Ist Eigenverantwortlichkeit schlecht für das Gemeinwohl?

In den letzten beiden Wochen ging es auf unseren Seiten viel um das Thema Eigenverantwortung. Und eine Frage, die in diesem Zusammenhang aufkam, war:

Ist der Aufruf nach mehr Eigenverantwortung zu kurz geworfen, weil eigenverantwortliche Leute nur noch an sich selbst denken und nicht mehr das gesellschaftliche Ganze betrachten? Ist der Ruf nach Eigenverantwortung also schlecht für das Gemeinwohl?

Dazu möchte ich Ihnen meine Meinung schreiben:

Eigenverantwortung bedeutet ja nur, dass man – so gut wie es eben geht – die Verantwortung für sich selbst und das übernimmt, was einem wichtig ist.

Wenn mir als eigenverantwortlichem Menschen mein eigenes Wohlergehen wichtig ist, dann tue ich etwas dafür.

Ist mir als eigenverantwortlichem Menschen auch das Gemeinwohl wichtig, dann tue ich auch etwas dafür (so wie Millionen ehrenamtliche Helfer).

Eigenverantwortliche Menschen übernehmen Verantwortung für die Dinge, die ihnen wichtig sind und tun selbst etwas, statt die Verantwortung auf eine abstrakte und schwer fassbare Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik etc. zu übertragen.

Natürlich kann man von den Politikern erwarten, dass sie unsere Probleme lösen und natürlich kann man gesellschaftliche Veränderungen fordern. Aber seien wir ehrlich: Bringt uns das weiter? Lösen wir damit unsere Probleme? Oder zelebrieren wir damit nicht nur unsere Ohnmacht? In meinen Augen ist diese Erwartung verständlich, aber in keinster Weise nützlich.

Was dagegen würde passieren, wenn immer mehr Menschen aufstehen und sagen würden: Ich fühle mich dafür verantwortlich, dass es in unserem Land gerechter zugeht und dass unser Sozialstaat nicht zugunsten wirtschaftlicher und machtpolitischer Interessen demontiert wird. Und weil ich mich dafür verantwortlich fühle, tue ich etwas… Was würde dann wohl passieren?

Also noch einmal zusammengefasst: Eigenverantwortung ist die Geisteshaltung, durch die wir für das Verantwortung übernehmen, was uns wichtig ist, statt die Verantwortung auf andere zu übertragen.

Und wenn das mehr Menschen tun würden, wäre das bestimmt ziemlich gut für das Gemeinwohl.

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Kommentare

  • Ich hoffe auch auf eine Gesellschaft mit mehr Eigenverantwortung. Win großes Problem mit der jetzigen Politik sehe ich zum Beispiel darin, dass die Politik mit unserem Sozialstaat die Verantwortung dafür übernommen hat, den Leuten Jobs zu besorgen. Dadurch wird quasi erzählt, dass sich schon jemand (Papa Staat) darum kümmert, was meiner Meinung nach ein wenig an der Realität vorbei geht…
    (toller Artikel)

  • Zitat Senftleben!

    “Ist der Ruf nach Eigenverantwortung also schlecht für das Gemeinwohl?”

    Ich glaube, dass Eigenverantwortung der Umgang mit seinem (eigenen) Selbst, in Erkenntniss seiner Möglichkeiten, ist.

    Somit kann es nicht schlecht für das Gemeinwohl sein!

    Lg.
    Hans

  • Was Verantwortung überhaupt ist, ist nicht einfach zu definieren. Mein Lieblings-Author Ron Smothermon sagt, dass es bedeutet, dass ich Verursacher meines Lebens bin, so wie ein Künstler der ein Stück schreibt und alleine aufführt. Die Verantwortlichkeit ist die kreativste und intenesivste Haltung, die man zum Leben einnehmen kann, eine Haltung, die man unter vielen möglichen Haltungen wählt. Gruß Ed

