. Ich gehöre zu den Menschen, die von alleine in vielen Fällen so fühlen, handeln, denken, wie die beiden es vorschlagen – und doch bekomme ich immer wieder Impulse, sehe klarer oder kann diffus Gefühltes besser greifen – und freue mich darüber.
    @ Petra: Und sehr gerne würde ich das mit manchem Freund und mancher Freundin, die sich da schwerer tut als ich, teilen. Wie oft habe ich den Newsletter schon empfohlen! Doch quasi stets bekomme ich Antworten wie “das verkrafte ich nicht” oder “ich kann sowas nicht lesen”. Und dann frage ich mich wie Ralf, warum diese Freunde passiv bleiben, Opfer bleiben und keinen neuen Impulsen begegnen wollen. Indem ich sie nur auf die website und den NL aufmerksam mache, lasse ich ihnen ja sogar die Chance, sich nicht “outen zu müssen” sondern ganz allein und heimlich mal zu schauen zu können ob sie sich nicht irgendwo wiedererkennen und angesprochen fühlen – denke ich zumindest. Aber wie gesagt, die meisten (sind gottseidank nur zwei wirklich harte Fälle) ziehen es vor weiter zu machen wie bisher und steif und fest zu behaupten alles sei in bester Ordnung, bis sie wieder eine Depression erleben. Und ich zerbrech mir den Kopf darüber, woran das liegt.

    Mittlerweile bin ich bei meinen beiden “Sorgenkindern” davon überzeugt, dass sie sich beharrlich dagegen wehren “erwachsen” zu werden und immer noch wie trotzige Kinder reagieren, die durch alle möglichen Manipulationsversuche an Dritten versuchen das zu bekommen was ihnen fehlt: Aufmerksamkeit, Bestätigung, Liebe, Anerkennung?

    @ yvonne_van_dyck: Sehr spannend was Du über Deine Erfahrung schreibst, dezidiertes und anerkanntes Opfer zu sein, über die Macht und die Aufmerksamkeit, die Dir in dieser Rolle zuteil wurde.

    Irgendwo im Spannungsfeld zwischen “Kind bleiben, keine Verantwortung tragen, Opfer sein und dadurch Aufmerksamkeit und Macht zu erlangen” beginnt das eigentliche Problem: Denn alle wünschen wir uns von unserem Umfeld – die Selbstzufriedenen etwas weniger – und die Unsicheren in besonderem Maße – beachtet, geliebt, anerkannt, gelobt zu werden. Und selbst wenn wir schon so weit wären und uns selbst zu lieben, zu vergeben, zu loben usw. zu können – was für die allermeisten von uns schon ein schwerer Brocken ist – so wünschen wir es uns doch stets auch von außen – denn dann ist es doppelt und dreifach soviel wert – Abhängigkeit hin oder her.

  • Ich möchte mich bedanken für diese sehr ausführliche Diskussion, die mich sehr aufgebaut hat.

  • Hallo Ihr Lieben!

    Ich verfolge die Diskussionen und Kommentare zu den Newslettern mit großer Neugier und Interesse. Ihr schreibt so wunderbare Einsichten und Erkenntnisse, dass es immer ein riesen Spass ist! Es fehlen mir in diesem Fall jedoch zwei wichtige Aspekte, die ich einbringen möchte:

    1. Zum Thema Schuldzuweisungen ist das Stichwort *Vergebung*

    Eine der härtesten und wichtigsten Aufgaben in unserem Leben ist es vergeben zu können. Nicht nur den Eltern, Arbeitskollegen, Partnern, Politikern, Ärzten und Öl- Spekulanten, sondern vor allem uns selbst. Wir alle handeln zu jedem Zeitpunkt so wie wir es tun, weil wir es in diesem Moment nicht besser wissen. Der Mensch – jeder Mensch – ist fehlbar. Es geht darum zu verstehen, dass auch wenn jemand “absichtlich” böses oder falsches tut, er es tut, weil er es zu diesem Zeitpunkt nicht besser weiss. Wenn ich diesen Umstand erkenne und verinnerliche, dann kann ich wahrhaftig und endgültig vergeben. So ist es mir möglich selbst einem Hitler zu vergeben oder dem Mann, der meine Tochter missbraucht hat. Eine der härtesten und wichtigsten Aufgaben- ich sagte es bereits. Wenn ich mir selbst vergeben kann, dass ich das Studium abgebrochen habe, spielsüchtig bin, keine klaren Ziele habe, meine Jugend mit Partys verplempert habe, viel Geld an der Börse verloren habe, etc. dann – und erst dann – ist der Weg frei für den Wandel. Für einen neuen Abschnitt in unserem Wachstum! Doch eines ist sicher: Ohne diese wahre und aufrichtige Vergebung ist keine Heilung und kein dauerhafter Wandel möglich!!!

    2. Zum Thema Selbstbestimmung ist das Stichwort *Chance*

    Ich gebe allen Recht, die sagen, dass Veränderungen des eigenen Denkens und Handelns schwer sind und langwierig sein können. Pessimist oder Optimist- warum erkennen wir nicht wenigstens die unglaubliche Chance hinter der Theorie der Selbstbestimmung! Wie paradox ist es, dass wir täglich das Selbe denken, sagen und tun und doch andere Ergebnisse erwarten!? Wenn ich nun über Jahre den misstrauischen und pessimistischen Weg gegangen bin, ohne Glück, Frieden, Wohlstand und Gesundheit gefunden zu haben, dann kann ich doch eigentlich nicht viel verlieren (ausser meine alten nicht funktionierenden Einstellungen), wenn ich mich einfach mal der Idee öffne, dass ich selbst der Schöpfer meiner Lebensumstände bin- und zwar aller!!!

    Was für eine Chance, wenn ich tatsächlich bestimmen kann was in meinem Leben passiert! Ob ich liebevolle und erfüllende Beziehungen habe, wieviel Wohlstand ich mir erlaube, was für ein Haus ich mir zugestehe, für wen ich arbeite, etc. Nun beginne ich die tägliche (aber gar nicht mühselige) Kleinarbeit, meine Gedanken, meine Worte und meine Handlungen Schritt für Schritt zu verändern- und zwar genau in die Richtung, die ich allein für richtig und erstrebenswert halte. Was will ich heute erleben? Was soll in zwei Wochen und was in zwei Jahren in meinem Leben sein? Und nun beginnt das aufregendste Abenteuer, dass wir in unserem Leben haben können – wir beginnen unser Leben bewusst selbst zu gestalten! Es beginnt klein und wird immer größer, es gibt fürchterliche Rückschläge und Quantensprünge nach vorn. Es ensteht ein Fluss, eine Extase des kreativen Erschaffens… und endlich gelangen wir zu der Erkenntnis, dass wir schon immer dazu bestimmt waren, genau so zu leben.

    An dieser Stelle könnte ich meine Aussagen noch mit hunderten von Zitaten berühmter Menschen aus den letzten vier tausend Jahren untermalen. Nur soviel sei hier angemerkt: wir arbeiten daran, diese Theorie wissenschaftlich zu bestätigen. Bald wird dieser “Hockus Pockus” so plausibel herleitbar sein, wie die menschliche Verdauung. Sowenig wir uns heute wundern, dass aus Sahetorte und Kaviar eine braune Masse wird, so wenig werden wir darüber diskutieren, dass wir – zu welchem Ausmaß auch immer – unser Leben selbst gestalten in Gedanken, Worten und Taten!

    Alles erdenklich Gute für Euch alle! Wir haben keine andere Wahl als dieses wundervolle Leben zu meistern!

  • aus den alten Denkmustern herauszukommen ist eine schwere Arbeit.
    Dazu braucht man Menschen an der Seite, die für einen da sind und helfen können, anders zu denken.
    Vertrauen, ist das Fundament,Hoffnung ist der Weg, die Leitplanken ist die Freude und das Ziel ist die Zufriedenheit.
    Kleine Schritt, bringen uns auch vorwärts ;)

  • Hallo Jan,

    ein kleiner Trick hilft mir immer wieder, wenn ich in der Vergangenheit wühle und in Selbstmitleid verfalle oder meine Gedanken in die Zukunft schweifen und ich an den Sorgen zu resignieren drohe:
    Ich fühle in meinen Körper hinein. Habe ich Hunger? Bin ich entspannt? Wie fühlt sich mein Nacken an, meine Beine, mein Rücken? Und damit bin ich wieder im Hier und Jetzt – mein Körper lebt in genau diesem Augenblick.
    Sicher ist das keine Strategie zur Lösung jedwelcher Probleme, doch es gibt mir für einen Moment Raum, bei mir selbst zu sein. Und dieser Moment reicht oft schon, um den Blick zu heben, die Spirale zu durchbrechen und eine andere Sicht der Dinge zu bekommen.

    “Wir wollen still sein einen Augenblick, alles vergessen, was wir je gelernt, alle Gedanken, die wir je gedacht, und jedes Vorurteil, das wir gehegt von allen Dingen und von ihrem Zweck.
    Vergessen wollen wir, was wir uns denken vom Sinn der Welt. Wir wissen nichts davon!
    Wir wollen jedes Bild, das jedermann sich in Gedanken je gemacht sich lösen und entschwinden lassen, ganz und gar. Sei ohne Urteil und dir nicht bewußt des leisesten Gedankens, weder gut noch bös, der irgendwann und über irgendwen in dir entstand.”
    (Aus dem Video “Der vergessene Gesang”, Ein Kurs in Wundern)

    Alles Liebe

  • Hallo an @lle!
    Aus Erfahrung schreibe ich diese Zeilen!
    Für manche Situationen habe ich mir eine “andere” Sichtweise zugelegt, manche habe ich geändert (zu meinem Glück) und in manchen bin ich immer noch (aus Angst vor Veränderungsschmerzen) verfangen.
    Ja, was sagt ihr nun zu diesen Erfahrungen hm? *schmunzel*

  • Hallo in die Runde,

    ich bin ganz begeistert von der intensiven und anregenden Diskussion hier, lese schon einige Zeit mit und habe schon viele wertvolle und neue Gedanken mitgenommen.

