Lebenskunst: Die Balance zwischen Kontrolle und Loslassen

Tun, was gut und richtig für dich ist. Richtig umsetzungsstark werden. Stolz auf dich sein. → Dein Erfolgserlebnis

Manche Menschen bewegen sich mit einer erstaunlichen Kunstfertigkeit durchs Leben. Was ich bei diesen Menschen immer wieder beobachte, ist eine ausgewogene Mischung zwischen Kontrolle und Loslassen.

Oha, Kontrolle. Bei diesem Thema spalten sich ja die Geister.

Die einen sind eher bekennende Kontrollfreaks und diese Menschen tun richtig etwas für ihre Ziele und Wünsche. Und sie suchen ständig nach Risiken für sich und ihre Lieben. Und sie versuchen, möglichst viele dieser Risiken im Vorfeld auszuschalten oder ihnen aus dem Weg zu gehen.

Sie versuchen eben, ihre Welt und ihre Lebensumstände zu kontrollieren.

Auf der anderen Seite haben wir die Kontroll-Gegner: Sie sagen, dass man das Leben ja sowieso nicht kontrollieren kann und deswegen sollte man es auch gar nicht versuchen. Ja, allein der Versuch schade schon enorm! Besser sei es, im Augenblick zu leben und einfach im Fluss des Lebens mitzuschwimmen.

In meinen Augen ist es richtig und wichtig, beides zum jeweiligen Zeitpunkt zu können: In manchen Situationen müssen wir Kontrolle ausüben, steuern und lenken. Und in anderen ist es besser, sich dem Fluss des Lebens anzuvertrauen.

Zu entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für Kontrolle ist und wann man loslassen sollte, das ist leider nichts, wofür es Regeln gibt. Das ist eher eine Kunst, eben Lebenskunst.

Kontrolle auszuüben hat in unserer heutigen Zeit und insbesondere bei eher spirituell ausgerichteten Menschen einen schlechten Ruf. Da schlagen die ostasiatischen Einflüsse auf die westliche Welt der letzten 50 Jahre voll durch: "Im Nichtstun bleibt nichts ungetan." "Du musst nur loslassen." "Leben im Hier und Jetzt".

Es vielleicht endlich angehen. Es ist vielleicht Zeit. Das Richtige zu tun. In kleinen Schritten ist es am einfachsten. Ernährung. Gewicht. Gesundheit. Produktivität. Bewegung. Beweglichkeit. Was es auch ist: Du kannst die Sache in die Hand nehmen und es in unserem Training in kleinen Schritten schmerzfrei angehen. Dein Erfolgserlebnis. (Start: Montag 15.10. – letzte Anmeldemöglichkeit: Mittwoch 17.10.)

Dabei wird nur eines vergessen: Es ist nun mal eine urmenschliche Eigenschaft, Kontrolle ausüben zu wollen. Denn zu versuchen, die Welt um uns herum zu kontrollieren, hat uns als Spezies letztlich überleben lassen. Ackerbau, Vorratshaltung, Hausbau, einen Deich gegen Überflutungen konstruieren … all das sind Dinge, die unsere Vorfahren gelernt haben, um ihr Überleben zu sichern, also ihr Leben und ihre Umstände zu kontrollieren.

Heute ist unser Überleben in Mitteleuropa weitestgehend sichergestellt. Also versuchen wir nicht mehr unsere Existenz sicherzustellen. Es geht heute eher um die Qualität unseres Lebens und das unserer Kinder. Wir versuchen unsere Lebensqualität zu kontrollieren, indem wir den richtigen Beruf ergreifen, etwas für unsere Gesundheit tun, uns weiterbilden, vielleicht sogar unsere Persönlichkeit schulen. Mit all dem versuchen wir Kontrolle über unsere Lebensumstände und unser Empfinden zu erlangen. Und das ist auch absolut gut so.

Der Wunsch, Kontrolle auszuüben wird nur dann zum Problem, wenn er zu groß und übermächtig wird, und wenn wir aus den Augen verlieren, dass Kontrolle auszuüben immer nur ein Versuch ist, der manchmal Erfolg hat und manchmal eben auch nicht. Wenn wir unser Leben steuern wollen, dann können wir ja nicht einfach nur das Richtige tun und dann folgt ein garantiertes Ergebnis. So einfach funktioniert das Leben eben nicht. Es geht vielmehr darum, Wahrscheinlichkeiten zu erhöhen.