  • Natürlich sind wir alle für uns selbst verantwortlich, schliesslich müssen wir uns morgens im Spiegel anschauen können. Und es ist doch klar, dass wir unseren Kindern immer versuchen, unsere Werte zu vermitteln, seien sie nun von der Gesellschaft anerkannt und für gut befunden oder nicht. Kinder lernen immer am Vorbild ihrer Eltern und damit ist die Frage nach dem Gemeinwohl doch schon beantwortet: kann ich meinem Kind so etwas vorleben, nimmt es das dann für sein Leben mit und wie “erträgt” die Gesellschaft dieses Verhalten?
    Individualismus ist sicherlich eine der wertvollsten Eigenschaften, die der Mensch besitzt. Manche pflegen sie, anderen wird sie regelrecht aberzogen. In den Vereinigten Staaten z.B. gilt Individualismus nur sehr wenig, dort legt man Wert auf die Gemeinschaft. Das Kollektiv hat zu funktionieren. Ich nenne die Amerikaner deswegen gerne “Die Borg”, das Kollektiv, es ist unbesiegbar und Widerstand ist zwecklos. ;-)
    Ich gebe Lancaster vollkommen recht: wir müssen uns helfen lassen wollen. Auch eine Frage der Erziehung, insbesondere bei Mädchen!
    Herzliche Grüße
    Sommerwind

  • Hallo Zusammen,

    ich finde die Diskussion äußerst lehrreich und auch aufschlußreich.

    Die Frage, die sich mir nun stellt. In wie weit muss ich bezüglich der Eigenverantwortung gehen, bevor ich mich nach außen trage. Soll ich damit so lange warten, bis ich denke, mich selbst “geschaffen” zu haben.
    Wie viel Individualismus verträgt die Welt, bis sie daran zu Grunde geht bzw. es zu spät ist?

    Eines denke ich geht unter. Wir müssen nicht nur anderen helfen, sondern uns auch selbst helfen lassen. Sonst stellen wir uns als Geber dar, der nur so lange gibt wie er kann oder möchte. Wir alle sind verletzlich und manchmal auch bedürftig, Geber und Nehmer.

    Wir sind soziale Wesen und sollten auch so handeln. Es geht nicht darum, sich selbst aufzugeben, sondern darum, sich einzubringen. Und davon “profitieren” wir alle.

    Wenn ich an meinen Traum denke, dann seit Ihr alle dabei (so ungefähr aber nicht genauer vermag ich es zusammenzufassen und auszudrücken).

    Euer Lancaster

  • Eigenverantwortung ist für mich untrennbar mit der Verantwortung für gesellschaftliche Aspekte verbunden.
    Ich übernehme selbst Verantwortung für mich und meine Beziehungen zu anderen Menschen, zur Umwelt, zu den Tieren, entscheide selbst, wie ich mit den Medien umgehe, verantworte mein “Vorbild” für Kinder und Jugendliche.
    Für mich ist Eigenverantwortung auch zu sehen, wo man hilflos ist gegenüber Dingen, die geschehen. Man kann nicht alles steuern oder bewusst gestalten. Manches geschieht – und man kann ehrlich damit umgehen. Auch mit anderen, die scheinbar schuldig sind am eigenen Desaster… Nein, ich verantworte mein Leben, ich vergebe oder vergebe nicht.
    Ich lerne aus Fehlern und versuche mein Bestes, die Verantwortung für mich (d.h. auch für meine inneren und äußeren Beziehungen) zu übernehmen.

  • Ich will nicht besserwisserisch sein, sondern ich frage mich einigermaßen erstaunt: was ist so schwierig an dem Thema? Eigenverantwortung übernehmen heißt doch, glaube ich, zuerst einmal den eigenen Anteil an einer Sache zu suchen und dann erst zu sehen, was von außen kommt. Eigenverantwortlich denken und handeln heißt auch,unterscheiden zu lernen, was man ändern könnte und was nicht (da beginnt es, zugegeben, schwierig zu werden).