    @Jan Ich glaube, Du bist schon einen ersten und entscheidenden Schritt gegangen: Du hast Deine Eigenschaften erkannt, nennst sie quasi beim Namen und hast den Willen, sie zu ändern und das finde ich großartig. Wenn Du Dir das immer wieder vergegenwärtigst, kannst Du es Schritt für Schritt schaffen, zu einer positiveren Einstellung zu kommen. Jeder in Deinen Augen noch so kleine Erfolg zählt. Vielleicht kannst Du eine Art ‘Positiv-Liste’ führen? Und wenn Deine Partnerin Dich liebt und versteht, wie schwierig diese Änderung für Dich ist, hilft sie Dir sicher dabei.

    Ich wünsch’ Dir jedenfalls alles Gute!!

  • Ich habe vor 4 Jahren meine Scheidung und den Verlust von Familie, Haus und vielen vermeintlichen Freunden erlebt und bin durch ein sehr tiefes Tal gegangen. Diese negativen Erlebnisse haben mich in meiner Opferrolle bestätigt, man könnte sagen in einer “selbsterfüllenden Prophezeiung.” Ich habe an mir gearbeitet und auch mit Hilfe einer neuen Beziehung versucht aus dieser Opferrolle heraus zu kommen, aber ich verfalle be iden geringsten Schwierigkeiten immer wieder in dieses Denkmuster. Ich habe den Wunsch und den Wollen dies`zu ändern, aber ich weiß nicht wo ich ansetzen soll. Mir ist klar, dass ich Fehler gemacht habe und auch Fehler machen werde, aber ich komme einfach nicht zu einer positiven Lebenseinstellung, obwohl mir klar ist, dass ich allein für mein Leben verantwortlich bin und dies` wirkt sich natürlich aus auf meine Partnerschaft und droht daran zu zerbrechen. Was wäre der erste praktische Schritt???

  • Hallo Herr Senftleben,

    eine kleine Anmerkung: das Wort “entfliehen” stört mich. Ich würde es ändern in “entziehen”. Das klingt mehr nach Aktion, anstatt nach Reaktion und zeigt, dass wir eine bewußte Enscheidung gegen die widrigen Umstände getroffen
    haben. Und dadurch ist es kraftvoll.

    Gruss
    Susanne

  • Wir brauchen Ermutiger, und sollten es selber auch sein.
    Wir brauchen offene Türen und sollten selber eine haben.
    Wir brauchen Menschen mit denen man reden kann und sollten selber Mensch sein, mit dem man reden kann.
    Wir sollten die Augen offen halten für neue Möglichkeiten, aber auch in der Lage sein mit dem zufrieden zu sein , wie es jetzt ist.
    Wir sollten nicht alles persönlich nehmen, aber persönlich bleiben.
    Wir dürfen leben und dürfen jede Welle -egal wie hoch- mitnehmen und erkennen, dass das das Leben ist. Es gibt kein anderes :) Euch einen schönen start in die neue Woche

  • ich habe gelernt,dass ich an meiner situation etwas ändern kann!!!!!….
    lange habe auch ich mich immer in der opferrolle befunden,obwohl mir das erst im nachhinein bewußt geworden ist. es war ja so praktisch für alles und jedes einen schuldigen zu haben. erst als ich begriffen habe,dass niemand mich aus der misere herausholt,wenn ich es nicht will,habe ich mein leben wieder selbst in die hand genommen und siehe da,ich habe aufbegehrt und “nein” gesagt
    und plötzlich ging es. ich habe wieder verantwortung für mich und mein leben übernommen.das ist nicht immer einfach,denn jetzt habe ich keinen schuldigen mehr,sondern muß lernen,dass nur ich selber etwas ändern kann.
    aber jeder noch so kleiner erfolg gibt mir neuen mut.
    auch dieser artikel ,lieber Ralf, gehört mit dazu.
    danke.
    gruß lilifee

  • @Hans-Jürgen, das sehe ich ebenso. Es kommt auf die Haltung an, die dahinter steht.
    Wie weit ist ein Übergriff verarbeitet oder nicht. Mobbing-Opfer haben es besonders schwer denke ich. Sie stehen einer Mehrheit gegenüber und oft sind Vorgesetzte beteiligt, was der Gruppe noch mehr Macht gibt. Mobbing-Täter, die eine Verteidigungshaltung einnehmen, werden dem Opfer Schuld zuweisen oder versuchen es unglaubwürdig zu machen, es verunglimpfen um sich irgendwie rechtfertigen zu können. Möglicherweise werden ungesetzliche Vorgehensweisen vertuscht. So entstehen Fronten und eine ziemlich verfahrene Situation.
    Es ist nicht so einfach den Arbeitsplatz zu wechseln, da es nicht genügend Arbeitsplätze gibt.
    Opfer von Straftaten – zum Beispiel Wohnungseinbruch – ist mit einem Wohnungswechsel noch nicht gedient.
    Es braucht Anerkennung des Übergriffs und Zeit um verletzende Erlebnisse emotional zu verarbeiten.
    Danach kann aktiv an Veränderung gearbeitet werden.

    Viele Grüße
    kade

  • Guten Abend zusammen,

    welch spannendes Thema, welch spannende Diskussion. Ich erfreue mich seit vielen Jahren an diesem Newsletter, Danke dafür. Und heute will ich auch mal selbst was schreiben.

    Ein Hinderungsgrund die aktive Verantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen kann m.E. auch darin liegen, wenn ein Mensch eine starke Tendenz zu Scham- und Schuldgefühlen hat. Etwas bei/für sich zu ändern, würde dann bedeuten, dass mensch bisher was „falsch gemacht“ hat, oh je, wie beschämend…..
    Und diese Scham tut richtig weh, bzw. zieht dieser Mensch dann oft/meist Mittel und Wege vor, diese Scham nicht zu fühlen, sich ihr nicht auszusetzen, um den Preis, seine Gefühle „abzustellen“ (was natürlich nicht wirklich geht). Die Scham wirkt als „Wachhund“, der den Eingang zu vielen Kammern der Seele versperrt. Wie schade.

    Diese Prozesse beschreibt John Bradshaw in seinem Buch: „Wenn Scham krank macht. Verstehen und überwinden von Schamgefühlen.“ Vom gleichen Autor gibt es auch: „Das Kind in uns. Wie finde ich zu mir selbst.“ Mein Eindruck ist, dass diese Opferhaltung viel mit dem Selbstwertgefühl, mit gestörter Selbstliebe zu tun hat.

    Viele Grüße, Lene

  • Hallo und einen schönen Abend,
    es ist sehr Interessant zu Lesen, was so ein Thema für Gedanken freisetzt. Ich mache mir natürlich, wie viele andere auch, Gedanken über mein Leben und das was bisher so war und es wahr, wie bei anderen auch, mit Sicherheit nicht alles Honig schlecken und Sonnenschein. Ganz im Gegenteil, ich bin in eine Familie mit drei Geschwistern groß geworden, wenn meiner älteren Schwester ihre Schuhe nicht mehr passten, dann habe ich diese bekommen, für neue war kein Geld da. Meine Mutter war drei Jahre im Gefängnis, weil Sie für uns Kinder Lebensmittel gastohlen hat. Wir waren die drei Jahre in verschiedenen Heimen. Unser Vater war Spielsüchtig und hat das Geld, in der großen Hoffnung den Großen Gewinn zu machen, lieber in Spielautomaten gesteckt statt Einkaufen zu gehen damit alle etwas zu Essen bekommen. Also ich würde sagen, dass Ich schon Grund hätte mich als Opfer zu sehen. Dazu fällt mir immer wieder ein Spruch ein, den ich vor längeren einmal las:
    Es gibt viele Gründe, alles so zu lassen wie es ist, aber nur einen, etwas zu ändern, du hälst es einfach nicht mehr aus.
    Und ich habe es nicht mehr ausgehalten, ich wollte nicht mehr dass Opfer sein ,ich wollte nicht ein Leben führen so wie meine Eltern es führten und immer noch führen. Ich habe gelernt, Verantwortung für MEIN Leben zu übernehmen – ich habe nähmlich nur diese EINE Chance! Ich bin mir sicher, dass es niemanden gibt, der eine zweite bekommt.
    Ich habe auch jetzt immer noch Zeiten, wo ich denke, warum ist es jetzt wieder so schrecklich, warum läuft alles schief oder warum komme ich einfach nicht mit meinem Geld klar (der Monat ist immer viel zu lang für so wenig Geld).Ich könnte dann entweder den ganzen Tag schlechte Laune haben und mich ärgern oder ich versuche etwas dagegen zu tun. Ich sage nicht, es ist Einfach, aber es gibt viele Möglichkeiten. Manchmal hilft auch Einfach nur ein wenig Zeit für sich zu haben und über sich und sein Leben nachzu Denken. Mir persönlich hat geholfen, das mir bewusst wurde, dass meine Wahrheit nicht die Realität wieder spiegelt und meine Realität nicht die Wahrheit sein muss. Ich Lebe seit dem auf jedenfall Entspannter – das macht mich sehr Glücklich.
    Mit Sonnigen Grüßen :-)

  • man kann sicher fragen: Warum kämpfen manche darum, ein Opfer sein zu dürfen?
    Aber man wird damit das Thema “Opfer sein” sicherlich nicht ausreichend erfassen können.
    Wie viele kämpfen darum, endlich als Opfer “anerkannt” zu sein (bei sexuellem Missbrauch oder bei Mobbing z.B.) – ohne sich anhören zu müssen, dass sie für ihre Situation im Grunde selber (mit-) verantwortlich sind?
    Es kann sehr wohltuend sein – auch im Blick auf eine mögliche spätere positive Veränderung – in seinem Schmerz, seiner erfahrenen Ungerechtigkeit o.ä. gesehen zu werden und von dem Druck, an der momentanen Situation möglichst bald etwas ändern zu müssen, entlastet zu sein. Wer sich als Opfer fühlt, dem muss man nicht von vornherein die Berechtigung absprechen, Opfer geworden zu sein oder ihm das gar als mangelnde Bereitschaft zur Veränderung oder zur Übernahme eigener Verantwortung auszulegen.

    Aber: auf die Dauer wird es niemandem helfen, sich in einer “Opferrolle” einzurichten und in einer unfruchtbaren Passivität weiter zu leben. Und da – aber erst da – ist es möglich und sinnvoll, davon zu reden, dass ein Mensch – egal was war – durch die Dinge, die er erleben musste, in seiner Rolle bzw. in seinem Schicksal nicht festgeschrieben ist. Auch wenn sich eine erlebte Situation und deren Folgen nicht mehr ändern lassen, ist es doch möglich, mit dem, was man denkt und tut, eine Antwort zu finden, die sinnvoll ist, die das Leben verändert und (wieder) lebenswert macht.