Das richtige Studium an der richtigen Uni ist zum Beispiel kein Garant für einen guten Job. Aber dieses Studium erhöht eben die Wahrscheinlichkeit, einen guten Job zu bekommen. Und je mehr ich von diesen Dingen tue, die die Wahrscheinlichkeit für das Eintreffen meines Wunschziels erhöhen, desto eher kann ich damit rechnen, auch wirklich da anzukommen.

Und das ist es, was erfolgreiche Menschen tun: Sie erhöhen durch ihr stetiges Handeln die Wahrscheinlichkeit, dass sie das bekommen, was sie sich wünschen.

Aber Kontrolle auszuüben hat eben auch einen Preis. Und dieser Preis besteht darin, dass wir ein Stück Spontaneität und Lebendigkeit aufgeben. Denn wenn ich sehr zielorientiert, fokussiert und kontrollierend vorgehe, bleibt oft kein Raum für das, was das Leben eben auch lebenswert macht: sich treiben lassen. Einfach nur genießen. Ohne Druck und Zwang einfach nur zu sein.

Weitere Preise dafür, Kontrolle auszuüben sind Anspannung und Angst. Denn wenn ich Kontrolle ausübe, dann entsteht dadurch automatisch die Sorge, was passiert, wenn ich es nicht schaffe, wenn ich versage, wenn ich scheitere. Wer ziellos durch die Welt geht, lebt oft entspannter. Ohne Ziel gibt es auch kein Scheitern und damit nichts, worum man sich wirklich Sorgen machen muss. Natürlich hat auch das wieder seine Schattenseiten, denn als zielloser Mensch, der nichts ändern will in seinem Leben, bekommt man nicht unbedingt die große Anerkennung seiner Umgebung. Und da der Wunsch nach Anerkennung eben auch ein menschliches Grundbedürfnis ist, können die meisten Ziellosen das dann auch nicht so richtig genießen.

Kontrolle auszuüben oder sich auf der anderen Seite sich einfach nur treiben zu lassen … – beides ist nützlich. Beides ist notwendig auf dem Weg zum Glück, denn die meisten von uns brauchen dazu eine gesunde Mischung aus Sicherheit und Lebendigkeit, aus stabilen Strukturen und Abwechslung. Und um beides zu bekommen, brauchen wir Kontrolle und Loslassen und das möglichst jeweils zum richtigen Zeitpunkt.

Das zu verstehen und das zu lernen, das ist die Kunst des Lebens.

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Kommentare

  • Ich habe vor mehr als 20 Jahren von meinen Eltern ein kleines Wandcomic erhalten:

    Spontaneität muß wohl überlegt sein

    und habe mehr als 15 Jahre gebraucht, um Los- und Spontaneität zuzulassen. Erschwert Karrierestreben das Loslassen?

  • Hallo, schön wieder von Euch zu hören, hoffe es geht Euch gut.
    Alles gute fürs neue Jahr, und Viel Balance wünschen wir uns alle!Manchmal trifft uns etwas das uns momentan aus der Balance bringt, doch mit Euch schaffen wir es auch in diesem Jahr!Dann lasse ich mich gerne anleiten, denn der Fluß ist immer bei mir.
    bis bald!M.D.

  • Hallo an alle,
    loslassen ist bei mir oft der Schlüssel für viele neue Türen gewesen, die dann aufgingen. Dazu gehört dann wiederum mein Vertrauen, dass ich in das Leben habe. Es war bisher immer so, dass wenn es “kurz vor Zwölf” war, ich losgelassen habe in dem Vertrauen, dass Neues und Besseres kommen kann. Trotzdem steht doch manchmal ein kleines “Bedenkchen” im Weg!
    Herzl. Gruß

  • Hat mir gerade unheimlich gutgetan, meine Büroarbeiten zu unterbrechen und Deinen Beitrag zu lesen. Danke !

  • Ich bin schon mal durch den brasilianischen Urwald gelaufen.
    Da ist es hilfreich, wenn man einen Kompass und eine Karte hat und vielleicht die Vision vom kühlen Bier am anderen Ende.
    Auch wenn das Ziel klar ist, gibt es dann noch genügend Schlingpflanzen, die einen am Weiterkommen hindern.
    Mein Rezept: Möglichst genau wissen, wo man hin will und sich so gut wie möglich darauf vorbereiten. Den Rest sagt einem dann das Leben – oder der Urwald.