  • ein mensch von vielen schreibt am 13. September 2006 Antworten

    Aufrichtig gelebte Eigenverantwortung ist die einzige Form der kollektiven Gesamtverantwortung…. Denn wen wir für uns selbst keine Verantwortung übernehmen, wie wollen wir dann Vorbild sein und Verantwortung für das Gesamte übernehmen?

    pr

  • Ich denke Verantwortung zu haben heißt, Antwort auf Fragen zu geben, die mit den Aufgaben zusammen hängen, die einem übertragen wurden, z.B. Arbeitsverhältnis, oder die man sich selbst gestellt hat, z.B. Familie.
    Selbstbewußtsein und Mut sind nicht nur sehr hilfreich, sondern Voraussetzung,weil es gilt auch in schwierigen Zeiten einzustehen (Nachhaltigkeit)!!! Leider gibt es zu wenige Vorbilder!
    Ebenso ein Verständnis davon, wie Leben funtioniert, d.h.
    wie die Natur es angelegt hat. M.E.gibt es nur eine Ursache:
    “Der Mensch ist was er denkt!” U.a.hat Einstein bewiesen, das Energie zwar wandelbar, aber unzerstörbar (Geist / Seele) ist. Wir machen zu häufig den Fehler den Menschen zu sagen, was nicht geht und setzten somit unsere gottgegebene Schöpfungskraft negativ ein. Die “Innere Stimme”, die uns als unserem göttlichen Ateil leiten will, hören wir nicht,
    weil wir uns von so vielen äußeren Reizen ablenken lassen.
    Nein! Da hilft nur eins, wir müssen unsere Persönlichkeit entwickeln (auspacken,antworten)! Es gibt nichts Gutes, außer amn tut es! Das Jammern auf hohem Niveau muss ein Ende haben, wenn jeder an seiner Persönlichkeit arbeitet, haben wir das Paradis.

  • Ich habe gerade Email bekommen und möchte auch kurz meinen Senft über Eigenverantwortung geben. Genauso sehe ich es auch! Geht in die Richtung Selbstliebe. Wenn ich mich selber ernst nehme und achte, kann ich den anderen auch ernst nehmen und achten.

  • Eigenverantwortung – das Wort beinhaltet schon, dass man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Sich nicht darauf verlassen, da wird schon jemand kommen und sich kümmern, oder “da müsste MAN mal…”, sondern selbst aktiv werden.
    Zuallererst fühlt man sich natürlich für sich selbst und das persönliche Umfeld veranwortlich, setzt sich ein für die Menschen, die einem nahe stehen.

    Aber wer mal gelernt hat, nicht wegzusehen, sich zu Wort zu melden und zu engagieren, nicht nur auf Mißstände hinzuweisen sondern aktiv daran gehen, sie zu beseitigen, das ist eben ein Mensch, der sich auch dem Gemeinwohl verantwortlich fühlt.
    Ich denke, dass das eine nicht ohne das andere geht – wer für sich selbst keine Verantwortung übernehmen will, wird sich auch nicht für andere engagieren.
    Und wer sein Leben selbst gestaltet nach seinen Vorstellungen, ist viel eher bereit, auch da aktiv zu werden und zu verändern, wenn es um das Gemeinwohl geht. Eine passive Haltung und nur Herumjammern und auf Hilfe von außen hoffen schließt sich dadurch aus.
    Natürlich soll das keine Entschuldigung oder Freibrief für untätige oder unfähige Politiker sein und ein großes Problem ist auch, dass inzwischen alles anonymer geworden ist, viele kennen noch nicht mal die direkten Nachbarn, im Berufsleben ist man austauschbar…

    Der Beitrag von Kerstin mit dem Hinweis auf die Jugendarbeit und dem Satz: “Ohne das Besinnen auf Werte, die einem selbst wichtig sind, kann keiner in der Gesellschaft verantwortlich handeln.” finde ich sehr treffend.

    Wünschen wir uns, dass viele sich davon angesprochen fühlen, und Verantwortung übernehmen, für das was uns wichtig ist, statt die Verantwortung auf andere zu übertragen.