    “Du kannst dein Leben verändern!” – dieser Satz kann als unmittelbarer Imperativ belastend oder sogar zynisch sein. Er kann aber – mit der nötigen Geduld und zum richtigen Zeitpunkt als Ermutigung ausgesprochen – nützlich und unterstützend sein.

    Es ist – wie oft – die Haltung, die dahinter steht, die den Unterschied macht.

    Hans-Jürgen

  • @ Hubert & Ralf Senftleben:

    Danke für den interessanten Gedankenaustausch.

    Beim Lesen kam mir der Gedanke, daß Wissenschaftler, die sich mit aerodynamischen Prozessen und Verhältnissen beschäftigen, herausgefunden haben (wollen), daß die Hummel aufgrund ihrer Beschaffenheit und ihrem Verhältnis von Flügelgröße zu Körpergröße eigentlich gar nicht fliegen kann.

    Hoffentlich sagt es keiner der Hummel, daß sie, die fröhlich durch die Luft fliegt, eigentlich gar nicht fliegen kann.

    Klar, kann man alles und jedes an gesellschaftspolitischen Zusammenhängen festmachen. Das macht aber für den Menschen in seinem Alltag so gar keinen Sinn.

    Wenn immer wieder behauptet und vorgebetet wird, daß Menschen aus bestimmten Schichten keine Chancen haben, dann glauben diese Menschen auch sehr bald daran, daß es so ist.

    Ich erinnere hier daran, daß es Tests in Schulen gab, bei denen Schüler leichte und lösbare Aufgaben zu lösen hatten. Der ersten Gruppe sagte man, daß es sehr leichte Aufgaben seien, die sie, als gute Schüler (suggestive Behauptung!), schnell und richtig lösen werden. Der zweiten Gruppe gleichartiger Schüler wurde gesagt, daß es sich um sehr schwere Aufgaben handele, die sie, als eher durchschnittliche Schüler, eigentlich gar nicht lösen könnten, weshalb sie es von vorne herein gleich am besten lassen könnten.

    Wie das Ergebnis dieses Versuches ausgefallen ist, brauche ich hier wohl nicht zu schreiben.

    Jetzt könnte man sagen: Na also, habe ich doch Recht gehabt: der Einzelne kann gar nicht über sein Schicksal und seinen Lebensweg entscheiden.

    Ja und nein. Wenn jemand von Anfang an gesagt bekommt, ja, ihm eingetrichtet wird, daß er eigentlich nichts taugt, dann wird er es irgendwann glauben und sich in sein Lebensschicksal fügen. Allerdings nur bis zu dem Moment, wo ihm klar wird, daß er besser im Leben vorankommt, wenn er von sich selbst und seinen Möglichkeiten überzeugt ist und besser zuerst einmal auf sich selbst hört.

    Ich kenne aus meiner Vergangenheit Menschen, die irgendwann von sich aus erkannten, daß sie ihren eigenen Weg gehen müssen, um in ihrem Sinne erfolgreich zu sein.

    Klar, es gibt auch andere Beispiele.

    Und hier hat Hubert eben Recht, wenn er meint, daß es viel einfacher (oder sicherer?) ist, sich in seinen Lebensumständen einzurichten. Auch schon deshalb, weil die Gemeinschaft, zu der man/frau gehört, Sicherheit, Unterstützung und Identität stiftet.

    Wer sich zum Beispiel aus einem Ort mit hoher Arbeitslosigkeit auf den Weg macht, um woanders und dann auch noch weit, weit weg von dem angestammten Zuhause eine Stelle anzutreten, bricht in gewisser Hinsicht aus der Gemeinschaft aus. Er verliert den täglichen oder zumindest regelmäßigen Kontakt zu seinem bisherigen Umfeld. Der- oder diejenige wird sich “in der Fremde” verändern, neue Erfahrungen machen, vielleicht erleben, daß doch weit mehr möglich ist, als bisher angenommen.

    Wenn dieser Schritt dann von Erfolg gekrönt ist, wird er oder sie sich dort niederlassen und ein neues oder zumindest anderes Leben als bisher leben. Neue Bekannte, neue Möglichkeiten.

    Scheitert er oder sie bei diesem Schritt in die Fremde, wird eventuell der Weg zurück in das alte Umfeld angetreten. Weniger Mutige werden sich dadurch bestätigt fühlen, lieber arbeitslos in der gewohnten Umgebung zu bleiben, als risikoreich zu neuen Möglichkeiten aufzubrechen.

    Und genau hier braucht es pragmatische Mutmacher von außen, die nicht das “Schlaraffenland” versprechen, sondern den Veränderungswilligen bei seinen kleinen Schritten nach vorne Mut machen und unterstützen.

    Klar, die Diskussion über dieses Thema ist relativ abgehoben. Und jemand, der sich in seiner Lebensmühle “gefangen” glaubt, wird nur “Bahnhof” verstehen. Nicht, weil er es nicht vielleicht doch verstehen könnte, nein, sondern weil dieser Jemand vielleicht viel zu sehr damit beschäftigt ist, sein Leben im Lot zu halten, da er/sie gerade den Arbeitsplatz verloren hat, der Partner sich von ihm/ihr wegentwickelt, die Kinder Probleme in der Schule haben, die Raten für das Haus und das Auto nicht mehr bezahlt werden können, weil jetzt das Einkommen fehlt…

    Veränderung, die von einem selbst ausgehen soll, braucht Zeit und Raum und innere und äußere Freiheit.

    Jemand, der beispielsweise in Afrika in einem Flüchtlingslager ist, hofft mit seinen Sinnen, nicht von feindlichen Truppen ermordet zu werden. Dieser Jemand wird sich dieser Diskussion nicht stellen. Sie hat nichts mit seiner Lebensrealität und seinen Möglichkeiten zu tun. Wenngleich es natürlich Gegenbeispiele aus dem Dritten Reich gibt, wo jüdisch-gläubige Menschen zwar die Gegenwart Tag für Tag lebten, aber dennoch an die Zukunft und ihre Möglichkeiten glaubten. Ich verweise hier auf Dr. Erich Fromm, der dies sehr anschaulich in seinem Buch “Haben oder Sein” beschrieben hat.

    Aber(!!): Wir führen diese Diskussion über das “Opferseinwollen” hier und heute in der Bundesrepublik Deutschland. Wir leben im Frieden, in der Freiheit und in der realtiven Sicherheit unseres Landes. Wir können und sollten uns das geringe Wagnis erlauben, uns nach unseren Möglichkeiten und Fähigkeiten zu entwickeln. Jedoch: Genau dies ist eine individuelle Definitionssache. Hier gibt es kein “Du mußt!”, hier gibt es nur ein “ich will!”.

  • Jean-Paul Sartre hat mal gesagt, “Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht” und ich kann dem nur zustimmen.
    Oft ist man in seiner Rolle oder seinem Verhalten so festgewachsen, das der Gedanke an eine Änderung der/desselben große Ängste hevorruft. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Veränderung auch etwas mit Leidensdruck zu tun hat. Jeder Mensch hat eine andere Schmerzgrenze, was der eine aushalten kann ist für den anderen unerträglich und ich glaube schon, dass Veränderung am ehesten möglich ist, wenn die Schmerzgrenze erreicht ist.
    Auch habe ich oft gehört und auch selbst erfahren, dass wir Menschen wirklich sehr schnell dabei sind vom anderen zu verlangen/erwarten, dass er sich ändern muss, damit das Wohlgefühl wieder kommen kann (ich vergleiche das oft mit Mutter und Kind, denn ein Kind ist muß mit dem zufrieden sein was die Mutter usw. ihm gibt). Die eigenen Grenzen und Bedürfnisse lernt man ja erst später kennnen und anstatt sie zu zeigen reagieren wir wie ein trotziges bockiges Kind – und fühlen uns als Opfer obwohl wir auch Täter sind.
    Menschen die jammeritis haben muß man nicht zuhören, vielleicht wird ja dann der Leidensdruck so groß, dass eine Veränderung stattfinden kann. Denn bei den kleinen Dingen fängt Veränderung an und sei es nur sich selbst wichtiger zu nehmen und für sich einzustehen.
    Ich wünsche allen die nötige/n Kraft, Mut und Zuversicht, das *eigene* Leben zu leben :-)))))

  • @ Yvonne van Dyck

    Das gesuchte Zitat lautet:
    “Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann;
    gib mir den Mut,Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und gib mir die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.”

    Das Zitat ist von Friedrich Christoph Oetinger
    (* 2. Mai 1702 in Göppingen; † 10. Februar 1782 in Murrhardt)
    Deutscher Theologe und führender Vertreter des württembergischen Pietismus.

  • Lieber Herr Senftleben,
    na, da haben Sie sich aber an ein gedankenschweres Thema gesetzt, bei dem Sie bei einigen Menschen mit viel emotionalem Gegenwind rechnen dürften.

    Nach meinem Verständnis ist dies eines der grundlegendsten Fragen und Themen, mit denen sich Menschen in den wohlhabenden Regionen dieser Erde beschäftigen – oder eben generell gar nicht beschäftigen.

    Im zweiten Absatz Ihres Artikels beschreiben Sie den Lösungsweg für ein Leben in Wahlfreiheit mit dem Satz: „…zwar gelingt uns das entweder, indem wir unsere Umstände ändern oder ungeliebten Umständen entfliehen oder indem wir unsere Einstellung zu unserer Situation ändern.“ Dies ist, wenn ich das richtig interpretiere, die „Formel“: „Love it, change it or leave it.“ Also liebe, was und mit wem du etwas machst. Wenn du das nicht kannst, aus welchen Gründen auch immer, versuche, es zu ändern. Geht auch dies nicht, dann verlasse die Situation, den Arbeitsplatz, den Partner, die Stadt, das Land…

    Das Interessante beim „Leave it“ ist, dass man sich dort, wohin man kommt, nachdem man etwas oder jemanden verlassen hat, selbst wieder vorfindet. Wenn bei diesem Prozess des „Leave it“ kein Umdenken, kein Wechsel in der inneren Haltung zu den Dingen, zu seiner Umwelt und zu sich selbst erfolgt (ist), hätte man auch gleich dort bleiben können, von wo man aufgebrochen oder „ausgebrochen“ ist. Es werden einem an dem neuen Ort oder Arbeitsplatz oder beim neuen Partner die gleichen Dinge im Laufe der Zeit passieren. Man selbst ist ja im Inneren dieselbe Person geblieben.

