Ist Eigenverantwortlichkeit schlecht für das Gemeinwohl?

In den letzten beiden Wochen ging es auf unseren Seiten viel um das Thema Eigenverantwortung. Und eine Frage, die in diesem Zusammenhang aufkam, war:

Ist der Aufruf nach mehr Eigenverantwortung zu kurz geworfen, weil eigenverantwortliche Leute nur noch an sich selbst denken und nicht mehr das gesellschaftliche Ganze betrachten? Ist der Ruf nach Eigenverantwortung also schlecht für das Gemeinwohl?

Dazu möchte ich Ihnen meine Meinung schreiben:

Eigenverantwortung bedeutet ja nur, dass man – so gut wie es eben geht – die Verantwortung für sich selbst und das übernimmt, was einem wichtig ist.

Wenn mir als eigenverantwortlichem Menschen mein eigenes Wohlergehen wichtig ist, dann tue ich etwas dafür.

Ist mir als eigenverantwortlichem Menschen auch das Gemeinwohl wichtig, dann tue ich auch etwas dafür (so wie Millionen ehrenamtliche Helfer).

Eigenverantwortliche Menschen übernehmen Verantwortung für die Dinge, die ihnen wichtig sind und tun selbst etwas, statt die Verantwortung auf eine abstrakte und schwer fassbare Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik etc. zu übertragen.

Natürlich kann man von den Politikern erwarten, dass sie unsere Probleme lösen und natürlich kann man gesellschaftliche Veränderungen fordern. Aber seien wir ehrlich: Bringt uns das weiter? Lösen wir damit unsere Probleme? Oder zelebrieren wir damit nicht nur unsere Ohnmacht? In meinen Augen ist diese Erwartung verständlich, aber in keinster Weise nützlich.

Was dagegen würde passieren, wenn immer mehr Menschen aufstehen und sagen würden: Ich fühle mich dafür verantwortlich, dass es in unserem Land gerechter zugeht und dass unser Sozialstaat nicht zugunsten wirtschaftlicher und machtpolitischer Interessen demontiert wird. Und weil ich mich dafür verantwortlich fühle, tue ich etwas… Was würde dann wohl passieren?

Also noch einmal zusammengefasst: Eigenverantwortung ist die Geisteshaltung, durch die wir für das Verantwortung übernehmen, was uns wichtig ist, statt die Verantwortung auf andere zu übertragen.

Und wenn das mehr Menschen tun würden, wäre das bestimmt ziemlich gut für das Gemeinwohl.

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