    Natürlich kann man nicht alle Probleme der Menschheit dadurch lösen, aber sehr oft ist es ein kleiner Anfang, ein Wett-Aufruf vor 25 Jahren – und wieviel Gutes hat Karlheinz Böhm seither bewirkt mit seiner Aktion “Menschen für Menschen” und seiner Hilfe zur Selbsthilfe.

  • Eigenverantwortung ? JA!!!

    Ich kann die Welt verändern ! Jeden Tag !
    Mit einem freundlichen Gruß, oder einem Lächeln,
    oder sei es, das ich auf meine Vorfahrt im
    Straßenverkehr verzichte und jemanden “hineinlasse”.

    Zeig den Menschen, wie es funktioniert zu fischen
    und schenke ihnen keine Fische……

    Liebe Grüße aus Bielefeld

  • Eigenverantwortung ist wichtig.
    Oder kann ich Verantwortung für andere übernehmen, wenn ich schon die Verantwortung für mich selbst nicht übernehme?

    Eigenverantwortung heisst aber nicht nur Eigennutz.
    Oder muss ich in meiner Verantwortung für mich so weit gehen, dass nur noch ich wichtig bin?

    Eigenverantwortung heisst, es ist Verantwortung für alle da.
    Oder für wen git es keine Verantwortung, wenn jeder sein Handel verantwortet?

    Kann ich es dann mit meiner Eigenverantwortung vereinbaren, dass andere durch mein Handel zu kurz kommen?

    Ich schliesse frei nach Kant: In meiner gelebten Eigenverantwortung handle ich immer so, dass das auch jeder andere so tun könnte ohne einem Dritten zu schaden.

    Andreas P.
    Frankfurt

  • Es gibt überhaupt keinen Unterschied zwischen “Eigen”Verantwortung und (“Fremd”)Verantwortung.

    Ich bin dafür verantwortlich, wenn ich etwas tue, ich bin aber auch dafür verantwortlich, wenn ich etwas unterlasse zu tun.

    Wenn jeder von uns anfängt diesen feinen Unterschied jedem deutlich machen, der behauptet, er sei für etwas nicht zuständig oder nicht verantwortlich, entwickelt sich langsam ein Bewußtsein für die immerwährende Verantwortung für ALLES, was passiert!

  • Eigenverantwortung – für sich selbst verantwortlich sein

    Das heißt für mich zum Einen, sich für sich selbst verantwortlich zu sein und danach zu leben, was Einem wichtig ist – schon recht.

    ABER zum Anderen AUCH, sich selbst dafür verantwortlich zu fühlen, für das was man tut, sagt, ..und welche Konsequenzen man damit bewirkt.

    Das darf man nicht außer Acht lassen, wenn man zur Selbstverwirklichung aufruft.

    Bleiben diese Werte gewahrt, kann das erwachsene Potential aus dem Selbst auch der Gemeinschaft von Nutzen sein, andernfalls ggfs. schaden.

  • Eigenverantwortung hat nur einen Nachteil: Sie ist manchmal anstrengend! Und sie birgt die Gefahr, angegriffen zu werden, wenn man Grenzen anderer überschreitet.

    Allerdings bewirkt Eigenverantwortung auch Freiheit, bringt Selbstsicherheit, das Gefühl sich selbst treu zu sein. (Letzteres finde ich für mich als Lebensleitlinie sehr, sehr wichtig.)

    Und all das hat – richtig Ralf! – wenig bis gar nicht mit übertriebenem Egoismus zu tun. Eine grundsätzlich selbstliebende Haltung ist vielmehr nötig, um die eigenen Kräfte und Ressourcen so zu pflegen, dass noch etwas übrig bleibt für andere.

    Bei der Jugendarbeit merke ich, dass die Kids, wenn man Ihnen Selbstverantwortung zutraut, daran durchaus wachsen! Sie werden sicherer, machen sich plötzlich Gedanken, was gut ist für andere (!) und was Verantwortung tatsächlich heißt.