    Hat man aber wirklich versucht, die Situation zu lieben oder in seinem Sinne zu verändern, und ist das Ergebnis dennoch nicht zur eigenen Zufriedenheit, muß man eben wirklich die Situation verlassen und zu neuen Möglichkeiten aufbrechen.

    Ich selber habe beides im Leben gemacht: Den Wechsel ohne inneren Veränderungsprozess und den Wechsel mit innerer Veränderung. Ich denke, es ist nicht schwer zu erraten, welcher Wechsel dauerhafter war.

    Sie schreiben weiter, „dass manche Menschen regelrecht darauf bestehen, Opfer des Systems oder Opfer ihrer Umstände zu sein und dass sie nichts tun und nichts ändern können.“

    Tja, es ist eben immer viel leichter, anderen und den Umständen die Schuld zu geben, statt die Verantwortung für sich und sein Leben selbst zu übernehmen. Am besten (??) man gibt, wie Sie ja schon schreiben, einem anonymen System die Schuld an der eigenen Situation im Leben.

    „Die anderen haben Schuld!“

    Aber so einfach ist das eben nicht. Vor einigen Jahren las ich einen Bericht, der von zwei Söhnen eines Schwerverbrechers handelte. Der eine Sohn stieg im organisierten Verbrechen auf, der andere machte Karriere bei der Polizei. Als die beiden Männer unabhängig voneinander gefragt wurden, warum sie denn genau diesen Lebensweg eingeschlagen hätten, sollen sie zur Antwort gegeben haben: „Na, was hätte ich denn bei so einem Vater anderes werden sollen?“

    Die Entscheidung liegt bei einem selbst.

    Wer anderen Menschen oder irgendwelchen nebulösen Systemen die Schuld zuweist, begibt sich freiwillig in die Rolle des Opfers. Hier frage ich mich, warum jemand freiwillig diese Rolle übernimmt? Dieses freiwillige Opfer gibt die Verantwortung für sein Leben ab. Es wird nicht mehr nach Antworten gesucht, sondern auf Anweisungen von außen gehofft. („Der Staat wird schon für mich sorgen.“) Dabei steckt doch in dem Wort VerANTWORTung schon der Wert für die eigene Gestaltung seines Lebens drin. Aber es ist nun einmal mühsam (zumindest am Anfang), sich auf den Weg zu machen und nach eigenen Antworten für sein Leben zu suchen.
    Vielleicht sollte sich die „freiwilligen Opfer“ einmal mit dem „Dramadreieck“ beschäftigen, bei dem es um die sich bedingenden Rollen von Täter, Opfer und Retter geht. http://de.wikipedia.org/wiki/Dramadreieck.

    Bei den Stichworten „Schuldzuweisung“ und „Opferrolle“ kommen mir zwei Personen in den Sinn, die jede Berechtigung gehabt hätten, sich als Opfer zu sehen und andere Menschen für ihre verbauten Chancen im Leben verantwortlich zu machen.

    Die erste Person ist die contergan-geschädigte Reiterin, Fernsehmoderatorin und Diplom-Psychologin Bettina Eistel. Wer etwas über sie wissen will, bekommt erste Informationen auf der Webseite des ZDF unter http://menschen.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,2343091,00.html?dr=1.

    Die zweite Person ist der contergan-geschädigte Sänger Thomas Quasthoff («Ich lasse mich nicht behindern»). Nähere Informationen findet man auf seiner Webseite unter http://www.thomas-quasthoff.com/BIOGRAFIE.

    Diese Personen haben sich überlegt, was sie aus ihrem Leben machen *wollen* (nicht „können“) – und sind dann an die Verwirklichung gegangen. Statt nach Schuld und Schuldigen zu suchen, haben sie nach Möglichkeiten Ausschau gehalten, wie und womit sie etwas aus ihrem Leben machen. Sie haben Verantwortung für sich und ihr einziges Leben übernommen. Das es dabei nicht nur vorwärts ging, muß jedem klar sein. Aber sie sind heute das, was sie sein *wollten*.

    Ich weiß heute ganz genau, was ich verbockt oder nicht erreicht habe, weil ich nicht bereit war, in der Vergangenheit in konkreten Situationen aktiv die Verantwortung für mich und mein Handeln zu übernehmen – und loszulegen.
    Für mich gilt: Ich bin heute genau der Mensch und lebe genau in der Situation, wofür ich in der Vergangenheit bereit war, Verantwortung zu übernehmen und etwas aktiv zu tun. Dass es in einigen, wenigen Lebensbereichen nicht so ist, wie ich es heute gerne hätte, dessen bin ich mir bewusst, aber ich weiß auch, dass es in erster Linie an mir selbst lag.

  • Ich finde es richtig, dass man letztendlich an allem selbst mit dreht. Dinge zu lässt usw. . Ich brauchte sehr, sehr lange dies zu kapieren ! Fast mein ganzes Leben lang. Natürlich kann man nicht immer nur allen vor den Kopf stoßen oder sich abgrenzen. Wir leben in einer sozialen Gemeinschaft. Zu einer Gemeinschaft gehört auch, nicht immer nur nach seinen Pfründen zu schielen. Die Kunst liegt wohl daran zu erkennen, wann gebe ich mich selbst auf und lasse die anderen über mich “bestimmen”. Dann hat es nichts mehr damit zu tun, für die “Anderen” (wer auch immer das ist: Kollegen, Familie, Kinder, Eltern, Freunde) gemeinschaftsdienlich, sozial zu sein.
    Also Herr Senftleben hat Recht, aber es ist nicht so einfach wie er es schreibt.

  • Das ist ein schweres Thema!
    Denn nicht alles liegt in unserer Hand, wenn etwas unerwartes schlechtes passiert.
    Nicht alles könne wir beeinflussen. Das was wir dabei tun ist, aushalten, uns pflegen, uns auf das Konzentrieren, was uns schützt und nicht noch mehr verletzt…
    Wir müssen den Grad zwischen Vergebung und Hoffnung laufen und dabei das Vertrauen trainieren.
    Das Leben ist schwer und es hat uns keiner versprochen, dass es einfach ist.
    Wir müssen immer mehr lernen, wie die Menschen uns um herum uns und für ihre Zwecke benutzen wollen und wir müssen immer mehr wissen , wer wir sind und was wir wollen!
    Wir müssen uns darum kümmern Gleichgesinnte zu finden. Wir müssen mit respekt Abstand zu den finden, die uns nicht gut tun usw…
    Nebenher müssen wir Geld verdienen, unser Lebensstandart halten und uns um unserer Gesundheit kümmern.
    Es gibt für mich kein Rezept “das Glück” zu haben. Glück ist nur für einen Moment spürbar, es ist nicht dauerhaft vorhanden.
    Das ist schon schwer genug.

  • … es klingt für mich nicht nur nützlich, wenn einem bewusst ist, dass man selbst die Verantwortung für sein Leben hat.
    Ich habe selbst erst vor ca. 6 Jahren “den Bogen bekommen” und lebe seit her weitaus zufriedener, erfolgreicher und meine Wünsche erfüllen sich. Begleitet von einer gewissen Gelassenheit gegenüber Dingen die ich nicht ändern kann und einem lösungsorientierten Tatendrang bei Dingen, die ich ändern kann.
    Sicherlich ist es immer wieder in jeder Lebenssituation recht schwierig zwischen den Dingen zu unterscheiden.
    Dennoch glaube ich, dass nicht jeder Mensch die Möglichkeit hat sich zu verändern oder vielmehr die Risiken dieser Veränderung auf sich zunehmen. Also Risiko oder besser Preis sehe ich, dass man zuerst mit sich selbst “ins Gericht” gehen muss. Und sicherlich eine gewisse Freiheit benötigt … sich also von hinderlichen Zwängen in den jeder von uns lebt zu befreien.
    Fakt ist, dass sich der “Kampf” lohnt und ich wünsche jedem der sich solch einer grundlegenden Veränderung stellt viel Kraft, Mut und Glück auf seinem Weg.
    Gruß A.Wittenberger

  • Auch ein selbstverantwortliche Mensch kann Opfer werden.
    Allerdings wird er sich dagegen kämpfen, dass seine missliche Lage von anderen ausgenutzt und ausgebeutet wird.
    Oper wird man nicht, weil man es will…sondern weil jemand andere seine Neid oder Bosheit ausleben will.
    Opfer wird man,wenn man angreifbar wird.
    Denn es gibt immer die hungrigen Schakalen, die eine leichte beute wittern.

  • >Und ob das Hilfsangebot fruchtet oder nicht, liegt nicht daran ob derjenige WILL oder nicht, sondern ob es überhaupt das richtige Hilfsangebot ist.

    Das stimmt, aber das habe ich auch nicht geschrieben. Du schriebst; “Warum zeigt mir eine Person nicht…”
    Willst Du denn, daß sie dir etwas zeigt?

  • >Ob sie jemand Hilfsangebote wahrnimmt oder nicht, liegt ganz in der eigenen Entscheidung, sich helfen lassen zu WOLLEN.< Und ob das Hilfsangebot fruchtet oder nicht, liegt nicht daran ob derjenige WILL oder nicht, sondern ob es überhaupt das richtige Hilfsangebot ist.

  • D’accord bezog sich auf diesen Text (Zitat von Ralf Senftleben aus dem heutigen newsletter):

    “Es geht mir im Augenblick nicht gut und ich weiß, dass es absolut nichts bringt, jemand anderen die Schuld dafür zuzuweisen, auch wenn es verführerisch ist. Es gibt nur einen, der etwas an meiner Situation ändern kann und das bin ich. Ich weiß zwar im Augenblick noch nicht wie, aber ich kriege das hin. Ich kann dazulernen, andere um Rat fragen und mir Hilfe holen. Aber es ist meine alleinige Aufgabe und meine Verantwortung dafür zu sorgen, dass es mir besser geht.”

    Zum besseren Verständnis ;-)
    erneut viele Grüße
    kade

  • Sehr spannende Diskussion!!!
    Ich hab meine Gedanken zu den Beiträgen den Zitaten hintenangestellt:

    > Lydia schrieb: Doch sie jammern weiter und wollen bemitleidet werden, sie wollen das OPFER sein. Es ist ja einfacher OPFER zu sein und allen anderen (Staat, Arbeitgeber, Verwandtschaft, Partner, Nachbarn u.s.w.)die Schuld für sein Leben geben.