    *Tania Konnerth schreibt:*

    Wir bitten herzlich darum, keine Eigenwerbung zu machen – dankeschön,
    Tania vom “Zeit zu leben”-Team

  • Vielen Dank für diese Hilfe mal wieder anzuhalten und nachzudenken;
    Meiner Meinung nach schließt es sich nicht aus sein Leben zu steuern und zu planen, aber trotzdem auch spontan zu sein. Das Entscheidende ist bewußt den Moment zu erleben, und nicht ständig schon wieder in Gedanken über das Morgen zu sein. Ich wünsche allen viele bewußte Momente und viel Spaß beim Planen!

  • Hi,

    Kontrolle und Kontrollverlust müssen keine Widersprüche sein.
    Es sind 2 Seiten derselben Medaille.
    Sich ein Ziel zu setzen und darauf hinzuarbeiten und dabei trotzdem offen zu bleiben für die Dinge, die einem unterwegs passieren.
    Hierin liegt für mich die Kunst. Die Lebenskunst.
    Nichts ist beständig außer der Wandel.
    Wie sagt mein Ausbilder Jürgen immer: wir können nicht Nichtkommunizieren.
    Ich wandel es ein bischen ab: wir können nicht Nichtentscheiden.

    einen schönen Abend Euch allen noch

  • hej facit,
    der name scheint gut gewählt zu sein.
    ist sicher entspannter, die weitwinkelperspektive, aber nicht aufregend genug für mich.
    bin kurzsichtig und liebe details.
    loslassen,- und richtung halten, ist allerdings nicht übel.
    loslassen-richtung halten,grundlagen der navigation
    vielen dank

  • wie wäre es, “kontrolle” mit begriffen wie “entscheidungen treffen”, “verantwortung übernehmen” und “dranbleiben” in verbindung zu bringen ?
    ich bin überzeugt, dass die -auch meiner meiner meinung nach- asiatische “kunst”, für mich besser “lebenshaltung” des sich dem leben anvertrauens, des im fluss bleibens, im hier und jetzt seins, des sicher seins, dass gut ist, was ist,… sehr gut mit zielstrebigkeit vereinbar ist.
    in dem moment, in dem ich in einklang mit mir selbst bin und akzeptiere, dass die welt bipolar ist, dass jede entscheidung für etwas, eine entscheidung gegen etwas beinnhaltet, dass es kein licht ohne schatten und keinen schatten ohne licht gibt – schlicht bis in die kleinste und grösste unendlichste einheit yin und yang einander bewirken, kann ich mich dem fluss des lebens anvertrauen und entscheide dennoch tagtäglich – mal mehr, mal weniger “kontrolliert”, wohin die reise geht :))

  • Danke für den schönen Beitrag.

    Einen schönen Sonntag und ganz herzliche Grüße,
    Kathleen S.

  • Thematisch sieht das alles viel entspannter aus, wennSie sich vom deutschen kontrollieren hin zum englischen control = steuern bewegen, denn das schließt Ihre gesamte Darlegung ein, also los-lassen und Richtung halten.

  • ja, seltsam,
    ich mache grad das – mein kompass- programm und bin genau bei diesem thema gelandet.
    jetzt steh ich so auf aus meinem bett, wo ich vorher so tagtraumig rumgedöst habe( bin so leicht angefiebert, erkältung)und mach mal meine mails auf und da stehen sie, meine gedanken.ja, ich versuche auch herauszu ballancieren,wann ich kontrolliere, und wann ich loslasse. ich tue das auf drei arten. ich beobachte mich, ein faktor ist das mass meiner körperlichen anspannung, will sagen, wenn ich kopfschmerzen bekomme, bin ich zuweit gegangen. wann das loslassen zulange dauert, ist etwas schwieriger. vielleicht werde ich dann so insgesamt etwas desorientiert. so wäre das zweite, reflexion und das dritte, versuch und irrtum.ich finde loslassen schwieriger (glaub ich) und habe deshalb angefangen, das schlechte gewissen, dass mich anfangs quält, wenn ich die spannung, kontrolle, bewusst runterfahre ,zu relativieren oder zu ignorieren. ist nicht ganz einfach.
    nun ja, da wünsch ich dir auch weiterhin viel spass bei der erlernung der kunst der ballance.
    jana

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

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