    Ohne das Besinnen auf Werte, die einem selbst wichtig sind, kann keiner in der Gesellschaft verantwortlich handeln. Er/sie wäre dann “Fähnchen im Wind”.
    Welche Werte das sind, das entscheidet jeder für sich. Der eine ist christlich orientiert, wieder andere buddhistisch, der nächste humanistisch. Schnittmengen gibt es bei fast allen Geisteshaltungen. Aber grundsätzlich finde ich es positiv, wenn man erstmal in Ruhe nachdenkt, zuhört, abwägt. Meist (leider nicht immer) kommt dann etwas gutes für das Gemeinwohl heraus :-)

    In diesem Sinne,
    Kerstin

  • Zu diesem Thema sollte man UNBEDINGT lesen, was P.Watzlawik über den “radikalen Konstrukitivismus” sagt:
    Zwei Konsequenzen:
    Erstens die Toleranz für die Wirklichkeit anderer – denn dann haben die Wirklichkeiten anderer genauso viel Berechtigung als meine eigene.
    Zweitens ein Gefühl der absoluten Verantwortlichkeit.Denn wenn ich glaube, daß ICH meine Wirklichkeit herstelle, bin ICH für diese Wirklichkeit verantwortlich,kann ich sie nicht jemandem anderen in die Schuhe schieben!
    P.W. wörtlich:” Ich behaupte, wenn es Menschen gäbe, die wirklich zu der Einsicht durchbrächen, daß sie die Konstrukteure ihrer eigenen Wirklichkeit sind, würden sich diese Menschen durch drei besondere Eigenschaften auszeichnen.
    Sie wären erstens frei,denn wer weiß, daß er sich seine eigene Wirklichkeit schafft, kann sie jederzeit auch anders schaffen.
    Zweitens wäre dieser Mensch im tiefsten ethischen Sinne verantwortlich,denn wer tatsächlich begriffen hat, daß er der Konstrukteur seiner eigenen Wirklichkeit ist, dem steht das bequeme Ausweichen in Sachzwänge und in die Schuld der anderen nicht mehr offen.
    Drittens wäre ein solcher Mensch im tiefsten Sinne konziliant.” (= umgänglich,verbindlich,freundlich entgegenkommend,aussöhnend)
    in : Vom Unsinn des Sinns oder vom Sinn des Unsinns – 1992

  • Nein, Eigenverantwortlichkeit ist nicht schlecht für das Gemeinwohl. Eigenverantwortlichkeit ist für gar nichts schlecht. Ich halte einen angedachten Widerspruch bezüglich des Gemeinwohls eher für konstruiert.
    Das bedeutet meiner Ansicht allerdings nicht, gesellschaftliche Misstände, die heute große Teile der Bevölkerung immer stärker betreffen, nicht anzuprangern. Es ist schon verwunderlich, wie ruhig sich Bürger verhalten, angesichts der Verantwortungslosigkeit von Politikern und maßgeblichen Personen in der Wirtschaft. Die Tageszeitungen stehen voll davon und dies ist möglicherweise erst die Spitze des Eisbergs. Aber das scheint keinen wirklich mehr zu interessieren, oder viele haben vielleicht auch schon ein Ohnmachtsgefühl entwickelt,was man nachvollziehen kann, angesichts der Einwirkungsmöglichkeiten einzelner.
    Oder man möchte gar nichts mehr ändern, denn die Beteiligung an Kommunal- Landtags- und Bundestagswahlen sind stark rückläufig, was man auch wiederum verstehen kann, da man meist nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hat.
    Diese Entwicklungen betreffen den einen mehr, den anderen weniger, haben aber mit Eigenverantwortung bzw. mit dem vertreten Eigener Interessen zum persönlichen Wohl wenig zu tun.

  • Wie sagte schon der Aphoristiker und Satiriker Karl Kraus so richtig:

    “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.Denn: Jeder ist sich selbst der Nächste.”