    Ich finde, es ist nicht nur oft “einfacher” und “bequemer”, es ist auch in unserer Gesellschaft lukrativ, die Opferrolle einzunehmen.

    >Petra schrieb: Warum zeigt mir eine Person nicht, WIE man etwas ändern oder machen könnte, wenn SIE es doch kann. Nein das tun wenige…

    Ob sie jemand Hilfsangebote wahrnimmt oder nicht, liegt ganz in der eigenen Entscheidung, sich helfen lassen zu WOLLEN.

    >Ralf schrieb: Ich frage mich in letzter Zeit öfters, woran das liegt, dass manche Menschen regelrecht darauf bestehen, Opfer des Systems oder Opfer ihrer Umstände zu sein und dass sie nichts tun und nichts ändern können.

    Meine Meinung: Über den ganzen Kladerradatsch hinaus mit “nicht zu wissen wie aus der Rolle raus, wo, mit, wem, Schichtzugehörigkeit, usw.”:
    Weil sie über die Nichtveränderbarkeit ihres Glaubens über die Opferrolle recht haben wollen.

    (Manchmal denke ich: “Recht zu haben darüber” scheint für sie überlebenswichtig zu sein.)

    Ralf schrieb:
    >Wenn wir nun über diese Grundidee der aktiven Lebensgestaltung schreiben, gibt es auch immer ganz viele, die anzweifeln, dass man sein Leben überhaupt beeinflussen kann und die sagen “Ich kann ja nichts tun. Ich habe keine Macht über mein Leben und meine Situation”. Und nicht nur das, manche reagieren sogar sehr verärgert, wenn wir andeuten, man könne sein Leben zum Positiven hin ändern, indem man für sich selbst und die eigene Situation Verantwortung übernimmt und bereit ist, sich selbst zu ändern und an sich zu arbeiten.

    Lieber Ralf, ich würde Dich gerne fragen: Worüber willst Du Recht behalten?

  • D’accord. Es ist kaum etwas hinzuzufügen – außer:
    Manchmal werden wir zum Opfer – wir fühlen es nicht nur. Es ist manchmal so.
    Aber wir werden auch manchmal zum Täter. Es ist notwendig einander zu vergeben. 7 mal 70 und sieben mal mehr.
    Ausgewogenheit von Nähe und Distanz und Respekt in zwischenmenschlichen Beziehungen empfinde ich da hilfreich und die Momente von Zufriedenheit und Glück beachten und genießen.
    Wenn ich mich später daran erinnere wie ich zur Zufriedenheit gekommen bin, kann ich sie besser wieder erreichen.
    Mit besten Grüßen
    kade

  • Hallo, Lydia,
    ich gebe dir Recht.
    Bei einer Bekannten erlebe ich seit Langem, dass sie mit ihrer Ehe sehr unzufrieden, vermutlich sogar unglücklich ist. Aber sie trifft kein Entscheidung. Das würde finanzielle Einschränkung mit sich bringen.
    Stattdessen versucht sie – ihren Mann zu ändern.
    Du ahnst, was geschieht?
    Man kann nur sich selber ändern, nicht seinen Nächsten.
    Leider begreifen viele Menschen es einfach nicht – und leiden immer weiter.

  • >Beatrice schrieb: Eigenverantwortung übernehmen ist ein hartes Stück Arbeit< Auch eines der Wörter die ich nicht mehr hören kann. Immer und immer wieder wird von der Eigenverantwortung gesprochen. Wenn es Überschwemmungen auf der Welt gibt, wer ist Schuld : Der Mensch natürlich. Und der Schöpfer sitzt irgendwo unsichtbar im Universum und denkt über die Inzenierung des nächsten verheerenden Erdbebens oder Tsunamis nach. Arbeit, Arbeit, Arbeit. 90 Prozent des Lebens besteht aus Arbeit. Arbeit an sich selbst, Beziehungsarbeit, der Job. Für mein Leben habe ich sicher die Verantwortung aber nicht dafür, das ich überhaupt auf der Welt bin. Von dem der dafür verantwortlich ist, spüre ich nichts. >Petra schrieb:Unsere psychosozialen Dienste müßten mehr unter die Lupe genommen werden… optimiert werden, mit gutem Fachpersonal besetzt werden< Das kann ich aus *langjähriger* eigener Erfahrung nur bestätigen. Da bringt mir so eine wertvolle Seite wie Zeit zu Leben 1000 mal mehr, als die dreisten Provokationen die sich so mancher professionelle Helfer erlaubt und die Menschen noch mehr entmutigt.Vielleicht sollte man die psychoszialen Systeme auch einfach ganz abschaffen. Ich habe selbst genug Unheil und menschenunwürdige Zustande gesehen in diesen Systemen.

  • Ein Bericht, der mir aus dem Herzen spricht.

    Ich alleine bin für mein Leben verantwortlich, ich kann es so gestalten wie ich es möchte, klar wird es immer Situationen/Menschen geben,die mein Leben mit beeinflussen, im großen und ganzen bin ich aber für mich erstmal alleine verantwortlich.

    Als ich Hartz-IV-Empfängerin war vor 2 Jahren war, hatte ich zwei Möglichkeiten, es zu bleiben oder es nicht zu bleiben. Ich konnte nicht darauf hoffen, dass mir von alleine ein Job angeboten wurde, ich musste etwas dafür tun. Ich tat es, bewarb mich in einer anderen Stadt, bekam einen Job und zog mit meinen Kindern um, von Bayreuth nach München. Dieser Weg war nicht leicht als alleinerziehende Mutter von 2 Kids, er war sehr steinig, und mein Weg wäre um einiges einfacher gewesen, wenn ich in meinem alten Leben geblieben wäre, aber ich LEBE jetzt wieder!!

    Viele Menschen haben einfach Angst Entscheidungen zu treffen, Angst davor es könnte doch nicht die richtige sein, es könnte schlimmer werden, als es bereits ist. Ich kenne einige in meinem Bekanntenkreis, sie jammern und jammern, aber ändern nichts an ihrem Leben. Gut, es ist ihr Leben und ihre Entscheidung, aber dann sollen sie doch endlich aufhören zu jammern und ihr LEBEN so wie es ist akzeptieren. Doch sie jammern weiter und wollen bemitleidet werden, sie wollen das OPFER sein. Es ist ja einfacher OPFER zu sein und allen anderen (Staat, Arbeitgeber, Verwandtschaft, Partner, Nachbarn u.s.w.)die Schuld für sein Leben geben.

    Im übrigen hat mir das LESEN in Blogs sehr geholfen mein Leben umzukrempeln.

    Ich werde NIE mehr STEHENBLEIBEN, sondern immer WEITERGEHEN und erst recht NIE mehr ZURÜCKGEHEN!

    Liebe Grüße

    Lydia

  • Hallo Tanja und Ralf,
    ich denke auch das viele Menschen diese Opferrolle pflegen. Ich glaube, Sie wissen nicht wirklich, wie sie die Situation oder “Sich” ändern können. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hatten sie Elternteile die sich ähnlich fühlten oder verhielten. Ich glaube, dass wir uns gegenseitig als Menschen zu wenig unterstützen und anderen zu selten zeigen, wie etwas gehen könnte. Jeder Mensch hat seine Schwächen… Stärken. Warum zeigt mir eine Person nicht, WIE man etwas ändern oder machen könnte, wenn SIE es doch kann. Nein das tun wenige… einmal weil oft Egoismus da ist oder Zeit fehlt oder andererseits die Person selbst nicht offen ist für Neues und es evtl. nicht wissen will oder Angst hat vor dem Neuen. Diese Angst gilt es zu nehmen denke ich. Es gibt noch nicht genug Selbsthilfegruppen, die eine starke Außenwirkung haben und als “normal” betrachten. Warum eigentlich nicht ? Wer zu so ner Gruppe geht wird wahrscheinlich als nicht “normal” betrachtet und zeigt eben seine “Makel” oder besser: “Schwächen” nach außen und das “schickt” sich auch heute noch nicht. Schade eigentlich und in Wahrheit auch unehrlich. Denn ist es doch so: Schwächen hat einfach jeder.. niemand ist perfekt. Unsere psychosozialen Dienste müßten mehr unter die Lupe genommen werden… optimiert werden, mit gutem Fachpersonal besetzt werden und erst dann haben wir alle professionelle Unterstützung für alle Fälle – so auch für alle unsere “Opfer” :-)

  • lieber Ralf, liebe Tanja,
    wieder einmal ein so schöner Beitrag von euch – wie immer :)
    ich durfte erst kürzlich meine angehenden Trainer beim Testival – das manche Test evil und andere Test i will nennen ;) herausfordern.

    in einer Runde war ich eine vollkommen unschuldige Person – die völlig zu Unrecht in einer misslichen Lage war spielen – es war nahezu erschütternd für mich – wie viel Aufmerksamkeit ich auf diese Art erhielt! wie viel Macht ich hatte! spannend auch wer der Teilnehmer WIE auf mich reagierte! tja es gibt nicht nur schwarz und weiß – sondern alle Farben des REgenbogens dazwischen!

    BE CAUSE – Sei Ursache für dein Leben – übernimm Verantwortung für DEIN Leben. Habe die Weisheit Dinge die du ändern kannst zu verändern – Dinge die du nicht ändern kannst stehen zu lassen und vor allem die Klarheit die beiden voneinander zu unterscheiden! (weiß den Autor leider nicht mehr)

    Ich vergesse den Tag nie, an dem ich die völlig bewusste Entscheidung fällte für mich Verantwortung zu übernehmen … dem ging ein Ringen in der Art wie: warum immer ich? kann denn nicht mal wer anderer auf mich zugehen usw voraus…

    Jeder von uns hätte JETZT die Möglichkeit absolut zu verzweifeln – seht euch die WEltlage an? Kriege Umweltverschmutzung – Menschen die verhungern … es hat ja alles keinen Sinn … und …

    Ich habe für mich entschieden Verantwortung für mich zu übernehmen und alles dazu zu tun, dass unsere Welt eine lebens- und liebenswerte ist – WAS ICH TUN KANN!

