Intros und Extros (Sylvia Löhken)

„Intros und Extros. Wie sie miteinander umgehen und voneinander profitieren“ von Sylvia Löhken – Offenbach: GABAL Verlag, 2014 – 360 S. – ISBN: 978-3-86936-549-7 – 24,90 €

Sylvia Löhken ist Expertin für das Zusammenleben von extrovertierten und introvertierten Menschen. Introvertierte sind diejenigen unter uns, die ihre Energie aus der Ruhe und dem Alleinsein mit sich selbst gewinnen. Extrovertierte hingegen tanken ihre Energiereserven im Zusammensein mit anderen Menschen wieder auf. Das ist ganz grob und sehr vereinfacht gesagt der Unterschied zwischen beiden Persönlichkeitseigenschaften.

Dieses Buch richtet sich sowohl an Introvertierte als auch an Extrovertierte. Daneben auch noch an die so genannten Zentrovertierten, die sich im mittleren Spektrum zwischen den beiden Polen introvertiert und extrovertiert bewegen.

„Intros und Extros“ ist ein Ratgeber,

  • der introvertierten, extrovertierten und zentrovertierten Menschen hilft, ihre Unterschiede besser kennen zu lernen,
  • der zeigt, welche Stärken und welche Hürden die jeweilige Persönlichkeitseigenschaft ausmachen, und
  • der erklärt, wie es besser gelingt, die Chancen der jeweiligen Persönlichkeitseigenschaft zu nutzen und deren Schwierigkeiten möglichst gering zu halten.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert.

Im ersten Teil erfährt der Leser, was Intros und Extros ausmacht, wie sie sich unterscheiden und was es bedeutet, zu einer der drei Gruppen zu gehören. So geht es um die biologischen Unterschiede, um die Stärken (z. B. Konzentration – Flexibilität) und um die Schwierigkeiten, mit der die jeweilige Persönlichkeit umgehen muss (z. B. Verkopftheit – Impulsivität). Außerdem räumt die Autorin mit vier Mythen auf, die im Zusammenhang mit Introversion und Extroversion immer wieder genannt werden. So z. B. der Mythos, dass Extros sozial zugänglicher sein sollen als Intros. Oder, dass Intros sich weniger gut durchsetzen können als Extros. Außerdem widmet dieses Buch ein komplettes Kapitel den Zentrovertierten.

Im zweiten Teil geht es darum, wie die Unterschiedlichkeit der Persönlichkeit unser Miteinander im Alltag beeinflusst. In der Kommunikation, bei der Arbeit und im Sport. Und wie es Intros, Extros und Zentros gelingt, so miteinander umzugehen, dass die Besonderheit des jeweils anderen zum Gewinn und nicht zur Belastung wird. Dabei geht es z. B. um folgende Themen:

  • Bewegung und Sport: Auch beim Thema Sport spielt die Persönlichkeit – und somit auch das Introvertiert- oder Extrovertiert-Sein eine Rolle. Dieser Teil erklärt, wie man den Sport findet, der zu einem passt.
  • Führung: Extrovertierte Führungskräfte unterscheiden sich von introvertierten. Und auch die Mitarbeiter in einem Unternehmen sind unterschiedlich. Wie lassen sich diese Unterschiede positiv nutzen und Missverständnisse sowie Konflikte vermeiden? Dazu erfährt man in diesem Kapitel mehr.
  • Verkaufen und Überzeugen: Wie Intros und Extros so mit der jeweiligen anderen Persönlichkeit umgehen, dass ein gutes „Verkaufsgespräch“ entsteht. Also entweder ganz real beim Verkaufen in einem Geschäft oder auch, wenn es darum geht, jemand anderen von etwas zu überzeugen.

Zum Abschluss des Buches gibt es einen wirklich fundierten Selbsttest, den man natürlich auch zu Beginn schon ausfüllen kann. Damit kann der Leser herausfinden, ob er extrovertiert oder introvertiert ist.

Und abschließend gibt es ein umfangreiches Literaturverzeichnis, das zum vertiefenden Lesen einlädt.

Viele Inhalte sind in übersichtlichen Tabellen auf den Punkt gebracht und zusammengefasst. Zusätzlich gibt es am Ende jedes Kapitels eine kurze Zusammenfassung. Diese Übersichten der wichtigsten Inhalte helfen dabei, Überblick zu gewinnen und zu behalten.

Besonders gefällt mir an diesem Buch, dass die Autorin alles sehr differenziert und gut erklärt. So wird sehr deutlich, dass es bei introvertiert – extrovertiert nicht einfach nur um zwei klar voneinander abzugrenzende Typen von Menschen geht. Sondern, dass es ein breites Spektrum gibt, auf dem sich die Ausprägungen Extroversion und Introversion bewegen. Damit beugt das Buch unreflektiertem Schubladendenken vor. Dies ist ein Buch, das dazu beiträgt, sich und andere besser zu verstehen, viele konkrete Handlungsimpulse vermittelt und damit hilft, seinen eigenen ganz persönlichen Lebensweg selbstbestimmter zu gehen.

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

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Kommentare

  • Also ich habe mal gelernt, dass es das Wort extrovertiert nicht gibt und extravertiert richtig ist. Die lateinische Vorsilbe “extra” bedeutet “außer, außerhalb, außerdem, besonders”. Man sagt ja auch nicht “Extroblatt” oder “extrovagant” etc.

    • Christine schreibt am 6. Juni 2016

      Hallo Gerd, Ihr Argument liest sich interessant, ist jedoch so nicht zutreffend. Der Duden schafft da Klarheit, er kennt beide Worte. Gibt man jedoch in der Suchmaschine “extravertiert” ein, wird sofort gefragt, ob man “extrovertiert” meint :-).
      Vielleicht sind Sie ja im medizinischen Bereich tätig (Psychologie), dort wird das Wort “extravertiert” offenbar eher verwendet.

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