  • 87H1
    Natuerlich ist die Eigenverantwortung in dem Sinne, wie ich das verstehe, sehr wichtig. Eigenverantwortliche Leute handeln so, wie es sein muss, sie uebernehmen die Verantwortung fuer ihre Taten. Die Welt wuerde viel besser sein, wenn sich die Politiker z.B. fuer Ihre Taten verantwortlich fuehlen sollten und ihrem Volk richtig dienen wuerden.

  • Hallo an Alle,

    wie ich es sehe, ist ohne Eigenverantwortung gar kein Gemeinwohl möglich, und handle ich eigenverantwortlich, ist Gemeinwohl schon inbegriffen.

    Wie Max oben schreibt, ist der Mensch als Egoist geboren, stimmt würde ich sagen! Und mehr braucht es meiner Meinung nach auch nicht. Würden alle Menschen eigenverantwortlich handeln, wären alle glücklich.

    Entspringt aus dieser Freude dann der Wunsch noch etwas fürs Gemeinwohl zu tun (geben), um so besser.

    Jedoch finde ich es wichtig, darauf zu achten, dass die Erbringung von Taten fürs Gemeinwohl wirklich aus der überfliessenden Freude kommen (geben) und nicht etwa dem versteckten Handeln entspringen, selbst etwas zu bekommen (haben wollen), dann dient es nämlich nicht dem Gemeinwohl, sondern lediglich dem eigenen Egoanspruch und ist für die scheinbar empfangenden Menschen eher ein Übergriff als eine Hilfe.

    Selbstlose Hilfe z.B. zur selbsthilfe dagegen finde ich erstrebenswert, es zeichnet wohl die Menschen aus, die über die Eigenverantwortung hinaus zu einem erwachsenen/erwachten Entwicklungszustand gelangt sind und unter die eigentliche Kategorie Mensch fallen.

    Hier scheint mir Geben und Empfangen ein harmonisches Ganzes zu sein, entstanden aus dem Leitsatz: werden um zu sein!

    Herzlich(t)e Grüße

    Kirstin Joysea

  • Jens-Olaf Lorenzen schreibt am 10. September 2006 Antworten

    Hallo, Moin und einen schönen Gruß, aus dem Land der schiefen Bäume,
    zum Thema – mehr Energie für das Gemeinwohl und weniger für das Wohl der
    Gemeinen – Antriebs-Energie-Denken und Handeln, fühlen und wandeln, dort-
    hin, wo wirkliche Mehrheiten dies auch mittragen, dies sagen und wagen und
    niemals verzagen. Art. 20 GG Staatsstrukturprinzipien – Widerstandsrecht
    und Pflicht!! Aller Deutschen.
    Art. 21 – Parteien – Jeder von Euch ist Partei – ergreift und setzt sie ein, Eure
    Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse und setzt sie, ständig diese
    verbessernd, life-long-learning, zum Besten der Demokratie ein.
    Erwählt Euch, oder laßt Euch selbst erwählen, aus Euren eigenen
    Reihen, die Frauen und Männer Eures persönlichen Vertrauens, für die vorgesehene, Recht-Staatliche, funktionierende, transparente und nachvollziehbare Gewaltenteilung und daraus folgend,
    gegen gewaltige Teilung(en).
    Ihr könnt es.
    Stiftung http://Euro-Land 20-21.de, will dieses Bewusstsein jedenfalls anheben.
    Erste Förderschule 06/07 wird die Hermann-Hoover-Schule, Berlin, sie hat den National-Preis 2006 erhalten. Mal lesen, das ist unter dem Eindruck von 11.000.000 (in D 21-06) Mitbürgerinnen und M itbürgern mit Migrationshintergrund m.E. ganz sicher auch ein richtiger Neu-Anfang
    und konsequenter Ansatz.