    Dieser Weg ist nicht immer leicht und doch für mich der einzig gangbare WEg. NEin wir können nicht alles verändern! uns selbst jedoch allemal !
    Optimisten sehen in Krisen Chancen – Pessimisten in Chancen Krisen YvD nur um mal zu Polarisieren – denn in der Natur gibt es keine MONO Pole … das sollte uns auch zu denken geben :)

    alles Liebe euch allen

    YVonne

  • Ich erinnere mich, wie ich mich fühle, wenn ich mit Opfern im Kontakt war oder bin- sie machen mir Schuldgefühle, ein schlechtes Gewissen und aus einem gewissen Ohnmachtsempfinden beginne ich – bevor ich das Ganze durchschaue – ihren Kampf zu kämpfen. Und nachdem ich es bemerkt habe, werde ich wütend auf mein Gegenüber und auch auf mich, dass ich in die Falle getappt bin und stehe dann endlich – oftmals nach (zu) langer Zeit – für meine Grenzen ein. Wenn ich selbst in die Opferrole verfalle, in der ich mich allerdings überhaupt nicht mag, weil ich stehen bleibe, destruktiv denke und beginnen würde, andere für mein Unglück verantwortlich zu machen, überlege ich mir – und das klappt schon recht gut -, dass ich jetzt die Wahl habe: mich der Probleamtik zu stellen, nach Lösungen zu suchen und diese Lektion zu lernen oder zu nölen, was zwischendurch auch als Ventil recht hilfreich sein kann oder mir diesen Satz zu sagen:- Egal, wie sehr du jetzt hier jammerst, das ist für den Fortgang des Weltgeschehens so wesentlich wie wenn in China ein Sack Reis umfällt .. oder anders ausgedrückt , wie hinlänglich schon bekannt: Ich überlege, ob ich diese Sache ändern kann, wenn ich sie nicht ändern kann, muss ich sie annehmen und ich denke daran, – es ist wichtig, das eine vom anderen zu unterscheiden.
    Für mich geht es nicht um Schuld, da fängt die Verstrickung schon an, sondern um Akzeptanz. Akzeptanz meiner Mitmenschen in ihrem So-Sein und meiner eigenen Person. Dann ist es mir möglich, menschlich, empathisch und mit Selbstvertrauen zu agieren und zu reagieren. Ich habe viele Jahre gebraucht, um hier zu stehen und viele Gesichter erlebt. Und fühle mich so frei und autentisch wie nie zuvor. Ich wünsche allen Kommentatoren Power und Lebensfreude.

  • ..kleiner Nachtrag… ;-)

    *„Die Krise von heute
    ist der Witz von morgen.“*

    Herbert George Wells, 1866 – 1946, Englischer Schriftsteller

  • Hi Leute,
    Veränderung an sich selbst, ist nur nach Selbsterkenntnis möglich…
    Wenn ich nicht weiß woran es klemmt, kann ich nichts ändern.
    Wenn ich die Schuld anderen gebe, ändert sich nichts.
    Such ich die Erkenntnis, komme ich früher oder später zu dem Schluss, dass ich Mitschuld trage, denn einer alleine ist nie Schuld.

    *„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte.
    Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Gefühle.
    Achte auf Deine Gefühle, denn sie werden Dein Verhalten.
    Achte auf Deine Verhaltensweisen, denn sie werden Deine Gewohnheiten.
    Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
    Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
    Achte auf Dein Schicksal,
    indem Du jetzt auf Deine Gedanken achtest.“*
    *Talmud*

    In diesem Sinne…habe Mut dich deines Verstandes zu bedienen… ;-)

    Sonnige Grüße
    Tina

  • Ich selbe habe viel zu lange in meiner wenig erfreulichen Situation festgehangen: Ich kann doch nichts ändern.

    Nachdem ich erst einmal angefangen hatte, selber aktiv zu werden (was mit arbeiten und lernen verbunden war), verbesserte sich meine Situation nach und nach in verschiedenen Bereichen. Ich hatte den Beruf, den ich mochte (auch wenn es da immer wieder schwierige Situationen gab), ich war offen einen Partner zu finden, bekam im fortgeschrittenen Alter zwei wunderbare Kinder.
    Natürlich besteht auch mein Leben nicht aus Zuckerguss. Aber meine Erwartung ist heute positiver und es ereignet sich daher auch mehr Positives in meinem Leben.
    Eines muss ich zugeben – es hat Jahre gedauert, bis ich die Opferhaltung erst einmal loslassen konnte. Aber es hat mir sehr viel gebracht, nachdem ich mein Leben selber in die Hand nahm.

  • danke für diesen – wieder einmal- schönen Beitrag. Ich kann nur mit dem Kopf nicken. Eigenverantwortung übernehmen ist ein hartes Stück Arbeit – so viel schwerer als Verantwortungen abzugeben. Tagtäglich kann man sich darin üben und ich meine, damit auch ein Stück weit zufriedener und glücklicher werden. Wenn jeder in seiner eigenen kleinen Welt damit beginnt ist schon viel geholfen.

    Dankeschön für den Beitrag.
    Beatrice

  • Meine persönliche Erfahrung deckt sich mit den Artikel. Viel Zeit habe ich damit verbracht, Situationen auszuhalten und davon auszugehen, dass ich nicht die Kraft und Macht hätte, etwas zu ändern. Erst als ich über den Tellerrand schaute und sah, dass manch einer sein Leben selbst in die Hand nahm, begann ich, darüber nachzudenken, wer ich eigentlich bin und was ich möchte. Von da an ging es – wenn auch mit Rückschlägen, Tränen und vielen Widerständen – stetig aufwärts. Auch ich selbst verfiel mitunter wieder in mein altes Verhalten und musste erst wieder aufwachen, um mich zu berappeln. Heute, nach vielen Jahren persönlicher Kleinarbeit an mir und meinem Leben, habe ich eine Situation persönlichen, individuellen Glücks erreicht, das nicht messbar ist, etwa mit dem Bankkonto. Vielmehr habe ich heute das Selbstvertrauen, das Leben zu leben, Chancen zu ergreifen und einige Risiken einzugehen, weil ich weiß, ich werde es aus eigener Kraft schaffen aufzustehen, wenn ich falle. Deshalb tue ich mich heute sehr schwer mit den ewigen Jammerern, die sich nur beklagen und nicht handeln.
    In diesem Sinne viel Mut und Kraft :-)

  • Nein Ralf, es geht mir nicht darum irgend jemand zu entmutigen seine eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen, seine eigenen Entscheidungen zu treffen und seinen eigenen Weg zu gehen.
    Ganz im Gegenteil: Es geht mir darum das möglichst viele Menschen ein Leben führen, das diesen Namen auch verdient, weil es nicht von oben determiniert und kontrolliert wird.
    Und da sind wir sicher einer Meinung.
    Nur sollte man meiner Ansicht nach nur Erwartungshaltungen wecken, die auch realistisch sind. Nicht das ich die angesprochen Möglichkeiten für unrealistisch halte, aber sie enthalten eine nicht für alle erfüllbare Forderung an die eigene Person.
    Sätze wie:
    “Es gibt nur einen, der etwas an meiner Situation ändern kann und das bin ich.” oder:
    Ich kann dazulernen, andere um Rat fragen und mir Hilfe holen. Aber es ist meine alleinige Aufgabe und meine Verantwortung dafür zu sorgen, dass es mir besser geht.”
    können einen subtilen und enormen Druck auf Leser erzeugen, die nur in der Lage sind einen Bruchteil dessen erreichen können, was sie meinen erreichen zu müssen.
    Außerdem kann für diese Menschen der Eindruck entstehen, das für dieses Ergebnis sie in weiten Teilen allein verantwortlich zeichnen was natürlich Unsinn ist, das man immer Einzelfälle betrachten muss, und Pauschalbetrachtungen der Sache nicht gerecht werden.

    Was die Veränderung der Gesellschaft angeht, glaube ich schon das man Veränderungen beeinflussen kann. Natürlich auch dadurch, das man Veränderungen bei sich selbst vornimmt und beispielsweise wählen geht, was immer noch ein Großteil der Bevölkerung nicht macht. Schön wäre es noch, wenn man auch wüsste was die einzelnen Parteien so im Programm haben, auch da bin ich mir nicht sicher, ob das bis zum letzten Wähler durchgedrungen ist.
    Die Ergebnisse der letzten Wahlen insbesondere der Landtagswalen geben mir jedoch Hoffnung das sich auch gesamtgesellschaftliche Schieflagen beseitigen lassen.
    Die Streichung der Studiengebühren in Hessen sind sicherlich nur ein kleiner Anfang, aber ein gutes Zeichen.

  • Hubert, na klar gibt es Grenzen.

    Und ich habe die Idee, dass wir die Grenzen stärker machen, indem wir uns auf sie konzentrieren und dass wir unsere Einflussmöglichkeiten Schritt für Schritt vergrößern, indem wir uns auf das Überwinden oder auf das Einreißen der Grenzen konzentrieren.

    Was du geschrieben hast ist bestimmt richtig. Aber diese soziologischen Betrachtungen helfen dem Einzelnen nicht, sie entmutigen uns eher. Wer liest, was du schreibst und sich sagt “Ich kann ja eh nichts tun”, der wird es erst gar nicht versuchen.

    Und was ist der Sinn darin, die Menschen zu entmutigen und in ihrer Ohnmacht zu stärken?

    Und uns ist klar, dass wir viele Menscen nicht erreichen. Aber wir freuen uns schon, wenn wir einige ermutigen können, ihr Leben noch mehr in die Hand zu nehmen.

    Ich persönlich weiß nicht, wie man die Gesellschaft ändern kann. Aber ich weiß, dass nahezu jeder selbst im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas tun kann, wenn er sich dafür entscheidet.

    Und darum geht es hier bei uns auf den Seiten.

  • Einige Anmerkungen zum Eingangstext:
    Ich denke nicht, das es ernstzunehmende Menschen gibt, die bezweifeln, das es am eigenen Leben keine Einflussmöglichkeiten bestehen.
    Das ist aber auch meiner Meinung nach gar nicht die entscheidende Frage. Die entscheidende Frage ist vielmehr welche Einflussmöglichkeiten habe ich in qualitativer oder vielleicht auch in quantitativer Hinsicht auf mein Leben.