    J.O. Lorenzen

  • Die Eigenverantwortlichkeit ist eine Phänomen das nur Generationenübergriefend zu verstehen ist. Kinder kann Eigenverantwortlichkeit nur vorgelebt (sicher auch erklärt) aber in erster Line im Alltag gezeigt werden. Da sind Eltern genau so gefordert wie alle gesellschaftliche Schnittstellen mit denen Kinder in Berührung kommen, auch die Schule. Und so gesehen haben alle an der Erziehung teil ob das einzelne Eltern oder die Gesellschaft als ganzes wahrhaben will. Der im Moment aktuelle “Liggering” Lebensstil oder wie das heisst ist nicht nur ein Resultat verpatzter Erziehung sondern einer Veranwortungslosigkeit Grenz- und Werteauflösungs prozesses über Generationen hinweg. Lenrt jungen Menschen WERTE und lebt sie ihnen vor. Aber bitte nicht nur materielle…

  • Eigenverantwortlichkeit – Verantwortung für mich selbst (Gedanken, Handeln, Taten) übernehmen, das ist eigentlich doch ein Kennzeichen des Erwachsensein, das nicht mehr die Eltern verantwotlich sind. Das hat zunächst mal für mich nichts mit dem Gemeinwohl zu tun, und so wie ich die meisten Menschen einschätze, liegt ihnen das Gemeinwohl nur so weit am Herzen, wie es ihnen Vorteile bringt, also nützlich ist. treffen sich genügend Leute mit demselben Interesse, dann gründen sie meist irgendwas, z.B. einen Verein oder eine Gruppe. Wenn die dann nix mehr bringt, dann ist es damit auch schnell wieder aus, ist auch okay so. Aber auch kriminelle Strömungen in der Gesellschaft übernehmen Eigenverantwortung, sie tragen das Risiko und müssen u.U. die Konsequenzen des Handelns ausbaden, dienen damit aber nicht dem Gemeinwohl, also mir persönlich liegt am Begriff der
    V E R A N T W O R T U N G mehr als am Begriff der
    E I G E N Verantwortung. Aber das mag ein jeder halten wie er will, so lange dieselben guten Ergebnisse dabei herauskommen, gell?

  • Der Mensch wird als Egoist geboren. Das ist in Ordnung so, denn so hat er eine Übelebenschance.Gleichzeitig hat der Mensch vor nichts so viel Angst wie davor aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden.
    Auch damit wird der Mensch geboren. Ich wollte das erst nicht glauben, aber es ist wirklich so.
    Deshalb tut jeder auch sein Möglichstes für das Gemeinwohl.
    Ausnahmen bestätigen sicher die Regel und fallen leider auch immer sehr auf. Nur ist unsere Gesellschaft so verworren und verwoben, dass Viele einfach nicht mehr ihren Platz finden. Sie werden unglücklich, weil keiner sie will und geben auch die Eigenverantwortung ab, in der Hoffnung, dann nichts mehr falsch zu machen. Deshalb ist der Aufruf zur Eigenverantwortlichkeit auch gut für das Gemeinwohl.

  • Hallo,

    Was dagegen würde passieren …

    Hervorragend. Wenn wir selbst nichts ändern, ändert sich nie etwas.

    Nur ein kleiner “Kritikpunkt”. DIE Gesellschaft ist sehr wohl fassbar. In ihren Instutitionen, in ihren Mandatsträgern, in Firmen etc. etc. und selbst beim Anstehen an der Kasse.
    Und hier kann und muss ich als eigenvernatwortlicher Mensch Einfluß nehmen, um etwas zu ändern.
    Und die Politiker aus Ihrer Verantwortung zu entlassen ist schlicht weg undenkbar. Schließlich haben wir eine repräsentative Demokratie und diese gilt es als Errungenschaft zu wahren. Aber nur so viel Verantwortung wie nötig und mit “Argusaugen” überblickt, und nicht im Sinne von übertragen, sondern in Grenzen zu überantworten.

    Der Rest (der größere Teil) liegt, wie Ralf es echt super formuliert hat, bei jedem von uns selbst.

    Ich denke ja auch, dass ich nur als selbstverantwortlicher Mensch Einfluß auf meine Außenwelt nehmen kann (wenn ich will).

    Aber nur wenn wir auch wir sind, kann ich sein, der ich bin.

    Hasta LA Victoria

    Lancaster

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