    Wenn jemand in seinem Beruf jeden Tag neu entscheiden kann, ob er auf DIN-A3 oder DIN-A4 kopiert, so kann er zweifelsohne ständig Einfluss auf sein persönliches Leben und auch auf seine Umwelt nehmen.
    Aber allen Ernstes: Ist das von Belang?
    Etwas überspitzt dargestellt, sicherlich, aber viele Entscheidungsmöglichkeiten haben kaum Auswirkungen. Ihr leben ändert sich nach meinen Beobachtungen, Wenn überhaupt, nur graduell.
    Es ist eben doch so, das viele Menschen sich nach wie vor in Operrollen befinden, aus denen sie nicht heraus können (mehr im Sinne von Wollen), weil der Preis einfach zu hoch ist. Viele würden ihren Job in der Tat nicht mehr machen, wenn sie nicht finanziell abhängig wären und viele würden ihren Partner verlassen, wenn das nicht einen Rattenschwanz von Konsequenzen nach sich ziehen würde.

    Neben diesen überall zu beobachtenden Rahmenbedingungen setzten diese Prozesse der Einflussnahme auf das eigene Leben und den angesprochenen Veränderungen ein bestimmtes Reflexionsvermögen und den Zugang zu Informationen voraus. Das mag für den Besucher einer solchen Seite noch möglich sein, aber für ein grossteil der Menschen, die in dieser Gesellschaft als unterpriviligiert bzw. neudeutsch als Prekariat bezeichnet werden, möchte ich das bezweifeln.
    In deren Leben spielen meiner Ansicht nach ganz andere Dinge ein Rolle. Für die sind das böhmische Dörfer, was hier geschrieben wird, und ohne einen neuen breiten gesamtgesellschaftlichen Bildungsansatz wird sich auch daran wenig ändern.
    Man kann dazu einschlägige soziologische Untersuchungen zur Schichtendurchlässigkeit lesen und wird das bestätigt bekommen. Leider mit verschärfender Tendenz.
    Das bedeutet natürlich nicht, das es Individualfälle gibt, die völlig anders aussehen, und das bedeutet auch nicht, das es nicht Menschen gibt, die weit unter ihren eigenen Möglichkeiten leben und ihre Einflugmöglichkeiten aus welchen Gründen auch immer nicht ausüben.
    Dennoch: Vorgegebene Strukturen und Machtverhältnisse innerhalb der Gesellschaft setzten vielen Versuchen die eigene Situation zu ändern enge Grenzen und je weiter unten sich Menschen innerhalb der Gesellschaft befinden, desto unwahrscheinlicher ist es, das sie Einfluss auf ihre Situation nehmen oder nehmen können , oder das sich an ihrer Situation gesamtgesellschaftlich was ändert.

  • Ralf Senftleben schrieb:
    “Die Welt ist sicherlich beides. Sie ist schrecklich und schön, sie ist gemein und gut und ungerecht und voller Mitgefühl, sie ist voller Reichtum und Armut (nicht nur, was Geld angeht).”

    Sehr schön ! Fast haargenau so habe ich das vor ein paar Tagen auch mal jemandem geschrieben. Ich empfinde zwar unterm Strich das Leben mehr als Kampf oder Qual aber die Welt ist eben beides. Ich lese sehr gerne Zitate und Weisheiten. Eigentlich bräuchte man sich nur ein einziges Zitat von Erich Kästner wirklich völlig verinnerlichen und danach handeln. ” Es gibt nichts gutes, außer man tut es ” Damit ist eigentlich “alles” gesagt :-)

  • Sehr geehrter Herr Senftleben,

    mit Freude habe ich Ihren Artikel gelesen, denn der Inhalt entspricht meinem Glauben und meinen Erfahrungen.

    Ich sehe die Aufgaben, die mir das Leben stellt, als Erfahrungen, die meiner Entwicklung dienen. Oft genug waren diese “Aufgaben” in der Vergangenheit sehr schwer und sehr traurig.

    Doch habe ich mich nicht als Opfer gefühlt, sondern bin immer nach vorn gegangen. Ja, es ist möglich, jederzeit etwas zu entscheiden, zu verändern, aktiv zu werden. Jegliches, es geht nicht, weil bedeutet nichts anderes als Wider- und Stillstand.

    Mit dieser Aussage möchte ich diejenigen, die anders denken weder angreifen noch belehren oder überzeugen.

    Jeder hat seinen eigenen Glauben und das soll auch so sein. Ich lebe so wie es mir gefällt und kann das somit bei jedem anderen Menschen ebenfalls akzeptieren.

    Ich möchte nur mitteilen, daß meine Lebenseinstellung mir sehr viel Positives und große Lebensfreude ermöglicht.

    Liebe Grüße
    Silvia

  • Von einem ehemals unverbesserlichen Pessimisten:

    Ich habe besonders in den vergangenen 10 Jahren viel in meinem Leben verändert. Die Wandlung von einer pessimistischen zu einer etwas optimistischeren Lebenseinstellung zähle ich dazu.

    @ meinen Namensvetter Michael: nein, diese Veränderung ist nicht einfach mal so zu bewerkstelligen. Es dauert tatsächlich manchmal Jahre bis eine signifikante Veränderung eintritt.
    Und ich bin ja auch nicht “fertig”…die Arbeit an mir selbst ist ja nie abgeschlossen. So lange ich lebe, werde ich sicherlich immer wieder Dinge finden, die ich an mir ändern bzw. verbessern möchte.
    Ich bin auch manchmal mit so manchem unzufrieden. Wenn ich aber daran denke, wo ich herkomme, bekomme ich Hoffnung, dass ich vieles was ich gerne ändern würde, auch irgendwann in den Griff bekomme.

    Ich lerne manchmal Menschen kennen, die auch über dieses oder jenes Problem klagen und die Hoffnungslosigkeit beschreiben, dass sie gegen diese oder jene Charaktereigenschaft einfach machtlos sind. Ich versuche diesen Menschen dann manchmal Mut zu machen, indem ich ihnen versuche zu vermitteln, dass man durchaus in der Lage ist etwas zu ändern.
    Dann kommt die Antwort: Das sagst Du so einfach!

    Unsinn!

    Ich sage das nicht so einfach, denn ich habe selber erlebt, wie hoffnungslos es sein kann, wenn im eigenen Leben einiges im Argen liegt. Oft wird man von Menschen, die eine starke Opferhaltung haben als oberflächlich und nicht sehr realistisch betrachtet. Es ist so als ob man gesagt bekommt: Was weisst Du denn schon? Du hast so eine Situation doch selber nie erlebt.
    Auch in einigen Beiträgen meiner Vorredner wurde ja kritisiert, dass vieles in diesem Forum zu sehr vereinfacht ist und nicht realistisch wäre.
    Jeder der sich mal Zeit nimmt und ein wenig auf diesen Seiten stöbert, wird auch einen Artikel finden, wo Ralf mal davon schreibt, woher er eigentlich kommt, dass er vor 15 Jahren oder so selber ziemlich unten war und wie er zu einer positiveren Lebenseinstellung fand.

    Wie schnell eine Veränderung eintritt hängt natürlich auch damit zusammen, wie intensiv man sich einer Sache widmet. Wenn man nur sporadisch (meistens wenn es weh tut und man mit dem Rücken an der Wand steht) an sich selbst arbeitet, sind die Ergebnisse sicher bescheidener als wenn man regelmäßig etwas für sich tut.

    Pessimisten neigen ja dazu viele Lösungsvorschläge als sehr vereinfacht abzutun, weil sie selber gerne vieles verkomplizieren (und ich spreche da aus eigener Erfahrung).

    Ich kann auch nicht alles unterschreiben, was auf diesen Seiten steht, aber ich kann mir vorstellen, dass was einem Menschen helfen kann, für den nächsten ganz und gar unpassend ist.

    Damit käme man zum Thema Eigenverantwortung…man muss schon ein wenig ausprobieren und verschiedene Ansätze erforschen bevor man etwas findet, was einem bei der Arbeit an sich selbst helfen kann.

    Manchmal kommt es mir auch vor, dass manche Pessimisten die Lösungsmöglichkeiten ganz schnell und kompakt wie eine Schnapspraline verabreicht bekommen wollen, ohne selber mal verschiedene Sachen zu versuchen. Naja, manchmal hätte ich das ja selber gerne…leider hat noch kein Süßwarenhersteller diese Pralinen erfunden. :-)

  • Hallo

    zunächst möchte ich gerne feststellen, dass in einem Thema vielen Themen stecken können („Der Kleine Perspektivenwechsel“ by UKH).

    Als Optimistin habe ich mir das Ziel glücklich sein zu wollen zur Lebensaufgabe gemacht, daran arbeite ich täglich. Oft versuche ich den Blickwinkel weiter zu geben, wenn ich merke, dass Menschen eine Spirale beginnen nach unten zu drehen. Denke mir – aus Erfahrung haben mir Gedankenanstöße oft geholfen – vielleicht hilft es dem Anderen auch!

    Oft passiert es mir, dass gerade diese Hilfestellung auf Granit stößt? Vielleicht im ersten Moment. Doch, nach einigen Jahren kommen Menschen auf mich zu und sagen: “Du lagst schon richtig mit dem was Du sagtest, das weiß ich heute.”

    Ich kann inzwischen verstehen und nachvollziehen, warum das so ist. Einteils verstehe ich: weil ich mir die *Mühe mache den Anderen zu verstehen*, andererseits habe ich auch meine Erfahrungen gemacht – fing auch mal an zu denken…. Die anderen…

    Doch! Ich konnte aus den Situationen lernen, dass ich es in der Hand hatte, das Ruder rum zu reißen, da wieder weg zu kommen und zwar durch einen „Gedankenwechsel“

    Viele Möglichkeiten und Denkansätze wurden hier bei zzl in liebevoller Kleinarbeit von Tanja & Ralf Stück für Stück täglich präsentiert.

    Wir können noch viele Analysen zusammentragen, doch, wie fühlt ich Euch damit?

    Ich für meinen Teil habe immer das Gefühl aus der Runde ausgegrenzt zu sein, weil ich als Optimistin oft nicht ernst genommen werde, nicht verstanden werde.

    Ich möchte an dieser Stelle auch ehrlich sagen, dass ich bereits überlege, ob ich noch etwas schreiben möchte und nicht lieber die Pessimisten unter sich sein lassen, habe das Gefühl, dass das ungehört in einem schwarzen Loch verschwindet.

    Jetzt höre ich Worte, die mir in den letzten Wochen fast täglich um die Ohren gehauen werden: „Na und – ist das mein Problem, wenn Du damit nicht klarkommst schlecht behandelt zu werden!“ Ich bin entsetzt. Ein interessantes Spielchen – Die Optimisten sagen: „Perspektivenwechsel“ – die Pessimisten wettern dagegen – üben sich weiterhin im kollektiven Schwarzsehen und der Überzeugeugsmasche – es gibt keine Möglichkeiten – LIebe Pessimisten

    Ach, ich will mir das nicht mehr anhören – da lieb ich mir das ZENsen – ich gehe und mähe meinen Rasen und genieße den Duft des Jasmins….

    Herzlichst
    Ursula

  • Hallo an Sie alle und danke für Ihre Gedanken zu meinem Beitrag.

    @Apunic: Ich würde hier lieber Schuld von Ursachenforschung trennen wollen. Ursachenforschung macht in meinen Augen viel Sinn als Teil des Problemlösungsprozesses. Schuldzuweisungen habe ich persönlich selten als konstruktiv erlebt, weder im Kleinen, noch im Großen. Denn sie eskalieren meistens nur den Konflikt und oft enden sie nur in einem, der symbolisch die Verantwortung übernehmen muss, damit alle anderen hinterher genauso weitermachen können. Denn die Presse und die Politik wissen immer wer Schuld hat an den Problemen und weisen die Schuld auch gerne zu. Aber hat das in den letzten Jahren bei der Lösung der dringenden, gesellschaftlichen Problemen in Bildung und Sozialbereich geholfen? Das kann ich ehrlich gesagt nicht so richtig erkennen.

    @Michael: Na klar war mein Beitrag von den Kommentaren der letzten Zeit inspiriert. Wir denken im Augenblick tatsächlich viel über diese Geschichten nach und das führt zu weiteren Beiträgen.

    Und dass das Umdenken Jahre oder Jahrzehnte braucht, würde ich so nicht so pauschal stehen lassen wollen. Bei einigen sicherlich und bei anderen geht es viel schneller.

    Und wie schnell es geht, hängt sicher von vielen Faktoren ab. Der in meinen Augen wichtigste Faktor ist die Selbstverantwortung. Je mehr Verantwortung ich für mich selbst und meine Situation übernehme, desto schneller geht es nach meiner Erfahrung. Aber es gibt natürlich 1001 andere Faktoren, die auch einen Einfluss darauf haben.

    Und dass es nicht einfach ist, sich zu ändern, dazu kann ich nicken. Wenn es einfach wäre, dann würden es ja alle ganz einfach tun.

    @Tanja: Ich persönlich würde das Spannungsfeld hier nicht unbedingt zwischen Pessimisten und Optimisten aufmachen, sondern eher zwischen denen, die daran glauben dass sie im Leben Gestaltungsspielräume haben und anderen, die sich als Opfer der Umstände sehen.

    Aber wenn wir schon bei Optimsten und Pessimisten sind. Die Welt ist sicherlich beides. Sie ist schrecklich und schön, sie ist gemein und gut und ungerecht und voller Mitgefühl, sie ist voller Reichtum und Armut (nicht nur, was Geld angeht).

    Wer eher aufs Schlechte schaut hat Recht. Und wer eher aufs Gute schaut auch auch Recht. Die Frage ist es nur, wem es dabei besser geht.

    Und zu dem “Leute abholen” : Ehrlich gesagt sehe ich unseren Auftrag hier nicht darin, Leute irgendwo abzuholen und woanders hin zu bringen. Das muss schon jeder für sich selbst tun. Wir schreiben nur über Dinge, die uns bewegen und die wir als hilfreich empfinden und von denen wir wissen, dass sie auch vielen anderen Menschen geholfen haben, ihr Leben aktiv in die Hand zu nehmen.

    Was Ihr damit macht ist wieder Eure Verantwortung.

  • Ein exzelenter Artikel! Er hat mir sehr gut Gefallen!

    Es mag viele Menschen geben die “Fehler” gemacht haben, aber ich bin sicher, dass wir auch ohne Schuldzuweisung die jetzige Situation für alle verbessern können.

    Durch eine Schuldzuweisung wird sich der dem die Schuld zugewiesen wird noch stärker auf eine Verteidigungsposition zurück ziehen. Besser sind gute Vorschläge und die eigene Mitarbeit an einer besseren Situation.

    Danke für die schöne Anregung!

  • ich kann nur für mich sprechen,aber ich habe mein leben geändert. das war ein sehr schmerzhafter prozess und hat mich auch tränen gekostet.
    trotzdem bin ich heute froh, diesen steinigen weg gegangen zu sein.
    ob es eine schuld an einer situation gibt, oder nicht gibt—das ist doch zweitranig.wichtig ist,wie ich mit einer situation umgehe.
    mir fällt dazu ein spruch von Marc Aurel ein:
    Betrachte einmal die Dinge von einer anderen Seite,als du sie bisher sahst;denn das heißt, ein neues Leben beginnen.

  • Ist euch aufgefallen, dass die letzten eröffneten Themen hier sich nur um das eine Thema gedreht haben? Die Pessimisten, die nichts sehen wollen und nichts ändern wollen und die guten Optimisten, die täglich nur Geschenke auspacken und die Blickrichtung innerhalb einer Std. wechseln können.

    Wo ist die Aussage dahinter? Wo ist die wirkliche Hilfestellung (denn ich nehme an, es gibt ein paar Pessimisten, die doch was ändern wollen)?

    Ein Spruch von einer weisen Dame aus ZZL-Forum: *”Du musst die Menschen dort abholen, wo sie stehen”* und dass klappt bei uns “Pessimisten” nun mal nicht mit schönen, kinderleichten Sprüchen, wenn es so einfach wäre, wären wir Optimisten :-)

  • @michael

    das sehe ich genauso! und es stört mich wanhsinnig, wenn alles immer nur so einseitig betrachtet wird!
    das typische “wir müssen nur wollen”-mantra eben…

    zitt michael:
    “Umdenken ist ein Prozess von vielen Jahren wenn nicht von Jahrzehnten.”

    das ist sehr gut beschrieben. dinge an sich zu verändern, sein leben “in die Hand zu nehmen”, das ist möglich, aber das sind komplexe lebensaufgaben, da ist es mit einer schnellen einsicht nicht getan, und das ist einfach menschlich.

    ich fände es sehr schön, wenn diese dimension mehr in manche artikel hier mehr mit einfliessen würde, um sie authentischer, realistischer, lebensnäher zu machen.

    ich finde heutzutage werden durch diverse erfolgs- und lebenstips unheimlich viele unrealistisch hohe erwartungen geweckt, und das finde ich schade, weil die ausgangsgedanken – wie auch hier in diesem artikel oder dem mit dem “geschenk” – eigentlich gut sind. aber es ist nunmal nicht so einfach und eindimensional und genau wie michael machen mich gewisse stark vereinfachte aussagen manchmal einfach wütend.

    liebe grüße
    mika

  • Oooh hoppla. Ich wußte nicht das ein Wort in Sternchen Fettschrift bewirkt. Das war nicht gewollt. Sorry.

  • Wie der Herr Senftleben nur auf einmal *ausgerechnet* jetzt auf dieses Thema kommt ? Sie haben bestimmt die letzten Blog Einträge gelesen. *zwinker* Ich kämpfe eigentlich gegen die Überschrift dieses Artikels, das manche Menschen behaupten, einige würden darum kämpfen, Opfer sein zu dürfen. Mir hat man das auch oft unterstellt. Ich sehe mich aber nicht als Opfer. Und dennoch bringen mich solche Antworten wie die von Frau Hantschel im letzten Blogeintrag regelrecht auf die Palme. Das erweckt auf mich den Eindruck, als sei das Leben ein fröhlicher Spaziergang. Ich selbst denke bestimmt nicht, wie sie es in diesem Artikel schreiben auch nicht so, das die Menschen absolut keine Macht haben was zu ändern, ich bin felsenfest überzeugt von der Macht der Gedanken aber solche Beiträge man müsse “nur mal eben schnell” seine Einstellung änderen regen mich trotzdem auf. Weil es eben so einfach nicht ist. Umdenken ist ein Prozess von vielen Jahren wenn nicht von Jahrzehnten. Was mich mal interessieren würde, wie würdet Ihr solchen Menschen genauer beschreiben, welcher Charaktereigenschaften und Handlungsweisen zeichnen sie aus, das man sagt, der oder die kämpft und verteidigt bis zum umfallen seine Opferrolle ? Was die Schuldzuweisung betrifft das will ich mich gerne dem ersten Satz von Apunic anschließen. Das ist sehr schön beschrieben.

  • Ich denke, dass jeder Einzelne natürlich Möglichkeiten hat, gewisse Dinge in seinem Leben zu gestalten – aber keiner von uns ist allmächtig und es gibt Missstände (seit Jahren leider immer mehr), gegen die der Einzelne machtlos ist. Die ständig weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich z. B. ist politisch gesteuert und da liegt dann auch erst einmal die Hauptverantwortung und das sollte man auch beim Namen nennen dürfen. Sobald ein Mensch wirklich existenzielle Sorgen und Nöte hat (was heute wieder sehr schnell passieren kann), ist er in seinem Gestaltungsbereich sehr eingeschränkt und wenn er Glück hat – ja, das gehört schon dazu – schafft er es vielleicht, wieder besseren Zeiten entgegenzusehen. Die Chancen dafür sind jedoch relativ gering – wie man in vielen sehr unterschiedlichen Veröffentlichungen lesen kann.

  • Ich denke schon, daß eine gewisse Schuldzuweisung etwas bringt. Das kann einer der ersten Schritte sein festzustellen, wo etwas nicht richtig funktioniert.
    Der Staat trägt z.B. eine Mitschuld an Ungleichbehandlung, weil er Kinder aus unterpriviligierten Haushalten nicht genug fördert. Zur erkennen, wer Schuld trägt, also auch eine gewisse Verantwortung trägt, kann auch der Anfang einer Lösungsfindung sein. Dadurch kann einem nämlich bewußtwerden, wo man auch ansetzen muß, um die Verhältnisse zu ändern. Es geht mir nicht darum, die Verantwortung total von einem selbst wegzuschieben. Aber es gibt auch immer mehrere Faktoren. Und man selber ist einer davon.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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